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Vollständige Version anzeigen : Spielzeug


Peter Wuttke
15.02.2000, 17:07
Sehr geehrte Damen und Herren,
welche Klassiker werden vermißt?
Ich zum Beispiel frage mich, warum das Blaue 'Plastikant' (mit den gelben Steckverbindungen, die mit der Größe von Kindernasenlöchern korresdondierten) nicht mehr zu haben ist.
Wer wird heute noch mit 'Ministeck' gequält?
Und wie will Europa im Wettbewerb der Techniker, Ingenieure und Konstrukteure mithalten, wenn niemand mehr mit dem 'Trix-Modellbaukasten' üben kann?
Mit freundlichen Grüßen
Peter Wuttke

DiWa
15.02.2000, 18:21
Keine Ahnung, ob es das hier noch gibt:
Die kleine Post, Kettcar, Slime, Spiralix, Pustefix.
Wie hieß denn eigentlich diese Knetmasse, die wie ein Gummiball springen konnte und mit der man angeblich auch Comic-Bilder abziehen konnte? Das Zeug hatte glaube ich noch weitere Eigenschaften...

Konstantin Opel
15.02.2000, 19:53
Ich glaube, kürzlich Pustefix in der blauen Original-Verpackung gesehen zu haben, die sich seitdem nicht allzu sehr veränderte.
Ansonsten durchzucken mich intensive Erinnerungen an ein Plastik-Granulat, das in hitzefeste Formen gefüllt und dann im Backofen gebrannt wurde ö zwar kein Spielzeug, aber ein absolut zeittypisches Hobby-Produkt. Das Granulat gab es vorzugsweise in Penggrün, Mülltütenblau, Knallorange und allen Trendfarben von damals; gebrannt wurden hauptsächlich abstrakte Motive und Muster, die dann im Küchenfenster baumelten (zum Beispiel drei oder vier Elemente untereinander, mit durchsichtiger Schnur verbunden). Die elterliche Haustür ziert noch heute ein etwa 25jähriges Namensschild, das meine Mutter in dieser Technik brannte; knallorange, fast unvergilbt. Noch bohrender als die Farbtöne war allerdings der Geruch, der beim Brennen durch die Küche strömte...
Das transzendenteste 70er-Jahre-Spielzeug, das mir in Erinnerung blieb, ist der hohl tütelnde 'Maniac' von Mattel, der zum Weihnachtsgeschäft 1978 oder 1979 offensiv beworben wurde, um die 100 Mark kostete (!!) und seinen 11jährigen Besitzer für ein paar Wochen zum Klassen-King machte. Noch mehr als eine Digitaluhr von Tchibo!!
Typisches Spielzeug II: Straßenbauarbeiter von Playmobil, natürlich in Orange...
Und das 'Elexikon' von Ravensburger!
Und mein Verkehrserziehungs-Memory mit originalen Straßenszenen von damals ö das habe ich sogar noch: Käfer und Ford 20 M und Mercedes Heckflosse in den Innenstädten der späten 60er...

Peter Wuttke
15.02.2000, 20:32
Sehr geehrte Damen und Herren,
wer schon in der Kindheit den Drang verspürte, Geld in Ware und diese wiederum in noch mehr Geld zu verwandeln, der konnte selbstverständlich auf das klassische Monopoly zurückgreifen und sich nach Herzenslust austoben.
Wem es dabei aber zu langweilig wurde, der durfte - dafür sorgte der Hersteller, der es jedem in der Werbung mit Nachdruck einpaukte ('MB präsentier ...') - sich an 'Öl-Magnat' versuchen.
Das Spiel kostete damals die ungeheure Summe von 50 DM. Dafür durfte man Ölfelder kaufen, Bohrungen durchführen, Feuerschäden hinnehmen und - der Clou: in Nachbarfelder Pipelines verlegen, um den armen Nachbarn noch ärmer zu machen.
War die OPEC, waren Esso und Shell und Texaco Vorbild für dieses Spiel? Egal.
Zum Spielverlauf: In der Regel durfte man in jeder Runde in Ölfeldern, die man vorher erworben hatte, mindestens einmal eine Bohrung durchführen. Das Gerät dafür war der große Bohrturm. Diesen platzierte man auf ein Löchlein des Spielfeldes, hier in einem bereits gekauften Ölfeld. Dann: Feste drücken. Drei Möglichkeiten gab es:
a) Entweder die darunter liegende verdeckte Scheibe (vorher per Zufallszahl justiert), enthielt auch ein Loch und der Bohrstift rutschte deswegen glatt durch (Treffer, einen kleinen Bohrturm setzen und sich auf die nächste Runde freuen, denn da gibt es noch mehr Geld von der nimmermüden Bank.)
b) Oder diese verdeckte Scheibe enthielt eben kein Loch. Niete. Strafe zahlen. Ärgern.
c) Die dritte Möglichkeit war Ausdruck von Technikversagen. Man drückte und drückte und drückte. Und ganz plötzlich saust der Bohrstift durch. Resultat: Das Spiel ist aus. Denn durch den Schlag, den dieser erzwungene Erfolg dem Spielbrett versetzte, waren die Plastiktürmchen, Pipelines und Nieten in alle Winde zerstreut. Dieses abrupte Ende kam nicht selten vor - man ahnt auch heute noch, welche Kräfte ein drohender finanzieller Ruin frei machen kann ...
Mit freundlichen Grüßen
Peter Wuttke
(Beitrag wurde von Peter Wuttke am 15.02.2000 um 19:37 Uhr bearbeitet.)

Oda
10.03.2000, 03:35
Aber klar gibts Pustefix noch! Allerdings duerfte das schon aelter sein, als alle, die sich hier an Kindheiten in den 70ern erinnern:
Das ist ein schwaebisches Traditionsproduktprodukt, hergestellt in einem der vielen auf -ingen endenden Orte in der Naehe Tueb-s. Ich glaube, es gibt die Gruendungslegende eines zu stark schaeumenden Waschmittels, das dann findigerweise anderweitig vermarktet wurde...

Teresa
10.03.2000, 11:17
Die springende Knetmasse hieß 'Silly Putty'. (Hatten wir das nicht im Slime-Thread schonmal?). Meine Schwester hat mir das Zeug mal aus London mitgebracht. Endlich mal ein vernünftiges Spielzeug!
Und was heißt hier mit 'Ministeck' gequält? Penibel wie ich nun mal bin, habe ich es geliebt!!!

