Vollständige Version anzeigen : Bravo, TWEN und Kristall - die Presse der 60er
Johnny Harms
13.07.2001, 11:51
Die Veränderung des Denkens und der Lebenseinstellungen der Menschen in den 60er spiegelt sich in den Zeitschriften wider oder wird auch von diesen vorangetrieben.
Namen wie TWEN oder Pardon sind, auch wenn sie nicht emehr xistieren, immer noch für viele Synonyme der Zeit.
Andere, wie z.B. die BRAVO, haben sich mit der Zeit und ihren Lesern verändert.
Zu Beginn eine wichtige Erkenntnis aus Pardon:
'Der Wunsch ist nicht der Vater, sondern nur ein Onkel des Gedankens.'
peterthomassuschny
13.07.2001, 13:57
@Johnny Harms
Da kenne ich mich leider kaum aus, aber war Pardon nicht eher viel intellektueller, was für Leute wie Dich, die am Ende des Jahrzehnts Mitte der 20 waren und die Bravo nicht eher was ziemlich seichtes für Teenies? Mit so Fragen an Dr. Sommer 'Ich habe gehört, nach 5.000 mal onanieren ist man leer, stimmt das?'
Beste Grüße
von einem alten Bravo-Verweigerer
(meine Eltern waren und sind Gott sei Dank sehr liberal und wurde ich so auch aufgeklärt)
'Mr. Roaring Sixties'
Johnny Harms
13.07.2001, 14:50
Er wirft wieder mit Komplimenten! Ich hoffe, ich kann mich schnell genug ducken. http://www.alles-bonanza.de/ubb//wink.gif
Twen war für Intellektuelle oder die, die sich dazu zählten, Pardon war das Zentralorgan der 'neuen Frankfurter Schule' (des höheren Blödsinns), Bravo war das Blatt, in dem man etwas über die Beat-Szene erfuhr. In anderen Zeitschriften wurde über diese Musik -wenn überhaupt- nur abfällig berichtet.
Mir ist in Erinnerung, daß in einer Zeitschrift gehobenen Niveaus (!?) ein Artikel über die Beatles stand, in dem sich der Autor über den Namen mokierte (die Geschlagenen) und ansonsten die Klischees von der entarteten Musik benutzte. Und genau das war es, was die Jugend in Rage brachte
Vergesst nicht 'Lupo-Modern', das war eine Kreuzung aus 'Bravo' und 'Fix und Foxi', mit Comics, Star-Artikeln und 'Onkel Rolf' Kaukas moralisierenden Anbiederungen. Aus Asterix hatte man in der Übersetzung eine konservative Politsatire gemacht: Miraculix war Adenauer, Majestix war Lübke, die Römer die amerikanischen Besatzer usw...
peterthomassuschny
13.07.2001, 22:32
@Spleen
Und sah sich 'Euer Rolf', wie er sich selber nannte, eigentlich in der Rolle des Onkel Fax? Ich meine jetzt nicht eine Faxrolle (hach, welch Kalauer!!!), sondern den dicken Onkel der beiden, der trug glaube ich immer Militäruniform. War wohl noch ein Kriegsveteran.
@Johnny Harms
Aber gab es nicht ein Pardon noch bis weit in die 70er hinein? So eine absolute Provozeitung mit vielen subtilen Scherzen?
Das war doch die, wo so ein kleines Teufelchen eine Melone zum Gruß vom Kopf nimmt? Oder gab es noch ein anderes Pardon? Mir ist nämlich vorgekommen, Du hast geschrieben, das gab es nur zwischen 1959 und 1971? 1971 war ich aber erst 9, da kann mir so etwas zwar erinnerlich sein, aber daß das so eine subtile Zeitschrift war, das versteht man normalerweise erst so mit 13, 14 Jahren.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
Johnny Harms
13.07.2001, 23:18
@pts
Ich habe geschrieben, daß Twen von 1959 bis 1971 erschienen ist.
Was Pardon angeht, stimmt nur deine Beschreibung des Signets, alles andere ist ziemlich daneben. Aber vieleicht liegt das daran, daß ich nicht weiß, was eine subtile Zeitschrift ist.
