Vollständige Version anzeigen : Weihnachten in den 60ern
Ich glaube, so langsam sollten wir einen Weihnachtsstrang lancieren.
Wie haben wir gefeiert, als noch nicht jeder Marktflecken einen Weihnachtsmarkt hatte und Santa Claus mit dem Rentierschlitten ein eher zufälliger Gast aus USA war?
'Wir warten auf das Christkind' war natürlich das TV-Ereignis für uns Kleine, mit dem Hohnsteiner Kasperl oder den Figuren der Augsburger Puppenkiste.
Es gab Zwerge, deren Arme aus Pfeifenreinigern waren und die Körper aus Tannenzapfen (suche ich seit Jahren vergeblich) und Spekulatius war in durchsichtigem Backpapier eingepackt.
Über die Porst- Weihnachtszwerge hab ich schon in 'Werbefiguren' ganz vorne geschrieben, und Lametta war silbern. Wunderkerzen gab«sam Baum, zum Horror der Mütter und es wurde gefuttert und gefuttert...
Ein wunderbares Thema!
Die Weihnachtszeit begann am ersten Advent. Mutter holte am Tag vorher den Karton mit dem Adventsschmuck aus dem Keller. Da tauchten sie dann wieder auf, jedes Jahr wieder, die Freunde meiner Kindheit: Die Zwerge mit der roten Mütze, aus Norwegen, der kleine Engel mit der roten Kerze die nie angebrannt wurde.
In den kommenden Wochen wurde gebastelt, Strohsterne aus Trinkhalmen zum Beispiel , oder zweifarbiges Goldpapier wurde zu Sternen und Engeln 'verarbeitet'.
Alles im Haus war mit 'Uhu' verklebt.
Geduldig wurden Kreise ausgeschnitten, die man vorher mit Hilfe einer Münze auf das Goldpapier gemalt hatte. Es wurden bunte Plastiktrinkhalme in kurze Stücke geschnitten, dann wurden die Kreise aus Goldpapier und ein Stück des zerschnittenen Trinkhalmes in abwechselnder Folge auf einen Faden gezogen bis eine schöne lange, bunte Kette für den Tannenbaum fertig war.
Gebacken hat meine Mutter nicht, das war ihr zu viel 'Schweinerei'. Aber die Großmütter versorgten uns mit Schmalzgebäck und anderem süßen Gebäck.
An den Adventssonntagen wurde am Nachmittag immer die entsprechende Anzahl der Kerzen entzündet. Dann wurden weihnachtliche Geschichten vorgelesen und Weihnachtslieder gesungen. Später spielte ich der Familie auf der Blockflöte die Weihnachtslieder vor die wir gerade in der Schule übten.
Natürlich schrieben wir auch einen Wunschzettel, das war aufregend. Wir wußten, daß unsere Eltern nicht viel Geld hatten und meist praktische Dinge schenkten die wir sowieso brauchten. Heute nennt man das 'weiche Pakete' also Pullover, Socken und so. Also schrieben wir das auch gleich mit auf den Wunschzettel um den Eltern zu zeigen, daß die Barbie ja eigentlich nicht sooo wichtig war und das artige Kind sich auch über neue Nachthemden freuen würde.Der Wunschzettel wurde bunt bemalt und dann am Abend auf die Fensterbank gelegt, damit das Christkind ihn abholt. In meiner Kinderwelt gab es Weihnachtsmann und Christkind als Helfer nur im Doppelpack.
An einem Adventwochenende gingen wir dann mit Oma ' in die Stadt' und sie kaufte unser Weihnachtsgeschenk, mal Stiefel oder einen neuen Mantel. Anschließend ging es dann zu Nußtorte und Kakao um im Jahr einmaligen CafŽbesuch. Darauf freute ich mich das ganze Jahr.
Am einem Sonntag ging es 'Märchenschaufenster' ansehen. Da wurden bewegte Puppen mit Szenendarstellungen aus Grimm«s Märchen in den Fenstern von Karstadt dekoriert. Einfach traumhaft!
Aber der Höhepunkt war: Besuch im Theater, Weihnachtsmärchen! Jedes Jahr Ohnsorg Theater, Thalia Theater, Schauspielhaus. Es gab Schneewittchen mit einem jungen Edgar Bessen als Prinz ( das Programmheft habe ich noch), Schneeweisschen und Rosenrot, der gestiefelte Kater.
SEUFZ, war es nicht schön damals?
peterthomassuschny
02.11.2001, 06:21
Also komisch, im katholischen Österreich fängt Weihnachten auch am ersten Advent an, aber der ist frühestens um den 25. November und nie am 1. November, da ist Allerheiligen.
Nur Halloween gibt es erst seit Mitte der 90er, in der Nacht zuvor. Möchte aber gerne wissen, um einen Kalauer aus Konfetti-TiVi zu verwenden, warum jetzt Hallo Wien ist, ich habe geglaubt es ist Hallo Linz (ja - auf den habe ich schon gewartet).
Der Christkindlmarkt war bis 1972 nicht vor dem Rathaus, sondern vor dem Messepalast (seit 2001 ist dort das Museumsquartier untergebracht).
Beliebt immer die 'Bamkraxler', die kleinen Figuren, die eine Metallstange hinauf und hinunterwandern mit Glöckchen am Kopf.
Weihnachtsfeier für Kinder von Mitarbeitern im 1. Bezirk am Kärtner Ring im Festsaal des Sitzes der Atombehörde mit Weihnachstmann
(heute ANA Grand Hotel - die Atombehörde zog 1979 in die Wiener UNO City um).
Dazu noch die lustige Winterbegebenheit, als mein Vater beim Einkauf im Commissary, im Spezialgeschäft für UNO-Mitarbeiter im Schnee stecken blieb und der Cortina nicht so wollte, wie mein Vater. Daneben stand ein Möbelpacker, hob das Auto meines Vaters fast alleine an und so bekamen wir ihn wieder flott.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
Wurdet Ihr auch am Heiligabend mit Glöckchengebimmel zur 'Bescherung' hereingerufen? Wir feierten Weihnachten immer mit meinen Großeltern zusammen, mit denen wir ja auch in einem Haus zusammen wohnten. Meine Oma hatte so schönen alten Tannenbaumschmuck, kleine silberne Glöckchen, Engel und diese silbernen Vögel mit Seidenschwanz.
Ich habe noch ein altes Foto von mir mit 4 oder 5 Jahren, hellblonde lange Zöpfe, weinrotes Kleid mit Goldknöpfen. Ich sitze auf dem Schoß meiner Cousine und sehe mir skeptisch das Buch 'Struwwelpeter' an, das ich bekommen hatte. Danach hatte ich leider Albträume. Schreckliches Buch, noch heute wird mir bei dem Gedanken an Paulinchen oder den Suppenkasper ganz übel.
Gebastelt haben wir in der Vorweihnachtszeit auch viel, endlos lange Ketten aus Goldpapier-Ringen, Goldpapiersterne, Strohsterne... Meine Mutter wußte nie, wie sie alles am Weihnachtsbaum unterbringen sollte.
Und ein Knusperhäuschen haben wir immer gebastelt, ein Riesen-Papphäuschen, das mit Lebkuchen, Pfefferkuchen, Kringeln und so beklebt wurde. Als Kleber diente Zuckerguß, der am Dach wie Schnee aussah und richtige 'Eiszapfen' bildete. Eine kleine Hexe, eine schwarze Katze und Hänsel und Gretel standen als kleine Figuren vor dem Häuschen. Abends wurde ein Teelicht hineingestellt, das leuchtete dann durch die roten Pergamentfenster. Das Knusperhäuschen sah aber nur die ersten Tage so richtig schön aus, denn an allen 'unauffälligen' Ecken wurde so nach und nach der Zuckerguß abgenascht.
Gruß aus Schleswig-Holstein, gehe heute auf eine 'Advent-Ausstellung'.
Ruby
peterthomassuschny
02.11.2001, 19:22
Ja, Weihnachten mit Baum haben sogar wir gefeiert, einfach weil alle andern das gefeiert haben. Gemeinsam mit Channukah, dem Lichterfest.
@Ruby
Ich habe zwar keine Angst vor dem Struwwelpeter gehabt, verstehe aber gewisse Ängste diesbezüglich.
Kann Dich aber in einer Hinsicht trösten, das Werk ist so ca. 190 Jahre alt und ist nicht besonders typisch 1960er.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
Rattunde
02.11.2001, 19:46
Ja,Ruby,das Christkind(natürlich mein Vater,der als Erster ins Wohnzimmer durfte),hat mit einer kleinen Glocke zur Bescherung gerufen.Aber vorher gings erst am späten Nachmittag,es war schon dunkel,auf den Friedhof und wir haben dann die kleinen roten Lichtchen auf den Gräbern der Ur- und Ururomas und Opas angezündet.Dann gings in die Christmette,die war schon am frühen Abend.Danach führte kein Weg an der festlichen Krippe in der Kirche vorbei.Da haben wir dann ins 'Nockelmännche'(eine kleine Figur,die bei jedem Geldstück mit dem Kopf nickte) eine Groschen eingeworfen.Dann gings nach hause ,Oma und Opa waren schon eingetroffen.Kurz vor der Beshcerung mussten wir dann noch vor unsrerm Krippchen singen und dann läutete endlich das Glöckchen.Und zu Essen gab es immer Tartar und Baguette oder Kalbsragout in kleinen
Pasteten.Am zweiten Feiertag kam dann die andere Oma.
Diese Weihnachtstradition hat sich über viele Jahre gehalten.
Grüsse Rattunde
(Beitrag wurde von Rattunde am 02.11.2001 um 18:47 Uhr bearbeitet.)
Wie sich die Bilder gleichen! Goldpapier und UHU, genau.
Gemeinsdam geplünderte Adventskalender, seltene Schokoladennikoläuse (nie vor Nikolaustag!)
Das Glöckchen und das geheimnisvoll abgesperrte Weihnachtszimmer, oh ja. War nicht übel, nicht?
peterthomassuschny
02.11.2001, 21:37
Der Betriebsleiter der Botendienstspedition, der ich angegliedert bin, hat mir einmal erzählt, wie er mit seinem Bruder mittels eines Drillbohrers die Schokolade-Schnapsfläschchen seines Vaters von unten angebohrt hat, der sich sehr wunderte, warum er immer leere Fläschchen hatte ...
