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Vollständige Version anzeigen : Die Guten Liedermacher


Jan Tenner
15.05.2001, 00:30
Also zu den 60«ern fallen mir die guten Liedermacher ein.
Singer wie Franz Josef Degenhardt und Hannes Waader waren meiner Meinung nach die ganz Grossen!
Würde mich freuen wenn jemand mal was zu schreibt, denn ich hör mir die Lieder immer wieder gerne an http://www.alles-bonanza.de/ubb//smile.gif
Also bis dann euer Jan Tenner

Schocker
15.05.2001, 13:43
Schließe mich deiner Einschätzung an, Jan. 'Spiel nicht mit den Schmuddelkindern' war wohl Degenhardts Klassiker. Gut ist auch 'Deutscher Sonntag'...und gab's da nicht noch ein ziemlich langes Lied, das 'Monopoly' hieß? Daraus erinnere ich mich noch an die Zeile 'Alles ist Schicksal, Gewinn und Verlust'. Weiß aber nicht, ob das so korrekt ist.
Hannes Wader ist ja jetzt mit Konstantin Wecker aktiv...das erste, was ich von ihm hörte, war 'Langeweile / ist ausgebrochen in der Stadt / kommt angekrochen und sie hat keine Eile' oder so.
Er war vielleicht der Vielseitigste...hat auch plattdeutsche Lieder, Shanties und Volkslieder gesungen. Gab's da nicht mal ein reichlich sarkastisches Lied von ihm über ein Schwein namens Monika? Aus einem anderen Lied kenne ich noch die Zeilen 'Ich weiß, so ein Mädchen ist eigentlich / Viel zu schade für mich, viel zu schade für mich'.
Hat nicht auch Reinhard Mey schon in den 60ern angefangen?

Beste Grüße

peterthomassuschny
15.05.2001, 21:47
Klar, Reinhard Mey war schon Ende der 60er aktiv, ist auch in meinem Musikkompendium zu meinem Buch (pscht, Schleichwerbung), erwähnt.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Johnny Harms
22.06.2001, 02:18
Ich komme erst jetzt dazu, hier etwas zu schreiben. Ich will das auch tun, damit der Strang nicht unbearbeitet bleibt. Und weil ich im Urlaub mehr Zeit habe, will ich nach und nach meine Erinnerungen an die Szene zurückrufen. Dazu gehört auch Erinnerung an die 'legendären' Festivals auf der Burg Waldeck.

Johnny Harms
22.06.2001, 02:26
zu Reinhard Mey:
er hat schon zu Beginn der 60er mit Schulkameraden aus dem Französischen Gymnasium in Berlin (darunter sein Klassenkamerad Ulrich Roski) und Leuten wie Schobert&Black, Wader, Ofen und Interburg&Co Lieder und Nonsens gemacht.
Seine ersten Erfolge hatte er aber in Frankreich, wo er als FrŽderich May mit selbstgeschriebenen französichen Chansons bekannt wurde, als ihn hier nur die Berliner und die Waldeck-Szene kannte. Er hat eine Reihe von Lieder aus Frankreich später mit deutschem Text hier veröffentlicht.

peterthomassuschny
22.06.2001, 18:57
@Johnny Harms
Das kann ich so bestätigen. 1 1/2 Jahre bevor ich meine Frau kennenlernte hatte ich eine Freundin für 3 Monate, die war Reinhard Mey Verehrerin und hatte sogar ein echtes Autogramm, weil sie ihn mit ihrer Mutter einmal in D irgendwo zufällig in einem Lokal sah.
Nachdem sie französisch und spanisch studiert hatte, hatte sie natürlich auch die französischen Mey-Platten, ich glaube, seine Frau stammt ja aus Frankreich.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
der trotz dieser Ex-Freundin noch immer ein Mey-Fan ist...

Lelani
22.06.2001, 21:40
An Schobert & Black kann ich mich erinnern, stammt von denen nicht: Es war eine Lady in Dorsten, die hatte den Leib voller Borsten. Nach der Schonzeit im Mai gab ihr Gatte sie frei zur Jagd in den städtischen Forsten.
Limericks waren der große Hit.
Ich erinnere mich an ein Lied über ein Huhn '.... sitzt ein Huhn um sich vom brüten auszuruh«n, eines Morgens in der Frühe erwachst Du in der Brühe. Ab in die Suppe- Huhn. ' War das von Ulrich Roski?

