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Vollständige Version anzeigen : Behind The Hits (the true stories)...


DrMusic
30.07.2003, 16:45
Hier möchte ich Hintergrundgeschichten zu bestimmten Hits der 50er, 60er und 70er veröffentlichen. Falls irgendjemand also Lieder kennt, deren Textzusammenhänge er nicht versteht, oder die auf Grund eines bestimmten Ereignisses geschrieben worden sind, kann er/sie mir eine PN schicken und ich suche dann mal nach der Antwort.

Anfangen möchte ich mit Schockers Signatur:

@Schocker:
Irgendwie musste ich sofort nachdem ich die Signatur gelesen habe an Hotel California denken, aber nachdem du mich ja auf This Ole House gestossen hast... stimmt, das gab es auch.

This Ole House:
Im Original von Rosemary Clooney, einer Countrysängerin - denken viele!
Aber dem ist nicht so. Der Autor und Komponist selbst (Stuart Hamblen) hat den Song 1954 als erster aufgenommen, zwei Monate bevor die Platte mit Rosemary Clooney auf den Markt gekommen war. Den größten Erfolg allerdings hatte die Lady (Nr. 1 in den Pop-Charts), während Stu sich mit der No. 2 in den C&W Charts begnügen musste.

Und das sagt der Autor selbst zu der Story im Song "This Ole House":


“A lot of people, upon hearing this latest song of mine called “This Ole House,” have asked me these questions. They say "Stuart, is there a story behind “This Ole House”? Is there a hidden meaning in “This Ole House”?"

“Yes, both, to both questions.”

“The story: a friend of mine and myself were [on horseback] up lion hunting in the high Sierras. We found a little old cabin that had almost been demolished by a wild storm. The only living thing around it was a starving old hound dog. And in the back room we found a little old prospector that had cashed in his blue chips.

“As I surveyed the wreckage of the storm, the friend of mine said "Stuart, why don't you write a song about this"?

“About this ole house?” I said. Then I got the idea. Yes, this ole house.

“Later on, riding down the canyon, with the old hound dog on the pommel of my saddle, taking him into shelter and to food, I got to thinking … this ole house, the ones made of wood and steel, shall all come down. And this ole house [body] of mine, made of clay, it's got to go too.

“But there's a big difference.

“Although the wooden house, the steel house, the brick house, may be scattered in the winds of a wild storm, and its debris scattered over the hillside, this clay house in which I live shall be scattered too.

“But, the soul inside shall, in God's own good time, be gathered with the saints.

“In other words, we're all getting' ready to meet the saints.”

Bon appétite steak lovers!

Zazie
30.07.2003, 17:47
Gestern im Radio habe ich die Entstehungsgeschichte des Village People-Lieds YMCA gehört. Wie man weiß, steht die Abkürzung für Young Man's Christian Association und die Häuser sollten frommen Landjungen, die in die sündige Stadt kamen, eine Herberge bieten. Einer dieser Herbergen in einer Stadt, deren Namen mir entfallen ist, stand ein Geistlicher vor, der sich nichts aus Frauen machte, dafür aber mit einem Freund dort wohnte. Es war eine Frage der Zeit, bis die Schwulen diese bigotte Herberge für sich entdeckten - so auch Village People, bekannterweise gay as can be. So preisen sie in ihrem Lied YMCA also keine christliche Einrichtung, sondern eben jenen Schwulentreff.

DrMusic
30.07.2003, 19:03
Behind Quinn The Eskimo (The Mighty Quinn)

Wer - oder was inspirierte Bob Dylan "The Mighty Quinn" zu schreiben? Er selbst hüllt sich darüber in Schweigen. Aber sehr Wahrscheinlich findet man die Lösung hier:
Anthony Quinn spielt 1960 in Nicholas Rays Film "The Savage Innocents" ("Im Land der langen Schatten") einen Eskimo, der, wie man auf englisch sagt "does what he must".
Dylan selbst hatte den Film damals garnicht gesehen, aber die Frau seines Freundes und Mitbewohners kam abends nach Hause und schwärmte von Quinn in der Rolle des Eskimos, welcher sie sehr beeindruckt haben muss.
Dylan hat dann diese Schwärmerei über diese "Eskimo Rolle" als Anlass genommen, einen Song über den "mächtigen Quinn" zu schreiben.

http://ibelgique.ifrance.com/cinedestin/films/l/lesd/lesdentsdudiable.jpg
Anthony Quinn (r.) als Eskimo


Da ihm schon andere seiner Lieder in der Version mit Manfred Mann gefallen haben, schickte er Manfred auch ein Exemplar seiner (bis dato) unveröffentlichten Aufnahme des "Eskimo-Songs" zu, mit der Bitte, es als Single zu veröffentlichen.
Gesagt, getan - Mann's Version wurde im Jahr 1969 immerhin ein TOP 10 Erfolg, Dylan veröffentlichte seine Version erst ein Jahr später auf dem 1970er Album "Self Portrait" und nochmal 8 Jahre später legte Mann mit seiner Earth Band den Titel in einer Live-Version auf sein Album "Watch".

Bis heute zählt dieser Titel für mich mit Abstand zu den besten Coverversionen eines Dylan Songs.

Johnny Harms
30.07.2003, 23:07
@Dottore
ganz hübsch fett, das Bild
@zazie
YMCA ist als Bezeichnung für Schulentreffs geläufig. Jeder Treff von Gleichgeschlechtlichen kommt unweigerlich in den Verdacht, homosexuelle Aktivitäten zu fördern, so sind halt die Leute.
BTW: Man fragt nicht: bist du schwul; man fragt: welcher von Village People gefällt dir am besten. Jay Leno

Johnny

DrMusic
02.08.2003, 22:51
Hier die Entstehungsgeschichte:

Rickie Lee Jones zog 1973 von Olympia (Washington) nach Los Angeles. Dort traf sie auf eine Gruppe Strassenmusiker, mit denen auch die regionalen Musiker Tom Waits und ein gewisser Chuck E. Weiss arbeiteten. "Zu dieser Zeit hatte ich dort kaum irgendwelche echte Freunde", sagt Jones über ihre ersten Tage in L.A. "Und da ich auch ständig pleite war, hing ich oft am Swimming-Pool des Tropicana Motels herum. Ein Typ, ich glaube Ivan Ulz, trat dort eines im "Troubador" (ein bekannter Folkclub in Holywood, der in den 60ern zu den bekanntesten Clubs in L.A. gezählt hat) auf und er fragte mich, ob ich nicht Lust hätte während seines Auftritts ein paar Songs zu singen. Und dieser Chuck E. war auch da, er arbeitete hinten in der Küche des Clubs und so kam ich mit ihm in Kontakt."

Und aus den anonymen Liner-Notes von Chuck E. Weiss' erstem Soloalbum "The Other Side Of Town" finden wir einen weiteren Hinweis auf die "Jones/Weiss/Waits-Connection":

"I lived behind the Tropicana Motor Inn in Hollywood.... idyllic white bungalows, geraniums, hookers and all. Rickie Lee Jones would pass by my front door on her way to see Tom Waits and Chuck E. Weiss... And I'd hear shouts, laughs, curses, all of a good time. There were mornings at Duke's Coffe Shop, Chuck E. in sunglasses and hangover, playing 'who knows the most' trivia games with Selma, the waitress... [and] Chuck E. at the Troubador, mouthing off with his buddies or hanging around with Mindy, her head collapsed in a plate of tempura..."

Nun, wird's jetzt klar?
Rickie Lee Jones' Beziehung zu Tom Waits und Chuck E. wurde immer enger.
Rickie Lee Jones 1979: "Chuck E. und Tom wurden für eine Weile zu einer Art Familie für mich... wir mochten uns alle wirklich sehr gern."
Dennoch war Rickie nicht die Person, die Chuck E. geliebt hat. Wer war es dann? "Seine Cousine", sagt Rickie. "Das ist zumindest das, was ich weiss. Eines Tages kam ein Anruf aus Denver und es war Chuck E. - Tom Waits ging an den Apparat und sagte zu mir, nachdem er aufgelegt hatte: "Chuck E.'s In Love". Das hab ich dann als Anlass genommen, den Song zu schreiben.

http://www.artistdirect.com/Images/Sources/AMGCOVERS/music/cover200/drd600/d660/d660453xueu.jpg

"Chuck E's In Love" wurde der einzige große Hit für Rickie Lee Jones - im Jahr 1979 ein Nummer 5 in den USA.

