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Vollständige Version anzeigen : Was man aus selbstgesammelten alles so machen kann...


waldfee834
20.05.2006, 11:53
Im Moment bin ich mit unserer Fmilie dabei, die Wohnung, Unterlagen usw meines Vaters auf Vordermann zu bringen. Er wird in Kürze 91 und ist geistig voll Da, aber körperlich schwach.
Dabei fallen mir natürlich allerhand Rezepte, anleitungen usw. in die Hände.
Jedenfalls kam mal in den 70ern die Mode auf, aus Löwenzahnblüten Honig oder Sirup zu kochen. Das war meist so in der Zeit wie jetzt.
Zu jedem Spaziergang wurde ein grosser Beutel mitgenommen und gesammelt, gesammelt.
Als ich gestern das Rezpt las, schüttelte ich mich. Wäre mir heute zu süss!
Hat das auch einer von Euch probiert?

Zazie
20.05.2006, 14:10
Na das wäre doch was für einen bestimmten mir bekannten Kanadier, dem nichts süß genug sein kann! Lass mal hören, wie geht das Rezept? Ich hab davon nie was gehört.

Johnny Harms
20.05.2006, 14:58
Bitte:
Löwenzahnhonig
20 - 150 Löwenzahnblüten
1 l Wasser
1 Zitrone
1 kg Zucker

So geht's:
Löwenzahnblütenköpfe in einen Topf mit 1 Liter Wasser und den Zitronenscheiben ca. 1/4 - 1/2 Stunde kochen, dann abseien. Auf 1 l Saft kommt 1 kg Zucker. 1 1/2 - 2 Stunden kochen lassen. Ev. das Mark einer Vanilleschote mitköcheln.
Den Löwenzahnhonig in kleine Gläschen füllen

Einfach, nicht wahr?
Ist garnicht sooo süß.
Johnny

Johnny Harms
20.05.2006, 15:07
Hier gibt es ganz viele Rezepte (http://www.naturkost.de/rezept/leser_wildkraeuter.htm) für Wildkräuter-Rezepte.
Man kann auch z.B. Girsch, den Schrecken jeden Kleingärtners essen.
Ich habe für meinen Chef mal eine Sammlung unter dem Titel Ärgern Sie sich nicht über Unkraut - essen Sie es auf gemacht.

Johnny

waldfee834
20.05.2006, 15:41
Danke für den Tipp! Habe jede Menge Anregungen gefunden.
Mein Mutter hat früher auch "Holundersekt" angesetzt, Holunderblüten mit Weisswein, ob da Zucker mit reinkam? Schmeckte jedenfalls lecker und war erfrischend.

Johnny Harms
20.05.2006, 19:20
Bitte:
Holundersekt
5 l Wasser
750 g Zucker
1/8 l Essig
Saft einer Zitrone
8 frische Holunderblüten ohne Stiel

Alle Zutaten vermischen und ca. 8 Tage unter gelegentlichem Umrühren ziehen lassen. Dabei stellt sich eine leichte Gärung ein. Jetzt wird der Sekt filtriert und entweder in Karaffen gefüllt, der Gärungsprozess geht noch etwas weiter und der Sekt ist ca. 1 Woche später genussfähig. Man kann aber auch den Sekt in Flaschen füllen, diese verkorken und (wichtig!!!) auch verknoten. Dann die Flaschen stehend mit dem Flaschenkopf nach unten lagern. Längeres Lagern vertieft den Geschmack.
Wobei ich darauf hinweisen will, dass diese Methode gewisse Gefahren birgt. Falls der Gärungsprozess noch nicht weit genug abgeschlossen ist beim Verkorken der Flaschen, kann es leicht passieren, dass die Flaschen explodieren. Ich habe einmal erlebt, wie mir im Keller 10 Flaschen in die Luft gefolgen sind. Seither wird der Sekt bei mir nur noch frisch serviert:-)
Dieses Getränk eignet sich gut für Grillpartys und Gartenfeste im Juni, Anfang Juli, wenn die Holunderblütenzeit ist.
Weil es auch gut gegen Husten ist, wie alles aus Holunder habe ich mal einen Frühsommer immer gehustet, was in unserer aus Trümmersteinen gebauten und nicht grundwasserisokierten Wohnung kein Wunder war.
Was Mutter aber dann doch wunderte, war, dass der Topf mit dem Holundersekt fast leer war.
Hicks!
Johnny

waldfee834
21.05.2006, 12:06
Eine Zeilang, muss noch in den 50er gewesen sein, setzten meine Eltern auch Wein an, aus Heidelbeeren, Hagebutten usw.
Aus Platzgründen wurde das später aufgegeben.
Meine Oma sammelte immer die Maispitzen von den Fichten für Badezusätze usw.
Inzwischen scheint ja das wieder in Mode zu kommen, das Sammeln in Wald und Flur.

Elwood
22.05.2006, 20:36
Wir haben bei Oma an der Ostsee im Sommer Brombeeren und Schlehen gesammelt, aus denen meine Mutter Likör oder Schnäpse angesetzt hat. Sie freute sich, wenn ich von meinen DDR-Fahrten aus dem Intershop reinen Alkohol mitgebracht habe. Dort kostete er nur einen Bruchteil, 8 DM für einen halben Liter, meine ich.



Vor ein paar Jahren habe ich anläßlich einer Familienfeier unauffällig eingemachte Birnen aufs kalte Buffet geschmuggelt. Sie wurden allseits gerne - und beschwerdefrei- gegessen. Daß sie aus dem Garten meines Großonkels stammten, war bekannt. Nicht jedoch, daß die Schrift auf em Etikett von meiner Uroma stammte, die zu diesem Zeitpunkt bereits 25 Jahre tot war. Erst recht nicht, daß das Einmachjahr auch vermerkt war: 1954.