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Vollständige Version anzeigen : Knorke, geil, cool, scharf . . .


anko
16.03.2000, 14:27
hallo!
was bislang noch in keinem eigenen thema beackert
wurde, sind die ausdruecke, die wir in unseren joungsterjahren
fuer besonders GUTE oder SCHLECHTE dinge mit vorliebe
verwendet haben.
ich hatte einmal bei erich kaestner ãknorkeä gelesen und
verwendete das manchmal, stiess damit aber auf pures
unverstaendnis (oesterreich).
als ich jetzt nach berlin kam, war des staunens endgueltig
kein ende: ãaus welchem jahrhundert bist du denn?ä
so long, anko

redselig
16.03.2000, 14:35
Da in den 70ern doch noch hauptsächlich meine Eltern über meinen Sprachschatz bestimmten, war der eher von früheren Jahrzehnten geprägt. 'Läppi' war im Kindergartenalter der Ausdruck für 'einfach, leicht', etwa auf Turnübungen wie das Überqueren des Kletterhäuschens zu beziehen. Ein Nachbarskind benutzte 'Bimbo' für 'Neger' (hm, hm, siehe die Negerkussrubrik), und dass man 'müssen' auch als Vollverb gebrauchen kann, lernte ich erst, als wir mal Besuch aus Rheinland-Pfalz hatten. Und es gab die Gegensätze 'in echt' und 'im Spiel'.
(Beitrag wurde von redselig am 16.03.2000 um 13:36 Uhr bearbeitet.)

Patty
16.03.2000, 21:34
Hallo!
Natürlich hatten wir ganz besondere Worte, höchste Begeisterung ließ sich am besten mit den Worten 'astrein' bzw.'astzart' ausdrücken(hab ich seit dieser Zeit nie mehr bewußt vernommen).
Und was ganz 'Böses' fällt mir auch noch ein:
Erinnert Ihr Euch noch an die Samstagabendproblemserie 'Unser Walter'?
Protagonist war der am Down-Syndrom erkrankte Walter Zabel, ab sofort hieß es nicht mehr 'Du Depp',sondern 'Du Zabel',man war auch nicht 'bescheuert', sondern 'zabelig'.Schlimm,schlimm...

Harald Leinweber
17.03.2000, 05:03
Guten Tag!
Ich bin ziemlich sicher, dass das Wort 'irre' in seiner heute geläufigen Bedeutung und Konnotation aus den 70ern stammt.
Vorher war 'irre' soviel wie 'geisteskrank'.
Vielleicht begann ja damit die Umwertung aller Werte.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber

walter behrendt
20.03.2000, 20:09
Alle Maedchen ab der Geschlechtsreife wurden als 'Frauen' bezeichnet, das war damals pc; Jungen dagegen waren 'Typen'. Letzterer Begriff konnte dafuer auch noch auf Vierzigjaehrige angewendet werden.
In fast jedem Satz tauchte irgendwo ein 'irgendwie' auf ('Du, das find ich irgendwie nicht gut, du').
Irgendwann in den 70ern muss es auch angefangen haben, dass man in 'weil'-Saetzen das Verb nicht mehr an den Schluss setzte. ('weil ich hab jetzt keine Zeit'). In den 60ern gab es das noch nicht.
Gegen Ende der 70er kam 'angesagt' (fuer 'modisch') auf.

walter behrendt
20.03.2000, 20:19
Ich sehe gerade: ich hab wohl das Thema verfehlt.
In Berlin jedenfalls sagten sie in den 70ern noch 'schau' fuer 'toll'. Von zu Hause kannte ich das nicht. 'Toll' ist ja auch sowas wie 'irre', ist aber wohl aelter. Auch 'dufte' duerfte wenigstens aus den 60ern stammen.

Hanne Soya
21.03.2000, 09:24
Seit Max Goldt es in einer seiner dramatischen Minitaturen brachte, ist der Satz 'Sagt man eigentlich noch 'knorke'?' fuer mich eine feststehende Wendung. Eigentlich galt doch 'knorke' als typisch berliner Ausdruck. Muss also dort schon laenger 'weg vom Fenster' sein.
Aber 'echt', 'in echt oder im Spiel' oder auch 'in echt oder in unecht?' ist mir auch noch sehr gelaeufig.
Und zu 'irre' passt noch der Ausruf 'Wahnsinn!'.
Viele Leute habe ich schon seit Jahrzehnten damit irritiert, dass ich auch jenseits kulinarischer Genuesse gern 'koestlich!' ausrufe, wenn mir etwas gefaellt oder amuesant erscheint.

Laila West
21.03.2000, 10:00
Knorke sagt man eigentlich nicht mehr. Eher krass oder fett.
Es gab aber auch so Mischungen wie astknorke statt astrein. Beliebt waren bei uns auch noch astschocke oder kurz astig und zwar gerne in Verbindung mit ej hömma.
Dufte ist mindestens schon aus den 20er Jahren. Kam aber dann wieder, manchmal auch als töffte oder toffte verkleidet.

Firmian Maierhofer
21.03.2000, 10:50
quote:[/SIZE]<HR>Alle Maedchen ab der Geschlechtsreife wurden als 'Frauen' bezeichnet, das war damals pc; [/B][/QUOTE]
Kann ich nicht bestätigen. Weibliche Personen von bis ca. 25 hießen (ok, das waren schon 80er, als wir uns für die interessierten http://www.alles-bonanza.de/ubb/wink.gif) 'Mädels'. Meine Mutter wollte mir nicht glauben, daß dieses Wort p.c. sei (natürlich sagte sie nicht p.c.), das erinnerte sie so an 'Bund deutscher Mädel'.
(Beitrag wurde von Firmian Maierhofer am 22.03.2000 um 10:01 Uhr bearbeitet.)

walter behrendt
22.03.2000, 00:40
Nee, auf den 'Frauen' fuer Maedchen ab etwa 14 beharre ich. Natuerlich rede ich von der linken Szene.
Ich weiss auch noch, wie das mit den 'Maedels' aufkam. Meiner Meinung nach eine maennliche Reaktion auf den Feminismus. Wurde auch empoert zurueckgewiesen. Feministinnen waren damals eigentlich alle Frauen in meinem Alter, die ich kannte.
Eine Szene war in einer Arbeitsgruppe an der Uni. Kennt jemand Kraft Wetzel? Der ist spaeter Filmkritiker und Journalist geworden. Der benutzte (muss so 1976 rum gewesen sein) den Ausdruck 'Maedels'. Ist ihm nicht gut bekommen.
Die Mutter hat Recht mit der Assoziation an den BdM. Der Ausdruck hat war Patriachalisches. Dass das spaeter normal wurde, ist eine andere Sache.
WB

walter behrendt
22.03.2000, 00:46
'Koestlich'. Wuerde mich auch irritieren. Oder: 'Ist ja ganz entzueckend!' Das sind aber spaetere Jahrzehnte.
'Koestlich' erinnert mich an den Loriot-Sketch, wo er an einer Festtafel sitzt und nichts zu essen kriegt. Die dicke Frau neben ihm sagt: 'Das sieht ja ganz koestlich aus!' und nimmt ihm das letzte Fleischstueck weg.
Loriot ist doch auch aus den 70ern, oder vertu ich mich da?

Hanne Soya
22.03.2000, 04:18
Loriot ist immer!!!! Aber diese TV-Sendungen sind in den 70ern entstanden.
An Loriot muss ich aber auch beim Ausdruck 'Maedels' denken. Opa Hoppenstedt als repraesentativer Waehler in der Sendung 'Der Waehler fragt, Politiker antworten': 'Und die Maedels, was ist mit den Maedels?!' - Moderatorin: 'Aeh, Herrn Hoppenstedt interessiert die Stellung der Frau in der Gesellschaft.' Opa Hoppenstedt: 'Maedels!'

