Vollständige Version anzeigen : Wie ist das hier?
rron calli
09.11.2001, 19:13
Registrierte Mitglieder: 6,002 | Das neueste Mitglied: Nr 6000
Man muss auch mal verlieren können !
nur mal eben Signatur testen...
Doctor Subtilis
12.11.2001, 20:09
Ich muß jetzt auch mal testen, ob ich in der neuen software überhaupt posten kann.
clarissa rodde
12.11.2001, 20:11
dito
Hübsch ist das hier, doch. Muss mir auch noch eine schlagkräftige Signatur zulegen.
Ich muß jetzt mal testen, ob der Server in die Luft fliegt, wenn einem alles scheißegal ist, und man nur aus Langweile hierein schreibt.
Nein, tut er nicht, war auch nur eine mentorische Frage.
rhetorische, um genau zu sein, das langweilt, wie man in München so kess für genervt sagt, ich zeug jetzt ein Kind.
Das h nach dem r in rhetorisch erklärt sich aus dem asperiertem rho im Griechischen, mein Kind braucht dies aber nicht zu wissen.
Schaden tät es ihm andererseits auch nicht, aber es soll seinen Weg selbst finden, Hauptsache es wird glücklich.
Ein Musikinstrument soll es schon lernen, ein Klavier steht ja im Haus und wenn's Geld nicht reicht, Gott, dann unterrichte ich es eben selbst, ideal ist nicht, aber besser als gar nichts.
Bachs zweistimmige Inventionen wären gut am Anfang, was die Leidenschaft betrifft, sie teilt sich schon mit, entweder sie packt das Kind, dann regelt es sich und wenn nicht, sei's drum, ist nicht so arg.
Was man Kindern als erstes mitgeben muss, ist das Gefühl der Regelmäßigkeit, weiter darf man nicht gehen. Am Morgen passiert dies, am Mittag das, am Abend das, mehr braucht es vorerst nicht. Dieses nicht als letztliche, sondern als stete Bedingung.
Wer dies als unnötiges Spießertums ankreidet hat nichts begriffen, als Kind dürstet man nach den Regelmäßigkeiten, der Begriff Spießer ist sowieso abzulehnen.
Man sollte das Kind auch frühst möglich von den Banden der Elternschaft erlösen, diesem Quell der ständigen Demütigung. Kind sein heißt, eine beständige Bevormundung erleben, unerforschlichen Ratschlüssen ausgesetzt sein, unaufhörlich in der Unruhe zu leben, dass wieder ein nichtvorhersehbares Gewitter losbricht. Und wie eitel und schwach sind die Eltern doch immer. Reagiert das Kind nicht auf sie, da es abwesend ist, sind die Eltern gekränkt, gleich als ob ihr Partner sie mit Liebesentzug gestraft hätte. Der permanente Liebesdurst ist das Grundübel, dieses transformieren der eigenen Schutzlosigkeit und Bedürftigkeit auf die nichtswissenden Kinder. Dieses Unfertige, welches in den anhänglichen Kinderaugen endlich erlöst werden muss.
Dabei gibt es ein schlichtes Problem: jedes Kind braucht ein oder zwei Vertrauenspersonen. Wer jemals mit Kindern zu tun gehabt hat, die in Heimen aufgewachsen sind, weiß um den Horror. Sie haben die Kindergärtnerin, die Augentherapeutin, dén Krankengymnastin, Schwester 1, Schwester 2, den Hausmeister und werden kirre. Suchen eine Person, klammern sich an sie und drehen bei den Zumutungen bei den anderen durch (und sie sind alle unfertig, die liebesbedürftigen, sie tummeln sich in diesen Berufen, die gekränkten),
Und es ist ein unerträglicher Opportunismus bei diesen Kindern bemerkbar. Was Salinger in 9 Stories beschreibt, ist ein Substrat, ein Ideal. Es existiert, ist aber nur destilliert, eine Reinform, die so in der Realität nicht vorhanden ist. Aber er schrieb auch kein Buch über Kinder, wer dies gedacht hat, darf sich gleich wieder setzen. Der Opportunismus ist die Suche nach der Regelmäßigkeit, der Widergeist ist eine Gabe, unnötig da etwas bewirken zu wollen.
