Vollständige Version anzeigen : kinder
waldfee42
18.05.2001, 20:18
vielleicht ist dieser titel etwas unglücklich gewählt, aber es geht um ein ernstes thema, die sicherheit unserer kinder.
dies bewegt mich sehr, ist doch wieder ein kleines mädchen verschwunden.
ich habe selbst als alleinerziehende mutter ein kind erzogen und kenne die probleme.
trotzdem konnte ich immer beruhigt auf arbeit gehen, denn mein kind war ganztägig versorgt, zuerst im kindergarten, später im schulhort.
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ein herzliches glückauf aus dem erzgebirge
Schmusekatze
19.05.2001, 04:06
Und willst du jetzt sagen, das die Kinder seit der Widervereinigung nicht mehr sicher sind? Soll das auch mit dem Prolog ein Ossi-Forum werden und die Wessis beschimpfen? Ihr könnt doch nur froh sein, daß ihr vor zehn Jahren befreit worden seit. Aber ihr müßt ja immer rummeckern. Typisch Osten.
waldfee42
19.05.2001, 15:24
ich will überhaupt nicht rummeckern!
und ich kenne eine menge frauen in der brd, die sehnsüchtig auf einen kindergartenplatz warten, um wieder arbeiten gehen zu können!
diese sind einfach nicht da!
was nützt einer frau die beste ausbildung, wenn sie, um ihren kinderwunsch zu verwirklichen, erst einmal ihren beruf aufgeben muß?
und überhaupt, von was oder wem sind wir den befreit worden?
es sind auch viele dinge untergegangen, die durchaus erhaltenswert gewesen wären.
Ruebenkraut
19.05.2001, 23:28
Wie so manches hat die Geschichte doch offenbar zwei Seiten: Ja, in der DDR gab es für jedes Kind einen KiTa-Platz und im Westen gibts und gabs den nie. Was nix mit dem Kapitalismus zu tun hat, denn in andern kapitalistischen Ländern gibt es durchaus genügend KiTa Plätze.
Aber die andere Seite: Auch hier hat diese die DDR diktatorisch führende Partei versucht, ihre blöde piefig-miefige, alles andere als linke Staatsideologie schon den Kleinsten zu unterjubeln. Ich glaube, dass nicht Emanzipation der Frauen das eigentliche Ziel dieser KiTas war, sondern möglichst frühzeitige staatliche Kontrolle.
Nichts gegen die Erzieher/innen in der DDR, die haben sicher auch oft versucht, sich der Kontrolle zu entziehen, aber gewollt war von Staat und Partei was anderes, und oft genug ist es auch gelungen: Frühestmögliche Anpassung.
(Beitrag wurde von Ruebenkraut am 20.05.2001 um 12:50 Uhr bearbeitet.)
Christian12002
20.05.2001, 13:54
@Schmusekatze:
Hmm... harte Worte. Wolln doch mal dreierlei nicht vergessen:
1.) Niemand hat hier die Wessis beschimpft.
2.) Die Ossis sind nicht befreit worden- sie haben sich zu Hunderttausenden durch die Montagsdemos selbst befreit (auch wenn man bei heutigen Darstellungen den Eindruck bekommt, es wäre Kohl, und nur Kohl gewesen).
3.) Es hat auch niemand rumgemeckert. Es wurden lediglich Fakten dargestellt.
Ich bin selber Wessi, und habe bestimmt nichts gegen eine gepflegte Ost/West-Frotzelei, solange es humorvoll bleibt. Aber diese Tour von wegen 'Ihr Ossis könnt immer nur meckern!' und 'Ihr Wessis wollt immer alles besser wissen!' kotzt mich mit Verlaub an. DIE Ossis/Wessis/Frauen/Ausländer usw., das ist alles die gleiche niveaulose Pauschalschiene. Mich hat es im Rahmen meines Studiums nach Dresden verschlagen, und habe hier tatsächlich Menschen kennengelernt, die nicht nur rummeckern. Ehrlichgesagt- ich fühle mich ziemlich wohl hier.
Ende der Predigt: Zeit für 'ne Friedenspfeife
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Will you still love me
when all of this is gone?
