Vollständige Version anzeigen : Die Hauptstadt und ihre Tücken
Ich mag es wenn Touristen nach Berlin kommen.
Ich freue mich dann immer, daß ich hier wohne und keine lange Anreise habe. grins
Ich beobachte sie gerne, die Touristen, wie sie staunend durch die Stadt laufen. Wäre ich ein Comedian, ich hätte Erlebtes schon längst in mein Programm aufgenommen.
Donnerstag, U-Bahnhof Potsdamer Platz.
Die Landfrauengruppe steht fröhlich schwatzend vor dem Fahrkartenautomat.
Nacheinander ziehen sie alle einen Fahrschein.
Brav, denke ich, so soll es sein und lächle ihnen freundlich zu.
Im Bahnhof liest man überall Hinweise Bitte entwerten sie ihren Fahrschein
Ich schaue auf die erste Dame die mit ihrem Fahrschein in der Hand nach dem Entwerter sucht.
Zielstrebig geht sie auf eine silberglänzende, an der Wand hängende Box zu und sucht dort den Schlitz in den sie den Fahrschein zum entwerten einstecken kann.
Ah, der Schlitz, der Fahrschein passt aber nicht hinein. Sie versucht es verzweifelt.
Die Wangen werden hektisch rot, es klappt nicht.
Die anderen Damen stellen sich artig hinter ihr an, denn entwerten ist Pflicht.
Schweissperlen bilden sich auf ihrer Stirn, man möchte helfen, aber es ist zwecklos, die silberglänzende Box hat an der Seite einen magenta-farbenen Hörer .
Der Zug fährt ein, ungestempelte Fahrscheine verschwinden in Taschen und Damen drängen in den letzten Wagen der U-Bahn.
Johnny Harms
07.03.2004, 17:27
Bei uns haben wir an den Stationen ein Schaf, dass ein Stück vom Ticket abbeißt.
Und die haben immer das gleiche Aussehen und meist die gleiche Farbe und sind nicht mal rot, mal gelb, mal grün.
Johnny
Ich liebe die Bezeichnung magenta-farben.
Immer schon.
Grün, Johnny? Wo sind die denn?
Zunächst ein Frage vorab:
@Johnny: Stationen von was? Eisenbahn? Wenn ich alljährlich nach Bockhorn fahre, überquere ich bei Varel eine Bahntrasse - die ist aber zugewachsen. Im meinem neuesten Aldi-Atlas entdecke ich in Butjadingen überhaupt keine öffentliche Verkehrsanbindung. Oberflächlich die Karte betrachtet, sollte man meinen, daß es bei euch tolle Strecken mit Seeblick gibt. Graue Linien heißen aber "Deich", "Bahn" ist schwarz.
Nun zu unserer Neu-Hauptstadt:
In den nächsten Tagen werde ich im Wedding mein neuersteigertes Automobil abholen. Hierzu benötige ich einen Satz Schmeißweg-Kennzeichen für 5 Tage. Sinnvoller- und zeitsparenderweise will ich diese vor Ort erstehen.
Also rief ich gestern beim Berliner Bürgertelefon an, wo denn die nächstgelegene Zulassungsstelle sei. Stolz wurde mir beschieden, daß es in Berlin sogar zwei Stück gebe - eine in Tempelhof und eine in Friedrichshain.
Tolle Wurst. Also soll ich wegen dieser dämlichen Bleche und eines kurzen Verwaltungsaktes quer durch die Stadt gurken? Oder gibt es eine Flugverbindung? Abholort und Schilderstelle liegen jeweils nur 50 Meter von Flughäfen entfernt.
Ich konnte mir nicht die Frage verkneifen, ob es in dieser großen Metropole keine Außenstellen gebe, in Dortmund "Bürgerbüro" genannt, in denen Bürger ihre Anliegen vor Ort regeln könnten, ohne den Verkehrsinfarkt zu fördern. Zur Antwort erhielt ich: "Also wissene, Dortmund is ja nun een winzijet Kuhkaff, wa."
Das wußte ich jetzt - nicht aber, warum in diesem Nabel der Welt für hunderttausende Kraftfahrer gerade zwei Ämter vorhanden sind.
Es wären nur kleine Gebührengroschen gewesen und ich hätte sie der deutschen Kapitale gegönnt, aber sie wollte nicht. Jetzt werden sie ins Säckel von Bernau kullern.
