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Vollständige Version anzeigen : "NATO-Planen" oder mode aus den 60ern


waldfee42
27.04.2001, 12:28
anfang der 60er war bei uns der absolute modehit die 'nato-plane'.
jeder, der eine oma oder tante oder wen auch immer in der brd hatte, ließ sich eine schicken.
mit der 'nato-plane' isz eine art regenmantel im trenchcoatstil aus beschichtetem perlon oder nylon gemeint.
wer kann sich daran noch erinnern?
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ein herzliches glückauf aus dem erzgebirge

peterthomassuschny
27.04.2001, 18:28
Hallo Waldfee, ich weiß nicht ob wir beide das gleiche meinen, bei uns waren die soge-nannten Regenpelerinen meist blau oder grau eventuell noch grün, mit Kaputze, ähnlich jenem Gewand, das der Volksmund in Österreich 'Wetterfleck' nennt.
Erst Mitt der 70er kam vorübergehend eine Mode auf, daß die Regenjacken gelb waren aus einem Material, das nicht mehr durchsichtig war. Sie wurden 'Ölzeug' genannt, wahrscheinlich ein Begriff aus der Seefahrt.
Ein Jahr nachher kamen dann die ganz dünnen Windjacken zum Schifahren in Mode, Papierjacken genannt, angeblich Papier mit Wachs beschichtet. Wer ungeschickt stürzte oder eine Zigarette darauf bekam, konnte das Kleidungsstück meist wergwerfen, dafür war der Träger oder die Trägerin meist gleich eine schifahrende Litfaßsäule.
Über meinem Schreibtisch hängt eine Dame mit Fellhaube, unten zum Schnüren, eine Werbung, 'Hobby-Hefte' im Jahersabo zu bestellen.
Generell habe ich den Eindruck, Anfang des Jahrzehnts schauen die Damen eher noch so aus wie die Audrey Hepburn in 'Charade', bieder gekleidet, durchaus nicht viel anders als im Stil, der auch schon in den 30ern-50ern war, ab Mitte des Jahrzehnts (in Österreich Ende des Jahrzehnts) tragen dann alle den von Mary Quandt erfundenen Minirock (was damals meinen Hals noch nicht länger machte, in dem Alter schaute ich noch nicht auf so was).
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

waldfee42
27.04.2001, 20:00
der mini-rock setzte sich bei uns in etwa ab mitte der 60er jahre durch. zu der zeit wanderten auch meine rocksäume immer weiter nach oben.
ende der 60er kamen dann zu den mini-röcken die maxi-mäntel, davon war ich aber nicht so begeistert. wir wohnten damals in einem bergarbeiterdorf in den bergen. da war so ein langer mantel beim morgendlich weg zum zug oder bus eher hinderlich.

honda
28.04.2001, 15:32
Der Hausmeister aus der Schule sagte: Da läuft sie rum mit einer Jacke und nichts drunter - das war mein Minirock und Minimantel, direkt aus den Sommerferien aus England importiert. Ein paar Jahre später war dieser Rock sogar noch lang im Vergleich zu dem, was sonst so auf der Straße rumlief
honda
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honda

waldfee42
28.04.2001, 16:48
ich weiß, der mini-rock mutierte dann zu einer art breiterem gürtel!
da trug ich aber schon keinen mehr, sondern versuchte eine neue länge 'midi'.

waldfee42
29.04.2001, 17:04
unser lieber pts hat es schon angeführt, die kleidervorschriften für jungen und mädchen waren viel strenger!
noch bis ende der 60er konnte man als mädchen nicht in hosen tanzen gehen.
für meine brüder mußte ich samstags immer hemden und hosen bügeln, da eintritt nur in tanzgerechter kleidung.
war ich froh, daß dann die bügelfreien nylonhemden aufkamen.
auch die frisuren in den 60ern, grauenhaft, hochtoupiert, gelackt usw. ich hatte da immer meine probleme, da ich sehr dickes und glattes haar hatte.

