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Vollständige Version anzeigen : Spiele auf der Straße in den 60ern


Rosenkatze
06.06.2001, 05:35
In den kleinen Straßen gab es damals wenig Fahrzeugverkehr und es gab auch für die Kinder nicht die Hütte voll Spielzeug. Es gab aber viele nette Spiele auf der Straße. Ich erinnere mich an 'Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser?' Die andere Straßenseite antwortete mit: '3 Meter' und Du fragtest:'Wie kann ich es überqueren?' Die Antwort war:'Mit Hinken (auf einem Fuß),oder Schere(mit gekreuzten Beinen)oder... ich weiß nicht mehr, wie sonst noch.....

honda
07.06.2001, 20:20
Na und die Kästchen, die wir auf das Pflaster aufgemalt haben und in denen wir nach bestimmten Systemen herumhüpfen mussten.
Und beim Kindergeburtstag Gespensterverstecken oder so ähnlich, es wurde dunkel gemacht und man versteckte sich und machte Buhuhuhu, der Suchende tat erschrocken, alle hatten Vergnügen, keiner verlor. Um die Wette Kirschkernspucken, bis die Backen vom Aufblasen weh taten. 'Ich seh etwas, was du nicht siehst, und das ist blau'. Stadt-Land-Fluss.

peterthomassuschny
07.06.2001, 20:28
Genau, auch wir spielten, bei uns in Wien natürlich im Hof, da waren auch noch weniger Autos geparkt.
@Honda
Stadt - Land, meinst Du das gleichnamige Aufschreibespiel, wo eine/r das Alphabet durchzählt, der nächste 'Halt' ruft und dann den Buchstaben nennt, bei dem sie/er gerade war und dann wird auf Geschwindigkeit zu jedem Überbegriff ein mit dem betreffenden Buchstaben beginnendes Wort geschrieben?
Weitere Spiele mit den Pfadfindern, teilweise auf der Wiese, teilweise im Heim 'Zur Suppe, zur Suppe, die Knödel sind heiß', 'Der Kaiser schickt Soldaten aus',
'Ripel-Dipel', 'Armer schwarzer Kater',
'Drittabschlagen', 'Die Reise nach Jerusalem' sowie noch aus dem Kindergarten behalten 'Klingelingeling, die Post ist da, Klingelingeling aus Afrika, Klingelingeling noch einen Schritt, Klingelingeling und du kommst mit' (kann ich sogar heute noch singen und singen schon meine 2 Ableger).
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

honda
08.06.2001, 20:48
@pts
Genau das meine ich (Stadt Land Fluss)
Dann gab es noch eins: Jeder bekam einen Papierstreifen und malte einen Kopf drauf, knickte das Gemalte ab, dann wurde nach rechts oder links weitergegeben, der nächste malte einen Oberkörper dran, abknicken, wieder weitergeben, Unterkörper dran. Und dann auseinanderfalten - meistens Riesengelächter.

peterthomassuschny
08.06.2001, 21:07
@Honda
Selber nie gespielt, kenne ich aber von anderen, war auch ganz lustig.
Die diversen von mir genannten Spiele sind etwas länger zu erklären - daher werde ich versuchen, sie demnächst zusammenzuschreiben.
'Reise nach Jerusalem' ist das altbekannte Spiel wo Musik spielt und z. B. 10 um 9 Sesseln laufen, wenn dann die Musik abgebrochen wird, dann scheidet der/diejenige aus, die/der keinen Sessel hat und ein Sessel wird zur Seite gestellt (9 Spieler und 8 Sessel usw.)
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Rosenkatze
09.06.2001, 04:46
Wenn jemand Geburtstag hatte, wurde 'Schokoladeessen' gespielt oder wie immer das hieß!
Eine Tafel Schokolade wurde in Unmengen Papier eingewickelt und mit Paketband verschnürt. Derjenige, der als erstes eine sechs würfelte, mußte sich blitzschnell Handschuhe, Schal und Mütze anziehen und mit Messer und Gabel versuchen, dieses Paket zu öffnen, bevor der nächste eine sechs gewürfelt hatte. Hatte jemand eine sechs gewürfelt, wurde blitzschnell die 'Garderobe' getauscht und weiter an dem Schokoladenpaket gearbeitet. Das ging so lange, bis die Verpackung beseitigt und die Schokolade mit dem Besteck aufgegessen wurde. Der, der die Schokolade essen durfte bekam einen Preis dafür!

