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Vollständige Version anzeigen : DAMALS IN DER DDR!


waldfee42
22.04.2001, 14:46
@ paisley
@ anko
mit dem schmieden von postings habe ich so meine probleme, bin aber der meinung wir sollten zunächst einmal einen strang eröffnen.
das habe ich soeben erledigt.
jetzt können wir munter darauf los schreiben.
vielleicht finden sich weitere mitstreiter.
ich weiß nicht, ob ich bei bonanza der oder die 'forumälteste' bin, nach meiner bisherigen erfahrung wahrscheinlich ja.
wie sich aus meinem geburtsjahr unschwer ermitteln läßt, habe ich als schulkind die gründung der ddr erlebt und bis zum ende auch dort gelebt. das sind rd. 40 jahre!
da kommt schon etwas an erfahrung zusammen.


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ein herzliches glückauf aus dem erzgebirge

waldfee42
24.04.2001, 20:16
vielleicht sollte ich zum einstieg einige stichwort aufschreiben:
tv-serien:
beim durchsehen der diskussion habe ich bemerkt, daß einige serien schon genannt wurden. ich denke dabei 'das krankenhaus am rande der stadt' oder den kleinen maulwurf.
mir gefiel auch die tschechische serie 'die frau hinter dem ladentisch'.
dann lief in der 70ern eine serie über einen volkshelden des erzgebirges, gespielt von manfred krug!
mal sehen, was mir noch einfällt.
allerdings waren die serien bei uns nicht so unheimlich lang.

klesk
24.04.2001, 22:45
dafür aber unheimlich schlecht - zumindest das krankenhaus am rande der stadt. wie hieß nochmal das george clooney-pendant dieser serie? ich meine den jungen, daueraugenberingten arzt, der so schwindsüchtig aussah.

PeterLu
26.04.2001, 00:02
Das mit George Clooney muss wohl der 'Emergency Room' sein. Aber bevor hier über noch mehr TV-Serien geschrieben wird, möchte ich die gute Waldfee in ihrem Wunsch nach einem 'Damals in der DDR'-Forum unterstützen - bin zwar ein ewiger, alter Wessi, hätte garantiert nix mitzureden, aber würde immer interessiert übern Zaun hängen und mitlesen.

klesk
26.04.2001, 00:26
herr lu, sie mißverstehen mich. ich wollte doch nur wissen, wie der arztdarsteller, der im 'krankenhaus am rande der stadt' den jungen aufstrebenden frauenschwarmdoc gab, hieß.
als besagte serie ausgestrahlt wurde, war die SBZ für mich auch noch die andere seite des zauns.

waldfee42
26.04.2001, 12:23
danke für die unterstützung, lieber peter lu,
aber mit namen habe ich mitunter meine probleme.
ich denke und denke und irgendwann fällt mir der name ein.
übrigens lief bei uns im ddr-fernsehen eine serie mit dem hübschen titel 'rentner haben niemals zeit', der titel wurde zum geflügelten wort!
dann lief der polizeiruf 110 (das pedant zum tatort). davon werden ja heute noch serien gedreht.

cologneobserver
26.04.2001, 12:31
ich sage nur: SPUK IM HOCHHAUS und SPIELHAUS, FLIMMERSTUNDE, DER KLEINE MUCK UND AKTUELLE KAMERA!
aber westfernsehen fand ich eigentlich immer interessanter, da war einfach mehr los und es war irgendwie exotisch aber doch nah (wg. der sprache)

stu
26.04.2001, 19:17
krankenhaus am rande der stadt hab ich auch immer geguckt.
weiß aber leider nicht mehr wie der arzt hieß. hat aber immer sehr sorgenvoll geguckt.

cologneobserver
26.04.2001, 19:23
dieses krankenhaus sieht sehr grau, das med. personal sehr sorgenvoll und traurig aus in meiner schleierhaften erinnerung.
evtl. rührt meine frühere abneigung gegen hypokratiker zum teil daher.