Ob es dann doch die Lösung ist, Kinder früh in ein Kloster zu geben, sie das meditieren frühmorgens zu lernen, die Gewöhnung an einen Zeitablauf, der so wichtig ist. Das Wissen, dass es die Regelmäßigkeit ist, welches das Menschenleben fruchtbar macht und die Abweichung davon nur als kostbare Abweichung begriffen werden kann, wenn sie ein wonniges verweile kurz ist? Ein jäher Seitensprung, welcher seine Süße durch den Moment des Ausschlags gewinnt, dass dies nur ein Augenblicks des Verweilens ist, der durch seine Befristetheit an Wert gewinnt.
Unhaltbar soetwas und nicht klaren Kopfes geäußert. Die Frage bleibt jedoch, soll das Kind von einem oder noch schlimmer zwei Menschen abhängig sein, seiner Existenz diesen zwei Menschen auf Gedeih und Verederben entäußern, stetig von ihren allzumenschlichen Launen, Unzulänglichkeiten abhängig sein oder doch besser einer kühlen Ordnung unterzogen, dabei aber hilflos und schutzlos sein, ohne Rückhaltsperson.
Sei es die eine, sei es die andere Variante. Zumindest muss jeder, der erzieht sich bewußt sein, dass er oder sie ein Beauftragter ist, jemand, der, wie das Wort sagt, ein Träger ist, ein Weiterträger, jediglich ein Instrument von etwas Höherem, welches er oder sie ohne die geringste Störung durch die Emotionen seiner eigenen Person weitergibt. Man gibt die Erziehungsmaßnahmen als etwas weiter, welches man von woanders her mitgeteilt bekommen hat, ein Wissen, dessen man sich selbst nicht gewahr ist, von dem man nur glaubt, dass es eine Richtigkeit hat. Man teilt es seinem Kind mit, da es einem wertvoll erscheint, man ist sich nicht sicher, ob es der letztgültige Weg ist, aber man kennt keinen besseren, also offeriert man seinem Kind diesen, mit der Maßgabe, dass es vielleicht einen besseren gibt. Zweifelt das Kind, zweifelt man selbst. Der Zweifel ist ein Wiederhall, dem man sich nicht verschließen kann, die Widerspenstikeit des Kindes bedeutet einen Zweifel, der einen nicht selbst betrifft, sondern er ist ein Zweifel, der die Brüchigkeit der Gewißheit freilegt, die Brüchigkeit jedlicher Klarheit. Doch dies betrifft einen nicht, man selbst ist nur Medium einer unverbrüchlichen Klarheit, die man nur durch einen schlechten Filter weitergibt. Die Makelheit des Filters wird durch das Kind in Frage gestellt, man schämt sich ihrer nicht, nimmt sie zur Kenntnis, nimmt die Schwierigkeiten der Wahrnehmung der Klarheit zur Kenntnis und ist ruhig, unwichtig, bededenkt die Wogen der Neuheit mit Wohlgemut.
Und man gedenkt diesem Prozeß mit Zuversicht, dies muß gesagt sein, es ist eine Verheißung in dieser Weitergabe, etwas Gutes, dieses muß dem Kind mitgeteilt werden, daß dieses Irren kein zielloses ist, sondern einer momentanen Nebelbeseitigung gilt.
Nein, man teilt es natürlich nicht mit, mitteilen wäre tödlich, keine Gespräche darüber, es ist nur als Substanz da.
Das Posting von 6.22 hat Gültigkeit, die vorhergehenden waren abseitige Überlegungen, die ihre momentane Relevanz hatten, aber Unklarheiten und Abschweifungen beinhalten.
heisst das, du hast doch kein kind gezeugt?
elpenor, habe ich eigendlich schon mal erwähnt, dass ich dich bei deinen sonntagsselbstgesprächen so gern belausche? nein?
