Vollständige Version anzeigen : Erinnerungen
gerbaulet
10.02.2000, 17:49
Zum Beitrag: Alles Bonanza in der ZEIT
Weitere kollektive Erinnerungsschätze sind Häschenwitze, der Rubik«s Cube, Zündapp Mofas, die neue Sportart Windsurfen, Skateboarding,Samstags 16:00Uhr: Zugeschaut und mitgebaut, Pan Tau, Flummis, Spirograph-Zeichenschablonen, Logische Blöcke, Blendi-Kinderzahnpasta, ...
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gerbaulet
10.02.2000, 18:02
die erste antwort schreib ich mir gleich selbst:
zum Fernsehen fällt mir noch ein: Waltons, die Strandpiraten, Klimbin, die 3-geteilte Wetterkarte von Frau Dr. Karla Wege (die hat übrigens eingeführt, dass Hochs und Tiefs Namen bekamen!), Heiteres Beruferaten, Trill Jod S11 Werbung, das HB Männchen
sonst noch erinnerungswert:
Ritsch Ratsch Klick Kameras, Goldnuß Pärchen, Fanta in der orangen/ geriffelten Flasche, Snickers im rot-blauern Wachspapier, Adidas Traininganzüge mit Fersengummi, der Wurli-Wurm, die Klicker-Kugeln (2 Kugeln am Faden die man hoch und runter zusammenschlagen musste--die waren super- gbts die noch irgendwo??), ...
Stephan
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gerbaulet
10.02.2000, 19:27
Antwort Nummer 2 auch gleich von mir selbst. Warum beteiligt sich keiner am chat- hab ich was falsch gemacht? Wie waers mit ner Mitleidsmail? Please!
Was ganz tolles waren frueher die Tankstellengeschenke: Bei Shell gabs grosse Oldtimerbilder in Schwarzweiss und Muenzen mit alten Autos, glaube ich. Bei Esso (gibts die eigentlich noch) gab es ein Hans Hass (lebt der noch?) Tauchalbum fuer Abziehbilderfische und auch mal einen Comic-Hai im Album. Das war alles grosse Klasse.
Passend zum Thema: in den 70ern gab es die autofreien Sonntage, das war fuer Kinder phaenomenal!
Harald Leinweber
10.02.2000, 22:06
Guten Tag!
Frechheit - 'für Kinder'! Pfh! P! Ich war immerhin stolze - na ja, so genau geht Euch das nix an -, jedenfalls kein Kind mehr, und bin mit meiner Kodak Instamatic Kamera durch das autofreie Köln marschiert und habe alles festgehalten.
Das war wirklich ein Abenteuer!
Und sowohl ich als auch meine Freundin sind stolze BesitzerInnen des Hans-Hass-Albums mit eingeklebten Sammelbildern, herausgegeben von der bekannten Freundin des Meeres, Esso.
Ja, das waren Zeiten der Unschuld! Oder so.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber
wiebke reich
11.02.2000, 01:23
meine erinnerungen werden durch die vielen gedächtnisfüllungen wieder aktiviert!
ich hab immer begeistert dshingis khan und 'moskau' gehört, caprihosen als muß entdeckt, monchichis gehortet, die rote zora bewundert und in der rappelkiste den vers der verse mitgesungen:
...machste mal zu hause krach,
kriegste gleich eins auf das dach,
willste übern rasen laufen,
mußte dir nen grundstück kaufen,
spielste mal im treppenhaus,,
schmeißt dich gleich der hauswart raus.
- hat sich eigentlich was verändert?
die lieder der roten grütze und vom grips, kamen raus,die mütter fingen mit meditation und yoga an .
geil, was alles so war, oder ?
wiebke reich
11.02.2000, 01:30
noch was, es rattert unaufhörlich...
die mirinda schmeckt, lift auch; fuzzi hat ohne ende erschossene verteigt, die kleinen fernseher aus plastik mit dem druckknopf zum nächsten bild, hat die noch jemand?
zum ferseher noch pinocchio, heidi,sindbad,das feuerrote spielmobil, tim thaler, die vorstadtkrokodile, soko 5113, aktenzeichen xy - oh gott -
gab es noch was anderes als die glotze?
Zum Thema Eiscreme fällt mir ein: Kennt jemand noch dieses Eis, das aussah wie ein Kegel und unten war ein Kaugummi, den man immer haben wollte, obwohl der steinhart war und total künstlich schmeckte? Wie hiess dieses Eis bloss? Dann fällt mir noch ein: diese Tierfiguren aus Holz auf einem kleinen Podest und wenn man unten drückte fielen sie zusammen (gibt es die noch?), Sunkist im Dreieck-Pack, Dual-Plattenspieler und Bubbles-Kaugummis, mit Klebebild, das man wie ein Tatoo auf die Haut aufrubbeln konnte, Louis de Funes Filme, Die Sendung 'am laufenden Band' mit Rudi Carrell und das Lied 'Wann wird's mal wieder richtig Sommer', die Sendung mit Wim Toelke und Wum sang 'Ich wünsch mir ne kleine Miezekatze ...' und natürlich nicht zu vergessen die Sesamstrasse mit all den netten Figuren: 'Graf Zahl, Krümmelmonster, Oscar'.
So, ich höre jetzt mal auf, aber es scheint mir, das mein Gedächtnis noch ganz gut funktioniert.
Ja, diese Tiere auf dem Podest gibt`s noch, meistens in Spielzeugläden mit Holzspielzeug.
Kennt einer von Euch noch 'Karius und Baktus', die aus den Zahnpflegeerziehungsfilmen im Kindergarten? Hat aber auch nichts geholfen...
Gruß, Andrea
Was ich auch nie vergessen werde war die Titelmelodie vom 7. Sinn, dieser Verkehrserziehung-Sendung. Und alle im Hessischen Raum, Donnerstag, im HR3 Radio
Die internationale Hitparade mit Werner Reinke als Moderator.
Harald Leinweber
11.02.2000, 19:41
Guten Tag!
Ich habe noch die Einführung der Sesame Street im US-Original mit bekommen.
Eine der beindruckendeten Figuren war Grover. Der kam mit seinem hopsenden Gang auf die Bühne, erspähte erfreut Kermit, den Frosch, der gerade den Buchstaben B oder die Farbe gelb oder das Gewicht der Luft oder so erklärte, kam schnurstracks aus der Tiefe des Raumes auf den Frosch zugelaufen, rief 'Hi there, Froggiebaby!', holte mit seinem enorm langen Arm um 180 Grad aus und donnerte seine gewaltige Hand (Klaue? Tatze? Pfote?) dem Frosch dermassen auf den Rücken, dass dem die Augen aus dem Kopf traten, der Mund sich sonderbar verzog und so.
Das haben wir wieder und wieder nachgespielt, und 'Hi there, Froggiebaby!' war eine Art geflügeltes Wort.
Und diese Tiere auf dem Podest werden mittels einer Scheibe bewegt, die sich an der Unterseite des Podestes (Zylinder, ca. 4 cm Durchmesser und etwa ebenso hoch) befindet und über Schnüre mit den einzelnen Gliedern der Figuren, meist Giraffen, Zebras, Hunde und dergl., verbunden ist, so dass durch geschicktes Bewegen der Platte die Tiere zum Nicken, auf den Vorderbeinen einknicken etc. gebracht werden können. Da hast Du die absolute Macht!
Die Platte vom Wum ('Ich wünsch mir ne kleine Miezekatze') befindet sich im Berühmten Leinweber-Archiv. Womöglich war ja doch das mein Erstes Vinyl.
Erinnert sich eigentlich noch jemand an die radiothek im WDR? Und an Mal Sondock - 'von der Seite gelesen Ssst'? 'Hey Mal, lass das Glücksrad drehen - was ist heute dabei?'
Und wer hat eigentlich Radio-Hörspiele gehört - etwa 'Revolte auf Luna' mit der wahrscheinlich ersten Virtuellen Persönlichkeit in einem elektronischen Medium, dem aufständischen Computer namens Mike bzw. seiner Creation Adam Selene?
Oder 'Die Experten' von Rolf und Alexandra Becker?
Oder 'Reise um die Welt in 80 Tagen'?
Meldet Euch!
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber
(Beitrag wurde von Harald Leinweber am 11.02.2000 um 18:50 Uhr bearbeitet.)
Ich erinnere mich noch an das feuerrote Spielmobil mit dem hohen Dach. Das habe ich lange nicht mehr gesehen. Andere 70'er Kindersendungen wie Robbi, Tobbi und das Fliewat'uut, oder Wicki und die starken Maenner, die oft genannt werden, laufen ja auch heute noch ab und zu. Weiss noch jemand, was es beim Spielmobil zu sehen gab?
gerbaulet
11.02.2000, 20:28
ich weiss nur noch, dass es beim spielmobil eine eingaengige titelmelodie gab. leider erinnere ich mich nicht mehr daran. Aber auf unserer Abi-reise 1985 (!) haben wir die noch im Bus gepfiffen. Damals schon ein oldie.