Ab Köln kann man für unter 50 Steine nach Berlin jetten. Das lohnt selbst one-way. Da kannste Dir die Schilder dann per pedes abholen und überhaupt versteh' ich Dein Problem nicht so ganz. Du kannst Dir doch auch in Dortmund die roten Nummern holen, tuckerst ja wahrscheinlich mit der neuen Kiste nach Hause.... Oder nicht?
@Doc: genau darin liegen meine Probleme begründet. Gerne würde ich hinjetten, geht sogar von DO aus. Aber ich kann die Schilder nun mal nicht in der Nähe des Abholortes bekommen; eben das hatte ich eigentlich erhofft. Es sollte zeitnah sein, denn sie gelten eben nur 5 Tage. Aber jetzt hole ich sie trotzdem in DO - in Bernau gibt es seit 10 Jahren kein zuständiges Amt mehr, wie ich soeben erfuhr.
Fliegen fällt ohnehin flach, weil ich eine neue Batterie mitbringen muß. Und die darf nicht mitfliegen - und vor allem habe ich keinen Bock auf die Schlepperei. 70 Ampere sind heavy.
Es wird jetzt eine Elwood-typische minutiös ausgetüftelte Hauruck-Aktion mit Brachialansätzen werden.
Do in DO Schilder holen, abends nach Berlin mitfahren, nachts im Wedding die (bereits von Bernau nach DO kutschierte) Batterie abwerfen, in Bernau nächtigen, Fr morgens mit Öffis -mindestens 4mal umsteigen- ins Quartier Napoléon, bis 11.30 Uhr da sein (der deutsche Beamte wirft dann üblicherweise den Bleistift hin), Papierkram erledigen - und hoffentlich die Karre anbekommen. Dann im Wochendverkehr heimwärts eiern.
Wenn nur ein Glied dieser Kette reißt, steh' ich auf dem Schlauch.
Nee. Dann rufst du mich an und ich helf dir weiter.
@ Elwood:
Kannst Du nicht die neue Batterie in Berlin organisieren? Das Angebot dort wird ja wohl da sein. Dann hättest Du weniger Stress und mit der BVG kommt man doch recht gut (wenn auch langsam) voran.
@Zazie: das Angebot ist furchtbar lieb, vielen Dank. Mal sehen, ob alles klappt.
@Doc: eine Batterie liegt schon in Bernau - aber ob von dort oder irgendwo anders aus Berlin: ich kann und will diesen Klotz (Diesel!) nicht in Bus und Bahn mit mir herumschleppen und freitags werde ich keinen Chauffeur haben.
Nach 11.30 Uhr komme ich bis Montagmorgen an den Wagen nicht mehr heran und dann habe ich kein Urlaub. Außerdem muß Mo. der TÜV durch sein, weil dann die Schmeißweg-Schilder ungültig werden
Um wieder auf die Hauptstadt zurückzukommen: zwei Ämter für alle ist voll daneben.
Johnny Harms
15.03.2004, 03:26
@Elwood
Glaube mir, es gibt Leben östlich der A 29 und wenn du das nächste Mal nach Bockhorn fährst, bring Zeit mit, dann kannst du das Land erkunden. Nur kauf mal einen richtigen Atlas.
Und:
Butjadingen heißt nicht nur die Gemeinde an der Nordspitze, sondern die Halbinsel.
Und eine Bahn haben wir auch, die neben Menschen round abaut 10 Mio Tonnen Güter pro Jahr befördert.
Grüne Entwerter habe ich mal gesehen, ich kann aber nichr mehr sagen wo. Es geht aber darum, dass die Dinger keine einheitliche Farbe haben und Ortsfremde immer erst plieren müssen.
Witzerläuterung Es sollte die vermeintliche Überlegenheit der Hauptsädterin etwas angepiekst werden, auch wenn diese eigentlich aus dem Preussischem stammt. Ende der Witzerklärung
Bleibt alle fröhlich!
Johnny
Zurück zur Elwood-Odyssee: Was ist das denn überhaupt für ein Auto (wo wir uns hier schon den Kopf zerbrechen) ??? Was riochtig altes?
@Johnny: der Atlas hat immerhin 5,79 € gekostet :)
@Doc: nein, das Modernste und Nobelste, was ich je besessen habe, ein 99er Opel Omega. Eigentlich nicht mein Traum, aber er war so billig, daß mir das alles egal war.
