Vollständige Version anzeigen : Kein Interesse an Architektur?
peterthomassuschny
29.04.2001, 10:32
Architekt Hannes Lintl, 76 Jahre alt, bekam diese Woche das Verdienstkreuz für Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich.
Sein Hauptbezug zu den 60ern ist der Donauturm im heute Donaupark genannten Gelände der Wiener Internationalen Gartenschau, WIG 1964, ein CafŽhaus und ein Restaurant, das sich dreht, gibt einen tollen Ausblick über die Stadt und bei Schön-wetter bis hinüber zur Slowakei. Auch wenn es seit den mittleren und späten 90ern jede Menge neue Hochhäuser in der Umgebung gibt, ist der Turm das Wahrzeichen des modernen Wien.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
P. S. Andere moderne 60er-Jahre-Bauten in Wien: das Haus der Firma Philips und das Museum des 20. Jahrhunderts (eigentlich der österr. Expopavillion von 1958, 1962 oder 1963 nach Wien übersiedelt) - bei von Arch. Karl Schwanzer (1918 - 1975) oder Habitat auf der Expo 1967 in Montreal. Kennt wer überhaupt ein Architekturbuch, das sich mit den 60ern befaßt? Würde ich auch gerne lesen.
Ich bin kein Fachmann, aber es gibt schöne Fotosammlungen und Postkartenbücher über diverse Städte, die das 'Stadtgefühl' der 60er sehr gut einfangen. Viel weniger Neon, verspielte Schriftzüge, kleine Kneipen, Einzelhandelsgeschäfte. Diese Bücher sind oft über die 50er, aber offenbar hat sich Architektur nicht so sehr geändert... Gruß Spleen
In unserer Stadt sind in den 60er Jahren eine Menge sehr schöner Bauten eingerissen worden und hässliche Häuser dafür an diese Stellen gebaut worden. Es hat lange gedauert, bis man gemerkt hat, dass da ein Schaden entstanden ist, den man nicht mehr so einfach wieder gut machen kann.
Vor einigen Monaten ist ein Büchlein herausgekommen, das eine ganze Menge dieser alten nicht mehr vorhandenen Gebäude und die Straßenführung aus der 60er Zeit in Fotos und Beschreibungen zeigt. Man kann so richtig in Nostalgie versinken, wenn man das in Ruhe ansieht!
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honda
peterthomassuschny
30.04.2001, 20:01
In einem meiner Hobby-Hefte kritisiert dieses schon in den 60ern ganz heftig die Schlafstädte am Stadtrand.
Der Doyen der österreichischen Architekten, Prof. Roland Rainer (im Vorjahr 90 Jahre alt), dem wir u. a. die 1958 erbaute Wiener Stadthalle (ein großes Veranstaltungslokal mit eigenem Schwimmbad und Eislaufplatz) verdanken hat schon Ende der 50er/Anfang der 60er von der Gefahr der Automobilisierung gesprochen, gemeint hat er vor allem den Zwang zum Automobil, den die unsinnigen Stadtplaner haben. Genau deshalb wurde er, der parteilose Stadtrat, von unseren diversen stupiden Bürgermeistern abgesetzt.
Und das war leider die Ära des Franz Jonas, der als Bundespräsident eine viel besserer Figur gemacht hat, warum er Wien 14 Jahre als Bürgermeister verschandelt hat (1951 - 1965) weiß sowieso kein normaler Mensch.
'Mr. Roaring Sixties'
peterthomassuschny
08.05.2001, 20:54
Habe gerade gelesen, daß das Fantasialand bei Kölln, das kürzlich brannte, 1967 gegründet wurde.
Auch bei uns gab es schon in den 60ern ein Märchenland in St. Margarethen bei Rust/Neusiedlersee.
Ein weiteres 'Bauwerk' ist natürlich der große Park rund um den Wiener Donauturm, die WIG 1964 (damals Wiener Internationale Gartenschau), heißt heute eigentlich Donaupark, nur bei Puristen (zum Beispiel bei mir WIG oder echte WIG, die falsche WIG
ist die WIG 74, die heißt bei mir Kurpark Oberlaa, ist auch eine schöne Anlage, aber halt 70er) heißt sie noch WIG.
Zur Eröffnung gab es sogar eine Seebühne (heute weg), ein Seerestaurant (heute ein Fitnessclub) und Österreichs einzigen je gebauten Horizontalsessellift (schon Anfang der 80er demontiert), dafür ist der Spielplatz sehr groß, seit den 80ern noch ein zweiter dazugekommen und sogar vom legendären großen Exzentriker, 'Maitre Leherb' (eigentlich Helmut Leherbauer) gibt es sogar ein Mosaik, leider finden es nur die Insider (= die Puristen).
Beste Grüße
'Maitre Roaring Sixties'
Ich lebe in einer Hamburger Vorstadt, die gut und gerne zum Freilichtmuseum für Architekturverbrechen der 60er und 70er Jahre ernannt werden könnte. Einen besonders nachhaltigen, aber nie so richtig gewürdigten Beitrag dazu hat die evangelische Kirche geleistet. Schaut man sich einmal deren Bauten aus dieser Epoche - angefangen in den 50ern - an, überfällt einen wahrlich das kalte Grausen. 'Gotteshäuser' in Gestalt eines umgestürzten UFOs, daneben ein Turm aus zwei bulimischen Betonstelzen, in denen das Glockengehäuse hängt wie die Kabine eines Kranführers... Es wäre eine lohnende Aufgabe, einmal einen Fotokatalog der schönsten norddeutschen protestantischen Scheusslichkeiten herauszubringen. Das architektonische Äquivalent zu Techno-Gottesdiensten und Kirchenliedern wie 'Danke für meinen Arbeitsplatz'.
peterthomassuschny
10.05.2001, 20:34
@PeterLu
Bei uns heissen die 'Vaterunsergaragen'.
Der Wiener liebt immer lustige Vergleiche.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
peterthomassuschny
13.05.2001, 13:32
Zur 'Wiederbelebung' des Donauturms, um den es etwas ruhiger geworden ist (soll lt. Geschäftsführung das Problem aller Aussichtstürme weltweit sein, irgendwann flacht das Interesse ab) gibt es dort neuerdings auch 'Bungee Jumping'.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
P. S. Schönen Muttertag an alle, die hier heute scheinbar nichts schreiben.
In Österreich übrigens 1923 erstmals auf Initiative der Pfadfinder eingeführt.
peterthomassuschny
25.12.2001, 17:50
Na, hat keiner eine Möglichkeit, einige Bilder hier hineinzustellen?
Muß einmal selber schauen, wie das funkitoniert.
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