Wer kennt noch 'Der Spatz vom Wallraffplatz'?
Oder 'girls, girls, girls' von sailer, oder 'ich liebte ein maedchen in tegel, die hatte ohren wie segel' von Karl Dall/ Ingo Insterburg? Und Fredl Fesl (damals so was wie Helge Schneider heute).
War schon interessant, damals.
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Stephan Gerbaulet
Peter Wuttke
11.02.2000, 22:22
Sehr geehrte Damen und Herren,
Stephan Gerbaulet fragt, ob jemand den Spatz vom Wallraffplatz kennt. Ich habe eine dunkle Erinnerung. War da nicht eine Figur, die immer sagte 'na und?!'. Das fand mein Vater gar nicht komisch, denn dieses 'na und!?' muß so eine Art Erziehung zur Kritik gewesen sein. Kam sicher vom subversiven WDR. Herr Leinweber weiß vielleicht mehr dazu.
Und Silvia fragt ob 'jemand noch dieses Eis (kennt), das aussah wie ein Kegel und unten war ein Kaugummi, den man immer haben wollte, obwohl der steinhart war und total künstlich
schmeckte?' Sicher doch. Beweis: Die Finger wurden rot, weil der Hersteller nicht mit Farbstoff geizte. Und nach einer kurzen Phase zweifelhaften Kauens verwandelte sich dieser Kaugummi im Mund in eine breiige Masse, die nichts mehr mit chewing gum gemein hatte.
Die Farben und Formen dieses Jahrzehnts waren unschlagbar. Die Kantine des SPIEGEL konserviert das, weil sie unter Denkmalschutz steht. Jede Stadtbesichtigung Hamburgs sollte einen Blick auf diese Attraktion enthalten. (Das soll aber nicht zu der falschen Schlußfolgerung führen, der SPIEGEL habe nur noch antiquarischen Wert ...)
Wer Anregungen zum Schwelgen sucht, der wird hier fündig:
Generation Sunkist
Schlager und Schlaghosen, Bonanza-Räder und Kaubonbons: Die 70er Jahre waren die buntesten der vergangenen hundert Jahre
Sie schmeckten so künstlich wie ÇDolomitiÈ-Eis, rochen so synthetisch wie Apfelshampoo und klangen so schnulzig wie die Singles von Michael Holm: Und doch trauern wir ihnen nach, den 70er Jahren. Und den Produkten, die es heute nicht mehr gibt. Wir, die nicht mehr ganz so Jungen um die dreißig, die damals aus dem kleinkindlichen Schlummerzustand erwachten, um die Werbespots für ÇCreme 21È und ÇStrahler KüsseÈ in das frische Bewusstsein aufzunehmen.
Dort haben sie sich eingegraben wie die Erinnerung an das Sugus-Männchen, das über die Mattscheibe hüpfte und den Çbraven KindernÈ die fruchtigen Bonbons von ÇSuuugus, Suuugus, Suuugus von Suchard!È versprach. Selbst meine Cousine Kati aus Cottbus, die offensichtlich West-Fernsehen schaute, kannte das Lied auswendig. Damals bot mir Kati in einem Brief ihre komplette ÇMosaikÈ-Comic-Sammlung zum Tausch gegen 100 Sugus-Packungen an. Außerdem versprach sie mir drei Tafeln ÇBambinasÈ. Die Schokolade, die wie zusammengepresstes Kaba schmeckte, mochte ich zwar nicht. Aber die DDR-Comics mit den drei Kobolden, die im Gefolge von ÇRitter RunkelÈ abenteuerliche Reisen durch die Geschichte machten, gefielen mir fast so gut wie ÇAtzeÈ, die Zeitschrift der Jungen Pioniere oder die Bildergeschichten von ÇRolf und RobertÈ, die im Auftrag der FDJ die DDR erforschten. Aber dann wurde aus dem Handel doch nichts, weil der Inhalt meiner Spardose für die 100 Sugus-Packungen einfach nicht reichte.
War das schwarze Sugus-Männchen mit dem erhobenen Zeigefinger nicht eine Kleinausgabe des ÇSchwarzen MannesÈ, mit dessen Hilfe Generationen von Mädchen und Jungen in Zaum gehalten wurden? Die Siebziger waren eben längst nicht so anti-autoritär und emanzipiert wie sie vorgaben. Trotz ÇJahr der Frau 1975È - die Protagonistinnen des Werbefernsehens zeigten sich in den allermeisten Fällen bei der Hausarbeit. In der Lenor-Werbung wurden dem schwachen Geschlecht geradezu reflektive Fähigkeiten zugetraut. Denn die verzweifelte Mutter und Gattin, die jämmerlich versagt hatte, weil ihren Lieben die Polyester-Nickis und Frottee-Pyjamas auf der Haut kratzten, wurde nicht von einem Mann ermahnt. Dafür war das ÇLenor-GewissenÈ zuständig, eine transparente
Doppelgängerin der schlechten Hausfrau, die ihr den Weichspüler empfahl.
Und die Frauen waren folgsam. Die Familie sollte es in der von Ölkrisen und Konjunktureinbrüchen gebeutelten Zeit doch gemütlich haben. Während 1976 in Brokdorf Molotow-Cocktails die grauen Novemberabende erhellten, flackerte das Kaminfeuer der Familie Bellamy über acht Millionen Bildschirme. Das Interieur der Londoner Upper-Class-Sippe, die zu Beginn des Jahrhunderts in ihrem feinen ÇHaus am Eaton PlaceÈ residierte, war nicht weniger ansprechend als ihre pikanten Probleme. Doch der treue Butler Mr. Hudson fand stets eine Lösung. Dabei legte er eine Diskretion an den Tag, für die ihn Prinz Charles geküsst hätte.
Wir Kinder fanden die schummrige Studioproduktion langweilig. Glücklicherweise bekam unsere große Schwester irgendwann einen eigenen Fernseher. Die Eltern waren der Ansicht, dass Ilja Richter sie davon abhalten könnte, an jedem Wochenende auszugehen. Seit sie in der Zeitung gesehen hatten, wie hysterische Mädels während der ersten Deutschlandtournee der ÇBay City RollersÈ 1976 so lange ÇIch will zu LeslieÈ schrien, bis sie von Rotkreuzhelfern auf Tragen gelegt werden mussten, waren sie um ihre pubertierende Tochter besorgt. Dabei stand sie gar nicht auf die Milchbubis in Hochwasserhosen und Schottenkaros. Sie fand Chris von ÇSmokyÈ viel süßer.
Iljas ÇDiscoÈ guckte sie nur, um sich für die Saturdaynight in Stimmung zu bringen. Eingenebelt in ÇJanine D.È, hoppelte sie schon vor der Sendung mit ihren Korkabsätzen auf dem braunen Teppich. Und dann, um viertel vor sieben, war es soweit: ÇHallo FreundeÈ, rief Ilja 15 Millionen Fernsehzuschauern zu. ÇHallo IljaÈ, brüllten wir zurück. Als es dann hieß: ÇLicht aus - Spot anÈ war kein Halten mehr. Wir schüttelten unsere karierten Hosenbeine und Rundhaarschnitte zu Eric Burdon und Katja Ebstein und grölten: ÇEs fährt ein Zug nach nirgendwo.È
Bei Christian Anders wurde meine Schwester immer ganz sentimental. Der erinnerte sie so an Kai aus Meißen, in den sie sich im letzten Familienurlaub am Plattensee verknallt hatte. Mein Bruder und ich hatten uns über ihn lustig gemacht, weil er bei brütendster Hitze stets Wildlederboots an den Füßen trug. Selbst wenn er mit seiner Umhängetasche, auf der ein röhrender Hirsch prangte, und die offensichtlich aus einem Kissenbezug gefertigt war, zum Strand ging. Seine Treter, so klärte er uns auf sächsisch auf, wären keine Boots, sondern ÇKledderschuheÈ, und die wären in der ganzen DDR voll in.
Einmal gab es beim ÇDiscoÈ-gucken einen Riesenstreit, weil sich mein Bruder, um mich zu ärgern, grünen ÇSlimeÈ unter die Nase legte. Beim Prügeln ist uns dann das Aquarium kaputt gegangen, in dem unser kleiner Bruder ÇSea MonkeysÈ gezüchtet hatte. Warum musste er das Glas mit den klitzekleinen Tierchen, die man in Pulverform in jedem ÇSilberpfeilÈ-Comic bestellen konnte, auch überall mit hin schleppen? Das gab ein Theater. Zum Trost bekam er ein Cola-Eis von Langnese aus der mit lauter kunterbunten Pril-Blumen beklebten Gefriertruhe.
