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Vollständige Version anzeigen : Die Teilung Deutschlands


Sidney Friedman
14.08.2001, 11:52
Ich erinnere mich noch genau an den 13 August 1961. An diesem sonnigen warmen Tag lag fühlbar eine Schwere in der Luft. Die Nachrichten waren bestimmt von den Meldungen zu den Baumaßnahmen in Berlin.
Wir verbrachten den Tag bei Verwandten, die einen Campingplatz mit Freibad betrieben. Dort, wo sonst der Geräuschpegel sehr hoch war, durch Kinder, Radios usw. war es gespenstisch still. Im Schwimmbecken waren nur wenige, die Kinder wurden im oder am Zelt gehalten.
Viele Erwachsene sprachen, bleich im Gesicht und voll von Erinnerungen an die Zeit gerade 16 Jahre zurück, ihre Angst vor einem neuen Krieg leise, sehr leise aus.
Eine Woche später, zu meinem 16. Geburtstag musste ich mein Zimmer räumen, weil es Verwandte am Morgen des 13. August gerade noch geschafft hatten, eine Lücke in der Sektorengrenze zu finden und nun bei uns unterkamen.
Wer hat, wie ich Erinnerungen an die Teilung?
Sid
(in diesem Strang ohne Signatur

Zazie
14.08.2001, 13:24
Ich hoffe, Waldfee liest deinen Beitrag und schreibt auch was dazu. Sie hat im DDR-Forum geschrieben, wie sie diesen Tag erlebte und ich fand das super interessant. Ich war ja zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht geboren, aber ich hoffe, es schreiben noch mehr Leute ihre Eindrücke zum 13. August. Es ist total interessant zu wissen, wie damals die Stimmung war. Die Teilung habe ich allerdings schon sehr früh mitbekommen, da meine Großeltern sozusagen im Niemandsland von Berlin wohnten und die Mauer gewissermaßen eine Begrenzungsseite ihres Gartens darstellte. Dazu werde ich sicher auch gelegentlich was schreiben.
Viele Grüße
Zazie

Spleen
14.08.2001, 20:39
Sorry, da wurde ich erst geboren. Ich habe erst viel später erfahren warum da eine Mauer stand.

honda
15.08.2001, 20:06
Wir haben es mitgekriegt, weil die Mutter meines Stiefvaters, die aus der Nähe von Gera kam, genau zu diesem Zeitpunkt zu Besuch war. Natürlich ist sie nicht wieder zurückgefahren. Es war wohl eine ziemlich umständliche und aufwendige Sache, ihre Besitztümer auf verschlungenen Wegen in den Westen zu schmuggeln, weil da auch einiges Wertvolles dabei war.

arashi
14.10.2001, 02:05
Erinnerungen kann ich leider nicht beitragen, aber dieser interessante Strang, der definitiv in die 60er gehört, sollte sichtbar sein.

Sidney Friedman
14.10.2001, 02:55
Danke fürs Hochwuchten. Vielleicht hat die eine oder der andere noch etwas beizutragen.
Sid
Waldfee, wo bist du???????
Bitte melde dich wieder!!!