Natürlich tut dies meiner Ansicht keinen Abbruch, daß ohne Chromstoßstangen kein Kult entstehen kann. Aber es muß etwas für den Alltag heran.
Ach ja, das o.g.KFZ erhalte ich von der Chefetage des staatlichen Nah- und Ferntouristik-Unternehmens "Ypsilon-Tours".
So jetzt, stänkere ich noch einmal über die Hauptstadt-Verwaltung: Opfer eben dieser berichteten mir, daß man dort mit nur einem kleinen Anliegen durchaus vier Stunden beschäftigt werden kann.
ein OPEL ? rümpft die Nase Und sowas kaufst Du unbesehen? Mutig von Dir... Ist es denn wenigstens die 6 Zylinder Maschine oder der durchzugsstarke TD ? Die anderen sind ja mehr so Rentnerautos.. Und welche Farbe?
Ich kenne ja 2 Opel-Manager, einer gehört zu meinen allerbesten Freunden. Die wollten mir schon jahrelang für Superkonditionen einen Opel aufschwatzen, doch ich konnte bislang immer widerstehen. Wobei, der neue Astra ist ja wirklich gelungen. Der NEUE, der jetzt gerade draussen ist. Seit 2003 versuchen sie, mehr in Nischen zu gehen und die Qualität zu verbessern, die unter Lopez abgrundartig tief gesunken war.
Nun, jedem das Seine.
Ja, mit Opel hatte ich noch nie was am Hut (nur bei einem Diplomat A hätte ich überlegt...) - aber bei 60% des Marktpreises hört der Spaß auf. Dann ist mir das egal.
Ganz blind war der Kauf nicht, der Bruder meiner Freundin schaute sich das Teil vorher an - und vor drei Wochen kaufte er ein fast identisches Modell. Er ist sehr zufrieden. Mein Omega soll genauso top sein, scheckheftgepflegt, chauffeurgebunden, etc.
Es ist der 2.0 DTI. Schrecklich fix ist er nicht, aber ein schwedischer Freund schwärmt mir von dem TDI-Chiptuning vor. Bringt 25 PS und weniger Verbrauch. Mal sehen.
Ja die Farbe, hmm. Ich sagte doch: Ypsilon-Tours. Immerhin ist es die glänzende Ausführung. Hat was. Doch, es hat was.
So, die Aktion ist vollständig problemlos über die Bühne gegangen, puha.
gönnt sich ein gut gekühltes Budweiser
Nebenan vom ehem. Quartier Napoléon habe ich etwas Neues, für Deutschland durchaus Bemerkenswertes entdeckt: es gibt einen "Kentucky Fried Chicken"-Schnellfreß in richtig groß inkl. Drive In. Bislang kenne ich von dieser Kette nur kleine Läden in Innenstädten. Auf Wunsch bekommt man dort sogar Porzellanteller und richtiges Besteck! Und der Knaller: Free Refill von Softdrinks!!! Wo gibts das sonst in diesem Lande?
Falls ich jetzt doch nicht so dolle Neuigkeiten verbreitet haben sollte, bitte ich um Nachsicht. Abgesehen davon, daß ich so gut wie nie in Schnellfreß-Ketten zu speisen pflege, habe ich um KFC immer einen weiten Bogen gemacht, seit ich 1988 in Vancouver ekligst versalzene Chicken-Wings zu mir nahm.
Free Refill von Softdrinks bietet auch Ikea. Allerdings sind diese Drinks nicht der Brüller: Pupsi Cola, Mirinda, komisches Blubberwasser. Und bei mir im Kiez gibt's ebenfalls einen großen KFC zum in-driven, ich war aber auch noch nicht drin. Ich hab's nicht so mit Hühnchen-Fastfood, mein Magen reagiert da bisweilen sehr empfindlich drauf, wenn das Zeug nicht ganz koscher ist.
Ach ja, schön dass bei dir alles glatt gegangen ist Elwood.
Nun ja, bei KFC gibt's auch Pepsi-Produkte. Aber gut gekühlt sind sie erträglich.
Und: ein großer Refill-Hahn mit "Root Beer" ist auch existent! Außerhalb von Amiland habe ich das Zeug noch nie gesehen (und auch nicht vermißt).