peterthomassuschny
09.06.2001, 11:24
@Rosenkatze
Superspiel, richtig, das haben wir auch immer gespielt, aber eher bei einem Tisch, auf der Straße mit der Schokolade schmeckt nicht so gut, wo ist noch eine saubere Fahrbahn bzw. Gehsteigfläche?
Aber ich nehme an, Du hast sowieso gemeint, daß der Strang erweiterungsfähig auf 'Kinderjausenspiele' ist, weil die Kinderpartys hießen damals ja noch so.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

PeterLu
10.06.2001, 12:43
'Stille Post' hat auch immer viel Spaß gemacht. Man flüstert seinem Nachbarn etwa 'Straßenbahn' ins Ohr, der flüstert das Verstandene weiter, und wenn der Kreis durch ist, kommt am Ende 'Fleischsalat' dabei heraus.
Nebenan im 70er-Forum gibts übrigens auch einen Strang über Spiele auf der Straße.
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Kontaktscheu, trinkfest und dezent


(Beitrag wurde von PeterLu am 10.06.2001 um 10:44 Uhr bearbeitet.)

Zazie
10.06.2001, 17:01
Ich war zwar in den 60-ern noch zu klein für all diese Spiele, aber da ich sie so ziemlich alle kenne, da sie sich bis in die 70-er gerettet haben, habe ich auch noch Senf in der Tube :-)
Wir spielten in der Schule auf dem Hof oft Beruferaten. Das ging so: Eine Gruppe Kinder stand einem einzelnen Kind gegenüber, das war der Meister. Die Gruppe dachte sich zusammen einen Beruf aus. Dann rief sie: 'Meister, Meister, gib uns Arbeit!' Meister: 'Was könnt ihr denn?' 'Gruppe:'Vieles'. Meister: 'Zeigt eure Kunst.' Und dann musste die Gruppe jenen Beruf schauspielerisch darstellen, den sie sich zuvor ausgedacht hatte, und sich dabei langsam dem Meister nähern. Der Meister musste erkennen, um welchen Beruf es sich handelte. Sobald er den richtigen genannt hatte, hörte die Gruppe sofort auf und rannte fort. Nun musste der Meister einen aus der Gruppe fangen (mit der Hand abklatschen), bevor sie am anderen Ende des Spielplatzes angekommen war. Der Gefangene war dann der nächste Meister.
'Dreht euch nicht um, der Plumpsack geht um!' Habe ich gehasst, das Spiel, weil ich noch nie schnell rennen konnte und deshalb immer ewig lange der Plumpsack war. 'Dreht euch nicht um, der Plumpsack geht um, er dreht seinen Kreis, von dem keiner was weiß...' oder so ähnlich. Jedenfalls, eine Gruppe Kinder saß im Kreis auf dem Boden, ein Kind war der Plumpsack, der außen um den Kreis ging und dabei irgend einen Gegenstand (meistens eine Mütze oder ein Tuch oder sowas) in der Hand hielt. Er musste mehrere Runden drehen, während die Kinder diesen Plumpsack-Singsang wie ein Mantra wiederholten. Dann musste der Plumpsack den Gegenstand ganz unauffällig hinter einem Kind fallenlassen. Umsehen durfte man sich nicht, nur mit den Händen hinter sich tasten. Hatte das entsprechende Kind nun bemerkt, dass der Gegenstand hinter ihm lag, musste es aufspringen, mit dem Gegenstand in der Hand hinter dem Plumpsack herrennen und versuchen, ihn durch Abklatschen zu fangen. Der Plumpsack wiederum musste um den Kreis flitzen und sich an den Platz des Kindes sitzen, den es soeben verlassen hatte. Kam der Plumpsack dort an, ohne gefangen zu werden, war das andere Kind der Plumpsack. Schaffte das Kind es, den Plumpsack abzuklatschen, war er noch eine Runde Plumpsack. Und noch eine Runde... und noch eine... ich glaube, es gab kein Kind, das so lange Plumpsack war wie ich. Aber ich war schon seit meinen zartesten Kindergartentagen ein absoluter Sportmuffel. Turnen war immer mittwochs dort angesagt, und so war das bei mir immer der 'Aschermittwoch'.
Viele Grüße
Zazie