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
Es gab Weinnachts-Sonderhefte von Felix und Fix und Foxi! Mit festlichen Geschichten. In den 60ern war statt einem Comicmotiv noch wirklich ein Foto einer Weihnachtskrippe auf dem Titelblatt! Über die'EDUSCHO'-Heftchen mit Liedern, Gedichten und Geschichten haben wir ja schon mal gesprochen...
peterthomassuschny
03.11.2001, 09:28
Ich wollte immer eine Petroleumlampe.
So etwas gab es im weihnachtlichen Katalog des '3-Pagen-Versands' (der dürfte aber leider schon länger betriebswirtschaftlich gesehen das zeitliche gesegnet haben), aber es gibt noch ein schwesterliches Stickbild von '3 Pagen' mit Rotkäppchen, dies dürfte übrigens eine österreichische Firma gewesen sein.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
Die Vorweihnachtszeit war aufregend. ich liebte die Weihnachtssendungen im Fernsehen. Da wurden immer ganz besondere Gäste eingeladen, für mich gehörte das zur Adventszeit dazu.
Peterchens Mondfahrt - einsame Spitze.
In s/w, mein Held war Sumsemann, der Maikäfer linkes Bein, rechtes Bein - und dann kommen die Flügelein
Wir warten auf«s Christkind -
mit Informationen darüber, wie Kinder in anderen Ländern Weihnachten feiern. Es gab Weihnachtsmusik aus allen Teilen Deutschlands und natürlich unsere Lieblinge Mikesch und Co. extra für die Weihnachtssendung.
An die Norddeutschen die in diesem Forum lesen, Zwicki,Ruby:
Wer kennt den Brauch des 'Rummeln' (oder so ähnlich. Da gingen wir Kinder an Silvester Abend verkleidet von Tür zu Tür und sangen ( sorry, ich kann kein Plattdeutsch schreiben): Rummel,Rummerl Roken - Gev« me Appelkoken, laat me nich so lange staan, denn ich muß noch wiedergaa«n. Een Hus wieder wohnt de Schnieder en Hus achter wohnt de Slagter..'
So ungefähr ging das.
Dann bekamen wir Süßigkeiten. So wie die Kinder zu Halloween. Irgendwann war das vorbei und meine Nichte kennt den Brauch nicht mehr.
Wer weiß mehr?
(Beitrag wurde von Lelani am 03.11.2001 um 17:26 Uhr bearbeitet.)
peterthomassuschny
03.11.2001, 19:16
@Lelani
Da gibt es noch ein 'Konkurrenzbuch', 'Kasperles Mondfahrt', das habe ich noch, wo der Kasperl auf der Mondsichel klettert.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
P. S. Habe noch rund 60 bis 70 Bücher aus späten 50ern bis Ende der 60er, fast alle noch recht vollständig.
Adventskalender waren in! Es gab die älteren Modelle, die man gegen eine Fensterscheibe stellte und die dann hinter den Fenstern Bildchen hatten, und dann auch die Schokokalender, jahrelang mit den gleichen Tierchen hinter dem Fenster (Pea-Adventskalender). Der 24. bestand aus einem fetten Schokostern, bei den besseren hatte der 6.12. wirklich einen Nikolaus hinter dem Fensterchen. Es konnte aber genausogut auch ein Kleeblatt oder ein Schweinchen sein...
Ein wunderbares Thema und tolle Erzählungen von euch!
An meine ganz frühen Weihnachten kann ich mich nicht mehr so genau erinnern. Ich weiß bloß noch, ich hatte so einen Adventskalender, den man ans Fenster hing und der so transparente Fenster hatte. Als ich ein bisschen größer wurde, tauschten meine Eltern auch flugs die echten Baumkerzen gegen elektrische aus, weil ich gerne am Baum rumspielte. Die haben wir immer noch.
Ich glaube, zu Anfang wurde das Ganze noch ein bisschen geheimnisvoller aufgezogen und so eine Art Lieferung von Weihnachtsmann für mich simuliert. Es existieren noch viele Fotos von mir zu Weihnachten; so weiß ich noch recht gut, was ich so alles geschenkt bekam (u. a. eine Blecheisenbahn mit Aufziehschlüssel, die bei zu starkem Aufziehen immer aus den Schienen fiel; es gibt da noch ein Foto, wo natürlich mein Vater damit spielt). Ich musste mich dann natürlich immer besonders schön machen, mit Samtkleid (von Mutti genäht), weißen Strumpfhosen und Lackschuhen. Was heißt 'musste', ich machte mich natürlich gerne schön! Denn am späten Nachmittag holte mein Vater meine Opas und Omas ab, zuerst seine Eltern und danach die von Mutter. Es gab Kaffee und Kuchen (bzw. Kakao für 'det Kind'), wovon ich natürlich vor Aufregung nicht viel runterbrachte. Und dann quengelte ich, wann denn endlich Bescherung sei. Ab und zu erlaubte es mir meine Mutter, ein Geschenk von einer meiner Patentanten schon früher aufzumachen, damit ich ruhiger war. Ja, und dann war es soweit und ich verwöhntes Einzelkind ertrank in einem Berg von Geschenken (besonders spektakulär natürlich die Barbiesachen). Vaters Eltern waren eher für Wäscheteile zuständig, Mutters Eltern für das Spielzeug. Herrlich! Natürlich war mir das Spielzeug wichtiger, aber ich liebte meine 'Wäsche-Großeltern' deshalb nicht weniger; meiner Oma leierte ich ab und zu ja mal zwischendurch was aus den Rippen :-) Später dann, als wir Telefon hatten (nicht mehr in den 60-ern), rief ich nach der Bescherung meine beste Freundin an - oder sie mich - und dann erzählten wir uns haarklein, was wir alles bekommen haben.
Ja, und dann das Basteln. Bei uns wurde auch viel, sehr viel gebastelt. Strohsterne - ich war damit bisweilen noch etwas ungeschickt mit meinen kindlichen Händchen, aber Mutter konnte es sehr gut und so lernte ich es später auch. Auch mit Folie haben wir viel gebastelt: Sterne, Kugeln aus lauter zusammengeklebten Hütchen, Kerzenhalterchen, Ketten... Sehr beliebt war auch, filigrane Sterne aus schwarzem Karton auszuschneiden und hinter die dann Transparentpapier zu kleben. Also da war ich richtig gut drin. Meine Mutter hatte mal eine Weihnachtskrippe in der Art gebastelt, dreiteilig, hinter die eine Kerze gehörte. Diese Krippe gibt es auch immer noch, ich glaube sogar, sie ist noch älter als ich. Ich habe auch wahnsinnig gerne gebastelt, unter Mutters Anleitung, die einfach ein Genie in allem ist, was Basteln und Handarbeiten angeht. Das meiste von dem Weihnachtsbaumschmuck ist auch noch da und ich Nostalgikerin versuche immer, Strohsterne gegen Weihnachtskugeln als Baumschmuck durchzusetzen. So haben wir uns jetzt darauf geeinigt: Ein Jahr Kugeln, ein Jahr Strohsterne.
Gebacken wurde bei uns selten, aber schon ab und zu. Meine Mutter war wohl der Meinung, das würde zu meiner Kindheit gehören, womit sie ja nicht Unrecht hatte. Damals als die Großeltern noch lebten, gab es auch selbst gebackenen Kuchen. Aber insgesamt mochte meine Mutter nicht gerne backen, ihr war das auch zu viel Schweinerei. Einmal haben wir ein Hexenhäuschen aus Waffeln und Zuckerguss gebaut. War nicht schlecht, aber echte Pfefferkuchenhäuschen fand ich trotzdem schöner.
Zu essen gab es Heiligabend nur was Kleines; bis heute sind Würstchen und Kartoffelsalat Tradition. An einem der Weihnachtsfeiertage gab und gibt es dann die Weihnachtsgans. Meine Mutter erzählt noch heute voller Wut, wie sie einmal eine Gans nicht weich bekommen hat und daraufhin von ihrem Vater zum Geburtstag (eine Woche nach Weihnachten) ein Kochbuch geschenkt bekam.
Inzwischen feiern ja nur meine Eltern und ich zusammen Weihnachten. Ab und zu bringe ich auch Besuch mit. Es ist auch schön und wir feiern noch genauso wie damals. Aber mir fehlen meine Großeltern. Ich fand es als Kind supertoll, dass die ganze Familie Heiligabend zusammenkam. Was es auch noch gibt aus der Zeit, sind Weihnachtsplatten. Habe ich meiner Mutter streng verboten, die wegzuschmeißen. Jedoch, würde ich sie heute zu Weihnachten hören, diese Scheiben meiner Kindheit, ich glaube, ich würde weinen.
Viele Grüße
Zazie
Stimmt, Weihnachtsmusik war noch jenseits allen 'Christmas Pop'. Selbst Sachen wie 'Frosty the Snowman' kamen erst in den 70ern rüber und wurden von den Älteren ja nie akzeptiert. Es gab diese schrecklich altmodischen Texte, wie 'es ist ein Ros entsprungen'. Jedes Jahr wieder bekam ich erklärt, dass es sich hierbei nicht um ein Ross handelte und dass Baby Jesus auch nicht mit Jesse James verwandt war ('von Jesse war die Art'). Letzteres von meiner damals lästerlich veranlagten Schwester!
Schwierig auch die Ko-Existenz vom Christkind und vom Weihnachtsmann. Wer bringt denn jetrzt die Geschenke? Wir einigten uns auf eine Art 'Batman und Robin'-Theorie: Das Christkind ist natürlich viel zu klein und heilig, um das alles zu tragen, das macht der Weihnachtsmann!
peterthomassuschny
04.11.2001, 09:09
Das Christkind war eigentlich in unseren Augen immer ein kleines Mädchen, der Weihnachtsmann hingegen so ähnlich wie der Nikkolo, der in Ö auch immer gefeiert wird.
Während bei unseren Kindern fast immer nur noch der Nikkolo alleine kam, war er in den 60ern immer in Begleitung des Krampus, damit die Kinder mehr Respekt hatten.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
peterthomassuschny
04.11.2001, 09:11
Noch eine Ergänzung: ein englisches Lied kannte ich aber sehr wohl schon in den 60ern: Jingle bells, vielleicht hat das meine ältere Schwester damals im Gymnasium gelernt.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
Sidney Friedman
05.11.2001, 00:06
Jingle bells ist kein Weihnachts- sondern ein Winterlied.
