Schocker
01.10.2003, 01:09
Kevin Godley und Lol Creme, beide bis 1975 bei 10cc, sahen Mitte der 70er eine Chance, die Rockmusik für immer zu verändern. Nämlich mit ihrer eigenen Erfindung, dem GIZMO: einem mechanischen Gerät, das unten auf die Gitarre aufgesetzt wird und je nach Bedarf eine oder mehrere Saiten gleichzeitig zum Schwingen bringt. Dank diverser Einstellungen lassen sich so Klänge erzeugen, die einem Chor, Bläsern oder sogar einem ganzen Streichorchester ähneln.
Würde man nun den Gizmo in Serie produzieren und für billig Geld verkaufen, so argumentierten die beiden damals, ließen sich bestimmt massenhaft Gitarristen finden, die in Zukunft nur noch damit arbeiten würden. Ich weiß noch, wie ich damals in SOUNDS über diesen Apparat las und dachte: das isses, das wird der ganz große Clou. Die Zeit war genau richtig, weil erstens die Proggies sowieso nach neuen Klangmöglichkeiten suchten, und zweitens die elektronische Musik Hochkonjunktur hatte (ich war vom Synthesizer mit seinen "Millionen Klangvariationen" maßlos fasziniert). Der Gizmo schien die passende Ergänzung zu sein, nur eben für Gitarristen statt für Tastendrücker.
Um die Möglichkeiten des Gizmos zu demonstrieren, veröffentlichten die beiden 1977 die Dreifach-LP CONSEQUENCES - leider war es mir nie vergönnt, sie zu hören.
Lol Creme beschrieb die Vorzüge des neuen Apparats so: "Until we invented the Gizmo, life could be very difficult for a guy trying to write a tune. You had an idea in your head for some string treatment on a song. You had to hum it over to a musical arranger, who then worked it out for a set of musicians. He had to hire several top-class musicians from a symphony orchestra to get the whole thing going. But with the Gizmo, a bloke can work out new musical ideas on his own guitar. He can use his guitar strings as violins, violas, cellos and basses. By feeding it into the multi-tracking equipment in a recording studio, he can reproduce the whole works, just as it comes into his mind." (hier die Quelle des Zitats) (http://www.minestrone.org/bbc_ann_79.htm)
Einleuchtend, wie? Aber irgendwas ist schiefgelaufen. Mit den Punks drehte sich kurz darauf der Wind, man suchte nicht mehr nach exotisch-künstlichen Klängen, sondern wollte den unmittelbaren Ausdruck, kein imitiertes Streichorchester. Und in den 80ern fand der Synthie seinen Weg in die kommerzielle Popmusik, wurde vermutlich auch billiger in der Anschaffung. Lag es daran, daß dem Gizmo kein Erfolg beschieden war, oder hielt die Kiste einfach nicht, was Goldley und Creme versprachen? Wißt ihr mehr über das wundersame Gerät?
Würde man nun den Gizmo in Serie produzieren und für billig Geld verkaufen, so argumentierten die beiden damals, ließen sich bestimmt massenhaft Gitarristen finden, die in Zukunft nur noch damit arbeiten würden. Ich weiß noch, wie ich damals in SOUNDS über diesen Apparat las und dachte: das isses, das wird der ganz große Clou. Die Zeit war genau richtig, weil erstens die Proggies sowieso nach neuen Klangmöglichkeiten suchten, und zweitens die elektronische Musik Hochkonjunktur hatte (ich war vom Synthesizer mit seinen "Millionen Klangvariationen" maßlos fasziniert). Der Gizmo schien die passende Ergänzung zu sein, nur eben für Gitarristen statt für Tastendrücker.
Um die Möglichkeiten des Gizmos zu demonstrieren, veröffentlichten die beiden 1977 die Dreifach-LP CONSEQUENCES - leider war es mir nie vergönnt, sie zu hören.
Lol Creme beschrieb die Vorzüge des neuen Apparats so: "Until we invented the Gizmo, life could be very difficult for a guy trying to write a tune. You had an idea in your head for some string treatment on a song. You had to hum it over to a musical arranger, who then worked it out for a set of musicians. He had to hire several top-class musicians from a symphony orchestra to get the whole thing going. But with the Gizmo, a bloke can work out new musical ideas on his own guitar. He can use his guitar strings as violins, violas, cellos and basses. By feeding it into the multi-tracking equipment in a recording studio, he can reproduce the whole works, just as it comes into his mind." (hier die Quelle des Zitats) (http://www.minestrone.org/bbc_ann_79.htm)
Einleuchtend, wie? Aber irgendwas ist schiefgelaufen. Mit den Punks drehte sich kurz darauf der Wind, man suchte nicht mehr nach exotisch-künstlichen Klängen, sondern wollte den unmittelbaren Ausdruck, kein imitiertes Streichorchester. Und in den 80ern fand der Synthie seinen Weg in die kommerzielle Popmusik, wurde vermutlich auch billiger in der Anschaffung. Lag es daran, daß dem Gizmo kein Erfolg beschieden war, oder hielt die Kiste einfach nicht, was Goldley und Creme versprachen? Wißt ihr mehr über das wundersame Gerät?