DrMusic
05.08.2003, 23:55
Hey - sie spielen wieder dieses tolle Liebeslied! Da muss man immer an die Liebste oder den Liebsten denken, oder?
Moment - eine Sekunde bitte, sicher dass der gespielte Titel wirklich ein "Love Song" ist? Manchmal handelt es sich auch nur um eine kleine Wortspielerei, so dass man glaubt einen Love Song zu hören, aber die wirkliche Bedeutung ist eine ganz andere. Hier gibt's in loser Reihenfolge ein paar Beispiele - Liebeslieder, die gar keine sind:

Every Breath You Take - The Police (1984, #1):
Für Sting war es eine der Nummern, die ruckzuck fertig gestellt waren - und es wurde der grösste Hit für "The Police".
Von einem Traum inspiriert wachte Sting eines Nachts auf, setzte sich ans Klavier und schrieb den Text in wenigen Minuten. Die Langsamkeit der frühen Morgenstunden machen hier die gewisse "Verträumtheit" des Liedes aus. Doch der ruhige Sound, der "Every Breathe You Take" wie einen aufrichtigen Love Song erscheinen lässt, ist irreführend!
Wenn man sich den Text ganz genau im Zusammenhang anhört, versteht man, dass Sting in keinster Weise über "wahre Liebe" singt. Sting 1985: " Es hat mich wirklich überrascht, dass die meisten Hörer dieses Lied vollkommen falsch interpretierten, vollkommen anders, als ich es eigentlich zum Ausdruck bringen wollte. Ich hatte die Absicht, ein übles, hinterhältiges Lied zu schreiben - ein Lied über Überwachung, Besitzanspruch und krankhafte Eifersucht." Und mit dieser Aussage bekommt der text auch gleich eine ganz andere Bedeutung:

Every breath you take
Every move you make
Every bond you break
Every step you take
I'll be watching you

Every single day
Every word you say
Every game you play
Every night you stay
I'll be watching you

O can't you see
You belong to me
How my poor heart aches with every step you take

Every move you make
Every vow you break
Every smile you fake
Every claim you stake
I'll be watching you

Since you've gone I been lost without a trace
I dream at night I can only see your face
I look around but it's you I can't replace
I keep crying baby please

Every move you make
Every vow you break
Every smile you fake
Every claim you stake
I'll be watching you

Na, nochmal gelesen? Glaubt Ihr jetzt wirklich noch, dass es sich um ein "Liebeslied" handelt? Ich glaube kaum.


tbc

DrMusic
06.08.2003, 00:29
Happy Together - The Turtles (1967 #1):

Dieser Titel war in den Endsechzigern für viele Verliebte soetwas wie "unser Lied". Ein Bandmitglied der Turtles erzählte aber vor einigen Jahren einem Reporter, dass es ihn damals gewundert hat, dass viele Menschen das Bedürfnis hatten ihren Liebsten zu umarmen und zu tanzen, wenn das Stück im Radio gespielt wurde.
"Dabei ist es doch eigentlich, wenn man genau hinhört, ein sehr trauriges Lied über die Vorstellung einer glücklichen Beziehung aber real handelt es von einer unglücklichen, nicht erwiderten Liebe". Nach Gary Bonner (einem der Autoren) handelt es sich bei "Happy Together" um die Phantasie eines jungen Mannes, der von einer Frau besessen ist, die ihn nicht liebt. Hier die Schlüssel, um den Song richtig zu verstehen:

1) Schon die erste Zeile des Textes, "Imagine me and you, I do" - stellt den ganzen Song als Tagtraum dar.
2) Ganz am Ende des Songs geht der Sänger im Refrain über in: "So happy together. How is the weather?"
Wenn man schon die Unstimmigkeit dieser Zeile erkennt und sich wundert, warum sich der Text auf einmal ändert, hier ist die Antwort:
Die Person, die hier singt, ist ziemlich verzweifelt, wiederholt ständig die unerfüllte Vorstellung "So Happy Together" und ist kurz davor zu heulen, aber anstatt sich der Tränen hinzugeben verändert sie einfach im Text das Subjekt.... es wird - völlig banal - zum Wetter!

Imagine me and you,
I do
I think about you day and night
It's only right
To think about the girl you love
And hold her tight
So happy together
If I should call you up (call you up)
Invest a dime
And you say you belong to me
And ease my mind (ease my mind)
Imagine how the world could be
So very fine (very fine)
So happy together

{Refrain}
I can't see me loving nobody but you
For all my life
When you're with me
Baby the skies will be blue
For all my life

Me and you
And you and me
No matter how they tossed the dice
It had to be
The only one for me is you
And you for me
So happy together

{Refrain}

Me and you
And you and me
No matter how they tossed the dice
It had to be
The only one for me is you
And you for me
So happy together

Ba ba Ba ba Ba ba Ba ba Ba ba Ba ba Ba ba
Ba ba Ba ba Ba ba Ba ba Ba ba Ba ba Ba ba

Me and you
And you and me
No matter how they tossed the dice
It had to be
The only one for me is you
And you for me
So happy together
O.o.O.o.O.o.O.o.
So happy together
O.o.O.o.O.o.O.o.
How is the weather
(Ba ba Ba ba Ba ba Ba ba Ba ba Ba ba Ba ba)
So happy together
(Ba ba Ba ba Ba ba Ba ba Ba ba Ba ba Ba ba)
We're happy together
(Ba ba Ba ba Ba ba Ba ba Ba ba Ba ba Ba ba)
So happy together...

Die "Turtles", die in den USA insgesamt 3 TOP 40 Hits hatten, kamen an "Happy Together" während ihrer 1966er US-Tour. Oder, besser gesagt der Song kam über sie. Beim Auftritt in dem kleinen New Yorker Club "The Phone Booth", war die Band umgeben von Liedermachern wie Alan Gordon und Gary Bonner, die ein Demoband dieses Liedes mit in den Club gebacht hatten. Sie hatten es vorher bereits einigen anderen Künstlern geschickt, doch niemand hat sich dafür interessiert. Inzwischen war das Band vom häufigen Spielen schon ziemlich abgenudelt, doch diesmal sollte es für Gordon, Bonner und die Turtles zu einer Nacht mit Folgen werden. Die Turtles probten das Stück daraufhin und bauten es in ihre Set-List der laufenden Tour ein. Und eineinhalb Monate später - die Tour war bereits beendet - gingen sie ins Studio und nahmen den Titel auf. Es dauerte 15 Takes, dann hatten sie das Master im Kasten. Es wurde Ende Februar 1967 veröffentlicht und erreichte im April die Spitze der Hitparaden.


tbc

Johnny Harms
06.08.2003, 03:21
von heute Hamburg (dpa) - Schauspielerin Jane Birkin (56) hat ihren erotischen Song «Je t'aime, moi non plus» mit ihrem inzwischen verstorbenen Ehemann Serge Gainsbourg nur aus Eifersucht aufgenommen. Sie habe nicht riskieren wollen, dass er mit einer anderen Frau im Studio stehen würde, verriet sie in einem Interview mit der in Hamburg erscheinenden Frauenzeitschrift «Brigitte».

Die britische Sängerin und Schauspielerin hatte den erotisch gehauchten Song 1969 aufgenommen. Das Stück wurde zum Skandalerfolg und machte Birkin zum Sexsymbol neben Brigitte Bardot.


Andere erzählen oder haben die Geschichte anders erzählt.
Johnny

Zazie
06.08.2003, 12:32
Es gibt eine Je t'aime moi non plus-Version mit Brigitte Bardot! Und weil dieses Lied so erotisch ist, erweckte es die Eifersucht von Jane Birkin, sodass die Bardot-Version sozusagen aus dem Verkehr gezogen wurde und die Birkin sich beim Stöhnen gleich noch mehr ins Zeug legte, um die Bardot zu übertrumpfen. Wer die Bardot Version kennt, weiß, dass sie weitaus weniger leidenschaftlich stöhnt. Irgendwie kann ich die Birkin ja verstehen: Die Bardot war blond, sie straßenköterfarben. Die Bardot hatte zwei beträchtliche Lollos unterm Pulli, während sie platt wie ein Bügelbrett war.

DrMusic
07.08.2003, 00:14
Kiss On My List - Hall & Oates (1981 #1)

Viele Hörer glauben heute immer noch, der Titel des Songs hiesse Kiss On My Lips Wenn dem so wäre, dann würde es Sinn machen, dass es sich um ein Love Song handelt (obwohl es grammatikalisch keinen Sinn machen würde ;-) )
Aber es ist kein Love Song und die Titelzeile lautet: "Your Kiss Is On My List Of The Best Things In Life" Daryl Hall erkärt: "Es handelt sich um einen Anti-Love Song. Es bedeutet, dass der Kuss nur auf der Liste der besten Dinge im Leben steht, neben dem Kuss gibt es noch viele andere Dinge. Jeder denkt "I love you and without you i would die". Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Wieder einmal ein Tricky-Wortspiel, um die Plattenkäufer an der Nase herumzuführen, nicht wahr Mr. Hall?
Aber wie auch immer - würde die Masse der Hörer einen hübsch gespielten anti-love song kaufen, wenn sie verstehen würde, was er wirklich bedeutet? Sicher nicht. Und gerade wegen des missverständlichen Textes wurde der Titel eine Nummer eins.
Und bescherte Hall & Oates ein dickes Bankkonto.

Zazie
07.08.2003, 00:45
Die waren übrigens richtig gut, die beiden. Auch so typisch für die 80-er Musik.

DrMusic
07.08.2003, 01:23
White Rabbit - Jefferson Airplane (1967 #10)
Alles klar - es geht um Pillen und Drogen, in verschlüsselter Form.

