Vollständige Version anzeigen : In der Schlange am Transit-Checkpoint
Ruebenkraut
26.06.2001, 01:34
Wer als ursprünglich Westdeutscher eine Weile in West-Berlin gewohnt hat, als es noch die alte Tante DDR gab, hatte bei Heimfahrten zu den üblichen Festtagen (Ostern oder Pfingsten und Weihnachten) und sonstigen Familienfeiern einen Grund, dies besondere Schauspiel 'Transit-Checkpoint' mitzuerleben.
Aus dem selbsterlebten und von anderen erfahrenen
Geschichten-Fundus hier erstmal eins:
Für manche war der Grenzübergang nach Transitfahrt angstbesetzt. Ich vermute, das waren entweder die alten West-Berliner, die nur selten rausfuhren und es als prinzipiell unangenehm empfanden, diesen mauerbauenden Unrechtsstaat zu durchqueren und auch noch den Ausweis kontrollieren zu lassen. Die anderen Angsthasen waren die Westdeutschen, die nur einmal in ihrem Leben Tante Else in Berlin besuchen wollten und schon vorher die Schikanen der Grenzer aus Büchern studiert hatten. Von einem Ex. dieser Spezies handelt die Geschichte. Rückkehr nach Berlin, nachts um drei, es war wenig los. Die ca. 10m hohe Regenschutzwellblechdecke beim Übergang Drewitz war unten in Betonquadern verankert, die zugleich die Reihen der Wartenden trennten. Unser Grenzgänger (Mercedesfahrer, Mittfünziger mit Ehefrau auf dem Beifahrersitz) hatte sich in die falsche Schlange eingeordnet. Dass ihn ein Grepo darauf hinwies und mit Handbewegungen zu der richtigen Schlange dirigieren wollte, muss für ihn der Ernstfall gewesen sein. Panik. Erst fand er den Rückwärtsgang nicht, dann hätte er im Wenden fast das Nebenauto gerammt, zum Schluss erwischte er den Betonquader. Die Beifahrerseite war von vorn bis hinten eingedellt, beim neuen Benz ein Schaden von Tausenden. Für ihn bestimmt das schlimmste Ereignis. Aber er stieg nicht aus, fuhr nicht Amok. Nein, von Angst fast zerfressen kniff er die Backen zusammen (war von meiner Position drei Autos weiter hinten nicht sichtbar, aber spürbar), schluckte die Wut und Ärgertränen runter und fuhr an den Schalter, als sei nichts gewesen...
(Beitrag wurde von Ruebenkraut am 25.06.2001 um 23:36 Uhr bearbeitet.)
metropop
27.06.2001, 02:23
Herrliches Drama, aber da der Mercedesfahrer nicht wegen Beschädigung der Betonquader verhaftet wurde, hat er ja noch mal Glück gehabt.
Dazu fällt mir noch ein doller Transit ein. Mit laut aufgedrehter 'Heino-Musik' im Auto warteten wir auf die Abfertigung.
Das war noch die Zeit, als der 'Wahre Heino' sein Unwesen trieb. Während wir mit krampfhaft ernsten Mienen und dieser erquickenden Beschallung (wahrer und falscher Heino) in unserer Blechkiste sassen, schlich, wie immer, ein Grepo um die Autos.
Dann die übliche Frage nach Waffen, Munition etc, mit einem misstrauischen Blick garniert. Irritiert zog er aber ganz schnell seinen Kopf wieder zurück.
Argwöhnisch beobachtet aber unbehelligt durften wir passieren.
<A HREF='http://www.geocities.com/Hollywood/5991/heinoaudio.html[/IMG]Hier</A> gehts rund ...
(Beitrag wurde von metropop am 29.06.2001 um 13:49 Uhr bearbeitet.)
Lieber Ruebenkraut, auch meine Mutter gehört zu der von dir beschriebenen Spezies.
Grenzübergang Herleshausen-Wartha: Steif vor Angst sitzt sie hinten auf der Rückbank: 'Bloß nicht 'Ostzone' sagen!'
Gruß
Paisley
Ruebenkraut
13.07.2001, 01:36
Es war die große Zeit der Mitfahrzentralen (gibt es die eigentlich noch?), Mitte der Achtziger. Ich wollte von Frankfurt a. M. nach Berlin und hatte Nähe Hauptbahnhof die Mitfahrzentrale gefunden. Die hatten mich zu einem ca. 40jährigen, schütterhaarigen in seinen grünen Benz verfrachtet, zusammen mit drei anderen Mitfahrern. Noch bevor er den Diesel vorglühte, drehte der Fahrer sich um zur Rückbank und sammelte von jedem exakt 22,51 DM oder so. Auf den Pfennig kams ihm an - er nahm auch gern mehr.
Bei Protest einer Mitfahrerin murmelte er irgendwas von schlechten Erfahrungen. Er wisse genau, wieviel es koste, da er die Strecke öfter fahre.