Gala
22.03.2000, 06:22
...und wie waer's mit Dalli-Dalli?? Muesste doch auch aus den 70ern stammen. Findet bei mir bisweilen immer noch Verwendung im Sinne von ... na, dalli-dalli eben.

(aehm - merke gerade, dass ich das Thema des Strangs damit verfehlt habe. ...voellig zerknirscht...)

(Beitrag wurde von Gala am 22.03.2000 um 05:27 Uhr bearbeitet.)

Tete
24.03.2000, 15:40
@ anko
an mein erstes 'geil' kann ich mich noch genau zurückerinnern. war damals (78) in der 7. klasse mit meinem nachbarn aus der 8. an einem eisautomaten gestanden. nach dem einwurf von 1 mark (damals sehr viel für uns) hörte der automat einfach nicht auf zu rotieren, wodurch wir plötzlich eine nicht zu vertilgende anzahl von - ich glaube capri-eis *würg* - vor uns hatten. ich ließ das zauberwort fallen, worauf er mich oberklug fragte, ob ich denn überhaupt wisse, was es bedeutet. konnte es ihm beantworten und war natürlich stolz wie bolle (...), gerade in anbetracht meines nunmehr aufgefrischten renommées einem 8-klässler gegenüber...
@ anko II
'knorke' ist tatsächlich ein uralter berliner begriff. wer sich bei tucholsky, zille & konsorten auskennt, wird mehr darüber finden
@ walter behrendt
sorry, aber 'schau' ist definitiv kein ! berliner begriff, sondern vielmehr ein ostdeutsches wort für toll. natürlich wurde der auch in ost-berlin (von den 'pauken' = ddr-bürger, wie wir westberliner sie manchmal verächtlich nannten) verwendet, ist aber nie über die mauer gewandert.
unsere favoriten waren - so glaube ich - toll, klasse, irre, super, spitze, geil und (erst 80er?) cool.
klasse, toll und super waren dann allerdings bald ziemlich uncool :-)

calamity
25.03.2000, 00:20
an redselig:
'läppi' kenn ich nicht. Bei uns hiess das: 'Das ist ja bebileicht' bzw. einfach nur 'bebi'. Das es irgendwas mit Babys zu tun haben könnte, fiel einem natürlich erst in den 80ern auf.

Harald Leinweber
25.03.2000, 02:35
Guten Tag!
Auch wenn es heute extrem ungut kommt und wohl als vom Aussterben bedroht gelten darf: In den 70er wurde es üblich, etwas sehr schlechtes 'spasti' zu finden.
Tja, so war das damals.
Des weiteren sagt mein Wörterbuch der Teenager- und Twensprache, 'Steiler Zahn und Zickendraht' (1960, Hg. von der AG Zentralschaffe), dass 'schau' so viel wie 'grossartig, wirkungsvoll, schön' bedeute. 'Ein schaues Laufwerk (!)' etwa seien hübsche Beine. 'Schau' ist also definitiv nicht 70er.
'Cool' wiederum kommt mir ausgesprochen neunzigermässig vor.
Und was ist mit 'böse Falle'? Waren das noch die 70er oder die 80er oder bloss meine Freunde und ich?
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber
(Beitrag wurde von Harald Leinweber am 02.04.2000 um 20:22 Uhr bearbeitet.)

Harald Leinweber
25.03.2000, 02:38
Guten Tag!
Dabei muss das doch 'bärenleicht' heissen (die Bären nicken mit'm Kopf).
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber

Yoggi
25.03.2000, 04:45
An 'echt läppi' kann ich mich auch noch
erinnern, ebenso wie 'hopfig-leicht' - i.e.
'beebie-leicht'. Kann es sein, das diese Ausdrücke aufd den (Groß-)Raum Stuttgart beschränkt waren??
'Schau' hab' ich vor 3 Jahren zum 1. mal
gehört, muss aber ein 'Ossi'-Ausdruck sein:
wie: 'Urst (oder Ust) Schau, und zwar!' (meint: 'Super Klasse!' naja - zumindestsowas... ;-)' - 'und zwar' als
weitere Bestärkung.

Laila West
25.03.2000, 13:45
Schau ist mit ziemlicher Sicherheit ein Ausdruck aus den 50er Jahren, quasi eine Eindeutschung des amerikanischen to show in Folge einer aufkommenden Amerikabegeisterung. Wie das Wort in die DDR gewandert ist, weiß ich allerdings nicht.
Zum steilen Zahn fällt mir noch die dufte Biene ein und wenn etwas nicht spasti war, konnte es auch mongo sein.
Böse Falle kenne ich auch und glaube, dass es eher 80er Jahre ist.
Auch cool habe ich bisher immer in die 70er/ 80er Jahre gepackt, im Zusammenhang mit Rap, Hiphop und so.

redselig
25.03.2000, 16:28
Ich kenne 'hopfenleicht' und nehme an, dass das ein landwirtschaftliches Relikt ist. 'Krass' und 'fett' dürfte aus den späten 90ern stammen. Ende der 70er, Anfang der 80er war es auch üblich, etwas 'voll cool' oder 'voll stark' zu finden, ich weiß noch, wie die Lehrer unter dieser Benutzung des Wortes 'voll' gelitten haben.

redselig
25.03.2000, 16:30
... Und einer unserer Lateinlehrer pflegte zu Begriffsstutzigen zu sagen: 'Du guckst wie ein Golf Diesel.' (Der hatte damals noch runde Scheinwerfer.) War das eine Originalschöpfung dieses Mannes, oder war dieser Vergleich damals üblich?

walter behrendt
25.03.2000, 18:53
Also ich jedenfalls bin Anfang der 70er nach Westberlin gekommen und habe da 'schau' zum ersten Mal gehoert. Wenn das ein Ost-Wort war, tja, dann weiss ich auch nicht, ... muessen wohl SEWler gewesen sein.
Nebenbei: Ich war damals 'Wessi', das sagten naemlich die Westberliner zu den westdeutschen Touristen (dabei waren 80% von denen selbst Zugewanderte). Ossi war dann erst die Analogiebildung dazu.
Aber Leinwebers 'kommt ungut' erinnert daran, dass eine ganze Menge von unserem Alltagswortschatz aus den 70ern stammt. Also 'ungut' kenne ich erst seit der Zeit und auch 'das kommt gut'. Ebenso 'da stehe ich drauf'.

redselig
25.03.2000, 19:49
Lasst uns das doch ausdiskutieren, damit sich jeder einbringen kann, haha!

wolfgang
26.03.2000, 14:57
also:
Eine sehr sympathische junge Dame war 'ein unwahrscheinlich liebes Mädchen', das galt bis 20 Jahre. Und immer 'unwahrscheinlich' . Fett, cool, krass: Das ist alles 1999, also Kurzzeitgedächtnis.
'Frauen', das kann ich bestätigen, waren besagte Mädels. Mädels hingegen sind Neue Deutsche Welle, also 80iger. Jargon für die Damen war: 'Keulen' oder 'Möhren' oder gar 'Weiber'. Regional: 'Mussen' und 'Hauzen', letzteres für die 'Typen'.
Schlecht war 'Übel!!', gut war 'Genial!!'.
Sonst: 'Super, Wahnsinn'. Wie nanntet ihr Zigaretten? 'Lullen, Kippen, Schmerven', wie bei uns? Jugendliche haben im Alltag einen eher schmalen Wortschatz, darum wird das auch hier nicht mehr..
Happy 00ies
Wolfgang