Ursprünglich gepostet von Elwood
So, die Aktion ist vollständig problemlos über die Bühne gegangen, puha.
gönnt sich ein gut gekühltes Budweiser
Nebenan vom ehem. Quartier Napoléon habe ich etwas Neues, für Deutschland durchaus Bemerkenswertes entdeckt: es gibt einen "Kentucky Fried Chicken"-Schnellfreß in richtig groß inkl. Drive In. Bislang kenne ich von dieser Kette nur kleine Läden in Innenstädten. Auf Wunsch bekommt man dort sogar Porzellanteller und richtiges Besteck! Und der Knaller: Free Refill von Softdrinks!!! Wo gibts das sonst in diesem Lande?
Ad 1) Budweiser? Du bist hier in Deutschland, da gibts bessere Biere!
Ad 2) Dann komm mal nach Wiesbaden, hier gibts 2 grosse KFC Drive Inns mit free refill und Porzellantellern, wenn Du drinnen isst. - und das schon seit 18 Jahren. Dortmund scheint doch nicht der Nabel der Welt zu sein...
Grüße vom Doc
Johnny Harms
20.03.2004, 05:03
Beiläufig:
Wenn ich am 5. Mai nach Berlin komme, bin ich nicht allein, sondern habe 50 Leute bei mir, zumeist Frauen vom Lande.
Die brauchen, wie andernorts gut beobachtet, als erstes eine Einweisung in den Gebrauch der BVG Automaten.
Ist irgendjemand aus der Gemeinde bereit, diese Einführung vorzunehmen? Um die Mittagszeit, Bhf Friedrichstr. Kein Honorar, Ehrenamt rules!
Johnny
Auhauerha, ein norddeutscher Landfrauenverein. Das geht ab. (eigene Erfahrung, meine Oma befand sich 57 Jahre in diesen Kreisen)
Es war schon reichlich stressig, mit einzelnen Landfrauen im Schlepp etwas enger bebaute, fadt städtisch anmutende Bereiche zu durchqueren. Und jetzt Berlin! Mit 50 Landfrauen!! Johnny, Du hast meinen ehrerbietigen Respekt.
Nimm auf jeden Fall ein langes Seil mit, an denen sich die Reiseteilnehmer bei Erkundungen im unbekannten Geände festhalten (müssen). Und setz ihnen orangefarbene Badekappen mit wimpelbewhrten Antennen auf.
@Doc: Ihr habt halt die Amis da unten, die haben die Hessen schon ein wenig kolonialisiert.
Was meinst Du mit "besseren" Bieren? Aus Deiner Gegend ist mir nicht besonders Erwähnenswertes bekannt, da ham's die Leute mehr mit Wein.
Auch wenn es Dein rheinisches Herz bedrücken sollte: Altbier finde ich nicht soo dolle.
P.S. Keine Mißverständnisse: ich trinke das echte tschechische Budweiser, nicht die fiese Ami-Plörre.
Ursprünglich gepostet von Elwood
P.S. Keine Mißverständnisse: ich trinke das echte tschechische Budweiser, nicht die fiese Ami-Plörre. [/B]
Ach so, dann bist Du entschuldigt. Ich dacht schon.... !
Aber gibt's das originale Budweiser hier eigentlich zu kaufen? Das ist doch ein dunkleres Bier, oder irre ich? Die Kästen "Budweiser" hier haben aber so ein goldenes PILS in den Flaschen. Ich mein jetzt nicht die Ami-Plörre, sondern was hier in D als "Budweiser" verkauft wird...
Was meinst Du mit "besseren" Bieren? Aus Deiner Gegend ist mir nicht besonders Erwähnenswertes bekannt, da ham's die Leute mehr mit Wein.
Auch wenn es Dein rheinisches Herz bedrücken sollte: Altbier finde ich nicht soo dolle.
Ich musste mich jahrelang mit Kölsch begnügen, da eine meiner EX- von dort kam und ich die natürlich nicht immer nach Düsseldorf schleifen konnte... Dagegen ist ein frisches Schumacher ein absolutes Highlight. Darfst nur kein Diebels trinken, das bleibt den Touris vorbehalten!
Ich lebe zwar in einer Weingegend (einer sehr guten sogar, hier kann man direkt beim Winzer leckere Tropfen für kleines Geld erwerben!), doch es gibt auch einige kleinere Brauhäuser. Aber deren Gerstensaft wird nur lokal angeboten und nicht durch die ganze Republik kutschiert... Sowas trinkt man frisch, am besten direkt im Brauhaus :-)
Ich bin von heute Abend bis 2.4. am roten Meer in Urlaub - viel Spaß mit Deinem Opel...