peterthomassuschny
10.06.2001, 18:47
@PeterLu
Auch gestern Klassentreffen gehabt, daß Du neurdings Deine Trinkfestigkeit betonst?
Ein weiteres Spiel ist 'Schere, Stein, Papier und Brunnen' und spielt sich leicht mit kleinen Kindern, da jeder nur seine Hände dazu braucht, kann ich gerne bei einem Usertreffen erklären und das legendäre Sesselspiel 'Vater, Vater, leih mir die Scher«, welcher Platz ist leer', genaueres frage ich demnächst meinen Vater, die haben das glaube ich auch in den späten 20ern im Augartenpark in Wien bzw. in den 30ern in der legendären Unterbergergassen-AHS gespielt.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Jackson Mueller
10.06.2001, 21:54
Plumpsack habe ich sehr geliebt, allerdings nicht auf der Straße, sondern im Kindergarten.
Später dann, in der Schule, haben wir Jungs kleine Bilder von Sportlern und Filmstars gesammelt. Ich erinnere mich an meine Karten vom 1. FC Köln und mit Mike Nelson (Abenteuer unter Wasser). Bei einem Spiel mit diesen Bildern, das wir auf dem Schulhof gespielt haben, mußte man versuchen, die Bilder so nah wie möglich an eine Wand zu werfen - frisbeescheibenmäßig flogen die Dinger dann zu Dutzenden von trainierten Kinderhänden geworfen in Richtung Wand. Hatten alle Teilnehmer ihre Karten geworfen, durfte der erfolgreichste Werfer alle Karten aufsammeln, und nachdem er 'Bild' oder 'Rückseite' gesagt hatte, auf den Boden fallen lassen. Beim Fallen mußten die Karten sich drehen, so daß unklar war, ob Bild oder Rückseite oben liegen würde. Hatte er 'Bild' gesagt, durfte er anschließend alle mit dem Bild nach oben liegenden Karten behalten. Dann kam der zweitbeste Werfer dran und durfte sein Glück versuchen usf. Was habe ich Blut und Schweiß bei dem Spiel geschwitzt! Denn die Geschicklichkeit allein war ja keine Garantie für den Gewinn.
Das gleiche Spiel haben wir auch mit 5-Pfennig- und 10-Pfennig-Münzen gespielt.
(Beitrag wurde von Jackson Mueller am 10.06.2001 um 19:55 Uhr bearbeitet.)

PeterLu
10.06.2001, 23:22
@PTS: Nein, kein Klassentreffen, im Moment einfach nur passend :-)
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Kontaktscheu, trinkfest und dezent

Rosenkatze
11.06.2001, 04:13
@peterthomassuschny
oh ja, vor lauter Begeisterung über die Erinnerung an die Spiele von damals (bin ich wirklich schon so alt?) vergessen, dass ich über Straßenspiele schrieb. Nein, das Schokoladenessen fand meistens beim Kindergeburtstag in der guten Stube statt und - so erinnere ich mich - bei den Kindern, die in der kalten Jahreszeit Geburtstag feierten.