Falsch! - Zumindest erklärt Grace Slick, dass die Nummer immer falsch interpretiert worden ist und es in dem Song nicht über Drogen geht:

Im Jahr 1967 wurde "White Rabbit" als eine neue Ansicht betrachtet, über was es in "Alice in Wonderland" wirklich zu gehen scheint. Alice's Pillen, die Wasserpfeife (Huka) der Raupe, Logik und Verhältnismässigkeit laufen in der Wirklichkeit auseinander und verschmelzen in einer irrealen Welt. Hatte Lewis Carroll, der berühmte Dichter und Autor von "Alice", der ein Fable für kleine Mädchen hatte, auch eine Verbindung zu Sandoz im Jahr 1860?
"White Rabbit" wurde im Radio seinerzeit rauf und runtergespielt und erreichte schliesslich die TOP 10. Aber Jahre später, als Präsident Nixon seine Liste mit "drogenverherrlichenden Songs" veröffentlicht hatte, verschwand der Titel fast bei allen Sendern und wurde kaum noch gespielt.
Die Geschichte, so Grace Slick in ihrer Biografie, beginnt bei den Bandmitgliedern von "The Great Society" (Grace's erste Band), die Grace dazu aufgefordert hatten, auch mal selbst ein paar Titel zu schreiben. Irgendwann hatten sie Grace spasseshalber mal in einem Zimmer eingeschlossen und behauptet, sie würde erst wieder rausgelassen, wenn sie ein paar Songs geschrieben hat.
Sie kam daraufin heraus mit ein paar Texten, hierunter war auch "White Rabbitt", frei zurückzuführen auf Ravel's klassischen "Bolero". Wie auch immer, Grace hat immer wieder betont, dass es in dem Stück nicht um Drogen geht. Ihre Erklärung: "Wir haben viel darüber gesprochen uns zu öffnen, uns umzuschauen unter Menschen um herauszufinden, was in der Gesellschaft passiert und endlich die 50er Jahre Mentalität abzulegen. Das Bewusstsein zu erweitern heisst nicht automatisch gleich, sich mit Chemie vollzupumpen!" Der grösste Teil des Liedes kommt wirklich direkt von den beiden Lewis Carroll Büchern "Alice In Wonderland" und "Through The Looking Glass".
Zur besseren Betrachtung hier drei Beispiele:

#1 - One Pill Makes You Larger... Alice war nur ein kleines Mädchen und spazierte im Wunderland herum, als sie die Raupe entdeckte. Diese war genauso gross wie sie, ausser das sie auf einem Pilz gesessen und eine Huka geraucht hat. Alice fragte sie dann, wie sie es denn schaffen könne, größer zu werden. Die Raupe schlich sich davon, kehrte aber schliesslich zurück und sagte "Eine Seite macht dich größer und die andere Seite macht dich kleiner" Alice fragte: "Eine Seite wovon?" Darauf die Raupe: "Von dem Pilz!" Es gab keine Pillen in der Geschichte, aber es gab Zauberpilze.

#2 - When The Men On The Chessboard Get Up And Tell You Where To Go..." Die Hauptaussage bei "Through The Looking Glass": Alice versucht ihrer Katze beizubringen, mit ihr Schach zu spielen; sie schläft dann aber ein und träumt davon, Teil des Schachspiels zu sein und das sie die andere Seite erreichen müsse, um zur Königin zu werden. Jedes Kapitel von "Through The Looking Glass" spielt auf einem anderen Quadrat dieses Schachspiels und die Personen sind gleichzeitig die Figuren des Spiels. Gelegentlich geben sie Alice Tips, wohin sie sich weiterbewegen soll (aber Alice war ziemlich verloren). An einer Stelle führt der weisse Reiter (Pferd) sie über einen Bach, der sich als die Grenze zwischen zwei Quadraten des Brettes entpuppt.

#3 - When Logic And Proportion Have Fallen Sloppy dead..." Im Wunderland ist alles ziemlich irreal (obwohl Carroll auch ein Buch über symbolische Logik veröffentlicht hat!). Was kann aber unlogischer sein als der Dialog auf der Party des komischen Vogels? Und wo wir über Proportionen sprechen: Alice war 3 Inches klein und wuchs bis auf 15 Fuss heran. Schwer vorstellbar, das soetwas wirklich geschehen kann. Sie sagte auch irgendwo, dass es ziemlich unbequem sei, an einem einzigen Tag so viele unterschiedliche Grössen zu haben.

Soweit Grace Slick. Aber in eigener Sache noch ein paar Anmerkungen über den Rest des Liedes:
Das Kaninchen bringt Alice ins Wunderland, als sie es verfolgt und in ein Loch fällt. Sie wurde 10 Fuss groß, als sie ein Stück von einem Pilz abgebissen hat - ihr Kopf ragte daraufhin in ein Vogelsnest. Der weisse Reiter (vermutlich Carroll's Karikatur seiner selbst) spricht im Buch nirgends rückwärts; es war die Herz-Dame welche schreit "Off With Her Head", nicht die rote Königin. Und die kleine Haselmaus, die auf der verrückten Party in einer Teetasse sitzt, spricht: "Twinkle Twinkle Little Bat. How I Wonder Where You're At." Sie sagt nicht "Feed Your Head" - auch wenn sie das vielleicht dabei gedacht haben mag...

Also ist doch was dran, an der Drogengeschichte?


White Rabbit
One pill makes you larger
And one pill makes you small
And the ones that mother gives you
Don't do anything at all
Go ask Alice
When she's ten feet tall

And if you go chasing rabbits
And you know you're going to fall
Tell 'em a hookah smoking caterpillar
Has given you the call
Call Alice
When she was just small

When men on the chessboard
Get up and tell you where to go
And you've just had some kind of mushroom
And your mind is moving low
Go ask Alice
I think she'll know

When logic and proportion
Have fallen sloppy dead
And the White Knight is talking backwards
And the Red Queen's "off with her head!"
Remember what the dormouse said:
"Feed your head
Feed your head
Feed your head"

Schocker
07.08.2003, 13:41
Ein bißchen was dran wird wohl sein. Damals gab's ja mehrere Songs, die vielleicht nicht direkt Drogenkonsum thematisierten, aber zumindest mit der Mehrdeutigkeit gewisser Reizworte spielten. Wie eben "Feed your head".
Schon möglich, daß der Songtitel "Lucy in the Sky with Diamonds" nicht primär durch die LSD-Konnotation inspiriert wurde, aber die Doppelbedeutung müßte den Beatles eigentlich klargewesen sein. Und "Eight miles high" spiegelte vielleicht in der Tat Roger McGuinns Begeisterung fürs Fliegen wider, aber auch hier ist der Nebensinn da, und im Klima der damaligen Zeit wohl kaum zu vermeiden. Paßt ja auch zu den merkwürdig sirrenden (von indischer Musik inspirierten?) Gitarrenklängen, die das Lied charakterisieren.

Wie man Worte mehrdeutig verwendet oder Texte hintersinnig verschlüsselt, konnte man damals ja beispielsweise von Bob Dylan lernen.

ponyreiter
13.08.2003, 18:01
wie ist es mit brown sugar? das wurde damals als musikhintergrund für einen werbespot missbraucht, bis einer der verantwortlichen darauf aufmerksam gemacht wurde, dass es sich wahrscheinlich nicht um "brot" oder sonstiges "gebäck" handeln würde.

Ah Brown Sugar how come you taste so good

hmmmmmmmm..........

Zazie
13.08.2003, 19:35
Falsch! Der Song für den Toast war Golden Brown von den Stranglers, nicht Brown Sugar von den Stones. Was im Grunde noch schlimmer ist, denn Brown Sugar handelt von Drogen, Golden Brown jedoch von Koprophilie.

graumauser
13.08.2003, 23:07
Bist du dir da sicher? Ich fand den Song immer gank okay, die alten Sachen waren besser, aber koprophil?

Woher hast du das denn, Zaz?




Golden Brown

The Stranglers

Golden brown texture like sun
Lays me down with my mind she runs
Throughout the night
No need to fight
Never a frown with golden brown

Every time just like the last
On her ship tied to the mast
To distant lands
Takes both my hands
Never a frown with golden brown

Golden brown finer temptress
Through the ages she's heading west
From far away
Stays for a day
Never a frown with golden brown

Never a, never a, never a frown
With golden, with golden brown



La Folie - 1981




Hm. Vielleicht wollten die Jungs ja einfach nur noch mal richtig auf die Kacke hauen.


g.

Zazie
13.08.2003, 23:27
So wird es gewesen sein! Ich weiß nicht mehr, wo ich die Info herhabe. Aber es war irgendwas im Zusammenhang mit der Toastwerbung.

Siona
14.08.2003, 14:10
Der Text von Golden Brown wird auch mit Heroin in Verbindung gebracht. (http://www.wikipedia.org/wiki/Golden_Brown)
Könnte das nicht eher passen? "...with my mind she runs"..."Golden brown finer temptress"...

DrMusic
15.08.2003, 20:18
Ganz schnell aus dem Urlaubsinternetcafe:

Bei Brown Sugar von den Stones handelt es sich um eine Sängerin der "Ikettes", der langjährigen Backgroundband von Ike und Tina Turner. Mehr dazu evtl. später.

Surfergrüße aus Holland
DrMusic

DrMusic
19.08.2003, 23:42
So, mein Surfurlaub ist zuende (glücklicherweise folgt in 4 Wochen der nächste...) und ich möchte nun kurz auf die Vermutungen bezüglich des Rolling Stones Klassikers Brown Sugar eingehen.

Die alte Teufelszunge Mick Jagger war noch nie so schüchtern, als dass er nicht preisgeben würde, welche Farbe seine "Sweeties" haben. Nach der Veröffentlichung von Brown Sugar waren die Fans in der Tat sehr neugierig, um wen oder was es in diesem Werk eigentlich geht. Einige vermuteten, es handele von Bianca Jagger - andere glaubten es geht in codierter Form um Drogen. Gute Ideen, aber alles falsch.
Es geht um Claudia Linnear, die Ex-Ikettes Sängerin, die den braunen Zucker in Jaggers Tee verkörpert hat, während er immer noch mit Bianca verheiratet war. Während der Welt-Tour mit Ike und Tina Turner 1969 hatte Mick mit den Ikettes und Claudia etliche Auftritte - und ich denke mit ihr nicht nur auf der Bühne! Aber eines ist sicher: Es war nicht Micks loses Mundwerk, was dieses kleine Geheimnis über die Affäre an die Öffentlichkeit gebracht hat - es war Miss "promotion minded" Linnear persönlich, welche zu diesem Zeitpunkt mit ihrem Soloalbum für (wenn auch nur kleine) Aufmerksamkeit gesorgt hat. Und mick war es anschliessend auch eine Komposition wert - Brown Sugar wurde 1971 eine Nummer 1 für ihn und die Stones!