Meine Mutter führte unsere Rangeleien auf den übermäßigen Konsum der Handkantenschläge von ÇPercy StuartÈ zurück. Deshalb verbot sie uns für unbestimmte Zeit die tollen Abenteuer des Fernsehhelden. Das war, als hätte man der Oma ÇDalli, DalliÈ verweigert, dem Opa den ÇKommissarÈ mit Erik Ode - und dem Vater die ÇSportschauÈ. Ernst Huberty, der selbst dann die gute Laune nicht verlor, als Uli Hoeneß beim EM-Finale 1976 gegen die CSSR das Elfmeter vergeigte, durfte einfach nicht fehlen. Selbst Frauen ließen sich den Erfinder des ÇTors des MonatsÈ nicht entgehen, auch wenn sie von Fußball genauso viel Ahnung hatten wie ihre Männer vom Stricken eines taillenkurzen Pullis mit Fledermausärmeln. Als ÇMister SportschauÈ 1982 wegen angeblich unkorrekter Spesenabrechnungen abgesetzt wurde, konnte meine Tante nur mit Mühe davon abgehalten werden, dem Intendanten des WDR einen Drohbrief zu schreiben.
Schon einmal hatte ihr ein Programmchef einen ähnlich harten Schlag versetzt. Es war 1972, als sie die Nachricht erhielt, dass ÇOnkel Tobias vom RiasÈ für immer verstummen sollte. Seit sie denken konnte, genauer seit 1947, erklang sonntags um zehn Uhr die Stimme von Onkel Tobias alias Fritz Genschow. Er erzählte Märchen, sang zur Laute. Das alles sollte es jetzt nicht mehr geben? Sie war verzweifelt. Aber es nützte nichts: Dornröschen war einfach nicht mehr angesagt. In den Siebzigern ging es realistisch zu. Mit dem ÇFeuerroten SpielmobilÈ, das 1972 zum ersten Mal am Bildschirm startete, um Geschichten aus dem Leben einzufangen, sollten all die Flausen, die märchenerzählende Omas und Onkel Tobiasse den Kindern in den Kopf gesetzt hatten, beseitigt werden. Da waren Doris und Christoph, die in einer Sendung wie Hänsel und Gretel durch den Großstadt-Dschungel irrten und lernen sollten, dass es keine Hexen gibt.
Glücklicherweise kam am Sonntagnachmittag im DDR-Kinderfernsehen noch ÇMeister NadelöhrÈ, der so schöne ÇGeschichten aus dem MärchenlandÈ mit bösen Hexen und Zauberern erzählte. Toll waren auch die Abenteuer von Herrn Fuchs, Frau Elster, Pittiplatsch und Schnatterinchen. Am größten war das Kinderfernseh-Vergnügen, wenn wir aus Sunkist-Tüten Orangensaft schlürfen durften. Ach, die schönen Tetraeder sind der Logistik zum Opfer gefallen, denn viereckige Packungen lassen sich besser transportieren.
Logistische Probleme kannte Rudi Carrell nicht. Der schlaksige Holländer, der immer so sprach, als hätte er eine Tulpe im Mund, kam einmal auf einem fliegenden Teppich zu seiner Erfolgsshow ÇAm laufenden BandÈ geflogen. Den Einsatz der Technik beherrschte der Quizmaster wie kein anderer. Bei seiner letzten Sendung am Silvesterabend 1979 ließ er seine Kandidaten Szenen rückwärts spielen, die aufgezeichnet und vorwärts abgespielt wurden.
Das war das Silvester, an dem meine Eltern um kurz vor neun Uhr unsere große Schwester von der Party abholen mussten, auf der sie ins neue Jahrzehnt feten wollte. Unglücklicherweise hatte sie dort einen jungen Mann aus Torgau kennengelernt, der gerade aus der DDR ausgereist war. Der blonde Sachse muss sie an Kai aus Meißen erinnert haben. Jedenfalls ließ sie sich von ihm eine Zigarette der Ost-Marke ÇRealÈ aufschwatzen - obwohl sie bis heute Nichtraucherin ist. Nachdem sie ein paar Züge gepafft hatte, brach ihr Kreislauf zusammen. Die Glimmstengel ÇO/MÈ (Çohne MundstückÈ) hießen im DDR-Volksmund schließlich nicht ohne Grund ÇReste eines alten LappenÈ.
Sie war noch ganz grün im Gesicht, als sie, gestützt von unseren Eltern, wieder zu Hause ankam. Der Rest der Familie beachtete sie kaum, als sie sich heulend in ihr Zimmer verdrückte. Wir wollten doch nicht den Höhepunkt der Rudi-Carrell-Show verpassen: Auch an jenem Silvesterabend eierten wieder Fernseher, Kaffeemaschinen und Zimmerpflanzen auf einem Laufband über die Bühne, bekam der Gewinner alles, was er sich merken konnte. Rudi trällerte noch einen selbstgedichteten Abschiedssong - und dann waren die siebziger Jahre zu Ende.
Von Claudia Becker
© Berliner Morgenpost/Berliner Illustrierte Zeitung, Sonntag, 31. Oktober 1999
Mit freundlichen Grüßen
Peter Wuttke
PS: Weil der Link so sehr lang ist, habe ich den Text der Morgenpost kopiert. Daher auch der Zeitverzug bei der Überarbeitung.
(Beitrag wurde von Peter Wuttke am 11.02.2000 um 21:45 Uhr bearbeitet.)
oma_lacht
11.02.2000, 22:30
quote:[/SIZE]<HR> Oder 'girls, girls, girls' von sailer [/B][/QUOTE]
Zur gleichen Zeit gab es einen Werbespruch für Pfeifentabak: Drei Dinge braucht der Mann: Feuer, Pfeife, Stanwell; das wurde dann abgewandelt in: Drei Dinge braucht der Mann: girls, girls, girls.
Peter Wuttke
11.02.2000, 22:48
Nachtrag zu Fredl Fesl
War das nicht der, der postulierte: 'Ein Auto, das nicht fährt, das ist nur die Hälfte wert.' ?
Mit freundlichen Grüßen
Peter Wuttke
Klar kenn' ich den 'Spatz vom Wallraffplatz'! Und er ist tatsächlich vom WDR. Subversiv würde ich aber nicht sagen http://www.alles-bonanza.de/ubb/wink.gif .
Und dann fehlt natürlich noch:
'Arpad der Zigeuner'
'Hase Cäsar'
'Plumpaquatsch'
und, als ausländisches Spitzenprodukt:
'Time Tunnel'
Das waren noch Zeiten! http://www.alles-bonanza.de/ubb/smile.gif
Harald Leinweber
12.02.2000, 18:24
Guten Tag!
Es fällt mir schwer, Peter da zu korrigieren, aber Fredl Fesl hat, glaube ich, gesagt bzw, gesungen oder gedichtet:
'Ein Auto, das nicht fährt, ist überhaupt nichts wert.'
Soweit ich weiss - ist das dagegen von Bert Brecht:
Ford hat ein Auto gebaut.
Es fährt ein wenig laut.
Es ist nicht wasserdicht
und fährt auch manchmal nicht.
Wo von Fesl die Rede ist, mag ich von Michl nicht schweigen:
Willy Michl, Haus am Niklas-See:
'Kommst du mich einmal besuchen
in meinem Haus am Niklas-See?
Es ist nicht, dass ich einsam wär,
denn Gesellschaft hat's genug.
Ich möchte nur mal wieder
einen ganz normalen Menschen sehen
einfach auf dem Sofa sitzen
bei einer Kanne Tee ...'
(Wenn das jetzt jemand mit Midi oder WAV unterlegt, haben wir die erste Virtuelle 70er Karaoke-Bar - wie peinlich.)
Zu Insterburg & Co. (Ingo Insterburg, Karl Dall, Jürgen Barz, Peter Ehlebracht - habe ich gerade von 'Hohe Schule der Musik' abgeschrieben, wo sich noch so schöne Titel finden wie '20 Mädchen auf einmal', 'Knut Wuchtig', 'Krumme Lanke', Mein Achtel Schulterbaltt und andere Höhepunkte der Musikgeschichte) fällt mir nur ein 'Doch dann wurde es mir in Berlin zu klein, drum zog in in ganz Deutschland ein' und einige Strophen später 'Ich liebte ein Mädchen in Ägypten, so lang bis die Pyramiden wippten' - tja, der Ingo, der Schelm! Peter Ehlebracht hat später durchaus ernst gemeinte und genommene Bücher zur Archäologie geschrieben, unter anderem über die Pyramiden.
