Vollständige Version anzeigen : Autos der 60er Jahre - 2. Teil
peterthomassuschny
01.11.2001, 11:10
@Elwood
Zum zuletzt behandelten, eigentlich Nicht-Auto-Thema: das ist die Gemeinde-Wien, die das so benennt, bei uns gibt es aber in ganz Wien nur zwei oder drei kommunistische Bezirksräte und der heuer verstorbene Obmann der KPÖ der Jahre 1965 - 1990, Franz Muhri, war 1968 der erste Obmann einer Kommunistischen Partei in Europa, der gegen den Einmarsch der SU-Truppen in Prag seine Stimme erhob.
Vergiß aber bitte nicht, die Frau Lux und den Herrn Lieb unter anderen Gesichtspunkten zu sehen als z. B. einen Honecker, so wie ich umgekehrt den Bundeskanzler der Jahre 1933 und 1934, Engelbert Dollfuß, NICHT als Faschisten sehe, wie das Linksstehende gerne machen und sich nicht zu blöd sind, die derzeitige österreichische Bundesregierung mit dem Bürgerkriegsereignissen von 1934
in Verbindung zu tun, wie das einige SPÖler jüngst (sprich im Oktorber 2001) taten.
Zum Thema:
Die Trabant und Wartburg-Modelle dürften
übrigens seit 1967 bis 1989 auch nicht mehr geändert worden sein (höchstens in kleinen Details), wenn ich so in einem Hobby Sonderband Automobile blättere.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
Doch, es gab einen großen Bruch bei Trabant und Wartburg, ganz zum Schluß, als der gedrosselte VW-Motor eingebaut wurde. 1988, also noch zu tiefen DDR-Zeiten, war ich mit einem Schulfreund spaßeshalber zur Leipziger Herbstmesse, als der Wartburg 1.3 vorgestellt wurde. Unglaublich. Eine ganze Halle, in der wenige Autos standen. Die Leute drängelten sich zu Tausenden um diese 'High-Tech-Geräte' zu bewundern.
Absurd und grotesk bis zum Abwinken, vor allem wenn man bedenkt, daß diese Motorenkonstruktion, vor der die Ossis auf die Knie gesunken sind, seit 1972 in Millionen von wassergekühlten VW'S (außer dem K 70)verbaut wurde und bei jedem Schrotti zu Dutzenden herumlag. Und dann eingebaut in einem Fahrzeug, was konstruktionsmäßig direkt auf den DKW-Reichsklasse-Prototyp von 1942 zurückgeht, übrigens wie auch alle Nachkriegs-West-DKW's Allerdings schaffte die Auto Union schon 1963 den Schwenk auf selbsttragende Karosserien (DKW F 102), aus dem dann 1965 mit dem 'Audi' mit Viertaktmotor (später Audi 60) der Grundstock für alle VW/Audi-Modelle bis heute wurde.
Was VW-Leute bis heute verdrängen: hätte VW 1969 nicht die Auto Union mit deren Konstruktionen übernommen, wäre VW schon seit über 25 Jahren pleite. Denn alles, was heute dort gebaut wird, basiert auf den Audi-Konstruktionen der späten 60er (lassen wir mal den NSU-Einfluß mit K 70 und RO 80 beiseite). VW kriegte seinerzeit nichts Zukunftsweisendes auf die Beine.
peterthomassuschny
01.11.2001, 14:36
@Elwood
Oh ja, habe ich gelesen. Steht auch in meinem 60er-Buch drinnen, wo ich einfliessen ließ, daß der 'Golf der 60er' schon 1965 erschien, der Renault 16, allerdings hat der Golf dann alles so gut überglänzt (vergleichsweise dem Herrn Bruno Kreisky in Österreich in der Politik), daß das viele schon verdrängt haben. Deshalb, nebenbei bemerkt, vergessen viele Leute, wie viele Verdienste schon Kreiskys Vorgänger, der heuer am 25. Juli (wie passend, auf den Tag genau 67 Jahre nach der Ermordung von Dr. Engelbert Dollfuß) fast 91-jährig verstorbene Dr. Josef Klaus hatte, zu seinem Tod hieß die Doku im ORF auch zu recht 'Josef Klaus - der vergessene Reform-Kanzler'.
Der Golf hat übrigens wie der Käfer einen österreichischen 'Papa' (zumindest mitbeteiligt): Professor Ernst Fiala.