Auch schön, bei Salcia Landmann gelesen:
'Fragt der kleine Moritz: Momme, haben die Goijim auch Weihnachten?'
Sid
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Ladies and Gentlemen, take my advice! Pull down your pants and slide on the ice!
Johnny Harms
05.11.2001, 01:25
Weihnachten fuhren wir immer nach Nordhessen zu den Großeltern und dem Onkel und der Tante.
Nach dem Mittagsessen am 24. ging es in den nahegelegenen Wald um einen Baum zu ³schießenã. Der Onkel hatte beim Revierförster eine Summe gezahlt und die Erlaubnis erhalten eine Rotfichte (also den ³klassischenã Tannenbaum) zu schlagen. Das war aber eine ³Männerarbeitã, d.h. mein Vater, mein Onkel und ich zogen mit dem Rodelschlitten (früher lag immer Schnee am 24 http://www.alles-bonanza.de/ubb//wink.gif ) oder dem Handwagen , einem Beil und einer Bügelsäge los. Die Auswahl war schwierig, weil jeder eine andere Vorstellung von einem perfekten Baum hatte. Am Ende einigten wir uns dann meist auf ein Exemplar, das nicht perfekt war, denn: so ein schiefes Bäumchen hat ja sonst keine großen Aussichten im Leben mehr, dann soll es wenigsten an Weihnachten schön geschmückt in der Stube stehen.
Der Baum kam in die ³gudde Stuwweã, die extra für diesen Tag geheizt wurde, ansonsten spielte sich das Leben in der Küche ab. Der Baum kam in einen hochbeinigen Ständer aus Neusilber, der also aus den 40er stammte. Geschmückt wurde der Baum mit: Glasfiguren, darunter auch zwei Vögel mit Seidenschwanz, wie Ruby sie auch hatte, Rehen und Hirschen; einer Baumspitze aus Thüringen (Geschenk einer Arbeitsdienstkraft aus den 40er); Blei(!)lametta, das jedes Jahr wieder sorgfältig eingesammelt und gebügelt wurde; Walnüsse mit Gold- und Silberbronze gestrichen. Dazu kamen Schokoladen-, Gelee- und Zimtsterne. Die weißen Wachskerzen saßen in Neusilberklammern, die nie gerade zu bekommen waren, also musste wie jedes Jahr eine große, runde Papierdecke unter den Baum gelegt werden. Die war im Laufe der Jahre so dick mit Wachsflecken betropft worden, dass man sie nicht mehr zusammen legen konnte.
Weil meine Kusine und ich uns in einen Wettbewerb der Sternbastler begeben hatten, war der Baum voller Stroh- und Goldpapiersterne, voller Ketten wie sie auch bei Lelani hingen. Diese Meisterwerke sind übrigens heute noch in Gebrauch. Zu meinem Leidwesen gab es bei uns (in den 50er) kein ³Engelhaarã auf dem Baum, ich fand dieses Baumwollgespinst bei meinem Freund immer so toll.
Gegen sechs Uhr abends ging es dann zum Gottesdienst in die mittelalterliche (kalte) Kirche. Männer und Frauen saßen in zwei getrennten Blöcken, die Frauen mit Blick zum Altar, die Männer mit Blick zur Kanzel.
Der Ablauf des Gottesdienstes war stets gleich, immer ³Es ist ein Ros entsprungenã, ³Lob Gott ihr Christen all zugleichã, ³Kommet Ihr Hirtenã und zum Ende ³O du fröhlicheã mit Glockengeläut und den nur zu diesem Gottesdienst benutzten Glockenspiel der Orgel. Die Orgel hatte zu dieser Zeit noch einen Blasebalg, der entweder von der Küsterin oder von Konfirmanden getreten werden musste. Der Pastor ließ das Lied ³Stille Nachtã nicht zu, weil es nicht im Gesangbuch stand. Außerdem fand er es kitschig (ich finde das auch, Österreich mag mir grollen).
Abendessen gab es nicht, weil zu den Sachen unter dem Baum immer Apfelsinen (Jaffa, die gab es nur Weihnachten) Boskops und Nüsse und Plätzchen gab. Dazu noch Dominosteine, Lebkuchen und die von der Tante so geliebten Pflastersteine (harte Lebkuchen mit weißem Guss, die reinsten Zahnbrecher) Den ganzen Abend wurde dann genascht.
Einmal hatte der Onkel einen 6er Träger Coca-Cola mitgebracht, das war etwas, für jenen eine halbe Flasche (= 0,1l)
Natürlich waren vor der Bescherung noch die Auftritte meiner Kusine mit der Melodika und meiner fällig. Meist gab ich die Weihnachtsgeschichte auswendig, ich habe auch auf der Blockflöte gespielt.
Die Geschenke waren meist ³weiche Paketeã, wie das bei Lelanis heißt.
Aber dazu vielleicht später.
Johnny
Übrigens: früher fing die Advents- und Vorweihnachtszeit erst nach dem Totensonntag und nicht schon im August an. Da waren Jahrezeiten noch Jahreszeiten!
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Und wenn sie Freizeit haben, dann hüpfen sie!
(Beitrag wurde von Johnny Harms am 05.11.2001 um 00:29 Uhr bearbeitet.)
@Johnny
als ich Deine Schilderung von Weihnachten las dachte ich, ich bin zu Hause. Wie bei uns, es wurde Melodika gespielt (ich).
Auch die Decke unter dem Tannenbaum die dick mit Wachs bekleckert war gab es. Auch die Tannenbaumkringel aus Gelantine, oder die Kringel mit bunten 'Liebesperlen' bestreut. Wenn der Baum im Januar abgeschmückt wurde durften wir die Kringel essen. Pfui, sie schmeckten nach Rauch, da alle Erwachsenen in der Famile qualmten.
Aber Johnny, den von mir genannten Silvesterbrauch kennst Du auch nicht? Schade, ich hatte gehofft....
Johnny Harms
05.11.2001, 14:24
@ Lelani
Min Deern , nu is Wiehnachtsziet un nich Silvester!
Nein mal ehrlich, das Rummeln kenn ich nur aus Schleswig-Meerschwein und speziell von den Nordfriesischen Inseln. AFAIK hat Knut Kiesewetter oder Fiete Kay mal ein Lied drüber gemacht, wenn ich Zeit habe, blättere ich mal in meiner Discothek.
Ich erzähl, wenns so weit ist, von dem nordhessischen Neujahr.
von Harten
Johnny
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Und wenn sie Freizeit haben, dann hüpfen sie!
peterthomassuschny
05.11.2001, 17:59
Einspruch zum Thema: immer Schnee am 24.
Am 24. 12. 1980 war es so warm, daß ich bei plus 10 oder sogar 15 Grad mit meinem Mofa fahren konnte und in der Zeitung stand, die 'wärmsten Weihnachten in Wien seit 1967'.
Aber vielleicht bei Euch im hohen Norden ...?
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
Dafür schneite es 1980 schon am 2. 11. und dann wieder Anfang Dezember, da wir zu Krampus mit den Pfadfindern feierten und dann noch zu einem nach Mauerbach (nahe Wien) eingeladen waren und das eine tolle Rutschpartie wurde, weil Krampus Glatteis war (da fuhr ich aber im Auto mit).
Lelani, Rummelpott habe ich jahrelang mitgemacht. Einmal hatten wir sogar eine richtige getrocknete Schweinsblase, auf die wir mit einem Stock draufhauten. Unsere Lieder gingen so:
Rummel Rummel Rötscher,
ooln Vadder Bötscher,
hätt'n langen Rock an,
arlns watt he kriegen kann,
steckt he in sien Rummelputt.
oder:
Ich bin ein armer König,
gebt mir nicht zu wenig,
laßt mich nicht so lange stehn,
denn ich muß noch weiter gehn.
oder:
Ich bin ein armer König,
gebt mir nicht zu wenig,
gebt mir nicht zu viel, (womit Schnaps gemeint war)
sonst fall ich in die Diel'.
Ich habe leider immer verstanden: Sonst fall ich in den Nil.
Manchmal kam es auch vor, daß die Leute das Licht ausmachten und so taten, als wären sie nicht da. Dann kam folgender Spruch:
Witten Tweern, schwatten Tweern,
giezge Lüüd, de givt nich gern.
Auch wenn es nicht 'direkt' mit Weihnachten zu tun hat, für mich gehört diese ganze Zeit bis Neujahr sowieso irgendwie zusammen.
Wow, da waren wir ja richtig fortschrittlich. Bei uns gab«s Mittag- und Abendessen, auch am heiligen Abend. http://www.alles-bonanza.de/ubb//smile.gif Am Morgen des 24. mussten wir immer mit Papa umständlich zum Einkaufen fahren, damit wir nicht im Weg waren. Mutti hatte wohl noch zu tun, das bekam ich aber nie so mit. Das war immer etwas merkwürdig-ziellos. Der Baum war in einer Laubenecke des Gartens getarnt, wo er mir wirklich nie auffiel. Der wurde dann am 23 abends reingeholt und geschmückt, sodaß ich als Kleinster nix mitbekam. Aufregende Zeiten. Klassisches Mittagessen war bei uns am 24. übrigens Linsensuppe mit Kartoffelkroketten. Abends gab«s irgendwas Kaltes, meist mit Schinkenröllchen und so...
Meistens wurde man kurz vor der Bescherung noch geschimpft, weil offenbar alles recht anstrengend für meine Altvorderen war. Und ich musste immer mein 'Affenfräckchen' (Sonntagsmontur) mit der 'Clubjacke' anziehen. Wollte ich nie!
Als beste Geschenke habe ich den mehrfach zitierten roten Fisch (da war ich wohl 3), meinen Astronautenanzug (6 Jahre?) und eine Indianermontur (5?) in Erinnerung, deren Bärenzahnkette ich so schnell uber den Kopf ziehen wollte, dass sie sofort riss. Mein erster Roboter war auch ein Ding! Grandioser Spaß!
@ Ruby und Johnny
ich danke euch, ich dachte man hätte diesen Brauch total vergessen. Sorry Johnny, ich hätte einen Strang 'Neujahrsbräuche' aufmachen sollen, aber so ist meine Wissensgier ja schon halbwegs befriedigt........ http://www.alles-bonanza.de/ubb//smile.gif
(Beitrag wurde von Lelani am 06.11.2001 um 08:23 Uhr bearbeitet.)