'Girls, Girls, Girls' oder 'A Glass of Champaigne' von Sailor sind auch heute noch zu sehen und hören - die Gruppe tritt immer noch auf. Allerdings ist George (der gitarrespielende Front-Sailor) nicht mehr dabei, und der stets im weissen Anzug mit Panam-Hut auftretende Bearbeiter des urtümlichen Nickelodeons, das bei Sailor den unverkennbaren Sound prägte, ist auch nicht mehr der selbe.
Der Wallrafplatz in Köln befindet sich in direkter Nachbarschaft der Hauptgebäude des WDR, der in Köln auch einer der grössten Arbeitgeber ist. (Der Namen gebende Herr Wallraf hat mit dem investigativen Schriftsteller aus Köln nichts zu tun.)
Der Spatz war eine Wollkugel mit frechem Schnabel, der zu so manchem seinen Senf dazu gab. Gesprochen hat ihn meines Wissens Karlheinz Schroth, der als der Theo in 'Alle Hunde lieben Theobald' eine gewisse Berühmtheit in der BRD erlangt hatte. (Jener Theo pflegte nicht selten zu äussern 'Beschäftigung, welche in Arbeit ausartet, ist nichts für Theobald.' Zukunftsweisend!)
Ich kann mich aber auch erinnern, dass die späteren Folgen des 'Spatz' mir ziemlich langweilig vor kamen. Ich vermute, da hatte zwischenzeitlich die 'Programmkritik' gegriffen.
'Arpad, der Zigeuner' könnte heute unmöglich entstehen. Allein schon der Titel!
Dabei war der feurige Arpad durchaus ein Star und Schwarm vieler Mädchen (und Frauen?). Die Serie hatte mindestens 13 Folgen und spielte vor ca. 100 oder 200 Jahren in Ungarn oder so, wenn ich mich nicht irre.
'Time Tunnel' läuft zur Zeit auf Kabel 1. In den USA wird die Serie im Public Broadcasting (eine Art Dritte Programme) als Volksbildungsmassnahme - die sie im Kern auch ist - eingesetzt.
'Time Tunnel' steckt voller Wunder. 800 Stockwerke voller Menschen und Gerät, tief unter der Wüste - aber wir sehen immer nur dieselbe Zentrale mit den selben 5 Leuten.
Immer wissen sie, dass es Probleme geben wird, nie können sie was dran tun. Immer tragen unsere Helden dieselben Klamotten - einen Anzug bzw. einen grünen Pullover von unvorteilhafter Enge -, obwohl sie im Zuge der Handlung durchaus schon mal umgekleidet werden.
Erst im Vergleich mit Serien wie 'Time Tunnel' oder 'Lost in Space' ist zu ahnen, was für ein seltenes Glück 'Star Trek' war.
So, gut für heute.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber
BaerbelS
13.02.2000, 10:27
Hallo liebe Leute,
die Wackeltiere auf Podest, kann man in den sog. Werbekatalogen (Schneider, Hach, Oppermann) für `n paar Pfennige bestellen.
Erinnert sich keiner mehr an die Hainzelmännchen? Wie hießen die noch? Ted und?
Wer hat nicht Karokaffee getrunken?
Das Wassereis gegessen.
Ravioli und Miracoli.
Lose Süßigkeiten für einen Pfennig und die
Smilies.
Raumschiff Orion, mit Dietmar Schönherr.
Die Barbapappas?
Die ersten Schulrowdy`s mit fetziger Jeansweste, komplett vollgeschmiert mit den Lieblingsgruppen.
Thommy Ohrner und wie hieß das noch: Das verschwundene Lächeln?
Lieber Onkel Bill. 3 Jungen und 3 Mädchen.
Das Sammeln von Donald Duck Heften, von Superman, Batman, die fantstischen4. Wann fing John Sinclair an? (Ende der 70er oder Anfang 80er?)
Heh, wir Mädchen haben Gummitwist gespielt und die Barbie bekam einen Ken.
Glitzerflippchen tauschen und Poesialbumsprüche. Wer hat sein`s noch? Meines ist leider durch Umzüge verschwunden.
Das war es erstmal.
Tschüß
gerbaulet
13.02.2000, 11:59
typisch für die 70er waren auch die sog. Ostfriesennerze, diese gelben Plastikregenmäntel, die Innen manchmal blau waren. Die hatte (in Norddeutschland) wirklich jeder. In den 80ern waen das dan die K-way Regenjacken zum zusammenknuffeln und in den 90ern die Barbour-Wachsjacken.
Ostfriesennerze sind leider ausgestorben. Heute könnte ich einen gebrauchen.
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Stephan Gerbaulet
claudius
13.02.2000, 17:44
Also ich denke bei Fredl Fesl haben sowohl Harald als auch Peter recht. Das war nämlich der Refrain der nach jeder Strophe etwas abgewandelt wurde. Zuerst 'Ein Auto, das nicht fährt, das ist nur die Hälfte wert.', dann 'Ein Auto, das nicht fährt, ist überhaupt nichts wert.' und dann kam noch die Zeile vor: 'Opel, Opel Caravan, ein jeder will 'nen Opel ham. Liegt er dann im Graben, dann will ihn keiner haben.'
BaerbelS
13.02.2000, 19:49
Hallöchen,
also wir haben immer Samstags Cäptn Kirk geguckt! Unvergessen Mr. Spock, Uhura und Scottie.
Die 70er waren TVmäßig gesehen: Indianer und Ritterfilme!
Mit meiner besten Freundin, saß ich nach den Hausaufgaben draußen auf irgendwelchen Hauseingangstreppen: Mit Chips und Eis versorgt, quasselten wir über dies und das.
Je älter wir wurden umso wichtiger wurde Samstags der Gang in die Disco.
Ach ja, Mal Sandock: da konnte man anrufen und seine Lieblings LP gewinnen, ich hatte 1 x Glück gehabt und sprach mit Meister Sandock, gewünscht habe ich mir Flash Gordon.
Am nächsten Tag wurde ich von meinen Klassenkameraden ausgebuuht (wegen Flash)denn die standen auf Smokey, Kiss usw.
Tschau
Mir fällt da etwas ein - ein Eis das ich früher oft gegessen habe - 'Himmy Jimmy'! das war ein rotes! Wasserfruchtspeiseeis, welches dermaßen kalt war, daß man beim ersten Schleck unweigerlich mit der Zunge an dem Ding festfror - war aber trotzdem (oder gerade deshalb) superangesagt.
Gibt es das noch irgendwo?
Und dann gab es natürlich noch Aktenzeichen XY ungelöst... . Die heimliche Kultsendung wenn Mutti und Vati mal auf`m Swutsch waren. Mit dem Ergebnis, daß die vielen ungelösten Fälle dazu führten, daß die Verbrecher in der eigenen Vorstellung überall lauerten, besonders im eigenen Kinderzimmer.
An die Mädel`s: Kennt ihr noch die Knüpfbilder mit allen möglichen Motiven (Pferdeköpfe, Hundewelpen etc.), die später entweder an die wand gehängt wurden oder zu Sofakissen weiterverarbeitet wurden? Die kreativ, spielerische Art, der heranwachsenden Generation das Handarbeiten näherzubringen.
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wiebke reich
14.02.2000, 01:31
inzwischen werden die antworten ja immer länger...es wird ein wenig ermüdend, finde ich.das hat aber nix mit dem inhalt der passagen zu tun! also, woooooooooooooooooo
bitte gibt es heute noch robbi, tobbi und das fliwatüt zu sehen ? ich suche seit jahren!!!
ostfriesennerze gibts jetzt auch wieder ,auf sylt sowieso, in kaufhäusern und ökoläden.
und hat auch jemand immer olle parker angezogen und mußte auf diese demos mitstiefeln ?
tim thaler hieß der junge, der sein lachen verkauft hat an den baron, der schon lange zu eis erfroren war und sich dann über den kleinen bekichert hat...
kennt jemand noch diese schnuller auf den schützenfesten, die 20 cm lang waren, aus weingummi und dem weißen mäuseschaumstoff zum essen ?
bis bald.
wiebke reich
14.02.2000, 01:36
mir fällt noch was geiles ein. kennt ihr noch aus dem alten ostsandmännchen die frau doktor pille mit der großen runden brille??
die saß immer in nem weißen arztkittel da und hatte irgendwelche tiere bei sich aus stoff und denen und uns dann geschichten vorgelesen,die gibts leider nicht mehr.schade.