PeterLu
26.04.2001, 20:03
Heute schon die taz gelesen? Da erklärt eine gewisse Frau Passig in wenigen Zeilen, warum das mit der DDR damals nichts werden konnte...

cologneobserver
26.04.2001, 20:05
auch online?

waldfee42
26.04.2001, 20:19
@peterlu
danke für den tipp
gehe erst einmal schnell zur taz, um den artikel zu lesen!
weitere beiträge folgen!

waldfee42
26.04.2001, 20:38
der artikel in der taz ist auch online verfügbar, habe ihn mir ausgedruckt.
mal sehen, was wir daraus machen können!

waldfee42
27.04.2001, 14:23
habe gestern abend den artikel in der taz gelesen und geschmunzelt.
nun bin ich gespannt auf die prophezeiung über den untergang der brd.
nun zu einigen fernsehserien, die in der ddr liefen bzw. unterhaltungsprogrammen.
'spuk im hochhaus' war wirklich nicht schlecht.
die flimmerstunde habe selbst ich als erwachsene noch angesehen, dabei hatten es mir vor allem die märchenfilme angetan.
'der kleine muck' ist ein film, den ich bereits in meiner kindheit gesehen habe und mir immer wieder ansehen könnte.
interessant war auch die sendung 'rumpelkammer' mit wiili schwabe, dort wurden ganz alte filme vorgestellt.
das war mit unter sehr lehrreich.
so ein alter film, den ich sehr liebte, war
'die drei von der tankstelle' mit dem berühmten lied 'ich wollt, ich wär ein huhn...'

waldfee42
28.04.2001, 17:51
dann lief in den 7oer jahren eine serie
'der kapitän vom tenkesberg', spielte in ungarn, inhalt war eine erhebung gegen die habsburger monarchie im 18. Jh.
Die Burg Siklos habe ich dann während eines Ungarn-Urlaubes selbst gesehen.

ira
30.04.2001, 00:24
ich kann zur ddr nix sagen. aber ich glaube, der braunäugige arzt in 'das krankenhaus am rande der stadt' hies blasek (gesprochen blaschek mit stimmhaftem sch, geschrieben mit so einem dingens aufm s)?
(Beitrag wurde von ira am 29.04.2001 um 22:25 Uhr bearbeitet.)

peterthomassuschny
02.05.2001, 20:25
In Österreich lief erst kürzlich eine Retrospektive zum Thema 'Der geteilte Himmel-Höhepunkte des DEFA-Kinos 1946-1992', dazu erschienen sind auch 2 Buchbände über die Filme der Retrospektive und Essays und Filmografien. Bei Interesse Mail to: mr.60er@r60.net, habe zu den Herrstellern, die auch auf meine 60er-Festln (Partys) die Austria-Wochenschau präsentieren gute Kontakte.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

waldfee42
04.05.2001, 18:09
@pts
danke für den hinweis,
ist das buch eventuell über amazon zu erhalten?
war heute unterwegs bei mandanten, u.a. einem traditionsverein uranbergbau.
ist eine sehr interessante geschichte.
ende der 60er lief im ddr-fernsehen eine filmserie 'sankt urban' zu dieser problematik.
in den 50ern wurde in der ddr ein film gedreht 'sonnensucher', der aber nur die uraufführung erlebt hat. die nächste aufführung kam dann in den 70ern im fernsehen.
allerdings weiß ich nicht, ob bonanza eine plattform zu dieser thematik ist.
einen schönen feierabend
barbara

Delgado
04.05.2001, 19:03
ich bin zwar westlicher westdeutscher und war zwar noch recht klein, als das krankenhaus am rande der stadt lief, aber ich meine mich entsinnen zu können das es da relativ unspektakulär und ruhig zuging...dunkel wars meist, die musik etwas zu pathetisch und zu geheimnisvoll für die doch überschaubaren probleme der beteiligten personen. kein vergleich mit den action- und emotionsgeschwängerten krankenhaus geschichten von heute. dennoch war die reihe recht beliebt und auch heute noch kann man bei den leuten, die sendung damals gesehen haben, sich deren zustimmuingg gewiss sein, wenn man die produktion rühmt.. warum allerdings kann einem dann doch keiner so genau sagen.
an die einzigen beiden namen von ärzten an die ich mich erinnern kann waren tatsächlich dr. blasek (oder blazek, jedenfalls genau so ausgesprochen wie von der aufmerksamen frau ira behautet) und ein dr. sowa (gesprochen sowwa).
wer von jeden welchen funktion hatte und wer von beiden der jude aufstrebende assitenzarzt war, entzieht sich leider meiner kenntnis...dafür war ich leider dann doch zu klein.
für mich als wessi war 'der schwarze kanal' mit karl eduard v. schnitzler natürlich das symbol der ddr und des ddr fersehens.. man hat das mit so einer morbiden mischung aus faszination und entsetzen und unglauben angesehen. aber ddr war für uns, die wir an der holländischen grenze aufgewachsen sind, sowieso tiefstes ausland damls, sehr zum entsetzen unseres geschichtslehrers, der das gar nicht verstehen konnte oder wollte.
eins noch: ganz, ganz nebulös kann ich mich an eine kinderserie oder sowas mit dem titel 'paul und paulinchen' oder 'paul und paula' erinern, die auch bei uns lief.. die kam doch aus der ddr, oder?