Zazie
11.06.2001, 12:17
Kann ich bestätigen. War zwar noch nicht in den 60-ern, aber ich habe das Schokoladeessen auch immer zu Geburtstagen gespielt, entweder bei mir oder bei jemand anders. War aber auch ein heißes Spiel :-)
Zu dem Kopf malen-Wegknicken-Oberkörper malen-Wegknicken usw. fällt mir noch eine Variante ein, die ich mit meiner Freudin oft gespielt habe: Onkel Fritz sitzt in der dreckigen Badewanne. Funktionierte auf die gleiche Weise, aber man musste an der jeweiligen Stelle ein Wort hinschreiben. Also Onkel, Tante, Schwester... dann einen Namen, dann ein Verb, dann ein Adjektiv usw... da kamen dann die irrsten Sätze raus, war ganz schön lustig.
An das Knobeln mit Schere, Papier, Stein kann ich mich auch noch genau erinnern, nur hatten wir keinen Brunnen dabei. Ich spielte das oft mit meinem Opa.
Außerdem fällt mir noch 'Abnehmen' ein (passt ja hierher, konnte man sowohl drinnen als auch auf der Straße spielen). Das war dieses Spiel mit einem Faden, den man sich in bestimmter Position um die Hand wickelte und mit den Fingern mustermäßig aufnahm. Der Andere musste den Faden dann auf genauso künstlerische Art und Weise abnehmen und auf seinen Händen platzieren. Die Muster hatten auch Namen: Straße, Badewanne, Lampe... Schluss war meistens dann, wenn der Faden hoffnungslos verknotet war und nichts mehr ging.
Viele Grüße
Zazie

honda
12.06.2001, 18:36
Wir haben noch echt Murmeln gespielt. Es gab verschiedene, zunächst die einfachen aus einer Art Keramik in dunklen farben, die waren ziemlich klein. Und dann die gläsernen mit bunten Schlieren drin. Es wurde eine Kuhle gemacht, und dann murmelten wir - aber die Regeln, die weiss ich nicht mehr so recht. Jedenfalls mussten man Murmeln abgeben, wenn man nicht gewonnen hatte. und versuchte natürlich, nur die nicht so schönen rauszurücken.

peterthomassuschny
13.06.2001, 21:38
Boccia in Lignano am Strand.
Plastikreifen auf eine Stange werfen.
Schnurrspringen.
Diabolo (ist auch in meinem Buch, gibts nämlich wieder)
und dann gab es noch das nette Spiel mit einer Kugel in einem Gerät, wo die Kugel unten weggeschossen wurde und wieder eingefangen werden mußte (auch als Plastik, umrahmt mit einem Plastiknetz, das oben breiter als unten war, gibg es auch wieder).
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Johnny Harms
17.06.2001, 04:12
@pts
Sorry, ich muss widersprechen. Diabolo ist eindeutig 50er genau so wie Hula-Hopp-Reifen.
Zu den 60er gehört das Federballspiel und der Gummitwist der Mädchen und bei den Jungen wie seit eh und je Steinfußball.

peterthomassuschny
17.06.2001, 10:49
@Johnny Harms
Könnte durchaus stimmen, war aber in den ganzen 60ern noch verbreitet und ist vor kurzem wieder aufgekommen (hatte im Sommer 2000 einer bei uns am Pfadilager mit der selber Jahrgang 74 ist, es also von seiner Kindheit her nicht kannte). Kann es so wie Schnurrsprigen und Hula-Hop-Reifen selber nicht spielen, da ich zu ungeschickt bin.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