@spleen
Lass mal, ich komme heute abend noch mit Erinerungen an Nikolaus.
rz
Des is ka Nikolaussi, des is a Osterhasi mit die Ohrli!
peterthomassuschny
06.11.2001, 20:46
Ätsch, da habe ich ja meinen Fisch schon früher bekommen, da bin ich höchstens 1 Jahr als Badewannenkapitän auf Fischfang!
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
Ja sigst, aber meiner hatte ja auch Räder! Ich hatte übrigens auch gelbe Badewannenfische!
Stark waren auch die ersten Filzstifte, das muss so 1967/68 gewesen sein. Was war das für ein Fortschritt zu den Buntstiften! Ich glaube, an diesen Weihnachtstagen habe ich erstmal 12 Roboterbilder gemalt!
peterthomassuschny
07.11.2001, 20:29
@Spleen
Erstens heißt das 'siagst', falls Du versuchen willst, wienerisch zu reden oder schreiben, zweitens wozu braucht ein Fisch Räder? Hat der in der Natur welche? Nein, der soll in der Badewanne schwimmen, vielleicht brauchte er bei Euch in der Badewanne eine Schiffschraube, wenn Du das WC öfters vergaß und er dann im Kot fest- steckte ...
Auf der nahegelegenen Mariahilferstraße gab es schon damals die Weihnachtsbeleuchtung.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
Trudelblume
07.11.2001, 21:35
Eins der ersten Weihnachsfeste, an die ich mich erinnere, war das, wo ich mit Masern darniederlag. Das dämpfte sogar die Freude an der neuen Lego-Eisenbahn ein wenig. Ein anderes Mal bekam ich zu Weihnachten mein erstes Buch nach 'Struwwelpeter', 'Max und Moritz' und 'Lurchi' (die mir meine Oma bis zum Erbrechen immer wieder hatte vorlesen müssen), nämlich 'Der kleine Straßenkehrer'. Mindestens das halbe Buch habe ich gleich am Heiligen Abend verschlungen, mit den Christbaumkerzen als einziger Lichtquelle. (Richtige Kerzen natürlich, nicht so elektrischer Schnickschnack - und das Kerzenwachs musste meine Mutter nach den Feiertagen immer vom PVC-Boden kratzen, da gab es keine Extra-Wachsfangdecke.)
Einen Weihnachtsmann gab es bei uns in der schwäbischen Provinz nie, wir hatten das Christkindle (das man sich seltsamerweise tatsächlich immer weiblich vorstellt). Außerdem gab es zu Weihnachten immer 'Bredla' (Weihnachtsgebäck), und das war damals noch was besonderes, man stopfte sich noch nicht das ganze Jahr über mit Mars, Snickers und Konsorten voll. Und, ja, die Weihnachtszeit mit Schoko-Nikoläusen und Lebkuchen begann am 1. Advent und nicht im Hochsommer.
peterthomassuschny
08.11.2001, 07:48
Ja, die Legobahn, die bekam ich auch so ca. 1966 oder 67.
Die langersehnte Kleinbahn aber erst 1972 (österreichisches Modellbahnunternehmen so wie z. B. Märklin, gegründet 1947).
Beliebt war auch der Matador-Holzspielkasten, die gibt es seit Mitte der 90er wieder. Wer so etwas nicht kennt, schaut auf www.r60.net unter 'Presseberichte', da ist einer abgebildet.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
Stimmt, Legobahn und Legomotor gab«s schon in den End-60ern!
Ihr hattet noch echte Kerzen, Trudelblume? Bei uns zog mit meiner Geburt nicht nur der Fernseher sondern auch die elektrische Christbaumbeleuchtung ein, in Form eines Osram- und eines Philips-Leuchtkranzes.
Fand ich herrlich: man dreht ein Birnchen und der halbe Baum ist dunkel. Hell-dunkel-hell-dunkel, hihi http://www.alles-bonanza.de/ubb//biggrin.gif
Neid, Lego-Eisenbahn! Habe ich nie bekommen, auch später kein Plastikant, Fischer-Technik und wie das alles hieß. Auch kein Parkhaus, Auto-Waschanlage oder Rennbahn. Dafür interessierte ich mich viel mehr als für Puppen. Einmal bekam ich eine 'Lauf-Puppe', die immer umfiel. Mangels Interesse lag sie bald in der Ecke. Im nächsten Jahr glaubte meine Mutter mir eine besondere Freude zu machen, kleidete die Puppe neu ein und legte sie wieder unter den Tannenbaum. War ja gut gemeint...
Ein gutes Geschenk war mal ein Kasperl-Theater, so eine richtig große Holz-Vorderfront zum Aufstellen mit gelbem Vorhang. Damit habe ich dann tolle Höhlen mit Wolldecken gebaut, in denen ich gelesen und Cassetten gehört habe. Hach, war das gemütlich!
Da ist ja Weihnachten bei allen so ziemlich gleich abgelaufen. Kurz vor der Bescherung mussten alle Kinder (wir waren sieben, die Älteste und die Jüngste (ich) 14 Jahre auseinander) nach oben in die Kinderzimmer (zwei). Mein Vater tat dann so, als käme der Weihnachtsmann. So von wegen klopf-klopf, polter, stöhn, waren alle brav? Dann durften wir ins Wohnzimmer. Herllich, Weihnachtsbaum an (elektrisch, ich kannte nichts anderes), auf den Tischen die Geschenke. So mit 6 Jahren (65) lag ich Weihnachten auch mit Masern auf'm Sofa, genau wie Du, Trudelblume. Zu dem Fest habe ich meine Kindergitarre bekommen. Weiss ich deswegn so genau, weil ich gerade vor kurzem das Foto
wiedergesehen habe. Toll, mit Masern im Gesicht aber einen auf Rockstar machen (klimper). Ja, die Melodika, meine Schwester und ich haben die fürchterlichsten Versuche darauf gewagt. Obs zum Vorspielen reichte weiss ich nicht mehr.
Heiligabend gabs bei uns immer Kartoffelsalat mit Würstchen, miahm http://www.alles-bonanza.de/ubb//smile.gif
Und die schönen Schaufenster in der Innenstadt. Aufregend war auch immer das Paket meiner Oma zu Weihnachten. Ich hab ja nie so richtig mit ihr was anfangen können (weil sie immer so die feine Dame gespielt hat), aber das Paket war spannend.
Rummeln zu Silvester gabs bei uns auch. Wir Kinder durfen das nie, aber zu uns kamen so einige.
Das allerweihnachtlichste überhaupt war die Freddy-Platte mit Wehnachtliedern, die mein Vater dann auflag. Oder James Last.
Feiertagsstreit gabs natürlich auch. Oder am nächsten Tag die Geschenke der Nachbarskinder begutachten.
------------------
Viele Grüße, Zwicki
peterthomassuschny
09.11.2001, 07:28
Muß einmal bei meinem Vater das Buch 'Krokodile fliegen nicht' von Hugo Wiener, dem legendären Lied- und Fernsehshow-Schreiber und Buchautor lesen, da gibt es so eine Parodie auf Weihnachten, wo er eine Krawatte geschenkt bekommt, die wie ausgesucht nirgends wo dazupaßt, alles ist aus Plastik ('Vor lauter Rührung stahl sich eine Plastikträne in mein Auge').
Mein Vater hat das Buch zu seinem 50er 1974 im Labor geschenkt bekommen, aber wie alt das damals war, weiß ich nicht und die Geschichte werden Wieners Erinnerungen an einige Jahre darstellen und nicht besonders 70er, eher 50er und 60er.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
Endlich auch eine fortschrittliche Familie, Zwickie! Elektrische Kerzen und James Last, yeah! Ich habe tatsächlich eine James-Last-Weihnachtscassette wiedergefunden, ist aber aus den 70ern (s. Dachboden-Strang im 70er-Forum)!
Bei uns hat sich meine große Schwester als Nikolaus versucht, mit dem Erfolg, dass ich so geweint habe (man hatte mich vom Schläfchen geweckt, da muss ich so 4 gewesen sein), dass es nie wieder einen leibhaftigen Nikolaus bei uns gegeben hat! Schade eigentlich!
Meine Oma hat übrigens auch 'Nikolo' statt 'Nikolaus' gesagt, PTS. Wir Kinder fanden das voll witzig und sagten immer (in unserer albernsten Phase) in Anlehnung an die Haribo-Werbung 'Nikolo, der sitzt am Klo und Erwachsne ebenso' Huhu! http://www.alles-bonanza.de/ubb//biggrin.gif
peterthomassuschny
10.11.2001, 09:05
@Spleen
Das geht etwas anders: Halli Hallo wer sitzt am Klo? Der Krampus und der Nikolo!
Andere Variante schreibe ich in den Kinderliedstrang, ist zwar ein Gedicht, aber
sehr unfeierlich, paßt nicht in den Weihnachtsstrang.
Die Tanne aus Vorarlberg sollte auch schon am Rathausplatz stehen, in den 80ern (1984) hatten sie einmal einen mit so Art Bewegungsmeldern, immer wenn die kleinen Kinder kreischten, leuchteten die elektrischen Kerzen auf, damals gab es von BP auch einen Autoschlüsselanhänger, wenn der Besitzer pfiff, meldete er sich und er konnte den verlegten Schlüssel leichter finden.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
Eine schöne Variante unseres Nikolo-Liedes. Muss ich meiner Schwester erzählen!
Für uns begann die Weihnachtszeit mit dem Nikolaustag. Auch mein Adventskalender begann erst ab dem 06.12. die Tage bis zum Heiligen Abend zu zählen. Zum Nikolaus bekamen wir immer große Jaffa Orangen, die gab es nur zur Weihnachtszeit. Der Stiefel war außerdem mit Nüssen und ein paar Süßigkeiten gefüllt. Ein kleines Spielzeug gab es auch. Meist ein Puzzle, z.B. einen Würfel oder eine Kugel zum zusammensetzen (die Dinger waren manchmal ganz schön kompliziert), oder so eine Schiebetafel, da gab es z.B. auf der einene Seite ein Bild und auf der anderen Seite einen klugen Spruch. Die Einzelteile waren alle durcheiander verschoben und nur durch verschieben der Einzelteile bekam man das Bild wieder hin, oder den Satz wieder in die richtige Reihenfolge der Buchstaben.