peterthomassuschny
14.10.2001, 15:03
Erinnere mich an was Lustiges aus dem Jahr 1981: damals las ich noch den 'KURIER' (eine Amigründung aus der Zeit der alliierten Verwaltung, ich sage bewußt nicht Besatzungszeit) und der schrieb: 'Mauer zum Tag': anläßlich des 20. Jahrestages des Baus der Berliner Mauer wurde das Berliner Büro der russischen Aeroflot von unbekannten mit Ziegeln eingemauert.
Ansonsten ist Berlin immer so weit weg gewesen, daß wir hier in Wien naturgemäß weniger davon betroffen waren.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Zazie
14.10.2001, 18:11
Ich hatte es schon mal ins DDR-Forum geschrieben, aber da das leider ziemlich schläft, kopiere ich meinen Beitrag hier nochmal rein.
Also ich bin ein echtes Mauerkind. Beim Haus meiner Großeltern bildete die Mauer sozusagen die eine Seite der Grundstücksbegrenzung. Das war in West-Berlin, und zwar genau neben dem Grenzübergang Staaken, wo damals der Transit nach Hamburg war und später nur noch Laster durchfuhren. Jedenfalls, neben dem Haus meiner Großeltern verlief noch eine ganz schmale Straße, die war damals nur den Alliierten zugängig (mein Vater fuhr da auch ein paarmal lang, bis er mal darauf aufmerksam gemacht wurde, dass er das nicht durfte) und danach kam gleich die Mauer. Sozusagen schon mitten im Niemandsland, denn um zu meinen Großeltern zu kommen, musste man schon mal die erste Zollstation auf Westseite passieren und dabei 'Anlieger' sagen. Dieses Anlieger konnte ich schon sehr früh sagen, es hat meine Kindheit regelrecht geprägt. Gleich gegenüber vom Haus, auf Ostseite, befand sich ein Wachtturm. Wenn nun jemand bei uns im Garten war, dauerte es nicht lange, und der Grepo dort oben richtete sein Fernglas auf uns. Darauf machte mich mein Opa eines Tages aufmerksam, ich fand das kurios. Ich ging viel an der Mauer entlang spazieren, zuerst mit Opa und Papa und Hund, nachher fuhr ich mit dem Fahrrad dort lang. Verstehen konnte ich es nie. Ich weiß auch nicht mehr, was meine Familie geantwortet hat, als ich sie fragte, warum da so'n Zaun steht (stellenweise war es nur ein Zaun und dahinter gleich das Niemandsland) und warum man da nicht hingehen konnte, auf die andere Seite. Später hörte ich in der Schule oft von Leuten, die 'in den Osten fuhren'. Ich fragte meine Eltern, warum wir nie in den Osten fuhren, weiß aber nicht mehr, was sie mir geantwortet haben. Wir hatten zwar Ostverwandte, fuhren die aber nie besuchen, und ich hab die irgendwie nie als solche identifiziert. Für mich waren es Verwandte, die von irgendwoher weiter weg kamen. Vaters Cousine war ab und zu zu Besuch und einmal hatte sie mir ein Sandmännchen-Püppchen mitgebracht. Aber irgendwann kam sie dann nicht mehr. Später habe ich dann auch erfahren, warum. Es hat da wohl einen ziemlichen Zoff gegeben und mein Vater erinnerte sich auch sehr ungerne an seine Cousine und seine Onkel aus dem Osten. Muss eine sehr unangenehme Zeit gewesen sein, die er mal als Kind bei denen verbracht hat.
Das erste Mal in der DDR war ich mit 14, mit der Kirche. Sachsenhausen und Ost-Berlin. Ich weiß noch, dass mich das sehr sehr beeindruckt hatte und ich danach sehr nachdenklich war. Ich habe diese Teilung Deutschlands nie verstehen können und war froh, als es vorbei war. Bin ich heute noch.
Viele Grüße
Zazie

peterthomassuschny
14.10.2001, 21:50
@Zazie
Auch als Nichtbetroffener leicht erklärbar, die ehemaligen DDR-Bürger haben einen anderen Zugang zu den 60ern, 70ern usw. als wir hier in Ö oder Du in D.
Auslöser für 'Alles Bonanza' war bekanntlich 'Wickie, Slime und Paiper', an dem mich im Wesentlichen nur stört, daß es keine Ergänzung in Richtung 60er, sondern nur in Richtung 80er gab, was aber für mich kein Nachteil war, was ich dann begonnen habe, brauche ich ja hoffentlich nicht mehr zu erläutern.
Auch hier gelegentlich schreibende Menschen, die wie McGoohan ihre Kindheit in der Schweiz verbracht haben, haben einen ähnlichen Zugang wie wir, die 'sprachliche Barriere' der 'Gsis' (nein, so nennen wir nur spaßhalber die Vorarlberger, die sich selber als 'Gsis' sehen und uns 'Restösterreicher' als hinter dem Arlberg (gsi steht glaube ich für diesseits des Arlbergs), nein, Spaß beiseite, die Schweizer sind natürlich keine Vorarlberger ist halt viel geringer, als die Barriere der Mauer war.
Beste Grüße
wir haben nur die Lainzer Tiergartenmauer, die hat der Johann Nepomuk Nestroy als 'Kleines der Chinesischen Mauer' bezeichnet
'Mr. Roaring Sixties'

Sidney Friedman
17.10.2001, 00:14
Die Teilung und ihren sichtbaren Zeichen sind für viele ebenso schmerzhaft wie für andere die Rampe.
Die Vergleiche sind ärgerlich und gefühllos.
Sid

peterthomassuschny
17.10.2001, 20:47
Ich weiß zwar nicht, warum manche, die behaupten, auf mich nicht mehr antworten zu wollen, immer alles fehlverstehen, nur zum Thema Mauer habe ich festgestellt, können viele eher weit entfernt Wohnende kaum was beitragen, natürlich haben wir die Leute immer bedauert, eine geteilte Stadt zu haben, genauso wie ich mich freue, daß Jerusalem 1967 diese Teilung überwunden hat.
pts