Das echte tschechische Budweiser ist ein süffiges, nicht so bitteres Pils, milder als Veltins.
Nicht jeder Supermarkt hat es, aber besser sortierte Getränkemärkte (etwa Rewe) sind damit bestückt. Ganz selten findet man Gaststätten, wo es das vom Faß gibt, das ist noch besser.
Das Budweiser ist mir nur in dieser Form bekannt, andere Sorten habe ich noch nie gesehen, auch nicht im Ausland. Noch nicht einmal das Design von Etikett und Kronkorken wurde in den letzten Jahren verändert, außer daß es früher braune 0,33 l-Longneck-Flaschen waren und heute die standardisierten 0,5er.
Viel Spaß im Urlaub, gehe schön planschen! Das ist auch fast das einzige, was es dort zu tun gibt. Wenn Du auf dem Sinai bist, kannst Du ein altes Kloster besichtigen, ansonsten war's das mit der Kultur. Um die Ferienorte herum gibts nur Geröll. Es sei denn, Du hast Dich nach Israel getraut. Eilat ist (war es zumindest vor Jahren) ein quirliger Badeort mit viel Nightlife und von Weiblichkeit bevölkert, die das Herz in der Hose aufgehen läßt :)
Der Opel scheint ein guter Griff gewesen zu sein. Ich bin durchaus beeindruckt (aber nicht fasziniert, das geht in der Moderne nicht).
@Johnny
würde ich gerne machen, bin schliesslich BVG Experte, da ja autolos. Aber ich muß arbeiten und in meiner Mittagspause zur Friedrichstraße düsen ist zu weit. Sorry.
Sonst bin ich aber immer gerne mal bereit bei Fremdenführern zu helfen, bin ja aus der Branche und habe vor 2 Jahren für eine Woche eine Gruppe älterer Amis ( Durchschnittsalter 75) hier zu Besuch gehabt und sie mit den Sehenswürdigkeiten der Stadt vertraut gemacht.
Oh dear, die liefen im kühlen Sommer mit kurzen Hosen rum, trugen dazu Vereinsjacken ihres Softball Teams, Basecaps , weisse Sportsocken und Turnschuhe.
Wir fielen also auf. Ein Tag war Shopping angesagt. Jemand machte den Vorschlag sie in die Friedrichstraße zu fahren und dort in noble Geschäfte. Geld hatten die zwar, aber was sollen solche Leute bei Escada?
Ich wußte was Amis wollen. Also schleppte ich sie zum Kurfürstendamm ins Europa Center, das älteste Einkaufszentrum der Stadt. Dort gibt es im Untergeschoss einen Laden in dem man Kuckucksuhren, Beerstones ( Bierkrüge mit Deckel) und mitten im Sommer auch Pyramiden und so etwas kaufen kann.
Ich lag goldrichtig. Die Amis haben ein Vermögen dort gelassen, der Besitzer des Ladens hatte vor Freude Tränen in den Augen.
Dann zogen wir ins KaDeWe, dem großen Kaufhaus, dort kauften fasst Alle die Spielwarenabteilung leer, und jeder Zweite kaufte dort einen Teddy den man an die Klinke der Toilettentür hängt und der ein Schild hält auf dem man das Schild "Frei" "Besetzt" je nach Bedarf wenden kann.
Noch schnell ein paar Kleinigkeiten von KPM ( do you ship this?) die kleinen Buddybären eroberten die Herzen der alten Damen im Sturm und der Preis war Nebensache.
Dann noch Hard Rock Café und für die Lieben daheim ein T-Shirt oder eine Mütze
Hard Rock Café Berlin und das Leben war schön. Essen gab´s dann im Leopold oder so am Alexanderplatz, Sauerkraut und Würstchen, das wollten die jeden Tag.
Sie haben meine Klischees von amerikanischen Touristen bis zum letzten Punkt erfüllt.