Boh, ist das kompliziert hier im neuen Forum. :D Ich wollte eigentlich nur fragen, ob du dich an die alten Schoko-Schieber erinnerst, Lelani:
eineReihe Figuren auf einer Papptafel, verschob man den Kopfstreifen, tauschten sie die Köpfe, verschob man den Bein-Streifen die Beine. Innen war immer Schoko in den Schiebern! :)
Hatte ich oft in der Weihnachtszeit mit Disneyfiguren! Gibt´s heute wieder von Lindt, aber mit anderen Bildern!
Hi spleen, willkommen. Ich bin noch völlig wuschig ob dieser neuen Sachen hier.
Hallo Zwicki und Spleen !
Prima hier finde ich, hat nur eine Weile gedauert hierher zu finden und es wird wohl auch noch etwas dauern bis ich mich hier
100% ig durchgearbeitet habe.
Ja Spleen, ich kenne diese Schieber. Ich liebte die "10 kleinen Negerlein" und die mit den Tieren, wo der Löwe plötzlich einen Giraffenkopf hatte . Es gab auch Männer, Frauen und Kinder deren Köpfe u. Beine man hin und her schieben konnte . Waren in den Packungen "Katzenzungen"?
Hallo, nein Katzenzungen waren da nicht drin, sondern rechteckig-längliche Schokotäfelchen, mit Micky und Pluto oder Bambi drauf!
Ich find´s schrecklich, dass das Siebziger-Forum nicht läuft! Unsere Marathon-Party wird Moos ansetzen. Was wird dein kleiner Bruder ohne Aufsicht dort anrichten?
Immerhin machen jetzt die realen Weihnachtsmärkte so langsam auf!
Adventskalender haben sich übrigens erstaunlich wenig verändert. Ich hab mir kürzlich einen klassischen Schokokalender geleistet. Fast wie von Pea!
peterthomassuschny
16.11.2001, 21:27
Die Küfferle Katzenzungen aus Wien gibt es wieder, eine der vielen netten Erinnerungen, die geblieben sind.
Auch Fritt und Ahoj-Brause gibt es bei uns wieder, waren lange weg.
Haaa, da habt ihr mir wieder was zurückgebracht mit diesen Schiebe-Schokoladentafeln! Ich kann mich sehr sehr dunkel erinnern und weiß noch nicht mal, was für Motive da drauf waren. Aber fest steht, ich hatte solche Schokolade mal!
Katzenzungen mochte ich auch sehr gerne und habe meistens die Miezen auf der Schachtel ausgeschnitten, bevor ich ihn wegschmiss.
Das 70-er Forum ist ja schon umgezogen, aber noch sind die Hadnwerker wohl da drin zugange... Geduld Leute, wenn wir erst wieder reindürfen, feiern wir umso wilder weiter (wir waren ja bei Flaschendrehen stehen geblieben!).
Viele Grüße
Zazie
Ich habe gerade in dieser Woche gelesen, daß es in dieser Stadt eine Ausstellung historischer Adventskalender gibt. Und Du hast recht Spleen, sie haben sich in den Jahren kaum verändert. Ich habe mir noch keinen Adventskalender gekauft, denn ich konnte mich nicht entscheiden, sie sind alle so schön. So ein Kalender muß sein, auch in meinem hohen Alter!
Mein kleiner Bruder ist beschäftigt, er grübelt über seinem Wunschzettel, außerdem muß er noch viele bunte Sterne kleben. Im Moment trauert er , denn Die Dinosaurier sind nun wirklich traurig - und trauern um Lonzo, den Teufelsgeiger aus Eppendorf der uns verlassen hat.
peterthomassuschny
17.11.2001, 20:31
@Zazie
Mit denen bin ich anders verfahren:
Wenn bei Nacht die Monde blitzen,
küß ich gerne blonde Miezen!
Nein, stimmt natürlich nicht, ist ein Schüttelreim, ist übrigens einer der wenigen deutschen "Fachausdrücke", der sich im Wienerischen voll durchgesetzt hat, bei uns heißt das meist "ein Hase" oder "A Katz", ein böserer Schulkollege sprach immer von den "Kröten" (was bei Euch eher Geld als Mädels bedeutet), nettermeinende sprachen von "Schnitten".
Apropos der wirklich tiefste, der gehört eher ins 80er-Forum zum Thema "Lepra-Witze" war jener, wo sich 2 Männer trafen "I hob daham a neiche Kotz!", "A 2-beinige oder a 4-beinige?", darauf ersterer stolz "Natürlich a 2-beinige", der andere sehr abfällig "Ah so, an Krippel!". Deckt sich aber natürlich nicht mit meiner Einstellung zu den weiblichen Wesen.
Zum Strangthema:
Gestern und heute eröffnen in Wien die meisten Christkindlmärkte, seit mehreren Jahren gibt es gut so ein Dutzend verschiedene, von einem Sohn von Freunden, den ich gestern bei der Eröffnung einer Vernissage von 3 Künstlern traf (deren Werke ich vorgestern führte und mein Sohn fuhr auch mit, weil der Leopold der Babenberger geehrt wurde, der Landespatron Niederösterreichs und des seit 1922 unabhängigen Bundeslandes Wien, das aber traditionell schulfrei gibt) die Lebensgefährtin meinte zu recht, das Weihnachten heute eigentlich immer mehr eine Belästigung wird, weil ja schon ab Ende September (oder August?) mit der Schokoladefertigung begonnen wird.
Zu meiner Freude hat die Inflation aber doch einen Sinn: heuer gibt es (meines Wissens nach erstmalig seit 1971 wieder) einen Christkindlmarkt vor dem Wiener Messepalast (der seit heuer auch das sogenannte Museumsquartier mit Tanzpalast für künstlerische Performance und sogar einem Kindermuseum umfaßt, das wir schon vor rund 2 Jahren, als das ganze teilweise noch "Umbaustelle" war, besuchten). Den muß das Kind der 60er wieder besuchen!
1993 lief ca. ein halbes Jahr lang nach den 2. Nachrichten (also so ca. von 22h25 - 22h30) eine Nachrichten "Da Capo"-Sendung mit 5 Minuten Beiträgen auch von lokalen (nicht nur internationalen) Berichten und da war einmal aus dem Jahre 1967 der Christkindlmarkt vor dem Messepalast zu sehen, da gab es noch einen Weihnachtsmann, der uns Kinder auf Ponys an einer Leine reiten ließ. Ich hoffe, diese tollen Aktion haben die Veranstalter gleich mit in die Nullerjahre geschleppt.
peterthomassuschny
19.11.2001, 22:07
Beliebt waren die "Bamkraxler", die konnten dort gekauft werden, kennt diese Figur noch wer außer mir, gibts die in D auch?
peterthomassuschny
23.11.2001, 00:15
Weil ich im 70er-Forum von der Schlange las, die hatten wir auch, es gab starre Schlangen als Nackenrollen und bewegliche aus lauter bunten Elementen, eine hat noch ziemlich unbeschädigt überlebt.
Ab wann gab es aber den "Wurli-Wurm"? Noch 60er?
Wurli-Wurm ist aus dem gleichen, flauschigen Material, das sich wie Plüsch angreift, wie die kleinen Krampusse in schwarz, grün und rot mit roten Plastiköpfen, die es auch in Tabaktrafiken zu kaufen gibt, die auch auf Anzugrevers gesteckt werden können.
Wurli hatte eine dünne Schnur durchgezogen (ähnlich wie eine Marionettenpuppe), die weiß war und dadurch konnte er über Sessel, Schulpulte aber auch über den Finger klettern, wenn das Frauli oder das Herrli von Wurli geschickt war.
Der Wurli-Wurm hieß bei uns, als er herauskam ,"Sir Hiss, der Wurli-Wurm" und ging auf die Schlange in Disney´s "Robin Hood"-Film zurück. Kann also nicht vor 1973 gewesen sein! Später gab es ihn auch ohne das mittelalterliche Papierhütchen und das Disney-Copyright!
70s rule!
peterthomassuschny
24.11.2001, 11:00
Also bei uns war der nie mit Hut.
Das Dschungelbuch als Zeichentrick hörte ich erst kürzlich (zu meiner eigenen Überraschung) gab es schon in den 60ern, warum es erst 73 nach D (und wer weiß wann nach Ö kam) entzieht sich leider meiner Kenntnis.
60ies rule more!
peterthomassuschny
23.12.2001, 10:31
Also noch einmal, die Schlange kenne ich noch aus dem "Dschungelbuch", Robin Hood, wo war da eine Schlange?
Der lebte doch bei Nottingham in einem Wald, da gibt es schon Schlangen, aber in der Geschichte erinnere ich mich nicht, daß eine Schlange besondere Bedeutung hätte.
paule9999
23.12.2001, 17:45
Eben hab ich eine alte Weihnachtsplatte rausgekramt.
"White Christmas"
Weltstars singen Weihnachtslieder
Es ist eine alte Polydor Platte aus der Stern - Musik Reihe.
(gemeint ist die Zeitschrift Stern). Auf der Platte läßt sich 1966 erkennen, deshalb dieses Posting hier im Weihnachtsstrang der 60er.
Heute abend werde ich sie auflegen.
Ich muß Euch einfach kurz die Weltstars auflisten.
Freddy, Peter Alexander, Wencke Myhre, Margot Eskens, Ella Fitzgerald, Conny Francis, Bert Kaempfert, James Last, Lolita, Willy Schneider, Gerhard Wendland, Fritz Wunderlich, Hermann Prey, Rita Streich und Maria Stader !
Ha, ich freu mich drauf.
peterthomassuschny
23.12.2001, 19:44
@Paule
Klingt sehr interessant, Lolita singt noch heute gelegentlich, meines Wissens nach stammt sie aus der Wachau (Niederösterreich) und hat sich auch so ein bißchen als Seefahrerin initiert, aber anders als der Fredy Quinn.
Fritz Wunderlich war einmal im der Wiener Zeitung-Extra ein Artikel gewidmet, er wurde nicht sehr alt (starb Mitte der 60er mit noch nicht einmal 40 Jahren), ich glaube, der Artikel erschien zu einem runden Geburtstag oder zum 35. Todestag, mit denen habe ich etwas Kontakt, ist eines der besten Feuiletons und Chefredakteur Mag. Schmickl hat schon einen Artikel über mich über seinen Freund und Kollegen Uwe Mauch im KURIER vom 6. Feber 2001 organisiert, das ist für unsere 60er-Anliegen recht wichtig (nähere Info zu dem Artikel auf www.r60.net unter Presse).
