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Vollständige Version anzeigen : Garage, Partykeller und Blues


Laila West
14.03.2000, 23:17
Wie könnte ich meine erste Party, die in einer ausgeräumten Garage stattfand, bisher vergessen. 10cc, 'I'm not in love' oder Chigago mit 'If you leave me now'. Dazu erst beschämt in der Ecke stehen, um dann noch beschämter Blues zu tanzen. Aber nicht eng, sondern den sogenannten 'Bierkasten-Blues', praktisch am ausgestreckten Arm (ein Bierkasten würde dazwischen passen) langsam hin und her wackeln. Später dann mutiger werdend, doch etwas enger tanzen. 'The carpet crawler' von Genesis, und huch, iss ja schon 9 Uhr, ich muss nach Hause...

Lilofee
15.03.2000, 13:09
Ja, das warn noch Parties!
Zu meinem ersten Kuß, das war allerdings noch eher ein Bussi, bin ich auch auf so einer party gekommen, nämlich beim Flaschendrehn!
Das war bei uns damals ein absolut angesagtes Partyspiel!

Laila West
16.03.2000, 10:56
Puh, Flaschendrehen, wurde ab und an auch bei uns gespielt. Schreckliche Erinnerung!
Ich erinnere mich auch noch daran, dass 'Saturday night fever' gerade frisch raus kam und wir im Sportunterricht diesen Gruppentanz gelernt haben. Auf Party haben die Mädchen ihn dann nachgetanzt, während die Jungs peinlich berührt neben dem Kartoffelsalat standen.

Laila West
21.03.2000, 10:13
Na ja, auch wenn sich sonst keiner erinnern möchte. Dann bequatsche ich mich halt selber. Es gab auf diesen Partys nämlich noch einen super Tanz: den sogenannten Flohtanz. Dazu musste man sich nach vorne beugen und wie wahnsinnig den Kopf zu der Musik schütteln und die Haare schwingen. Das war super. Wenn einem schwindelig wurde, dann hatte man auch die Möglichkeit, sich hinzuknien und dort unten weiter zu schwingen, das war immerhin noch besser als umzukippen und sich da durch zu blamieren.

heute
22.03.2000, 00:35
Also, was meine Vor-Schreiberin 'Flohtanz' genannt hat, kenne ich auch noch gut. Wir nannten es aber 'Bodenwalzer'. Und besonders gut sah es natürlich mit langen Haaren aus. Deshalb taten mir die Jungen immer ein bißchen leid, wenn sie Bodenwalzer tanzten, weil es doch ohne herumwirbelnde Haare wenig Eindruck machte!

Tete
24.03.2000, 17:34
oh my ...
die ersten feten, was für erinnerungen. zunächst einmal die tatsache, daß sich irgendwann so gegen 8 uhr abends die eltern aller kinder einfanden, um ihre schützlinge abzuholen. die hatten aber nichts besseres zu tun, als plötzlich eine 1/2 stunde vorher festzustellen, daß engtanzen (bei uns: 'schieber') klasse kommt, nachdem man den ganzen nachmittag nichts besseres wußte als sich in zwei gruppen aufzuteilen (m/w) und sich nicht sonderlich, schon gar nicht tanzend, aufeinader zuzubewegen. so kam dann immer noch ein betteln von der einen seite (bitte bitte noch 'ne 1/2 stunde) und zweifelhafte blicke der eltern von der anderen seite ('sollen wir nicht mal nachsehen, was da so alles passiert?'). so erzählte es mir jedenfalls später meine mutter, die i. ü. sich - wenn auch still für sich - köstlich darüber amüsierte, wie die einzelnen erwachsenen auf gute miene zum bösen spiel machten und verlegen-gelangweilt an dem ihnen schon vor 1 stunde angebotenen drink o. ä. nippten.
aber mal zum eigentlichen geschehen: eine beliebte variante des flaschendrehens war das farbenküssen. dabei saßen alle wie beim fl.drehen im kreis. dann mußte ein junge zu einem mädchen gehen (o. umgekehrt), sich vor sie hinsetzen und systhematisch von weiß bis schwarz alle farben abfragen. jede farbe entsprach einer kußart (je dunkler, desto schärfer). und die kußart, bei der die befragte dann ja (und somit stop) sagte, wurde ausgeführt (m u ß t e ausgeführt werden). weiß = handkuß, hellblau = backenkuß, rot = kuß auf den mund... bis schließlich schwarz = 30 sek. aufeinander liegend und fummelnd sowie zungenküssend ;-) (was allerdings wohl nie vorkam). dann ging die 'beküßte' zu einem jungen usw. usf. ein ziemlich fieses spiel allerdings, weil im gegensatz zum fl.drehen nicht der zufall den/die nächste/n kandidaten/in bestimmte, sondern die person selbst. so wurden die häßlichen oder doofen kinder nie (oder nur 1x proforma) ausgewählt - kinder können ja so grausam sein...
übrigens nochmal zum headbangen, an eine spezielle variante erinnere ich mich noch: es bildete sich ein kreis mit einem (meist sehr beliebten) typ in der mitte, und die außenstehenden standen, während der in der mitte kniete, und seinen oberkörper mal nach vorne, mal nach hinten verlagerte, dabei aber natürlich nicht das headbangen vergaß. dann wechselte das szenario, und der kreis hockte sich hin, während der in der mitte aufstand usw. ein merkwürdiger ritus, der mit heute noch kopfschütteln ö;-) verursacht.
und noch als ergänzung: bei uns HATTEN die meisten jungs lange haare...