Elwood
18.10.2001, 04:24
Sid hat recht, PTS, dieses ewige Ösi-Getue gehört absolut nicht in diesen Strang. Sorry, aber: 'You are not a player in this game', wie schon Genscher 1990 zum ital.Außenminister de Michelis sagte, als dieser sich in die 2 plus 4-Verhandlungen einmischen wollte.
Obwohl ich (Jahrgang 70) zu jung bin, um die ganze deutsch-deutsche Geschichte mitbekommen zu haben, war die DDR für mich ein absolut faszinierendes Gebilde, und ich bin früher immer gerne 'rüber' gefahren. Mittlerweile habe ich auch etliche Bücher zu diesem Themenkomplex. Nicht falsch verstehen: zu jeder Zeit, auch heute noch, war die DDR für mich eine der erbärmlichsten Kreationen überhaupt, und ich verachte die Leute, die sich damit (also mit dem Staat und seiner Existenz) identifiziert haben und heute noch herumjanken, wie schlecht und böse doch der Westen ist. Am nächsten Wahlsonntag bin ich in Berlin. Vielleicht reagiere ich mich mal an einem PDS-Wahlhelfer ab.
Über das Thema könnte man Foren ohne Ende füllen (leider sind die derzeit existierenden in Hand von widerlichen DDR-Nostalgikern). Aber vielleicht beleben sich ja dieser Strang oder das DDR-Forum.
Daß es die DDR gab, habe ich schon zu Kinderzeiten mitbekommen, da im Raum Hannover, wo ich aufgewachsen bin, die DDR-Fernseh- und Radioprogramme empfangen werden konnten. Ich werde nie den Ausrauf meiner damals 10jährigen Schwester vergessen, als irgendwelche Straßenszenen zu sehen waren: 'Das sieht ja aus wie in Deutschland, aber ganz lange her'.
1987 war ich das erste Mal 'drüben'. Anläßlich der in Westdeutschland für alle 11.Klassen üblichen Berlin-Fahrt ging es erst im Transit über die Interzonenautobahn. Während der Woche war auch ein Tag Ostberlin angesetzt. Einreise unterirdisch am S-Bahnhof Friedrichstraße - surrealistisch ohne Gleichen. Dann erkundeten wir die Stadt und kauften wahllos ein, um unsere 25 DM Zwangsumtausch loszuwerden.
1988 fuhren ein Freund und ich spaßeshalber per Zug zur Leipziger Herbstmesse. Auch ein unvergleichliches Erlebnis. Wir kleinen Schuljungs wurden (wegen der West-Herkunft und der DM in den Taschen) hofiert bis dorthinaus. DDR-Bürger wurden z.T.aus ihrer eigenen Stadt vertrieben, etwa weil die Restaurants in der Innenstadt nur Westgeld annahmen.
Ende 88 eine Klassenfahrt durch den DDR-Süden per Bus. Wieder Erlebnisse ohne Ende. 1989 besuchte ich dann mehrmals seinerzeit kennengelernte Bekannte. Diese Male mit einem Visum für den 'kleinen Grenzverkehr'. Damit konnten Bewohner grenznaher Kreise relativ unkompliziert Visa beantragen. Einer dieser 'Mehrfachberechtigungsscheine' hängt noch an meiner 'Erinnerungswand' neben Flugtickets, Eintritts- und Konzertkarten.
Im Sommer 1989 habe ich mit kanadischen Austauschschülern eine organisierte Rundfahrt durch Ostberlin mitgemacht, eine der wenigen Gelegenheiten, wo man keinen Zwangsumtausch abdrücken mußte.
Meine Omas sind immer tausend Tode vor Angst gestorben, wenn ich mal wieder 'drüben' war. Daß ich mal wochenlang durch die USA und Kanada getrampt bin, hat sie dagegen nicht groß gestört. Meine Eltern waren sehr locker. Ohne Probleme konnte ich mit Papis Auto losgurken - eine DDR-Tour war meine erste längere Alleinfahrt als Führerscheinneuling überhaupt.
Wenn man die Spielregeln einhielt und aufmerksam beobachtete, wie alles ablief (ein bißchen habe ich vorhin im DDR-Strang darüber gepostet), waren die Grenzkontollen für Westler nicht allzu schlimm.

Wißt Ihr, es war ein unglaubliches Gefühl, was man so nie wieder erleben wird, wenn die Grenzer (für DDR-Verhältnisse gutbezahlt und in hohen militärischen Rängen) unter die Westautos krochen und in der dreckigen Unterwäsche wühlten, während wir Westler danebenstanden und das Grinsen unterdrückten. Diese versteckten Blicke und das Verstehen gleicher Gedanken nur durch minimale Gesten - eine Atmosphäre war das, wie man sie kaum beschreiben kann. Mir hat das ganze Theater durchaus Spaß gemacht (und mein heute noch vorhandenes westdeutsches
Überlegenheitsgefühl gefestigt).
Im Lauf der Zeit fing ich auch an, Sachen zu schmuggeln. Nur aus Prinzip, weil ich schon immer irgendwelche Regeln, durch die ich mich eingeengt fühle, versucht habe, zu umgehen. Deswegen fahre ich heute noch ab und zu bei Rot über die Ampel.
Aber bevor ich noch weiter aushole, will ich Eure Ostzonenstories hören.