Er war der Typ, der für das Mitfahrergeld - weil es ja so irre günstig für uns sei, mit ihm nach Berlin zu kommen - erwartete, dass man seinem Senf zu allem und jedem zuhörte. Widerrede wurde schlicht ignoriert. Irgendwann schwiegen dann alle Mitfahrer und beteten stimmlos, dass die Fahrt bald an ihr Ziel gelange. Schon vor der Grenze senkte sich der Tankanzeiger bedenklich in Richtung Reserve, aber unser Fahrer wusste zu verkünden, gleich hinter dem Übergang sei eine Tankstelle, da sei es ja viel günstiger.
Dann Checkpoint Herleshausen: Schon vorher verkündete unser Fahrer die üblichen abgedroschenen Anti-DDR Sprüche (die eben peinlich waren, auch wenn sie leider großteils stimmten); allerdings grinsten wir uns auf der Rückbank an, weil der Typ aus unserer Sicht ganz gut als DDR Funktionär durchgegangen wäre, mit seiner Piefigkeit und Geizverströmung. Andererseits machten wir uns Sorgen: Der würde es glatt schaffen, mit irgendeinem seiner Sprüche die Grepos zu einer Vollkontrolle seines Benz und dessen Insassen, also uns, zu provozieren.
Am Grenzübergang die üblichen Fragen der Grepos nach Funk und Waffen. Wir hielten den Atemn an und waren dann erleichtert und überrascht, als unser Fahrer tatsächlich ordnungsgemäß und ohne Ironie antwortete. Dann folgte noch die Frage, ob wir Transitreisende nach Westberlin seien. Und jetzt, als wir schon dachten, wir seien durch, dröhnte es aus ihm raus:
'Nach Berlin Klamer auf West Klammer zu'
klugscheißerte er oberlehrend. Wir versanken in den Polstern...
Der Grepo hatte Erbarmen mit uns, winkte uns durch.
Seitdem liebte ich die DDR und ihre Grepos - habe nie mehr ein böses Wort über die gesagt.
Übrigens: Hinter der Grenze weit und breit keine Tanke. Mit buchstäblich dem letzten Tropfen schafften wir es auf einen Parkplatz, wo uns ein freundlicher Mittransitreisender aus dem Reservekanister einschenkte.
Unserem Fahrer war es nicht peinlich - er hielt sich weiterhin für gewitzt, hatte er doch auf die Tour ein paar Mark (von unserm Geld) für die 5l Diesel gespart.
Nevergrewup
23.12.2001, 20:54
In diesem Strang noch nicht erwähnt: Die Inter-Shops! Was waren das doch für eigenartige Läden, die entlang der Transitstrecken lagen und genau jene Produkte verkauften, die kapitalistisch hoch 10 waren, also Levi's Jeans, edle Marken-Parfüms, feinste Schokolade aus Schweizer Produktion, aber auch diverse Artikel aus volkseigener Herstellung, z.B. Radeberger Pilsner in kleinen 0,33 Einwegflaschen (die gibt's so ja schon lange nicht mehr, wobei ich zu gerne noch einmal das damalige Etikett würde sehen wollen). Hm, was wurde noch so verkauft? Ach ja, die Verkäuferinnen trugen immer diese typischen bunten DDR-Kittel und waren außerordentlich wortkarg, wobei ich nicht weiß, ob mit der Tätigkeit im Inter-Shop irgendwelche Vergünstigungen verbunden waren, z.B. die Möglichkeit, diverse der angebotenen West-Waren o.ä. zu erhalten.
Ja, Nevergrewup, die Intershops fand ich auch immer merkwürdig - und gemein für die DDR-Bevölkerung, die da nur für D-Mark einkaufen konnten. An die bunten Kittel erinnere ich mich auch lebhaft. Und an die DDR-Waren, die es da auch gab, ich habe da mal die "Othello"-Kekse gekauft, die gibt's heute übrigens wieder und die schmecken noch genauso (gut)!
Es gab auch noch die "Delikat"-Geschäfte in den Städten, erinnert ihr euch? Da gab es auch Westwaren und erlesene Dinge aus dem Ost-Sortiment. In so einem Laden war ich mal in Zwickau und kaufte dort "Wurzener"-Snacks, so was wie diese Käsekugeln, aber mit Pfeffer, waren lecker.
Apropos Bier: ich erinnere mich noch gut an die alten "Wernesgrüner"-Flaschen. Zu DDR-Zeiten war es lebhaft grün und das Bier hieß "Wernesgrüner Pilsator".
Gruß von Paisley
peterthomassuschny
24.12.2001, 18:20
Die wichtigste Segnung ist doch diese:
Meine Eltern hatten Anfang der 80er Ostdeutschem mit damals 2 kleinen Buben und später noch ein Mädchen dazu kennengelernt, meine Mutter schickte brav jedes Jahr Spielzeug für die Buben und wir erhielten dazu aus Dank immer den Dresdner Christstollen, der war immer so trocken und grausig, daß er bestenfalls zu Ostern weggegessen war, liebe Familie (Namen schon lange vergessen) über eine selbstgemalte Weihnachtskarte hätte sich auch der ansonsten Süßigkeitenfixierte pts mehr gefreut, manchen geschenkten Gäulen muß doch ins Maul geschaut werden.