(Beitrag wurde von Christian12002 am 20.05.2001 um 11:57 Uhr bearbeitet.)
Ruebenkraut
20.05.2001, 15:29
Zum Ausgangspunkt: Die Sorge von waldfee, bzw. zum Zusammenhang zwischen Ganztagsbetreuung und Kindern als Opfer von Entführungen, Vergewaltigung und Mord. Zur DDR wissen wir da wenig, da die Partei schon dafür gesorgt hat, dass entsprechende Meldungen und Statistiken nicht veröffentlicht wurden. Deshalb haben auch die meisten ehemaligen DDR-Bürger den Eindruck jetzt (mit der ganzen Medienverbreitung) in total unsicheren Verhältnissen zu leben.
Zur BRD: In den 60ern gab es etwa dreimal soviele Kindesentführungen mit Vergewaltigung und zum Teil tödlichem Ausgang. Wir sind da zur Zeit in einem glücklichen Tal der Zahlen - zumal ja ca. 16 Millionen Neubürger der BRD durch die Wiedervereinigung hinzugekommen sind. Was sich sehr stark verändert hat - und deshalb auch die Unsicherheit - ist folgendes: Im Gegensatz zu den 60er jahren gibt es eine völlig gewandelte Medienöffentlichkeit, insbesondere durch das Privatfernsehen, so dass die Suche nach einem Kind zum täglichen Thema einer Fülle von Medien in der ganzen Republik wird, während dies vor 35 Jahren nicht so öffentlich wurde - aus welchen gründen auch immer.
Unsicherheit der Kinder? Eine viel größere Rolle spielt der Straßenverkehr, trotz der geringeren Motorisierung der DDR auch dort. Viele Todesfäölle wurden in der DDR ausgelöst durch (im vergleich zum Westen) unsichere Bahnübergänge. Diese Zahlen sind viel relevanter als die (verständliche) Angst vor Entführung und Sexualmord.
Sie haben mit Ganztagsbetreuung oder Betreuung durch Mutter allerdings wenig bis gar nichts zu tun.
Schmusekatze
20.05.2001, 22:04
@Christian12002:
Soll mir recht sein. Wollte auch nicht so böse rüberkommen. Habe mich wohl in der Wortwahl vertan, weil ich nicht kapier, was waldfee sagen will.
@waldfee42:
Sorry! (;-)
Schmusekatze
20.05.2001, 22:10
PS: Komme selber aus dem Osten und finde das ewige Rummeckern immer zum k*****. Und ich habe das damals wie so eine Art Befreiung empfunden. Oder hast du dich vorher frei gefühlt? http://www.alles-bonanza.de/ubb//wink.gif
waldfee42
21.05.2001, 23:02
trotzdem bin ich der meinung, daß sich in den letzten jahren bei der sicherheit, und da nicht nur der kinder, sehr viel zum negativen entwickelt hat.
sicher hat es schon immer solche delikte gegeben, aber eben durch die 'regenbogenpresse' wird vieles auch hochgespielt, und leider meist das schlechte.
und für mich ist meist nicht nachvollzeihbar, warum die täter teilweise sehr mild bestraft werden, während die opfer oft mit ihrem trauma alleingelassen werden.
welchem zweck die kitas in der ddr dienten, darüber läßt sich streiten.
und andere kapitalistische länder haben auch gute systeme der kinderversorgung aufgebaut.
warum das in der brd nicht geht?
jedenfalls hatte die ddr in den 80ern einen geburtenüberschuß, und eine ursache war sicher mit, daß für die kinder die betreuung garantiert war.