honda
11.05.2001, 17:55
Im Internat hatten wir Schulkostüme, die mussten wir am Wochenende und zu besseren Gelegenheiten immer tragen. Für die Mädchen war keine Hose dabei, auch sonst waren Hosen für die Mädchen verboten. Wir haben dann im Verein mit der Internats-Krankenschwester fabuliert, wir hätten Nieren- oder Blasenentzündung und müssten deshalb Hosen tragen! Dann wurde es ausnahmsweise erlaubt.
Stellt Euch mal vor, man würde das unseren Kindern zumuten!
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honda

waldfee42
11.05.2001, 22:16
@honda
wenn wir die vorschriften aus unserer jugend unseren kindern zumuten würden, ich glaube, die würden unseren geisteszustand überprüfen lassen.
ich weiß noch, daß bei und in den 60ern niemand in jeans in die schule durfte, er wurde nach hause geschickt!
bei uns in der ddr waren sie da besonders streng, wegen klassenfeind usw.
jedenfalls fand ich es schon eine riesenerleichterung, daß sich in den 60ern die strumpfhose durchsetzte, auch wenn sie wahnsinnig teuer war.

peterthomassuschny
12.05.2001, 10:21
Ich will niemanden Bekleidungsvorschriften machen, aber mir gefallen Röcke dennoch besser als Hosen, auch wenn sie beim täglichen Kastenwagenfahren gefährlich sind, weil ich vor lauter Kopfverrenken aufpassen muß, nirgendwo anzufahren (typisches Männerproblem)
Und Jeans, vor allem enge, trage ich auch nicht gerne, ich fürchte nämlich um meine Gesundheit, die sollen nicht so gut sein.
Dennoch: jede/r soll tragen, was ihr/ihm
gefällt.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

peterthomassuschny
12.05.2001, 10:24
Ich will niemanden Bekleidungsvorschriften machen, aber mir gefallen Röcke dennoch besser als Hosen, auch wenn sie beim täglichen Kastenwagenfahren gefährlich sind, weil ich vor lauter Kopfverrenken aufpassen muß, nirgendwo anzufahren (typisches Männerproblem)
Und Jeans, vor allem enge, trage ich auch nicht gerne, ich fürchte nämlich um meine Gesundheit, die sollen nicht so gut sein.
Dennoch: jede/r soll tragen, was ihr/ihm
gefällt.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

honda
15.05.2001, 16:57
Strumpfhosen gab es nur ausnahmsweise. Zur Konfirmation hatte ich ein Gummeband um den Bauch, an dem waren Strumpfhalter befestigt, daran hingen mehr ober weniger faltenreich die schwarzen Nylopnstrümpfe, die gleich an der Kirchenbank eine Laufmasche bekamen.

waldfee42
18.05.2001, 19:18
@honda
kannst du dich noch an diese komischen dinger erinnern, die anfang der 60er noch als büstenhalter fungierten?
jedenfalls habe ich ein heidengeld ausgegeben, um den ersten triumph-bh zu kaufen (brd-import!).
eigentlich brauchte ich zu dieser zeit noch keinen bh, aber ...

honda
18.05.2001, 20:51
Waldfee-42
Mein erster BH (die Pfadfinderführerin rief meine Mutter an sagte ihr, ich müsse endlich einen BH tragen!) war vom Dachboden aus der Kiste der erste BH meiner Mutter, ein rosa Satindings, das ganz anders war als das, was man kaufen konnte. Es war peinlich, weil die anderen Mädchen auf dem Clo ihre neuen BHs zeigten und ich mich nicht traute, dies Teil vorzuführen. Dann bekam ich eine, aber ich glaube, der war normal, kariert oder so.

peterthomassuschny
19.05.2001, 11:38
@Gut Pfad, Honda!
Das lese ich ja gerne, auch noch dabei?
Unser Motto: 'Einmal Pfadfinder, immer Pfadfinder!' und 'Wenn schon Pfadi, dann III. Kolonne'.
Gut Pfad!
'Mr. Roaring Sixties'
G 69/III LK Wien

honda
19.05.2001, 14:44
@pts
Als ich ins Internat kam, musste ich die Pfadfinderzugehörigkeit beenden, hinterher gab es andere Interessenschwerpunkte. In unseren Gruppen waren es auch meist Mädchen bis ungefähr 14, 15 Jahre. Die größeren, die dabei blieben, haben dann schon bald Führungsaufgaben übernommen. Mir hat es riesig gefallen, und ich denke, ich habe einiges gelernt (nicht nur Feuer mit einem Streichholz anmachen). Wir sind regelmässig losgezogen und haben für den Paritätischen Wohlfahrtsverband mit den Blechbüchsen gesammelt und kleine Ansteckblümchen und Plastikfiguren verkauft. Es entstand dann immer ein Wettbewerb, wer am meisten Umsatz macht.
Manchmal treffe ich ein paar alte Freundinnen aus der Pfadfinderzeit wieder, dann geht es mit den nostalgischen Erinnerungen los.