peterthomassuschny
25.06.2001, 21:02
1. Versteinere Dich - eine/r ist Versteinerer/in, eine/r Erlöser/in, wer angetippt wurde, mußte wie erstarrt stehenbleiben, wenn auch der Erlöser versteinert war, war das Spiel aus
2. Absteigerl - mit den Fahrrädern wird auf andere zugefahren, wer mit einem Fuß absteigt, ist ausgeschieden
3. Glöckerlpartie
a) Fahrradglockendeckel abschrauben und damit mit dem Reifen des Fahrrades hin- und herschießen, zwei Jacken, Rucksäcke etc. bilden das Tor.
b) Uralt (spielte schon mein Vater, der ist Jahrgang 1924) - einer geht wo vorbei, läutet an und läuft davon. Erweiterte Variante (spielten wir 16/17-jährig Ende der 70er nach der Tanzschule): der vorderste läutete an und die 3 hinteren mußten noch mehr laufen.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Elers_2
26.06.2001, 18:24
Ist schon witzig, all die Spiele, die Ihr da so beschreibt, gibt es immer noch, und gab es sicher auch schon lange vor den 60er Jahren.
Meine inzwischen 10-jaehrige Tochter kennt sie alle aus ihrer Kindergartenzeit in Hawaii und Kalifornien (wo wir wohnen), das Fadenspiel z.B., Reise nach Jerusalem, Hinkfuss, etc.
Mir faellt aus meiner Kindheit noch das schoene Spiel 'wer fuerchtet sich vorm schwarzen Mann' ein, ganz schoen rassistisch und sicher typisch fuer damals.

peterthomassuschny
26.06.2001, 20:24
@Elers_2
Der Kohlenhändler und auch unser Herr Bundeskanzler sind auch schwarze, vielleicht ist zumindest der Kohlenhändler gemeint, dann ist dann ganze ja gar nicht mehr so rassistisch, auch in Afrika gibt es keine weißen Rauchfangkehrer, der könnte nämlich auch schwarz sein!
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
P. S. Schwarzhäutige Menschen finde ich ganz in Ordnung, da habe ich keine Ängste, aber ich glaube nicht notwendigerweise, daß die Furcht vor dem schwarzen Mann unbedingt auf Afrikaner gemünzt sein soll, das von uns in den 60ern (und auch das schon von meinem Vater in den 20ern und 30ern gesungene Umba-Umba-Rassa-Lied hat schon viel eindeutiger rassistischen Charakter, da verstehe ich die Kritik eindeutig.)

peterthomassuschny
28.06.2001, 08:29
Trampolinspringen im Alte Donau-Strandbad Gänsehäufel, eine Dame saß an der Kasse mit lauter Aufziehuhren, wenn dann eine läutete, mußte entweder noch weiter bezahlt oder die Matratze verlassen werden.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

peterthomassuschny
03.07.2001, 19:27
Das erste Dartspiel. Nachdem wir aber Kinder waren nicht mit spitzen Pfeilen, sondern Federn wie beim Kinderindianerschmuck mit Magnetfläche und die Zielscheibe aus leichtem Metall, dmit es nicht zu schwer beim Tragen war.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

peterthomassuschny
08.07.2001, 20:17
Strandspiel:
Eisstaberl in den Sand stecken, große Mengen Sand darübergupfen, zwei Spieler kehren den Sand zur Seite und graben ihn wieder weg, bei wem das Eisstaberl am Schluß umfällt, hat verloren.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

pandoras box
16.07.2001, 01:12
Weiß jemand, woher das Tempelhupfen kommt??
Warum es so heißt bzw. wer damit angefangen hat????