Johnny (60th - I was in it) Harms
peterthomassuschny
14.07.2001, 01:02
@Johnny Harms
Ohne jetzt lange zu erklären, subtil sind z. B. die Scherze vom AndrŽ Heller, den kennt ihr sicher auch in Deutschland. Letzten Sonntag war er bei Teddy Podgorski in ORF 2 in DŽjˆ-vu (ist nächsten Sonntag wieder, unbedingt ansehen, Fernsehen von 1955 bis ca. 1985) und da war so ein Beitrag mit einem Interview vom Bundeskanzler Kreisky in den 70ern. Und weil der Heller ein kritischer Künstler ist und kein großer Freund von schwarz-blau (der jetzigen Regierung) meint er dann (er war als Studiogast geladen): 'Eins ist mir noch aufgefallen: damals hat Österreich noch einen Kanzler gehabt ...', das ist für mich subtiler Humor.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
Also, TWEN habe ich wissentlich nicht wahrgenommen in den 60ern. Vielleicht gab es das in den klenen Tabak- und Tante-Emma-Läden auch gar nicht, in denen ich als Schulkind Zeitschriften durchblätterte, wenn ich auf den Bus wartete. 'Pardon' war mir aufgefallen: das Logo mit em Männlein mit den Hörnern unterm Hut fand ich gut, aber viel verstanden hab ich damals nicht davon... Es gab da mal ein vieldiskutiertes Cover mit Jesus im Supermankostüm...
Vor ein paar Jahren verramschte der Laden '2001' Pardon-Sammmelbände, da habe ich mal reingesehen und war verwundert über diese kleingeschriebenen Bleiwüsten, die die dem Leser zumuteten. Ich dachte 'Das liest du nie' und hab«s nicht gekauft. Ich glaube, Pardon hat in seiner späteren Phase viel von französischen Satiremagazinen wie 'Hara Kiri' oder 'Echo de Savanes' übernommen. Die Zeitschrift muss es so bis 1973 gegeben haben. Sie hatten damals auch ein Comic-Insert namens 'Slapstik' mit vielen amerikanischen Comics und auch eigenen Comicparodien, z.B. auf Prinz Eisenherz oder ähnliches.
'Slapstick' gab es kurze Zeit auch als eigenes Heft. War eine merkwürdige Mischung aus bemühter deutscher Satire und französischen Comicserien (u.a. die ersten Kurzgeschichten von Frank Margerin, über den wir im 70er-Forum schon viel gesagt haben...)
Schade, Pardon, aber der Spleen war wohl noch zu jung für dich. Sowas kann man nicht nachholen...
Johnny Harms
14.07.2001, 11:05
@ Spleen
Schade, daß du Pardon verpasst hast. Denn du hast besonders 'Welt im Spiegel' verpasst. Das war eine Art Rubrik, in der die Autoren Nonsens in höchster Form produzierten.
Und die Autoren waren: Robert Gernhard, Pit Knorr, Hans Traxler, F.K. Wächter, F.W. Bernstein usw.
Diese haben auch die Fernsendung 'Dr. Muffels Telebrause' gemacht und Knorr, Gernhard und Eilers sind die Lieferanten von Otto Waalkes.
Kostprobe gefällig:
'Wußten Sie schon, daß Satire alles darf, aber nicht kann?'
peterthomassuschny
14.07.2001, 11:32
@Johnny Harms
Kennst Du eigentlich den Günther Nenning, den österreichischen Meister der spitzen Feder, der hat sicher auch in Deutschland geschrieben? War kürzlich im Fernsehen im Interview mit Helmut Zilk und hatte Anfang der 70er ca. 3 Jahre oder so rund 20 Nummern lang auch eine sehr provokante Zeitschrift herausgegeben (leider den Namen vergessen), ebenfalls aus dieser Epoche stammt meines Wissens nach 'Wespennest', Co-Herausgeber auch Helmut Zenker, der Verfasser der Kottan-Drehbücher und Kandidat der KPÖ bei den letzten NR-Wahlen (Aufputzkandidat, nicht Parteimitglied, schon vor 30 Jahren rausgeschmissen worden, nicht weil er Ferrari fährt (er beutet ja als Filmbuchschreiber keine Arbeiter aus, also darf er Ferrari fahren, das versteht jeder, das steht sicher nicht im Widerspruch zum Parteiprogramm der Kommunisten), sondern weil er keine Mitgliedsbeiträge zahlen wollte).