Chefin
26.03.2000, 14:57
Die Zigarette hieß bei uns Fluppe.
Im Kohlenpott Wurde auch ein jeder mit 'ey ' oder 'ey hömma! ' angesprochen. Das heißt soviel wie: ' Hallo du, entschuldigen bitte, hör mir doch bitte einmal zu! ' http://www.alles-bonanza.de/ubb/smile.gif http://www.alles-bonanza.de/ubb/wink.gif
Raimund Harmstorf spielte in einer Fernsehserie einen Aussteiger. Er sagte stets: ' Ich geh kaputt '. Dieses wurde von vielen mit Begeisterung übernommen. http://www.alles-bonanza.de/ubb/smile.gif
Läppi hieß bei uns läppisch oder kiki bzw. kikileicht.
Etwas schönes und neues war ' voll die Sahne '. http://www.alles-bonanza.de/ubb/smile.gif

BaerbelS
26.03.2000, 14:57
Hallöchen,
auf Juliane Werding`s Lied 'Wenn du denktst,
du denkst, dann denkst du nur du denkst, ein
Mädchen kann das nicht...'
reagierten wir Mädchen auf alles mit: 'Wenn du denkst, du denkst...' Somit wurden leider
alle 'Kontakte' zu den Jungs gekappt, die waren dann wohl sichtlich genervt und wir fühlten uns ganz toll. (Ganz schön blöd).
Sehr oft hörte man auch 'Mau-Mau': Entweder einfach: 'Die Matheaufgabe ist aber 'mau'
(für leicht, oder 'puppi-einfach' oder einer kam aus dem 'Mau-Mau'! Wobei ich erst viele Jahre später begriff, was es bedeutete.
Oder, der ist aber völlig 'behämmert'


------------------
Gruß von BaerbelS

sonni
27.03.2000, 10:24
noch ein ausdruck für 'einfach' war auch 'das is doch pupe' oder 'das is doch pupe-leicht'
nicht zu verwechseln mit 'is doch pup-egal'
wenn was toll war, haben wir auch bekundet 'mann, echt astschocker' oder 'astmuffen'...

Phaidros
27.03.2000, 13:33
zu 'Schau':
Die Bayern-Fans sangen: 'Udo Lattek, Udo Lattek, Udo Lattek, du bist die groesste Schau!'
(Melodie: 'Rucki-Zucki')
Die Sechziger sangen natuerlich:'...Sau!'
Rein berlinerisch kanns also nicht sein.

redselig
27.03.2000, 17:19
Seltsamerweise hieß es beim Schaukeln nicht 'Ich nehme Schwung', sondern 'Ich nehme Anschwung'. Wieso diese unsinnige Vorsilbe benutzt wurde, weiß ich nicht.

Hanne Soya
28.03.2000, 11:26
Ich faule Socke kenne die Formulierung 'Anschwung geben' nur als Fremdeinwirkung, sozusagen. Also matschig in der Schaukel haengend, 'Duuu, gibst Du mir mal Anschwung?' Aktiv habe ich das Wort nicht gebraucht. Aber aktiv geschaukelt schon, wenn kein Anschwinger zu fassen war.

redselig
28.03.2000, 13:15
Stimmt, Hanne, 'Anschwung geben' war bei uns auch häufiger als 'Anschwung nehmen'. Vielleicht gab es letzteres ja auch gar nicht...?

fnagel
28.03.2000, 15:50
Echt kam 1973 in unsere Cliquensprache, wir übernahmen es von unserem österreichischen Skilehrer, zunächst als Fragewort: Echt?, oder auch: Echt wahr?, dann als Mittel zum Steigern aller erdenklichen Adjektive: Echt übel! usw.
HI, Abk. für Halb-Intelligenzler, wurde als Anrede gebraucht: Du HI! Wir übernahmen dieses Wort aus einem deutschen Science-Fiction-Fernsehspiel (Wie hieß es nur?), in dem die Menschen, die in einer Megastadt lebten, sich eine Art von Affen-Sklaven gezüchtet hatten, die die niedrige Arbeit taten. Held des Films war der HI Willi, der irgendwann mit der Frage aufbegehrte: 'Warum ist Willi ein HI?!'

anko
29.03.2000, 21:08
hallo,
ECHT kann ich echt bestaetigen.
folgende begriffe, die in meinem kopf herumschwirren, will ich kurz mal zur debatte stellen: was ist mit
* 'dufte'
* 'scharf'
* 'das peppt'
* und 'megageil' als steigerung von ...
ich merke nur, dass es da offensichtlich massive regionale unterschiede gibt, ziemlich unknorke fuer eine gepflegte debatte :-)
so long, anko

Harald Leinweber
30.03.2000, 02:34
Guten Tag!
Walter behrendt schreibt: 'Westberlin'.
Die Selbständige Politische Einheit Westberlin (nicht zu verwechseln mit der Hauptstadt der DDR) war ja bekanntlich kein Bestandteil der Bundesrepublik (Viermächteabkommen etc.).
Diese Tatsache erlaubte mir, mich in den 70ern und 80ern unverwechselbar zu machen, indem ich immer dann, wenn jemand 'Berlin' sagte, darauf hinwies, dass das 'Westberlin' heisst.
Und was passiert? Vereinigen die die beiden Stadtteile (und das Drumherum) doch einfach!
Irgendwie schade drum, ud sei's nur wegen der Individualität ...
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber

Harald Leinweber
30.03.2000, 02:40
Guten Tag!
Bei 'Knorke' fällt mir gerade der Auftakt-Song der Drei Tornados ein:
'Was ist denn da los?
Das sind die Drei Tornados -
Knorke! Knorke! Knorke alle Mann!
In der Stadt - chachacha!
Auf dem Land - chachacha!
Bricht dem Sozialismus Bahn!'
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber

frida
30.03.2000, 10:28
ich kann mich och an: 'Ist ja schocker ' erinnern, was soviel wie echt geil bedeutete.

Harald Leinweber
30.03.2000, 20:06
Guten Tag!
Willi, der Halb-Intelligenzler, kam - glaube ich - in dem (zweiteiligen?) TV-Spiel 'Dreht Euch nicht um, der Golem geht um' vor, das uns die Gefahren der Freizeit-Gesellschaft vor Augen führen sollte.
Muss ca. 1972 gewesen sein (Regie: Peter Beauvais?), ARD.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber

walter behrendt
31.03.2000, 02:06
'Gut drauf sein' hatte anfangs sicher was mit Drogenerfahrung zu tun, war aber schnell ganz losgeloest davon.
In 'von etwas angetoernt sein' klingt das schon eher noch mit.
Viele Redewendungen aus den 70ern haben ueberlebt. Dagegen hat von der 'Jugendsprache' der 60er weniger ueberlebt (kuehne These, mal so 'in den Raum gestellt'. In den 80ern sagte man da: 'mal so ganz ungeschuetzt, ein Stueck weit').
Ich hatte frueher eine alte Platte von den Beatles, die muss so von ca. 1965 gewesen sein (Revolver?). Da stand hinten auf dem Cover: 'Die zentrale Tanzschaffe von den vier aus Liverpool' (Stern-Platte). So redete schon in den spaeten 60ern kein Mensch mehr.
Und Mitte der 70er habe ich eine deutsche Uebersetzung von Kerouac 'On the Road' gelesen, offenbar aus den 60ern, die bemuehte sich um jugendliche Sprache, und da riefen die Zuhoerer im Jazzclub dem Saxophonisten bei seinem Solo zu: 'Schaff dich!' Das hoerte sich mir schon Mitte der 70er nur noch sehr schwaebisch an.
Dagegen ist von der Jugendsprache der 70er doch sehr viel uebriggeblieben.
Oder irre ich mich?
WB