Peter Wuttke
10.03.2000, 18:54
Sehr geehrte Teresa,
welchen Motiven haben Sie sich denn gewidmet? Es gab Vorlagen nach alten Schinken (Dürer, Vermeer etc.). Oder waren es Tiere (Flamingos waren beliebt). Unsäglich war auch die Auswahl an Pferdeköpfen.
Sagen Sie, gibt es das Zeug eigentlich noch oder ist es längst durch Staubsauger, Staubsaugerbeutel, Mülltonnen, Müllwagen und Müllverbrennungsanlagen gewandert?

Mit freundlichen Grüßen
Peter Wuttke

redselig
11.03.2000, 16:32
Da gab es auch das unsäglich bildende 'Elektra' - hieß es so? Links legte man Fragebogen zu bestimmten Themen auf, rechts Blätter mit Antworten. Die Blätter waren gelocht, und durch die Löcher konnte man mit zwei an Kabeln hängenden Steckern elektrische Kontakte berühren. Hatte man die richtige Antwort erwischt, ertönte ein Hupton. Es war der Inbegriff des Fortschritts!
Außer Lego und Fischertechnik war damals auch noch Constri im Angebot. O Gott, wie oft habe ich mir die Finger eingeklemmt!
Und im Herbst baute man Laternen aus den hölzernen runden Käseschachteln, die ich seitdem auch nicht mehr gesehen habe, und aus Transparentpapier mit aufgebügeltem Wachsfarbenmuster.
(Beitrag wurde von redselig am 12.03.2000 um 01:08 Uhr bearbeitet.)

redselig
12.03.2000, 17:56
Und die Schlumpfwelle! Was hat man nicht an Taschengeld für diese gar nicht so billigen Kerlchen ausgegeben... und die Qual der Wahl war dann immer so groß, weil man sich natürlich immer nur einen leisten konnte.
Übrigens gab es auch ein Spiel 'Die schwarzen Schlümpfe' - ein abgewandeltes 'Mensch ärgere dich nicht'. Man musste seine vier blauen Schlümpfe sicher ins Dorf bringen, doch sie wurden unterwegs immer wieder von der Fliege 'Bsst' oder anderen schwarzen Schlümpfen angesteckt und mussten dann erst auf bestimmten Feldern geheilt werden - und natürlich die blauen Schlümpfe des Gegners anstecken.

blume2000
13.03.2000, 18:50
Die Knulli Bullis!
Kennt jemand die noch.
Eigentlich war das gar kein reines Spielzeug, sondern Süßkram mit Spielzeug obendrauf.
Sie bestanden aus einer Dose mit Erdnüssen (so ähnlich wie M&Ms oder Treets)auf der oben eine Plastikkuppel befestigt war, in der eine Spielfigur war, eben ein Knulli-Bulli.
Die gab es mit Skiern oder Schlitten und allerhand Ausrüstung, und sie waren rot mit braun.
Mein Bruder und ich hatten alle.
Leider haben wir sie wohl mal auf dem Flohmarkt verscherbelt.
Bedauert
Hans

redselig
13.03.2000, 19:15
Die Knullibullis hab ich auch gesammelt. Aber gab es die nicht in allen Farben, z. B. in so einem giftigen Grün?

Lilofee
13.03.2000, 21:08
Oh, das Elektra!
meine Nachbarin hatte es, ich wollte es unbedingt, da war der Neid groß!
Wir spielten mit Nopper, Ministeck, Rollschuhen (oranges Leder, vier Räder)
schnitten aus dem Katalog (Quelle) aus
spielten zu Ende der 70er Spiel des Lebens und Vier gewinnt, sdie MB präsentiert Werbung zu Spiel des Lebens, wo die Oma sagt '¤und ich habe geheiratet' ist mir noch inb lebhafter Erinnerung!

redselig
14.03.2000, 20:10
Vier gewinnt, o ja... Und Superhirn...
In meiner frühen Kindheit musste man unbedingt eine 'Negerpuppe' haben - so sagte man damals, ohne an Diskriminierung zu denken. Ich bekam eine, als ich endlich schwimmen gelernt hatte. Aber die meiner Freundin schoss, obwohl unangenehm kratzig-kraushaarig, den Vogel ab, denn es war ein 'richtiger' Junge.

Peter Wuttke
14.03.2000, 20:45
Sehr geehrte Damen und Herren,
schon allein die Packung von 'Superhirn'. Ein Mann, souverän als Denker im Vordergrund, und eine gertenschlanke Frau, quasi als Spielzeug, im Hintergrund. War das die heimliche Botschaft dieses Spiels? 'Denke, dann wird alles wie bei James Bond.'
Mit freundlichen Grüßen
Peter Wuttke
(Beitrag wurde von Peter Wuttke am 14.03.2000 um 19:46 Uhr bearbeitet.)

Harald Leinweber
15.03.2000, 00:40
Guten Tag!
Ja, Mastermind! Das habe ich damals für meine letzten britischen Münzen gekauft, in Dover 1975.
Erst hatte ich keine Ahnung, worum es geht, aber darauf (Peter hat die Packung mit dem Fotomotiv treffend beschrieben) stand, es sei ein 'Game of cunning and logic' - das wollte ich spielen!
Immerhin habe ich auf die Art gelernt (weil ich es nachgeschlagen habe), was 'cunning' ist.
Und mein Original-Reise-Mastermind mit den bunten, schwarzen und weissen Stiften, aus strapazierfähigem Plastik und noch immer in der Originalverpackung, das halte ich immer noch in Ehren.
Habe ich eigentlich schon mal 'Reversi' erwähnt?
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber

redselig
15.03.2000, 14:59
Reversi habe ich auch sehr geliebt, fand aber bald keine Mitspieler mehr, weil ich immer gewonnen habe.
Einige Jahre vor der Reversi-Phase habe ich einmal sehr ausdauernd gebrüllt, damit meine Mutter mir ein sogenanntes 'Hippie-Auto' kaufte: einen VW-Käfer, ca. 20 cm lang, rot (es gab ihn auch in grün, aber welches Kind will das schon), und die Türen waren mit aufgeklebten Blumen geschmückt. Obwohl dieses legendäre Fahrzeug oft mit in die Badewanne musste, existiert es - etwas ausgebleicht, aber immer noch geblümt - noch heute.

redselig
15.03.2000, 15:29
Übrigens - das berühmte Bonanzarad, später, glaube ich, verboten, weil sehr gefährlich... Mein Bruder hatte so eins, natürlich in orange, zentnerschwer, mit Bananensattel, an dem lange Bänder flatterten, und diesem zweigeteilten Lenker. Ich konnte das Ding nie fahren!

