Vollständige Version anzeigen : Zeitartikel Spt.1962 von Theo Sommer
Die Überschrift dieses Artikels lautet: 'Das Monroe Doktrin ist tot' Als Ursache dafür benennt der Autor (Theo Sommer) die Kuba Krise, doch ist das Monroe Doktrin nicht schon viel früher gestorben? Ist es nicht schon mit dem Kriegseintritt der USA 1917 gestorben? Oder spätestens mit der Landung in der Normandie 1944? Denn das Monroe Doktrin besagt ja: 'Die Europärer sollen sich nicht in unsere Angelegenheiten einmischen, und wir mischen uns nicht in ihre ein.' Aber haben sich die Amerikaner nicht eindeutig schon vor 1962 in die Europäischen Belange eingemischt?
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Dies ist meine Meinung, ich hoffe niemanden damit zu verletzen, dikriminieren oder ihm sonst irgendwie zu nahe zu treten.
Karl Arsch
06.06.1999, 18:30
Aber haben sich die Amerikaner nicht
eindeutig schon vor 1962 in die Europäischen Belange eingemischt?
Natürlich haben sie das . Was mal wieder beweist, daß man auf das Gesabber irgendwelcher Journalisten nicht allzuviel geben soll . Außerdem : Wer, mit Ausnahme einiger Gymnasiallehrer natürlich, liest schon die ZEIT? Übrigens heißt es die Doktrin, und nicht das.
(Beitrag wurde von Karl Arsch am 06.06.99 um 16:31 Uhr bearbeitet.)
Sehr geehrter Herr *****,
ich weiß zwar nicht wie sie daruaf kommen das ich Gymnasiallehrer bin (Ich bin nämlich noch Schüler!!!) Und es tut mir natürlich sehr leid das mir ein derartiger Schnitzer unterlaufen ist. Eigentlich wollte ich damit nicht unbedingt einen Journalisten an den Pranger stellen, von dem ich schon viele gute Artikel gelesen habe, sondern ich erhoffte mir schlicht und einfach eine Erweiterung meines Geschichtswissens in bezug auf die ZEIT des klaten Krieges. Ich danke ihnen natürlich trotzdem für ihre Wortmeldung.
Nachtrag zu meiner Antwort:
klaten = kalten
Harald Leinweber
06.06.1999, 19:02
Guten Tag!
Leider mangelt es einigen Beiträgern in diesem Forum ein wenig an auskömmlichen Umgangsformen (weswegen wohl auch so wenig Damen unter uns sind), aber davon sollte sich niemand einschüchtern lassen.
Zudem ist ja auch trotz - z. B. - Karl *****s manchmal recht grober Art oft doch noch ein inhaltlicher Kern erkennbar, um den zu streiten lohnen kann.
Wie auch immer, Falco: Zur Korrektur Ihrer eigenen Beiträge können Sie sich des kleinen Stifte-Symbols rechts über Ihrem eigenen Beitrag bedienen. Wenn Sie darauf klicken, können Sie ihren Beitrag - Passwort eingeben! - selbst redigieren und müssen keinen zweiten nachschieben.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber
Sehr verehrter Herr Leinenweber,
ich danke ihnen für ihren den mir doch recht hilfreichen Hinweis zur Korrektur meiner Beiträge.
Ich kann nicht beurteilen, inwiefern ihre Angabe über die Frauenquote in diesen Foren stimmt, aber ich kann sie beruhigen, ich lasse mich gewiss nicht durch den teilweise doch recht rüden Umgangston irritieren, oder gar verschrecken. Denn ich bin von anderer Seite aus wesentlich härtere Umgansformen gewöhnt. Und kann dort auch nicht weglaufen. zumindest bis zum Sommer nicht.
Karl Arsch
07.06.1999, 17:33
Mahlzeit Falco
quote:[/SIZE]<HR>ich weiß zwar nicht wie sie daruaf kommen das ich Gymnasiallehrer bin [/B][/QUOTE]
Hab«ich doch nie behauptet . Ich habe lediglich festgestellt , daß sich die Leserschaft der ZEIT zu einem nicht unwesentlichen Teil aus Pädagogen rekrutiert.
quote:[/SIZE]<HR>Und es tut mir natürlich sehr leid das mir ein derartiger Schnitzer unterlaufen ist.[/B][/QUOTE]
Wieso Dir ? Ich denke , der Artikel ist von Onkel Theo ?
