Vollständige Version anzeigen : Mulholland Drive (David Lynch)
DonDahlmann
04.01.2002, 17:31
Ähhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh...ja. .
Letztlich ist die Geschichte sehr, sehr einfach. Aber das darf ich hier leider nicht verraten, denn sonst lohnt es sich nicht mehr den Film zu sehen. Soviel sei verraten: Es geht (teilweise) um zwei Frauen, die sich zufällig über den Weg laufen. Die eine hat ihr Gedächtnis verloren, die andere ist ein naives Ding vom Dorf, gerade in Hollywood angekommen, die ihrer neuen Freundin hilft. Ja. Helfen ist wohl das richtige Wort. Aber eigentlich auch nicht. Und dann ist da noch ein Regisseur der von Produzenten erpresst wird. Und ein Banker im Rollstuhl. Und ein trotteliger Auftragskiller (beste Szene!). Und ein merkwürdiges Bistro. Und eine vergammelte Leiche. Und eine altes Ehepaar.
Die Szenen werden tatsächlich zunächst völlig zusammenhangslos hintereinander weg gezeigt. Dabei wechselt Licht und Kamerapersektive immer so, das man das alles noch auseinanderhalten kann. Gegen Ende wird es immer verwirrender und gerade wenn man denkt, das Lynch diesemal einfach nur den Kinogänger nach Strich und Faden verarscht, löst sich das Spektakel in einer Art und Weise auf, das man zunächst versucht ist zu sagen: Kann nicht sein, das ist nicht sein Ernst. Scheint aber doch so.
Der Film ist lang (146min) und meiner Meinung nach damit um mindestens 30 Minuten zu lang. Die langen Einstellungen, die vielen Dialogpausen und absolut stillen Momente werden nach einer Zeit eher quälend als spannend. Insgesamt haben mir die Spannungelemente gefehlt. Man irrt durch die Bilder, die zwar schön, aber auch inhaltlos sind. Die wenigen Versuche, innerhalb der Geschichte was spannendes zu gestalten, scheitern leider völlig. Bei der Besetzung hat Lynch mal wieder grossartiges geleistet. Sehr viele, sehr interessante Gesichter, viele kennt man aus B-Movies, und sehr viele tauchen leider nur für einen kurzen Moment auf.
Dennoch war ich am Ende recht angetan. Kann man also sehen, muss man aber nicht.
Dreizehn Koestlichkeiten
04.01.2002, 17:38
Laura Harring ist ein verdammter Diamant, glitzernd, funkelnd, gleißend, soviel Licht, solche Schönheit, soviel Nacht - das macht mich fertig, ächz.
Don, mein lieber Don, dies ist der dritte Strang zum Film, aber ein guter. Also Wurscht. Passt auch besser zu Lynch, wenn die Stränge im Forum verteilt herumliegen und man sich einzelne Fetzen zusammenklauben muss.
Zerebrum
04.01.2002, 17:39
Was soll ich essen ?
Zerebrum
04.01.2002, 17:48
Liegt nah.
Moment, ich habs im Kopf.
DonDahlmann
04.01.2002, 18:01
Ja - 13, da sind wir uns schon einig....
http://www.hindustantimes.com/nonfram/misc/cannes/can1.jpg
Zerebrum
04.01.2002, 18:37
Eine gewisse Ähnlichkeit ist vorhanden:
http://abcnews.go.com/media/Entertainment/images/ap_m_jackson_010904_nh.jpg
oder:
http://www.worldsworstweb.com/0901/carterAPe.jpg
Dreizehn Koestlichkeiten
04.01.2002, 19:00
Dahlmann, das Foto ist Rufmord. Machs lieber wieder weg, Göttinnen können so grausam sein.
don, warum denn nur immer diese damenbilder?
warum wird sie denn da so eifrig von hinten fotografiert, hat sie da auch brüste?
Wenn, dann sind hoffentlich wenigstens hinten die nicht aus Silikon.
Nur so:
Mit einem Vorsprung von nur zwei Stimmen wählte die National Society of Film Critics David Lynchs "Mulholland Drive" zum besten Film des Jahres, gefolgt von "Gosford Park". Robert Altman wurde indes als bester Regisseur genannt (gefolgt von David Lynch und Peter Jackson). Zudem wurde "Gosford Park" für das beste Drehbuch ausgezeichnet. Die Darstellerpreise gingen an Gene Hackman für "The Royal Tenenbaums" (vor Denzel Washington und Tom Wilkinson) und Naomi Watts für "Mulholland Drive" (vor Sissy Spacek und Charlotte Rampling). Bester Nebendarsteller wurde Steve Buscemi für seine Arbeit in "Ghost World". "In the Mood for Love" von Wong Kar-wai wurde als bester ausländischer Film geehrt.