@ PTS: Oh du Ignorant. Kennt nicht mal "Sir Hiss", den Gehilfen von Prinz John aus Disney´s Robin Hood?
Und als Fadfinder (kein Rechtschreibfehler) solltest du doch wissen, dass es Schlangen im Wald gibt.
peterthomassuschny
24.12.2001, 10:24
Nein, Robin Hood das letzte Mal vor 26 Jahren mit dem Schultheater gesehen und noch ein oder zwei Jahre später im Gym gelesen, so spannend ist der nicht, letzte Notiz zu dem Thema in der Wiener Zeitung vor ca. 1 Jahr, das R H homosexuell gewesen sein soll, was aber auch nichts zur Sache hat.
Johnny Harms
25.12.2001, 04:20
http://www.chuckhyatt.com/images/products/FBA560.jpg
Es geht um Weihnachten und nicht um Vorlieben von Sagengestalten.
Johnny
Robin Hood and his merry men, was? Naja, bei den "Flintstones" singen sie auch "Let´s have a gay old time".
peterthomassuschny
25.12.2001, 10:45
Ja, ja und irgendwo auf einem WC (vielleicht auf so einem in der 70er) oder auf einem Schulpult stand einmal:
Ein Mann ohne Frau ist wie eine Woche ohne Freitag!
Robinson Crusoe.
Zum Thema, damit mich Johnny nicht mit seinem Küchenhangerl schlägt :-) ....
Weihachtlich? Ja, im Fernsehen war das Programm damals noch ernster, heuer ist auf einem Sender nur lustiges gelaufen (zuerst zwei Sachen mehr für die Kinder, dann "Ein Fisch namens Wanda"), am anderen lief gute 16 Stunden lang "Licht ins Dunkel", die Gala, da gab es sowohl besinnliche Lieder, als auch Schilderungen ländlicher Traditionen.
Also: der Heilige Abend selber hat noch mehr Ähnlichkeiten mit Weihnachten in den 60ern als das ganze Vorgeplänkel.
Habt Ihr als Kinder zu Silvester den Weihnachtsbaum auch gerne mit Luftschlangen verunziert? Schreckliche Unsitte, bei uns in den 60ern aber verbreitet!
@Peter
Klaro war im Robin Hood von Disney eine Schlange: Sir Hisss. Er war das Arme Beraterschwein vom König und hat immer eine mit dem Deckel des Korbes, in dem er wohnte, eine draufbekommen, was zu einer treppenartigen Verformung des Halses, rollenden augen und einer verbogenen Feder auf seinem Barett führte. War meine Lieblingsfigur!
Endlich mal jemand mit Kultur hier! Volle Punktzahl, Hati! Kommt dein Nick von Colonel Hati???
peterthomassuschny
19.03.2002, 21:01
@Hati
Meine Spezialisierung ist mehr auf Puppentrickkult, da habe ich schon eine nette Sammlung, Cappuccetto (SRG), Familie Petz (ORF) besitze ich bereits, Maison Tou-Tou = Hector´s House (GB) und The magic roundabout = Das Zauberkarussell (GB) habe ich rechtzeitig geordert, sollte dann bei meiner 60er-Ausstellung (info www.r60.net, NEWS-Button anklicken) auch zum sehen sein, solltest Du Quickplay laden können, kannst Du Cappuccetto als 22-Sekunden-Kurzvideo zum Einstimmen auf meiner Homepage ansehen, das Herunterladen ist kostenlos, vorausgesetzt Du ladest es so hinunter, daß es auf meiner Homepage verbleibt
;-))))
@Spleen
Nööö - isn echter Nick, war aber nur Anfang der 60er aktüll.
Den"echten" Hati habe ich erst sehr viel später kennengelernt. Comics waren bei mir in der Family damals nicht erwünscht, schon gar nicht als Film - musste ich dafür zu Nachbars Bub und im geheimen die Comics reinziehen - Lieblingscomic war Mecki von Hör Zu - heute verstehe ich, wie genial der war. Kinomäßig waren die Karl-May-Filme angesagt, in einem Vorstadtkino noch aus den 50ern - wird heute viel Geld ausgegeben, um so was nachzubauen. Heute ist ne Sparkasse drin - da sparn wir uns das Kinogehen. (Stimmt nicht, geh immer noch ins Kino, hab sogar ein original erhaltenes aus der Zeit gefunden, aber der Kalauer musste mitgenommen werden.) War das Schatz im Silbersee? Nee, Winnetou I, wo die Lok in den Saloon gerast ist und Karl-May-Old-Shattrhand-Lex-Barker gerade noch rechtzeitig abgesprungen ist - das war Äkschn! Und dann die Badeszene unterm Wasserfall - uijui war das schwül, das war aber im Halbblut Apanatschi oder so ähnlich.
@Peter
Kann mit Puppentrick nicht helfen - nix TV, erst ab 68 (!). War Urmel schon in den 70ern?
PetziPellePingo
20.03.2002, 15:55
Wie im ehemaligen "Spiegel", (Hamburg) erst Kino, jetzt Haspa.
@ PTS: dann fehlen dir noch sämtliche britischen "Watch with mother"-Serien (Andy Pandy, Wooden Tops, Bill and Ben the Flowerpot Men), Paulus de Boskbouter, Kasperle und René, Bärenstreiche, Fabeltjeskrant, De Bereboot u.a. Nicht zu reden von "Die Mumins", "Jim Knopf und Lukas", Kater Mikesch", "Der kleine dicke Ritter" aus der Augsburger Puppenkiste! Viel Spaß beim Sammeln!
@ Hati: Ja, Urmel ist schon quietschbuntes 70er-Produkt!
Badeszene? Deshalb heißt der in der Parodie Abahatschi???
peterthomassuschny
20.03.2002, 22:37
Ist aber bei uns nichts davon gelaufen, also werde ich das kaum je sammeln, hätte lieber "Klecksi", den Tintenfisch, den gibt es immerhin als Hörzu-Schallplatte.
@Hati
So spät? Unseren ersten hatten wir Gott sei Dank 1965. Aber die Puppentrickserien meiner Sammlung liefen alle erst in den Jahren ab (inklusive) 1967 -vorher kannte ich die Nachmittagsunterhaltung à la Polly, Fjury, Lassie, Tammy, das Mädchen vom Hausboot.
Wer bastelt mit, Was könnte ich werden, Robert Lembke, EWG mit Kuli, Der Kommissar, Aktenzeichen, Daktari, Flipper, Skippy,
Wir blättern im Bilderbuch, Unser kleines Haus, Horizonte, Die Frage der Woche (leider ist der Herr Max Eisler heuer verstorben), Sportmosaik, Vorsicht - Rücksicht - Nachsicht, Der goldene Schuß, Wünsch Dir was, Bezaubernde Jeany, Verliebt in eine Hexe - ich glaube jetzt habe ich es ziemlich vollständig und dann noch: Räuberhauptmann Rinaldo Renaldini, Dezernat M, Salto Mortale, Der Chef, Simon Templar und Comedy Capers, lief das nie in Deutschland? Alte Stummfilmkommödien der 20er und 30er, da fuhr so ein alter offener Autobus und immer rannte wer hinterdrein, mit Stan Laurel & Oliver Hardy, Charly Chaplin und Lary Simon-Filmen.
Noch nicht mal Bill Bo? Das ist ja Notstandsgebiet gewesen!
peterthomassuschny
21.03.2002, 19:48
Who is Bill Bo?
Aber: Flowerpot Men habe ich auf CD "Let´s go to San Francisco", (deren Namen Du in Deiner Fernsehseriensammlung geschrieben hast) und seit ca. 1 1/2 Jahrzehnten auch auf MC, da singt es der Richard Anthony "Il faut crois aux etoilles, à la chance et a l´armour, la vie n´est une scalle, ...."
Bill Bo ist ein legendärer Räuber aus em 30jährigen Krieg und eine geniale Serie der Augsburger Puppenkiste!!! (ca. 1968)
Diese Flowerpot Men dürften nicht die BBC-Marionetten "Bill and Ben" sein, die für jeden in den 60er/70ern aufgewachsenen Briten Kult sind.
peterthomassuschny
21.03.2002, 22:42
Augsburger Puppenkiste lief bei uns nicht, da könnte ich höchstens irgendeine Figur daraus kennen, vielleicht stammt ja der lange gesuchte Apollonius aus den 70ern von dort her, den habe ich noch immer nirgends entdeckt.
Englischen Puppentrick kenne ich nur eine Serie aus den 80ern "Postman Pat".
1964 bekam ich zu Weihnachten ein Grundig-Tonband geschenkt. Ein "moderner" Kasten mit dem berühmten "Magischen Auge". Die Überraschung wurde inszeniert: Das Tonband wurde versteckt, meine Großmutter hielt das Mikrophon verborgen in ihrer Hand und der ganze Weihnachtsabend wurde aufgenommen. Zu diesem Zwecke wurde ein Programm abgewickelt, das sich gewaschen hat: Alle Weihnachtslieder, wenn möglich mehrstimmig und mehrstrophig, Gedichte und so weiter. Es wurde eine Katastrophe, für alle Zeiten auf besagtem Tonband festgehalten.
Der Rest der Weihnachtszeit verlief dann wieder in gewohnten Bahnen: Familienessen - Fett und Wein in Strömen, mit dem Großvater Schach spielen - es hat mich immer geärgert, wenn er mich absichtlich gewinnen ließ, den Schnee sportlich nutzen, wenn einer lag und den Christbaum klamm heimlich von seiner süßen Dekoration befreien, was aber immer an den leeren Schnüren bemerkt wurde.
Und dann waren dann noch die Mehrteiler im Fernsehen, für die ganze Familie am Nachmittag an den Feiertagen: "Lederstrumpf" 1969 - War das der erste?
Hati - "Da gabs doch noch mehrt 60er-spepezifisches Weihnachten"
(Fällt mir gerade ein: Die kerze im Fenster für die "armen Brüder und Schwestern" in der DDR)
Ja, die Kerze hatte ich in der Grundschule mal. Sie trug die verwirrende Aufschrift "dreigeteilt - niemals". Hatte man da die britische und amerikanische Zone getrennt gerechnet? Seltsam...
Eigentlich ist jetzt aber Ostern, Hati. Frohe Ostern!