DIE ZWEI und JASON KING - das waren ja bergwerke an wunderbaren statements. allesamt erfunden vom berliner synchronstudio WENZEL LÜDEKE.
beispiel: eine schöne sitzt in der badewanne. darauf einer der ZWEI:
'schnell den stepsel in die wanne, denn rasch ist der aal durchs rohr entwischt.'
oder:
jason king mit einer jungen dame auf dem sofa. es klingelt an der haustüre.
JASON: 'shelly, es schellt.'
tja, so war das.
(Beitrag wurde von anko am 15.02.2000 um 18:01 Uhr bearbeitet.)
kittycat
15.02.2000, 22:05
Hallo!
Ich nehme an, die meisten von Euch sind aus Deutschland, oder?
Wenn ja, schaut doch mal bei http://wickie.at
vorbei!!!
Im Vorjahr hat ein Buch in Österreich eingeschlagen, Wickie, Slime und Paiper. Zur Zeit ist es bei ca. 40000 verkauften Exemplaren angelangt, ein Ende ist nicht in Sicht. Ein Mega-Bestseller.
Es ist zwar Österreich-bezogen, was allerdings Fernsehen und Musik anbelangt, für den gesamten deutschsprachigen Raum zutreffend.
Vielleicht ist es ja auch bei Euch erhältlich (oder auch bei amazon.de)
kittycat
Hanne Soya
16.02.2000, 10:42
Hallo, liebe Erinnerer!
gerbaulet, ich habe mich sehr ueber Deine 'Gehirnstuerme' gefreut, besonders ueber Flummis (endlich mal jemand ausser mir), Haeschenwitze (Mann, waren die bloed!), Trill Jod S11 ('denn er kriegt taeeeeglich immer Trill, weil ich fuer iiiiihn nur das Beste will!') und die Klicker-Kugeln - habe an anderer Stelle schon erwaehnt, dass ich stolze Besitzerin eines Sets davon bin.
Bin ausserdem stolze Besitzerin der Miezekatzen-Single von Wum. Die B-Seite ziert das schoene Lied 'Ich bin ein kleiner Hund... und weisst Du was, ich bin gesund, weil ich schon ein paar Tage eine feuchte Naaaaaase haaaaabe. Ich hab' auch einen Schwanz, und der sitzt ganz genau da, wo er meiner Meinung nach und ueberhaupt auch hingehoooeeeeert'. Dem Lied haette seinerzeit wahrlich mehr Beachtung gebuehrt!
Und, uebrigens, 'Dschinghis Khan' von 'Dschinghis Khan' ist neben Nenas '99 Luftballons' (und 'Lili Marleen' und 'Mackie Messer', naja, auf englisch) das zweite deutsche Lied, das man gelegentlich in japanischen Karaoke-Laeden findet! Schade nur, wenn man sich voll ins Zeug legt (HA! HO! HA!) und die Leute hinterher nur lapidar fragen, worum geht's denn eigentlich in dem Lied?
Eis/Suessigkeiten: Das Eis mit der Kaugummikugel fand ich auch klasse, weiss aber leider nicht mehr den Namen. Und Himmy Jimmy war doch dieses Himbeer-Wassereis mit Vanilleeiskern, nicht? Das war m.E. von Warncke-Eis. Darauf habe ich immer zurueckgegriffen, wenn es irgendwo 'nur' Warncke-Eis gab und nicht das einzig wahre Langnese. Letztere hatten mal ein recht annehmbares Wassereis (aber so von etwas weicherer Konsistenz) mit Erdbeergeschmack, das 'Berry' hiess. Wurde von mir und einer Freundin auf der Eiskarte entdeckt, als wir das Ypsilon noch nicht gelernt hatten, und wir mussten entwuerdigenderweise auf der Eiskarte darauf zeigen, um es probieren zu koennen. An den Riesenschnuller aus Schaummasse und Weingummi erinnere ich mich gut. Lecker! Gibt es den nicht noch auf Volksfesten wie dem Hamburger Dom?
Zum Thema Poesiealben gibt es ja hier mittlerweile dankenswerterweise einen Thread, auf dem ich mich bereits verbreitet habe.
Ansonsten, ja, an Fernseher mit Bildchen drin erinnere ich mich, habe aber keinen mehr davon. Dafuer die klaegliche Disco-Barbie mit 'Fotoapparat' in den man die Bilder selbst hineinlegen muss...
Sesamstrasse: Grover ist Grobi. Im deutschen sagt er, meine ich, sowas wie 'Hallo Froeschlein'. Nicht so ueberzeugend...
Und mit den Hainzelmaennchen, sind da die ZDF-Mainzelmaennchen gemeint? Letztere gibt es jedenfalls noch, oder?
Uebrigens, auch Barbapapa erfreut sich in Japan ausserordentlicher Beliebtheit, es gibt eine Menge Merchandise mit den Figuren, man glaubt es kaum.
An das Fliewatuet musste ich denken, als ich den neuen James Bond gesehen habe..., aber im TV lief das leider lange nicht mehr, oder? Erinnere mich noch gut an die Titelmusik (klick-klick).
Und 'Arpad der Zigeuner', ja, fuer den habe ich in der Tat geschwaermt. Schrecklich, als er irgendwie mal am Hals blutend auf dramatische Weise weggeschleppt wurde und wir Maedchen um sein Leben zittern mussten! Das Bild ist das einzige, was mir von der Serie im Gedaechtnis geblieben ist... und er hat natuerlich ueberlebt!
Zu guter Letzt die guten Insterburg & Co. Peter Ehlebracht und die Pyramiden, das war mir neu. Denke da eher an 'mein Bart, der fusselt, welche Pracht, ich heisse Peter Ehlebracht!'
UND:
'Ich liebte ein Maedchen auf'm Mars
- ja, das war's!'
kann sich jemand noch an die eurovision-fernsehübertragungen erinnern, zum beispiel die olympischen spiele 1976? da stand als erstes pompös so etwas wie 'es folgt eine eurovision-übertragung', und es folgte irgend so ein unförmiger kranz oder etwas ähnliches (sollte wohl die damaligen eg-staaten symbolisieren), begleitet von einer sehr trompetenhaften melodie, die einem sehr schnell als ohrwurm im kopf blieb. ich glaube, es war eine händel-ouvertüre.
eurovision-übertragungen waren immer ein grosses ereignis, das lange zuvor angekündigt wurde. gehört jedenfalls zu meinen ersten fernseherinnerungen (in s/w natürlich!).
Firmian Maierhofer
16.02.2000, 11:34
ich schau nur sehr selten fern. Seit wann gibt's denn die Eurovisions-Hymne nicht mehr?
Lieber Gerbaulet,
war die 'eingängige Titelmusik' vom Feuerroten-Spielmobil nicht zufällig eher die vom Kli-Kla-Klawitter-Bus? Und wie hieß noch mal die blonde Frau an der Seite von Plumpaquatsch, van der Heiden?, Terheiden? Heidi..
So long
Nicola
Konstantin Opel
16.02.2000, 17:16
Gestern zum ersten Mal auf diesen Seiten gelandet. Komplette Kindheit im Zeitraffer nacherlebt. 1000 vergessene Sequenzen, Details und Produkte: Das war doch erst vorgestern...?
ð Kli-Kla-Klawitter-Bus: Die Titelmelodien dieser Serie und dem Feuerroten Spielmobil waren wohl ganz ähnlich, aber nicht gleich. Die 'Kli-Kla-Klawitter'-Melodie enthielt folgenden Text:
'Fahr mit/
im Kli-Kla-Klawitter-Bus/
Wir haben sehr viel Platz/
für Hund und Katze, Spatz'
Oder so ähnlich.
ð Feuerrotes Spielmobil: Da kam dagegen ein Text vor, der 'Spaß und Spiel' auf 'Spielmobil' reimte.
Viel inniger geliebt habe ich aber die 'Rappelkiste' mit den zwei Kinderpuppen-Helden 'Ratz und Rübe'. Wer kennt die noch?
Und in welcher Kindersendung kamen Peter Kraus und Tina Yorck vor, die mit auf- und abhüpfenden Kindern das ABC in melodischer Form intonierten? Semsamstraße? Ich weiß noch, wie leidenschaftlich unsere Eltern damals (so etwa 1973) über den didaktischen Wert dieser TV-Revolution diskutieren konnten. Es herrschte ja noch die verbreitete Meinung, eine Tracht Prügel habe noch nie geschadet.
Es war aber auch die Zeit, als 'Schweinchen Dick' aus dem Vorabend-Sendeplatz verbannt wurde, weil es Kinder angeblich zur Brutalität anstiftete. Die graumelierten Intendanten von damals konnten ja nicht ahnen, was 20 Jahre später so alles über das kindliche Fernsehvolk kommen würde...
Ein Eurovisions-Ereignis, an das ich mich gut entsinne, war 1976 die Trauung des schwedischen Königspaares, an einem Nachmittag im Fernsehen zu sehen.