walter behrendt
02.04.2000, 00:34
Ein Blick in Heinz Kuepper: 'Illustriertes Lexikon der deutschen Umgangssprache in 8 Baenden' (1982-84) belehrt mich, dass man wohl unterscheiden muss zwischen dem Zeitpunkt, zu dem man selbst ein Wort zum ersten Mal gehoert hat, und der Zeit, seit der ein Wort bezeugt ist.
Nur ein paar Beispiele:
'geil'
(neben 5 anderen Bedeutungen):
'hervorragend, schwungvoll, sympathisch. Jugendsprache seit 1965'
Seit Mitte der 60er! Abgesehen davon, dass das Wort aus dem Germanischen stammt, im Mittelhochdeutschen wohl sowas wie 'lebenslustig' bedeutete und ja auch heute noch in der Botanik 'geile Triebe' was ganz Harmloses sind, haette ich doch drauf gewettet, dass 'geil' zum Modewort unter Jugendlichen erst mit den Punks und den Hausbesetzern geworden ist.
'schau'
als Adjektiv (nicht zu verwechseln mit dem Nomen 'die Schau'!): 'ausgezeichnet, grossartig, wirkungsvoll, gut aussehend (...) Halbwuechsigensprache spaetestens seit 1945'
Also bei Kuepper nicht regional eingegrenzt.
'dufte'
'1. ausserordentlich (...) nett. Fusst auf Jiddisch 'tow' = gut,(...) Seit dem fruehen 19. Jahrhundert, anfangs Rotwelsch (Gaunersprache), spaeter allgemein.
2. lebenslustig (...) schlau, dem Geschlechtsverkehr nicht abgeneigt. Seit 1900. (...)
4. 'dufte ist zweimal so schnafte wie knorke': Berlinische Wertskala von 'dufte', 'schnafte' und 'knorke' (...) Seit 1900.'
Also asbachuralt, sowohl dufte wie auch knorke.
(Beitrag wurde von walter behrendt am 01.04.2000 um 22:36 Uhr bearbeitet.)

walter behrendt
05.04.2000, 01:54
Noch was:
'echt', 'total' und 'irre' als Adverbien: 'echt geil', oft eigenartig verknuepft mit dem betont ausdruckslosen 'gut': 'echt gut'.
Ebenso: 'total gut'
oder: 'irre gut'
Wurde dann in den 80ern ersetzt durch 'voll gut'. ('Der Zug war voll leer heute.')
WB

Laila West
05.04.2000, 13:00
Zu den ganzen Steigerungsmöglchkeiten super, total, voll und so fallen mir auch noch diese unsäglichen Superlative von geil ein z. B. affengeil, superaffengeil, affentittengeil, superaffen.... und so weiter und so weiter.

Rolo
05.04.2000, 14:35
Zur Sprache der 70er faellt mir ein:
Irgendwo hab ich mal nen Rockerfilm gesehen (uebrigens Rocker=typisch 70er?), in dem alle Protagonisten voellig witzige, norddeutsch angehauchte Slangausdruecke benutzten. Kann man uebrigens noch ansatzweise in den Werner-Comics nachlesen.
Maedchen hiessen da natuerlich 'Tussies' und Zigaretten 'Zichten', Bier 'Boelke'.
Gruesse

Hanne Soya
14.06.2000, 11:23
Hallo zusammen!
Da kommt vergessen geglaubtes wieder zum Vorschein: In der Schule durchliefen wir eine Phase (fruehe 80er?), in der alle Doofen einen 'Spacken' hatten und das, was sie machten, total 'verspackt' oder 'spackig' war.

pinkas
14.06.2000, 20:44
Und wer einen hat, der ist auch einer von den Spacken, eine Spacke. Durchaus noch oder wieder gebräuchlich. Dann gabs auch den Spacker und das Herum- bzw. Abspacken: Ein klassischer Spacker sieht etwa so aus wie Iggy Pop und tanzt noch etwas wilder als der (wahrscheinlich doch wieder alles von Spastiker - o Je).
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pinkas

e_hartwig
15.06.2000, 03:31
Ich weiß noch, wie ich für mein erstes 'geil' eine Ohrfeige kassierte, obwohl mein Opa meinte, das träfe doch wohl nur für Pflaumen zu (*g*).
Aber mein Sohn sagt heute neue Sachen. Bei denen in der vierten Klasse ist jetzt das Spitzenwort 'end'. Is ja end, Mann.

Chefin
20.06.2000, 02:31
In den Siebzigern hatten alle dummen Leute einen Kopfschuß - beide Beine weg. http://www.alles-bonanza.de/ubb/smile.gif http://www.alles-bonanza.de/ubb/wink.gif

Firmian Maierhofer
20.06.2000, 15:43
Übrigens wird in Österreich das Wort 'geil' auch - völlig korrekte Schriftsprache - im Sinne von 'sehr süß und fett' (bei Lebensmitteln) benutzt.
Es ist noch gar nicht so lange her, als ich schaute wie ein Auto, als meine Schwiegermutter über ein Stück Sahnetorte im Café sagte, das schmecke aber 'ziemlich geil', da ich 'geil' nicht zu ihrem aktiven Wortschatz gerechnet hätte. Das Mißverständnis wurde aber schnell aufgeklärt, als sie meinen Blick sah http://www.alles-bonanza.de/ubb/wink.gif

Miss Beasly
26.06.2000, 18:10
Fand noch jemand etwas 'beschrubbt', wenn es blöd oder bescheuert (kommt wohl aus der gleichen Ecke)war? Konnte auch auf Personen angewendet werden: 'Du bist ja beschrubbt'

J_E
26.06.2000, 18:26
Ich weiß nicht, ob das nun spezifische Sozialisation oder allgemeiner Sprachgebrauch war, aber mit ist doch in Erinnerung geblieben, dass jeder, der sich tölpelhaft, dumm oder sonstwie auffällig benahm, als 'Horst' bezeichnet wurde.
(Vielleicht nicht ganz zu unrecht, wenn ich die Aussagen gewisser Personen - mit den Worten Horst Hrubesch' -jetzt 'Paroli passieren lasse'.)

Malwine
13.07.2000, 02:49
Man kommt ja sehr leicht durcheinander mit den Jahren.
Was mir so einfällt:
Für Leute, die man nicht so mochte: du Gurke bzw. wie gurkst du denn wieder rum
Dann noch abhängen: Lass uns mal ne Runde abhängen
Bei mir besonders beliebt war spitzenmäßig.

Alexandra C
14.07.2000, 01:43
Und war es in den 70er Jahren schon ueblich, negative Adjektive mit der Vorsilbe grotten- zu steigern? Besonders in 'grottenfalsch' oder 'grottenschlecht'.
Einer meiner Lehrer sagte manchmal 'Alles paletti' (fuer 'alles in Ordnung'); oder 'dann ist Schicht' (fuer 'dann ist Ende'). Ich glaube, der hatte eine Sozialisation im Ruhrgebiet und in den 70ern durchlaufen.