Danke Sabeta, aber von den blöden Leuten reagiert natürlich niemand. O.k., der Bericht steckt versteckt, aber wer von den Fourmssüchtigen und es sind alle von der Senatorenlounge, zmindest auf der Pirsch ist,nach neuen Beiträgen, der hat es gelesen, Ressonanz gleich Null, stattdessen wird die Frage nach der xten Verhaltensweise hundertmal durchgedreht. Wä, Wä, man kann es aber auch anderes sehen, wir sollten noch mal drüber nachdenken. Es ist so öde. Tobler hat zwei phänomenale Beiträge geschrieben, aber es reagiert keiner drauf, da es billiger ist zu Sturnrunzeln. Mir ist es auch egal, wer auf meine Beiträge reagiert, das ist mir schnurzpiepe, nur was nervt, diese ewige Diksussion um den Niveausverlust, und wenn dann etwas da ist, reagiert keiner, stattdessen gibt es wieder 120 Beitäge zu dem Thema, wie sollen wir die Situation an sich handhaben.
Elpenor, zu 6.22, man hat nur sich, man kann ja nur aus sich nehmen, Gewissheit gibt es nicht, und ja, wer wagte ob eines kleinen Gefuehls schon zu sein, aber ich kann nicht der Filter sein, ich muss der Ursprung sein, meine zusammengewuerfelte Wahrheit suchen, mir ausdenken fuer mein Kind, wie soll das sonst gehen.
Wenn ein Filter groessere Brocken aussortiert und das Feingemahlene durchlaesst, hilft das auch nicht, das bringt keinen Nutzen. Woher soll die unverbruechliche Klarheit kommen, die sich schlecht durch unsere Unzulaenglichkeit filtert, nein, ich glaube es ist genau umgekehrt, man muss sich alles herholen und sich immer sorgen, Gleichmut unmoeglich.
Regelmaessigkeit ist nicht das Wichtigste, ich hasste meine aufoktruierte, viel haette ich gegeben fuer ein bisschen mehr mich in Ruhe lassen, statt Aufstehen, Schule, Essen, Lernen, Spielen, Schlafen. Das war keine Sicherheit, das war Pflicht.
BOOM!!
diese Nachricht sprengte sich nach 10 Minuten selbst.
etwas peinlich berührt sich zu Elpe umwendend tschuldige, aber hier war ein Notfall. Ich wünsche dem schönen Strang noch viel Glück.
Ach, der Filter laesst mich nicht, der ist ja rein passiv, so funktioniert das nicht.
Und alles darf man erzaehlen seinem Kind, wie nicht, vielleicht ist das das Wichtigste, nicht unterschaetzten, was es nicht versteht ist auch egal, aber auf Fragen antworten wahrheitsgemaess und immer, keine Vereinfachungen, nichts leichter machen.
Und wieder der Filter, der beschaeftigt mich, nein, Filter kann man nicht sein, ein falsches Bild, eine Mischmaschine schon eher, aber nein, das ist voelliger Bloedsinn, Maschine ist schon ein schlechtes Wort hier und das ganze Geraet pure Willkuer, was soll werden aus Beton.
Ein Zauberer muss man sein ein wenig, den Dingen Farben und Namen geben koennen, grosse Orkane zum Drachensteigen verwenden, Traumzeit nicht nur des Nachts und die Geister auch moegen, die dunklen. Und viel Streicheln mit Lippen und Beruehren mit Haenden, Umarmen mit allem.
Und Dichten muss man, vorhin forderte ich Vermittlung der Wahrheit ( der eigenen ), aber man darf auch Dichten stattdessen und wunderlich reden, oder es ist dasselbe, nur schneller in der Spirale der Ohres und leichter verstaendlich dem Koerper, dem jungen.