Brown Sugar

Gold Coast slave ship bound for cotton fields
Sold in the market down in New Orleans
Scarred old slaver knows he's doin' all right
Hear him whip the women just around midnight

Brown Sugar, how come you taste so good
Brown Sugar, just like a young girl should

Drums beatin' cold, English blood runs hot
Lady of the house wonderin' when it's gonna stop
House boy knows that he's doin' all right
You should have heard him just around midnight

Brown Sugar, how come you taste so good
Brown Sugar, just like a young girl should

--- Saxophone ---

Brown Sugar, how come you dance so good
Brown Sugar, just like a black girl should

I bet your mama was a tent show queen
And all her girlfriends were sweet sixteen
I'm no school boy but I know what I like
You should have heard them just around midnight

Brown Sugar, how come you taste so good
Brown Sugar, just like a black girl should

I said, yeah, yeah, yeah, wooo!!
How come you, how come you dance so good
Yeah, yeah, yeah, wooo!!
Just like a, just like a black girl should
Yeah, yeah, yeah, wooo!!


DrMusic

Siona
25.08.2003, 15:56
"Brown sugar" als Symbol für schwarze Frauen verwenden 1973 auch die Stories in "Brother Louie" - von den Rolling Stones beeinflußt?


She was black as the night
Louie was whiter than white
Danger, danger when you taste brown sugar
Louie fell in love overnight

Nothing bad, it was good
Louie had the best girl he could
When he took her home
To meet his mama and papa
Louie knew just where he stood...

http://www.webfitz.com/lyrics/Lyrics/1973/stories.jpg

The Hoople
25.08.2003, 19:11
War das nicht von Hot Chocolate?

Viele Grüße
The Hoople

Siona
25.08.2003, 20:47
Stimmt, Hoople, da war ich etwas nachlässig. Errol Brown und Tony Wilson von Hot Chocolate haben das Stück auch geschrieben. Ich habe das Lied aber stets mit den Stories assoziiert, vor allem wegen Ian Lloyds charakteristischer kratziger Stimme.

DrMusic
07.04.2004, 20:24
Damit hier mal wieder was steht, schnell mal ein "Quickie" aus der Reihe "Behind The Hits":

Napoleon XIV - They're Coming To Take Me Away Ha-Haaa!

1966 nahm der 28 jährige New-Yorker Toningenieur Jerry Samuels diesen Song fast ohne Zuhilfenahme von Instrumenten auf. Als Backup, um im Takt zu bleiben, wurden von ihm lediglich Tambourin und Schlagzeug eingesetzt. Die Aufnahmesession im Studio kostete ihn ganze $ 15.
Das kuriose an dem Song ist, dass der "Interpret" während der Performance verrückt zu werden scheint. Zunächst beginnt die Stimme ganz normal und wird dann im "high-pitching-Verfahren" während des Stückes immer höher und schneller, so ähnlich wie bei den Chipmunks. Was brachte ihn aber zum Ausflippen? Nun, sein Hund war weggelaufen...
Das Ganze erscheint total bizarr. Warner Brothers, das erste Label, dem Samuels den Song vorgestellt hat, nahm in prompt an. Sie pressten eine Single davon und innerhalb von nur einer Woche wurden 500,000 Exemplare verkauft. Die am schnellsten verkaufte Platte in der Geschichte von Warner Bros.
Doch obwohl sich die Single damals insgesamt über 1 Million Mal verkauft hatte, waren die Radioeinsätze sehr schnell vorbei. Gesundheitsorganisationen protestierten gegen die Ausstrahlung des Titels, weil dieser sich angeblich über die psychisch kranken Menschen lustig machen würde. So wurde er von vielen Stationen aus den Playlisten genommen. Das war Napoleon XIV's Waterloo - man hat danach nie mehr etwas von ihm gehört.
Ein weiterer Grund, warum die Aufnahmesession so billig gewesen ist, war, dass Samuels nur eine Seite produziert hat. Für die B-Seite hat man den Titel einfach rückwärts abgespielt und aufgenommen.
So hiess dann die B-Seite entsprechend: "Aaah-Ah-Yawa Em Ekat Ot Gnimoc Er-Yeht". Sehr originell war auch Warner, in dem sie das Label auf der B-Seite vollständig in Spiegelschrift abgedruckt hatten, also auch das Warner-Zeichen, Bestell-Nr. etc.

Zazie
07.04.2004, 21:32
Ach, es ging also tatsächlich um einen weggelaufenen Hund! Wir hatten dieses Stück vor langer Zeit schon mal im 60-er Forum besprochen und stießen da über den Begriff "you maingee mutt" (keine Ahnung, ob das richtig geschrieben ist). Wie Übersetzungsrecherchen ergaben, bedeutet dies wirklich sowas wie "du räudiger Köter". Und dann bekommt ja auch die Zeile

"Well you just wait
they'll find you yet
and when they do
they'll put you in the ASPCA"

einen Sinn.
Bei dem restlichen Text denkt man natürlich sofort an eine Frau, die abgehauen ist und denkt, krass, räudiger Köter schimpft er sie...

Johnny Harms
07.04.2004, 22:29
http://www.aspca.org/images/aspca2003/banner_rotate_cat.jpg
Die deutsche Version des Liedes Ich glaab die hole mich ab, haha stammte von den King-Beats (hier unter Malepartus II) Auf der Rückseite der Scheibe, die bei mir noch rumfliegt, ist die hessiche Version von Wild Thing Lisbet, ei warum kimmste net?

http://www.club-e-marburg.de/3bands3/e0064o1.jpg

Der Dottore und Klicker-Klacker müssten die Gruppe kennen.

Johnny

DrMusic
07.04.2004, 23:26
Gut gemacht, die Hausaufgaben, Johnny.
Die Kingbeats sind hier wohlbekannt, auch für den späteren BAP-Schlagzeuger Jürgen Zöller war es die erste Band. Die Malepartus II Single habe ich selbstverständlich auch in meiner Sammlung.

Und für die Ösis unter den Forumsusern:
Major Kottan's Chef Präsident Heribert Pilch alias Kurt Weinzierl hat den Titel auch mal auf deutsch gecovert: "Der Automat" ist auf der LP "Kottans Kapelle" zu hören.

Und noch einen drauf:
Drafi Deutscher fand die Platte wohl ebenfalls sehr gut, denn ein paar Jahre später machte er es genauso, keine dtsch. Version des Originals, sondern ein neuer Song, aber in der Machart verblüffend ähnlich.
Die Platte wurde veröffentlicht als "Kaiser von China", der Song "Ich hab nen Klaps", mitte der 70er erschienen auf Jupiter.

The Hoople
08.04.2004, 18:10
Die Geschichte mit dem Hund scheint sich doch flächendeckend durchgesetzt zu haben. Dabei handelt es sich wirklich darum, daß ihm seine Frau abgehauen ist. Das bestätigt auch ein Antwortsong von Josephine XV - 'I'm glad they took you away ha-haa'. Josephine ist niemand anderes als Napoleon XIV, nur mit höher gepitchter Stimme. Dieser Song befindet sich auch auf seiner LP. Als aber Napoleon in die Hitparade kletterte - in manchen US-Listungen sogar bis aif Platz 1 - und der Song immer häufiger im Radio im Radio gespielt wurde, brachte dies die amerikanischen Frauenvereine auf die Barrikaden, daß eine Frau 'mangy mutt' genannt wurde.

Um die Plattenverkäufe nicht zu bremsen, beeilte sich die Plattenfirma, die Geschichte mit dem verlassenen Hund zu verbreiten. Die Aufnahmen zu der LP waren bereits fertig, das Cover aber noch nicht. Und so zeichneten sie auch ein Bild von Napoleon aufs Cover mit einer Leine um einen unsichtbaren Hund. Trotzdem, die Radiostationen nahmen den Song aus ihrem Programm und er verschwand ziemlich plötzlich aus den Hitparaden.

Eine zweite LP blieb wegen mangelnder Verkaufszahlen unveröffentlicht.

In den Neunzigern nahm Jerry Samuels dann einen Nachfolgesong auf - 'They're coming to take me again ha-haa'. Dieselbe Melodie, dieselbe Machart, nur im Text handelt es sich darum, daß er rauskam und dann wieder verrückt wurde.

Es gibt jede Menge Coverversionen in verschiedenen Sprachen - 20 Stück auf einer CD namens Napoleon Complex.

Nicht auf dieser CD ist auch eine Version von Amanda Lear - warum auch immer sie den Song aufgenommen hat.

Von den Kingbeats gibt es eine schöne CD bei Bear Familiy mit allen ihren Aufnahmen und einem dicken Booklet. Malepartus hat ja noch eine weitere Single rausgebracht - 'Fraa bring de Äppelbra'. (original sage ich jetzt nicht) In den Achtzigern habe ich mal eine neue Single von ihm gehört. Die war aber ganz normal und handelte vom Äppelwoi trinken.

Viele Grüße
The Hoople

DrMusic
08.04.2004, 20:08
Hoople, danke für die Ergänzungen!