Seine Eltern waren überdies bemerkt so wie er zuvor Lehrer und die einzige 'Watschen' (Backpfeife), die er je in seinem Leben bekam, war, als er 19-jährig seinem Vater zum Geburtstag ein Buch über die stalinistischen Schauprozesse schenkte, seine Eltern waren nämlich so fanatische Kommunisten, daß der Sohn nicht einmal am Stalin kratzen durfte.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
Johnny Harms
14.07.2001, 11:44
@pts
Ja, ich kenne Günther Nenning, den hier im Norden alle als '3nach9' Talkschow-Moderator kennen.
Ich habe eine große Bitte an dich, die für hier und die anderen Stränge gilt:
BITTE BLEIB BEIM THEMA
Herzlichst
Johnny
Da hörsts auch mal von jemand anderem, PTS. http://www.alles-bonanza.de/ubb//wink.gif
Dr. Muffels Telebrause war vom 'Pardon'-Team? Die Sendung fand ich wunderbar! Lass uns im 70er-TV-Strang drüber erzählen, Johnny!
peterthomassuschny
15.07.2001, 10:29
@Spleen
Wenn das die anderen schreiben, lasse ich das gelten, Du bewegst Dich aber genauso oft im 70er-Forum und da gibt es kaum irgendeinen Strang, der noch beim Grundthema geblieben ist, so schaut das leider aus!
Und da bist Du sicher nicht der einzige, der sich genau an die Strangordnung hält.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
Johnny Harms
15.07.2001, 12:58
@ Spleen
Lass uns mal hier bleiben, denn das mit Dr. Muffel war nur ein Hinweis. Angefangen hat die Truppe in den 60er beim Hessischen Rundfunk im Rahmen des freitäglichen 'Funk für Fans'. Moderatoren waren da Manfred Sexauer (richtig: Beatclub) und Sybille Nicolay. Da gab es dann feine Mucke (viel (Cool-)Jazz)und alles im Mini-Format: ein Mini-Krimi, ein Mini-Hörspiel, eine Mini-Kritik und es gab Peters Bastelstunde (Frankenfeld) usw. Freitag von 20.00 bis 0.00 war keiner von uns aus der Hütte zu kriegen oder aber wir saßen gemeinsam für meinem Grundig Satellit (leider '70 gestohlen)
Die Truppe hatte auch eine eigene Sendung beim hr, ich kann mich aber nicht an den Titel erinnern, auch wenn ich nächtens im Bett auf und ab gehen (siehe Uhrzeit in Musik)
@pts
Mit dabei war auch der göttliche Otto Grünmandel, das beste was die Steiermark je hervor brachte. Weißt, dafür schenk ich Lolita und A. Schwarzenegger gern her.
(Beitrag wurde von Johnny Harms am 15.07.2001 um 11:02 Uhr bearbeitet.)
peterthomassuschny
15.07.2001, 16:10
@Johnny Harms
Ja, der Arnold ist Steirer, die Lolita stammt meines Wissens nach aus Niederösterreich, das könnte ich jetzt aber nicht schwören, aber der leider im Vorjahr verstorbene Herr Grünmandel teilt mit dem Maler Paul Flora und mit dem Rennfahrer Gerhard Berger Tirol als Heimat, da bin ich sehr sicher.
Aber lustig und gut war er immer, da bin ich einverstanden.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
peterthomassuschny
27.07.2001, 21:54
Auch die Autorevue ist ein Magazinkind der 60er, sowie Profil (erstmals 10. 9. 1970)
The Hoople
28.07.2001, 00:26
Kann mir einer von Euch mal was von der 'Rasselbande' erzählen? Das war so eine Kinder-/Jugendzeitschrift im A5-Format. Ich kann mich nur an ein Exemplar von 1967 erinnern. Es waren glaub ich viele Comics und eine Story über Cliff Richard drin. Mehr weiß ich nicht mehr.