Johnny Harms
23.06.2001, 01:13
@Lelani
Schobert & Black sind wirklich für ihre Limericks bekannt geworden.Das war aber schon in den 70er. In dieser Zeit haben sie auch mit Ulrich Roski gemeinsam das erwähnte Huhn geschlachtet.
Angefangen haben die beiden aber in der Folkszene und waren auch respektlos. Ich erinnere noch, dass sie sich 67 auf der Waldeck den Zorn einiger 'Hauptleute' zuzogen, als sie die aufkommende Bartmode mit ihrer Version von 'Kein schönrer Bart in dieser Zeit als hier der unsre weit und breit..' aufs Korn nahmen. Besonders ein späterer Mühlenbesitzer was not amused, auch weil die gesellschaftskritische Relevanz fehlte.

(Beitrag wurde von Johnny Harms am 22.06.2001 um 23:33 Uhr bearbeitet.)

peterthomassuschny
23.06.2001, 10:14
@Johnny Harms
Der Freddy Quinn, der selbsternannte Seefahrer, der auch aus Wien stammt, hat glaube ich so ziemlich alle eher alternativen Typen (damit ich nicht alle pauschal als Linke bezeichne, sonst heißt es wieder, der Suschny, der alte Sozifresser)
vergrault, weil es von ihm ein untypisches
Freddy-Lied gab, wo er sinngemäß feststellte, 'daß wir ja auch lange Haare tragen, aber gepflegt sind' (also keine Gammler usw.). War einmal bei uns in einer Nostalgiesendung zum Hören.
3 Jahre später, 1998 zum Gedenken an 1968, las ich tatsächlich auch in einer Kritik an den herrschenden Verhältnissen in einer grünalternativen Zeitschrift einen Artikel, wo einer über die 60er vor 1968 wetterte, mit lauter Blödheiten, Wiens Unis mit dem Salazar-Regime in Portugal verglich und der prügelte auch Verbal mit einem Seitenhieb den Freddy Quinn.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Jackson Mueller
23.06.2001, 23:02
@Schocker: 'Deutscher Sonntag', 1965 von Franz Josef Degenhardt veröffentlicht, hat auch Zeilen, wo sich Langeweile auf Eile reimt. Meinst Du vielleicht eigentlich dies Lied mit dem von Dir Wecker zugeschriebenen Zitat? Degenhardt singt: 'Sonntags in der kleinen Stadt, / wenn die Spinne Langeweile / Fäden spinnt und ohne Eile / giftig-grau die Wand hochkriecht'.
Von Insterburg & Co. haben wir damals ständig Gedichte und Lieder rezitiert, z.B.: 'Ich tu so gerne rauchen, / recht lange noch, Gott geb's. / In Qualm die Lungen tauchen, / das freut den kleinen Krebs.' Oder: 'Wanderer kommst Du nach Liechtenstein, / geh nicht vorbei, tritt mitten rein.' Oder: 'Zum Blatte sprach der Herbst: / 'Ja, nun sterbst.'
Wolfgang Neuss, der Mann mit der Pauke, darf in unserer Aufzählung auch nicht fehlen: 'Ein Skandal ist anzukreiden, ein Rentner aus Magdeburg will nicht in den Westen. Kann die Verwandten sowieso nicht leiden.' In den westdeutschen 60ern eine heute unvorstellbar herbe Gotteslästerei gegen die damalige Unsere-Brüder-und-Schwestern-im-Osten-Ideologie.
(Beitrag wurde von Jackson Mueller am 23.06.2001 um 21:02 Uhr bearbeitet.)

Johnny Harms
24.06.2001, 18:43
@Jackson Müller
Lass uns bitte über Wolfgang Neuss (und all die anderen) in der Rubrik Kabarett und Kleinkunst reden. Da gibt es dann viel zu tun.
Aber zu den Liedermachern gehört er mit Sicherheit nicht.
Johnny
Der letzte Beitrag von pts ist nicht zu beachten!