Rolando
15.03.2000, 18:58
Hallo,
kennt eigentlich irgendjemand von Euch Kribbel Krabbel von Matell. Es gab dazu eine dickflüssige Masse (verschiedene Farben), die in Formen (vorzugsweise Insekten, Bauteile für Drachen usw.) gegossen und dann in einem kleinen dazugehörenden Ofen gebrannt wurde. Das war für mich damals der absolute Hit. Es ist dann irgendwie in der Versenkung verschwunden. War wahrscheinlich aus heutiger Sicht hochgiftig.

Rolando
15.03.2000, 18:58
Hallo,
kennt eigentlich irgendjemand von Euch Kribbel Krabbel von Matell. Es gab dazu eine dickflüssige Masse (verschiedene Farben), die in Formen (vorzugsweise Insekten, Bauteile für Drachen usw.) gegossen und dann in einem kleinen dazugehörenden Ofen gebrannt wurde. Das war für mich damals der absolute Hit. Es ist dann irgendwie in der Versenkung verschwunden. War wahrscheinlich aus heutiger Sicht hochgiftig.

Hanne Soya
16.03.2000, 07:31
Das kenne ich leider nicht und auch nicht 'Elektra', das redselig in faszinierender Weise beschrieben hat - mir gefaellt besonders der Hupton!
Ein Mastermind muesste ich auch noch irgendwo haben, und das Cover ist wirklich zum Schiessen! Sehr 007-maessig.
Reversi ist doch dasselbe wie Othello, nicht? Also runde Plaettchen, die auf der einen Seite (im Falle von Othello) weiss und auf der anderen schwarz sind. Das habe ich auch gern gespielt. Ich meine, ich habe es auch noch.
Und Malefiz war eines meiner Lieblingsspiele, aber das ist auch ein richtiger Klassiker, oder?
Monopoly konnte ich praktisch auswendig, so oft habe ich das gespielt - die Texte auf den Karten ('Du hast in einem Schoenheitswettbewerb gewonnen' - kicher!), die Preise der Strassen, ihre Mieten...
Ausserdem ist mir noch das MAD-Spiel eingefallen, dass ich als MAD-Leserin natuerlich haben musste. Kann mich aber an keine seiner Eigenschaften erinnern, da war das Heft eindeutig besser. Ausserdem hatte ich noch ein Brettspiel namens 'Zahltag', auch etwas mit vielen Bildern und Kaertchen und Feldchen, aber ausser an den Pleitegeier auf dem Karton faellt mir dazu nichts mehr ein.
Kinderpost habe ich wahnsinnig gern gespielt - ein frueher Hang zur Buerokratie? Alles abstempeln, Marken in irgendwelche Felder kleben und ueberhaupt hinter diesem 'Schalter' kauern fand ich grosse Klasse...

Peter Wuttke
16.03.2000, 14:11
Sehr geehrte Damen und Herren,
Malefiz, das spiele ich heute noch gelegentlich. Was könnte schöner sein, als hier den Spielverderber zu machen und alle Blockaden ganz gezielt direkt vor das Ziel zu bringen, nur damit die Mitspieler einfach nicht hineinkommen und doch irgendwann als Geschlagene zurück an den Start müssen.
Heute ist es allerdings nicht mehr so, daß die blauen Figuren die unbeliebtesten waren. Wer aber wollte schon als Kind diesen Kerl mit der Glatze vertreten?
Mit freundlichen Grüßen
Peter Wuttke

Firmian Maierhofer
16.03.2000, 14:25
Ja, Monopolypreise kannte ich auch alle. Von den Ereigniskarten hat man eh immer nur die ersten Worte gelesen und wußte schon, wie teuer, wohin etc. 'Gehe nicht über Los, ziehe nicht 4000 Mark ein'.
quote:[/SIZE]<HR>('Du hast in einem Schoenheitswettbewerb gewonnen' [/B][/QUOTE]
Um genau zu sein: Den 2. Platz! Wer den 1. gemacht hat, blieb immer offen! (außer wenn es nur 2 Spieler waren http://www.alles-bonanza.de/ubb/wink.gif).
Übrigens werden zwei Regelvarianten, die nicht im offiziellen Text stehen, von fast allen Leuten gespielt:
1. Wenn man direkt auf LOS landet, kriegt man 8000 Mark.
2. Strafen werden nicht (wie eigentlich vorgesehen) an die Bank gezahlt, sondern in den Topf, den man erhält, wenn man auf 'frei parken' landet.

Lilofee
17.03.2000, 13:58
Das wusste ich gar nicht, dass das keine 'echten' Regeln sind!
Wir spielten das natürlich auch so.
Übrigens war mir als Kind überhaupt nicht klar, was ich unter einer Karte wie 'Die Dividenden werden ausgeschüttet' etc. zu verstehen hatte, heute weiß das natürlich jedes Kind (Nur ich, ehrlich gesagt, habe es in letzter Konsequenz noch immer nicht kapiert! *g*)
Monopoly konnten wir tagelang spielen, aber ab dem Zeitpunkt, wo Häuser und Hotels dazukamen, wars langweiliger!
Obwohl ich ja nach wie vor finde, dass die orangen und die grünen Straßen (also Münchner str... und rathausplatz...) heilig waren und die Bahnhöfe!
Die lohnten sich vor allem am Anfang des Spiels mehr als die Schlossallee.
Ich verstand als Kind auch das mit der Hypothek nicht, drum ließen wir das auch immer weg.
Und wie war das mit den Hotels, der Preis für fünf Häuser wurde doch für ein Hotel gezahlt, oder?
Seltsam eigentlich der Gedanke, dass ich nie mit meinen Eltern Monopoly oder ein anderes Brettspiel (außer Klassiker aus der Spielesammlung) gespielt habe, wir haben uns alles selbst beigebracht und wohl mit älteren Kindern gespielt.

Firmian Maierhofer
17.03.2000, 14:19
...wobei ich schon als Kind völlig abartig fand (und es würde sicher auch den Straftatbestand des Wuchers und der sittenwidrigen Ausnützung der Notlage anderer verwirklichen), daß die Miete für ca. eine Minute im Hotel viel teurer war als das ganze Hotel gekostet hat!
Ja, die Kinder spielen statt mit den Hypotheken lieber mit der Möglichkeit unbegrenzter Bankschulden. Das ist natürlich a) unrealistisch und b) ist die Originalregelung viel gemeiner: Erst muß man die mühsam zusammengesparten Häuser zum halben Kaufpreis zurückgeben, und dann erst (!) konnte man eine Hypothek aufnehmen. Wobei das gemeine ist: Auch die Schloßallee ist gratis, wenn 'ne Hypothek drauf ist!
Das beste, was einem ab Erbauung der ersten Häuser passieren kann, ist sowieso, wenn man in den Knast kommt! Und dann drei Runden lang möglichst keinen Pasch würfeln!