waldfee42
05.05.2001, 17:01
vielleicht sollte ich als einleitung vorausschicken, daß ich den größten teil meiner kindheit und jugend in einer art 'goldgräbersiedlung' im erzgebirge verbracht habe.
in diesem teil des erzgebirges wurde uran gefördert. bis mitte der 50er jahre war dieses gebiet auch nur mit besonderen ausweisen zu betreten.
das leben lief bei uns auch teilweise anders als in normalen städten und dörfern und dörfern.
so gab es bereits sehr zeitig ein großes kulturhaus (nach sowjetischem vorbild) mit einem großem kino- und theatersaal. anfangs waren die vorstellungen für die kinder kostenlos!
die ersten filma, an die ich mich erinnern kann, waren märchenfilme.
außerdem gab es im kulturhaus sehr viele zirkel und eine riesige bibliothek.
ich habe eine zeitlang den schachzirkel besucht und vor allem gelesen!

Paisley
05.05.2001, 19:02
Ich war nur etwa zwei-, dreimal in der DDR, als es noch die DDR war. Die kleinen Erlebnisse dabei bewegten mich zu der Idee, ein Forum 'Damals in der DDR' ins Leben zu rufen.
@waldfee42:
Die Idee mit dem Strang vorab ist gut! Danke, erzgebirgische Waldfee!
Es war im April 1988, an einem Samstag, als ich mit 7 Freunden für einen Tag in die DDR fuhr.
Wir kamen zwar alle aus dem Zonenrandgebiet (Raum Göttingen), aber nur wenige von uns waren schon mal 'drüben'. Also füllten wir flugs die Visaanträge aus. Da mußte man dann die Bezirke angeben, wo man hinreisen wollte. Wir gaben jeder ganz viele an, damit sich bei allen welche decken. Aber bei jedem wurden andere genehmigt, und als wir dann durch Thüringen und Sachsen-Anhalt fuhren, bewegte sich immer mindestens einer von uns sich in der 'Illegalität'.
Wir fuhren nach Mühlhausen, das war nah dran. Da besuchten wir das Thomas-Müntzer-Museum und gingen durch die Stadt. Als wir in einer der Innenstadtstraßen an einer Baustelle vorbeigingen, rief einer der dort arbeitenden Bauarbeiter laut: 'Das sind Westdeutsche, das sieht man!'
Junge, da fühlt man sich vielleicht komisch...
Dann suchten wir eine Gaststätte, denn wir wollten etwas zu Mittag essen. Wir stellten fest: bei uns in der BRD geht's am Wochenende richtig los - in der DDR aber ist anscheinend alles zu. Die meisten Gaststätten waren welche von der HO, und die waren am Wochenende geschlossen, wie ein Ladengeschäft. Schließlich fanden wir doch eine, die zur Mittagszeit offen hatte. Über der Tür eine Inschrift: 'Nichtrauchergaststätte - ab 20.00 Uhr Rauchergaststätte'. So was haben wir auch noch nie gesehen, wir waren verwundert.
Drinnen gab es einen Haufen beleuchtete Vierertische in der Mitte der Gaststätte und drumherum unbeleuchtete große Tische. Wir wollten natürlich gern alle zusammensitzen und setzen uns unschuldig an einen der großen Tische. Da kam die Kellnerin, der Kollege, der hier bedienen würde, sei krank, deshalb würde hier heute nicht bedient werden. Wir wieder verwundert. Wir sollten uns doch zu den beleuchteten Tischen setzen. Waren auch zwei frei, aber total weit auseinander. Wir überlegten und fragten, ob wir nicht doch dort am großen Tisch sitzenbleiben könnten. Wir konnten schließlich, fühlten uns aber irgendwie etwas unbehaglich.
Dann kam die Speisekarte. Viele leckere Sachen! Wir acht Leute hatten uns für 7 verschiedene Gerichte entschieden. Als wir dann bestellten und die Kellnerin das hörte, sagte sie, wir 'wolten ja alle was anderes! Wir sollten uns doch mal auf zwei Gerichte einigen'. Verdutzt taten wir das.
Zum Schluß gab es Ananas-Eis, und da erlebten wir die Nachteile des Alubestecks: einem von uns verbog sich leider der Alulöffel zu so einem 90¡-Werkzeug.
Dann ging es zum Kyffhäuserdenkmal. Auf dem Weg dorthin fuhren wir mit geöffneten Seitenscheiben und konnten so hören, wie die Kinder eines Dorfes, das wir durchfuhren, schrien: 'Guck mal, Westdeutsche!!' wie kommt man sich da vor... befremdlich auf jeden Fall.
An diesem Tag waren wir noch in Dora-Nordhausen und in Worbis, wo einer von uns Freunde wohnen hatte.
Bei der Ausreise gab es noch kleinere Probleme wegen der dicken Mettwürste, die wir, in einer Mühlhäuser Schlachterei erstanden, ausführen wollten.
Insgesamt war das ein aufschlußreicher und schöner Tag für uns damals. Das hört sich vielleicht komisch an, aber es war wie eine Reise in eine andere Welt. Und das, obwohl es genauso Deutschland war wie unser Land.
Liebe Ex-DDR-Leute, faßt das, was ich erzähle, nicht als Kritik auf. Es ist nur ein Zeitbild, so war es eben.
Gruß
Paisley