Trotzdem schöne Weihnachten nach Mitteldeutschland, war ja nicht böse gemeint ...
paule9999
24.12.2001, 18:29
Fröhliche Weihnachten an alle Leser !
Für Nevergrewup ein kleines Weihnachtsgeschenk, hier finden sich viele Etiketten der Radeberger Brauerei.
http://home.nikocity.de/matthias.walther/Radeberg/Radeberger.html
Viel Spaß !
Nevergrewup
26.12.2001, 01:12
Hallo paule9999, danke für diesen Link! Diese alten Etiketten wecken so einige Erinnerungen. Übrigens habe ich festgestellt, daß Radeberger Pils weiterhin auch in 0,33l Einwegflaschen angeboten wird, habe neulich einen Sixpack gesehen, natürlich in einem völlig neuen Design. Stimmt, Paisley, die Flaschen von Wernesgrüner waren damals knallgrün, habe sie erstmals Anfang der 80er in einem Supermercado in Spanien gesehen und konnte damit zunächst gar nichts anfangen, war nämlich vorher noch nie mit VEB-Produkten in Berührung gekommen. Und Wurzen war und ist in Mitteldeutschland DIE Adresse für Kekse aller Art, irgendwann Mitte der 80er erhielt ich von meiner Brieffreundin aus der Nähe von Karl-Marx-Stadt ein Päckchen mit typischem Naschwerk aus volkseigener Herstellung, dabei waren auch jene Wurzener Kekse, die man erfreulicherweise auch heute noch in den Regalen der Supermärkte findet, natürlich in zeitgemäßer Aufmachung (und besserer Qualität?), versteht sich.
PS: Meine DDR-Brieffreundin habe ich seinerzeit über das Comic-Magazin "Zack" kennengelernt. Die Ausgabe, in der damals meine Kleinanzeige stand, wurde von irgendeinem "Schmuggler" über die innerdeutsche Grenze gebracht, das war bekanntlich nicht ungefährlich. Was erscheint das aus heutiger Sicht alles absurd...
peterthomassuschny
26.12.2001, 15:14
@Nevergrewup
Mein 1983 verstorbener Onkel mußte auch beruflich öfters ins Ausland (arbeitete als Handelsattache an der malayischen Botschaft) und was haben die Nachbarn der DDR, die Tschechen, gleich beschlagnahmt? Den Kurier! Na ja, subversive westliche Lektüre, das Niveau des Kurier war zwar schon damals nicht mehr nennenswert über der Krone (mittlererweile mußte er sich wieder bessern, da 1988 gemeinsam beide vom WAZ-Konzern geschluckt und daher muß sich der Kurier irgendwo von der mittlererweile dreimal so auflagenstarken Krone distanzieren und außerdem haben wir seit 1988 zwei neue Tageszeitungen - den Standard ab 88 und ab ca. 94 oder 95 das Wirtschaftsblatt, da mußte wieder mehr Niveau her).
Aber eine Zeitung gab es immer problemlos im Osten aus Österreich - die Volksstimme. Und das, obwohl der heuer verstorbene KPÖ-Vorsitzende (1965 - 1990 hatte er das Amt inne) Franz Muhri der erste war, der 1968 sich vom Einmarsch in der Tschechoslowakei distanzierte. Dafür posthum einen Bravoruf Herr Franz (nein, nicht weil mein Opa ein Kummerl war, ich bin eher rechts, sondern weil das halt Überzeugung war, auch noch in den 90ern sah er das als Fehler, daß man sich 1968 dann wieder zurechtweisen ließ und die Kritik zurücknahm).
Ruebenkraut
26.12.2001, 16:53
Auch nicht verkehrt, wenn man den Titel des Strangs liest, bevor man einfach irgendwas reinpostet .... aber, ok, meinetwegen soll alles erlaubt sein.
peterthomassuschny
26.12.2001, 18:35
@Ruebenkraut: eine Flasche Libella auf Dich!
Weihnachtsfriede oder so gut aufgelegt?
Ich schreibe aber nur so was dazu, nicht weil ich noch heuer unbedingt 2.500 Postings haben will, wie soll ich denn noch über 40 bis 31. 12. schreiben, dazu sind mir einige Foren zu müde - vor allem im 60er schreibt kaum mehr was - hast Du nicht noch nette Erlebnisse an damals? Du warst ja schon auf der Welt, wenn nicht, lustige Geschichten aus zweiter Hand sind auch gefragt.
Johnny Harms
26.12.2001, 23:03
In aller Freundschaft gefragt: was meinst du? Woran liegt es, dass im 60er keiner mehr schreibt?
Johnny
@Johnny: Falsche Frage, falscher Ort. Abgesehen davon, daß du die erhoffte Antwort nie bekommen wirst, können wir jetzt nur noch beten (macht Ihr mal, bei mir als Heidenkind funktioniert das nicht), daß dieser Strang nicht auch noch an die Wand gefahren wird.