Eine kleine BVG-Erfahrung kann ich noch beisteuern:
Gestern morgen, in der S4 von Bernau stellte jemand -von außen gut sichtbar- ein Fahrrad in eine Türöffnung. Einsteigende Fahrgäste sahen das und nahmen ohne weiteres eine Nachbartür. Nun kam eine Karikatur von verbissenem Ostzonenrentner in grauer Windjacke und steuerte zielstrebig auf diese zugestellte Tür zu. Er nahm sogar einen kleinen Umweg in Kauf, um genau diese Tür zu öffnen. Nachdem er das Fahrrad herausfallen ließ, bölkte er seinen Zorn über diese Blockade seiner Bewegungsfreiheit hinaus, kletterte mühsam über das Rad und marschierte dann -durch den ganzen Wagen natürlich- von dannen.
Wonderful! How lovely! Da soll mal einer sagen, nur Deutsche wären Klischeetouristen. Diese Shoppingtour war ja wohl genau richtig für sie; irgendwie sind Amerikaner manchmal wie Kinder. Ich hoffe ja, ich kriege dieses Jahr auch noch USA-Besuch.
Aber Probleme mit der Berliner U-Bahn traue ich eigentlich nur Leuten zu, die keine U-Bahn in ihrer Stadt haben und es daher nicht gewöhnt sind. Wie ihr schon sagtet, Landleute eben. Das System in Berlin ist vergleichsweise einfach und die Entwertungskästchen sind schön rot und sichtbar am Eingang zum Bahnsteig platziert. Schwieriger gestaltet sich da das U-Bahnfahren in München mit dem Ticket, das sich "Streifenkarte" nennt. Mit diesen Teilen kann man mehrmals fahren, indem man jeweils eine bestimmte Menge an Streifen umknickt und dann das Feld im Entwerter stempeln lässt. Nun denkt der Unkundige, ui prima, so 'ne schöne lange Streifenkarte, damit kann ich 15x fahren, sie hat ja 15 Felder, und wie schön günstig ist doch der MVV. Ja, ist nicht. Innerhalb der Stadt gehören 2 Streifen weggeknickt und je Zone im Außenraum kommen immer 2 Streifen dazu, wodurch sich natürlich auch die Fahrt verteuert. Früher gab es an den S-Bahnhöfen weit außerhalb der Stadt nur Fahrkartenautomaten, die das Rückgeld nicht rausgaben und natürlich weit und breit kein Ort zum Geldwechseln. Fies, das. Nur einmal, da habe ich am Fahrkartenautomaten am Flughafen den Jackpot geknackt. Kaufte eine Fahrkarte, das Wechselgeld kam artig raus (mittlerweile stand da ein modernes Gerät, nicht diese alten Groschengräber), ich wollte mich gerade umdrehen und gehen, als es lautstark scheppert. Als ich diskret hinguckte, lag da der halbe Bestand an Kleingeld im Ausgabefach. Nachträglich wurde mir also zurückerstattet, was ich jahrelang unfreiwillig zuviel in diese Drecksautomaten gesteckt hatte.
Ja Elwood, Ekel-Alfred ist überall!
@ Elwood:
Sinai, ja. Mir reicht aber das Hoteleigene Riff, da gibt's genug zu bestaunen und die Korallen sind auch noch in Ordnung und nicht kaputtgetreten. Mehr Kultur brauch ich nicht, etwas Erholung gehört ja auch dazu. So, bin dann definitv weg jetzt.
Johnny Harms
21.03.2004, 15:46
Es macht schon Spass zu beobachten wie zuverlässig Stereotype sind.
Da schreibe ich, dass ich mit "Frauen von Lande" komme, nur weil ich eigentlich Lelani ein wenig frozzeln wollte (lieb gestuppst) und schon wird daraus ein "norddeutscher Landfrauenverein".
Und über diese Gruppe von Kreistagsabgeordneten und Gemeinderäten, von Vereinsvorständen und Geschäftsfrauen wird ein ganzer Eimer Häme ausgeschüttet, so als sei außerhalb Hannovers der aufrechte Gang erst vor kurzem eingeführt und das unfallfreie Essen mit Messer und Gabel noch nicht üblich.
Ihr Lieben in den Metropolen, seid nicht so hochnäsig, denn unsere Frauen kommen in Großstädten zurecht, ob ihr aber Trecker fahren könnt, fragt sich.
In diesem Sinne
noch einen schönen Sonntag
Johnny
Ik mutt nu melken und futtern und de Witte schall ook noch kalben vandaagen.