Wer erinnert sich übrigens noch an den Preis von 'Berry', dem durchdringend roten Langnese-Eis? 25 Pfennige, knallrote Lippen nach Genuß inbegriffen. Es war das Billigeis des damaligen Langnese-Programms. Wer damals nach der Schule am Bahnhofskiosk zu Schifferstadt (Rhld.-Pfalz) eine Mark in 'Ed von Schleck' investierte, war der King.
Zum Thema Insterburg & Co ein Filmtip: 'Quartett im Bett', Regie Ulrich Schamoni, ohne Drehbuch im Berlin des Jahres 1968 inszeniert, vor allem aber unter Mitwirkung der Jacob-Sisters (!), die offenbar nicht ahnten, dass sie in eine Satire gerieten... Unfaßbar surreal; zu den Drehorten zählte unter anderem das Märkische Viertel, damals gerade im Rohbau. Eine echte Perle der deutschen Filmgeschichte, ganz ohne Spott! (Hallo, Stefan, ich wußte, dass Du diesen Beitrag liest).
Konstantin Opel
16.02.2000, 17:40
Ähm, Nachtrag: Die blonde Frau neben Plumpaquatsch hieß Hanni van Heiden und war, glaub«ich, auch Fernsehansagerin beim WDR.
gerbaulet
17.02.2000, 13:22
Liebe Hanne, Lieber 'Konstantin' (haha)
Vielen Dank für Eure Antworten. Das Berry Eis war wirklich toll, es gab auch ein passendes Milcheis dazu (mit Alu-Papier umwickelter Quader), das Düsenjäger-Eis mit der Schokoladenspitze, das Wassereis mit den 2 Stielen zum Auseinanderbrechen, ... schöne Erinnerungen.
Bei der Sesamstrasse waren damals (synchronisiert) Bob und David zu sehen und lasen Märchen vor, die Ernie und Bert dazu spielten. Das war sehr witzig und spannend durch die Verbindung Mensch-Puppe in einem Format (Später bei den Muppets dann wieder). Da gab es auch so eine Filmgeschichte, wo ein Pfannekuchen an der Decke kleben bleibt und dem Koch auf die Glatze bröckelt. Das war doch der Brüller schlechthin. Oder diese blöden Karamelbonbons, die wir alle nachmachen wollten. Lang ist«s her.
Es war eine schöne '70ies revival' Woche mit Euch, heute gibt es eine neue ZEIT- ich sage Tschüs. Stephan Gerbaulet
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Stephan Gerbaulet
Pitjantjatjara
18.02.2000, 13:04
Hallo, Bärbel S:
Ken war übrigens 'nur' der Nachfolger von Fred, welcher Larry Hagman ('Bezaubernde Jeannie') irgendwie ähnlich sah.
Und an alle Mal Sandock-Fans: Ich hatte das Vergnügen mal life - eine herbe Enttäuschung, kein blonder Jüngling mit gepflegtem Äußeren. Apropos: Leif Garrett (evtl. ein 'r' oder 't' zuviel) - 'Survin' USA' - nur der Vollständigkeit halber.
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Laila West
18.02.2000, 13:04
Besser spät als nie: An die Klick-Klack-Kugeln kann ich mich noch sehr gut erinnern. Besonders auch deshalb, weil ich ständig blau-zerschundene Unterarme hatte, weil ich nicht so richtig wusste, wie man die Dinger stoppt, wenn sie so richtig in fahrt waren. Leider habe ich sie nie wieder gesehen. Ein anderes Ding war auch super und zwar der so genannte 'Whizzer'. Eine Art Kreisel, mit einem mini Gummiding unten dran. Die Kreisel waren nicht besonders groß, haben aber getanzt wie irre. Allerdings werde ich niemals den Tag vergessen, an dem mir mein Bruder diesen Kreisel auf den Kopf gehalten hat und er sich komplett in meine Haare eingedreht hat. Meine Mutter musste ihn mir herausschneiden und ich hatte eine fiese kahle Stelle und wurde so zum Gespött der ganzen Schule.
Anja Schroeder
18.02.2000, 13:04
quote:[/SIZE]<HR>Hanni van Heiden und war, glaub«ich, auch Fernsehansagerin beim WDR:[/B][/QUOTE]
... und Dokumentarfilmerin (hat einen beachtlichen Film über Frühchen gedreht).
Mir fällt noch ein: Kleiner König Kalle Wirsch (hatte ich als Cassette, nachdem die Augsburger Puppenkiste im TV war).
(Fährmann hol über...)
Ich meine, daß die Frau an Plumpaquatsch's Seite Susanne hieß - jedenfalls als Rollenname.
Im französischen Fernsehen läuft im Sommer immer noch 'Spiel ohne Grenzen'! (France 2, montags 20.40 Uhr, kommt in Baden und der Pfalz im Kabel)
Ich kann mich noch erinnern, daß die deutschen Vorentscheidungen am Samstag Nachmittag liefen mit Camillo Felgen und später Erhard Keller als Moderatoren.
Die internationalen Runden waren irgendwann unter der Woche, ab 21.05 Uhr. Das war damals für mich unheimlich spät, so daß ich oft eingeschlafen bin. Wahrscheinlich lief die Sendung deshalb so spät, weil wir noch keine Sommerzeit hatten, im Gegensatz zu Italien, z.B.
Damals bewunderte ich die Schiedsrichter, die 'alle' Sprachen konnten und unheimlich toll klingende italienische Namen hatten Guido... Wahrscheinlich waren es Schweizer aus dem Tessin.
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Hanne Soya
24.02.2000, 04:03
Luca schrieb:
'Ich meine, daß die Frau an Plumpaquatsch's Seite Susanne hieß - jedenfalls als Rollenname.'
Oeh, stimmt! Und das war auch definitiv nicht Hanni Vanhaiden als 'Susanne', sondern eine andere, so mit blondem schulterlangen Haar, nach innen gefoent.
Nun bin ich etwas verwirrt: Sass Hanni Vanhaiden jeeemals an der Seite von Plumpaquatsch? Oder war sie nicht vielmehr bei 'M wie Meikel' mit von der Partie?! Auf jeden Fall wurden ihre Haare im Laufe der Jahre immer kuerzer.
In einem anderen Thread wurde das bereits ausfuehrlich diskutiert (von den Haaren mal abgesehen), aber ich habe vergessen wo genau und mit welchem Ergebnis. Ein Fall fuer das Leinweber-Archiv!!
Davon abgesehen sind mir noch einige leider-gottseidank nicht mehr produzierte Eise am Stiel eingefallen: Brauner Baer mit dem saemig-sappschigen Karamellkern (iiiih) und das recht aparte Snobby - ein Erdbeereis, dessen obere Haelfte mit leicht krokantiger Schokolade (naja, eher der legendaeren 'kakaohaltigen Fettglasur') ueberzogen war. Und dann gab es noch einen geradezu koestlichen Eisriegel namens 'Coco' oder so, Kokosnusseis mit Schokolade (bzw. s.o.) ueberzogen. Alles von Langnese. An den in Alu gewickelten Eisriegel, den gerbaulet erwaehnte, kann ich mich auch noch erinnern, der war sehr lecker. Und was ist eigentlich aus dem Erdbeercocktail (gab's auch mit Schokolade oder Nuss, aber Erdbeer war viel besser) von Langnese geworden? Ab irgendwann gab es den nur noch als Diabetiker-Eis und dann gar nicht mehr, glaube ich. Schade, das Erdbeermark war so schoen kuenstlich...
f r a n k
24.02.2000, 10:33
quote:[/SIZE]<HR>Erinnert sich eigentlich noch jemand an die radiothek im WDR? Und an Mal Sondock [/B][/QUOTE]
ich tu's. Jeden Mittwoch abend habe ich vor dem Radio gesessen und schicke Lieder aufgenommen. Zunächst mit Tonbandgerät(!) und später sehr stolz mit einem neuen Philips-Cassettenrecorder. Einmal habe ich Mal Sondock 'in echt' gesehen und war super enttäuscht, wie komisch der aussah (Jeanshemd und ebensolche Ballonmütze und entgegen allen Erwartungen ganz schön dick)
Und, BaerbelS
quote:[/SIZE]<HR>Thommy Ohrner und wie hieß das noch: Das verschwundene Lächeln?[/B][/QUOTE]
Die Sendung hieß: Timm Thaler, der Junge, der sein Lachen (oder Lächeln) verkaufte - sehr dramatisch!
Das konnte T. Ohrner nur noch Jahre später mit Tommi, der Libero toppen. Übrigens schon damals mit zarten Hinweisen auf Kommerzialisierung des Sports. Die ganze Mannschaft hat nämlich 80ccm Mopeds geschenkt bekommen.