Noch eine Anmerkung zu Malepartus II:
Die andere Single (Fraa, bring de Äppelbrei / Ei Lorche) stammt aber nicht von den Kingbeats, sondern von anderen Musikern, die sich ebenfalls Malepartus II genannt haben.

http://www.Analog-Forum.de/bilder/malepartus.jpg

Grüsse aus Hessen
Dr.Music

The Hoople
08.04.2004, 23:59
Der Sänger hat aber die gleiche Stimme.

Viele Grüße
The Hoople

farfel
15.05.2004, 01:17
Nein-nein, nicht DAVE BRUBECK hat das geschrieben!

Was ist mit *Behind The Hits...* und *true stories*, wenn wir von rein Instrumentalem reden - z.B. von den Urhebern und ihren Geschichten?

In meiner persönlichen Mediensammlung gibts kaum etwas Vokales, weil es mich beim Arbeiten, Rasieren, Websurfen and what have you stören würde. Einzige Ausnahme: französische Chansons - aber das gehört nicht hierher.

Also: TAKE FIVE.
Es soll sogar Fans geben, die nicht mehr als den Namen des Songs kennen oder sogar nur die Melodie. Welche bekanntlich vom Dave Brubeck-Quartet (http://www.schirmer.com/composers/brubeck_bio.html) populär gemacht wurde, das schon 1958 damit einen Riesenerfolg hatte. Komponiert allerdings wurde sie, was kaum jemand weiss, von Paul Desmond (http://www.interlog.com/~mirus/desmond/desmond1.html), dem unvergleichlichen Alto-Sax-Player des Quartetts.

Doug Ramsey schreibt dazu im Booklet einer CD von Desmonds Canadian Quartet ("The Paul Desmond Quartet Live", aufgenommen im Herbst 1975 im 'Bourbon Street', Toronto; verve 543 501-2):

"Paul Desmond's career had many ironies. While he was a pioneer in creating a highly recognizable approach to the sound of the alto saxophone, he seldom received credit for his role in creating that approach.
...
For over fifteen years, he was an essential part of one of the world's most popular jazz groups, but while his bandleader (i.e. Brubeck) became a household name, he remained virtually anonymous. And even though Desmond was the composer of one of the best-known melodies in jazz, few listeners knew that he had written it, and many assumed that his bandleader had."

Es ist verrückt, aber die 'Take Five' rendition auf jener CD repräsentiert den berühmten Klassiker in keiner Weise, sie ist die untypischste, die je eingespielt wurde. Noch dazu gefällt sie mir nicht, und vieles spricht dafür, dass Desmond sein eigenes Baby da satt hatte. Hierzu muss man folgendes wissen:

'Take Five' machte ihn so wohlhabend, dass er sich aus dem Dave Brubeck Quartet zurückziehen und sein Leben ohne Zwänge in vollen Zügen geniessen konnte. Erst Anfang der 70er Jahre bekam er das Angebot, eine Gruppe im "Bourbon Street" zusammenzustellen, der wir eine Sternstunde, festgehalten auf der genannten CD, verdanken.
Dieses Quartett, das auch in den U.S.A., z. B. in Berkeley, CA., Aufnahmen machte, hatte als Gitarristen den Kanadier Ed Bickert. Sah aus wie ein freundlicher Holzfäller mit bunten Hosenträgern und spielte wie ein lyrischer Poet, ein Akkord-Zauberer.

Ist eine meiner 5 Notfall-CDs für die Einsame Insel.

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Sagt mal: nerve ich Euch, oder gibts da ausser Johnny Harms noch mehr Nimmfünffans?

Zazie
15.05.2004, 14:56
Ja, mich. Auf mich hat das Stück eine Art hypnotische Wirkung. Und immer wenn mir irgendwo ein Klavier unterkommt, muss ich erst mal die paar Töne checken, die Take Five ausmachen und das dann runterklimpern. Ist so ziemlich das Einzige, was ich mit einem Klavier anfangen kann.

DrMusic
15.05.2004, 15:59
Ich habe Dave Brubeck vor 3 Jahren in Mainz live gesehen und er war erstaunlich fit für einen über 80 jährigen. Ein sehr netter Mensch, der mir anschliessend in der Garderobe noch ein paar Alben signiert hat und hoffentlich noch lange gesund bleibt und in die Tasten "haut".
Aber, dass Take Five von Paul Desmond ist/war und dieser auch der Solist des Stückes war, das dürfte eigentlich kein Geheimnis und jedem "Interessierten" bekannt sein.

Ein ebenso netter Ausnahmemusiker, den ich kennenlernen durfte und mit dem man prächtig fachsimpeln kann, ist Paul Kuhn, der ja unlängst erst seinen 70. gefeiert hat. Als Pianist "nur" mittelmäßig, doch als Bandleader ist er Spitzenklasse! Leider bringen ihn viele mit dem deutschen Schlager der 60er in Verbindung ( mit dem Song, dass auf einer bestimmten Inselgruppe im Pazifik kein hopfenhaltiges Kaltgetränk gereicht wird), zu dem er zwischenzeitlich mal einen erfolgreichen Abstecher gemacht hat. Aber der gebürtige Wiesbadener ist und bleibt ein Vollblut-Jazzer!!!

farfel
16.05.2004, 01:10
@Zazie
Ja, das ist wirklich so mit der hypnotischen Wirkung! Wenn bei mir "Take Five" erklingt, dann steigt eine ganze Zeit, eine ganze Periode samt ihrer vergangenen Umgebung empor, wie aus Pandoras Büchse. Gleichermassen berauschend wie verwirrend!

Es gab natürlich keinen Text dazu, denn das war ja Desmonds musical vehicle. Aber Carmen McRae hatte Dave Brubeck mal gefragt, ob es zu den Songs auch Texte gebe. Er war entzückt und schlug ihr vor, nach Belieben davon auszuwählen. "If there aren't lyrics, we will make some", schreibt er auf dem Cover zu der LP

**TAKE FIVE; Carmen McRae-Dave Brubeck Columbia LP CL 2316;
Recorded Live at Basin Street East, NYC**.

Hier sind einige der frischesten, heissesten, wildesten, schwärzesten, aber auch lyrischsten Interpretationen ihrer Karriere versammelt. Eben auch der title track, wobei Daves Frau die meisten lyrics im Laufe der Zeit geschrieben hatte.

Welch ein Glücksfall, dass Carmen und Dave zufällig zur gleichen Zeit dort gebucht waren, mit ihren eigenen Gruppen getrennt auftraten und im gleichen Haus zu Proben zusammenkommen konnten! Jede Nacht präsentierten sie dann gemeinsam einige brandneue Titel, genau so klingt es.

Schade, dass in Bonanza keine audio attachments verwendet werden können. Wenn aber Interesse besteht - ich habe ein kleines Tonstudio mit 4 Plattenspielern, dazu ein Audio-Labor - , sollte es doch möglich sein, ein paar MP3-Dateien vorübergehend auf eine meiner 3 Websites zu stellen.

Gute Idee? Bilder sind schliesslich nicht alles.

DrMusic
16.05.2004, 01:17
Al Jarreau hat mal einen Text dazu gesungen, seine Version mag ich auch ganz gerne...

Johnny Harms
16.05.2004, 01:57
Ich halte TIME OUT für die wichtigste Jazz-Platte der 60er.
Und Desmonds Take Five passt wunderbar in das Spiel mit den verschiedenen Rhythmen.

Und ich mag auch noch andere Versionen des Stückes, z.B von Grover Washington, George Benson und und und..
Horst Jankowski habe ich mal damit gehört, pas mal!

Der Doc hat die Version von Al Jarreau genannt, eine kongeniale Interpretation des Stückes.

Wie ist, Dottore, kriegen wir noch mehr Interpreten zusammen?

Johnny

DrMusic
16.05.2004, 02:06
Nach dem Urlaub gerne. Ich bin am 24.5. zurück!

Bleibt anständig.

Johnny Harms
16.05.2004, 10:22
Er nun schon wieder !
Ich bin dafür, dass der Doktor in Zukunft erst mal bei Bonanza einen Urlaubsantrag stellen muss.

neidisch

Johnny

farfel
19.05.2004, 00:30
@DrMusic #33
Was ich in den Jahrzehnten nach Brubecks grosser Zeit (mit Desmond!) von ihm gesehen und gehört habe, fand ich vergleichsweise matt und uninspiriert. Sein Sohn war manchmal dabei, und man hatte den Eindruck, er wollte ein wenig gewaltsam zu dieser Generation gehören, auch seinem Outfit nach.

Paul Kuhn mochte ich immer sehr, wenn er Jazz spielte. Dabei ist Bigband nicht mein Ding.

Er hatte mal eine sehr witzige kleine Satiresendung im Berliner Fernsehen, da trug er lange "Party-Dialoge" vor, die bewusst und ausschliesslich aus stereotypen Worthülsen zusammengesetzt waren.

farfel
19.05.2004, 00:43
@DrMusic #35
War Al Jarreaus Text der gleiche wie der, den Mrs. Brubeck für Carmen McRae geschrieben hatte?

farfel
19.05.2004, 00:44
Oh ja, TIME OUT, Titel und Platte - das war was!

Und was die verschiedenen syncopations und shifting accents angeht, Johnny Harms, da musst Du mal "It's a Raggy Waltz" aus der zitierten Vinyl hören, gesungen von Carmen McRae, irre!
Brubeck schreibt dazu: "She handles the tricky 5/4 time like a veteran of the Quartet"

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Grover Washington auch -? Das stelle ich mir wunderbar vor.

farfel
19.05.2004, 01:34
Ha! Horst Jankowski!
Kennt jemand noch das Horst Ramthor-Trio vom Berliner Rundfunk? Swingender Jazz auf der Harfe geht auch, wenn man's kann.