Patty
17.03.2000, 19:38
Hallo!
Meine Freundin besaß auch eine 'Negerpuppe'.
Es war eine sogenannte Schlenkerpuppe mit irrsinnig langen Gliedmaßen, die den schönen Namen 'BIMBO' trug...

redselig
17.03.2000, 19:42
A propos Würfeln: Kniffel hat man doch auch bis zum Wahnsinn gespielt, oder kam das erst in den 80ern auf? Diese kleinen Blöckchen, auf denen man seine Würfelergebnisse eintragen musste (full house, große Straße, kleine Straße etc.)?

Peter Wuttke
17.03.2000, 20:12
Sehr geehrte Damen und Herren,
Kniffeln - richtig. Es gab nicht nur einen Block und fünf Würfel sowie einen Würfelbecher. Nein, es gab auch Kugelschreiber. In orange.
Mit freundlichen Grüßen
Peter Wuttke

Lilofee
17.03.2000, 21:16
Das Furchtbare am Kniffel war ja, dass man, wenn man irgendwas nicht erreicht hatte, ein Feld streichen musste. Nun strich man da meistens den 'Kniffel', obwohl der 50 Punkte brachte, einfach aus dem Grund, weil der am schwersten zu erreichen war.
Nach dem Streichen kam er natürlich garantiert, womöglich gleich zweimal. das ist mir (Murphys Law &lt;-auch so eine Siebzger Sache, das) mindestens 10 mal passiert. Dann konnte man ihn natürlich nur noch als Viererpasch verbuchen. (Der auch schwierig zu erreichen war.)
Mir war immer wichtig, in der oberen Hälfte auf den Bonus zu kommen, der brachte auch noch mal 35 Punkte.
Wir haben übrigens als Kinder die Bögen dann selbst gemalt, weil unser Kniffelblock aus war, oder mit Bleistift reingeschrieben und ausradiert.
Ja, wir warn noch Kinder der sparsamen Kriegsgeneration!!*g*
Daher wohl auch der Hang zu kostenlosen Spielen, Schiffeversenken, Stadt Land, Tante Frieda sitzt in der Badewanne z.B. und Kartenspielen, die wir ewig spielten. Ich bin heute noch eine begeisterte Kartenspielerin und dank meiner frühkindlichen Kenntnisse recht gut im (da im Süden der Republik beheimatet)Watten und Schafkopfen.

redselig
17.03.2000, 21:53
Also, den Kniffel zu streichen, wo er doch dann garantiert gekommen wäre, habe ich, glaube ich, nie fertiggebracht. Aber dass man diese ungemein kostbaren Bögen mit aller Gewalt gespart hat, ist mir auch noch erinnerlich. Wahrscheinlich liegt der halbe Block noch bei meinen Eltern, weil wir ihn prophylaktisch nie aufgebraucht haben, sondern die von Lilofee beschriebenen Sparmaßnahmen anwandten.

Bluejack
17.03.2000, 22:40
Und dann gabâs doch noch die Tonka-Autos. Wahrscheinlich das stabilste Spielzeug der Welt. Mich hat es immer ungemein beeindruckt, wenn in der Fernsehwerbung ein Elefant seinen Fuß darauf setzte·
Ich habâs dann allerdings doch irgendwann geknackt.


------------------
Viele Grüße! BJ.

redselig
18.03.2000, 19:04
Tja, mit dem Tonka-Bagger einmal eine abschüssige Ausfahrt runterrasen und in ein eisernes Gartentor knallen, und er sieht aus, als wäre er dem Elefanten wirklich begegnet! - Aber eigentlich wollte ich noch von spartanischeren Freuden unserer Kindheit sprechen. Mein kleiner Bruder fand es z. B. ungemein lustig, Luftballons unter den Deckel unser aufklappbaren Bank zu klemmen und sich dann mit Wucht draufzusetzen. Diesem Zerstörungswerk konnte ich nur Einhalt gebieten, indem ich die Schnüre der gasgefüllten Ballons so kurz abschnitt, dass er sie nicht erreichen konnte, aber die luftgefüllten hatten immer nur eine sehr kurze Lebensdauer.
Und sehr beliebt war das Spiel mit den sogenannten Korkmännchen (unser Großvater war ein begeisterter Weintrinker und sorgte immer für reichlich Nachschub): Korken bekamen Gesichter aufgemalt und Haare und Kleider aus Omas Restetüte angeklebt, und dann durften sie ein eigenes Leben führen, z. B. Trampolinspringen auf den ziehharmonikaartigen Polsterungen von Tablettenröhrchendeckeln (puh, was für Wörter, aber ihr wisst hoffentlich, was ich meine).

redselig
18.03.2000, 19:19
Auch Johnny muss ich noch ein Denkmal setzen, wenn er auch vermutlich aus den 60ern stammt und mir von älteren Vettern in recht ramponiertem Zustand überlassen wurde. Das war ein Schaukelpferd, vielmehr ein Pferd auf Rädern, das aber auch in eine auf- und abwiegende Bewegung versetzt werden konnte, so dass sein armer Bauch zeitweise den Boden berührte. Er hatte braunes Plüschfell, aber eine helle, echte Mähne (im Original sicher auch einen Schweif, aber der war bei Johnny, genau wie ein Ohr, schon verlorengegangen). Vorne konnte man in seinen Hals hineingreifen und sein Draht- und Schaumstoffinnenleben betasten, woraufhin man immer das Problem hatte, das Schmieröl wieder von seinen Fingern abzukriegen. Oben ragte aus dem Hals eine Lenkstange, aus dem Widerrist ein Griff, mit dem man den Seilzug der Bremse betätigen konnte, und ein abnehmbarer roter Sattel mit verstellbaren Steigbügeln gehörte auch zu diesem herrlichen Tier. Neulich hab ich so eins im Laden der Aufbaugilde gesehen, aber blutenden Herzens dort gelassen...
(Beitrag wurde von redselig am 19.03.2000 um 03:22 Uhr bearbeitet.)