peterthomassuschny
18.10.2001, 21:06
@Elwood
Ich würde das etwas differenzierter sehen, Österreich hatte gerade unter dem Langzeitbundeskanzler der Jahre 1970 - 1983,
Dr. Bruno Kreisky, durchaus sehr gute Kontakte mit der DDR, manches soll gerüchteweise gar nicht so lupenrein gewesen sein, wie das im Nahhinein die Genossen schönen wollen, ich darf nur daran erinnern, daß die Abu Nidal-Terroristen, die 1981 nicht nur den Wiener Verkehrsstadtrat (und Neo-Ober St. Veiters seit Herbst 1980) Heinz Nittel ermordeten, sondern auch das hinterhältige Attentat vom August 1981 auf die Wiener Synagoge mit 2 Toten (einen brachte dann ein privater Leibwächter des Wiener Textilindustriellen Böhm (Fa. Schöps, dessen Frau 1977 entführt wurde) zur Strecke) durchführten, engste Verbindungen in die DDR hatten.
Daß dies so war, kann ich leider nicht für Dich ändern und sehe ich das ganze nicht als Ösi-Getue, auch ich war schon in der Wiener Synagoge und hätte ebenfalls Opfer dieses feigen Attentats werden können.
Trotzdem beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Elwood
18.10.2001, 22:06
PTS: irgendwie kriegst du die Kurve nicht: nur weil die DDR-Führung gute Beziehungen zu Kreisky hatte, gehören diese Abu Nidal-Stories oder anderes inner-Ö-liches Gedöns trotzdem nicht hier in den DDR-Strang. Das ist dann doch ein bißchen sehr weit hergeholt. Für sowas wäre ein extra Ösi-Gegebenheiten-Strang doch besser angeraten.
Die Bombe im Sommer 97 am Jerusalemer Zionsplatz verpaßte mich nur um drei Tage - na und? - gehört hier auch nicht rein.

Johnny Harms
19.10.2001, 11:02
Schon wieder Kreisky! Zurück zum August?
Johnny

peterthomassuschny
19.10.2001, 20:29
@Elwood
Die Verbindungen zur von der DDR unterstützen Terrorszene wurde leider deshalb nie restlos geklärt, weil der involvierte Staatspolizist, Gustav Hochenbichler, ein Kreisky-ProtegŽe vorzeitig an Krebs starb.
@Johnny
Der Kreisky war nicht so golden, wie er Euch nicht in Österreich lebenden Menschen scheinen mag, dies ist keine Frage der politischen Couleur, ich habe auch im August geschrieben, daß sein Nachnachfolger Dr. Franz Vranitzky ein sehr guter Bundeskanzler war und der ist bekanntermassen auch Sozialdemokrat, wenn nicht, weißt Du es jetzt.
Die von Kreisky in Ö eingerichtete PLO-Botschaft wurde dann unter Vranitzky wieder geschlossen, seltsam, nicht?
Es ist ein Irrglauben anzunehmen, vom Terror verschont zu bleiben, weil man sich - weil selber mosaischer Herkunft - bei der PLO anbiedern muß.
Da geht es nicht um humane Politik in Süd- oder Mittelamerika, deswegen habe ich Kreisky auch nie kritisiert, im Gegensatz zu anderen hier im Forum kann ich schon differenzieren, wo die USA zu kritisieren ist und wenn das Kreisky in den zeitigen 80ern getan hat, so stört mich das nicht.
Den Terror haben wir dennoch selber nach Österreich importiert, es fragt sich nur, warum wir nicht solche Verbindungen zu Rumänien oder Bulgarien oder Ungarn hatten, wie gerade zur DDR, die nachweislich Terroristen unterstützte, die anderen hatten auch so ihre Ungereimtheiten (Regenschirmmorde in den 70ern durch den bulgarischen Geheimdienst, falls Du Dich erinnerst), aber mit Terror hatten die alle nichts zu tun, die DDR schon.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Elwood
19.10.2001, 21:04
Verdammt noch mal: DIES IST DER DEUTSCH/DEUTSCHE STRANG !!! ÖSTERREICH FINDET HIER NICHT STATT !!!!!
Poste ich eigentlich gegen die Wand oder was?

peterthomassuschny
20.10.2001, 13:39
Wundert mich aber, wieviele Leute weltweit gegen Israel protestieren, ist doch auch nur denen ihre Angelegenheit und wenn ich mich ein Jahr und ein zwei Monate an die EU-Sanktionen erinnere: es ist doch Österreichs demokratisches REcht, eine Regierung ohne SPÖ zu bilden, da waren genau Euer Herr Schröder und Euer Herr Joschka Fischer die massivsten Einmischer. Dabei macht Euer Innenminister Schily die gleiche rechte Asylpolitik, wie sie Haider immer verlangt, finde ich schon sehr merkwürdig, wo bleibt denn da der Protest?
Ich bin nämlich nie ein Freiheitlicher gewesen, ich mag die Partei der Kinder und Enkeln der Dollfußmörder und Mörder meiner Großeltern nicht, aber ich finde es mehr als pervers, wenn sich Leute Sozialdemokraten nennen und die gleiche faschistische, menschenverachtende Politik machen, die sie immer Jörg Haider vorwerfen und da würde ich mir schon viel mehr Protest wünschen, da gab es in D nie eine Demo, die bei uns im Fernsehen gewesen wäre und der ORF ist - was Nachrichten betrifft - noch immer ein sehr guter Sender, mein Anti-ORF-Protest richtet sich nur gegen die Programmgestaltung über die Menschen hinweg, da sich mindestens soviele Cappuccetto wünschen würden, wie Wickie.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