Quelle: Blickpunkt:Film
das sollte jetzt aber nicht so klingen, als ob ich die brüste doof finde, ja naja? nicht dass da mißverständnisse entstehen: laura harring ist wirklich eine wunderbare frau.
blöd ist nur, dass ich lynch-filme eigentlich, im grunde, wenn ich ehrlich bin, nie von selbst verstehe. ich muß sie mir immer erst von herrn seeßlen erklären lassen und dann sag ich auch danach immer: ja, logo, genau so wars gewesen, sieht doch ein blinder mit nem krückstock, der nicht zu ende geborene mensch und so.
Ebbesand Flutwasser
08.01.2002, 00:17
Abstract: Stillstand
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War denn Lost Highway II - Eifersucht, Mord(auftrag), Flucht vor der Wahrheit bzw. der eigenen Schuld in eine aus dem Personal der echten zusammengebauten Fantasiewelt: weibliche Variante - wirklich nötig?
Diesmal ist also der zweite Teil der realitätshaltigere. Das aus der Realität in den Traum hineinragende und die Träumerin verstörende Objekt, die Videocassette, kommt jetzt als eine blaue Box (mit Schlüssel! uiui!) daher. Ein weiterer Unterschied von tödlicher männlicher und weiblicher Eifersucht (Deutungsmodell Lynch): Der Mann tötet selbst, sie läßt töten, richtet aber schließlich sich selbst, bei ihm tuts der Henker.
Vorteil von Mulholland Drive gegenüber Lost Highway: Keine Kindergartenschreck-Musik (Rrrammmstein, Brian Warner, Trent "schieb Dir den 9''-Nagel sonstwohin" Reznor), nur das übliche Gesurre, der übliche Badalamenti und ein bißchen Fakefünfzigerkram by Lynch hymself.
Nachteil: Keine Patricia Arquette! Stattdessen das von einem völlig weggekoksten plastischen Chirurgen zusammengebastelte Monster Laura Elena Harring (und Naomi Watts mit zwar ragender, ahem, Leistung, aber ohne das gewisse Etwas, um zu einer Obsession zu werden. Um zu MEINER Obsession zu werden). Möglicherweise mußte Lynch sparen, und bei ihr konnte er z. B. auf das kostspielige Überblenden der Fratze eines unheimlichen Mannes auf ihr Gesicht verzichten, weil Harring ihre eigene schon dabei hatte. Möglicherweise hat er aber auch, als er sie gecastet hat, gesagt: "Das ist die Richtige!"
Wenn er es denn überhaupt selbst war, und nicht jemand aus seiner Factory. Doch, ich bin mir fast schon sicher, diesen Film hat einer seiner Assistenten gepisst. Wie wäre es sonst zu erklären, daß hier auch nicht die mindeste Abweichung von dem gewagt wird, was man von David Lynch erwartet? Schon Lost Highway, stellte Diedrich Diedrichsen (in einem seiner helleren Momente) fest, merke man das Gemisch aus dem Film, den Lynch machen wollte, dem, den die Filmfirma von ihm verlangte, und dem, den die Fans sehen wollten, deutlich an. Bei Mulholland Drive scheint ihm ein Cowboy den Eigenanteil ganz ausgeredet zu haben.
(Überhaupt: Weil es in diesem Film auch um den Film und seine Bedingungen geht, ist die Meta-Ebene immer dabei, besonders in der aufdringlichen Club-Silencio-Episode.)
Wenn der alte Rasenmäher nicht mehr läuft, das wußte David Lynch noch bei seinem vorletzten Film, dann erschießt man ihn und kauft einen neuen, eventuell auch gebrauchten, der vielleicht nicht wirklich schnell ist (außer bergab), aber wenigstens geht es damit vorwärts!