Viele Grüße
The Hoople
Johnny Harms
28.07.2001, 05:04
Ich kenne die Rasselbande aus den 50er. Meine Eltern hatten sie mir aboniert. In der Zeit war sie nach meiner Erinnerung ein Heft mit einer Mischung aus Belehrung ˆ la 'Neues Universum', Abenteuer/Entdeckunsberichte, Denksport und 'Humor', was damals Schwerzfragen und ähnliches bedeutete.
Comics waren in den 50er bähbäh!
Der Chefredakteur/Herausgeber(?) schrieb unter DAX.
Die Ausrichtung war 'Mainstream'
Die 'Rasselbande' hatten die braven Freundinnen meiner Schwester, die sich immer wunderten, dass bei uns zu Hause Felix- und FF-Hefte herumlagen (wie verwerflich! Schundliteratur!).
Ich glaube das war so was ähnliches wie 'Auerbachs KInderkalender', eine Kinderzeitschrift in Jahrbuchform mit 'Onkel Hanemann' (einem schwerhörigen Opa), 'Der neue Brief von Mätzchen Mohr' (Lausbubenklamauk), Rätseln und Geschichten. Waren rote, gebundene Bücher, von denen bei uns bestimmt fünf Stück herumlagen. Kennt das noch wer?
(Beitrag wurde von Spleen am 29.07.2001 um 07:40 Uhr bearbeitet.)
Jetzt faß' ich's aber nicht, Spleen, du bist ja auch schon wieder wach!
Ich kenn' nur so Kinderkalender mit rotem einband, sind aber auch viel älter als 60er Jahre.
(Beitrag wurde von Paisley am 29.07.2001 um 07:45 Uhr bearbeitet.)
Doch, die hatten einen roten Einband, mit Bild in der Mitte und Schriftzug drüber (ungefähr wie 'Bullerbüh-Bücher', vielleicht etwas kleiner...) Vielleicht waren die ja noch aus den 50ern übrig bei uns zu Hause? Ich habe sie mir jedenfalls ganz gerne von meiner Oma vorlesen lassen. Irgendwann (wahrscheinleich beim Umzug nach 'Rummeldorf') verschwanden sie dann. Kein Onkel Hanemann mehr... Buhuuu!
Viele Grüße Spleen
The Hoople
31.07.2001, 20:55
Danke für Eure Antworten wegen der 'Rasselbande'. Ich kann mich nur daran erinnern, wie da so ein Vertreter bei uns die Volksschule kam und jedem ein Abo andrehen wollte. Das muß halt Ende 1966 oder Anfang 1967 gewesen sein. Davor hätte mich ein Artikel über Cliff Richard überhaupt nicht interessiert und danach habe ich angefangen, Bravo zu lesen. Bis heute habe ich dann nie mehr etwas über die Zeitung gehört.
Viele Grüße
The Hoople
Ein paar Jahre später haben die dann das 'Teddy'-Heft (vom Klett-Verlag) genauso über die Schulen vermarktet. Das war auch hübsch bieder und langweilig. Viele mochten aber die Bastelteile: kleine Fachwerkhäuser u.ä.
Dann gab es doch noch eine Zeitschrift namens Jasmin, die wohl für Ehepaare gedacht war und teilweise auch erotische Themen behandelte, und die mir immer vorenthalten wurde.
Richtig: 'Jasmin, die Zeitschrift für das Leben zu zweit'. Die habe ich mal bei meinem Onkel rumliegen gesehen, bin dann aber wohl schnell abgelenkt worden. Schließlich hatte der auch MAD und 'Tom und Jerry'. Was das wohl war?
Sidney Friedman
03.08.2001, 00:57
eben gefunden:
http://www.schrader-mobil.de/images/03-twen.jpg
Sid
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Ladies and Gentlemen, take my advice! Pull down your pants and slide on the ice!