Cat woman
19.11.2001, 13:21
Elpe, jetzt hab ich Deine Ausführungen also auch gelesen und es wundert mich nicht, daß sie voller Idealismus stecken. Das ist schön. Denn Idealismus braucht man, um ein Kind großzuziehen.
Ich tue es, und die Verantwortung lastet manchesmal schwer und ich schäme mich, wenn ich mich durch widrige Umstände wieder einmal von meinem Ideal entfernt habe und mich dabei ertappe, wie ich sinnlos mit meinem Sohn herumstreite. Ich denke aber, daß es gut ist, wenn man sowas überhaupt noch selbst zu merken im Stande ist und wenn man sich von Zeit zu Zeit hinterfragt. Was tu ich meinem Kind wie- und überhaupt: warum, an...
Wo ich Dir zustimme, Elpe, ist, daß für einen Säugling und ein Kleinkind eine gewisse Regelmäßigkeit unerläßlich ist. Das ist NICHT spießig, sondern für die Ausgeglichenheit und das Sicherheitsbedürfnis sehr wichtig. Wenn das Kind dann älter wird, kann man und muß man das lockern, weil das Kind nun lernen soll, seinen Tag- im Rahmen seiner Möglichkeiten eben- selbst zu strukturieren.
Außerdem: Liebe. Ich sage meinem Sohn jede Nacht vor dem Einschlafen, daß ich ihn sehr liebe.
Und daß ich ihn auch liebe, wenn wir gestritten haben, nur daß ich es dann nicht so leicht zeigen kann. Er versteht das. Überhaupt verstehen Kinder alles. Alles was mit Gefühlen zusammenhängt, mein ich jetzt. Man muß das verbalisieren. Sprache schafft auch Geborgenheit.
Und man darf die Kinder niemals in Gefühlswelten hineinziehen, für die sie nix können. Daran zerbrechen sie. Ein Kind, welches ewig in einen Streit zwischen Mutter und Vater (zwei Alphavertrauenspersonen- im Idealfall) hineingerät und vielleicht sogar noch als Druckmittel herhalten muß, geht kaputt.
Man muß das Kind vor diesen eigenen Unzulänglichkeiten zu schützen versuchen. Das gelingt nicht immer, aber man muß sich bewußt sein, was man für Schaden damit anrichten kann.
Die Kinder zur Erziehung in ein Kloster oder ein Internat zu geben, davon halte ich überhaupt nichts. Wobei manche Eltern so kaputt sind, daß man sich fragen muß, ob das nicht vielleicht die bessere Lösung sei....
Ehrlichkeit (die nicht schonungslos sein darf), Offenheit (ein Kind gibt einen schon zu verstehen, wie weit es nun etwas wissen möchte) und auch eingestehen, daß man manchmal scheitert. Ich könnte noch sehr viel mehr schreiben merke ich gerade, aber ich muß jetzt zur Arbeit.... Vielleicht später mehr dazu.
Lieber Elpenor,
ich habe Deinen Text auch relativ früh gelesen. So früh, das durchaus eine Reaktion hätte kommen können.
Aber ich verstummte, da ich nicht nur dem Inhalt, sondern auch den Formulierungen nicht mal annähernd nahekomme (sprachlich gesehen).
Pond
ich habe nicht reagiert, weil ich Elpenor nicht unterbrechen wollte. zumal ich ganz ponds meinung bezüglich der eigenen fähigkeiten verglichen mit den Elpenorischen bin.
leise rückwärtsgehend, tiefe verbeugungen andeutend ab
So, Danke für die Anworten, mein letzter Beitrag war unangemessen mürrisch, sei es drum. l_tu, las Deine Beiträge spannungvoll, bin nur gerade zu leer, um inhaltlich zu reagieren, was Catwoman betrifft ebenso. Pond und roger, Danke für das Lob, es ist zu hoch angesetzt, trotzdem erfreulich.
vBulletin v3.8.1, Copyright ©2000-2010, Jelsoft Enterprises Ltd.