Schocker
24.06.2001, 21:37
@Jackson Mueller,
nein, das von mir Hannes Wader (nicht Wecker) zugeschriebene Zitat stammt aus dem Lied ãLangeweileä, erschienen 1972 auf Waders LP ã7 Liederã. Den Text konnte ich leider im Internet nicht auftreiben.
Degenhardts ³Deutschen Sonntagã kenne ich...auch ein gutes Lied, aber ein anderes.

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make love like war

peterthomassuschny
24.06.2001, 23:22
@Johnny Harms
Ich verstehe die Kritik nicht, weil der Beitrag in die Richtung ging, daß sich der Fredy Quinn unbeliebt machte, noch 1998 habe ich in einem Pamphlet gelesen, daß man in Österreich vor 1968 auf Radio Luxemburg wechseln mußte, wenn man nicht Fredy Quinn hören wollte, daß ist typischer Unsinn von einem Alt-68er von ganz links, Ö 3 wurde am 1. 10. 1967 eingeführt, pardon, daß wir in Österreich damals eine bürgerliche ÖVP-Alleinregierung hatten, die viele noch heute gültigen Reformen weiterbrachte, daß sind jedoch historische Tatsachen, ich nehme sogar fest an, daß meine Eltern 1966 sicher nicht ÖVP gewählt haben und unsere Freiheitlichen waren schon damals deutlich rechter als Eure FDP, da war der Jörg Haider noch ein 16 jähriger Schulbub, also haben sie SPÖ oder ungültig gewählt und ich als 4-jähriger schon gar nicht, daher zitiere ich nicht was mein Vater oder meine Mutter so von sich gaben und an historischen Tatsachen zu rütteln kannst Du gerne, nur werden sie dadurch nicht mehr ungültig.
Trotzdem beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Johnny Harms
26.06.2001, 01:18
@pts
Ich will und wollte hier nichts anderes als mich über Liedermacher unterhalten! Ich will mich auch gern darüber austauschen, welche Auswirkungen deren Gesang gehabt hat oder auch nicht. Aber erstens weiß ich nicht, was Freddy Quinn damit zu tun hat, zweitens war die Rede von Schobert & Black und Intersburg und F.J. Degenhardt.
Schon absolut verstehe ich nicht die Erklärung der politischen Ausrichtung der FDP in 1966 damit zu tun hatte. Ich will darauf nicht rumreiten, aber: ich traue mir als Zeitzeuge (Jg 1945) bessere Kenntnisse der politschen Landschaft der BRD 1966 zu als jemand aus A des Jg. 1967!
Bitte: ich möchte hier über Liedermacher und im anderen Forum über Musik und Fernsehn usw. sprechen.
D'accord?
Johnny
(Beitrag wurde von Johnny Harms am 26.06.2001 um 00:00 Uhr bearbeitet.)

peterthomassuschny
26.06.2001, 09:48
@Johnny Harms
Erstens bin ich Jahrgang 1962, zweitens weigert sich die ÖVP, mit der FDP in einem Topf gehaut zu werden, das ist die Schwesterpartei der CDU, drittens habe ich nur in jene Richtung diskutiert, daß Du von einem Typen erzählt hattest, der 'not amused was', weil jemand über jene lästerte, die damals Bartträger waren. Und es gibt vom Fredy Quinn, auch wenn er kein Liedermacher war, sondern einer, der Unterhaltungsmusik machte, ein Lied, daß er eben auch ein Langhaariger sei und kein Gammler. Das war der Bericht über eine politische Stellungnahme eines ansonsten eher unpolitischen Sängers, was ich weiß. Ob das vernünftig oder richtig oder falsch war, beurteile ich hier nicht, ich habe nur fest-gestellt, daß er sich hiermit den Unmut der politisch anders Denkenden zugezogen haben dürfte, weil ich einmal besagtes Pamphlet las, das sich über Österreich als Hort Ewiggestriger in den 60er Jahren echauffierte, was ich für nicht richtig halte, die Ewiggestrigen gab und gibt es leider immer, sie sind aber nicht typisch für die 60er und nicht jeder Bürgerlicher ist mit Nazis gleichzusetzen, so wie umgekehrt nicht jeder Sozialdemokrat ein Anhänger von Lenin, Stalin usw. sein muß. Das gehört meiner Meinung nach doch auch zu dem Thema.
Nix für ungut
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