Bei uns zu Hause gab«s in den 60ern den 'Gong' als TV-Zeitschrift, in einem für heute unvorstellbar riesigen Format. Sehr zu meinem Ärgrnis, ich hätte gerne die 'HörZu' mit Mecki gehabt...
Dann gab«s noch 'Stern', 'Quick' (von uns Kindern gerne 'Quiiiiiek' genannt) und Oma hatte die 'Neue Welt', die damals noch im Zeitungsformat erschien, aber bunte Schlagzeilen (??) hatte, und wie gesagt 'Prinz Eisenherz' (s. Comicstrang, nue Eintragung)!!
peterthomassuschny
26.09.2001, 08:48
Zwei heute noch existierende Zeitschriften in Ö wurden bei in den 60ern gegründet:
'Der Rennbahn-Expreß', die erste Zeitschrift der Fellner-Brüder, die in den 80ern mit dem Wiener die erste Zeitgeistzeitschrift gründeten und in den 90ern News und Format haben den RE noch 1968 als Schüler begründet.
Ist eine Jugendzeitschrift.
Die vom Kottanregisseur Helmut Zenker gegründete Kulturzeitschrift 'Wespennest' erscheint unregelmäßig einige Male im Jahr und erschien erstmals 1969.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
peterthomassuschny
24.10.2001, 08:19
Kürzlich hätte Henri Nannen (ich hoffe, ich schreibe den richtig) seinen 85. Geburtstag gehabt.
Den Stern hatte meine Mutter in den 60ern sehr gerne gelesen, erst als er nach dem Terroranschlag auf die israelische Olympiamannschaft am 5. 9. 1972 zu araber-freundlich schrieb, stellte sie das ein.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
Johnny Harms
25.10.2001, 22:21
quote:[/SIZE]<HR>Soraya Pahlewi in Paris gestorben
Paris, 25. Oktober (AFP) - Die zweite Frau des letzten Schahs von Persien, Soraya Esfandiari, ist in Paris gestorben. Nach französischen Polizeiangaben starb die 69-Jährige eines natürlichen Todes. Die Tochter einer Berlinerin und eines persischen Studenten in Deutschland war von 1951 bis 1958 mit Mohammed Reza Pahlewi verheiratet. Die Hochzeit machte sie zum Star der Regenbogenpresse der 50er und 60er Jahre und zu einem frühen Paparazzi-Opfer. 1958 wurde die Ehe geschieden - offiziell wegen Kinderlosigkeit. (AFP)[/B][/QUOTE]
Das Schicksal der Familie Pahlewi beschäftigte die Yellow Press der 60er und sicherte Zausenden von Journalisten und Zeitungsmachern ein auskömmliches Leben.
Johnny
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Und wenn sie Freizeit haben, dann hüpfen sie!
Ach, ich hab«s auch gerade im Fernsehen gesehen. Soraya - ja, sie war immer in den Gazetten damals, so bekannt bei uns Kindern durch das Lied....schenkst du mir kein Söhnchen, schmeiss ich Dich vom Tröhnchen - genauso wie Soraya
(Beitrag wurde von Lelani am 25.10.2001 um 20:26 Uhr bearbeitet.)
peterthomassuschny
26.10.2001, 11:47
Soraya muß wirklich sehr berühmt gewesen sein, als ich 7 oder 8-jährig, 1969 oder 1970 von meiner Schwester den hier schon einigemale besprochenen Klassiker 'Die Bombe platzt in Bretzelburg - QRN ruft QRK' gelesen habe und der Kokomiko das winzigkleine Radiogerät schluckt lautet das eine Lied, das aus seiner Nase (wo das Radio dann landet) 'Soraya weint'. Weiß zwar nicht, ob es das wirklich gibt, aber Kokomiko schaut auch ganz verzweifelt dazu.
Habe zugegeben erst als 17-jähriger 1979, als der Schah gestürzt wurde, so richtig mitbekommen, wer Soraya tatsächlich war.
@Johnny
Sollte in die Rubrik 'Paparazzi-Opfer' nicht auch die ca. 1993 verstorbene Jacky Kennedy-Onassis fallen?