Das wäre schade, denn meine DDR-Schmuggelgeschichten (z.B.wie transportiert man politische West-Literatur am Besten über die Zonengrenze) würden hier viel besser reinpassen (besser als was, sage ich jetzt nicht).
peterthomassuschny
27.12.2001, 07:24
@Johnny
Der Dr. Music schreibt schon, der sitzt nicht jede Stunde da und wartet auf ein Posting von mir. Du kannst Dir gerne gelegentlich dort was anschauen. Paule 9999 war auch kürzlich dort, es fällt halt nicht jedem ständig was ein.
Der Spleen kommt sowieso nur zum Stänkern, der geht mir nicht ab, die meisten anderen hat er sowieso vertrieben (ich denke da nur an Leute wie die Honda, die ich wohl seit Anfang September nicht mehr gelesen habe) - Du kannst gerne die Alleinschuld bei mir sehen, kratzt mich nicht sehr, weils halt nicht stimmt.
Solche Theorien wie die vom Elwood sind völlig haltlos, ich schreibe auf genügend anderen Strängen auch - dann wäre ja schon das ganze Forum dahin.
Den leicht krankhaften Anti-Österreicher-Wahn kannst Du Dir schenken, lieber Elwood, wer zu schnell fährt, gehört überall gestraft und wenn österreichische Strafen auch in Deutschland exekutiert werden können: Bravo, sehr gut so, wozu sonst sollen Verwaltungsstrafen verhängt werden? Um ein paar Polizisten zu beschäftigen und anschließend vielleicht noch ein paar Juristen und dann 10 oder 15 Jaher warten, bis so jemand wie Du wieder auftaucht und meint, Österreich gefält ihm so wenig, daß er bar jeglicher Verkehrsregeln aufs Gas steigt, wie der Walter Wolf, austrokanadischer Rennstallbesitzer in der F 1 in den 70ern, der auch (näheres unbekannt) irgendwo in Österreich einen Dorfjugendlichen zu Tode befördert hat?
Einsicht wäre gerade jetzt zu Weihnachten nicht schlecht.
Ruebenkraut
27.12.2001, 13:38
Elwood, poste doch Deine Schmuggelgeschichten im "Können Sie vielleicht den Koffer..."-Strang, vielleicht klappt es ja, bevor Herr Suschny dorthin kommt. Ich würde mich freuen.
peterthomassuschny
27.12.2001, 18:04
@Ruebenkraut
Es tut mir für Euch alle so aufrichtig leid, daß Deutschland geteilt war und alle anderen, die Tschechen, Polen, Bulgaren usw. so anders waren und es denen allen so viel besser ging und wir uns natürlich an nichts erinnern dürfen, weil wir halt in Österreich hinter dem Mond lebten und leben und laut Elwood seit 1918 nichts mehr für die Weltgeschichte beigetragen haben (und der wird das wissen, ein profunder Historiker der Elwood!).
@PTS: was soll das wirre Gelaber? Ich bin nicht in Österreich geblitzt oder sonstwie angehalten worden, noch nie. Ich bin überhaupt noch nie selbst mit dem Auto in oder durch A gefahren. Ich habe nur mal gepostet, daß ich keine Lust habe, in ein Land zu fahren (völlig unabhängig von der Vergewaltigung der deutschen Sprache in Schrift und erst recht in Wort), in dem wie zu Kaisers Zeiten die Bullen Strafzettel ausstellen, weil sie die Geschwindigkeit per Augenmaß schätzen dürfen, ganz ohne Laser und Kamera, und daß dieser Schwachsinn vor Gericht auch Bestand hat und auch in D vollsteckt werden darf.
Nur das habe ich von mir gegeben, nichts anderes. Lies mal nach. Daß du dich schon mehrfach über meinen angeblichen Ärger mit einem Ticket im Ösi-Land verbreitet hast, hat mich schon gewundert, ändert aber nichts an der Tatsache, daß du sofort und ohne nachzudenken völlig verwirrte und überlange (und zu den jeweiligen Strang-Themen absolut unpassende) Statements in die Gegend bläst und somit zig Leute aus dem Forum vertreibst.
Ist dir nie aufgefallen, daß du von keinen Rückenwind erhältst und immer nur angegriffen oder verarscht wirst (unerreicht:die Chips-Verdauungs-Debatte - als ob Ösis anders verdauen als der Rest der Welt, was hab' ich mich über deinen Zorn auf Spleens Sticheleien schlappgelacht )? Merkst du nicht, daß besonders das 60er-Forum mit deinen Postings überfüllt ist, und daß keiner darauf reagiert? Schau mal die Übersicht an. Was bedeutet das wohl, wenn dein Kürzel bei 15 von 18 Strängen steht und danach kein anderer was schreibt?
Deswegen schließe ich mich hiermit Johnnys Frage an (und auch deiner Bitte um Einsicht).
Aber bitte quatsche nicht diesen Strang zu, erfinde von mir aus einen neuen - hier geht es nämlich um Erlebnisse bei Transitreisen an der Zonengrenze (zur Info: nach dem Untergang der "DDR" heißt die Ostzone wieder Ostzone).