Danke für den Hinweis, Spleen. Ich hab mich eh schon gewundert was diese ganze Eierei sollte. Kerze dreigeteilt hatten wir nicht.
Hati - "Ich freu mich schon auf Weihnachten"
Johnny Harms
31.03.2002, 04:27
Meine Großmutter warnte immer mit:
Lieder außer der Zeit bringen Kummer und Leid, wenn wir zu Ostern Weihnachtslieder sangen.
Johnny
Ihr habt zu Ostern Weihnachtlieder gesungen? Da wundert einen so einiges nicht mehr, hihi. :D
Ich glaube nicht, daß das "dreigeteilt" mit "Trizonesien" (die 3 Westzonen) zu tun hat, die Diskussion war eher in den spätern 40ern. Vielmehr dürften damit die Gebiete östlich von Oder und Neiße gemeint sein, außer den beiden deutschen Staaten.
Möglich. Und solche Kerzen hat man bei uns in der Grundschule recyclet? Ich weiß noch, meine Mutter fand´s auch seltsam, als ich damit ankam. Es gab damals übrigens auch blaubefrackte Nikoläuse aus Schokolade! Ich fand die schöner als die roten Allerweltsmodelle!
Hallo Hati,
das mit der Kerze im Fenster kannte ich auch.
Hati, kannst Du Dich daran erinnern, daß das Kinderprogramm immer mit einem Kuckuck/Kuckucksuhr "eingeläutet" wurde ( um 16.00 Uhr)?
Kennst Du die Sandmännchen Geschichten mit Käpt´n Smokey und Josephine?
Oder die Sendung mit Peter René Körner und James Krüss? Dort wurden Bildergeschichten gezeigt aus dem Buch von James Krüss, "Der Leuchtturm auf den Hummerklippen".
Erinnerst Du Dich noch daran, daß man uns viele Scherenschnitt Märchen gezeigt hat?
Frage nur weil es außer mir hier wohl niemanden gibt der sich an diese Sendungen erinnert.
Sollte ich denn der einzige Mensch sein der Käpt´n Smokey kennt ( Der Admiral - ein Papagei war auch dabei)
Gruß
Lelani
Tut ma leid - aber ich kann da nicht mit allzu viel dienen, alldieweil wir keinen Fernseher hatten und ich auf die Gnade der Vermierter(!) oder von Freunden angewiesen war, und dort konnte ich nur das sehen, was der Gastgeber "erlaubte". James Krüss weckt Erinnerungen aber eher aus Büchern, da müsste ich mal in der Erinnerungskiste kramen und im Strang "Bücher" was posten (pfosten?)
Hati - "nicht locker lassen, dass wird schon"
Ich kenne Captain Smokey, allerdings nur von Postern aus Felix-Heften: ein rundlicher Typ mit Backenbart und Pfeife, nicht?
Richtig Spleen!
Ich bin noch im Besitz einer Figur der dazugehörenden Maus Josephine. Aber Captain Smokey und der Admiral sind abhanden gekommen.
Kann das sein, dass das so knapp "vor meiner Zeit" war? Da ich es geschafft habe, alle sechs Mainzelmännchenfiguren zu bekommen, bevor ich sie auch nur je im Fernsehen zu Gesicht bekam, gehe ich davon aus, dass Käpt´n Smokey auch was für mich gewesen wäre.
Das Poster dürfte von ca. 1965 sein, kann das hinkommen?
Auch wenn Ostern gerade vorbei ist - etwas zum Thema Weihnachten:
Kennt noch jemand den schönen (*??*) Brauch, aus der Spitze des Weichnachtsbaumes einen Quirl zu schnitzen? Einscheinend auch ein Relikt aus der ressourcenarmen Nachkriegszeit. Mit diesem Quirl wurde dann in mühevoller Handarbeit das Ei schaumig geschlagen. "Durfte" ich ab und zu in der Küche machen, um vom Naschen abgehalten zu werden. Feuer mit zwei Hölzchen zu entfachen ging wahrscheinlich leichter als auf diese Art Eiweißschaum zu erzeugen. Gott sei Dank wurde dieses Steinzeitrelikt durch einen "maschinellen" Quirl aus rotem und gelbem Plastik (existiert in meinem Archiv immer noch) ersetzt, mit dem man sogar Schlagsahne (das Symbol der Fresswelle der 60er!) schlagen konnte. Diese Maschine hatte eine Kurbel, die per Handarbeit betrieben wurde.
Hati - "gibts hier irgendwo einen Strang 'Alltag in den 60ern'?"
Den Brauch mit dem geschnitzten Quirl kenne ich nicht, aber den beschriebenen roten Quirl, so ein Ding habe ich vor ein paar Monaten entsorgt.
Es gab ja danach auch das viel praktischere Modell zum Sahneschlagen für die gestresste Hausfrau. Der Quir war im Deckel des Quirlbechers. Sahne in den Becher, Deckel drauf und oben wie wild kurbeln.
@Spleen
1965 könnte hinkommen, da werde ich, 11 Jahre alt, mit meinem kleinen Bruder, damals 7, sicher noch Sandmännchen geschaut haben.
Wenn ich daran denke bringe ich Josephine mit zum Treffen.
Meint Ihr so einen Quirl mit einem kreiselartigen Ende? Die haben nicht schlecht funktioniert. Wir hatten, auch bedingt durch nachkriegshafte Sparsamkeit noch einige uralte Küchengeräte (Schnitzelhammer, Waschbrett, Mini-Bügelbrett...), über die man in so einem Alltagsstrang gut reden konnte. Gegeben hat´s das hier noch nicht, und ich bin seit Strang 1 hier!
@ Lelani: siehst du, da wäre ich fünf Jahre alt gewesen. Da durfte ich noch nicht viel fernsehen...
Was hat Käpt´n Smokey so gebracht? Stories wie Käpt´n Blaubär?
Der Strang wird langsam zu einem Sammelsurium verschiedenster Themen - macht Spaß. Wie finden aber andere hierher, die sich auch für diesen Fleckerlteppich interessieren würden? Könnte man den Strang nicht umtaufen? (*äh naiv dreinschau*) Oder einen neuen Strang "Alltag - Feiertag - Ferientag in den 60ern" (*grübel*)
Hati - "Fällt schwer bei dem schönen Osterwetter an Weihnachten zudenken"
Umtaufen geht nicht. Wr können aber einen neuen aufmachen und darauf hinweisen, dass die Diskussion im Weihnachtsstrang angefangen hat...
Ich verbinde Weihnachten in den 60ern spontan mit meiner Minitrix-Eisenbahn. Mein Vater hat die Faller-Häuschen in monatelanger Arbeit zusammengebastelt. Dies geschah, wenn er von der Mittagschicht *gähn-vor-Müdigkeit-totumfall* kam. Ich musste diese Aktion ja nicht unbedingt mitkriegen. Was ich wissen möchte: Zum Eisenbahn gehört ein Kesselwagen mit der Aufschrift "Gasolin". Diese Firma ist seit über 30 Jahren pleite. Ob mein Kesselwagen schon was wert ist? Abgeben würde ich ihn allerdings nie.
Ist das nicht eher eine Industrie-Bezeichnung gewesen? "Gasolene" ist doch einfach ein altes Wort für Benzin...
Nee, das ist ein roter Kesselwagen mit einem weißen Rhombus auf jeder Seite. In dem Rhombus stand "Gasolin" mit schwarzen Buchstaben. Es gab nicht weit von uns entfernt eine "Gasolin"-Tankstelle. Die Firma muss so um '69 pleite gemacht haben.
Spleen: nicht unbedingt. Oft, vor allem im französichen Sprachraum wurde Benzin mit "Gazoline" bezeichnet. Meistens ist Diesel ("Gasöl") damit gemeint. M.E.wird Diesel an franz.Tanken heute noch so genannt. Es gibt auch eine dortige Oldtimerzeitschrift mit dem Namen.
In Deutschland gab es früher (bis in die 50er?, aber auf jeden Fall in den 30ern und 40ern) eine Tankstellen- und Spritmarke "Gasolin". Wann und wo die Marke eingegangen ist, weiß ich nicht. Es gibt ein Buch über die Geschichte der deutschen
Kraftstoffwirtschaft und Tankstellen. Vielleicht kaufe ich es mir mal. Es soll sehr interessant sein.
Auf Oldtimermärkten findet man ab und zu noch Werbematerialien von "Gasolin". Die originalen sind schweineteuer, es gibt aber auch Nachfertigungen von Werbeschildern, Postern, etc. Wenn ich mich nicht täusche, war das Maskottchen irgendein Männchen und die Farben was mit orangenen Streifen.
@Pit: schau doch mal bei EBay oder einschlägigen Modellbahngeschäften nach. Letztere haben wie Fotoläden fast immer auch eine "antiquarische" Abteilung.
Mach' ich und lass' Euch, falls sich meine Meinung bezüglich Verkauf ändert, alle an meinem Reichtum teilhaben.
Danke für die Infos! Psst psst, Pit: der Elwood is auch aus´m Ruhrgebiet!
Bahnt sich da nach meiner etwa viertägigen Mitgliedschaft schon ein Treffen an?
Guckt mal, wie viel Weihnachtliches bei uns im Keller war!
Weihnachten in den 60ern... viel Erinnerung habe ich nicht, schließlich bin ich Jahrgang '65...
Aber etwas doch. Das Wohnzimmer mit dem Weihnachtsbaum: alte Weihnachtskugeln von den Großeltern, sie stammten noch aus Kriegszeiten und waren vollgetropft mit Bienenwachs von den Baumkerzen früherer Generationen. Daneben neue mit typischen 60er-Dekoren, so ein bißchen abstrakt. Silbernes Lametta, das noch richtig bleischwer war, nicht so leichtes Flutterzeug wie heute. Am Baum brannten noch Kerzen - elektrische Weihnachtsbaumbeleuchtung hatten wir, glaube ich, erst ab 1970 rum. Und meine Mutter, wie sie immer zur Vorsicht im Umgang mit den Kerzen mahnte.
In der Vorweihnachtszeit wurde eifrig der OTTO-Katalog durchgeblättert, das Spielzeug angeguckt (ich erinnere mich daran: wenn man mal im Sommer dazu Lust hatte, war das eine herbe Enttäuschung, denn da war kaum Spielzeug in den Sommerkatalogen). Manches davon lag dann auch unterm Weihnachtsbaum. Das heißt, unterm Baum lag bei uns zu Hause gar nichts. Bei der Bescherung lagen die Päckchen auf dem Wohnzimmertisch.