Habe mal in einem feinen seaside restaurant in Honolulu einen Harfenisten gehört, Cole Porter, Kurt Weill, Rogers & Hart als Zugabe zum frischen Haifisch-Steak. Very stylish.
Gefiel mir jedenfalls besser als die lauwarme Waikiki-Brühe mit den holiday-hysterischen Typen an der beach.

Johnny Harms
19.05.2004, 23:12
Handgemachte Musik ist immer das Beste. Deshalb bin ich in Berlin auch so gerne im "Van Goch".

Und Carmen McRae ist weit vorne untermeinen Top Ten Ladies !

Johnny

farfel
21.05.2004, 01:48
HANDGEMACHTE MUSIK!
Das ist es!
Verwandte Seele, Johnny!

Du musst wissen, dass ich im Rahmen meiner Lehrtätigkeit (Digitaltechnik, AV-Medien
wie das hiess, bevor Fachmann Gerhard Schröder das Wort 'IT' prägte)
für unsere FH-Studienrichtung Ton- und Bild-Ingenieur eine Vorlesung "Elektronische Musik" machte. Gleichzeitig verfiel ich dem Baden-Powell-Fieber und der brasilianischen Musik ganz allgemein.

Ich startete damals sofort ein privates Entwicklungsprojekt mit dem Ziel, den Konzert- und Jazzgitarristen endlich ein klanggetreues Abtast- und Verstärkersystem zur Verfügung zu stellen.
Um es kurz zu machen: es stellte sich im Verlauf der folgenden 15 Jahre heraus, dass dies Thema weitgehend wissenschaftliches und technisches Neuland war und dass sich offenbar damit noch niemand wirklich ernsthaft befasst hatte. Zu dieser Zeit entstand auch der von mir hochgeschätzte Begriff Unplugged.

Es gab natürlich seit langem alle möglichen schrecklichen Tonabnehmer, aber damit war niemand so richtig zufrieden.

Sehr kompakt gesagt, erfüllt nur die handgemachte Musik, und das ist die auf akustischen und halbakustischen Instrumenten gespielte, jenes Kriterium von den "Instrumenten, die im umfassendsten Sinne des Wortes eine Ausdehnung für den Körper und die Seele des Musikers darstellen". Nur da kann die Fülle unbeschränkter Klangvariationen und -Feinheiten direkt bei der live-Interpretation erzeugt werden.

Für meinen Geschmack sind die brasilianischen Musiker die einzigen, die z.B. Synthesizer und verzerrte Gitarren DOCH auch so einsetzen können.

Teufel auch, brems mich doch hier einer!
Das wäre bei allgemeinem Interesse vielleicht einen separaten Strang wert. Oder eine kleine Konvention mit musikalischen Beispielen?

farfel
21.05.2004, 02:39
Carmen McRae hat es in meiner Sammlung auf 11 Vinyls gebracht, davon eine mit dem Titel "Carmen McRae LIVE at Sugar Hill, San Francisco".
Das kam, ziemlich ungewöhnlich, auf 'TIME RECORDS' heraus, nicht gerade ein Jazz-Label, aber ein starkes Indiz für Carmens Liebe zu 'The City', wie San Francisco dort heisst. Nicht etwa "Frisco", wie viele Deutsche, so auch Herr Genista, glauben.

Da ist "San Fran" noch etwas eher möglich.

Für mich ist Carmen auf dieser Vinyl DIE Sängerin meiner S.F.-Jahre, auch mit ihrer leidenschaftlichen Interpretation von "I Left My Heart in San Francisco". Höhepunkt war für mich ihr Auftritt in jenem "Sugar Hill". Sie war eine starke Bühnenpersönlichkeit und schlug beim Betreten des Podiums mit ihrer grossen schlanken Gestalt und ihrem strahlenden Gesichtsausdruck alle sofort in ihren Bann. Das Autogramm von der Session lümmelt sich noch irgendwo in meinen Unterlagen herum, shame on me!

rron calli
21.05.2004, 03:15
Ja, farfel, mich würde das sehr interessieren. Ich kann nämlich einiges in Ihrem Beitrag nicht verstehen, bzw. glauben, resp. nachvollziehen. Warum auf der einen Seite so dogmatisch, auf der anderen aber doch wieder mit einem zugedrückten Auge ("...und halbakustischen")? Ist es der linearere Frequenzgang z.b. einer Solidbody-Gitarre gegenüber einer Halbakustischen? Warum dann nicht gleich komplett auf jegliche Verstärkung verzichten?
Das mit der handgemachten, bzw, akustischen Musik als "Kriterium von den 'Instrumenten, die im umfassendsten Sinne des Wortes eine Ausdehnung für den Körper und die Seele des Musikers darstellen' " wurde meiner Meinung nach bereits in den 1930ern von Charlie Christian, der aus ebendiesen Gründen von der akustischen zur Elektroguitarre wechselte, widerlegt und sollte spätestens seit Hendrix (um mal populär zu werden) ad Absurdum gelegt sein, oder denken Sie, der hätte seine Seele nicht gerade im Feedbackbad ausgedehnt?

Mich würde auch interessieren, was für ein Abtastsystem Sie entwickelt haben. Ist es in Serie gegangen? Ein guter Bekannter von mir hat vor einigen Jahren ein kleines Kästlein entwickelt, das die oft dramatischen Verluste, die beim Einsatz von Wireless-Systemen, die auf großen Bühnen oft unumgänglich sind, soweit mindert, dass auch das geübte Ohr keinen Unterschied zum Kabel feststellen kann. Er sitzt heute noch auf dem Patent, aber dafür hat er einen guten Gitarrensound auch wenn er mit Sender spielt.

Johnny Harms
21.05.2004, 06:23
Mir fällt ein, dass vor vielen Jahren mal in der FR eine Kleinanzeige stand: Verkaufe meine Gitarre, habe gestern Baden Powell gesehen.
Ich mag Musik, bei der man spürt, dass sie mit Herzblut und solidem handwerklichen Können gemacht wird. Und natürlich auch mit einem Schuss Originalität. Das geht auch bei "Coverversionen".
Und wenn ich merke, dass da vorn jemand Spass hat, freut es mich besonders.

Aus der Diskussion über Übertragung usw will ich mich heraushalten, davon habe ich keine Ahnung. Ich esse nicht mit Taktmesser und Stimmgabel und kann wohl auch nicht immer ein f von einem g unterscheiden, ich mag nur nicht für Luftgitarrespieler oder Karaokesänger auf dem Podium auch noch Geld bezahlen müssen.

Johnny

farfel
23.05.2004, 20:43
Danke rron calli, dass Sie mich nicht gebremst haben. Dafür erlaube ich mir ausnahmsweise systematisches Zitieren, das ist hier wirklich angesagt.

Ursprünglich gepostet von rron calli

. . . . . Warum auf der einen Seite so dogmatisch, auf der anderen aber doch wieder mit einem zugedrückten Auge ("...und halbakustischen")? Ist es der linearere Frequenzgang z.b. einer Solidbody-Gitarre gegenüber einer Halbakustischen? Warum dann nicht gleich komplett auf jegliche Verstärkung verzichten? . . . . .
Was sich vielleicht 'dogmatisch' anhört, möchte ich eher als die subjektiven Preferenzen der 'Unplugged'-Jünger verstanden wissen. Also watt de Akustik-Fans ehm lieba wolln, wattet ooch ümmer sei. Und statt des 'zugedrückten Auges' biete ich auf der Stelle, und das mit Vergnügen, konkrete Antworten an, soweit das in der gebotenen kompakten Form überhaupt möglich ist.

Das Kriterium für 'handgemachte' bzw. 'unplugged' Musik ist nicht der Verzicht auf elektrische Verstärkung an sich, sondern eine an den Wiedergaberaum angepasste Lautstärke-Erhöhung am Hörerplatz, mit dem Ziel einer MÖGLICHST NATURGETREUEN KLANGWIEDERGABE DES AKUSTISCHEN INSTRUMENTS. Man darf also das 'Unplugged' nicht so wörtlich nehmen, denn für besagte Schallpegel-Anhebung braucht man natürlich einen 'plug'.

Hierher gehört nun als erstes Beispiel die per Mikrofon abgenommene und in der Regel über die Saal-Anlage verstärkte Konzertgitarre, wogegen sich die Konzertgitarristen traditionell heftig, wenn auch aus gutem Grunde, wehrten. Bei Andrés Segovia im Herkulessaal in München war der Hintergrund noch so leise, dass man unverstärkt sogar winzige Verspieler hören konnte. Was aber, wenn bei jenem heftigen Crescendo der Sologitarre in Rodrigos "Concierto de Aranjuez" das Orchester live übertönt werden soll?

Die Konzertgitarre ist nun mal leider ein sehr leises Instrument, das ist ihr Hauptproblem in grossen Sälen und im Zusammenspiel mit einem Orchester. Vielleicht ist dies aber auch ihr geheimer Stolz, vielleicht ist sie eine scheue, introvertierte Frau, die nur gelegentlich zu leidenschaftlichen Ausbrüchen neigt? Und sie wehrt sich deshalb so heftig dagegen, durch Verstärkung in den akustischen Mittelpunkt gezerrt zu werden?