rz
20.10.2001, 19:59
KAUF DIR NE DOMÄNE UND MACH DICH SELBSTÄNDIG, DA KANNST DU SCHREIBEN DASS ALLE SOZIALDEMKRATEN IM ALLGEMEINEN UND BRUNO KREISKY IM BESONDEREN BÖSSE MENSCHEN SIND; ABER LASS UNS HIER IN FRIEDEN MIT DEINEM OTTO HABSBURG - GESÜLZE.
rz

peterthomassuschny
20.10.2001, 23:44
@rz
Du liest meine Einträge immer sehr schlecht:
1. Habe ich mehrfach betont, daß nicht Sozialdemokraten schlecht sind (z. B. Kreiskynachnachfolger Dr. Franz Vranitzky), sondern daß ich aus diversen Gründen nichts vom Kreisky halte. Ich würde auch jemanden, der meint, Scharon ist kein guter Premier für Israel nicht als Antisemiten bezeichnen, also ORDENTLICH LESEN, KOGNITIV VERARBEITEN UND DANN ANTWORTEN
2. Was für ein Habsburg-Gesülze? Ich habe nur stets sein positives Wirken für ein Vereintes Europa und die Bedeutung seiner Paneuropa-Bewegung für das Ende der DDR hervorgehoben, nachdem er weder Nazi war noch sonst wie ein böser Mensch verstehe ich Deinen Angriff auf ihn überhaupt nicht.
pts
Oder hättest Du vielleicht lieber wieder eine DDR und magst deshalb den Habsburg nicht? Das kann ich aber leider nicht ändern.

Elwood
22.10.2001, 03:14
Komme gerade von einem Berlin-Wochend-Trip zurück, wo ich mich intensiv mit den deutsch/deutschen Gegebenheiten befaßt habe. Leider ist hier wohl keiner in der Lage, sich ebenfalls vernünftig mit diesem Thema auseinanderzusetzen.
Ich muß leider erneut auf mein Posting vom 19.10.verweisen.
Um richtig deutlich zu werden:
PTS: VERPISS DICH MIT DIESER EWIGEN ÖSI-SCHEISSE AUS DIESEM STRANG, DER DAMIT NICHTS, ABER AUCH GAR NICHTS ZU TUN HAT !!!!!!!
So, ist jetzt irgendwer hier willens und fähig, sich über die deutsche Teilung und deren Folgen zu unterhalten?

peterthomassuschny
22.10.2001, 08:16
Es freut mich, daß Österreich immer von allen deutsch-deutschen Angelegenheiten ausgeklammert sein soll.
Ich hoffe auch, Euer Wunderwuzikanzler mischt sich nicht wieder in unangebrachter Weise in innerösterreichische Angelegenheiten ein, wer bei uns die Regierung bildet und nützt damit nur dem Haider, statt ihm zu schaden, weil er im Gegensatz zu seinen sozialdemokratischen Vorgänger Brandt und Schmidt weder Stil hat, noch denken gelernt hat.
Zigarrenrauchen kann nämlich jeder Prolet, das ist keine Frage des Stils.
pts

Zazie
22.10.2001, 11:22
Elwood, hier hilft nur eins: Eenfach jar nich ignorieren, wie der Berliner sagt.
Erzähl, was hast du in Berlin bezüglich der deutschen Teilung gesehen und erlebt? Warst du im Mauermuseum? Bei der East Side Gallery? Ich weiß nicht mehr, war es dein erster Berlin-Besuch? Ich glaube, du warst früher schon mal dort, oder? Ich möchte mich jedenfalls gerne über die Teilung Deutschlands unterhalten, weil ich als West-Berliner Mauerkind direkt davon betroffen und auch recht empfindlich darauf war.
Weißt du was Elwood, lass uns dies im DDR-Strang weiterführen. Das Thema fängt zwar in den 60-ern an, geht aber weit darüber hinaus und wird dann womöglich offtopic. Möchtest du im DDR-Forum mal einen neuen Strang dazu aufmachen?
Viele Grüße
Zazie

(Beitrag wurde von Zazie am 22.10.2001 um 09:23 Uhr bearbeitet.)

Lelani
23.10.2001, 02:59
@Zazie und Elwood
Ja, es gibt so viel zu sagen - und ich bin interessiert es zu lesen.
Beiträge hätte ich auch, aber hier habe ich mich nicht getraut.
Let«s meet someplace else.