Johnny Harms
16.07.2001, 04:36
@ Pandora
Meinst du Käsekästchen oder auch Hickelhäuschen oder Schub(b)eln?

pandoras box
16.07.2001, 11:58
Äh, die Kästchen mit Kreide aufzeichnen, Nummern reinschreiben und dann ein Steinchen von einem Kästchen zum anderen werfen und hupfen. Bei uns im Salzkammergut heißt das Tempelhupfen.

peterthomassuschny
16.07.2001, 18:27
@Pandoras Box
Auch in Wien heißt das Tempelhüpfen, nicht nur im Salzkammergut. Problem: schon in den 60er Jahren kannte ich leider niemanden, der das noch beherrschte. Aber Schneckenhüpfen kann ich, das ist leicht (vom Regelwerk her).
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

honda
17.07.2001, 19:16
Wir bekamen Pfeil und Bogen geschenkt, aber gleich richtige PFeile mit Metallspitzen. Damit haben wir dann bei Picknicks im Wald geschossen und meine Großmutter am Kopf getroffen. Danach wurden uns die Metallpfeile weggenommen und es gab welche mit Gummisaugern.

peterthomassuschny
27.07.2001, 21:46
Im 70er-Forum gibts jetzt einen ähnlichen Strang.

peterthomassuschny
23.09.2001, 20:45
Nicht ganz auf der Straße, aber am Waldrand beliebt, manchmal auch auf der Straße bei Gartenzäunen der 'Klassiker' schlecht hin: 'Hahn und Henne', ausrupfen eines Getreidhalms und mit der Hand geschwind hinauffahren, steht etwas ab, ist es Hahn, befindet sich alles auf einer Höhe, ist es Henne. Haben wir oft und gerne gespielt.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

peterthomassuschny
01.10.2001, 21:10
Nicht auf der Straße, sondern in der Schule, aber sehr lustig: mit einem Plastikdreieck kann bei Sonnenlicht so schön am Plafond geleuchtet werden. Manchmal war ein zweiter Klassenkollege auch so lustig und dann wurde am Plafond Fangerl gespielt.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

peterthomassuschny
11.11.2001, 23:57
Das mechanische Ringelspiel am Spielplatz, heute selber einmal wieder mit so etwas gefahren, jetzt hat das in der Mitte einen Drehteller und kostet nicht mehr viel Kraft, um in Schwung zu kommen.
Als Kinder in den 60ern mußten wir immer kräftig außen mitrennen und dann bei einem kleinen Eingang aufspringen, wenn es langsamer wurde, mußte wieder einer draussen mitlaufen.
Einziges Glück: im Esterhazypark gab es öfters einen recht großen Mann mit Brillen, dem Gesichtsausdruck nach etwas zurückgeblieben, aber Kategorie harmloser Verrückter, der tauchte immer kräftig an und fuhr dann auch mit, das erleichterte immer die Sache, wenn der dort war.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
www.r60.net

Lelani
11.06.2002, 15:30
Wer hat denn auch " die Meiersche Brücke" ( ich habe das immer als Meiersche verstanden, aber das kann völlig falsch sein) gespielt? Zwei Kinder bilden mit ihren Armen einen Bogen, die anderen Kinder gehen darunter hindurch. Dabei wird ein Abzählreim gesungen der von der Zerstörung der Brücke handelt, und wer die Brücke zerbrochen hat ( der Wolf) dann wird gezählt und eines der Kinder wid von den Kindern die die Brücke bilden "gefangen".
Wie es weiterging - keine Ahnung.

Auf dem Schulhof spielten wir immer "Kette", 2 Reihen Mädchen die, ein Lied singend auf einander zugehen. Meist sangen wir : "Zehntausend Mann die zogen ins Manöver."

Beliebt in den Pausen war bei uns Mädchen auch Moritaten singen, ehrlich! " Warum weinst du holde Gärtnersfrau" und solche schaurigen Sachen.
Ich glaube wir waren ein merkwürdiger Haufen kleiner Mädchen im Jahr 1960.

hopsing
11.06.2002, 20:54
Kaiser wie viel Schritte darf ich gehen?

Diese Frage musste mein Bruder und ich immer an meine Schwester stellen, an und für sich schon eine Erniedrigung erster Güte.
Und so richtig beschissen hat sie uns auch noch, de Maz, denn die Spielregeln waren alle 5 min anders.,
Aber wir waren jünger und mussten froh sein ,wenn sie mit uns spielte.