@PTS: danke für dein Mitleid über die Teilung - aber im Nachhinein waren viele darüber nicht traurig, ich auch nicht: 47% PDS in Ostberlin, über 20% in den anderen Zonenländern, Rechtsradikale im Überfluß, Unfähigkeit, sich mit Demokratie und politischer Kultur auseinanderzusetzen, Stasi-Gesocks allüberall, u.v.m. Ganz ehrlich jetzt: die Kluft zwischen Ostdeutschen und Westdeutschen ist auch heute noch (und wird es längere Zeit noch sein) größer als die Unterschiede zwischen Westdeutschen und Österreichern.
Ich schließe mich Johnnys Frage ebenso an -
dieses Forum hier war so friedlich und das soll es auch bleiben.
Milliways
27.12.2001, 19:17
...wir haben eine dringende Lieferung Haschisch für das Junkie-Kombinat 'Rosa Luxenburg' an Bord!"
Das kleine Arschloch zu Besuch bei den Verwandten im Osten. Wir haben auf dem Boden gelegen und tränen gelacht. Noch heute glaube ich, dass das (neben der Wohnungsbesichtigung mit dem schwulen Pärchen) der Beste Komik mit dem kA war.
Vielleicht weil wir auf dem Weg nach West-Berlin auch immer so geredet haben. Zumindest, solange wir sicher waren, dass uns keiner hört. Ein Freund von mir kam ursprünglich aus Berlin. Auch meine Wurzeln lagen mal in der Stadt, so dass wir den etwas weniger erfahrenen Mitreisenden gegenüber immer ein auf dicke Hose machen konnten. Wir hatten alles schon gesehen und kannten keine Furcht.
Aber wenn wir dann die nächten in der Schlange waren und auf das subtile Winken hinter der Scheibe des Kontrolleurs warteten, dann waren auch wir still. Wenn Du dieses Winken verpasst, dann kann es passieren, dass Du erschossen wirst!
Hat der jetzt gewunken?
Schlimmer noch, als das winken zu verpassen, war, zu früh weiter zu fahren. Dann wirst Du bestimmt erschossen.
Und als nächstes gab man die Pässe ab. Die ruckelten dann auf einem Fliessband sichtbar an einem vorbei zu einem weiteren Kontrollhäuschen. Auf diesen 50 Metern zwischen diesen beiden Kontrollhäuschen war man ohne Identität. Die konnten mit einem machen was man wollte. Zum Beispiel erschiessen!
Kaum hatten wir diese Kontrolle passiert - und immer hatten wir dem System ein Schnippchen geschlagen (zum Beispiel die Bild-Zeitung, die man geschmuggelt hatte oder die Tatsache, dass man als Zivi gar nicht in die DDR durfte) - ging es wieder hoch her im Wagen. Denen hatten wir es aber gezeigt. Dabei hatten wir aber immer ein Auge auf dem Tacho um ja nicht schneller als 100 km/h zu fahren. Auch wenn wir die Geschwindigkeitskontrollen natürlich alle kannten und uns keine überraschen konnte. Das war sooo dilletantisch gemacht - ha!
Überrascht hat es mich dann aber doch, als ich plötzlich rausgewunken wurde und DM 50,- zahlen musste. Ich hatte mich beim einfädeln in den "Sicherheitabstand zweiter PKW eingeordnet". Zwar erzählte ich, dass ich als armer Zivi - ähhh - Schüler keine DM 50,- dabei hätte, aber meine hilfsbereite Mitfahrerin - eine Schwedin, die das System noch nicht ganz verstanden hatte - half gerne aus.
Das Geld wollte ich mir irgendwann nochmal zurückholen. Gibts da eigentlich eine Stelle, an der ich das Melden kann?
peterthomassuschny
27.12.2001, 21:19
@Elwood
Ob Du oder sonstwer geblitzt wurde, steht nicht zur Diskussion, Polizisten sind darauf geschult, schätzen zu können, ob wer zu schnellt unterwegs ist oder nicht und - das Geschwindigkeitsmessen per Radarkästen oder -pistolen ist eine Erfindung, die ab Anfang der 80er in der Praxis durchgeführt wurde - da hatten wir schon mehr als 60 Jahre keinen Kaiser mehr, also was soll der Schwachsinn?
Eure Probleme mit der DDR liegen ganz klar auf der Hand: in Österreich haben wir halt eine funktionierende Sozialpartnerschaft, Gewerkschaften und Arbeitgebervertreter sitzen schon seit 1945 immer gemeinsam am Verhandlungstisch und Streiks werden bei uns in Sekunden und Minuten gemessen, selten länger.