waldfee42
20.05.2001, 13:35
@honda
jedenfalls stelle ich erfreut fest, daß zu der zeit auch die jugend in der brd noch gewissen zwängen unterworfen war!
stell dir mal vor, heute sagt eine lehrerin zu einer schülerin, sie möge doch bitte einen bh tragen!
in den 60ern waren auch längere zeit steppjäckchen modern, habe einige bilder von mir in dieser bekleidung.

peterthomassuschny
03.08.2001, 20:47
65er Geburtstag von Yves Saint Laurent, übernahm 1957 nach dem Tod von Christian Dior dessen Modestudio und eröffnete 1962 sein eigenes Modehaus. Er schuf 1966 als erster Pariser Modeschöpfer eine prŽt ˆ porter-Kollektion, 1968 erfand er dann den Safari Look.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
www.r60.net

Lelani
07.08.2001, 13:00
Minirock, Vater war strickt dagegen. Also ging man aus dem Haus und die Rocklänge war Züchtig bis unter dem Knie. Kaum hatte man das Haus verlassen wurde der Rock so lange umgekrempelt bis die Rocklänge der Mode entsprach. Als dann Midi aufkam hatte ich einen Rock der vorne geschlitzt war - und zwar so hoch wie es sich gerade noch vertreten ließ. Dazu Schnürstiefel, es dauerte lange mit der Schnürerei, aber ich war Top modisch. Dazu einen Maxi Mantel mit Kapuze. Heute gruselt es mich wenn ich daran denke wie ich aussah.
Was auch modisch war bei uns waren Kleider die in der Taille gesmokt waren, so nannte man das. Sah aus wie Rüschengardine. So was trug ich zur Konfirmation. Superkurz, Taille gesmokt, weißer Kragen, ganz die Unschuld. Dazu die erste Dauerwelle meines Lebens, bei deren 'Herstellung' ein Lockenwickler unter der heißen Haube mein Ohr verbrannte.
Die Frisuren waren auch schrecklich damals, Mozartzopf und Korkenzieherlocken. Ein Glück das es kaum Bilder aus dieser Zeit von mir gibt.

Johnny Harms
07.08.2001, 15:53
S*C*H*A*D*E

peterthomassuschny
07.08.2001, 21:18
@Lelani: Finde ich auch schade. Von mir gibt es Gott sei Dank genügend Fotos ab 1962 bis heute, Schwerpunkt natürlich Kinderfotos, aber durch meine beiden Schwestern (* 1957 und * 1960) gibt es auch einige mit Mädchen- bzw. Damenmode. Miniröcke trugen sie zwar nicht, aber beide hatten Hotpants, die waren in Ö zwar ab 1971 richtig modern, gab es aber in D schon ab 1966 (Werbung in einem Hobby-Heft). Und dann war auch so ein enges Halsband modern, daß vom englischen ins deutsche übersetzt 'Würger' hieß, (Tschoker ausgesprochen, Schreibweise weiß ich jetzt leider nicht, vielleicht 'Chalker'?)
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Lelani
08.08.2001, 13:14
@pts
So ein Band um den Hals hatte ich auch. Schwarzer Samt und darauf dann irgendein hübscher, aber falscher Brilli. Ich trug dann später allerdings einen Peace Anhänger, nicht mehr auf Samt sondern am Lederband, so wie heute auch modern.

honda
08.08.2001, 20:23
@pts
Di eDinger werden choker geschrieben, Die Bezeichnung benutzt manheute noch für die Perlenketten, die eng am Hals anliegen (und einen tatsächlich würgen!). An die Samtbänder mit falschen Pretiosen dran kann ich mich auch noch erinnern, ich hatte eine Plastik-Kamee dran.
Hot pants kamen bei uns 1971 auf, die Schnürstiefel ebenfalls. Vorher (nach dem Abflauen des Supermini) gab es die Mischung Mini midi maxi, ganz kurze Rücke, Maximantel dazu, der im Straßenstaub wehte. Jede Art Blümchenmuster, synthetische Stoffe, die ganz furchtbar zu tragen waren. Plastikschuhe in allen Farben (Lack!). Flasche Wimpern, Haarteile, toupiert und gelockt. Zu den Wimpern ganz hell geschminkte Lippen. Pony-Frisuren.