Zu sehen gibt es diesen Stillstand natürlich in sehr schönen Bildern (das schönste kommt gleich zu Anfang, wo Rita über eine nächtliche, von Bäumen umsäumte Straße läuft, fast genau so gelungen ist Dianes Küche). Wer damit zufrieden ist und darüberhinaus sogar zu schätzen weiß, daß er einen ruhigen Kinoabend verbringen kann, ohne von einer plötzlich auftauchenden Idee erschreckt sein Popcorn zu verschlucken, der ist in Mulholland Drive gut aufgehoben.
Ebbesand Flutwasser
08.01.2002, 00:21
Was mich aber doch überrascht hat: Der Regisseur Adam Kesher (Justin Theroux) erinnert mich schwer an jemand aus diesem Forum bzw. meine Vorstellung von diesem nie persönlich getroffenen jemand bzw. die Los-Angeles-Variante dieser Person.
Geht es jemandem da draußen ähnlich? Sollen wir einen Club gründen? Banden bilden?
DonDahlmann
08.01.2002, 01:26
Naja - Metaebene. Der Film ist von Canal Plus mitfinanziert worden. In so fern mag die Episode mit dem Regisseur durchaus näher an der Realität dran sein.
Ja - Lynch hat sich ein wenig selbst überlebt. Dachte ich, als ich aus dem Film rausging. Zu verschroben, die Andeutungen zu verspielt, oder einfach simple Wiederholungen. Aber ehrlich gesagt konnte ich schon mit Twin Peaks (Dem Film) nichts anfangen. Und Blue Velvet.... naja Blue Velvet ist schon großartig und irgendwie ein Beispiel dafür, das ein Regiesseur auch nur von seinem Kult leben kann.
Das ist (zum Beispiel) bei Lars von Trier anders, obwohl beide eine zeitlang durchaus auf der gleichen Welle geschwommen sind. Von Trier vielleicht etwas europäischer.
Was ich an Mulholland groß finde, ist die Idee, und die sehr eigene Umsetzung. Obwohl die Idee an sich ja nicht neu ist (siehe TV Serie Dallas) ist sie sehr fein und sehr abstrakt umgesetzt. Auch die Schauspieler finde ich grandios besetzt. Besonders Betty, die ja gar nicht Betty ist, sondern Diane aus dem Bistro. Lynch hat mal nicht nach Aussehen, sondern nach Wirkung im Film besetzt. Aber ob er wirklich noch mal einen Film drehen sollte....
christoph
09.01.2002, 23:52
Gestern im Sonycenter geguckt und sofort nachher Exegese betrieben in einer der widerlichen Tourikaschemmen nebenan. Und ich muß echt sagen, daß ich... Nee, erstmal anders. Also. Der Film ist SUPER! Echt! Unbedingt gucken! In der Woche zuvor schaute ich "Memento", ein Film der Kategorie "gut, aber nicht so gut, wie alle sagen". Und vor allem nicht so gut wie Mulholland Drive.
Soll ich gleich damit rausplatzen, worums in dem Film geht? Wie die ganzen Szenen zusammenpassen, was die wirkliche Geschichte ist? Zunächst sei erneut gesagt, daß der Film - besonders für David L.´s Verhältnisse - überaus unterhaltsam ist. Spannend, verwirrend und dann auch noch mit einigen Schmankerln fürs Auge (womit ich vor allem die dunkelhaarige Schönheit meine, die schon vorher bild- und wörtlich gewürdigt wurde. Ich persönlich glaube sogar, daß ihre Oberweite echt ist. Darf es denn überhaupt GAR keine Frauen mit ECHTEN großen Brüsten mehr geben? Hat uns das Mißtrauen gegenüber allen großen, ewigen Werten dieser Welt wirklich schon SO weit getrieben?)
Auch in puncto Verständlichkeit ist dieses Werk ein enormer Schritt nach vorn verglichen mit "Lost Highway", den ich seinerzeit null komma null null gerafft hab, trotzdem aber gut fand, wie könnte es anders sein. Wer nicht wissen will, was die Story des Films ist (according to christoph), soll jetzt nicht weiterlesen.
Mulholland Drive hat zwei Ebenen: Eine reale und eine phantastische. Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen, die eine blond, die andere dunkelhaarig. Es gibt sie gewissermaßen doppelt: einmal in der Wirklichkeit, einmal in der Phantasiegeschichte, die sich die Blonde ausdenkt, um ihr Schicksal zu romantisieren und dramatisieren. In der Wirklichkeit kommt die Blonde nach Hollywood, um eine Filmkarriere zu machen. Sie scheitert dabei nach Strich und Faden. Gleichermaßen desaströs verläuft ihr Liebesleben: Ihre lesbische Beziehung zu einer Frau, mit der sie zeitweise zusammenlebt, geht in die Brüche, sie wird schmählich verlassen. Solcherart rundum gescheitert, erschießt sie sich. So weit, so traurig und unspektakulär.