Was den Unsinn von Johnny und Dir zu den 60ern betrifft:
Johnny hat schon die längste Zeit nur noch zum Thema Musik geschrieben, seit es ein eigenes Musikforum gibt, ist er dort hingewandert; daß ich einen anderen Zugang zu meinem Geburtsjahrzehnt habe, als die ganzen Alt-68ern (Johnny, Sid und rz) ist nicht meine Schuld - beachte bitte meine kürzlich stattgehabte Diskussion mit rz zum Thema "Die sexuelle Befreiung". Einzelne weibliche Suizide oder selbstvorgenommene Schwangerschaftsabbrüche mit der Situation eines ersten Weltkrieges, den sich der Einzelne nicht aussuchen konnte, den Geschlechtsakt sehr wohl aber fast jede Frau (weil ja nicht mehr in den 60ern vergewaltigt wurden als heute!) zu vergleichen ist wohl hannebüchen.
Unsere Hausmeisterin im 6. Bezirk wo ich als Kind wohnte, wurde auch mit 20 schwanger, sie lebte am Land, wurde dann sitzengelassen und heiratete noch einen Witwer.
Die Tochter - 4 Monate älter als ich - und meine beste Freundin im Hof kam dann knapp nach dem 21. Geburtstag und sie hatte auch keine unglückliche Ehe - daß der Stiefvater gegenüber dem Kind ungenießbar war (er verstarb 1980 68-jährig) lag auch nicht daran, daß es nicht seine Tochter war, sondern daß er im 2. Weltkrieg als Kradfahrer auf eine Mine aufgefahren war und halt dauernd Schmerzen hatte, solche Leute sind zu bedauern, aber keine bösen Menschen. Und einige weitere Fälle kenne ich auch, ich schreibe hier aber nicht weiter, ich zähle nicht das Privatleben von Menschen auf, dies war nur als Illustration gedacht .
Die meisten schreiben halt nur zum Thema Musik - dafür, daß kaum ein Deutscher Jochen Rindt kennt, der Deutscher war, kann ich nichts und warum das so ist, entzieht sich meiner Kenntnis.
Die meisten anderen hat schon der Spleen und nicht ich vertrieben, die meisten Streitereien gehen eindeutig von ihm aus, auch seine ständige Behauptung, ich sei nicht kompetent über die 60er zu schreiben, sind lächerlich, das Buch wurde bei einem Verlag verlegt und dort auch rund 6 oder 7 Wochen Korrektur gelesen, das habe ich ja nicht im Eigenverlag herausgebracht.
EIN BUCH DAS ICH NICHT KENNE, KANN ICH GAR NICHT KRITISIEREN! HÖCHSTENS DAHINGEHEND, DAS ICH SCHREIBE: ICH BIN DER JOHNNY UND INTERESSIERE MICH FÜR ADORNO, SARTRE UND HABERMAS. Worauf ich ihn dann antworten würde, "Lieber Johnny, erstens hatte ich nicht Philosophie in der Schule, zweitens gibt es zum Jahre 1968 (das ja nur ein Aspekt der 60er ist) viele andere Bücher, da brauche ich kein weiteres dazuhängen und drittens soll dieses Buch ein lustiges Buch à la "Wickie, Slime und Paiper" werden, nachdem Böhlau erst (gerne auf der Homepage von denen ersichtlich) mit meinen Ideen hausierend, frühestens im Jänner/Januar 02 damit auf den Markt kommt und lange Zeit gar nichts machen wollte, was die Ergänzung in Richtung 60er bringt, sehe ich mich durchaus berechtigt, so was zu machen; meines ist halt noch durch einen historischen Anhang ergänzt worden, ein kultureller ist dabei, ca. 300 Musikgruppen oder Einzelinterpreten runden das Buch ab und eine kritische Zusammenfassung der Ereignisse im Vietnamkrieg.
Zum Thema "Vergewaltigung der deutschen Sprache durch Österreich oder österreichisches Deutsch" sage ich gar nichts, diese These ist mir zu dumm.
Zum Thema Pringle-Chips: das Problem haben laut Wiener Zeitung viele Menschen, das ist kein spezifisch österreichisches, daß hat der Spleen daraus versucht zu dichten, in seiner wie üblich dümmlichen Art; ich kenne auch genügend Frauen mit Regelschmerzen oder Menschen, die wetterfühlig sind. Ich selber habe als Mann keine Regelschmerzen und bin nur ganz gering wetterfühlig, dennoch nehme ich zur Kenntnis, daß dies halt bei anderen Menschen der Fall ist; diese Probleme zu negieren, beweist nur eine gewisse Präpotenz und Dummheit, die paßt ganz zum Spleen, wenn Du Dich diesbezüglich schieflachst, bist Du ganz auf seinem Niveau.
@PTS Noch mal: was hat dieses ganze, sage und schreibe 32cm lange, unglaublich wirre Geschwafel (inkl. der Stichworte: Kriegsverletzungen, schwangere Hausmeisterin, Ösi-Gewerkschaften, Verdauungsproblemen, Wickie, deinem Buch, Spleens Verarsche, Johnnys Musikgeschmack, Vietnamkrieg, Wiener Zeitung und was weiß ich noch alles)
a) mit dieser Diskussion
b) mit der von Johnny gestellten und von den anderen wiederholten Frage zu tun??????????