Eine der besten Serien war wohl 'Nr.1' (oder hieß das anders?) Jedenfalls war der Held auf unerklärliche Weise auf einer Insel gelandet, wo alle Menschen mit Nummern versehen waren. Er suchte dann die ganze Serie lang nach der Nummer1, um am Ende festzustellen, dass er das selbst ist. Die Drehbuchautoren waren wohl große LSD Freunde. Die Anfangssequenz kommt auch auf Iron Maidens 'Number of the Beast' vor, ihr wißt schon: 'I'm not a number I'm a free Man!!!'
Harald Leinweber
25.02.2000, 20:57
Guten Tag!
Nummer Sechs, Hiram Holiday, John Sinclair und andere
Wann fing John Sinclair an? (Ende der 70er oder Anfang 80er?)
13.07.1973: Der erste von 50 John Sinclair-Romanen erscheint in der Reihe ³Gespenster-Krimiã, Band 1, des Bastei-Verlags.
17.01.1978: Start der eigenständigen Heftserie ³John Sinclairã
Juni 1983: Start der John Sinclair-Hörspielcassetten
02.09.1997: Band 1000 der John Sinclair-Heftserie erscheint.
Nummer Sechs (The Prisoner) war eine 17teilige britische Fernsehserie von 1967/68, die bei uns um 1970 herum spätabends (samstags?) im ZDF lief. Sie war von ihrem Hauptdarsteller Patrick McGoohan entwickelt worden. McGoohan, der hierzulande als Geheimagent John Drake relativ bekannt geworden war, schrieb und produzierte sie auch ö zumindest zeitweilig bzw. teilweise öund führte mehrfach Regie. Die Serie kann formal als die Mutter aller Miniserien angesehen werden.
Worum geht es? Ein ö vermutlich britischer - Geheimagent quittiert den Dienst. Er wird von Unbekannten betäubt und findet sich in einer kleinen südenglischen Küstenstadt mit Kur- oder Urlaubs-Feeling wieder, wo alle Leute Nummern haben und offenbar (?) entweder Gefangene, wohl frühere GeheimagentInnen, oder aber Personal dieser seltsamen Anstalt sind. Wer wer bzw. was ist, ist nicht immer, wenn je, klar und eindeutig.
Ein fester Bestandteil der Serie ist der Umstand, dass fast jede Folge eine neue Nummer Zwei hat ö offenbar der Geschäftsführer, dessen Hauptaufgabe anscheinend ist, Nummer Sechs zu ³knackenã: herauszufinden, warum er den Dienst quittiert hat und was er weiss. Scheitert die Nummer Zwei, wird sie auf Geheiss von Nummer Eins, mit welcher immer nur telefoniert wird, durch ³die neue Nummer Zweiã ersetzt.
Nebenbei erfahren wir allerlei über die Gepflogenheiten in ³The Villageã: Grüsse, Radio, Namen, Abzeichen mit einem Hochrad, seltsame Beobachtungsposten auf einer Schaukel, Bewusstseinstausch-Maschinen, merkwürdige springende Ballons, Schachspiele mit lebenden (jedenfalls am Anfang) Figuren, raffinierte Täuschungen und subtile Illusionen ö ³The Prisonerã steckt voller Rätsel und Andeutungen ö ein Fest für Semiotiker.
Im Vorspann heisst es:
³Where am I?ã
³In the Village.ã
³What do you want?ã
³Information.ã
³Whose side are you on?ã
³That would be telling. We want information ... information ... information ...ã
³You wonât get it.ã
³By hook or by crook we will.ã
³Who are you?ã
³The new number 2.ã
³Who is number 1?ã
³You are number 6.ã
³I am not a number. I am a free man!ã
In der Tat gibt es in der Popmusik eine ganze Reihe von Stücken, die mehr oder minder direkt oder verklausuliert auf ³The Prisonerã Bezug nehmen ö es dürfte sich um eine der meist zitierten britischen Serien überhaupt handeln. Ausserdem gibt es eine Graphic Novel ³The Prisoner - Shattered Visageã von Dean Motter: ³The authorized sequel to the acclaimed television seriesã. Ach ja, und demnächst wird es einen Kino-Film geben, der diese wahrhaftige Kult-Serie auszuschlachten versucht. (Kult, weil es tatsächlich eine Kult-Gemeinde gibt, die einmal im Jahr sich am Drehort versammelt und die Heiligen Rituale zelebriert ö ³wir sehen uns!ã)
1976/77 gab es in den USA eine 25-Minuten-Serie namens ³Holmes and Yoyoã. Darin ging es um einen ungeschickten Polizisten mit einer Neigung zu Unfällen, dem ein neuer Partner zugeteilt wurde: ein Roboter, der nicht viel heller war als der Mensch, aber einige Talente hatte ö Fotos machen, zum Beispiel.
Alexander Holmes, der Mensch, wurde von Richard B. Shull gespielt, Gregory ³Yoyoã Yoyonovitch von John Schuck. Der Produzent Leonard Stern war Exekutiv-Produzent von ³Mini-Maxã.
Hiram Holiday, genauer gesagt, ³Die seltsamen Abenteuer des Hiram Holidayã (The Adventures of Hiram Holiday), stammt auch, wie so viele und vieles, aus den USA. Die Serie wurde von October 1956 bis Februar 1957 von NBC ausgestarhlt und muss Anfang oder Mitte der 60er Jahre bei uns gelaufen sein ö früher Abend, schätze ich. 25 Minuten.
Hiram (Wally Cox) war Korrekturleser bei einer Zeitung in New York, doch wie sich herausstellte, wusste und konnte er alles: etwa Fechten (auch mit seinem Regenschirm, wie wir im Vorspann immer bewudnernd sehen konnten), Flugzeuge pilotieren, Tauchen, asiatische Kampfkünste oder Kunst fälschen, wie es gerade kam. Nur eines beherrschte Hiram nicht, wie sein glühender Verehrer Klaus Mackowiak in ³Am Fuss der blauen Bergeã feststellt: Mittelassyrisch.
Hiram war klein und schwach, trug eine Brille und altmodische Anzüge, hatte stets einen Regenschirm dabei und las Bücher. Hiram war also alles andere als ein Held, er war mein Held.
Der Kult-Charakter dieser Serie hängt ganz sicher damit zusammen, dass sie so alt ist und meines Wissens nie, aber auch nie wiederholt worden ist. Es ist anhand der Kenntnis ein leichtes, fet zu stellen, wie alt jemand ist bzw. wann mit dem Fernsehen begonnen wurde.
Zu Mal Sondock und der Radiothek im WDR möchte ich noch anmerken: In der langen Reihe trauriger Kapitel in der Geschichte des WDR ist das auch so eines, und zwar zum Stichwort ³Einknickenã.
Die Radiothek war eine ³progressiveã Jugendsendung ö es kamen auch gesellschaftlich relvante Themen, die junge Menschen interessierten, zur Sprache; der WDR verstand sich nicht in erster Linie als Abspielstation der Musikindustrie.
Eines schönen Tages erdreistete sich jemand beim WDR, der Radiothek die Ausstrahlung eines Sketches der ³Drei Tornadosã (von dieser Kabaretttruppe ist heute noch Arnulf Rating aktiv) zu erlauben. Darin kam ö es ging um die Schwierigkeiten von Josef und Maria, heutigentags ein Obdach zu finden ö der Vers vor: ³HättÎ Maria abgetrieben, wärÎ Jesus uns erspart gebliebenã. Diese ebenso drastisch formulierte wie unmittelbar einleuchtende Spekulation rief wütendste Proteste von HörerInnen hervor, deren religiöse Gefühle verletzt worden waren. Die Hörer-Reaktionen brachen letztendlich der Radiothek mangels ausreichenden Willens der politischen Führung des WDR, sie zu verteidigen, das Genick.
Soviel zum Thema Programm-Reform.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber
BaerbelS
26.02.2000, 22:54
Hallöchen,
wunderbar, all die alten Erinnerungen zu
lesen, auch ein bißchen wehmütig!
Meine Güte, was wir damals alles so getragen haben:
Cowboy-Stiefel=mann waren die wichtig.
Opa-Hemden= Ich hatte leider keinen Opa, keinen Vater, so mußte ich immer meine Freundin anbetteln, daß sie mir von ihrem Vater einige abgab.
Jeans-Westen: Je enger - umso besser.
Lippgloss= Am liebsten mit Erdbeergeschmack, geholfen hat es nix, hat mich eh`keiner geküßt. Wird gerade wieder modern!
Parfüm= My Melody.
Schultornister= waren out, da gab es diese schlabberigen 'Beutel', bei Mädels bestickt, bei Jungs vollgeschmiert mit Bandnamen.