Antje
24.03.2000, 18:58
Ja, ja, der Bodenwalzer.
Dazu gab es natürlich noch ein Gerücht der Kategorie 'Spinne in der Yucca-Palme' (welches seinerseits damals aber ja noch nicht existierte), nämlich, dass irgendjemand den Bodenwalzer zu exzessiv betrieben habe und dann in der folgenden Nacht das Gehirn immens angeschwollen sei, woran der/diejenige dann auch prompt verstorben sei.
Das verlieh der Tätigkeit noch einen zusätzlichen Nervenkitzel...
Kennt noch jemand diese Geschichte (oder war sie letztendlich tatsächlich wahr???) ?

Tete
25.03.2000, 01:37
carpet crawler, i'm not in love, if you leave me now. dann noch lady in black, hiroshima *schmacht* (allerdings mit lästigem zwischenpart mit schneller gitarre), yellow brick road, man on the mars, sandy, how deep is your love (version bee gees), schließlich auch samba pa ti, whiter shade of pale und yesterday waren immer gerne genommen (obwohl ja nicht 70er).
gehen wir mal davon aus, daß bereits die enstscheidende hürde der bereitschaft des favorisierten mädchens genommen war, so kam es beim schieber darauf an, möglichst nahe an das mädel der träume heranzukommen (auch um vor den kumpels im nachhinein als toll eingestuft zu werden/bleiben), aber nicht zu nahe (damit sie eine eventuelle angespanntheit respektive erregung nicht wahrnehmen konnte). gar nicht so einfach (s. o. detaillierte beschreibung des 'bierkasten-blues'), das ganze konnte richtig in arbeit ausarten (vom adrenalinspiegel ganz zu schweigen) und sah zumeist dementsprechend dämlich aus - hat sich da eigentlich irgendwas geändert? ;-) jedenfalls wir jungs schworen drauf (und erinnern uns noch heute mit einem dicken schmunzeln), es war einfach das non plus ultra.
(Beitrag wurde von Tete am 25.03.2000 um 22:41 Uhr bearbeitet.)

Klicker-Klacker
14.08.2003, 00:37
Ursprünglich gepostet von Tete
carpet crawler, i'm not in love, if you leave me now. dann noch lady in black, hiroshima *schmacht* (allerdings mit lästigem zwischenpart mit schneller gitarre), yellow brick road, man on the mars, sandy, how deep is your love (version bee gees), schließlich auch samba pa ti, whiter shade of pale und yesterday waren immer gerne genommen (obwohl ja nicht 70er).

Oh ja... Damit gab es immer ordentlich Stehblues (nur ging da bei uns nicht mal mehr ein Bierdeckel dazwischen... LOL
Ach ja, bei uns im Ort waren es immer die berüchtigten Partykeller der Eltern, nur dann wurden die immer mit irgendwelchen Matratzen bestückt.
Hiroshima wurde in der Sonntags-Nachmittags-Teenie-Disco als Übergang von Blues zu Hardrock genommen. Luftgitarre /-baß und Headbangen... Und eigentlichen tanzten nur die Mädels damals so richtig miteinander. Also Fox oder Discofox, was für mich schon eher richtiges tanzen war... Damals...