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
Nicht nur der Titel dieser Comic-Story wird von PTS weiter wider besseres Wissen falsch zitiert. (Hieß auch bei Kauka merkwürdigerweise 'QRN ruft Bretzelburg'. QRN ist ein Funkerkürzel. Der Französische Titel 'QRN sur Bretzelburg' dürfte damit wohl korrekter sein.) Nein, auch diese Textzeile kommt nirgendwo als Lied vor! Die Kaukatexter haben mit der Schlagzeile 'Soraya weint' immer wieder herumgespielt, z.B. in der Presseschlacht bei den Picheksteinern (frühes 'Kauka Comic'-Taschenbuch) oder in Lupo-Stories, aber nie als Lied. Das ist genauso falsch wie Captain Hooks Augenklappe, PTS!
peterthomassuschny
27.10.2001, 10:34
@Spleen
Dein Wissen ist Comicspezialwissen und mag historisch korrekt sein.
Für mich heißt dieses Werk auf jeden Fall
deshalb 'Die Bombe platzt in Bretzelburg', weil ich das französische Original nie lesen würde! Nicht, weil ich mein Französisch fast komplett verlernt habe, es gäbe genügend Wörterbücher zum Nachschlagen, sondern weil dieses Buch für mich nur lustig ist, wenn es um BRD und DDR geht.
Ich finde es überhaupt nicht lustig, wenn eine berechtigte Kritik an Korruption und Mißwirtschaft, wie des in diesem Werk vorkommt, wo ja Blechdosen dem STAVO, dem Staatsratsvorsitzenden, als Raketen untergejubelt werden sollten, zu einem französisch-deutschen Konflikt hochstilisiert werden. Deutschland und Frankreich sind beide 1956 der damaligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft als gleichberechtigte Mitglieder beigetreten und in einem Werk, das 1969 auf deutsch erschien und total den Zeitgeist aufs Korn nimmt, kann ja nie und nimmer ein Streit zwischen diesen beiden Ländern lustig sein! Mit welcher Logik also wird dann Kokomiko, der das Rad schluckte, vom deutschen Geheimdienst verschleppt, der in Frankreich spionieren will (ich nehme ja an, im französischen Original sind die Deutschen die Bösen und die Franzosen die Guten)?
Das erinnert an jene Blödheiten (und deshalb sind ja die neueren James Bond so fad, nicht weil sie modern sind), wo die Wende in Rußland unter Gorbatschow völlig ignoriert wird und noch immer der russische Geheimdienst hinter allem steht.
Also: das Original zu dem Werk ist in meine Augen absoluter Quatsch und genau aus diesem Grund würde ich es nie lesen und daher heißt das für mich 'Die Bombe platzt in Bretzelburg', weil ich hier nur das deutsche Werk schätze.
Ich hoffe, das war klar genug erklärt.
Aus welchem Band 'Soraya weint' tatsächlich stammen sollte, kann ich nicht nachvollziehen, mir käme es logisch vor, wenn es aus diesem Werk wäre, viele andere von Kaukas Taschenbüchern habe ich nicht gelesen, nur ein paar Hefte, da wir sowieso Berge von Büchern hatten und haben (die meisten der Damen/Herren Lobe, Ferra-Mikura, Umlauf-Lamatsch, Guggenmos, Bayer-Klimpflinger, Bamberger, Feld, Recheis, Ginzkey, Bruckner sind noch immer vorhanden - ach ja, Malpass und Buckeridge natürlich auch noch).
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
www.r60.net
Um die Diskussion abzukürzen: auch im deutschen Original heißt es 'QRN ruft Bretzelburg' (mit dem amerikanischen 't' in Brezel), und Soraya kommt nicht vor. Die Story erschien 1969 im großen Fix und Foxi-Taschenbuch 2, welches gerade auf meinen Knien liegt (es ist auch das einzige FF-Buch, was ich habe). Mit Frankreich hat die Geschichte auch nichts zu tun, es ist eine Satire auf das Deutsch-Deutsche Verhältnis.