Hanne Soya
21.03.2000, 09:56
Dabei faellt mir dieser Vogel ein, der einen ziemlich langen Filzschnabel hatte. Wenn man ihm etwas Schwung gab, beugte er sich vor und tauchte seinen Schnabel in eine blaue Fluessigkeit, die in einer Art Reagenzglas vor ihm stand. Der Schnabel saugte sich mit der Fluessigkeit voll, der Vogel wurde also schwerer und schaukelte nun von allein hin und her. Ich meine, der Vogel war rot und trug einen Hut. Genau kann ich mich nicht erinnern, da ich nie einen bekommen habe. So gesehen war das Teil nicht unbedingt ein Spielzeug, sondern gehoerte mehr in die Kategorie Wackeldackel.

frida
21.03.2000, 12:23
Monopoly hat nie seinen reiz verloren, zur zeit bei mir ein dauerndes deja vu , beim spiel mit dem eigenen nachwuchs, es ist unglaublich das sich das streitpotential nie ändert und auch die anlässe immer wiederkehren. mein opa der früher immer herhalten musste zum mitspielen war immer übrigens kurz vorm infarkt, meine mutter weigerte sich strikt mit uns kindern so ein blödes spiel zu spielen. in den mitte bis endsiebzigern war es ja durchaus verpönt so ein kapitalistisches spiel w. monop. zu spielen, wenn dann nur heimlich in ausgesuchter runde.
ein nachfolger in den frühen 70 ern war übrigens karriere , hier musste man verschiedene berufslaufbahnen einschlagen und ruhm, glück oder geld erhaschen. dann kam in unserer familie öl für uns alle auf. na erstmal schluß frida

Harald Leinweber
21.03.2000, 14:41
Guten Tag!
Ich hatte so einen Vogel. Der war toll!
Der trank aber nicht von dem Wasser in dem Glas, das sah nur so aus.
Tatsächlich kühlte er durch das Eintauchen seines Schnabels eine Flüssigkeit (Äther oder so?), die ihm durch die Erwärmung der Luft in seinem Inneren durch eine Röhre zu Kopfe stieg.
Dadurch wurde der Kopf schwerer, bis der Vogel seinen Schnabel irgendwann in das Wasser tauchte, die Flüssigkeit abkühlte und wieder in seinen Bauch lief und das Spiel von vorne begann.
Fast ein Perpetuum Mobile - aber eben nur fast.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber

Jimmy Jazz
21.03.2000, 15:21
Ist hier schon mal das berühmte TIP KICK erwähnt worden? Nein!
Ein absolutes muss war für uns das Tip Kick spielen. War kein Freund zum Tip Kick spielen da, ging ich in die Bücherei und holte mir ein Europapokal Jahresbuch und spielte die jeweiligen Europapokale aus. Ich schrieb die Mannschaften auf kleine Zettel und loste die Partien aus. Da ich mir immer absolute 'Objektivität' vorsagte, kam es, dass auch Mannschaften wie 'Bohemias Belfast' den Europapokal der Landesmeister (so hieß das damals) gewann. Meistens gewann natürlich eine Mannschaft 'meiner' Wahl.
Übrigens habe ich heute noch ein TIP KICK, nur so am Rande.
Letztens entdeckte ich in einem Spielzeugladen TIP KICKFIGUREN mit verschieden Trikots von europäischen Spitzenmannschaften. Musste mir gleich ein paar zulegen.
Grüße
Jimmy Jazz
Wie geht es weiter?

Peter Wuttke
21.03.2000, 20:49
Sehr geehrte Damen und Herren,
meine Brüder und ich spielten immer die Fußball-WM-Paarungen nach. Es galt, multitaskingfähig zu sein. Ball und Gegner wollten beherrscht werden (so das Ergebnis im WM-Buch das vorsah), ein Kommentator mußte nachgemacht werden, und schließlich war darauf zu achten, daß der Garten nicht zu viel Schaden nahm. Ein geflügeltes Wort ist im Familienkreis noch heute der Warnruf meiner Großmutter: 'Paßt mir auf die Kaiserkrone auf!' Nicht, daß sie Gefallen an unseren Imitationen gefunden hätte und sich nach einer Ehrung Beckenbauers sehnte - nein, eine Blume war in Gefahr. Immer dann, wenn es Freistöße von Revelino oder Bonhoff nachzumachen galt. Was hatte diese Blume eigentlich hinter dem Tor zu suchen?
Mit freundlichen Grüßen
Peter Wuttke

Hanne Soya
22.03.2000, 04:38
Lieber Harald Leinweber,
danke fuer die Vogel-Erklaerung! Und Neid, Neid, Neid, so einen haette ich ja auch gern gehabt :-)

Teresa
23.03.2000, 15:28
Wahnsinn, ich war ja viel zu lange nicht mehr in diesem Thread!
Reversi und Mastermind habe und spiele ich heute noch (letzteres auch in der beschriebenen Reiseversion). Und Kniffel habe ich mit einer Freundin bis zum Abwinken gespielt (allerdings erst in den 80ern). Das 'Original'-Spiel hatte ich nie, sondern halt einen Würfelbecher mit fünf Würfeln und die selbstgeschriebenen und tausendfach kopierten Ergebniszettel. Ich sage nur: Kniffel schweren Herzens gestrichen und dann einen Einser-Kniffel als Viererpasch eintragen! Das Leben bietet kaum schlimmere Überraschungen!
Ach, Kinners, ist das schön! Lasst uns einen großen Spieletreff veranstalten... http://www.alles-bonanza.de/ubb/wink.gif

Harald Leinweber
23.03.2000, 20:06
Guten Tag!
Ein Gestell, in dem an je zwei Fäden eine Reihe von Kugeln hängen.
Fasst man die erste an und lässt sie gegen die zweite prallen, pflanzt sich der Stoss durch die Kugel-Reihe fort - und die letzte in der Reihe schwingt nach aussen, prallt dann beim Rückschwung gegen die vorletzte und sofort.
Die Packung behauptete, da würde das Gesetz 'actio = reactio' bewiesen, aber stimmt das auch?
Geht es hier nicht mehr um die Erhaltung der Energie?
Jedenfalls war das ein tolles Spielzeug, bis die Plastik-Schlaufen, in denen die Kugel hingen, den Geist aufgaben.
Und dann hatte ich auch noch eine Lichtmühle (wo ist die eigentlich geblieben?): Ein luftleerer kugelförmiger Glaskolben, darin auf einer Nadel als Achslager ein vierblättriges Rad, dessen Schaufeln auf einer Seite schwarz und auf der anderen silber waren.
Bei Lichteinfall dreht sich das Ding unentwegt.
So werden junge Menschen auf Solarenergie angefixt!
Und wer hat das Kartenspiel '1000 Kilometer' gespielt?
Oder 'Öl für uns alle' (!), 'Auktion' oder 'World Wildlife' (da mussten Tiere für Zoos gekauft werden)? Mein Bruder hat jedenfalls immer gewonnen - sagt mir meine Erinnerung.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber

Agathe
24.03.2000, 04:18
Was ist eigentlich mit der Carrerabahn? Gehört die nicht auch in diese Ära? Jedenfalls haben die Jungs mich da bestenfalls mal zugucken lassen. Es gab so einen ganz bestimmten Typ von Besitzer, und wenn er mal großzügig jemanden mitspielen ließ, kriegte der immer das miesere Auto und die schlechtere Startposition.
Dieses Wildlife-Spiel hatten wir auch. Rückblickend ganz schön politisch-unkorrekt: Man reiste durch die Welt und jagte sich gegenseitig die Tiere ab, je aussterbensbedrohter desto besser für den heimischen Zoo. Am teuersten war der Komodo-Waran, davon gabs nur zwei, und sie kosteten, glaube ich, 10 000 Mark. Wahnsinn!
Diese trinkenden Vöglein erinnern mich an die Glasteufelchen. Kennt die jemand? Man setzte sie in eine wassergefüllte Flasche mit Gummikappe, und wenn man auf die Gummikappe drückte, kreiselten und tanzten sie - das hatte was mit dem Wasserdruck zu tun.
Übrigens: Plastikant! Ha! Wunderbares Gefühl, wenn man die blauen Gerüste fertig hatte und dann die roten und gelben Plättchen mit einem satten Geräusch in die Zwischenräume plöppen ließ!
Und dann waren da noch diese Gummibälle, die aussahen wie überdimensionierte Glasmurmeln und so herrlich weit dopsten, daß sie verheerende Schäden in deutschen Wohnungseinrichtungen hinterließen (jedenfalls bei uns). Wochenlang habe ich mein Taschengeld für einen gespart.
Und in welche Ära gehören die Plastik-Cowboys und -Indianer, die über passende Plastikpferde verfügten und denen man immerhin Hüte respektive Stirnbänder abnehmen konnte?
Wenn ich nicht so-fort aufhöre, finde ich wohl gar kein Ende mehr...

Tete
24.03.2000, 14:22
meiner meinung nach ist noch nie erwähnt worden:
Eeval Kneeval (schreibweise ohne garantie)
benannt nach dem (reallife) halsbrecherischen motorradfahrer aus amiland. zwar hatte ich diese figur nie (neidfaktor 10 von 10 auf meinen kumpel Olli), aber beeindruckt hat mich das ding allemal. meist funktionierte es nicht, aber wenn, dann machte das motorrad einen gewaltigen satz, bevorzugt in nicht erlaubte richtungen, wie fenster, tv, vasen etc. habe es aber auch nie mehr gesehen (flohmärkte o. ä.)

Konstantin Opel
24.03.2000, 15:31
Verspäteter Nachtrag: Das High-Tech-Lexikon von 'Ravensburger' hieß 'Elexikon', jedenfalls jene Version, die bis heute in einem Schrank der elterlichen Wohnung lagert (ungebraucht seit ca. 1978). Gab es auch ein 'Electra', oder istr vom gleichen Spiel die Rede?

redselig
24.03.2000, 17:29
Diese Kugelreihe an den dünnen Kunststofffäden gab es bei uns auch, aber die galt nicht als Spielzeug, und man durfte sie nur unter Aufsicht benutzen (trotzdem waren die Fäden dann immer wieder verheddert). Deshalb steht sie auch heute noch unversehrt bei meinen Eltern im Regal, genau wie dieser durchsichtige Plastikwürfel, in den man sechs quadratische Fotos reinschieben konnte...

redselig
24.03.2000, 17:53
Wichtig waren auch die kleinen Einwegsägen, die damals eine Mark kosteten. Man konnte damit z. B. die Einfassung des Sandkastens ansägen. Zu diesem Sandkasten gehörten natürlich Förmchen - unter denen sich immer Kellerasseln sammelten, wenn man sie über Nacht umgekehrt auf einem rauhen Stein stehen ließ -, Sieb - unter dem man bedauernswerte Regenwürmer einsperren konnte - und Schäufelchen, die entweder abbrachen oder verrosteten. Und gibt es eigentlich noch diese Autofähren aus purem Plastik, auf die verschiedene Fahrzeuge draufgesteckt waren? Die fand ich immer viel faszinierender als die pädagogisch korrekte Holzeisenbahn und diese Holzfahrzeuge, in deren vorgebohrte Löcher man bunte Männchen mit dem Charme von Halmafiguren setzen konnte. Eines war wenigstens erkennbar, weil es nur einen halben Kopf hatte; es hieß 'Frau Häberle'.

Peter Wuttke
25.03.2000, 02:47
Guten Abend Agathe,
Du brachtest die Cowboys und Indianer aus Plastik wieder ins Spiel.
Bei uns hieß die beliebteste Spielfigur 'Cowboy Jim'. Nach einer Zeichentrick-Vorabendserie mit namensgleichem Helden. Nach meiner Erinnerung gab es zwei Sorten diese Figuren. Die einen waren 'aus einem Guß', die anderen waren 'zergliedert'. Man konnte sie mit Kopfschmuck ausrüsten und sie auf Plastikständerchen stellen. Das Beste aber: Ganze Rümpfe ließen sich verpflanzen.
In ein wohlausgerüstetes Kinderzimmer gehörten nicht nur diese Westmänner und Rothäute, es gehörte auch das legendäre 'Fort Laramie' dazu. Vollplastik. Braun. Wachtürme. Palisaden, ein wehrhaftes Tor und ein Saloon. Stundenlang wurden Winnetou oder Lederstrumpf-Episoden nachgespielt oder erfunden. Manchmal versteckten sich die Angreifer so gut, daß man diese Figuren nach Tagen erst hinter irgendwelchen Schachteln fand.
Die großen Brüder der kleinen Flummis, von denen Du gesprochen hast, waren übrigens die Hüpfbälle. (Einige halten sich heute noch artverwandte Kugeln, angeblich, weil's der Haltung dienlich ist.) Es galt, sich an zwei 'Hörnern' dieses Hüpfballs festzukrallen und durch die Wohnung zu hopsen. Achtung aber, wenn die Vitrine mit den Gläsern in der Nähe war. Erdbeben waren nichts dagegen.
Mit freundlichen Grüßen
Peter Wuttke
(Beitrag wurde von Peter Wuttke am 25.03.2000 um 01:50 Uhr bearbeitet.)