Sidney Friedman
23.10.2001, 02:59
Ich bitte euch herzlich, nicht someplace else sondern hier und nur hier
Danke
Sid

PetziPellePingo
23.10.2001, 02:59
Ich wuchs mit der Mauer auf, sah DDR Fernsehen, ließ mich von Liedern wie : Das größte Land, das wißt ihr schon, das nennt man die Sowjetunion, im Kinderprogramm der DDR berieseln. Hörte 'von 7-10, Sonntagmorgen in Spree Athen'.
Ich kannte niemanden in der DDR und hatte so überhaupt keinen Bezug zur DDR. Für mich war es ein Land in dem man zufällig auch Deutsch sprach. So war das in meiner Kindheit.
Erst später verstand ich.
Ab und zu ging ich doch nach Ost-Berlin. Ich fand es unheimlich an der Friedrichstraße auf Erteilung des Visums warten zu müssen. Wenn einem der Paß zugeschoben wurde sah man nur die Hände des Grenzers.
Einmal, es war mein Geburtstag, schob man mir meinen Paß durch den Schlitz am Abfertigungsschalter - und zog ihn dann plötzlich zurück. Ich erschrak, aber dann kam der Paß mit den Worten 'und Herzlichen Glückwunsch auch' wieder zurück.
Auch dort saßen Menschen.
Ich war immer froh wenn die S-Bahn die Friedrichstraße wieder verließ in Richtung Westen. Der Osten war so traurig grau, es stank, besonders im nebligen November, nach Trabbi Abgasen. Es war so trostlos. Dann kam der Westen in Sicht. Alles war sauber und gepflegt, freundlich. So kam es mir immer vor.
Was ich noch furchtbar fand waren die Geisterbahnhöfe. U-Bahnhöfe die unter Ost-Berliner Gebiet lagen. Ich wohnte im Wedding und wenn ich vom Norden West- Berlins in den Süden wollte fuhr ich mit der U-Bahn und nach ein paar Stationen kam die Durchsage 'letzter Bahnhof Berlin-West'. Danach schlich die U-Bahn durch die toten Bahnhöfe im Ostteil der Stadt, in denen die Zugänge zugemauert waren. Die Bahnsteigfe waren hell erleuchtet, hatten Namen wie 'Stadion der Weltjugend' und Grenzer mit Waffe im Anschlag patroullierten.
Auch am Bahnhof Friedrichstraße, da gab es in luftiger Höhe extra Laufsteige für die Bewacher.
Später zog ich dann an die Stadtgrenze West-Berlins. Gleich an der Mauer-dahinter war Brandenburg.
Hier hatten auch die Amerikaner einen Truppenübungsplatz auf dem sie Straßenkampf übten. Es gab dort eine komplette Stadt mit Häusern und U-Bahn Schächten und so weiter.
Eines Samstags ging ich morgens Brötchen holen und hörte eine Durchsage: 'Achtung, Achtung - bitte begeben sie sich umgehend zur Stadtgrenze'.
Diese Ansage wurde mehrmals wiederholt, andere Teile der Ansage konnte man nicht verstehen. Alle in unserer Siedlung hatten es gehört und liefen nun panisch durcheinander. Einige alte Frauen weinten und meinten, nun würde der Russe kommen.
Ich eilte nach Hause und rief die Polizei an.
Was war geschehen?Die Amis hatten mal wieder 'Stadtevakuierung' geprobt - unter realen Bedingungen in ihrer kleinen Stadt.
Nun stand der Wind aber ungünstig und trug alles in unsere Siedlung.
Die Polizei mußte mit Lautsprecherwagen durch die Siedlung fahren und die Menschen beruhigen.
Ach, ich könnte noch viele Geschichten erzählen, aber ich will euch nicht langweilen.
Doch es war erstaunlich wie wenig man im Westen über die Bedingungen und die Lage in West-Berlin wußte.