Sorry, Fehler von mir: natürlich meine ich nicht das nicht existierende 'Deutsche Original', sondern die erste Übersetzung. Aber in jedem Fall ist es eine Deutsch/Deutsche Geschichte, so achte man auf die Grenzkontrollen, die Versorgungsprobleme in Bretzelburg, den Stechschritt und das militärische Gehabe von Zitzewitz (natürlich ein alter ostelbischer Name), oder auf den sächsischen Dialekt vom Stavo. Der eine Böse spielt sowohl einen Ami-, als auch einen Russengeneral (Viermächtestatus) und letztlich steht auf einem Zuglaufschild auch 'Bonhalla-Berlin-O' und auf einem Grenzschild 'Zonengrenze'. Okay, das ist die deutsche Übersetzung, aber vom Grunde her paßt die Story auch nicht zu Deutschland/Frankreich, nur zu Bundesrepublik/DDR.
peterthomassuschny
28.10.2001, 02:49
@Elwood
Lt. Spleen, der sicher mehr ein Comicsexperte ist als ich, was ich ja nicht bestreite (außer das Harald Havas in Ö vermutlich noch mehr weiß, aber das ist hier nicht Thema) gibt es ein französisches Original.
Wie immer, ich habe dies erstmals auch 1969 gelesen, mir ist 'Die Bombe platzt in Bretzelburg', so steht es scheinbar im Vorsatzblatt oder in der Werbung, in Erinnerung geblieben und paßt für mich besser, weil ja nur der Witz BRD-DDR viel gelungener ist, wieso soll nicht einmal die deutsche Übersetzung treffender als das Original sein? Schon der Gag, wo alle im Bus kurbeln müssen wie mit Fahrrädern und vorne der Schaffner eine Trommel hat und der 5er und der 6er ein Wettrennen machen, ist doch wirklich einmalig, denen ging schon damals der Sprit aus.
Wo ich das mit der Soraya gelesen habe, weiß ich nicht, ich habe das Büchlein nicht mehr gefunden und bitte 32 Jahre und vielleicht dann noch einmal ca. 1975, also auch schon vor 27 Jahren das letzte Mal gelesen und sich jeden Gag behalten, ist etwas schwer.
Übrigens: Nichts gegen Euren DDR-Strang, aber typisch für die 60er war nur der Mauer-Bau, lt. Wiener Zeitung Extra Jänner 2001 gab es sogar ein gemeinsames deutsch-deutsches Olympiateam und habe ich ihm Hobby Sonderband aus 1967 auch noch ein Inserat für Trabant und Wartburg und in einem anderen Hobby für eine Practica-Kamera, also die totale Trennung der beiden Deutschländer (oder Deutschland-Teilen) ist eigentlich mehr ein 70er-Thema, meiner erlauchten Meinung nach (wir haben auch 1974 sehr zur Verwunderung der Erwachsenen über das 1:0 der DDR bei der WM gegen die BRD gejubelt)...
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
www.r60.net
peterthomassuschny
28.10.2001, 02:49
@Spleen
Zur Endlosdiskussion um Captain Hook folgende Bemerkungen:
1. Ray Sawyer, der eine der Musiker der Gruppe Dr. Hook, vermutlich der Sänger, weil er auch vor dem Mikro steht und dort kaum hineinspeibt, trägt eine Augenklappe. Habe die Pickwick Schallplatte aus 1984 extra herausgekramt.
2. Sollte jemand trotz meines nichtjüdischen Aussehens mich durchschaut haben und dort schnell eine Augenklappe hingeklebt haben, damit ich glaube, das ist dem Moshe Dayan sein Sohn oder ein Fan von ihm, so hat der kaum in der Geschwindigkeit des Augenklappen-Hinklebens hinten auch noch vermerken können: Eye patched Sawyer, das steht nämlich in Druckschrift einer Schreibmaschine, Computer u. ä. am Cover und nicht händisch.