In der PHANTASIE aber geht ihre Geschichte ganz anders. Sie kommt nach Hollywood als hochtalentierte Schauspielerin und kann sich bereits in ein gemachtes Nest setzen - Traumwohnung und erster Vorsprechtermin bereits inklusive. Kaum angelangt, stürzt sie mitten in ein verwegenes Abenteuer um eine dunkelhaarige Schöne, die nach einem Autounfall an Amnesie leidet. Wie in der Traumvorstellung eines JEDEN Mannes (in meinen Träumen zumindest gehts um nichts anderes) gewinnt sie diese Frau für sich, indem sie ihr Held und Beschützer sein darf - gemeinsam suchen sie halb L.A. ab nach der verlorenen Identität. Die Blonde geht dabei so weit, daß sie sogar ein entscheidendes Vorsprechen sausen läßt - sie opfert sich auf für die Schöne. Deswegen, und deshalb, weil in der Filmbranche mafiöse Strukturen herrschen, bekommt sie trotz ihres überbordenden Talents keine Rolle. Die Liebesgeschichte endet, weil sich die Dunkelhaarige auf dramatische Weise mit einem Regisseur einläßt.
Diese beiden Geschichten, die reale und die erfundene, werden parallel erzählt - immer mal wieder ein Stück Realität, dann wieder etwas Phantastisches. Das einzige Mal, daß in der Geschichte die nackte Wahrheit gezeigt wird, ist die, in der sich eine Nachbarin ihr Geschirr und die Lampe von der Blonden abholt. Offenbar hatten die beiden als ein reales lesbisches Paar zusammengewohnt. Jene Nachbarin ist nämlich die "echte" Dunkelhaarige - und keine Schönheit; eher eine ganz normale Durchschnittsperson. Im gleichen Maße ist auch die Blonde in diesen Momenten keine Bombe, eher ein abgekämpftes, blasses Mädchen mit Ringen unter den Augen. Aber in der Phantasiewelt - da ist die Blonde wunderhübsch und die Dunkelhaarige der absolute Kracher.
Meine Theorie ist, daß die phantastische, dramatische Geschichte der Blonden dazu dient, um ihren Selbstmord zu rechtfertigen. Die echte Geschichte wäre einfach zu klein, um sich um ihrethalben zu erschießen - Naivchen kommt nach Hollywood, wird ausgenutzt und bringt sich um, das ist ihr einfach zu traurig und klischeehaft vor sich selbst. Aber in einen dramatischen Sumpf von Intrigen, Sex und Luxus gesogen und am Ende betrogen, benutzt und verlassen zu werden - das wäre ein hinreichender Grund. Dieses ganze Bild bricht zusammen in den Momenten, bevor sie sich erschießt - ihre letzte Halluzination sind die beiden alten Leute, die sie auf dem Flug nach L.A. getroffen und denen sie von ihren Träumen erzählt hatte. Und die sie jetzt grausam auslachen, so grausam, wie sie ausgelacht werden muß für ihre Dummheit, ihre Naivität und das völlige Zerbrechen ihres Lebenstraums.
Ebbesand Flutwasser
13.01.2002, 01:24
Wobei, Don, sich Lynch eher nicht auf Dallas bezieht, als wieder einmal auf The Wizard of Oz.
Mit Dallas hat Mulholland Drive vielleicht gemeinsam, daß zu der Traum-Idee aus der Not heraus gegriffen wurde: Bei Dallas wurde die Handlung mehrerer Monate zum Traum erklärt, weil Victoria Principal wegen keiner Lust mehr aus der Serie geschrieben worden war (tödlicher Autounfall, wenn ich mich recht erinnere), und dann aber, nachdem sie entdeckt hat, daß sie nichts anderes kann und doch wieder wollte, der Sender sie wiedergeholt hat, damit mit dieser beliebten Figur die dahindümpelnde Serie wieder an Schwung gewinnt.