Fazit: man verstärke also die Gitarre mit den oben angedeuteten klassischen elektroakustischen Mitteln. Leider ergibt das eine neue grundsätzliche Schwierigkeit: man zerreisst dadurch den charakteristischen Ur-Zusammenhang zwischen der durch die Anschlagsstärke der Saite bedingten Spiel-Lautstärke (welche künstlich erhöht wird) und der zugehörigen Klangfarbe (die im Idealfall unverändert bleibt). Also gewissermassen ein zarter, weicher Anschlag mit der Lautstärke eines Trompetentons, oder auch umgekehrt; klar?

Das kann es ja wohl nicht sein.

Nach der Werbung geht's weiter.
So bald wie möglich.

Johnny Harms
23.05.2004, 23:14
Was könnt ihr für schöne Worte !
Toll !

Johnny

farfel
24.05.2004, 00:20
Johnny, wenn Du noch mal sowas schreibst, fange ich an, mir für die Zukunft Sorgen um Dich zu machen (http://www.alles-bonanza.net/forum/showthread.php?postid=278770#post278770) - aber nebenan, ich versprech's!.

Übrigens: in der Sache mit dem separaten Strang hast Du absolut recht, ehrlich. Aber Du bist trotzdem schuld, weil Du mich dazu stimuliert hast.

farfel
26.05.2004, 22:07
Was geht da denn nun bei der Lautverstärkung kaputt?

Dazu muss man folgendes wissen: das menschliche Ohr ist - jetzt halten Sie sich fest, aber es ist leider wahr - zunächst einmal völlig unfähig, Lautstärke künstlich erzeugter oder veränderter Klänge (z.B. eines reinen Sinustons) isoliert zu beurteilen, wenn man einmal von taktil wahrgenommenen Vibrationen absieht. Es beurteilt unter unverstärkten Bedingungen die Lautstärke-Änderungen eines jeden Schallereignisses IMMER UND AUSSCHLIESSLICH anhand der fest zugeordneten natürlichen dynamischen Klangveränderungen, die für jeden Klangerzeuger - von Cecilia Bartoli's Alt bis zum Rauschen des Windes - charakteristisch sind.
Daher rührt auch, im Gegensatz zu den typischen elektronischen Musikinstrumenten, die alle Grenzen sprengende, geradezu göttliche Ausdrucks- und Klang-Vielfalt der akustischen Musikinstrumente.

Andersherum gilt dann z.B.: wenn der Klang einer mittellaut gespielten akustischen Gitarre mit einer exzellenten Anlage (also völlig verzerrungsfrei) extrem laut wiedergegeben wird, dann kann das Innenohr eines Zuhörers irreparabel geschädigt werden, ohne dass dieser den Klang überhaupt als zu laut empfindet.

Jetzt versteht man etwas besser, warum Jimy Hendrix, so die Legende, seinen Gitarrenverstärker derart gequält hat, dass von den vorhandenen 4 Verstärkerröhren nur noch eine funktionsfähig war und diese, unter Zuhilfenahme von Feedback, grässliche (für HiFi-Ohren jedenfalls) Verzerrungen erzeugte. Das wurde vom Zuhörer als sehr laut empfunden, und Jimi war glücklich: jetzt hatte er seinen Wunsch-Sound.
Zu dem an sich dünnen, sterilen Klang der elektromagnetisch abgetasteten Saite kamen dadurch nämlich wild-farbige Obertöne hinzu; die besassen dann sogar eine gewisse künstlich-elektronische Klangdynamik.

Allerdings, diese Art von Klangdynamik ist den etwas traditionelleren 'unplugged'-Fans, die auch mit HiFi-Ideen aufgewachsen sind, im höchsten Masse zuwider.

rron calli, ich gebe Ihnen recht, dass mit der verstärkten Gitarre auch für Jimi Hendrix und für Charlie Christian die adäquate 'körperliche und seelische Ausdehnung' gefunden war. Hier verschwimmen die von mir angepeilten Grenzen natürlich etwas. Ich habe einmal Komponisten des bekannten WDR-Studios für Elektronische Musik in Köln, die nur per Programmierung komponieren, dazu befragt. Und die sagten, zu meinem subjektiven Entsetzen, ja, sie würden ihren kreativen Prozess auch so beschreiben. Also dagegen ist Jimi's und Charlie's Musik wirklich handgemacht.

Leider ist die Entwicklung inzwischen bei extremen Lautstärken angekommen, die auch im Ohr der Hörer derartige Verzerrungen hervorrufen, dass die ursprüngliche Musik kaum noch erkennbar ist. Dahinter kann man m.E. sehr einfallslose, einfältige, repetitive Musik verstecken, und wehe, jemand kommt auf die Idee, sich das hinter geschlossenen Türen oder mit reduzierter Wiedergabe-Lautstärke anzuhören. Ich war selbst verblüfft bei diesem Experiment.

Noch kurz etwas zur halbakustischen Gitarre, dem instrumentalen Juwel der Jazzgitarristen.

Wir kommen nicht ganz herum um die Unterscheidung zwischen
"Übertragungsverfahren" - Qualitätsbegriff *HiFi* einerseits und Klangerzeugern, also Musikinstrumenten im weitesten Sinne des Wortes, andererseits. Insofern kann man in keiner Weise vom linearen Frequenzgang einer elektrisch verstärkten Gitarre sprechen, da die Tonabnahme durchaus bizarre Effekte hat, die den Klang entscheidend verändern. Das sind völlig andere Aspekte als bei einer guten Mikrofonierung, deren Erläuterung natürlich den Rahmen dieses Forums total sprengen würde.

Jetzt nur soviel zur 'Halbakustischen': sie ist eines der ganz wenigen verstärkten Instrumente, welches die besonderen Qualitäten der akustischen Gitarre, an erster Stelle die erwähnte Klangdynamik, bewahrt und trotzdem eine für das Ensemblespiel ausreichende Lautstärke bereitstellt, natürlich wegen des gut beherrschbaren Feedbacks. Also eine Art ökumenische Gitarre, ein genialer Kompromiss.

Übrigens besitzen die bevorzugten Gitarrenverstärker mitnichten HiFi-Qualitäten, sondern ganz im Gegenteil wichtige klangformende Eigenschaften. Deshalb wird für eventuelle nachfolgende Saalverstärkung paradoxerweise der Ton für den grossen Saalverstärker nicht direkt ("on board") von der Gitarre abgenommen, sondern mit einem besonderen, vor dem Gitarrenverstärker plazierten Mikrofon ("miking").

Habe Jahre gebraucht, um dies zu begreifen und schliesslich auch zu akzeptieren.

Später noch etwas über die Solidbody und über mein Abtastsystem. Wenn es nicht zu sehr nervt.

farfel
14.06.2004, 01:33
Ursprünglich gepostet von rron calli, Posting # 46 (http://www.alles-bonanza.net/forum/showthread.php?s=&threadid=18830&perpage=10&pagenumber=5)

. . . . . . . . . .
Mich würde auch interessieren, was für ein Abtastsystem Sie entwickelt haben. Ist es in Serie gegangen? Ein guter Bekannter von mir hat vor einigen Jahren ein kleines Kästlein entwickelt, das die oft dramatischen Verluste, die beim Einsatz von Wireless-Systemen, die auf großen Bühnen oft unumgänglich sind, soweit mindert, dass auch das geübte Ohr keinen Unterschied zum Kabel feststellen kann. Er sitzt heute noch auf dem Patent, aber dafür hat er einen guten Gitarrensound auch wenn er mit Sender spielt.

Die Erfindung der Solidbodygitarre, auch "Brettgitarre" genannt, (Leo Fender, Les Paul) machte einen Traum der mit Verstärker spielenden Gitarristen wahr, nämlich den der endgültigen Beseitigung jeglicher Rückkopplung, besser bekannt unter dem Namen feedback. Also das unkontrollierte Pfeifen und Aufheulen beim Aufdrehen der Verstärkung. Hört sich an wie der ultimative Durchbruch in dieser Sache.
Jedoch: damit entfernten sich die Gitarrenbauer noch viel weiter von dem akustischen Vorbild der Konzertgitarre, konnten aber beliebig laut und mit lang anhaltendem Abklingen (sustain) spielen. Leider mußten sie dabei deren gesamtes Timbre opfern und versuchten dann mehr und mehr, durch Verzerrungen, wah-wah-Effekte usw. ein künstliches Timbre wieder einzubringen, vgl. mein Posting # 51 (http://www.alles-bonanza.net/forum/showthread.php?s=&threadid=18830&perpage=10&pagenumber=6) .

Soviel zu den am weitesten verbreiteten Gitarrentypen.

Mein Abtastsystem hingegen basiert auf neugewonnenen Erkenntnissen zur Akustik der Gitarre. Kurz nur dieses: in die Stegeinlage, über die bekanntlich die Saitenschwingungen auf den Korpus der Gitarre übertragen werden, sind winzige Sensoren, sog. "DMS", implantiert, für jede Saite einer. Im Ergebnis kann man damit einen sehr naturgetreuen Klang bei kaum noch vorhandener Rückkopplung erreichen.

Warum ist das Ganze nun nicht in Serie gegangen? Die DMS (sog. "Dehnungsmeßstreifen") sind sehr teure Meßelemente, die nicht durch etwas Preiswerteres ersetzt werden konnten. Zusätzlich bedurfte es einer speziellen klangformenden Elektronik, mit der der Korpus elektronisch nachgebildet wird. Und das in Serie zu produzieren, das wäre ein echter Vollzeitjob für ein kleines Team von Fachleuten gewesen! Mit meinen prima funktionierenden Vorführgeräten konnte ich damals die ganze Branche erschrecken, wenigstens, was die Technologie betraf. Aber den elektronischen Simulator, in Serie gefertigt, hätten wieder nur ein paar Stars bezahlen können.