Mein Freund der Oldtimerprofessor hatte übrigens einmal einen Super 90-Audi (von dem gab es auch ein Stück Cabrio als Prototyp), mit dem bin ich in Wien am Gürtel gefahren und trotz mangelhafter Kompression konnte ich mit einiger Konzentration jedes 'Ampelduell', wienerisch 'Hazerl' (warhscheinlich von Hetzjagd stammend, geheizt wird höchstens gelegentlich der Gummi der Reifen, wenn ich es übertreibe)
genannt, gewinnen.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
peterthomassuschny
12.11.2001, 21:43
In den 60ern ging man im Nutzfahrzeugbau Niederflur zu bauen,
habe da einmal so eine Werbung gesehen, wo sich zwei brüllen unterhalten und in der Mitte ist der Motor, im Bild darunter sitzt ein dritter Mann in der Mitte und darunter steht "Darum baut Büssing Unterflur"
peterthomassuschny
02.12.2001, 21:35
Diese Woche in Wien gesehen, natürlich artig mit schwarzen Nummerntaferln wie es sich für einen "Oldie" gehört, Isabella Kombi.
Lange stand auf einer Straße in Wien immer am gleichen Platz ein 17 m-Kombi der Bauserie "Badewanne", also ab 1961. Leider, in einem schneereichen Winter ist irgendeiner angefahren und dann stand er noch 1 Woche dort und dann wurde er vermutlich weggeworfen! Ewig schade, war sogar in türkis.
peterthomassuschny
08.12.2001, 10:25
Mein erstes Auto 1981/82 war ein VW Type 11 Luxus, ja der hieß tatsächlich Luxus, weil dort schon mit der Hand auf- und abgeblendet werden konnte (so zumindest ein Schulkollege, die anderen hatten diese Funktion mit einem Knopf am Boden, der mit dem Fuß zu treten war, setilich von der Kupplung).
Gott sei Dank gab es auch damals schon mehrheitlich Selbstbedienungstankstellen, damals war ich in der letzten Schulklasse und verdiente nicht soviel, daß ich immer einem Tankwart Trinkgeld zahlen konnte, was diese immer erwarten (nur die, die keine Scheiben putzen, erwarten sich keines, ist zumindest in Wien so).
Bei den alten Käfern (meiner war Baujahr 1964 und javagrün) war nämlich der Tankeinfüllstutzen noch vorne im Kofferraum und so konnten sich die Tankwarte an den "Trinkgeldprellern" rächen
und den Tank überlaufen lassen.
Spätere Baujahre, so. ca ab 1967, hatten den Tankeinfüllstutzen dann schon draussen angebracht, eine 12-Volt-Autoelektrik und
- so wie die meisten Autos ab Ende der 60er - Vordersitzarretierung.
Da fällt mir noch der Ford Cortina MK I ein, unseren hatten wir bis 1968, der Vater von meinem Schulfreund Bernhard noch bis 1976 oder 1977, da waren wir einmal in St. Corona am Wechsel im Feber 76 schifahren und beim Stehenbleiben streckte sich Bernhard aus und drückte seine 3 Jahre ältere Schwester mit dem Sessel nach vorn. LOL.
Konstantin Opel
17.03.2002, 20:48
Die Auto-Monotonie der Achtziger trieb mich, damals 18, direkt hinter die Lenkräder von 60er-Jahre-Automobilen. Es gab sie noch für kleines Geld; heute würden wir "Youngtimer" dazu sagen. Aber das Wort war ja noch nicht erfunden.
Jedenfalls fuhren meine Klassen-Kameraden im Kleinstadt-Gymnasium um 1985 Automobile wie Suzuki Swift, Audi 80 oder VW Golf I in Knappschafts-Ausstattung. Untragbar, das. Ein stilvolles Kraftfahrzeug mußte her.