Elwood
27.10.2001, 03:45
Was haltet Ihr davon, wenn wir teils hier, teils im DDR-Strang posten, mit Querverweisen auf den jeweils anderen? So wuchten wir beide hoch. Nicht jeder, der sich für die deutsch/deutschen Gegebenheiten interessiert, schaut zuerst in den 60er-Strang.
Also zu meiner Berlin-Tour am letzten Wochenende. Eigentlich habe ich nichts Dolles gemacht, bin einfach nur stundenlang herumgelatscht und habe auf typisch West- und typisch Ostdeutsches geachtet. Ich habe den Sonntag genutzt, als meine Kollegen die übliche Touri-Tour mit Bus und Spree-Schiffchen gemacht haben.
Wie ich schon im 70er-Strang gepostet habe, wohnten wir in einem ultimativen 70er-Hotel an Bhf.Zoo. Von dort aus bin ich am hohlen Zahn lang (typisch alt-westdeutsche Umgebung)durch das alte/neue Botschaftsviertel gelatscht, Richtung Potsdamer Platz. Daß ich dort die legendäre Fick-Oma gesehen habe, schrieb ich bereits im Aargh-Forum. Interessant fand ich in dieser Gegend das Nebeneinander von supermodernen Botschaften (Ägypten) restaurierten Altbauten (Japan, Estland) und direkt daneben (neben Estland) stehenden völlig verfallenen Gebäuden - weiß jemand, von welchem Land das Gebäude vor 1945 genutzt wurde? Zwischen den riesigen Neubauten der Gemädegalerie wurde ein altes Haus belassen - mit den originalen MG-Einschlägen der letzten Kriegstage. Um so was zu sehen, mußte man immer nach Berlin oder in den Osten fahren, im Westen waren schon in den 70ern keine kriegsbeschädigten Gebäude mehr zu sehen, von Gedenkstätten abgesehen. An der Neuen Nationalgalerie vorbei (für mich als Sprößling einer Architektenfamilie, der völlig auf die kühle Ästhetik der 50er- und 60er abfährt, einfach megagenial) zum Potsdamer Platz. Obwohl ich den Platz dieses Jahr schon zweimal besucht habe, muß ich immer an die Vor-Wende-Zeit denken, als man allein auf einer sandigen Brachfläche, bzw. auf abgeschnittenen Straßenresten oder Resten von Straßenbahngleisen vor der Mauer stand, um einen herum Karnickelhügel, drei Andenkenbuden und das einsame Weinhaus Huth, ansonsten hinter der Mauer der kleine Hügel über dem Hitler-Bunker. Und sonst nichts, einfach leere Fläche. Irgendwie kann ich diese Unterschiede immer noch nicht so recht verarbeiten.
Von da aus ging ich in den Ostsektor (heißt bei mir immer noch so). Der war, abgesehen von der Bronzeleiste, die ab und zu den ehem.Grenzverlauf markiert, ganz einfach zu erkennen: Zentimetergenau ab der alten Mauerlinie hing alles voll mit PDS-Plakaten (war ja der Wahlsonntag). Im Westen sah man fast keine, und wenn, waren sie übermalt oder abgerissen). Jezt achtete ich genau darauf, welche Gebäude, Gebäudeteile oder sonstige Sachen noch aus DDR-Zeiten übrig waren. An einem einstöckigen, leersteheden Gebäude (Sockelgeschoß eines früher wohl recht großen Gebäudes von ca.1880) an der Wilhelmstr.sah ich noch alte DDR-Verkehrszeichen. Viele DDR-Plattenbauten in dieser Gegend waren renoviert, aber irgendwo tauchten immer noch Relikte auf (Kellerfenster, Geländer, Türgriffe etc). Manchmal auch die originalen Bewohner (kotz). Man muß bedenken, daß Berlin Mitte zu Zonenzeiten eine bessere Gegend war, und hier bevorzugt die treuen Genossen siedelten (und dies immer noch tun).
Weiter Richtung Schloßplatz. Glücklicherweise konnte man Honeckers altes Staatsratgebäude besichtigen (Ausstellung über die Architektur des Schloßplatzes): der absolute DDR-Nostalgie-Kracher schlechthin. Schaut es Euch an! Von Kleinigkeiten wie dem Seifenspender auf dem Klo abgesehen, völlig original erhalten (Bj.64). Ein riesiges DDR-verherrlichendes Propanganda-Glasbild über drei Etagen im Treppenhaus, Lampen, Verkleidungen, alles echt. Die Fahrstühle funktionierten auch noch - pikanterweise stammten diese von einem Privatunternehmen aus Leipzig. Anfang der 70er wurden ja fast alle privaten DDR-Firmen endgültig plattgemacht. Sehr empfehlenswert sind die beiden über 10(!)Meter langen Sofas im 1. und 2.OG. Herrlich zum Herumlümmeln und Ausruhen. Ich habe da eine ganze Weile gesessen und Pause gemacht. Und dabei habe ich sie gesehen: echte Ost-Rentner! Gedrungen, sächsischer Dialekt, grauer taillenlanger Anorak, beige Stoffhose, bzw.graues, formloses Kleid, kantige Hornbrille, Haare zurückgekämmt, bzw.undefinierbare Dauerwelle und der unvermeidliche Stoffbeutel für besondere Gelegenheiten. Hammerhart, wie aus dem Lehrbuch.
Dann wackelte ich weiter, an der alten Stadtbibliothek vorbei (die Penner haben die Marx-Bronzetafel immer noch nicht eingeschmolzen) zu Honnis Disneyland, dem Nikolaiviertel. Dort wurde versucht, mit dekoriertem Plattenbau so was wie eine Altstadt zu basteln. Na ja, sie haben es versucht.
Jetzt, weiter Richtung Alex, wurde es richtig fies. Die Gegend war ja ohnehin schon kalte, schäbige Beton-Öde, aber jetzt, wo ein großer Teil der Geschäfte leerstand, teilweise komplette Hochhausblöcke, kaum jemand auf der Straße (dagegen war der schon totgesagte Kudamm die Mega-Partymeile), schlimm, nur schlimm. Vieles war echt DDR-60er oder 70er, aber so grausam verkommen, einfach schrecklich.
Auch an den Leuten sah man, daß hier ganz andere Menschen als z.B.in Wilmers- oder Zehlendorf herumliefen. Die Geschäfte (sofern noch welche existierten) waren eine völlig andere Kategorie als wenige Kilometer westlich. Kultivierte Lebensart Fehlanzeige, eher 'Rudis Reste-Rampe'. Viel mehr Autos mit Ost-Kennzeichen, viel weniger aus dem Westen, schon gar nicht aus dem Ausland. Kaum Mercedes oder BMW, viel Gurken a la Skoda, Suzuki oder Kia. Das erste was mir auffiel, war ein Kadett mit Havelländischer Nummer und vier Skinheads drin, der voll cool durch die Gegend heizte. Bah, widerlich.
Ich gönnte mir noch einen Abstecher zur Stalinallee, dem einzigen DDR-Versuch, Wohnbau mit Architektur zu verbinden. Teilweise gut renoviert, allerdings war die Gegend genauso tot wie am Alex.
Von da aus auf Ostberliner Seite zur Friedrichstraße. Hier ging es schon mehr in Richtung Weltstadt. Am Checkpoint Charlie habe ich mich mit einem Kollegen getroffen, um das Mauermuseum zu besuchen. Dringend empfehlenswert, sehr gut gemacht, sehr sorgfältige Aufarbeitung der Geschichte. Meine Büchersammlung zu dem Thema stockte ich auch noch auf.
Dann machten wir uns auf den Rückweg. An den Resten des Gestapo-Kellers vorbei (darüber ein letztes Mauerstück) zum Potsdamer Platz.
Wir kamen am jetzigen Abgeordnetenhaus vorbei, wo viel Trubel wegen der Wahl herrschte. Faszinierend, daß dieses Gebäude früher eines der wenigen Häuser war, die auf der Ostseite direkt an der Mauer standen. Der Gropiusbau auf der anderen Straßenseite war Westen, dazwischen der Todesstreifen. Jetzt standen die Ü-Wagen auf dem Bronzestreifen, der die frühere Grenze markierte. Für mich, der auch die Situation vor 1989 kannte, ein komisches Gefühl.
Von da aus zurück zum Bahnhof Zoo.
Das wars schon mit meiner Berlin-Tour. Aber obwohl ich schon häufiger seit 1987 dort war, ist doch jedes Mal noch was Nostalgisches zu entdecken. Man muß nur hinsehen. Es ist noch nicht alles gleich in Berlin (wird es auch in den nächsten Jahren nicht werden).
Man könnte noch über vieles zu dem Thema posten, vielleicht eine Liste über die interessantesten Bücher zu dem Thema zusammenstellen. Ich kann Einiges empfehlen.
Jetzt könnt Ihr aber mal was erzählen.