Musik: Wie peinlich: 'Lady bump' von wem? Da hat man beim tanzen, seinen Allerwertesten hüftschwungvoll im Takt gegen den Popoo des Mittänzers gebumpt!
Oder die Spielchen während des Unterrichtes:
Mädchen schoben kleine Zettel hin und her und die Jungs machten Quatsch mit ihren YPS-Errungenschaften. Die ganz 'coolen', mampften die ersten Kaugummis im Unterricht.
Wir lasen heimlich die Bravo. Das Dr. Sommer-Team.
Unterricht: Da fällt mir ein, wie stolz und gespannt ich auf die erste Englischstunde war: This is a dog. The dog is under the table. This is a cat. The cat is......
Erst mal genug, BaerbelS
f r a n k
28.02.2000, 11:08
quote:[/SIZE]<HR>'Lady bump' von wem? [/B][/QUOTE]
Shirley McLean, wenn mich nicht alles täuscht.
Erinnert sich noch jemand an die 'phantastischen Abenteuer des Herman van Veen' Sonntags mittags auf dem Zweiten um 14:00 uhr oder so?
Laila West
28.02.2000, 11:45
Nee, Lady Bump ist von Penny McLean, Shirley heißt MacLaine und ist Schauspielerin.
f r a n k
28.02.2000, 12:34
ups - irgendwie hatte ich auch ein unsicheres Gefühl bei der Antwort ;-)
Harald Leinweber
28.02.2000, 13:45
Guten Tag!
Sicher - ich erinnere mich an Herman van Veen.
Er wohnte in einer Mühle in der Stadt, mit seinen Freunden und seiner Ehefrau.
Einmal sagte er überaus nachdrücklich und mit einer Kunstpause an der richtigen Stelle zu ihr: 'Ich mache nie - Quatsch.'
Und der Song 'Schnell weg da, weg da, weg, wir haben keine Zeit' stammt aus dieser Serie. Und 'Klitschnasse Clowns' glaube ich auch.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber
(Beitrag wurde von Harald Leinweber am 28.02.2000 um 12:48 Uhr bearbeitet.)
Harald Leinweber
29.02.2000, 01:48
Guten Tag!
Trotzdem ist 'Penny MacLaine' ein Ausdruck mit einer tiefen verborgenen Wahrheit:
Beide, Penny und Shirley, sind leider auf ihre alten (?) Tage dem Obskurantismus anheim gefallen und verbreiten Bücher mit allerhand esoterischem Unfug; bei Frau MacLaine reicht es sogar zu Fernsehsendungen ('Out on a limb').
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber
(Beitrag wurde von Harald Leinweber am 28.02.2000 um 12:51 Uhr bearbeitet.)
Hier noch mehr Erinnerungen:
Gibt es eigentlich noch C-frisch, dieses unsäglich pappig süße Orangensaftgetränk auf dem Markt? Mich schüttelt's heute noch, aber als Kind habe ich es genauso geliebt wie Instant-Zitronentee (den gibt's noch). Und dann war da noch 'Kabafit' in den herrlichen Geschmacksrichtungen Erdbeere, Heidelbeere, Banane und natürlich Schokolade. Die Milch wurde rosa bzw. lila!!! In der dazugehörigen Werbung fuhr dieser kleine Zug durch's Bild und es klang fröhlich: 'Mehr Spaß ins Glas mit Kabafit!'.
Erinnert sich noch jemand an das Palomino-Plastikpferdchen in den dazu gehörigen C&A-Klamotten?
Zum Thema Fernsehen: Kennt noch jemand 'Skippy, das Buschkänguruh' oder die 'Wombles aus Wimbledon'? Rappelkiste und Kli-Kla-Klawitterbus wurden ja schon genannt. Kult hoch drei! Übrigens, Stephan Gerbulat, die Titelmelodie zum feuerroten Spielmobil könnte ich Dir vorsingen ...
Nachtrag zu meinen Erinnerungen:
Sorry, Stephan Gerbaulet natürlich! Hatte eben zu flüchtig hingeguckt und den Namen falsch geschrieben!
Ich bin über den ZEIT-Artikel nicht zuletzt deshalb so glücklich, weil ich nun endlich wieder den Titelsong der Barbapapa-Serie hinbekomme. Mir waren doch einige Namen entfallen. Übrigens besitze ich heute noch eine neongrüne Barbarella aus Plüsch, die ich demnächst meiner kleinen Tochter vermachen werde, wenn sie sich davor nicht fürchtet.
In diesem Sinne viel Spaß beim weiteren Kramen in den Kindheitserinnerungen, Teresa
gerbaulet
04.03.2000, 01:54
Antwort an Theresa
leider ist deine email nicht angegeben. Schick sie mir doch mal (links oben neben diesem Text sollte der link zum anklicken erscheinen), sonst verkommt das ZEIT forum noch zum Privat chat. Stephan Gerbaulet
Noch was zum Thema: Skippi das Känguruh, Flipper, Daktarie,Lassie und Timmey, Bonanza - alles fast vergessene Schätze
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Stephan Gerbaulet
Für mich war es eben auch ein Schnelldurchgang durch all die schönen Kinderjahre.
Danke.
Aber wer von Euch hat denn die Original-Wrangler-Jeans-Jacke getragen mit der Haarbürste oben halboffen in der Tasche?
Das war so Mode. Eklig, eigentlich...
Percy Stuart, das ist unser Mann.
ein Mann, ein Mann
ein Mann, der alles kann.
Laila West
07.03.2000, 18:00
Stimmt, echt fies. Genau wie ein großer, oranger Plastikkamm hinten in der Hosentasche. Am besten in einer Lucky Star.
gerbaulet
14.03.2000, 00:06
Mir fällt noch was zum Thema Fernsehen ein. Jaques Cousteau auf der Calypso war schon toll, aber 'Im Reich der wilden Tiere' mit diesem Sprecher mit der sonoren Baßstimme war unglaublich. Diese Sendungen laufen derzeit irgendwo im Abendprogramm und ich habe neulich mal reingezappt- da hat es mir wirklich einen wohligen Erinnerungsschauer versetzt. Damals habe ich ja nicht nur Tiersendungen gesehen, sondern eben auch am folgenden Montag eine Mathearbeit vor mir gehabt. Und dieses Kribbeln kommt bei solchen Erinnerungen wieder. Es ist herrlich- die Zeit verklärt alles so wunderbar.
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Stephan Gerbaulet
Zum Thema Percy Stuart einen Link in einen anderen Thread:
<A HREF='http://www.alles-bonanza.de/ubb/Forum6/HTML/000031.html' TARGET=_blank>http://www.alles-bonanza.de/ubb/Forum6/HTML/000031.html</A>
Sandra Ha
14.03.2000, 12:18
Mir kommen beim Lesen viele Erinnerungen! Wie war das denn noch mit dem roten Krümeln, die man in den Mund steckte, sie explodierten dann, schmeckten nach Erdbeere und dann wars ein Kaugummi! Absolut super!
Um mal was anderes als Fernsehen zu erwähnen, ganz erstaunlich fand ich dann die Zeit, als in der Mitte der 70 iger in unserer Provinzstadt plötzlich als Gastspiel das neue deutsche Kindertheater auftauchte, in diesem Fall war es das Gripstheater mit dem Stück 'Mannomann', für die bürgerlichen Einwohner unseres Städtchens damals ein ziemlich fortschrittliches Stück. Wir saßen da und staunten.
Später - allerdings schon Ende der 70 iger sah ich dann in München mit meiner Klasse das Theater 'Rote Grütze', das trieb selbst den schon etwas abgebrühteren unter uns die Schamesröte der Provinzler ins Gesicht.
So.
BaerbelS
18.03.2000, 09:38
Liebe Mit70er:
Vielleicht habe ich es überlesen, aber ich meine immer noch, die 'blonde Dame'
war Susanne Uhlen (Plumpaquatsch).
Mir fiel noch etwas ein; 'Jetzt ist Pause, Pause ist jetzt, jetzt ist Pause.......'
Als Kind fand ich die Eintönigkeit recht nervig.
Als 'Pfennigartikel' wäre noch Esspapier erwähnenswert, gelle Gitte/bitte?
gruß BaerbelS
An Karius und Baktus erinnere ich mich auch noch. An den Film den wir in Kinoformat vorgeführt bekamen. Die gibt es übrigens noch als Hörspiel und als Buch.
kleine durchsage des moderators: ich denke, es ist sinnvoll, diesen thread zu schliessen und ihn als 'Erinnerungen II' weiterzufuehren - er wird sonst ZU LANG und kilobyte-schwer :-(
danke fuer euer verstaendnis
so long, anko
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