Und Lynch wollte bekanntlich gar keinen Film machen, sondern eine Fernsehserie, und hat, nachdem sein Pilotfilm abgelehnt wurde, daraus und aus zusätzlichem Material diesen Film gemacht, was man ihm auch ansieht: Die lustige Szene mit dem Killer (überhaupt sollte Lynch sich mal an einer Komödie versuchen, auch die Szene Kesher vs. seine Frau und ihren Pool-Reiniger ist prima) ist nicht nötig für den Film, die im Winkie's mit dem seltsamen Mann und seinem Therapeuten (?), die hinter dem Schnellrestaurant nach einer Traumgestalt suchen, läßt sich kaum damit rechtfertigen, daß ersterer von Diane kurz im Winkie's gesehen wurde. Natürlich kann so ein kurzer, intensiver Blick ausreichen, um zum Bestandteil eines Traums zu werden, der bei der Rekrutierung seines Personals mitunter nicht ökonomisch vorgeht, aber es wirkt arg an den Haaren herbeigezogen. Oder die Frau, die im Traum Camilla Rhodes heißt ("Sie ist die Richtige!") und in der Realität die echte Camilla auf der Party küßt, man weiß nicht warum - Lynch wollte wohl keine Szene wegwerfen. (Superdoof mal wieder dieser eine Filmbesprecher, der zur Rechtfertigung dieser Bruchstücke mal wieder die Postmoderne aus der Besenkammer geholt hat - wenn's nicht so recht paßt, dann muß es sich um Postmoderne handeln, weil bei der ja bekanntlich anything goes. Es ist ein Kreuz.)
Es ist so völlig unverständlich - ein Fernsehsender will seine Serie machen, bekommt das Drehbuch für den Pilotfilm, segnet es ab, erhält einen 100%igen Lynch, also nichts, was nicht zu erwarten gewesen wäre, und lehnt dann ab.
Zustimmen möchte in Christoph in dem Punkt, daß Mulholland Drive deutlich besser ist als Memento - der ist ok, aber mehr als einmal muß man diesen im übrigen ganz und gar nicht verwirrenden Film nicht sehen. Lynchs Stillstand ist schöner. Und schöner als die Filme der letzten, mehr als mauen Monate auch. Aber eben Stillstand.
Ebbesand Flutwasser
13.01.2002, 01:30
In kurz: Mulholland Drive verhält sich zu Lost Highway wie Austin Powers II zu Austin Powers I.
[These: Das David Lynch wirklich umtreibende Thema sind durch Leichtsinn verursachte Autounfälle auf dem Mulholland Drive (er wohnt da in der Nähe, oder? Direkt dran?): nächtliche Autorennen Jugendlicher bzw. zu dichtes Auffahren.]
Ebbesand Flutwasser
13.01.2002, 01:33
Was mich noch an Dallas erinnert: Das kuhhaft blöde Glotzen ("Gerade war doch noch ein grünes Männchen auf der Ampel zu sehen, und jetzt ist es rot - was bedeutet das? WAS?") von Harring, besonders, wenn sie die blonde Perrücke trägt, erinnert mich schwer an Linda Gray alias Sue Ellen Ewing (und an die deutsche Sue Ellen, Bertha Griese). Ritas/Camillas Versuch, femme fatal zu sein (daher auch die Namensanleihe bei Rita Hayworth), endet irgendwo zwischen einer billigen Soapdarstellerin und dem Ich-bin-ja-so-erotisch-Getue der Zeta-Jones-Pest (bzw. Iris Berben). Was von Lynch schon so beabsichtigt sein wird und daher auch mit Laura Elena Harring perfekt besetzt wurde (nur bitte: "Göttin", meine Herren, das ist sie nun wirklich nicht!).
überhaupt sollte Lynch sich mal an einer Komödie versuchen
hat er schon einmal mit einer sitcom kurz nach twin peaks. der total-flop hieß "on the air" und wird in seiner filmografie etwas versteckt.
aber herr ebbesand, worüber ich mir unwillkürlich gedanken mache, wenn ich ihre ansonsten doch sehr differenzierten ausführungen lese, - also ihre groteske abneigung gegen laura harring, dieses sich beinahe schon wollüstig in ekelkrämpfen winden, wenn es allein ansteht, ihren namen auszusprechen, also das sollten sie vielleicht doch mal tiefenpsychologisch bearbeiten lassen.
mit freundlichen grüßen dipl. küchenpsychologin dr. ingwer
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