@ Zazie
die Fahrkartenautomaten sind der Horror und das Streifensystem Folter! Ich mußte mal von Schwabing zum Flughafen fahren und habe im Bus gestanden und am Entwerter alle Streifen ( 10?) einzeln gestempelt, frag mich nicht wie oft ich knicken mußte damit jeder einzeln in die Maschine gesteckt werden konnte. Später hat man mir dann mitleidig erzählt, man muß nur den letzten Streifen entwerten. ;)
Ja, meine Eltern meinten auch immer, dass man ja bei dem System erst einen Lehrgang belegen müsste. Naja, ist ja jetzt vorbei. Seit genau seinem Jahr übrigens.
Bei mir auch, seit der Fusion ist die Geschäftszentrale im Ländle und Reisen nach München gehören der Vergangenheit an.
@Johnny: nix für ungut, aber hämisch war das nicht gemeint. Vielleicht habe ich es mit der Ironie übertrieben, ich bitte as zu verzeihen, aber das begleitende Führen von Landeiern in großen Städten stellt durchaus Ansprüche an die logistischen Fähigkeiten des Dienstleisters.
Ach, in München gibt es auch so eine Karte? Ich kenne dieses System von meinem Schüleraustausch nach Rotterdam in den 80ern. "Nationale Strippenkaart" hieß sie - und hängt heute noch an meiner "Erinnerungswand" neben vielen anderen Eintrittskarten, Flugtickets, Visitenkarten, usw.
Die Hauptstadt rüstet sich für die Fußballweltmeisterschaft.
Bei der S-Bahn, die ja zur deutschen Bahn gehört, hat man seit einiger Zeit mehr oder weniger freundliche Menschen angestellt die suchenden Reisenden den richtigen Weg im Wirrwarr der Bahnen erklären und sie auf den richtigen Weg schicken sollen.
Diese Helferlein treten immer im Rudel auf, mindestens zwei rotbemützte Helfer schlendern zusammen umher.
Sie sind ausgezeichnet getarnt, denn nur wer genau hinschaut, der erkennt was ihre Funktion ist. Aber das ist auch egal, denn meist unterhalten sie sich miteinander und überlassen Hilfeleistung an Ortsunkundigen den Einheimischen die sie in ihrer gewöhnungsbedürftigen Berliner Art durch den Bahndschungel leiten.
Sucht man diese Dienst-Bahnhelferlein, dann sind sie in der kalten Jahreszeit in der Nähe der Stationsabfertiger Häuschen zu finden, denn dort ist es warm und es duftet nach Kaffee. Lust zum Auskunftgeben haben die nicht.
Aber heute durfte ich sie in Aktion erleben. Ferienbeginn, Reisende auf dem Weg zum Bahnhof Zoo stranden mit der S-Bahn an der Friedrichstraße. Die Lautsprecherdurchsage ist nur für Ortskundige verständlich. Also stürzt man sich auf die Mützenträger, die gerade im Stationshäuschen verschwinden wollten.
Ich freue mich, daß mal nicht ich die Auskunft geben muß. Da höre ich wie ein S-Bahner den Gestrandeten sagt: Wie sie zum Zoo kommen? Von Gleis 3 mit der Reichsbahn!
Erstaunen ringsherum. Reichsbahn? Hää??
Gemeint war der Regionalexpreß und in dem fuhr ich dann auch zum Bahnhof Zoo und war erstaunt: Die Stationsansagen bekommt man neuerdings auch in Englisch.
Toll, wenn man dann den Zug der Reichsbahn findet, dann mag es den Fußballfans hilfreich sein - diese Ansage in Englisch.
In dieser Stadt kann man wirklich rumlaufen wie man will.
Auch als Rocker im gesetzten Alter, graues Zottelhaar, cooles Biker- Outfit. Ketten und Ledermütze, das volle Programm. Aber auch Rocker zwackt das Alter, dieser Hauptstadt Rocker war einkaufen - und zog einen Hackenporsche, auch Einkaufsrolli genannt.
Ja, ich glaube die Altersheime müssen langsam ihr Unterhaltungsprogramm von Musikantenstadl auf Rockpalast umstellen
Oder auf alte Disco-, Musikladen-, Hitparade-, Formel 1-Sendungen. Aber ich werde sowieso nicht ins Seniorenheim gehen, sondern mit anderen Single-Alten 'ne Senioren-WG gründen. Falls ich dann noch hier bin.
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