3. Das Wissen mit Dr. Hooks fehelndem Auge und der Konnex mit Captain Hook ist keine Peter Thomas Suschny Theorie, sondern stammt aus einem 'Star Alphabet' aus Deutschland, Verlag und Autoren unbekannt, Besitzer mein Homepage Gestalter Mag. Wrabel, ein alter Studienkollege und das Jahr ist 1976.
Also von dort ist das mit Captain Hook her.
Warum Du den stets ohne Augenklappe gesehen hast und sowohl die Buchautoren (die ich jetzt namentlich nicht kenne und in nächster Zeit nicht ausfindig machen werde, weil Du sonst vielleicht verstirbst, wenn Dein Hauptlebenselixier, das Streiten wegfällt, und ich Dich nicht auf dem Gewissen haben will), als auch meine bescheidene Wenigkeit den mit Augenklappe kennen, entzieht sich meinem auf Jochen Rindt, schlechte, weil alte Musik und kleingeistiger Gesinnung, weil nur Autos im Kopf, Sex und Politik (aber keine Drogen) eingeschränkten Weltbildes.
Ferner: der schwache Trost für Dich, der Ludwig Hirsch sitzt endlich im Häfen - aber nur im Bockerer, II. Teil, mit Karl Merkatz, da spielt er in einer kurzen Szene einen Häfeneinsitzer. Also eigentlich ein Scheiß-Tag für Dich, leg Dich bald wieder hin.
Trotzdem beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
Danke, Elwood, hübsche Zusammenfassung und Analyse!
So viel Aufwand um eine nickelige Bemerkung von mir, hihi. http://www.alles-bonanza.de/ubb//biggrin.gif
Fazit: Soraya-Zitat falsch,
Titel 'QRN ruft QRK' falsch.
Titel 'Die Bombe...' inoffizieller Inhaltsblurb, nicht Titel.
Bitte nicht wiederwählen.
Zu Frankreich: Spriou und Fantasio sind im Original (frankophone) Belgier, die sich als Comichelden aber überall hilfreich einmischen, wo sie gerufen werden, daher der Trip nach Bretzelburg.
Kleiner Trost für dich, PTs: Die dänische Version heißt 'QRN kaller', also 'QRN ruft'. Jetzt musst du nur noch das 'QRK' erklären. http://www.alles-bonanza.de/ubb//wink.gif
Johnny Harms
29.08.2002, 11:15
pustet den Staub vom Strang
Heute vor 40 Jahren erschien die erste Ausgabe von PARDON
Ein Loriot-Männchen überreicht einen bunten Blumenstrauß und Heinrich Böll und Altmeister Robert Neumann wünschen alles Gute.
-
Und es wurde gut, was die Neue Frankfurter Schule zusammenbrachte, solange, bis Herausgeber Hans A. Nickel das Fliegen entdeckte.
PARDON hat nicht nur die Homorauffassung in der BRD beeinflusst, sondern auch einen wichtigen Beitrag zu den Reformen der späten 60er und 70er beigetragen.
Und: bätsch, ich habe das erste Heft noch, aber ich gebe es nicht her.
mit einer Träne im Knopfloch
Johnny
Jaja, Homor ist, wenn man trutzdem licht, oder so. :)
Nee, ehrlich, kanntu einscannen? Fänd ich toll!
Hab ich schon in einem anderen Thread gepostet, aber hier passt's besser rein:
Es ist schon erstaunlich, was manche Menschen in unserer Zeit für Relikte aus den 60ern so alles bereit sind zu zahlen. Ich hatte letzte Woche 37 gut erhaltene BRAVO-Ausgaben von 1967 als Auktion bei e-Bay angeboten (für einen geringen Mindestpreis) und für 200 Euro sind sie dann verkauft worden... Wegwerfen wollte ich sie nicht (zu schade und es gibt ja immer jemanden, der sowas sammelt) - aber das Ergebnis hat mich dann fast vom Stuhl gehauen! Na, bei dem Erlös kann ich dann auf der nächsten Schallplattenbörse gut bei Bluesrock zuschlagen....
Grüsse
Dr.Music
Gibt´s eigentlich kein einziges Buch über die BRAVO? Gestartet wurde sie doch als Film-Magazin, nicht?
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