Firmian Maierhofer
14.07.2000, 11:29
Also ich für meine Person kenne 'grottenschlecht' erst seit wenigen Jahren.

pinkas
14.07.2000, 16:01
Im Schwäbischen gibts das schon ewig, wie ebenso noch eine stattliche Zahl anderer Zusätze (granaten-, heilands-, heiden- etc. etc.). Gemeint ist dabei übrigens nicht die Grotte, sondern die Kröte.
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pinkas

Mausbach
17.05.2001, 18:09
'Bebileicht' oder einfach nur 'bebi' hatten wir auch, in Hessen, Rhein-Main-Gebiet.
'Du Hugo' war eine starke Beleidigung, denn 'Hugo' hieß 'Homosexuelles unfruchtbares geiles Objekt', wobei ich von keinem der Wörter hätte sagen können, was es bedeutet.
'Spasti' war auch ein Schimpfwort.
Zu etwas besonders Guten habe ich, glaube ich, immer nur 'Super' gesagt, denn 'geil' kam erst in den 80ern.
Mädchen hießen Mädels, und auch meine Mutter fand das unmöglich, weil sie an den 'Bund Deutscher Mädels' denken mußte.
Sonst erinnere ich mich an nichts mehr.

dolomiti
17.05.2001, 18:51
Neulich sah ich erstmalig das Musical 'Saturday Night Fever', welches ja mitten in den 70ern spielt und da sagt eine Frau zu allem immer 'super'. Ihr obercooler Freund, meint darauf: 'Hör endlich auf, 'super' zu sagen. Kein Mensch sagt heute mehr 'super'!'
Gruß an Supermann

ruthi
17.05.2001, 19:31
Kann es wirklich sein, dass ihr alle ätzend vergessen habt? Das ist ja echt ätzend - ich glaube, kein Wort ist häufiger über meine Lippen gekommen.
Ja, ja, und das gute 'Kopfschuss', auch eine ganz üble Sache eigentlich.

Mausbach
17.05.2001, 21:42
Ach Mensch, klar kenne ich 'ätzend' und 'Kopfschuß'. Aber'ätzend' hätte ich in die 80er gelegt.
Ich habe damals immer 'Shit', 'Merde' oder 'Scheibe' gesagt, weil ich nicht 'Scheiße sagen durfte.

ZICKE
17.05.2001, 21:46
Ich hab in den 70ern noch nicht viel von mir gegeben, bin erst Ende 74 geboren...

Tigerin
17.05.2001, 22:11
Was man heute als geil bezeichnet, hiess damals bei uns 'lässig', später 'läss' - ich weiss nicht, ob das spezifisch schweizerisch ist/war. Sicher schweizerisch ist 'huäreguät' - ist wohl etwas später in Mode gekommen, wird aber immer noch verwendet.
(Beitrag wurde von Tigerin am 17.05.2001 um 20:15 Uhr bearbeitet.)

tanja_s
21.05.2001, 02:23
shit, scheibe - oder, wie bei uns scheibenhonig (???) waren auch meine synonyme für scheisse... bebileicht, klar, ein echter klassiker, hugo war auch sehr beliebt (wobei - die definition kannte ich damals nicht!). was ich zeitlich nicht zuordnen kann, aber bis 'zur vergasung' - auch so was, aber sehr makaber... - ist das auch heute noch allseits gerne verwendete 'uuuur'

Elers_2
12.06.2001, 22:46
Wenn jemand sich besonders dumm anstellte oder voellig bekloppte Sachen machte, war er 'dumm wie Brot'. Die Steigerung davon war 'dumm wie Weissbrot'. Das war in Hamburg in den Siebzigern.

Zwicki
12.06.2001, 22:54
Hi Elers_2,
auch Hamburg in den 70ern: ich geh kaputt (wurde schon erwähnt), cool, ätzend, mehr fällt mir im Moment nicht ein.

Zazie
11.07.2001, 15:38
Bei uns in Berlin hieß es oft 'schocke', wenn man was gut fand. Mein Nachbar machte sogar nur 'ocke' daraus. Auch 'schau' wurde gerne benutzt. 'Mann war die Fernsehsendung gestern wieder schau'. In den späten 70-ern sagte man gerne 'astrein' für was Tolles.
Ja, bebileicht ist mir auch bekannt. Bei uns gab es noch die Varianten: puppenleicht, popeleinfach oder nur puppig (puppich ausgesprochen).
Die 70-er waren wohl auch die Zeit von 'Ich glaub' + Vergleich: Ich glaub, mich knutscht ein Elch. Ich glaub, mich rammt 'n Bus. Ich glaub, mein Hamster bohnert. Soweit ich mich erinnere, gab es sogar Aufkleber, die diese 'Ich glaub'-Sprüche bildlich darstellten.
Und dann gab es da ein linguistisches Phänomen, von dem ich bis heute nicht weiß, inwieweit es regional begrenzt war oder nicht. Vor einigen Jahren hatte ich einen Freund, der, auch in München lebend, aus dem selben Bezirk Berlins stammte (dieser Bezirk, Spandau, ist allerdings recht groß, so dass auch hier wieder einige km zwischen unseren Wohnorten lagen) und ein Jahr jünger war als ich. Zusammen erinnerten wir uns also daran, was man in den 70-ern als Kinder so sagte, und kamen zu folgendem:
Androhung von Schlägen.
Kind 1 zu Kind 2: 'Ick schlag dir uff!' (ausgesprochen: Ick schlaach da uff).
Kind 2 zu Kind 1: 'Ja, aber du bezahlst die Arztkosten.'
Wir haben uns im Nachhinein köstlich darüber beölt, wie Kind 2 sich mit diesem Spruch von Vornherein in die Rolle des Unterlegenen versetzte. Jedenfalls, wir stellten fest, dass an zwei verschiedenen Teilen von Berlin-Spandau diese Spruchkombination verwendet wurde. Und nun fragten wir uns, inwieweit sie in anderen Teilen Berlins benutzt wurde. Ein Spandauer Regionalspruch? Oder ausgedehnt auf Spandaus Nachbarbezirke? Oder sagte man das gar in ganz West-Berlin? Oder sogar in anderen Teilen Deutschlands?
Als linguistisch Interessierte finde ich dieses Thema hochinteressant (klar, bei DEM Beruf :-)). Also wenn der Spruch mit den Arztkosten noch irgendwo anders aufgetaucht ist, würde ich mich über Aufklärung freuen.
Viele astreine Grüße
Zazie

peterthomassuschny
11.07.2001, 18:47
@Zazie
Ich glaube, da gab es 1979 einen Film, der hieß 'Ich glaub, mich tritt ein Pferd!' und dann kam der Spruch 'Ich glaub, mich knutscht ein Elch auf'.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Zazie
11.07.2001, 19:52
Soweit ich mich erinnere, waren das beide Filmtitel. Einen davon, den mit dem knutschenden Elch, habe ich glaube ich sogar gesehen.
Viele Grüße
Zazie

Inge Jahn
17.07.2001, 21:18
Das komische war doch auch, daß man sich gegenseitig Spasti und Mongo schimpfte, aber auch 'Mischformen' wie Spongo und Spacko einführte. Macko dagegen nicht. Ich bin mir auch nicht sicher, ob wir das früher mit Behinderten überhaupt in Verbindung gebracht haben, sondern einfach mit 'Doofen' (also: Feinden)Spongo und Spacko sind grade wieder groß am kommen. Ich unterstütze dies. Ebenso wie alte Sau und blödes Arschloch. Richtige Evergreens.
Was ich NICHT wußte ist, daß UNSER WALTER mit Nachnamen ZABEL hieß. Weiß einer noch, welche Behinderung der hatte?
- Und um die Unkorrektheit der 70er weiter zu komplettieren: Ich heiße Detlef, und wie geht deine Hose auf? Das sprach man zu einem anderen Kind in tuntigem Tonfall, gab dem anderen die Hand, kratzte mit dem eigenen Mittelfinger darin herum - und lachte sich schlapp - ohne zu wissen, warum ein«tlich.
Bei der Gelegenheit fällt mir noch ein anderer Scheiß ein, der bei uns (NRW) Anfang/Mitte 7oer beliebt war. 'Wenn deine Hand größer ist als dein Kopf haste Krebs.' Dann breitete der andere seine Hand über sein Gesicht, um nachzukucken und man selbst haute dann drauf. Echt stark, was? Oder: Heute schon genickt? Paff, hatte der eine sitzen.
Rache ist Blutwurst, Leberwurst ist Zeuge. Auch Fäuste, die nach 'Friedhof rochen.'
Einfach herrlich, Kinders.
Als ich dann aufs Gymnasium kam, hab ich mich wochenlang gewundert, warum sich hier keiner kloppt. Iss doch völlig unnatürlich!
Gruß, Inge

Inge Jahn
17.07.2001, 21:20
Habt ihr euch tüchtig gekloppt in der Grundschule?

