PDA

Vollständige Version anzeigen : Heute - fast zwölf Jahre danach


Paisley
26.05.2001, 08:22
Hier geht's um Erfahrungen der einen mit den andern und der andern mit den einen. Wie empfand Ost West? Und wie West Ost? Wie war das während und nach der Grenzöffnung? Wie haben sich unsere beiden Länder und die Menschen angenähert?

Christian12002
26.05.2001, 11:51
Ich kann mich erinnern, daß ich als Kind von einer Umfrage hörte, nach der die Mehrheit der Westdeutschen Gorbatschow für vertrauenswürdiger hielten als Reagen. Damals war ich hellauf entsetzt- immerhin essen Russen kleine Kinder, und die Amis sind die tollsten Freunde, die man sich wünschen kann (das Fernsehen ließ hier keinen Zweifel zu).
Wenn ich heute über die Propaganda nachdenke, die West über Ost bzw. umgekehrt verbreitet hat, denke ich: eigentlich ganz lustig, wenn's nicht so traurig wäre. Ideen hatten die Leute damals...
------------------
Will you still love me
when all of this is gone?

waldfee42
27.05.2001, 19:25
ich habe damals die wiedervereinigung mit einem kritischem blick gesehen, mit dem abstand von zwölf jahren sicher zu recht.
die wenigsten kannten doch die realität in dem jeweils anderem land, nur die bilder aus dem fernsehen.
bei uns im erzgebirge ging es relativ ruhig zu, montagsdemos gab es erst, als eigentlich alles entschieden war.
ich selbst hatte in dieser zeit kaum fernsehen angesehen, da ich oft krankenhausbesuche machen mußte, mein sohn lag nach einem schweren unfall dort.

------------------
ein herzliches glückauf aus dem erzgebirge

Paisley
02.09.2001, 15:48
Nachdem das Forum sich seit eineinhalb Monaten nicht bewegt hat
Ob das Forum ein Fall für den Forumsfriedhof ist? Das Thema ist vielleicht für einen Strang gut gewesen, aber ein ganzes Forum scheint es nicht zu tragen.

(Beitrag wurde von Paisley am 02.09.2001 um 13:49 Uhr bearbeitet.)

roger
03.09.2001, 11:14
eine wahre story
-----------------
im märz 1993 saß ich in einem kleinen kaffee in bad harzburg und wurde unfreiwillig zeuge eines gesprächs am nachbartisch. da saßen zwei ältere herren, der eine etwas rundlich (mit offenbar stark sächsischem akzent) und ein bessergekleideter, eher hagerer mann, der offenbar aus der gegend kam.
die beiden unterhielten sich über den osten - das heißt eigentlich sprach nur der dünne - und resümierten, was die da drücben alles falsch gemacht hätten. unterdrückung hier, die stasi dort, wie um alles in der welt man sich sowas gefallen lassen konnte, .... der dicke hörte sich alles geduldig an und als der dünne nach einiger zeit sein pulver verschossen hatte sagte der sachse: 'wissnse was? de russen ham damals ehn fähler jemacht: die häddn eich befrein solln, bei eich hädde dor sozialismus jeklappt!'

peterthomassuschny
11.09.2001, 20:44
Habe ich schon ins 60er-Forum geschrieben, gehört aber auch hierher: ich hatte einen Plastiktankwagen mit der Aufschrift 'Leuna
Caprolactam'.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
P. S. Irgendwo krebst auch ein Ostmark 5,-- Schein herum, einer bei uns bei den Pfadfindern ist beim ORF und war noch zum 40. Jahr Jubiläum in der DDR

irona
26.02.2002, 17:41
Da las ich doch tatsächlich (jetzt schon öfter) ein StellenGESUCH in einer ostdeutschen Gazette: "Junge Mutti ...".
Auch in täglicher medialer Berichterstattung (MDR, ORB) werden und lassen sich im Osten Frau(ch)en als "Mutti" und "Omi" bezeichnen.
Mir ist völlig unzugänglich, wie mensch
einen Kosenamen als 'Berufsbezeichnung' bzw. Lebens(ein)stellung/Aufgabe wählen kann!

Rudolf Rabe
21.02.2003, 20:22
mutti als solches dürfte weniger eine lebenseinstellung widerspiegeln (eher ist es ja eine lebensaufgabe ) sondern als signal dienen ,junge frau in gebärfähigem alter ,die zum glück oder auch nicht schon mit nachwuchs behaftet ist ( merke : sie fällt nicht durch eine schwangerhaft aus ,da kind schon da ) sucht einen job zu kindergartentauglichen zeiten .


das könnte man natürlich auch schön ausformuliern oder auch weglassen aber die kurzform mutti signalisiert dies alles in einem wort und der potenzielle arbeitgeber ist vorgerwarnt.