P.S.1 Die 32 cm stimmen - mit einem echten 60er-Jahre-Zollstock nachgemessen
P.S.2 Radarfallen sind seit den 60er - ja genau, den 60er Jahren, im Einsatz.
Johnny Harms
28.12.2001, 02:35
Nun wird es ganz kraus!
Was hab ich mit den Äußerungen von rz zur sexuellen Befreiung zu tun?
Ich bin ein Alt-45 und kein Alt-68, pts ist ein Alt-64er.
Was die deutsche Teilung mit dem unehelichen Kind einer Hausmeisterin zu tun hat, wird mir nicht klar.
Dass ich Adorno und Habermas gelesen (und wie man mir seitens der Prüfungskommission bescheinigt hat, auch sehr gutverstanden) habe, bestreite ich nicht, ich habe es hier im Forum nie erwähnt, es war auch nie Thema. (Sartre ist nicht mein Fall)
Ich habe mich nie zum Buch geäußert. Ich kenne es nicht. Aber weil ich den Autor und seine Fehler fachlicher Art in den vergangenen neun Monaten kennengelernt habe, stehe ich ihm skeptisch gegenüber.
Ich habe aufgehört, im 60er Musikforum zu schreiben, weil ein angemessener Austausch wegen Abschweifungen und sachfremder Themen nicht mehr möglich war.
Ich habe mich mehrfach am rüden Stil von pts gestoßen und dies immer gesagt.
Ich habe jetzt noch einmal (auf spielerisch Art) versucht, unflätige und ehrabschneidende postings einzudämmen.
Ich befürchte, dass das gesamte Alles-Bonanza Projekt zur Zeit auf der Kippe steht, für mich steht meine weitere Mitarbeit infrage.
Ich werde mir das bis nach der Währungsreform überlegen.
Johnny
peterthomassuschny
28.12.2001, 06:43
@Johnny
Ich habe Dir schon einmal geschrieben, was ich für ein Jahrgang bin: Neunzehnhundertsechzigundzwei - Deine Vergeßlichkeit tut mir leid, aber nur für Dich.
Alt-Achtundsechziger ist eine Bezeichnung für solche Leute, die ihren Einstellungen nach der APO-Bewegung irgendwo ähneln, daß Du, Sid und rz Jahrgang 1945 seid, habt ihr alle irgendwann und irgendwo geschrieben, habe ich mir schon gemerkt, danke.
Das Inhaltsverzeichnis meines Buches ist nach wie vor auf meiner Homepage, das sollte hinreichend das Werk darstellen, ob und wem es gefällt, überlasse ich jedem/r Einzelnen.
Die Erklärung mit der schwangeren Hausmeisterin ging nur auf rz´s unsäglich dummen Antwortposting in meinem Strang über die sexuelle Befreiung zurück; eine erste normale Antwort hat jedoch Gott sei Dank mein Landsmann Pertextat Tach dort hingeschrieben, ich gebe also die Hoffnung noch nicht auf, hier auch noch von anderen Leuten anständige Antworten zu bekommen, als von Dir oberlehrerhaft behandelt und von Elwood und Spleen angeschossen zu werden.
Ich wünsche Dir und auch mir und allen anderen viel Spaß bei der Währungsumstellung, wir werden uns früher oder später daran gewöhnen.
Ein angemessener Austausch wird auch hier bald nicht mehr möglich sein, wenn das so weitergeht, und das liegt mit Sicherheit nicht an Elwood oder - anderswo - an Spleen, und letzterer hat mit Sicherheit niemanden von irgendwo vertrieben.
Geht's jetzt hier mit DDR-Stories weiter oder müssen wir uns weiter anhören, wie da einer keinerlei Kritik vertragen kann?!? Ich würde anfangen, habe aber leider keine mehr auf Lager (so oft war ich nicht in der DDR).
Grüße von Paisley
peterthomassuschny
28.12.2001, 19:50
@Paisley
Kritik in der Form sehe ich nur als Streit, Kritik wie Du sie neulich in punkto Ilja Richter hervorgebracht hast, finde ich konstruktiv, auch wenn ich meine Ansicht nicht ändere, daß die Moderatoren nicht immer so angerührt sein müssen.
Kritiken auf dem Niveau: in Österreich messen Polizisten ohne Radar die Geschwindigkeiten erinnern in ihrer Seichtheit an alle so Witze über Ostfriesen und Burgenländer, Witze über die Schweizer (angeblich reden die so langsam) usw.
Konstantin Opel
13.03.2002, 18:03
Dezember 1988. Grenzübergang Marienborn, Fahrtziel Berlin. Wir, zu viert, in meinem schon etwas verlebten Opel Rekord 2.0 E Berlina; sehr bourgeois mit milieuroten Velourssitzen. Frage Grenzer (sächsisch): Ob wir byyrodechnische Gerädschaffdn mit uns führen. Antwort T. (mitfahrende rheinische Frohnatur): "Bürotechnisch? Klar: Kulis, Schreibpapier, alles sowas." – Schweigen. Atem stockt. Alles auf null. – "Määäänsch! Byyrodeschnisch! Alles, was gnallt!" Blieb aber ohne Folgen, sodass wir den Adrenalin-Flash an der nächsten Raststätte mit lauwarmem Klub-Kola und Thüringer Bratwürsten, die im Abgang nach Styropor zu schmecken schienen, abklingen lassen konnten. Ich hatte damals im Westen Ostmark getauscht und im Schuh versteckt...