Sabine
25.03.2000, 14:24
Ich hatte auch solch einen roten Hüpfball, mit dem ich immer durch unser großen Wohnzimmer gehopst bin.
Viel mehr geliebt habe ich jedoch meinen Kaufladen, den ich mit zwei Jahren geschenkt bekommen habe. Darin waren kleinen Waschpulverpäckchen von Omo und Perwoll, Maggi-Fläschchen, Lux-Seifen, Dr.Oetker-Backmischung, Mehl- und Zucker-Päckchen - alles 'echte' Marken im Mini-Format. Mit dem Kaufladen habe ich noch Jahre später gespielt.

redselig
25.03.2000, 16:21
Da fällt mir ein: das Dachgeschoss meines Puppenhauses, das aus den 70ern stammt - der Rest war älter -, ist mit einer der Tapeten ausgeklebt, die Snorkfraeulein vermisst. Wir hatten damals diese orangenen und gelben Ranken im Flur und dazu einen spinatgrünen Teppich. Auch die Kinderzimmermöbel in besagtem Puppenhaus sind stilecht abwaschbar und orange. Einen Kaufladen aus reinem Plastik hatte ich auch, doch war die Rückwand so wackelig, dass immer alle Schubladen und die ganzen Perwoll- und Maggisächelchen in den Verkaufsraum kippten. Benutzbarer war da der alte Kaufladen meines Großvaters, den wir barbarischerweise in dieser Zeit giftgrün angestrichen haben. Hätte ich damals schon lesen können, hätte ich mich sicher über die Schubladenaufschriften wie 'Johannisbrod' gewundert, aber einen Sinn für diese Antiquität bekam ich eben erst später.

Weisse Riesin
25.03.2000, 18:42
Ich besass auch eine 'Negerpuppe'. Angeblich soll ich beim Krippenspiel im Kindergarten zu Weihnachten als Maria darauf bestanden haben, dass diese Puppe das Jesusukind darstellt. Meine Kindergärtnerin habe ich genervt, indem ich sie fragte, woher sie denn wisse, dass Jesus nicht schwarz war...
Gab es nicht auch diese Monchichis, die völlig hässlich waren, aber von denen man unbedingt eins besitzen wollte, oder waren das schon die 80er?

Hanne Soya
27.03.2000, 11:35
Zu Monchichis, die ich auch immer doof und haesslich fand, gibt es noch einen eigenen Thread.
Ansonsten ist mir noch so ein Beispiel fuer die Wunder physikalischer Gesetzmaessigkeiten (Vorsicht, Hanne, Glatteiiiiiis - habe keine Ahnung von Physik!) eingefallen: Metallschnipsel oder
-kuegelchen auf einer magnetischen Flaeche, die durch die Anziehungskraft aneinander haften, die man also beliebig verformen bzw. aneinanderpappen kann. Auch huebsch.
Und natuerlich, was es laengst wieder gibt, eigentlich aber kein Spielzeug ist (oder doch?!), die Lavalampen... - und jene Lampen, die aus lauter Plastik(?)faeden bestehen, deren Enden bei Beruehrung (Mutige vor, ich fuerchtete immer, einen Schlag zu kriegen) oder ueberhaupt gluehen. Ich habe im Lichthaus Bech in Hamburg Altona voller Faszination vor diesen Dingern gestanden, waehrend meine Mutter Gluehbirnen kaufte... Damals schwor ich mir, mir irgendwann eine rote Lavalampe zu kaufen.

redselig
27.03.2000, 16:28
@ Hanne: Diese Metallplättchen auf Magneten, mit denen man wirklich schön spielen kann, sind, glaube ich, erst später aufgekommen. Beliebt waren in meiner Kindheit auch magnetische Marienkäfer, die man mittels eines zweiten Magneten über die Tischdecke wandern lassen konnte, und die Tierpärchen, die Magneten im Bauch hatten und sich, je nachdem, wie man sie polte, entweder immer die Schnauzen oder die Hinterteile zuwandten. Ich besaß z. B. einen schwarzen und einen weißen Riesenschnauzer, wie mir bei der Gelegenheit wieder einfällt.
Ganz hinreißend fand ich auch diese balancierenden Kunstwerke, die ich bei meinen Großeltern vorfand: eine Tänzerin mit halbkreisförmiger Balancierstange mit Gewichten an den Enden und einen Papagei auf einer Stange, der nach dem gleichen Prinzip funktionierte. Das waren uralte 'Nebenprodukte' aus Daimlers Werkhallen, wie ich annehme. Später aber (in den 70ern oder 80ern?) kam diese Idee wieder auf, und alle Welt kaufte sich diese silbern glänzenden, ziemlich abstrahierten Gebilde, die lange nicht so schön waren...

Harald Leinweber
28.03.2000, 02:29
Guten Tag!
Lava-Lampen sind, fürchte ich, ausgesprochen Sixties.
Aber die Plexiglas-Lichtleiter-Lampen, das sind die 70er. Keine Angst, Hanne, keine Stromschlag-Gefahr: Im Fuss der Lampe, der auch meist recht massiv ist, befindet sich eine Lampe, je nachdem noch eine rotierende Scheibe mit mehreren transparenten Farben, damit die Farbe des Lichts beständig changiert.
Die vielen feinen Plexiglas-Fäden leiten nur das Licht von einem Ende zum anderen, weil es durch die Wände nicht raus kann - Strom fliesst da nicht.
Gerade am Samstag war ich bei der Geburtstagsfete einer Freundin, wo es nicht nur eine Lava-Lampe, sondern auch so ein Ding (manchmal auch 'UFO-Lampe' genannt).
Plötzlich war ich 30 Jahre jünger.
Einen solchen Magnet-Marienkäfer hatte ich auch. Vielleicht sogar solche Hunde, aber da trübt sich meine Erinnerung.
Und dann gab es noch Lauf-Tiere aus Plastik mit vier beweglichen Beinen, die an einem langen Faden befestigt waren, an dessen Ende ein Gewicht war. Die Tiere wurden auf die Tischplatte gestellt, das Gewicht zog an ihnen, und prompt marschierten sie Richtung Tischkante - fielen aber - glaube ich - nicht runter (wohl ein schlechter Winkel, wenn sie ganz nah an der Kante sind).
Was Cowboys, Indianer, Kavallerie und Ritter betraf: Das waren die Truppen meines Bruders, mit denen er regelmässig Invasionen in mein Zimmer durchführte - kaum war ich mal ein paar Stunden nicht da, fand ich bei der Rückkehr mein Zimmer von diesen multiethnischen Streitkräften besetzt.
Da wurde dann ein Ultimatum gesetzt, und dann mit der Vernichtung der Besatzer gedroht. Aber die zogen sich dann vorher zurück.
Übrigens ging damals das Gerücht, die Figuren würden von Knackis bemalt.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber

(Beitrag wurde von Harald Leinweber am 28.03.2000 um 00:45 Uhr bearbeitet.)