quote:[/SIZE]<HR>... einen Journalisten an den Pranger stellen, von dem ich schon viele gute Artikel gelesen habe,[/B][/QUOTE]
Woher weißt Du , daß sie gut waren ? Vielleicht haben sie Dir nur gefallen , waren aber in Wirklichkeit ******* .
quote:[/SIZE]<HR>...,ich lasse mich gewiss nicht durch den teilweise doch recht rüden Umgangston irritieren, oder gar verschrecken. Denn ich bin von anderer Seite aus wesentlich härtere Umgansformen gewöhnt.[/B][/QUOTE]
Genau , die gute , alte Ghettomentalität. Wie ist das : ladet ihr euch abends auch immer große Radios auf die Schultern , gruppiert euch um brennende Mülltonnen und huldigt einem amerikanischen Sprechgesang ?
(Beitrag wurde von Karl Arsch am 08.06.99 um 15:38 Uhr bearbeitet.)
Harald Leinweber
08.06.1999, 15:43
Guten Tag!
'ladet ihr euch abends auch immer große Radios auf die Schultern, gruppiert euch um brennende Mülltonnen und huldigt einem amerikanischen Sprechgesang?'
Nur wenn die Kamera uns vom Boden aus dabei zuguckt und wir hineinschreien können!
Yo, Mann!
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber
Karl Arsch
08.06.1999, 17:40
Warum kann man in diesem beschissenen Forum eigentlich noch nicht mal das schöne und wichtige deutsche Wort '*******' schreiben ?
Verdammte *******
(Beitrag wurde von Karl Arsch am 08.06.99 um 15:56 Uhr bearbeitet.)
Sehr geehrter Herr 'Hintern' !
Selbstverständlich gruppieren wir uns jeden Abend mit voll fetten Radios um voll coole Mülltonnen und rappen uns einen ab.
Oder was dachten sie?
Natürlich, genau das haben sie gedacht. und jetzt gehören sie wie all die anderen zu denen die der jugend voller Misstrauen und Vorurteile begegnen. Schade eigentlich, denn haben wir Vorurteile gegen Sie?
Hochachtungsvoll Falco
Karl Arsch
15.06.1999, 20:45
>denn haben wir Vorurteile gegen Sie?
Wer ist 'wir'? Außerdem habe ich keine Vorurteile gegen Baseballkappen und offene Turnschuhe tragende Langzeitarbeitslose. Im Gegenteil: besser, ihr lungert um Mülltonnen herum, als daß ihr alten Omas die Handtaschen wegreißt.
(Beitrag wurde von Karl Arsch am 15.06.99 um 18:46 Uhr bearbeitet.)
komische 60er seid ihr und am alter merkt mans leider auch, daß ihr pikiert sinniert statt aus den 60ern zu plaudern.
ist das wirklich alles, was ich über die 60er erfahren kann?
gut, dann kauf ich mir ein ALTES FESTGEFAHRENES geschichtsbuch, um über euch zu lesen. schad'
Harald Leinweber
03.07.1999, 00:27
Guten Tag!
stina, bevor Du Dir ein schreckliches Geschichts-(oder Geschichten-)Buch zulegst - frag den guten Onkel Harald doch einfach was aus den 60ern. Natürlich nicht zu viel und nicht zu früh, weil soo alt bin ich nun wieder auch nicht, aber ich sag' gerne, was ich im Fernsehen gesehen habe (sehr viel), an was ich mich vom Kennedy-Besuch in Köln erinnern kann (sehr wenig), wie mein Holzpferd aussah (sehr schön), wieviel eine Mattel-Bahn gekostet hat (unglaublich viel) und was Du willst.
Alles - nur nicht das ALTE FESTGEFAHRENE Geschichtsbuch, bitte!
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber
hallo harald,
die eindrücke, die ich mit meinem alter (22) von meinen eigenen altersgenossen erfahre, sind teilweise so widerspenstig, daß sie NICHT in meinem kopf verharren wollen. ich spüre, daß so viele dinge in die falsche richtung einschlagen und ob die teufels alternative (der hoffnungsschimmer auf die besinnung des denkens und des handelns) eine fiktion ist oder einfach der weg ist, den die mächte rücksichtslos gehen.
ich bin nichts - jeder auf dieser welt ist nichts, da nur ihre gemeinschaft auf die erde bezogen das leben verlängert.