Inge Jahn
18.07.2001, 20:48
Ein bißchen gekloppt?

Zwicki
18.07.2001, 21:59
Mir fällt gerade ein, daß wir oft gesagt haben:'Meinst du mich oder meine Firma?'. Wurde immer gebraucht, wenn man angesprochen wurde und nicht gleich gecheckt hat, ob man selbst gemeint war. Oder einfach nur so. Damit konnte man dann so manchen auf die Palme bringen.
Viele Grüße Zwicki
Welcher Spruch auch sehr beliebt war:'¤51'.
Wurde gerne benutzt, wenn jemand völlig durchgeknallt war. Was in dem Alter ja stündlich vorkam, wenn es nicht gerade ein Dauerzustand war. 'Ey, guck mal, Blablabla. Echt do, ¤51'. Das war (oder ist?) der ¤ für Unzurechnungsfähigkeit.

(Beitrag wurde von Zwicki am 18.07.2001 um 21:27 Uhr bearbeitet.)

Zazie
19.07.2001, 01:13
Aber Anko, mein kleines Landei, knorke sacht man doch hier in Berlin schon seit Leipzich einunleipzich nich mehr! Schätzchen, heute sacht man doch affengeil! :-)

Zazie
19.07.2001, 01:18
Bei uns antwortete jemand, der angesprochen wurde, oft mit 'hier, bei der Arbeit' oder, noch etwas früher, mit 'umgekippt und ausgelaufen'. Total bescheuert. Und wenn jemand als verrückt betitelt wurde, dann war der ein Fall für den 'Fünfer Endstation'. In Berlin-Spandau, an der Endstation der Buslinie 5, befand sich nämlich eine Nervenklinik.
Das mit der Hand vorm Gesicht gab es bei uns auch. Prügelten sich zwei in der Grundschule, wurde einer von beiden von allen Umstehenden angefeuert. Meistens war es das Mädchen, das lieber ein Junge geworden wäre, denn die war echt stark.
Ach ja genau... echt stark, das sagte man auh sehr gerne.
Viele Grüße
Zazie

Inge Jahn
19.07.2001, 15:23
Genau -
Das starke Mädchen war übrigens ich. Allerdings hab ich nie 'angefangen.' Ich mußte immer meinen Bruder verteidigen und den einzigen Ausländer, den wir damals auf der Schule hatten. Guiseppe, den alten Spongo.

------------------
Inge

Zazie
19.07.2001, 16:15
Super, dann hast du ja schon früh einen Kampf um Gerechtigkeit angefangen. Das starke Mädchen bei uns war nicht viel größer als ich... aber ein Kraftpaket mit einer Eins in Sport! Ich war so eine richtige feige Memme und bin geflüchtet, wo ich konnte, wenn Gefahr im Verzug war. So sehr Angst hatte ich vor den Schmerzen, die mir in einer Klopperei blühen könnten. Ich habe mich NIE geprügelt. Aber allzu frechen Jungen, die präpubertär mit mir rumstänkerten, eine gehörige Watschn zu verpassen (oder auch schon mal die Hand zu zerkratzen), das konnte ich recht gut.
Was mir noch einfiel: Bei uns war es auch gängig, einem Mädchen und einem Jungen, die zusammensteckten, hinterherzurufen 'eieie was seh ichda, ein verliebtes Ehepaar'. Woraufhin die beiden natürlich schleunigst Reißaus nahmen oder sich ärgerten oder die Ohren zuhielten oder so. Trugen Mädchen im Sommer Röcke, war es eine Zeitlang ein Gag, ihr das Röckchen hinten hochzuziehen, so dass man die Unterhose sah (und zwar sowohl Jungen bei Mädchen als auch Mädchen gegenseitig) und zu rufen 'Deckel hoch, der Kaffe kocht!'
Manchmal frage ich echt, wie Kinder auf so einen Blödsinn nur kommen können und wer sowas zum ersten Mal aufbringt :-)
Viele Grüße
Zazie

fruka
19.07.2001, 18:05
Zazie, ich kann nicht mehr vor Lachen... 'Deckel hoch, der Kaffee kocht!' Genau!!! *japs*

Zwicki
19.07.2001, 23:05
Ich habe mich auch nie gekloppt. Mir ging es da wie zazie. Bei uns auf'm Schulhof wurde immer gerufen:'Hautze, hautze, immer auf die Schnautze'. Meine Güte, und sofort bildete sich eine riesige Traube um die Verfeindeten.
Viele Grüße zwicki

peterthomassuschny
20.07.2001, 00:48
@Zazie
Das erinnert mich an die Nachbarstochter von der Hausmeisterin, die ich mit 4 Jahren kennenlernte und auch meine Schwestern: wenn wir bei einer Damen auf der Straße, die sich ungeschickt bückte, die Unterhose wahrnahmen, gab es den Spruch 'Schöne Aussicht, schönes Wetter, ohne Höschen wärs noch netter!'
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
P. S. Und das gehört zwar schon ins Jahr 1999, aber vor ca. 2 Jahren habe ich weiter draussen in Wien einmal ein Bild geliefert und in einer Straße bückte sich eine Damen in einen Kofferraum ihres Mercedes und ich sah, was ja eigentlich mehr in den Bereich der Männerphantasien paßt - sie trug tatsächlich keinen Slip - o. k. im August ist es ja immer sehr heiß, aber dennoch! Beschwert habe ich mich natürlich nicht!