Hanne Soya
28.03.2000, 11:06
Tjaaa, da habe ich mich wohl hier und da mal wieder ein wenig in den Jahren vergriffen. Aber Hauptsache: Ich hatte auch so einen magnetischen Marienkaefer, d.h., ich glaube, der schwirrt noch irgendwo in meiner Schatzkiste herum. Eine lange Zeit sass er auf meiner Puppenkasse, die genauso rot war wie der Kaefer und irgendwo offensichtlich Metall sitzen hatte. Machte sich gut, das.
Bei Riesenschnauzern denke ich nun wieder gleich an Loriot an der Opernkasse ('Drei Erwachsene und ein Riesenschnauzer!') :-)
Und die Tiere mit dem Band, die ueber die Tischkante liefen. Und solche auf einem Podest, die in sich zusammensackten, wenn man von unten gegen das Podest drueckte. Ihre Glieder waren auf Faeden gezogen, und die Faeden entspannten sich durch den Druck auf das Podest. Gerade neulich sah ich einen kleinen Jungen im Bus, der so ein Teil bei McDonald's erworben hatte. Neuauflage? Oder waren die Dinger nie weg vom Fenster?

fnagel
28.03.2000, 16:12
Filzstifte / Goldfaber / Roulette
Filzstifte, vielleicht erschienen sie schon Ende der Sechziger? Es gab sie zuerst nur in sechs Grundfarben, sie waren aus Japan und ziemlich teuer, daher: 'Nur für die Schule, nicht für nur so!'
Später waren sie billiger und in vielen Farben. Mein Cousin, meine Schwester und ich waren Weltraum-Fans und zeichneten unsere eigenen SF-Comics. Aber dafür bewährten sich die Filzstifte nicht besonders, weil sie zu sehr ins Papier einsaugten. Daher bevorzugten wir weiterhin Bleistift und Goldfaber.
Wir hatten eine Roulette, und da uns die beiliegenden Spielgeldscheine nicht ausreichten, um wirklich ernsthaft damit zu spielen, malten wir uns mit den Filzstiften eigene Scheine mit vielen Nullen, ich glaube bis in den Bereich Hunderttausender.

redselig
28.03.2000, 20:58
Ja, die quietschenden, intensiv riechenden Filzstifte, die immer viel zu schnell ausgetrocknet waren! Meine Blockflöte hatte jahrelang bunte Schatten um die Löcher, weil ich das Zeug dauernd an den Fingern hatte. Unter den Nägeln sammelte sich stattdessen Knetgummi, der seltsamerweise immer eine blaue Farbe annahm, wenn man die einzelnen Stangen ineinander verarbeitet hatte, was natürlich schnell geschehen war.

krissi
29.03.2000, 01:57
sehr pädagogisch was auch Buchstabensalat, das mussten wir immer mit den Kindern einer mit meinen Eltern befreundeten Familie spielen. Und natürlich Memory, ind den ausgehenden 60 igern und Anfang der 70 iger noch relativ neu, bzw. pädagogisch wertvoll.
Da wurden wir dann ins Kinderzimmer 'gesperrt' und mussten spielen, komme was da wolle. Die Erziehung war ja auch noch ein bisschen anders...

frida
29.03.2000, 11:25
Krissi, das hieß Buchstabensuppe, hab ich vor kurzem auf dem flohmarkt geshen und konnte mich gerade noch beherschen das zu erstehen. Kam memory nicht später ?????

Eyck
29.03.2000, 12:24
Nein, Memory ist noch älter als die 70er. Ich war Mitte der 60er Familienchampion, was zur Folge hatte, daß keiner mit mir spielen wollte. Und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Skippy
29.03.2000, 20:39
Hallo!
Ich erinnere mich noch allzu gern an meine Sammlung von Matchbox-Autos. Und den neidvollen Blick auf den Nachbarsjungen, der einen Matchbox-Koffer, blau mit gelben Gittereinsätzen sein Eigen nannte in dem er seine Autos 'kratzfrei' transportieren konnte. Meine waren immer in einem alten Schuhkarton und übereinander gestapelt und natürlich zerkratzt. Außer einem das mir nie so recht gefallen hat, aber durch seine absonderliche Form doch einen Ehrenplatz er- und gehalten hat. Das war ein metallicroter Jaguar E-Type jedoch mit einem runden Glasdach, das ihn zu einer Art UFO machte, häßlich aber noch heute eine bemerkenswerte Erscheinung.
Und dann noch das alte zerkratzte und überlakierte Gorky-Toys Modell eines Land Rover PickUp mit hellblauer Blechplane. Das Auto durch meinen Bruder 'zebralackiert'. (Heute fahre ich deshalb tatsächlich einen!)
Und dann noch der kleine VW-Käfer von Schuco komplett aus Blei(?) gegossen, nur ca. 3-4cm lang aber wirklich schwer mit 5mm großen Rädchen auf denen echte Vollgummireifen (später habe ich mir andere Modelle nur zur Nachbereifung dazugekauft!) aufgezogen sind. Nachdem seine dunkelrote Farbe mit den silbernen Scheiben ab war, denn er war ständiger Begleiter in der Hosentasche wurde er kurzerhand mit einem Holzschaber von der restlichen Farbe befreit und mit den Farbresten der Revellmodelle umlackiert. Dieses Kleinod findet sich auch heute noch in meinem Schreibtisch.
War der Rubiks-Cube jetzt Ende der Siebziger oder Anfang der Achtziger? Den haben wir wegen der Geschichtslehrerin jedenfalls nach dem Zerlegen mit Schmirgelpapier innen 'runder' gestaltet und mit Hautcreme gefettet, damit er nicht mehr so knarzt und noch schneller lief. Wer dabei jedoch übertrieben hat, dem ist er dann bei unvorsichtigem Hantieren ständig 'auseinandergeflutscht'. Auch hier trage ich die damals im Spiegel veröffentlichte Lösung aus reiner Sentimentalität noch heute im Portemonnaie mit mir rum... ;-)

anko
29.03.2000, 20:48
da dieses thema bereits ueber 100 KB hat, schliesse ich es mal - und starte es gleich als 'Spielzeug II -&gt; hier gehts weiter' wieder.
danke fuer das verstaendnis, der moderator
so long, anko