peterthomassuschny
22.08.2001, 21:03
Wer mehr weiß vom Kleinkrieg von Freddy Quinn
und den von ihm so etwas abschätzig bezeichneten Langhaarträgern 'Wir haben auch lange Haare, aber wir sind gewaschen und gepflegt' kann mir noch was dazu schreiben.
Die das nicht wollen, können ja auf den neuen Strang schreiben, ich sehe den Strang nicht vergiftet, weil das halt auch ein Aspekt der Sache war, auch wenn ich als 8-jähriger damals naturgemäß die Sache nicht persönlich erlebt habe.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

bastifantasti
23.08.2001, 14:03
Es folgt der Text des unsäglichen Quinn Liedes 'Wir'. Mit Liedermachen oder Kleinkrieg hat das m.E. aber nichts zu tun eher mit reaktionismus.

Wer will nicht mit Gammlern Verwechselt werden ö wir!
Wer sorgt sich um den Frieden auf Erden ö wir!
Ihr lungert herum in Parks und in Gassen,
Wer kann eure sinnlose Faulheit nicht fassen - Wir, wir, wir!
Wer hat den Mut, für euch sich zu schämen ö wir!
Wer lässt sich unsere Zukunft nicht nehmen ö wir! Wer sieht euch alte Kirchen beschmieren
und muß vor euch jede Achtung verlieren ö wir, wir, wir!
Denn jemand muß da sein, der nicht nur vernichtet,der uns unseren Glauben erhält, der lernt, der sich bildet, sein Pensum verrichtet zum Aufbau der morgigen Welt.
Die Welt von morgen sind bereits heute wir.
Wer bleibt nicht ewig die lautstarke Meute ö wir!
Wer sagt sogar, dass Arbeit nur schändet,
wer ist so gelangweilt, so maßlos verblendet ö ihr, ihr, ihr!
Wer will noch mal mit euch offen sprechen ö wir!
Wer hat natürlich auch seine Schwächen ö wir!
Wer hat sogar sehr ähnliche Maschen,
auch lange Haare, nur sind sie gewaschen ö wir, wir wir!
Auch wir sind für Härte,
auch wir tragen Bärte,
auch wir gehân oft viel zu weit.
Doch manchmal in guten,
in stillen Minuten,
da tut uns verschiedenes leid.
Wer hat noch nicht die Hoffnung verloren ö Wir!
Wer dankt Noch denen, die Uns geboren ö Wir!
Doch wer will weiter nur protestieren,
bis nichts mehr da ist zum Protestieren ö ihr, ihr, ihr!

peterthomassuschny
23.08.2001, 19:30
@Bastifantasti
Danke. Ich bin kein aufregender Freddi Fan, bloß weil er eigentlich Wiener ist, mir gefällt die 'Seefahrerin', die Lolita, viel besser. Auch das 'Memories are made of this'
von 'Dino Martino', wie ich ihn nenne, ist besser als 'Brennend heißer Wüstensand'.
Ich stufe mich persönlich nicht als reaktionär ein, ich finde nur, daß gerade in Österreich im Jahr 1968 viel Lärm um nichts war, wir waren weder irgendwo in den Vietnamkrieg verstrickt (wir sind ja auch noch heute neutral und eine Volksabstimmung würde auch 2001 eine satte Mehrheit gegen einen NATO-Beitritt bringen) und wesentliche Reformen gehen gerade schon auf die 60er
retour. Wie weitreichend diese sein müssen, soll jeder für sich beurteilen. Zugegebener
massen war aber die Situation in Deutschland weniger glücklich, das lag einerseits daran, daß sie Benno Ohnesorg erschossen haben und Rudi Dutschke anschossen und außerdem natürlich auch an der Springer-Presse, die sich doch eher stark einmischte.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

rz
24.08.2001, 04:31
betritt den Raum , kramt, das Lied Die Party geht schon wieder los pfeifend in einer Schublade und geht wieder, kopfschüttelnd