(das alles passt so gar nicht zu ihrer antwort!)
mich interessieren ihre eindrücke von den veränderungen, die sie über den zeitwandel und dem umbruch in ein neues zeitalter miterlebt haben.
einfach gefühl ...
ein echtes holzpferd hatt ich nie. gibt es sowas denn noch ... /think. ich seh nur plastikmüll in den spielzeugläden und sprechende furby's. hat ihnen ihr vater das selbst gebaut oder erworben? was ist ein mattel-bahn?
die zeit, dinge selbst zu machen, scheint weniger zu werden für viele. jetzt tipp ich z.b. nur letter statt ihnen in die augen zu gucken, mimik zu sehen, erahnen können, mit welchen gedanken man sich gegenseitig zuspielen kann.
das fehlt in diesem tempo.
(auf den nutzen des internets möchte ich nicht eingehen, der ist mir bewußt) aber ...
wie sah die natur vor 30 jahren aus und was ist sie jetzt? hellweg, stinnes, supermärkte & friss dich fix fett grenzen an naturschutzgebiete und welzen pflanzen und tier in beton um. supa. weiter so. nix gelernt?
ich kann mich nicht begeistern an betonblöcken in der landschaft. sie etwa?
haben sie eigentlich studiert? und wenn ja, wussten sie, warum sie studieren? diese frage beantwortete mir bisher keiner prompt oder antwortete mit den vorteilen, welche ein studien-status bringt.
sind die zielstecker in die symbiose vom scheintrieb & lebenserhaltungziel übergegangen nach dutschke und co.?
nun, das soll gar kein frage&antwortspiel werden. es ist nur schwer, zwischen den zeilen etwas herauszuahnen.
was machen sie jetzt eigentlich?
gruss*stina
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siesta!
Karl Arsch
04.07.1999, 14:55
>ich kann mich nicht begeistern an betonblöcken in der landschaft
Betonblöcke : eine typische Errungenschaft des sozialen Wohnungsbaus der 60er Jahre.
>dutschke und co.?
Ja , der legendäre DJ Rudi D. Vermutlich wird die Geschichte der 60er Jahre nie mehr geschrieben werden können , ohne ihn zu erwähnen . Unvergessen natürlich die große Auseinandersetzung zwischen den Anhängern von DJ Rudi und DJ Reza um die Führung der Berliner Loveparade . Damals, als die Taktfrequenz noch bei höchstens 100 bpm lag . Kein Wunder eigentlich , denn der Tkt wurde bekanntlich noch mit langen Holzlatten geschlagen . Auch damals bereits forderte die Techno-Bewegung Opfer : Z.B. den legendären Gründer des autonomen Ohnesorg-Volksfront-Theaters , der übrigens auf dem gleichen Friedhof begraben liegt wie meine Omma .
>haben sie eigentlich studiert?
Kann ich mir nicht vorstellen , denn studieren ist bekanntlich nur was für Warmduscher .
Harald Leinweber
11.07.1999, 04:21
Guten Tag!
Mein Holzpferd: Ich hatte ja zugesagt, notfalls auch über mein Holzpferd zu berichten. Also.
Mein Holzpferd hatte, glaube ich, keinen Namen. Weil ich wohl in der Objektbildung oder wie das heisst, so weit nicht war - ich war wohl so etwa 3-4 Jahre alt. Das Holzpferd war aus einem ca. 40 mm starken Brett herausgeschnitten und auf Rollen gesetzt; es war groß genug, um darauf zu 'fahren' und klein genug, um es hinter mir her zu ziehen. Ausserdem hatte es einen neckischen blonden Schopf aus irgendwelchen steifen Fasern, besenähnlich.
Eigentlich glaube ich nicht, dass ich mein Holzpferd besonders lieb hatte - ich kenne es vor allem deshalb noch, weil es auf einem der wenigen erhalten gebliebenen Fotos aus der Zeit mit mir zu sehen ist. Ich habe wohl gerne damit gespielt, aber mein Herz hing nicht daran.
Aber noch mal auf einen anderen Unterschied zwischen heute und damals: Damals - also in den 60er jahren - spielten Fernsehen, Film und so weiter, also Fiktion, im Bewusststein der Menschen insgesamt nicht die grosse Rolle, die sie heute spielen.
Wenn Blair in einer Rede die Spice Girls zitiert, wenn Clinton auf 'Nichts ist unmöglich' 'Toyota!' entgegenschallt, wenn die Ex-Juso-Vorsitzende öffentlich mit Captain Picarrds Management-Prinzipien sympathisiert, dann sind all das Zeichen dafür, dass heutzutage kulturelle Bezüge weit wichtiger sind als früher.