Zazie
03.11.2001, 21:14
Sorry Elwood, dass ich jetzt erst schreibe...
Dein Berlin-Bericht hat mir sehr gut gefallen! Im Mauermuseum war ich in den letzten Jahren mehrmals, weil ich Auslandsbesuch dabei hatte. Ich finde es immer wieder toll. Einstmals so klein und jetzt so ein großes neues Gebäude. Am besten gefallen mir die Bilder vom Checkpoint Charlie ganz oben in der Ecke, und wenn man runterguckt, sieht man, wie es da heute aussieht und kann das mit damals vergleichen. War denn noch die Schilderausstellung, als du dort warst? Sehr gut auch das Modell der Mauer mit Todesstreifen. Irgend jemand hat es doch aus einer Wachstube oder einer Kneipe oder so gerettet, bevor es zerstört werden konnte. Es laufen auch immer interessante Filme im Mauermuseum. Auch nach all den Jahren bin ich West-Berlinerin noch sehr bewegt, wenn ich das sehe. Nie hätte ich es damals für möglich gehalten. 1986 hatte ich Besuch aus Rom, wir liefen in Kreuzberg an der Mauer lang. Dort war ein amerikanischer Journalist, der uns fragte, ob er uns filmen und interviewen durfte. Er fragte dann, ob ich denke, dass die Mauer jemals geöffnet würde. Und ich antwortete: 'It's totally utopic.' Tja, 3 Jahre danach war es dann soweit. Ich sollte viel öfter daran denken und dann nicht mehr so vieles für utopisch halten, vor allem persönliche Dinge.
Aber meinen ersten Ost-Berlin-Besuch, den erzähle ich im DDR-Forum. War eine gute Idee von dir, ein bisschen hier und ein bisschen dort zu schreiben und dann gegenseitig darauf zu verweisen.
Viele Grüße
Zazie