The Hoople
05.05.2004, 22:47
Ich mußte immer mit meiner Kusine sonntags nachmittags in die Heintje-Filme. Hoffte immer, daß mich keiner sah - aber sie wäre ja zu jung, um da alleine hinzugehen und ihre Eltern konnten wohl nicht.
'Hurra die Schule brennt' und 'Ein kleines Herz geht auf Reisen' oder so ähnlich hießen da die Machwerke.
Der einzige wirkliche Lichtblick war Gerlinde Locker. Ojojoj. Da war ich mächtig am pubertieren.
Ich hab danach nicht mehr so viel von ihr gehört. Weiß jemand, was sie so macht?
Viele Grüße
The Hoople
Gerlinde Locker wuchs mit drei Geschwistern in Linz auf, Vater war Chemiker, Mutter Apothekerin und beide hatten erstaunlicherweise nichts gegen ihren Wunsch, Opernsängerin zu werden. Sie debütierte mit dreizehn am Linzer Landestheater als Hirtenknabe in der Oper "Ero, der Schelm". Nach der mittleren Reife ging sie für drei Jahre an die Kunstgewerbeschule für Handweberei, gleichzeitig auf das Bruckner-Konservatorium zur Schauspielausbildung und nebenbei spielte sie schon kleine Rollen am Theater.
Nach dem Schulabschluß und der Bühnenreifeprüfung mit achtzehn wurde sie sofort an das Linzer Landestheater engagiert und spielte u.a. Kurubi in "Ein Engel kommt nach Babylon", die Isabel in "Der Richter von Zalamea" und die Perdita in Shakespeares "Wintermärchen".
Schon im zweiten Berufsjahr bekam sie ihr erstes Filmangebot für Anzengrubers "Der Schandfleck", der ihr einen Fünfjahresvertrag mit der Schönbrunnfilm Wien einbrachte. Sie drehte unendlich viele Heimat- und Unterhaltungsfilme wie z.B. "Hallo, Taxi" und "Herrn Josefs letzte Liebe" mit Hans Moser, "Pfarrer Kneipp", "Dort in der Wachau", "Hohe Tannen", "Meine Tochter Patricia" mit Martin Held, Regie Wolfgang Liebeneiner.
Otto Schenk holte sie ans Theater in der Josefstadt Wien, wo sie die Axjuscha in Ostrowskis "Wald" und mit Curt Bois in Molieres "Die Schelmenstreiche des Scapin" spielte.
Daneben drehte sie weitere Kinofilme: "Ich bin kein Casanova" mit Peter Alexander, zwei "Heintje"-Filme, "Ihr 106. Geburtstag", "Schick' deine Frau nicht nach Italien" mit Claus Biederstaedt und Harald Juhnke und "Morgen um sieben ist die Welt noch in Ordnung" unter Kurt Hoffmanns Regie.
1962 zieht Gerlinde Locker nach München und dreht viele TV-Filme z.B. "Karl III und Anna von Österreich" mit Robert Graf, "Die Perlenkomödie", "Boing-Boing" mit Harald Leipnitz und Hans Clarin, die Adele in der Operette "Die Fledermaus" und "Lieselotte von der Pfalz".
1968 und 1969 war sie bei den Salzburger Festspielen die Helene in Hofmannsthals "Der
Schwierige" an der Seite von O.W.Fischer.
Bei den Hersfelder Festspielen spielte sie die Alkmene in Hack's "Amphitryon" mit Götz George, Königin im "Hamlet" und Olivia in Shakespeares "Was ihr wollt".
Sie war als Gast in den Komödien von Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Düsseldorf u.a. zu sehen in schönen Rollen wie "Nächstes Jahr, gleiche Zeit", "Die Dame mit dem Hündchen", Ayckbourns "Halbe Wahrheiten" und "Unsere liebste Freundin".
Gerlinde Locker war auch häufig auf Tournee mit Stücken wie "Torquato Tasso", "Das Glas Wasser", "Süsser Vogel Jugend" und "Vier Fenster zum Garten".
In den letzten Jahren reichte selten die Zeit, um vor der Kamera zu stehen. Zu sehen war sie trotzdem in Episoden von "Derrick", "Ein Fall für Zwei", "Sylter Geschichten" und in der Neuverfilmung von Heinrich Spoerls Lustspiel "Der Maulkorb" und gerade erst in der Rosamunde-Pilcher-Verfilmung "Solange es dich gibt".
Außerdem spielte sie an der Kleinen Komödie am Max II in München "Diner Party" von Neil Simon.
Gerlinde Locker wohnt in München mit Ehemann Richard Rüdiger und Katze Fräulein Meier; Sohn Anatol arbeitet als Journalist.
Stand April 2004
Quelle: http://www2.schauspieler-agenturen.de/agentur-dietrich/vita.php3?actor=12
Und dann noch dies hier:
FILM / FERNSEHEN - AUSWAHL
2003 Rosamunde Pilcher: "Solange es dich gibt" Regie Dieter Kehler
1997 "Der Maulkorb" Regie Erich Neureuther
1992 "Derrick" Regie Helmuth Ashley
1992 "Sylter Geschichten" Regie Michael Braun
1988 "Derrick" - "Die Stimme" Regie Helmuth Ashley
1987 "Ein Fall für zwei" Regie Detlef Rhönfeld
1986 "Ein Mann macht klar Schiff" Regie Wolfgang Glück
bis 1985 ca. 40 Kinofilme / ca. 45 Fernsehspiele u. Serien
THEATER - AUSWAHL
Kleine Komödie am Max II München Komödie im Bayerischen Hof München Theater im Zoo Frankfurt Komödie Düsseldorf Festspiele Bad Hersfeld Komödie im Marquard Stuttgart Komödie am Kurfürstendamm Berlin Komödie Frankfurt Salzburger Festspiele Tourneen
ROLLEN - AUSWAHL
Gabriele "Die Dinner Party" Marianne "Zurück zum Happy-End" Charlotte/Betty u.a. "Vier Fenster zum Garten" Cäcilie Heckendorf "Fisch zu viert" Herzogin von Marlborough "Das Glas Wasser" Alexandra del Lago "Süsser Vogel Jugend" Jane Kimball "Ein netter Herr"
The Hoople
06.05.2004, 23:34
Boah ey, sagenhaft. Danke, Zazie
Und wie du siehst, sie ist als Schauspielerin immer noch aktiv.
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