Liegt die gestiegene Aufmerksamkeit für das Fiktive vielleicht daran, dass die Gesamtmenge der Zeit, die die Menschen mit produktiver Tätigkeit verbringen, immer geringer wird? Und wird vielleicht darin die Menge der Zeit, in der etwas Materielles hergestellt wird, auch immer geringer? Beziehungsweise wird der Abstand dessen, der etwas Materielles herstellt, zu dem, was er herstellt, durch die dazwischen befindliche Maschinerie immer grösser?
Interessieren wir uns immer mehr für Geschichten, weil wir immer weniger wirklich tun?
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber
Christoph BM
26.07.1999, 14:55
Hallo Viererbande, oder
Hallo Ihr Fantastischen Vier,
einen A**** haben wir ja nun mal alle - und zu jedem A**** gehört auch«n Kopp.
Was ich an den 60ern so toll fand (bin geboren 1958):
Beim Wahlkampf der SPD, muß 1965/66 gewesen sein, gabs Willy Brandt auf einer Tribüne vor der Haustür in Wattenscheid, und vor allem so schöne, kleine rote Bällekes für uns Kinder.......
Fernsehen hatten wir erst 1966, zur Weltmeisterschaft in England, und dann immer 'Schlager für Schlappohren' mit dem Hasen Caesar......
Na ja, und dann die ausfaltbare SATURN V- Mondrakete im Maßstab 1:100......
Mein Tip: schaut euch Filme aus der Zeit an, dann bekommt man ein Gefühl für die Epoche - es geht garnicht sosehr um die Fakten jener Zeit (es passiert sowieso immer dasselbe), es geht um ein fiktives Nacherleben der Stimmung jener Jahre, imaginiert euch in die Zeit, dann versteht ihr sie besser.
nun, es scheint fast egal zu sein, in welche epoche man hineinsurft am bildschirm, um ein gefühl zu erlangen, was tiefer geht als die frequenz des monitors....
das holzpferd schneidet sich tiefer rein in ein in das wortgewühl - auch wenn es nur eine beschreibung ist.
namen namen namen
blair, clinton & co = spielen wir domino ...
sie alle zitieren nur noch einfallslos oder sind es deren sekretärinnen, weil ihre uhr tickt. es bleibt scheinbar keine zeit für die selbstentfaltung, obwohl völker hinter den personalitäten stehen (?!) ...
die zeit bleibt gleich auch nach der neuen internet zeit von sw@tch. sie wird nicht weniger - jedoch - es heisst, mehr geld in weniger zeit zu verdienen. egal, ob man für einen artikel in einem magazin schreibt, ein exclusives foto schiesst, ein programm schreibt, ein design für eine website entwirft ... oder in der kaufhalle sitzt und waren über den barcode-leser zieht.
nun, ich interessier mich für die altgesottenen geschichten ... weil sie wirklich geschichten erzählen, wo die augen glänzen. handgemachte geschichten, risikoreich und abenteuerlich wie käuzchen kuhle sie erlebt hat... ja das seid ihr !
was hab ich diesen sommer vor 12 jahren mit 10 gemacht? ich hab' neue öfen vom hinterhof der bauarbeiter gemobst und sie quer über die straßen geschoben mit einer freundin, damit wir uns unsere eigene kleine wohnung auf einem der hinterhöfen einrichten konnten mit kaputtem fernseher, lampe ohne glüh', verkeimten sesseln ...
was mach ich jetzt, wenn ich einer freundin einen brief nach münchen schicke? ich bastel jeden buchstaben einzeln und guck ... denk nicht an die uhr ...
harald, du fragst, ob ihr euch immer mehr nur für geschichten interessiert? das glaub ich nicht. ich denke, ihr tut genauso viel intensiv in 24 h am tag ... aber tut ihr es auch bewußt oder ist es zeitdrücken und zeitverschieben zum bewußten zeit erleben?
saiäns-fiktschen?
im fernsehen?
es stimmt, daß sovieles immerwieder in wiederholung stattfindet und dasselbe zu sehen gibt.
saiäns-fiktschen
franz führmann
reclam verlag
Hallo Stina, hallo Harald,
Liegen Science Fiction und die 60'er nicht nahe beieinander?