Hati
12.06.2002, 19:42
@LelaniDas war bei uns die "Goldne Brücke" "sie bricht entzwei, sie bricht entzwei,wer wird sie wieder flicken" und dann kam ein "Flieg flieg in den Himmel hinauf" da musste sich das dritte Kind, (das stand währden des ganzen Liedes zwischen den Brückenkindern,) auf die Arme besagter Brücke legen und wurde dann empor geworfen. Da ist bei uns im Kindergarten mal ein Kind mordsmäßig aubgestürzt und auf den Kopf gefallen - Platzwunde - aufgeregte Tante - ungerührte Kinder.

Hallo @Elers_2!
Ich weiß, es ist schon ein Jahr seit deinem Posting her. Aber wie wir den Schwarzen Mann spielten, haben wir sicher nicht rassistische Absichten gehabt. Ich stellte mir da eher was Schwarzes wie einen Kaminkehrer oder Kohlenlieferanten vor, nur viel unheimlicher. Besagte Berufsvertreter waren ja nicht unheimlich, die gehörten bei uns zum Alltag und hießen Herr Zellner und Herr Meier. Auch der Negerkuss war noch politisch korrekt. Und die Sarotti-Werbefigur war ein Mohr.

Im Schulhof - sogar von den Lehrern geduldet - spielten wir Rittern. Einer war das Pferd, der andere hockte auf seinen Schultern als Reiter. Die Pferde rannten gegeneinander an und die Reiter mussten sich gegenseitig niederringen. Ich war ein Pferdespezialist und mit einem gewissen kleinen und deswegen leichten nichts desto weniger zähen Reiter waren wir ein unschlagbares Team (*ohne rot zu werden angeb*).

Hati
20.12.2002, 09:09
Bei uns gab es eine große Wiese, Scäferwiese genannt, weil da ein Schäfer von Zeit zu Zeit seine icht kleine Herde weiden ließ. So groß war die Wiese, dass wir, wenn das Gras hoch stand, stundenlang Trapper und Indianer mit Anschleichen spielen konnten, ohne uns zu begegnen. Im Spätwinter gefror die Wiese bei bestimmten Wetterverhältnissen zu einer rieseigen Eisfläche. Spannend wurde es wenn es auf die regnete und ein knöcheltiefer See entstand.

Sonst wurden hier im Winter Schneeburgen gebaut, die ihren Namen verdienten, und Schneeballschlachten geschlagen, dass es nur so prasselte. Die Munition wurde einen Tag lang vorbereitet. Aber wehe, es hatte jemand Eis oder Steine in den Schneebällen. Das gab Sanktionen.
Und dann konnte man auf der Wiese herrliche Kartoffelfeuer entzünden. Die Kartoffeln waren ein kulinarisches Meisterwerk: außen eine dicke schwarze Kruste, die so herrlich metallisch schmeckte. Innen der teuflisch heiße essbare mehlige Kern, wenn man ungeduldig war, war der noch ein bisschen hart.

Die Wiese existiert nicht mehr, wurde zugebaut. Ein Spielplatz wurde auch "eingefügt". Es überkommt einen der Jammer: Kleiner als eine Garage für ein Kleinauto (also ungefähr so groß wie ein deutsches Kinderzimmer), langweilig und ohne Kinder. (*Die Träne blinkt*)