Zazie
20.07.2001, 12:34
Also PTS, manchmal hast du echt heiße Geschichten auf Lager :-) Bitte mehr davon. Vielleicht nicht alle von nackten Hintern, aber genauso lustig :-)))
Viele Grüße
Zazie

peterthomassuschny
20.07.2001, 19:38
@Zazie
Wer seit 10 Jahren ständig 'querfeldein' durch die Großstadt fährt, sieht schon viele lustige Sachen, auch sehr lustig war neulich ein Verkehrsunfall (natürlich nicht der Unfall selber!), da nahm die Polizei gerade auf, ein PKW war mit einem Motorrad kollidiert, aber scheinbar harmlos, da ohne Rettungsauto und ein LKW wollte genau in die Straße dahinter, erwischte den Bogen nicht mehr und schob hinten etwas den PKW an, der Polizist, der dort stand, schüttelte nur den Kopf und schrieb weiter.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
P. S. Apropos nackter Hintern - da sah ich auch einmal tatsächlich eine Dame hinter eine Plakatwand von der Hauptstraße weg ihr kleines Geschäft verrichten, bloß das daneben eine große Ausfahrt, nämlich die vom Wiener Unozentrum ist, dürfte ihr nicht aufgefallen sein, noch lustiger die Reaktion vom Nachbarauto: 'Ja, muß man sich denn sowas gefallen lassen?'. Als ich nur lachte und pfiff, fing er dann auch zum Pfeiffen an und lachte, ich hoffe, damit die Situation etwas charmanter gelöst zu haben, ich bedauere Frauen in so einer Lage sowieso immer, unsereins kann sich schon besser verstecken.

peterthomassuschny
24.07.2001, 19:54
@Zazie
Eine lustige Geschichte für Dich, ganz ohne 'Sex and Crime', stammt aus den 60ern:
Ca. 1966 oder 67 war Mama Suschny mit Eva (*57), Dinah (*60) und 'Mr. Roaring Sixties' (*62) im Prater. Neben dem Wurschtelprater (Volksprater genannt, dem Vergnügungspark), gibt es auch den grünen Prater und gingen wir dort in ein Gasthaus.
Eva meinte noch, sie führe die 'Gänse kurz auf die Weide'. Dinah und ich schafften es aber nach einiger Zeit auf einer Wiese, wo wir zu Dritt gespielt hatten, irgendwie, nach links zu gehen und Eva rechts. Fazit: wir hatten einander verloren.
Eine Dame mit Auto hielt und fragte die weinenden Kinder, was geschehen war. Sie bot uns an, mit dem Auto zur Polizei mitzunehmen. Ich war aber schon damals aufmerksam genug, was unsere Mutter uns immer eingeprägt hatte: Nie bei Fremden ins Auto einsteigen! 'Nein, nein, gehen wir zu Fuß, beim Autofahren wird mir immer so schlecht!' (Lug und Trug, Dinah hatte gelegentlich Schwierigkeiten, ihr Essen zu behalten, ich beim Autofahren nie). Also landeten wir zu Fuß auf der Wachstube.
Wir wohnten damals in einem Durchhaus mit 2 Stiegen und 2 Eingängen. Wahlweise lautete die Adresse: Wien 6, Loquaiplatz 3/1/1/4 oder Wien 6, Hirschengasse 16/1/1/4. Auf die Frage, wo wir wohnten, erzählten wir abwechselnd Loquaiplatz (ich) bzw. Hirschengasse (Dinah). Der Polizist hatte sicher eine Riesenfreude.
Was die Eltern machten, wollte er auch wissen. Nachdem mein Vater Chemie studiert hatte, war er im IAEO-Forschungszentrum Seibersdorf (Bezirk Baden) im Reaktor tätig. Also antworteten wir: Der Papa arbeitet bei der AtombIhörde (das 'e' hatten wir noch nicht so herausen). Auf die Frage: 'Und was macht die Mama' antworteten wir: 'Die sitzt im Wirtshaus' (klingt gut, der Vater arbeitet redlich, die Mutter versauft das Geld!). Gott sei Dank kamen bald unsere sorgenvolle Mutter (der Polizist wird sich gedacht haben, so elegant gekleidet und geht saufen? Leute gibts!) und Eva und so konnten wir dann wieder zu Viert nach Hause fahren.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Zazie
17.12.2001, 12:53
Gerade fielen mir noch zwei Sprüche ein, die man damals gerne sagte.

Wenn jemand stolperte und hinflog, sagte der andere, der einen begleitete: "Haste was gefunden?"

Und wenn jemand irgendwo eine Tür aufließ und es z. B. unangenehm zog oder Kälte reinkam: "Ey, haste Säcke vor der Tür?" Keien ahnung, was genau das bedeutete...

Viele Grüße
Zazie

Spleen
17.12.2001, 21:14
Eine Variante davon war "Habt Ihr zu Hause Perlenvorhänge?" Säcke vor der Tür stelle ich mir als Abdichtungsmechanismus unpraktisch vor...

Zazie
01.06.2002, 18:12
Also beim Putzen fallen einem manchmal die abgefahrensten Sachen ein. Muss an der Monotonie der Tätigkeit liegen. Während ich vorhin im Bad so vor mich hinfeudelte, kam mir folgender Spruch wieder in den Sinn (Achtung, bisschen zotig):

Morgens um halb acht
wenn der Busenhalter kracht
wenn der Arsch explodiert
dann kommt die *beliebiger Mädchenname* anstolziert.

Echtes Original-Relikt von ca. 1975/76. WER zum Geier erfindet sowas???

Mtunga
01.06.2002, 20:41
Wenn einer jemandem die Sicht versperrte: Ist Dein Vater Glaser?

Wilma
08.08.2002, 11:40
Ein Pauker wollte von uns den Namen für die höchste Steigerungsform eines Adjektivs wissen. Er sagte, dass das Wort zu einem Teil aus einem in unserer Umganssrache derzeit gebräucklichen Wort für "etwas Besonderes" sei. Wir rateten drauf los: prima, klasse, toll, wahnsinn, astrein.... niemand kam auf "Super" --- Superlativ

Knorke (Käpt´n)
08.08.2002, 16:03
Hmm, der Strang-Name macht natürlich extrem neugierig.

@mtunga: Im guten, alten Düsseldorf wurde noch einer draufgesetzt. Da hieß es dann "...kommen deine Eltern aus Gerresheim?"
Und D´dorf-Gerresheim bestand bekanntlich eigentlich nur aus den weitläufigen Anlagen der Gerresheimer Glas-Hütte, deren Hauptprodukt (hitzebeständige Einmachgläser) in jedem Haushalt zu finden waren.

Mtunga
08.08.2002, 16:21
Wenn jemand vergaß, die Tür zu schließen: Bist Du in der U-Bahn aufgewachsen?
Wenn jemand im Weg stand: Ist Dein Vater Vorsteher?

@Knorke: Auch, wenn ich jetzt andere zitiere: Eitler Hase

Knorke (Käpt´n)
08.08.2002, 16:44
@mtunga: Deine, wie ferngesteuerte, Mauszuckung will ich sehen, wenn Du auf den Strang stößt der da heißt:

mtunga, poppt wie die Hölle!

Mtunga
08.08.2002, 17:13
Wenn jemand etwas übersieht: Mit Brille wäre das nicht passiert.

Wo ist der Strang? Ich finde ihn nicht!

Knorke (Käpt´n)
08.08.2002, 17:16
Aha, Deine Eltern stammen wohl aus Neugierheim a. d. Laar, was?

Mtunga
08.08.2002, 18:14
Und wo kommst Du her? Memmingen oder Schwachhausen?

Knorke (Käpt´n)
08.08.2002, 18:21
Willst Du eine Dauerkarte für den Zahnarzt?!

Mtunga
08.08.2002, 18:36
hebt die Faust
Ey, die riecht nach Erde.

hopsing
08.08.2002, 18:37
Schon mal aus der Schnabeltasse getrunken?

hopsing
08.08.2002, 19:04
Statt Perlenvorhängen und Säcken vor der Tür kenne ich den Spruch: Habt ihr Pfannkuchen vor der Tür und da fresst ihr euch immer durch, oder was?

Den Ausdruck "geil" um seine Bewunderung auszudrücken gabs noch nicht, dafür aber "fähig", das Moped ist fähig ,die Frau ist fähig usf. fähig wurde meist nur für technische Dinge und Vorgänge benutzt.