Man muss echt bekennen, die Werte haben sich seit den 60'ern erheblich geaendert, aber was solls? Wir sind hier in der gleichen Situation wie Haralds und Deine Eltern vor mehr als dreissig Jahren.
Wir diskutieren ueber die Vergangenheit, aber wieso? Vor dreissig Jahren haben Eure Eltern und Grosseltern auch schon ueber die Vergangenheit diskutiert. Man hoert es ja oft: 'Frueher war alles besser...usw.'
Aber stimmt das denn wirklich? Sollten wir nicht die Nostalgie der 60'er hinterfragen?
Ich meine Peace und Flowerpower schoen und gut, es war eine nette Episode aber eben nur eine Episode! Und, wie im Fernsehn,(man verzeihe mir das Fernsehn hier als Beispiel anzufuehren) Wiederholungen nerven.
Und sich zurueckzuwuenschen, nur weil es einem hier nicht gefaellt, bringt auch nichts. Wir leben nun eimal im Jetzt und nirgends sonst. Desshalb sollten wir Wiederholungen vermeiden. Ausserdem finde ich ueberhaupt nicht, dass sich alles wiederholt!... Es mag zwar gleich erscheinen ist aber immer anders und so solls auch bleiben, denn nur so bewegen wir uns vorwaerts oder wohin auch immer, denn es gibt eigentlich uebhaupt keine Richtung in die wir uns bewegen.
Wenn ich dazu noch ein nettes Buch empfehlen darf: Allan Lightman 'Und immer wieder die Zeit - Einsteins dreams'. Nette Theorien ueber Zukunft und Vergangenheit!
Ich wuensche noch alles Gute und bitte sendet mir etwaige Beitraege per E-mail!
Vielen Dank!
Christian
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'Wir haben einen Mund und zwei Ohren, das bedeutet mehr hoeren und weniger reden!'
(Beitrag wurde von Source am 29.07.99 um 19:24 Uhr bearbeitet.)
Was ganz sicher interessant ist (zumindest für mich): Die unterschiedliche Wahrnehmung der sechziger Jahre von aus unterschiedlichen Schichten stammenden Kindern und Jugendlichen. Wie hat zum Beispiel jemand aus der Unterschicht (der ich selbst entstamme), der Mittelschicht oder aus der Oberschicht die Sechziger erlebt (die Erinnerung wird sicher vieles verklären, aber an starke Gefühle erinnert man sich auch nach Jahrzehnten noch gut).
Die Kubakrise (1962, da war ich 12) hat mir große Angst gemacht, denn immer nur wurde vom Dritten Weltkrieg gesprochen, und ³wenn der Russe kommt, sind wir alle verlorenã. Seit ein paar Jahren gab es die Bundeswehr wieder, und immer wenn ich zu dieser Zeit der Kubakrise Bundeswehrkolonnen fahren sah, war ich ganz sicher, daß jetzt Krieg ist. Meine panische Angst bei diesem Anblick ist unvergessen.
Meine Kindheit (auf dem Land) ist geprägt von Erinnerungen an Nebenerwerbslandwirtschaft (helfen bei der Ernte war selbstverständlich, Kinder wurden nicht gefragt, ob sie Lust haben mitzugehen, sie wurden bei der Zahl der Erntehelfer einfach mit eingerechnet).
Heute wird die räumliche Trennung der Generationen beklagt, aber ich habe dieses Zusammenwohnen mit den Großeltern als sehr zwiespältig empfunden. Es war keine romantische Situation: Gütige Oma und weiser Opa blickt milde lächelnd auf die junge Generation, sondern es war spannungsgeladen bis hin zu Gewalt (verbal auf jeden Fall).
Eine Kindheit auf dem Land in den sechziger Jahren unterscheidet sich auch in anderen Bereichen von der städtischen Situation. An ³Zerstreuungsmöglichkeitenã gab es damals nichts. Alle paar Jahre mal ein Heimatfest oder Sängerfest, das waren echte Highlights, von denen man gezehrt hat. Kino im Nachbarort und eine Wirtschaft (damals war das Wort ³Kneipeã noch eher fremd) im Dorf (für die Männer, und am Samstagabend wurde auch schonmal die Frau mitgenommen) gab es. Was haben eigentlich die Jugendlichen damals gemacht; Fernsehen hatte ja auch noch nicht den Stellenwert wie heute. Ich erinnere mich, daß meine Brüder im CVJM war (sicher nicht aus Frömmigkeit, sondern weil es sonst kaum was gab); ich selbst habe ganz früh mit exzessivem Lesen angefangen.