Überhaupt das Wohnzimmer. Die Möbel stammten noch aus den tiefsten 50ern. Boucléstoffbezogene Cocktailsessel mit Holzlehnen, und de Seiten mit Peddigrohrgeflecht (wie die Geflechte auf den Stuhlböden). Da habe ich als kleines Kind voller Faszination meine Finger reingesteckt.
Bunte Teller! Drauf waren Spekulatius, selbstgebackene Kekse, Fondantkringel, diese mit Liebesperlen bestreuten Schokoladentaler und Schokoladengeld (diese goldenen Münzen). Und Orangen und Äpfel waren auch noch darauf.
Die Kekse wurden vorher zusammen mit Mutter in der Küche gebacken und ich durfte mithelfen beim Ausstechen.
Draußen lag Schnee, viel Schnee - in meiner Erinnerund viel und lange.
Im Fernsehen gab's Sissi - fand ich damals sooo schön....
Fotos wurden dann auch gemacht. Ich habe immer meinen Kopf weggedreht, weil ich das Blitzlicht haßte. Es war mir nicht geheuer und ich hatte Angst davor.
Ja so wars und so sah das Ergebnis dann bei uns aus - und im Prinzip heute noch, nur die Möbel sind jetzt andere. Man beachte: kein Nierentisch (obwohl aus den 50ern!), aber die Lampe! Irgendwann hatte der Plastikstoffüberzug (!) ein Loch, gebrannt von einer Glühbirne (daher der Name?). Und im Bücherschrank wohl geordent die Büchergesellschafts-Schmuckausgabe der wichtigsten Klassiker von Goethen, Schillern etc.
eigentlich sollte dieses Bild schon in meinem vorigen Beitrag auftauchen. Nu - da isses.
Hati, ich werd' verrückt - das sieht fast aus wie damals bei uns! die Konstellation von Fenstern und Möbeln stimmt auch - nur, unser Christbaum stand links vom Fenster. Und die Vorhänge!! Genau solche hingen auch bei uns im Wohnzimmer, mit so einem grafischen Muster in Braun- und Grüntönen, aus den 50ern!
Ist ja irre!
Solche Sessel hatte meine Oma in ihrem Zimmer, Hati! Die Stuhllehnen habe ich in jungen Jahren durch Herumwippen stark geschädigt... Ein Bücherschränkchen mit Glas davor hatten wir auch. Darin "Der große Regen", "Sinuhe der Ägypter", "1984" und ähnliche Renner der 50er/60er...
Johnny Harms
10.12.2003, 16:12
Falls rz eine Kugel aufhängen will.Hier ist Platz.
Johnny
Für mich bitte einen Nikolo aus Glas und flüssig gefüllte Schokofläschchen!
Onkel Heinzi
07.04.2004, 12:11
In der Schule packten wir zum Christfest Pakete und Päckchen für die "armen Brüder und Schwestern in der Ostzone". Dazu lag eine Liste der Waren aus, die man schicken durfte. Also keinen Alkohol, Zigaretten, Tabak, Medikamente, leicht verderbliche Lebensmittel u. ä. aber Backzutaten, Kleidung, Spielwaren (keine Spielzeugsoldaten usw.!), Apfelsinen und Mandarinen. Dann ganz wichtig: auf das Paket groß draufschreiben "Geschenksendung, keine Handelsware!" und ein "X" vor die Postleitzahl.
In den Adventswochen wurden dann für 1,-- DM (das waren noch Zeiten, gell) eine dicke Kerze (im roten Stearin ein Motiv der Wartburg) mit einem billigen Messinghalter mit Prägung "Einigkeit und Recht und Freiheit" verkauft. Die brennende Kerze wurde am Heiligen Abend ins Fenster gestellt. Wenn dann noch der unvergeßliche Bundespräsident Heinrich Lübke in seiner Weihnachtsansprache der Brüder und Schwestern gedachte, dann floß so manche bundesdeutsche Träne.
Es überkam mich heute, an diesem 7. April 2004 in diesem unsrem Lande, einfach so.
Mit wiedervereinigten, vorweihnachtlichen Grüßen
Euer Onkel Heinzi
Johnny Harms
07.04.2004, 16:33
Diese Gefühle bekam man auch, wenn man am Mittwoch vor Ostern den Rucksack (!) für den Ostermarsch packte.
Johnny
Nevergrewup
09.04.2004, 04:36
Ursprünglich gepostet von Onkel Heinzi
Dann ganz wichtig: auf das Paket groß draufschreiben "Geschenksendung, keine Handelsware!" und ein "X" vor die Postleitzahl.
Ab wann mußte man eigentlich "DDR" anstatt "X" vor die Postleitzahl nach drüben schreiben? Habe ca. 1980, als schon das Kürzel "DDR" galt, probehalber ein "X" vor die PLZ Richtung Sachsen zu meiner Brieffreundin (was aus der wohl geworden ist?...) gesetzt, die obligatorische Seite aus der Bravo gut versteckt mit in den Brief gepackt...doch der kam als einziger von vielen, die ich im Laufe der Jahre in die Zone geschickt habe, nie an. Lag es am "X"?
Ist wahrscheinlich nach Xanadu gegangen. Prust!
In diesem Sinne: Frohe Ostern!
Onkel Heinzi
12.05.2004, 09:31
Zwischen Ostern und Pfingsten fällt mir noch folgendes Weihnachtsritual aus meiner Kindheit ein: Der "Gruß an Bord", der am Heiligen Abend immer gehört werden mußte.
Die von Norddeich Radio ausgestrahlten Weihnachtsgrüße der Familien an die Seeleute, die sich auf ihren Schiffen irgendwo auf den Weltmeeren befanden, wurden vom NDR gesendet. Es war schon manchmal herzergreifend, wenn junge Frauen mit ihren kleinen Kindern den Ehemann, der gerade auf einem Bananendampfer im mittleren Atlantik herumschipperte, tapfer mit bebender Stimme ein schönes Weihnachtsfest wünschten. Oder wenn eine Mutter besorgt und traurig den einzigen Sohn grüßte, der zum ersten Mal Weihnachten alleine verbringen mußte...
Irgendwie gab mir die Sendung immer das Gefühl, wie glücklich und geborgen ich mich bei meinen Eltern zu Hause fühlen konnte, während andere an Land und auf See einen ziemlich depremierenden Weihnachtsabend hatten.
Die Seefunkstation Norddeich und damit die Sendung gibt es inzwischen nicht mehr. Wer mehr wissen möchte, schaue mal hier nach:
http://home.t-online.de/home/Hbusch/schluchz.htm
http://www.carmenerlenbach.de/81875/?*session*id*key*=*session*id*val*
Hier ist Hamburg, hier ist Hamburg, hier ist die Küste, der Hafen und die Sendung `Gruß an Bord`. Wir wünschen Ihnen, liebe Seeleute überall in der Welt, ein ruhiges und zufriedenes neues Jahr. Aus Hamburg grüßen am Heiligen Abend die Glocken der Michaeliskirche. Liebe Seeleute in Nord und Süd, in Ost und West.
Onkel Heinzi
12.05.2004, 10:08
Zwischen Ostern und Pfingsten fällt mir noch folgendes Weihnachtsritual aus meiner Kindheit ein: Der "Gruß an Bord", der am Heiligen Abend immer gehört werden mußte.
Die von Norddeich Radio ausgestrahlten Weihnachtsgrüße der Familien an die Seeleute, die sich auf ihren Schiffen irgendwo auf den Weltmeeren befanden, wurden vom NDR gesendet. Es war schon manchmal herzergreifend, wenn junge Frauen mit ihren kleinen Kindern den Ehemann, der gerade auf einem Bananendampfer im mittleren Atlantik herumschipperte, tapfer mit bebender Stimme ein schönes Weihnachtsfest wünschten. Oder wenn eine Mutter besorgt und traurig den einzigen Sohn grüßte, der zum ersten Mal Weihnachten alleine verbringen mußte...
Irgendwie gab mir die Sendung immer das Gefühl, wie glücklich und geborgen ich mich bei meinen Eltern zu Hause fühlen konnte, während andere an Land und auf See einen ziemlich depremierenden Weihnachtsabend hatten.
Die Seefunkstation Norddeich und damit die Sendung gibt es inzwischen nicht mehr. Wer mehr wissen möchte, schaue mal hier nach:
http://home.t-online.de/home/Hbusch/schluchz.htm
http://www.carmenerlenbach.de/81875/?*session*id*key*=*session*id*val*
Hier ist Hamburg, hier ist Hamburg, hier ist die Küste, der Hafen und die Sendung `Gruß an Bord`. Wir wünschen Ihnen, liebe Seeleute überall in der Welt, ein ruhiges und zufriedenes neues Jahr. Aus Hamburg grüßen am Heiligen Abend die Glocken der Michaeliskirche. Liebe Seeleute in Nord und Süd, in Ost und West.
Das war Heiligabend ein MUSS. Das haben wir immer gehört und Mutter und Oma haben ein paar Tränen vergossen. Besonders wenn die Kinder ein Gedicht für den Papi aufsagten, oder Blockflöte spielten.
Ja, das gehörte auch in meiner frühen Kindheit dazu, hiess das nicht
Grüße aus der Heimat
Habt ihr noch den Geist der Weihnacht im Herzen? Echt niedlich! :)
@Spleen
heute auf dem Weg zur Arbeit sah ich in einer Fuge zwischen zwei Pflastersteinen einen winzigen silbernen Stern blinken. Alle Kehrmaschinen die seit Dezember über ihn hinweggerauscht waren hatten ihm nichts anhaben können. Und in Gedanken sang ich Heut ist ein Sternlein vom Himmel gefallen Weihnachten im Herzen, so schlimm kann´s nicht sein.
Seit ich in Kanada mal im Juli eine Weihnachtsabteilung in Niagra durchstöbert habe, wundert mich in dieser Hinsicht nichts mehr. Santa rules ok!
@ Lelani: Schlag mal in der TV-Zeitschrift unter dem heutigen "Super-RTL"-Programm nach! Kein Fehler, kein Versehen. Super-RTL machte heute "Mainachten". Sie zeigten den ganzen Nachmittag Weihnachtsfilme. Gibt´s sowas???
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