O de Cologne
22.05.2001, 00:48
ich bin in der ddr aufgewachsen.
ca. 1985 wurde in einem wald am rande unseres dorfes ein mädchen, vielleicht 10 jahre alt, von zwei jugendlichen (16-18) gefesselt, geschlagen und vergewaltigt.
ich finde es zu kotzen, dass soetwas passiert. keine frage.
sollte man aber deshalb anfangen die ddr zu hassen? oder wälder, dorfränder, 16jährige, menschen nichtweiblichen geschlechts, das jahr 1985, rocker??? kann man sich das frei aussuchen oder darf das die bildzeitung bestimmen???
ich würde mir bei solch traurigen themen etwas mehr sachlichkeit und vernunft wünschen. lob- oder hassreden sollten doch eine solidere grundlage haben, als einen solch einfachen fakt, wie das verschwinden eines kindes.
alles andere wäre beliebig und somit willkürlich: ohne mich!!!
ich danke herrn rübenkraut für die sachliche argumentation: mich erstaunt es, wenn man hunderte von autoverkehrstoten kinder billigend in kauf nimmt, jedoch angesichts der tat eines psychopathen in der schönen vergangenheit schwelgt oder gar überwachungs- und bestrafungsphantasien freien lauf lässt. und das TROTZ entgegengesetzter fakten, früher gab es mehr davon, die usa haben MIT todesstrafe immernoch verbrechen, etc. ...
Sachlichkeit und Vernunft - genau das ist es, was man hier braucht.
Die beiden Länder sind nämlich leider noch längst nicht wiedervereinigt. In den Köpfen vieler Leute steht die Mauer immer noch.
Hören wir ja hier im Strang auch immer wieder raus. Ich denke nur an meinen ersten längeren Beitrag im 'Damals in der DDR'-Strang, wo ich von unserem Tagestrip in die DDR berichte. Ich fand das damals einfach nur witzig und anders und interessant - aber gleich wird da alle mögliche Wessi-Großkotzigkeit und Übermenschendenken hineininterpretiert. Dabei war's nur 'ne Geschichte - im Sinne von GESCHICHTE, denn diese Zeit ist Geschichte geworden. Warum nicht lachen, frotzeln, sich amüsieren oder auch sinnieren drüber?
Um zu den Kindern zurückzukommen:
Was Delikte an Kindern anbelangt, könnte ich mir vorstellen, daß die DDR-Bevölkerung das gar nicht unbedingt so mitbekommen hat. War es nicht so, daß so manches Verbrechen 'verschwiegen' wurde von Staatsseite?
Gruß Paisley
Christian12002
22.05.2001, 14:21
Triebverbrechen waren nach den offiziellen Richtlinien des real existierenden Sozialismus eben ein Ausdruck kapitalistischer Dekadenz- logisch, daß man da solche Sachen nicht an die große Glocke hängte.
Auch ich möchte mich hier dem Wunsch nach Sachlichkeit anschließen, denn die Hysterie in Bezug auf dieses Thema treibt bisweilen absonderliche Blüten. In einem Interview ließ neulich irgendeine durchgeknallte Pseudowissenschaftlerin verlauten, es läge in der Natur des Mannes, Kinder zu töten- das könne man daran ablesen, daß Löwenmännchen, die ein neues Rudel übernehmen, stets den Jungtieren das Genick durchbeissen. So gesehen müßte vielleicht die Liste der Dinge, die ein Mann in seinem Leben tun soll, erweitert werden: ein Haus bauen, einen Baum pflanzen, ein Kind zeugen, ein Kind töten...
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Will you still love me
when all of this is gone?
Und in Anbetracht dessen sage ich:
Böse Onkels und dergleichen gab es hüben wie drüben.
Biervampir
31.05.2001, 13:17
Na ja, heisse Diskussion. Nur was zum Thema
befreien, befreit werden, sich selbst befreien. Sicherlich ist es eine Riesenleistung, was die menschen, die auf
den Montagsdemos für Freiheit gekämpft haben,
geleistet haben. Nur wäre die UdSSR nicht am
zusammenbruch gewesen, oder in Moskau hätte
noch ein Breshnev regiert, wäre es niemals zu
einer zweiten Montagsdemo gekommen, oder bzw.
nur mit Blutvergiessen. Also dei Wessis haben
niemanden befreit und die Ossis haben das
gemacht was in den anderen Blockstaaten schon
vorher passierte (mit Ausnahme Rum.), es war
der Lauf der Geschichte, bei dem letztendlich
der Pseudokommunismus verloren hatte.
Gruss
BV
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