Der Wahnsinn nahm seinen Lauf. Lieber zu Fuß als im Kadett E. Zweikreis-Bremssysteme sind für Mädchen. Und die gehören auf eine durchgehende (!) Sitzbank. So kam ich an Automobile wie eine Borgward Arabella (Heckflossen! Lenkradschaltung! Wasserboxer!) und einen VW-Bus-Bestattungswagen mit geteilter Frontscheibe (der war eine Woche zuvor noch im Einsatz und kostete 1000 Mark). Insgesamt vier VW 1500 und 1600 (das waren die Kingsize-Käfer mit dem flachen Heckmotor) lehrten mich den feinfühligen Umgang mit den Spur- und Sturzveränderungen einer hinteren Pendelachse. Ohne Sandsack im vorderen Kofferraum waren sie eh´unfahrbar; und im Winter half kein Enteisungsspray der Welt, die zu Milchglas gefroreren Scheiben aufzutauen. Ich seh´ mich noch mit den abgefahrenen "Fulda Diadem"-Diagonalreifen der Größe 6.00-15 durch den Winter rodeln; das Berufsanfänger-Salär reichte nicht für gescheite Gummis. Und überhaupt: Ewig desynchronisierte Doppelvergaser. 14 Liter Normal im Stadtverkehr. Mürbe Schweller. Der leise, aber vergebliche Hauch einer Heizung. Gefrorenes Regenwasser im Fußraum. Die zerplatzte Keilriemenscheibe, Sonntagnachts um elf im tiefsten Schwarzwald...
Aber Golf fahren? Nie! Und eine Borgward Arabella mit defektem Hauptbremszylinder ließ sich zur Not auch mal drei Tage mit der Handbremse verzögern. Verjährt, das. Genauso wie die Praxis, Schweißnähte mit Heißkleber nachzubilden, weil das Einkleben von Reparaturblechen praktischer war als das Einschweißen. Unterbodenschutz half beim Kaschieren. Und die Plakette gab´s trotzdem.
Spannend war´s, und nicht ohne Folgen. Die Arabella habe ich heute noch, eine Isabella kam später dazu. Und spätestens hierher gehört die Anmerkung, dass mit Borgward im Jahr 1961 der wohl kreativste Automobilbauer abtreten mußte, den Deutschland jemals hatte. Dass alle Gläubiger ihr Geld zurück bekamen, lernen BWL-Studenten noch heute an der Uni (und schütteln zurecht die Köpfe). Als Hecht im Karpfenteich der deutschen Automobilindustrie hätte Borgward eine Position einnehmen können, wie sie heute BMW entspricht. Es darf geweint werden!
Wer sich heute Oldtimer-Fan nennt und nicht mit Schrott angefangen hat, und auch keine Hardcore-Aktionen miterlebt hat, gehört nicht dazu. Aber man wird eben ruhiger und vor allem auch abgeklärter.
Zu meinen Anfangszeiten habe ich mit Werbegeschenk-Werkzeug bei minus 12 Grad Schrottwagen im Freien zerlegt, wir haben uns einen abgebrochen, die übelsten Wracks aus Gebüschen und Garagen zu ziehen - und haben uns auch noch gefreut, die Kisten für umsonst mitzunehmen. Man dachte damals, daß man was ganz seltenes besitzt, was unbedingt gerettet werden muß.
im Lauf der Zeit hat man sich bequeme, mit gutem Werkzeug ausgestattete Bastelhallen zugelegt, mit Geduld und Beziehungen viel schönere Autos, Teile und sonstige Devotionalien an Land gezogen - aber an die alten Zeiten erinnert man sich gern.
Manchmal muß man aber auch wieder "Back to the roots". Soo viele Jahre ist es noch nicht her, daß ich einen Wagen ohne Bremsen nach Hause gefahren bin - von Stuttgart nach Dortmund (keine Panik - es war nachts und alle Staßen leer), oder wir einen K 70 abgeschleppt haben - von Rotterdam bis Münster. Man ist halt in einem anderen Rahmen verrückt. Oder wie will man es sonst bezeichnen, mal eben übers Wochenende nach Stockholm oder auch Italien zu brettern, um sich ein Auto zu kaufen.
Aber wem erzähle ich das - Konstantin Opel wird schon Bescheid wissen, nicht wahr? Die Kombination Arabella, Typ 3 und Ludwigshafen sagt doch alles. In Essen sieht man sich, ja?
A propos, K.O.: wer kam denn als erster zu Oldtimer-Events in feinem Zwirn und Dienstwagen?
Aber wir erinnern uns auch, wie uns alle Entsetzen beschlich, als
sich gut gekleidete, beruflich erfolgreiche Persönlichkeiten, u.a. Anwälte, Geschäftsführer und eben auch Journalisten nach einer Oldie-Veranstaltung beim Nobel-Italiener gegenübersaßen und an eben diese alten Zeiten dachten. Um nicht mehr in so eine peinliche Situation zu geraten, werden aber jetzt andere Saiten aufgezogen. Das nächste Mal in Bockhorn pennen wir in unseren Autos auf dem Platz, es wird Dosenbier, Lambrusco, Grillwürstchen, Schlafsäcke und eben echtes Flair geben. Da gehen wir doch kondom, K.O.?