Völkerball war nicht nur im Turnunterricht unsere Leidenschaft. Aber Fußball auf der Schäferwiese war das non plus ultra. Zu jeder Zeit (besonders spannend im Dunklen, wenn man den Ball nur nach Gehör orten konnte) oder wenn die Schafe gerade geweidet haben. Da wollte niemand Torwart sein. Versteh ich gar nicht! :twinkle: In jeder Teamgröße, nach oben unbegrenzt, nach unten mindestens zwei. Zu Zweit haben wir meist Elferrittern gespielt. Abwechselnd stand einer im Tor und der andere schoss Elfmeter. Wobei sich die Entfernung aber nach Wohlwollen des Torwarts und Können des Elfmeterschützen bemaß. Zu Dritt ging's auch schon: Zwei gegen einen, im Tor stand keiner, das war aber auch nur einen Schritt breit (durch zwei Steine markiert) und ungefähr einen halben Meter hoch, diese Höhe wurde aber nur im Geiste eines jeden Spielers markiert. Wir stritten merkwürdig wenig, ob der Ball jetzt über die Latte ging oder drin war. War man allein und im Besitz eines Balles gab es ein Spiel, wobei man den Ball gegen die Wand warf und wieder fangen musste, wobei auch verschieden komplizierte Figuren zu drehen waren - die hab ich aber nicht mehr im Kopf.

Und dann hatten wir in der Nähe noch einen Bach, nicht breit, nicht tief, aber tief genug, um bei einer "flussaufwärts" gelegenen Baustelle Holz und Eisenkrampen zu leihen (wollten wir ehrlich wieder zurückbringen, klappte widriger Umstände wegen bloß nicht, siehe unten), und ein Floß zu bauen. Mit dem sind wir dann Bach abwärts geflößt. Bis wir auf Grund liefen und ich im Gewässer landete. Wär nicht so schlimm gewesen, wenn es nicht gerade Winter und dementsprechend kalt gewesen wäre. Wie ich zu Hause ankam, (der Heimweg war doch relativ weit) wurde ich in die Badwanne ins warme Wasser zum Auftauen gesteckt. Is aber nix bliem!

Knittkuhl
05.08.2003, 17:01
Wenn ich daran denke, wie wir damals mit Pfeil und Bogen in unserer Siedlung rumgeballert haben, wird mir jetzt noch ganz anders. Ich hatte damals dieses Edelflitzebogenmodell aus Glasfieber (Fieberglas?) Blau mit rotem Griff und - natürlich - Pfeile mit Metallspitzen, die wir dann mit unseren Bleistiftanspitzern zusätzlich gespitzt haben. Dann wurde erstmal fröhlich geschossen. Mal über irgendein Haus, oder mal gucken, wie hoch der Bogen schießt oder wie weit. Komisch, dass wir nie einen getroffen haben!

Johnny Harms
05.08.2003, 22:07
Aber ich hatte einen Jungen zu betreuen, der dabei ein Auge verloren hatte.
Johnny

Knittkuhl
06.08.2003, 09:30
Naja, ich sag' ja, wenn man später so drüber nachdenkt, kriegt man ein ganz schön mulmiges Gefühl, was alles hätte passieren können. Und wenn ich daran denke, wie ich damals hängemattenartig oben an der Schaukelstange hing ... also, meine Kinder dürfen sowas nicht. Kennt eigentlich noch jemand das Spiel "Stöckchenschießen", wo einer ein "Haus-vom-Nikolaus" aus Stöckchen auf den Boden legte und die anderen sich verstecken mussten? War im Prinzip wie Versteckenspielen mit der Ausnahme, dass, wenn es jemand schaffte, das Häuschen zwischendurch wegzuschießen, alle vorher "angeschlagenen" wieder frei waren.

Knittkuhl
06.08.2003, 09:32
Kennt noch einer "Mieseschießen"? Das spielt doch auch kein normales Kind mehr, oder?

Zazie
06.08.2003, 12:49
Hängemattenartig an der Schaukelstange hängen... das hat was. So hing ich früher auch an der Schaukelstange, abwechselnd mit meiner Freundin, bei meinen Großeltern, zwischen Wohnzimmer und Küche. Dort hatte Opa Haken für die Schaukel in den Türrahmen gemacht. Schweinebammeln war ebenfalls eine beliebte Hängposition. Meine Freundin war recht robust, ich sehr zart, schmächtig und zerbrechlich. Dennoch ist mir nie was passiert.