Die Mitte des Jahrzehnts ist an mir irgendwie vorbeigeplätschert.
An die späten Sechziger habe ich seltsamerweise schwächere Erinnerungen, als an die frühen. Wohl deshalb weil ich sehr früh geheiratet hatte und auch bald ein Kind bekam, dadurch war vielleicht meine Aufmerksamkeit anders fokussiert. Natürlich sind die Hauptströmungen mir noch erinnerlich: Studentenunruhen, Hippies & Kommune waren damals quasi eine Einheit, Schahbesuch usw.
Insgesamt sind die Sechziger, in der ich Kind und Jugendliche war, selbst in meiner Erinnerung nicht unbedingt das Goldene Zeitalter; Jugendliche heute sind sehr viel umfassender informiert (über eventuelle Nachteile dieser Fluten ließe sich ein neuer Diskurs eröffnen).
Grusz
Thea
black beauty
30.07.1999, 02:23
Hey Theddy,
wenn ich das so lese, könnte ich meinen auch ich sei in den Sechzigern aufgewachsen. Nebenerwerbslandwirtschaft, Großeltern, die zwar nicht untereinander dafür aber mit einer ledigen Tante (es gibt nichts schlimmeres) gestritten haben (alles unter unserem Dach!); und trotzdem irgendwie bin ich froh nicht in dieser Zeit aufgewachsen zu sein.
Und jetzt generell zum Thema Sechziger
Wenn ich an die Hippies und Linken (damit meine ich die 68er) denke, wobei mir die Hippies lieber sind, kommt mir immer volliges Unverständnis hoch. Gut, es muß auch Leute geben, die die Grenzen sprengen und den alteingesessenen Mief, der unter den Talaren herrscht auslüften; oder haben sie ihn nicht einfach nur übersprüht? Wenn ich heute die Alt68er, oder wie auch immer die Bezeichnung dafür lautet, sehe, bin ich enttäuscht. Sind sie zur Vernunft gekommen, war es einfach nur bequemer, die Ideale des so verhassten Establishments zu übernehmen?
Die meisten meiner Leerer (im Zuge der Rechtsschreibreform bin ich dafür, Lehrer mit zwei ee zu schreiben, um der Bedeutung dieses Berufstandes gerecht zu werden) haben zu der Zeit sutdiert und sind in dieser Altersgruppe, und die haben bei mir nicht gerade Sehnsucht nach dieser Zeit ausgelöst!
Im Gegenteil, daß sind meistens relativ bequeme Leute, die den Weg des geringsten Widerstandes gehen, bei Sitzungen die Frage, ob bei der nächsten Party zum Leberkäs Kartoffelsalat gereicht wird oder nur Grüner Salat zu einer zweistündigen Diskussion ausbauen und - soviel zur Meinungsfreiheit - bei Diskussionen mit uns Schülern genau zu dem Zeitpunkt, wo wir die interessanten Argumente brachten, die nicht in ihr Weltbild passten, sagten, daß man jetzt mit dem Stoff weitermachen muß, sonst wird man nicht fertig. Kam dann noch etwas nach, verschafften sie sich durch autoritäre Mittel (Strafarbeiten, Nachsitzen man (oder ich) kennt die ganze Latte) Ruhe. Wobei es sicher nicht leicht war, gegen uns Schüler anzukommen. Aber dennoch, wenn ich die Leute heute sehe und mit den Idealen von damals vergleiche... Wobei das gesagte nicht nur für die Leerer gilt, sondern für einige andere Berufgruppen, die zu dieser Zeit Jung waren ebenfalls.
Und die so geliebte antiautoritäre Erziehung hat sich im Nachhinein auch als Flop erwiesen. Wenn man die Nachkommen dieser Altersgruppe einmal betreuen muß, sehnt man sich geradezu nach der Zeit in der man den lieben kleinen Teufeln noch eine pfeffern konnte, wenn sie es verdient haben.
Da bin ich froh, daß ich gut bürgerlich bin, da muß ich mich nicht so umwinden um mein früheres Leben meinen Nachkommen zu erklären.
So das reicht jetzt fürs erste. (Naja, wer weis, vielleicht werde ich später ja einmal ein futurehippi und neoAPO).
mfg
(Beitrag wurde von black beauty am 29.07.99 um 20:34 Uhr bearbeitet.)
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