waldfee42
05.05.2001, 21:15
@paisley
danke für deinen beitrag.
dein ausflug ist sehr interessant gewesen, vor allem weil ihr nicht zu verwandten gefahren seid.
das verwischt das bild sehr.
ich weiß noch, wie es mir ging, als ich 1989 das erste mal meine brieffreunde in der brd besuchen konnte.
sie gehörten ganz unterschiedlichen schichten an, eine war sehr arm und die andere 'gutsituierter' mittelstand.
meine ärmere freundin konnte mir gerade mal ihre stadt zeigen, in irgendeine gaststätte oder etwas anderes kamen wir überhaupt nicht.
bei der anderen war alles vom feinsten, da wurde ich überall mit hingenommen.
wir hatten nur ganz entfernte verwandte in der brd und hatten deshalb auch nie besuch von dort.
ich habe das aber nicht als mangel empfunden.

O de Cologne
05.05.2001, 22:02
paisley: schöne geschichte.
soviel staunen auf der einen, soviel serviceverweigerung auf der anderen seite. von beidem sollte es viel, viel mehr auf der welt geben!
zum glück ist die ddr ja jetzt tot, und man muss keine angst mehr haben, in lokalitäten nicht wie ein könig, sondern wie ein normaler mensch behandelt zu werden.
kleiner tipp für ihre nächste auslandsreise: andere länder - andere sitten, reiseführer kaufen, oder jemand fragen der schonmal da war.
hier mein ddr-beitrag:
normale leute
normales essen
normales wetter
normale natur.
alles ausserhalb fand ich dann komisch.


(Beitrag wurde von O de Cologne am 05.05.2001 um 20:17 Uhr bearbeitet.)

waldfee42
05.05.2001, 22:13
@odc
dem kann ich durchaus folgen
im allgemeinen bereite ich mich bei auslandsreisen entsprechend vor und mache mich mit den jeweiligen gegebenheiten vertraut.
andere länder, andere sitten!
als ich z.b. 1970 das erste mal nach moskau flog, wurden wir darauf aufmerksam gemacht, daß dort männer in shorts nicht erwünscht sind. das war selbst am schwarzen meer so, nur lange hosen!

Paisley
06.05.2001, 11:03
@O de Cologne:
Da hat aber einer etwas völlig in den falschen Hals bekommen...
Wir haben weder erwartet, wie Könige behandelt zu werden, noch sind wir heute deshalb froh, daß die DDR tot ist.
Ich empfand meinen Bericht auch nicht als Kritik an der Ex-DDR-Gastronomie oder an den Menschen, die dort leben. Natürlich waren und sind das normale Leute, normales Essen etc. - was denn sonst?!? Ich gehöre auch zu den Menschen, die sich den Gepflogenheiten des Gastlandes anpassen und sich bei Auslandsreisen auch darauf vorbereiten. Wenn einem so Erlebnisse passieren, hat das meiner Meinung nach nicht unbedingt mit Unkenntnis zu tun. Wir haben mit manchen aber einfach so nicht gerechnet.
Wir haben es so erlebt, ich habe es so geschildert, wie es war - mehr nicht.
Gruß Paisley

anko
15.05.2001, 01:30
=

dolomiti
19.05.2001, 02:05
Am faszinierendsten fand ich ja immer, daß man das zwangsumgetauschte Geld einfach nicht alle bekommen hat. Lecker essen gehen (ja - in ländlichen Gegenden ging das), dabei die ganze Mischpoke einladen - kostet fast nichts. Die paar Sachen, die zum Kaufen interessant und erhältlich waren, kosteten dann auch fast nichts. Ausführen durfte man den Rest des Geldes auch nicht (wozu auch?), so freuten sich die Sparschweine der Verwandschaft.
Gruß