Leider ließ sich das Geld, unser bescheidener Beitrag zum Ruin der DDR, in Ost-Berlin nicht kleinkriegen: Ich glaube, es waren etwa 800 M. Taxifahren, Dinieren im "Linden Corso" (heute ein glamouröser VW-Schauraum, damals Renommier-Restaurant der Hauptstadt), Eisessen (im Dezember!) und Schallplattenkauf am Alex (bitte neun Mal "Feuerwerksmusik" des VEB Schallplattenwerks Amiga, Berlin, Hauptstadt der DDR)... - na ja, wir waren 20 und unberührt von jeder sittlichen Reife.
Die "Feuerwerksmusik" habe ich noch, der Rekord ging im Herbst 1989 an eine türkische Großfamilie. Kurz darauf öffneten sich die Grenzen: Die Karriere als einer von vielen mürben Verbrauchtwagen, die den Weg in die Gerade-Noch-DDR antraten, blieb ihm daher verbaut.
Deswegen habe ich nie im Westen vorher schwarz getauscht. Ostgeld war super billig überall bei den Banken zu bekommen, aber schon mit den 25 DM pro Tag war man beschäftigt (auch heute gebe ich selten immer soviel pro Tag aus). 1987 auf unserer Berlinfahrt (früher üblich in jeder 11.Klasse) gab es bei unserem Ostberlin-Tag dort zufälligerweise überall Baumkuchen, der sogar recht lecker war. Die ganze Klasse schleppte das Zeug kartonweise zurück. Da Essen immer billig war, von wenigen Möchtegern-Luxus-Schuppen abgesehen, konnte man die Zonenknete unmöglich verfressen oder versaufen (ein Bier 0,51 Ostpfennig).
Ich gestehe, daß ich mir vor Verzweiflung sogar Erich Honeckers "Aus meinem Leben" gekauft habe oder die DDR-Verfassung - beides heute noch vorhanden. Wenn ich mit dem Auto unterwegs war, habe ich auch das verhältnismäßig viel teurere Benzin an den normalen Tankstellen getankt (1,64 DDR-Mark zu den ca.1,20 Westmark an den Intertankstellen - immer ein wenig unter dem Preis im Westen). Aber das war keine gute Idee. Die Qualität des einfachen Zonensprits war schlechter als die des Intertank-Saftes. Selbst Papis alter 200 000km-Passat würgte und hustete sich danach einen zurecht - genau wie ich.
Wer echte Luftverschmutzung erleben wollte, mußte zu Winterzeiten in den Osten fahren. Zu dem Trabi-Gestank kam noch der Braunkohlenmief. Man konnte es richtig schmecken. Ich erinnere mich, daß ich immer, wenn ich nach dem Grenzübergang Herleshausen/Wartha in Eisenach abgefahren bin, in der Kurve der Ausfahrt unwillkürlich versucht habe, die Luft anzuhalten, was aber nicht geholfen hat. Dem Mief konnte man nicht entfliehen.
Aber so waren auf der Rückfahrt an den Grenzübergängen die "Richtig-in der-DDR-Gewesen" von den Transit-Reisenden leicht zu unterscheiden. Jedes Fahrzeug, was in der Heizperiode länger als einen Tag in der DDR unterwegs war, war mit einem braunen Schmier bedeckt. Ein gutes Erkennungszeichen, wenn man sich bei der Filzerei verstohlen angegrinst hat. Später, bei der ersten Rast im Westen, gab es immer schnell Kontakte zu denjenigen, die das gleiche surreale Prozedere hinter sich hatten.
Man hätte Aufkleber herstellen sollen, so in der Art, wie Amis sie haben "I've done the Alaska-Highway - and survived".
Violetta
12.05.2002, 02:03
Man erzählte mir vor geraumer Zeit eine Geschichte über einen deutsch-deutschen Grenzübertritt, der sich wie folgt abgespielt haben soll (man schwor mir heilige Eide, daß die Geschichte wahr sei): ein Student wollte einst in die DDR reisen. An der Grenze wurde er von einem DDR-Grenzer (sagt man so?) angewiesen, er möge den Wagen doch zwecks genauerer Untersuchung etwas abseits parken. Der Student tat dies; flugs kam ein anderer Grenzer und meinte "Hier können sie den Wagen aber nicht stehenlassen." Darauf unser Student: "Der Beamte da vorne hat aber gesagt ich soll..." "Dies ist ein Arbeiter- und Bauernstaat, hier gibt es keine Beamten" "Also gut, der Bauer dahintern hat gesagt...".
Es soll sehr lange gedauert haben, bis er weiterfahren durfte...
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