DrMusic
24.08.2001, 13:26
Also, ich habe nie verstanden wie Freddy so einen Text wie er bei 'Wir' vorkommt akzeptieren konnte. Vermutlich wollte seine Plattenfirma Polydor bei der Zielgruppe der Freddy-Hörer (überwiegend ältere, konservative Menschen, die kein Verständnis für die Politik und den Protest der Jugend hatten) ein Zeichen setzen und zeigen, das Freddy doch eher der 'brave Schwiegersohn' war der Generation sei, der sich von den sog. 'Gammlern und Bartträgern' distanziert. Vermutlich wollte man mit dem Lied 'Wir' als Beweis dafür den Absatz der Platten erhöhen - doch der Schuss ging nach hinten los. Die Aufregung war gross... Eigentlich war 'wir' ja auch nur die B-Seite der Platte, dennoch wurde sie heftig diskutiert. Die A-Seite (Eine Hand voll Reis) bekam wenig Beachtung.
Ähnlich peinlich und grottenschlecht aus dem englischen übernommen war der Song '100 Mann und ein Befehl' von Freddy, den es auch in einer umgewandelten Version von Heidi Brühl interpretiert gab. Hier wollte man 'auf Mitleid' machen - das Ergebnis war einfach nur peinlich... (Original 'Ballad Of The Green Berets' von StSgt Barry Sadler)... so suchte man sich als Zielgruppe die Frauen und Familien aus, deren Männer im Krieg gefallen waren... Offensichtlich traf man damit aber ins Schwarze. Nachdem Freddy mit dem Song einen Riesenerfolg hatte, zog die 'Philips' nach und liess Heidi Brühl den Song nochmal aufnehmen um auch am Erfolg teilzuhaben...
Man versuchte in Deutschland gerade Mitte der Sechziger Jahre, die in den USA aufkommende Welle der Protest und Politsongs zu übertragen und liess Texte übersetzen, um Menschen damit zu erreichen, die der englischen Sprache nicht mächtig waren. Diese wollten aber solche Lieder nicht hören und somit waren sämtliche Versuche der Plattenindustrie vergebens, Dylan, Donovan und Co. eingedeutscht zu vermarkten um auch hier abzukassieren. Die Platten verstaubten in den Regalen und die 'neu entdeckten Talente' verschwanden in der Versenkung. Ich erinnere mich da an eine Dominique, die Universal Soldier und andere Songs auf deutsch gesungen hat. Das war einfach nur lächerlich - sowas konnte man einfach nicht ernst nehmen und die Platten wurden zurecht nicht gekauft.
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Schobert & Black Aufnahmen hingegen erfreuen sich gerade in heutiger Zeit wieder zunehmender Beliebtheit und es gibt nun auch 2 CD's mit den 'Highlights' aus den 70ern. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass die Beiden heutzutage wieder auftreten könnten, wenn nicht Schobert Schulz vor einigen Jahren plötzlich und unerwartet gestorben wäre. Er lieferte fast alle texte des Duos.


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...you may say i'm a dreamer, but i'm not the only one. (John Lennon)

DrMusic
25.08.2001, 02:28
REINHARD MEY
Was die Wenigsten wissen: Seine erste Single erschien 1966 bei der Polydor unter dem Pseudonym 'Reiner May' und trug den Titel 'Geh' und fang den Wind'. Damit gehörte er auch zu den 'Opfern' der Plattenindustrie, die mit der Vermarktung eingedeutschter Dylan und Donovan Songs versuchten Kapital zu schlagen. Die Platte wollte niemand haben.
Wenn sie von den Lesern des Forums jemand hat: Bitte mit Preisvorstellung und Zustand bei mir melden! Ich suche sie erfolglos seit Jahren.
Dr Music
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...you may say i'm a dreamer, but i'm not the only one. (John Lennon)