Fazit: also an alledem ist eigentlich Baden Powell schuld. Als ich ihn hörte, machte ich den fatalen Fehler, mir eine Gitarre zu kaufen, also das genaue Gegenteil von dem, was Johnny so schön zitiert hat. Und viel später beschloss ich dann, den ultimativen Tonabnehmer für Baden zu entwickeln. Wenigstens so ähnlich spielen wie er : hatte nicht ganz geklappt.

Noch eine kurze Bemerkung zu dem "Wireless-Kästlein". Das ist nun wieder ein reines Übertragungssystem, also etwas, was keinerlei intime Kenntnisse der Gitarrenakustik erfordert. Ich glaube, dass man dies mit den heute verfügbaren Anlagen sehr gut beherrscht.

Und demnächst wieder zurück zu etwas ganz Anderem, Kürzerem, Unterhaltsamerem.

farfel

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Immer noch neugierig? Dann gibt's hier (http://www.aes.org/publications/preprints/preprints_search.cfm) mehr über meine Präsentationen unter:
** 67. AES Convention New York City 1980. Preprint # 1681**
** 75. AES Convention Paris 1984. Preprint # 2087 **

rron calli
14.06.2004, 02:05
Das ist nun wieder ein reines Übertragungssystem, also etwas, was keinerlei intime Kenntnisse der Gitarrenakustik erfordert. Ich glaube, dass man dies mit den heute verfügbaren Anlagen sehr gut beherrscht.

Hier muss ich - auch wenn das langsam alles auf ein Gespräch über einigen Bieren zusteuert - nochmals widersprechen. Sie haben natürlich Recht, was die Kenntnisse über die Akustik anbelangt, allerdings nicht, was die modernen, fabrikgefertigten Anlagen betrifft. Da stellten sowohl das (nur von mir so genannte) "Wireless-Kästchen", als auch z.B. die von einem anderen Freund, der mittlerweile zu sauberem Reichtum gefunden hat, gebauten Amps (http://www.diezel.ch/), einen absoluten Durchbruch dar. Eben weil die Erbauer selbst Gitarristen sind und mit eigenem Gehör erforscht haben, wo die Schwächen in der industriellen Fertigung liegen.

farfel
14.06.2004, 23:43
Also mit den Amps haben Sie jedenfalls recht; die bilden ja, wie schon gesagt, einen wichtigen Teil der klangformenden Kette bei den Solidbodys, da hat jeder Gitarrist so seine eigenen Wünsche und Vorstellungen. Ähnlich wie bei den spanischen und Western-Gitarren. Übrigens gibt es auch sehr wertvolle handgefertigte halbakustische Gitarren, die der Fan bereits am Klang erkennt. Ich habe 2 interessante Demo-Vinyls davon.

Und der Zeitgeschmack entwickelt sich ständig weiter - wer den trifft, der hat's geschafft. Die Website von Peter Diezels Verstärkern sieht wahrhaftig gut aus, ich freue mich über seinen Erfolg, gerade bei der vielen Konkurrenz in dieser Branche.

Das Gespräch über den Wolken ..., nein: über den Bieren sollten wir im Auge behalten.

farfel

Frau H aus B
16.06.2004, 01:24
'The City', wie San Francisco dort heisst. Nicht etwa "Frisco", wie viele Deutsche, so auch Herr Genista, glauben. Peinlich. Ist doch kein Softdrink!


Das ist ja schön und enorm insiderig, Farfel, was Sie so alles wissen. Eines allerdings haben Sie falsch gespeichert in Ihrem Köpfchen. Nie, niemals nicht würde die Abkürzung "Frisco" im Ernst über Herrn Genistas Lippen kommen. Genau wie Sie, Farfel, und Millionen anderer Eingeweihter verabscheut Herr Genista diese Wortschöpfung. Kürzlich, ich kann das bezeugen, ist Herr Genista sogar zum Grab von Emperor Norton (http://www.rotten.com/library/bio/misc/emperor-norton/) gepilgert und hat Tränen der Rührung und Dankbarkeit vergossen im Gedenken an den Mann, der in seiner Eigenschaft als Emperor of the United States, Protector of Mexico, and prospective consort to the Queen of Great Britain bereits Mitte des 19. Jahrhunderts folgendes Dekret erließ:

Whoever after due and proper warning shall be heard to utter the abominable word "Frisco," which has no linguistic or other warrant, shall be deemed guilty of a High Misdemeanor, and shall pay into the Imperial Treasury as penalty the sum of twenty-five dollars.

Und jetzt schwadronieren Sie meinethalben weiter, aber lassen Sie Herrn Genista aus dem Spiel!

Herr Genista
16.06.2004, 01:51
Dieser wunderbaren Darstellung habe ich nichts hinzuzufügen. Wie bin ich denn in diesen Gitarrenmaelstrom überhaupt reingeraten?

rron calli
16.06.2004, 02:31
Er hat sich wohl darauf bezogen: http://www.hoefliche.paparazzi.de/forum/showthread.php?s=&postid=282553&highlight=Frisco#post282553
(Punkt zwischen hö und pa wegdenken. Verrückte Technik).

FrauH, komm doch mal hinüber, PN beantworten. Bussi.

Frau H aus B
16.06.2004, 03:17
Das mach ich der Einfachheit halber doch gleich hier: Ich hab den Stoff. Übergabe Ende August/Anfang September (Datum noch festzulegen), Frankfurt HBf.

farfel
16.06.2004, 18:51
Ursprünglich gepostet von Frau H aus B

. . . . . . . . . . . Eines allerdings haben Sie falsch gespeichert in Ihrem Köpfchen. Nie, niemals nicht würde die Abkürzung "Frisco" im Ernst über Herrn Genistas Lippen kommen. . . . . . . . . . .

1.) Stimmt nicht. Schaun Sie doch mal auf Posting #9, Z.2 (http://www.hoeflichepaparazzi.de/forum/showthread.php?s=&postid=282553&highlight=Frisco), das hatte ich im Kopf, aber natürlich ohne Stellenangabe (danke rron calli, was haben SIE für ein Gedächtnis! Oder Suchtechnik).

Und jetzt ist ja wohl eine kleine Stellungnahme Ihrerseits angesagt, werte Frau H aus B.

2.) Wozu die janze Uffrejung, die vielen Wörter und Zitate offtopic?

3.) Warum kann Herr Genista nicht persönlich den Protest formulieren, wenn er doch der Betroffene ist und ebenfalls irrt.

4.) An diesem Punkt hat das Ganze mit Musik tatsächlich nichts mehr zu tun, da hat Herr Genista wiederum recht. Und "Gitarrenmaelstrom" ist ein schönes, geradezu gewaltiges Wort.

Für mich war's das.
Ende des Friscomaelstroms.

Frau H aus B
16.06.2004, 20:09
Ich schrieb

im Ernst

Das Beispiel, auf das Sie sich beziehen, ist aus dem Zusammenhang gerissen. Es wird Sie vielleicht schockieren, zu erfahren, dass Herr Genista normalerweise gar keine Selbstgespräche führt. Genau so, wie er normalerweise auch nicht "Frisco" sagt. Im Spaß, in satirischer Absicht, aus Jux und Tollerei aber schon. Verrückt, gell?

Wenn Sie etwas gegen Postings off topic haben, sollten Sie vielleicht Bemerkungen off topic künftig unterlassen.

Judas_as_black_moth
09.07.2004, 19:00
Ursprünglich gepostet von Zazie
Wer die Bardot Version kennt, weiß, dass sie weitaus weniger leidenschaftlich stöhnt.


Die leidenschaftlichste Variante (auch zeitgenössisch) stammt allerdings von dem Londoner Reggae Sänger Judge Dread. Die Single habe ich noch irgendwo herumliegen. Die Version ist nicht zu toppen.

Zazie
09.07.2004, 22:33
Hoople, kannst du das bestätigen?

DrMusic
09.07.2004, 22:53
@ Judas_as_black_moth:

Was sind denn das für Gedankensprünge?
Würden Sie freundlicherweise mal das zitierte Posting verlinken? Ich kann es nicht finden. Danke.

The Hoople
10.07.2004, 13:46
Judge Dread verballhornte das auch. Ist klar. Er hat ja nur so Songs gesungen, die mit eindeutig zweideutigen Texten versehen waren. Er häte eigentlich ins Guinness Buch der Rekorde gemußt - wegen der am meisten von der BBC verbannten Singles. Aber auch die haben ihn boykottiert. Judge Dread war ein Großer, ist leider vor ein paar Jahren auf der Bühne verstorben. Der Knappe hat ihn mehrmals live gesehen. Ich wär gern dabeigewesen. Die Version von Je T#aime ist ganz lustig . mit überraschendem angewärmten Ende.

Der britische Komiker Frankie Howerd hat mal eine Version davon gemacht - sie machte an ihm rum und er reagierte gar nicht, sprach nur von Golf.

Viele Grüße
The Hoople

Johnny Harms
10.07.2004, 18:23
Ich mag die Visualisierung, die Paul Kuhn für seine Show gemacht hatte. Er als Sänger, der den französischen Text nicht kannte und ihn von ??? zugeflüstert bekam, der ein Teil der Kamera (von Jürgen Feidt) auf den Fuß gefallen war und die deshalb stöhnte.

Johnny