Gerade habe ich die Derrick-Folge "Ein Koffer aus Salzburg" gesehen. In einer kurzen Filmsequenz war ein elektrischer Bus (an Oberleitungen, wie Staßenbahnen) in Salzburg zu sehen. Diese elektrischen Busse gab es in meiner Heimatstadt in den 50er Jahren (weiß ich aus einem Buch), in Salzburg aber also noch Mitte der 70er Jahre (aus dieser Zeit war der Film).
Wer weiß noch etwas über diese Busse?
Bobo
peterthomassuschny
21.03.2002, 07:32
@Bobo
Probiere es bei www.elektrofahrzeug.at, Mag. Robert Peterka, dessen Großvater die Elektropaketwägen bei der österreischen
Post eingeführt hat (sind auch mit Bildern in meinm Buch vertreten), der kann Dir gerne weiterhelfen.
peterthomassuschny
21.03.2002, 18:39
Zwar nicht meine Marke, aber ein Klassiker der 60er hat es bis heute hinübergeschafft: der Porsche 911, der wurde meines Wissens nach 1963 statt des 356ers eingeführt.
@Bobo: mit Bussen kenne ich mich nicht so aus, aber in Nordrhein-Westfalen waren sie häufiger üblich. Meines Wissens laufen sie heute noch in Wuppertal (und auch Solingen?). Vor einigen Jahren wurden sie in Essen wieder eingeführt. Dazu wurden die Strecken von stillgelegten Staßenbahnlinien benutzt und statt der Gleise Beton-Fahrspuren verlegt, manchmal gab auch beides gleichzeitig. Als ein Bus aber mal bei der Einfahrt in so eine Betonspur umgekippt ist und ein Fahrgast ums Leben kam, wurde diese Idee nicht weiter ausgebaut. Die EVAG-Busse haben trotzdem immer noch Stromabnehmer auf dem Dach.
Johnny Harms
17.06.2002, 01:38
Fernsehtipp:
Das Erste Montag, 17.06.02 21:45 Uhr
Lebensträume:
Carl F. W. Borgward
Johnny
Easterfarm
06.09.2002, 17:45
Hier mal was ganz andres - real sixties:
l´ ami 6 - in der US-version!
Johnny Harms
07.09.2002, 08:42
der schlimmste Citroen überhaupt, obwohl das Werk damit warb, dass er weniger als eine Million kostete. Gemeint waren die 1962 abgeschafften alte Francs. Eigenartigerweise wurde bis weit in die 70er (besonders bei hohen Summen wie Haus-, Grundstück- oder Autopreisen) mit dem 100fachen Betrag der alten Francs gerechnet. Bei Gehaltsangeben machte es sich gut!
Johnny
Ein Freund von mir ärgert sich heute schwarz, daß er ein altes Englisch-Schulbuch seiner Frau nicht aufbewahrt hat. Da stand (von mehreren Personen bezeugt) tatsächlich drin: "The VW K 70, the ugliest car in history after the Citroen Ami 6".
Wankelverrückte Freunde suchen heute intensiv nach dem Ami- "Coupe" mit Wankelmotor, dem M 35. Sie werden wohl kaum Glück haben, bei den minimalen Stückzahlen.
Johnny Harms
09.09.2002, 00:49
Zu "ugliest" fällt mir verschiedenes ein, z.B. der 411.
Johnny
Easterfarm
11.09.2002, 12:19
Gerade auf den Markt gekommen:
die Oktober-Ausgabe der Zeitschrift Oldtimer Praxis - mit einem grossen Bericht über den Ami 6 Break drin!
Sorry, aber ich find´ den Wagen knuffig...
Johnny Harms
11.09.2002, 14:24
Ich habe so ein Ding mal zwei Wochen gefahren. Bei der Schaltung und der Kupplung konnte man wirklich von "knuffig" sprechen.
Dann lieber 2CV!
Johnny
Easterfarm
13.09.2002, 15:45
- und was läge noch zwischen 2 CV und ami 6?
Genau, die Dyane. Debüt 1967...
waldfee834
27.10.2007, 19:04
Und nächste Woche wird er 50, der legendäre Trabant, das Auto des DDR-Bürgers.
In Zwickau wird wohl eine Festveranstaltung stattfinden.
Ich selbst habe leider nie einen besessen, aber mein Sohn hat die ersten Jahre nach der Wende nur alte, abgelegte Trabants gefahren, zuletzt dann sogar einen Kombi.
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