James Dean Brown
07.02.2002, 15:25
Jetzt ist es raus - das neue Werk von Jean-Jacques Beineix nämlich, nach acht Jahren Regiepause. Chapeau! Vergessen wir den längst verflüchtigten "Zeitgeist"-Spuk von Diva, vergessen wir die extreme Polarisation der Zuschauer bei Betty Blue... Blenden wir das Ende des neuen Films vorzeitig und gnädig aus, das - wie so häufig - einer bemühten Logik willen etwas konstruiert daherkommt, bereitet er höchstes Vergnügen. Er scheint übrigens momentan nur in Programmkinos gezeigt zu werden, aus welchem Grund auch immer, was sich hoffentlich bald ändern wird, denn "Mortal Transfer" (http://www.odeonfilm.de/film_01_01_01.php?id=121) würde den imposanten Lichtspielpalästen gut stehen und ist voller Säle würdig.
Statt den Klappentext des Verleihs runterzubeten, möchte ich meine glühende Verehrung für Frankreichs souveränsten Schauspieler, Jean-Hugues Anglade (Michel Durand), aussprechen, der es schafft, in 122 Minuten die Handlung fast alleine zu tragen. Er wird dazu genötigt, nur weil er, der Psychoanalytiker, mal kurz während einer Therapiesitzung mit der laszivsten seiner Patientinnen eingenickt war. Nun ist sie tot - wer war's, er selbst? Die Leiche muss entsorgt werden. Ein Brüller.
Die nicht minder verehrungswürdige Valentina Sauca* (Helen Maier) spielt in "Mortal Transfer" Jean-Hugue's Freundin (im RL ist sie die Freundin des Regisseurs). Jene Ranchbewohner, die nach der "Valentina" Geschichte neugierig auf die Dame geworden sind, bekommen sie nun in einer Nebenrolle, aber überlebensgross zu sehen. Aber, Saint Glinglin, ich verehre ja auch noch eine dritte Person, nämlich die zunächst sehr vitale, dann tote Hélène de Fougerolles (Olga Kubler). Diese Franzosen: endlich haben wir es mal nicht mit einem Beziehungsdrama tun, das der Trinität von Gelaber, Hieben und Versöhnung unterworfen wird, sondern mit einer genreübergreifenden, zeitgemässen Comédie Noir.
Liege ich etwa falsch? Ich erbete, ob meiner dreifachen Befangenheit, ein paar neutrale Reaktionen.
*
Statt den Klappentext des Verleihs runterzubeten, möchte ich meine glühende Verehrung für Frankreichs souveränsten Schauspieler, Jean-Hugues Anglade (Michel Durand), aussprechen, der es schafft, in 122 Minuten die Handlung fast alleine zu tragen. Er wird dazu genötigt, nur weil er, der Psychoanalytiker, mal kurz während einer Therapiesitzung mit der laszivsten seiner Patientinnen eingenickt war. Nun ist sie tot - wer war's, er selbst? Die Leiche muss entsorgt werden. Ein Brüller.
Die nicht minder verehrungswürdige Valentina Sauca* (Helen Maier) spielt in "Mortal Transfer" Jean-Hugue's Freundin (im RL ist sie die Freundin des Regisseurs). Jene Ranchbewohner, die nach der "Valentina" Geschichte neugierig auf die Dame geworden sind, bekommen sie nun in einer Nebenrolle, aber überlebensgross zu sehen. Aber, Saint Glinglin, ich verehre ja auch noch eine dritte Person, nämlich die zunächst sehr vitale, dann tote Hélène de Fougerolles (Olga Kubler). Diese Franzosen: endlich haben wir es mal nicht mit einem Beziehungsdrama tun, das der Trinität von Gelaber, Hieben und Versöhnung unterworfen wird, sondern mit einer genreübergreifenden, zeitgemässen Comédie Noir.
Liege ich etwa falsch? Ich erbete, ob meiner dreifachen Befangenheit, ein paar neutrale Reaktionen.
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