peterthomassuschny
08.08.2001, 20:37
@Honda
Danke. Habe ich gestern auch noch in einem Wörterbuch gesehen, am Schreibtisch schaut es bei mir immer so ähnlich aus, wie beim Praktischen Arzt, wie ich ein Kind war, da hat der Hartwarenhausbesitzer (alle möglichen Haushaltsbedarfsachen, mir fällt jetzt kein anderer Begriff ein) gemeint, beim Dr. Frauendorfer hat seit 1945 keiner mehr zusammengeräumt. Der Sohn vom Dr. hat dann 'Tu was' gegründet, der Vater hat zwar gemault, aber Tu was war ab Ende der 60er/Anfang der 70er voll auf der 'Fit mach mit'-Welle, sehr erfolgreich. Größte Lachnummer war, wie der Arzt einmal in der Unterhose durchs Wartezimmer gelaufen ist, wo schon Patienten drinnen saßen, meine Mutter hat immer lachend erzählt, daß dieses Kleidungsstück auch nicht unbedingt sauber war ...
Aber zurück zum Thema - beim Auto haben wir doch auch öfters einen Chocker oder Choke, der dient ja eigentlich nicht dazu, den Motor abzuwürgen, oder heißt das, die Luftzufuhr drosseln? Du weißt das sicher als Expertin.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

peterthomassuschny
08.08.2001, 23:22
@Honda
Mir ist noch was zur Frisur eingefallen, die Damen in der Generation meiner Mutter (Jahrgang 1924)trugen eine zeitlang beim Ausgehen Perücken. Eine gute Freundin meiner Eltern hat 2 Söhne, beide immer (auch noch heute) nicht unbedingt das, was auf den Mund gefallen zu nennen ist, der ältere (3 Wochen älter als meine Schwester * 1957), also damals so ca. 12 bis 13 Jahre alt, meinte: 'Mama, mit der Perücke schaust Du aus wie ein Hippie von vorgestern!' Seit dem weiß ich, daß es immer noch Leute gibt, die uncharmanter sind als ich.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

peterthomassuschny
26.12.2001, 15:17
Ist der Muff bei den Damen gänzlich ausgestorben? Damals trugen manche so ein Kleidungsstück noch, die Petrapuppen meiner Schwester hatten noch einen Muff. Falls wer das Kleidungsstück nicht kennt, mich bitte befragen, ich kenne das noch.
Eine Zeit Ende der 60er bei allen Frauen modern: Perückentragen.
Ein auch so nicht auf den Mund gefallener Sohn von Freunden meiner Eltern, am Ende des Jahrzehnts 13, meinte so treffend:
"Mama, Du schaust aus wie ein Hippie von vorgestern!".
LOL.

Michaela Benner
29.12.2001, 21:24
Ich meine Anfang der 60er wurde für neue Textilfasern geworben. Trevira gehörte da dazu. Ich bekam da nämlich einen neuen grünen Anorak, passende Skihosen mit Steg und Stiefel aus Seehundfell (!)... war sicher künstlich, oder nicht? Für Trevira wurde mit irgendeinem Maskottchen oder so geworben. Weiß das jemand noch? Jedenfalls konnte man die Anziehsachen endlich waschen, wenn man sich als Kind mal schmutzig gemacht hatte. Das war ja vorher sonst ein Drama!
Und noch was zum Thema Anziehen (Ihr merkt heut abend sprudeln meine Erinnerungen). Röcke (blauer Faltenrock z.B.) und Pullover wurden grundsätzlich größer gekauft, damit man "reinwachsen" konnte. Anscheinend war das sonst zu teuer. Und statt Handschuhe im Winter hatte ich zeitlang einen weißen Muff. Das war so ein Fellding, wo man beide Hände reinsteckte und um den Hals hing.
Mein Bruder bekam Anfang der 60er (er 60 geboren) seine ersten Jeans!!! Auf der Kiliansmess in Würzburg... Ach ja!

Michaela