peterthomassuschny
25.08.2001, 02:28
@Dr.Music
Ich kenne eigentlich das Original von Green baretts viel länger als das vom Quinn, es wurde halt immer wieder einmal versucht, Dinge ins Deutsche zu übersetzen, sehr lustig kann das unser 'Ostbahn Kurti', Willy Resetarits, der Bruder vom Kabarettisten Lukas, es gehört aber ein bißchen Wiener Dialektkenntnis dazu, er übersetzt vieles aus den 50ern bis 70ern, hat sogar schon den
Asterix ins Wienerische übersetzt und das ist gelungen. Wieweit Kommerzsänger wie der Freddy auch Quatsch singen müssen, weiß ich nicht so genau.
Vom Reinhard Mey habe ich irgendwo geschrieben, von einer Ex-Freundin habe ich einmal seine Lieder auf französisch gehört, seine Gattin ist Französin und habe ich ihn natürlich auch in mein Musikkompendium hineingeschrieben, Werke aus den 60ern kenne ich höchstens vom Hören, welche wann genau herausgekommen sind, entzieht sich meiner Kenntnis.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

DrMusic
25.08.2001, 02:28
@ pts
nichts gegen Übersetzungen, wenn sie nicht so ernst gemeint sind. Ich finde Ostbahn Kurti genial - habe schon 2 Konzerte Live miterlebt. Aber in den 60ern - das war unfreiwillige Komik. Man kann zwar drüber schmunzeln, aber eigentlich war es peinlich.
Thema Reinhard Mey: Er halt als 'Frederic Mey' mit grossem Erfolg 4 LP's in Frankreich veröffentlicht, auf denen er französisch singt. Er hat sich sogar getraut, 1971 eine LP mit seinen bis dato grössten Hits auf englisch zu besingen... das war ein Flop - zurecht. Fiel mir gerade bei unfreiwilliger Komik ein. Die Platte hiess 'One Vote For Tomorrow' und die Stücke waren meist wörtlich ins englische übertragen.
Grüsse
DrMusic
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...you may say i'm a dreamer, but i'm not the only one. (John Lennon)

peterthomassuschny
25.08.2001, 02:28
@Dr.Music
Ich streite das gar nicht ab, daß die Übersetzungen sicher oft peinlich waren, die
France Gall kenne ich auf z. B. deutsch und französisch und da zählt eigentlich mehr der herzige Akzent, wenn eine Französin 'Lempion' singt und einen Lampion meint, in der deutschen Übersetzung von 'PouppŽ de cire, poupŽ de son' mit
'Das war eine schöne Party', den Text hat mir wer kürzlich geschrieben, der ist auch nicht so berauschend.
Den Kurti finde ich auch super, er engagiert sich auch sehr brav für sein Integrationshaus und verzichtet auch auf Werbehonorare zugunsten seiner Idee.
Er übersetzt aber meist recht professionell, das einzige, was mir nicht so gefiel, war seine Übersetzung von Zappas 'Bobby Brown', aber das gehört ja schon in einen 80er-Strang. Gut dafür der '57er Chevy'.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
Anmerkung: So wie«s mi heit hot, so hot«s mi imma, I lieb an Rock«n«Roll, glaub ma, I leb net alla! (Muß ich den Mädels immer sagen, ich habe nämlich meine Frau in Verdacht, daß sie eine Wanze in mein Handy installiert hat, diesen unsäglichen selbstgeschnitzten Schmäh erzähle ich überall).

peterthomassuschny
18.09.2001, 23:52
Freddy Quinn (der so heißt, weil sein Vater aus Irland stammt), der selbstinszenierte Seefahrer aus Wien (der lebte immer nur in Hamburg) feiert am 27. 9. seinen 70. Geburtstag.
Am Samstag, 22. 9. ab ca. 22h00, tritt er in der Fernsehsendung 'Lebenskünstler' des Wiener Altbürgermeisters Prof. Dr. Helmut Zilk (Fernsehdirektor ab 1967 unter der ersten Generalintendaz Gerd Bachers) auf.
Manche Kandidaten unseres etwas hansdampfinallengassenartigen 'Hölmerls'
haben Glück und kommen sogar dazu, selber zu reden, wer nicht ganz so wortgewaltig ist, kommt immer etwas unter die Räder des Altbürgermeisters, der sich auch blendend iszenieren kann (aber nicht als Seefahrer).
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'