Mtunga
08.08.2002, 19:25
Geil gabs auf jeden Fall schon.
Ich erinnere mich noch an die Reaaktion meiner Mutter, als ich das Wort das erste Mal zuhause aussprach: "WAS hast Du da gesagt?! Sowas sagen nur die Straßenjungs!"
So wie die armen Straßenjungs immer als schlechtes Beispiel herangezogen wurden.

hopsing
08.08.2002, 20:49
Ja da hast Du recht!
Ich wollte nur zum Ausdruck bringen,dass man es nicht so alltäglich in Gebrauch hatte wie zur Zeit.
Heute ist ja alles geil, geiles Wetter, geiler Unfall usf.
Was sagt man z.B. wenn man geil ist?
Ich bin geil geil?
Im Kindergarten sagen es die Erzieherinnen schon, echt geil!

Zazie
09.08.2002, 11:14
Mich würde auch mal interessieren, was man damals in der DDR so sagte. Es ist ja interessant zu sehen, wie unterschiedlich sich die Sprache in den beiden Deutschländern entwickelt hat - oder eben nicht. Soweit ich weiß, war vieles in der DDR der 70-er "dufte" und "urst" (Superlativ von "urig"). Was gab's noch für Sprüche? Jemand aus der ehemaligen DDR hier?

"Geil" kam zumindest in Berlin definitiv erst in den 80-ern so langsam auf. "In 1986, Bruce and Bongo discovered Germany's most popular word: geil." Ich kann mich daran erinnern, es so Anfang der 80-er zum ersten Mal gehört und benutzt zu haben. Aber bei den Kindern vom Bahnhof Zoo, Ende der 70-er, kommt es glaube ich auch ab und zu mal vor, oder?

hopsing
09.08.2002, 19:38
Endlich weiß ich,dank Zazie, was „urst“ bedeutet, mein Sohn sagt das neben“geil“ oder gar „übelst“ oft.Da gibt es noch die Steigerung von „übelst geil“ und natürlich auch „urst geil“.
Statt „Kinderkram“ sagen die Leute hier „schnulli“, oder statt „beim Bund (Bundeswehr) „ , „bei der Asche“, „ich mach mich heme“ ich geh nach Hause, oder „ich mach los“.

Zazie
06.05.2003, 20:42
Passt nicht 100%-ig hier rein, aber wenn "Hand größer als Gesicht, dann Krebs" schon hier steht, ist dies hier auch nicht allzu fehl am Platze.

Unter uns Mädchen kursierten zu Beginn der Pubertät, so mit 12/13, allerhand kuriose Sachen rund um die erste Liebe. Da gab es zunächst mal das Wollbändchen. Man bekam es von der Freundin ums Handgelenk gelegt, die es mit so viel Knoten schloss, wie Buchstaben im Namen des Schwarms waren (des eigenen, nicht dem der Freundin). Soviele Knoten in dem Wollband waren, so oft musste man anderen Mädchen ein Wollband umlegen. Bei mir waren das eine ganze Menge: Christian... Wenn man dies absolviert hatte, würde der Junge einen fragen, ob man mit ihm gehen wollte. Solange musste man das Wollband tragen. Sollten sich also einige von euch Jungen über die Mode der Mädchen gewundert haben, Wollbänder am Handgelenk zu tragen, so seid ihr hiermit aufgeklärt. Vielleicht war ja sogar euer Name darin verknotet!

Dann gab es einen seltsamen Fragebrief. Dort standen Fragen wie "Kennst du seine Eltern?" "Kennt er deine?" "Seid ihr schon mal zusammen spazieren gegangen?" "Habt ihr schon mal Händchen gehalten?" und andere Fragen in der Art, an die ich mich im Detail nicht mehr erinnere. Diese Fragen musste man mit Ja, Nein oder Vielleicht beantworten und dementsprechend wurden sie mit Punkten bewertet. Diese Punkte wurden dann nach einem ausgeklügelten System ausgerechnet, sodass sie eine Zahlenkombination ergaben. Hinter der jeweiligen Zahlenkombination standen dann die Antworten: "Er liebt eine Andere." "Ihr werdet bald zusammen sein." "Du bist ihm egal." "Er hasst dich." "Ihr werdet bald miteinander schlafen."

Dann gab es noch einen Brief, der aus dem Buch der Hexensprüche stammen könnte. Natürlich musste man ihn erst einmal soundso oft kopieren und weitergeben. Dann musste man ihn verbrennen, bei Vollmond ein Glas Wasser trinken und dabei dreimal seinen Namen sagen. Oder irgendwas anderes Abgedrehtes in der Art, ich weiß es nicht mehr im Detail. Innerhalb einer Woche würde der Angebetete einen dann fragen, ob man mit ihm gehen will.

Soviel zu unseren okkulten Anstrengungen, unseren Schwarm für uns zu gewinnen.

Des weiteren gab es noch diverse Witzchen, die man mit den Händen veranstaltete. Bei einem davon riss man seinem Gegenüber ein Haar aus und spannte es mit den Fingern. Nun fragte man die Person, was sie sagen würde, wenn sie beispielsweise zum ersten Mal mit seiner/ihrem Angebetete(n) ausgehen würde. Die Antwort musste sie auf das Haar morsen (so tun als ob, denn wer konnte schon richtig morsen). Anschließend versteckte man die Hände kurz hinterm Rücken und holte sie mit gespanntem Haar wieder vor. Nun musste das Gegenüber die Antwort auf die Frage morsen, was er sagen würde, wenn er/sie seine/ihren Angebetete(n) zum ersten Mal küssen würde. Hände wieder hinter den Rücken, wieder vor, nur diesmal fehlt das Haar. Nun stellt man die Frage, was er denn sagen würde, wenn er/sie seine/ihren Angebetete(n) zum ersten Mal nackt sehen würde. Das Gegenüber will morsen, jedoch ist da kein Haar mehr also kommt die dämliche Antwort "wo ist denn das Haar" oder "da ist ja gar kein Haar mehr!"

Har har har...

Diesen und den folgenden Witz veranstalteten wir Siebtklässler mal mit unserer Erdkundelehrerin, die solche Späße locker mitmachte. Man hielt ihr die Hand hin und sie sollte sich vorstellen, auf der Hand befindet sich ein kleiner Zwerg. Dem sollte sie über den Kopf streichen. Sie tut es. Nun wird sie aufgefordert, ihm den Bart zu kraulen. Sie tut es. "Na, Sie sind mir ja eine... der Zwerg ist so groß!" Die Hand zeigt einen Zwerg, der so groß ist, dass sich der Bart in Genitalhöhe befindet.

Har har har...

Und dann gab es da noch die beiden Papierstreifen in der Faust. Auf einem stand "Wahrheit", auf dem anderen "Lüge". Nun musste man ähnliche Fragen beantworten wie bei dem Haarspiel, nach der Antwort einen Papierstreifen ziehen, auf dem stand, ob man gelogen hat oder nicht. Die letzte Frage war dann "was sagst du zu deinem/r Angebeteten, wenn ihr zum ersten Mal zusammen ins Bett geht?" Nun wurden die Papierstreifen fest in der Faust gehalten, damit man sie nicht mehr herausziehen konnte. Daraufhin kamen Antworten wie "Nun gib schon her!" "Den da will ich!" "Nicht so fest!" "Lass doch los!"

Har har har...

Spleen
07.05.2003, 19:28
Ulkige Bräuche. Ich kannte nur das Gänseblümchen-Orakel...

Spleen
24.11.2003, 19:24
"Ungeschicktes Fleisch muss weg", wenn man sich irgendwo wehgetan hatte, oder "Tschuldigense, Hühner ham wer nicht", als Verballhornung von "Tschuldigen Sie".

Lelani
25.11.2003, 09:53
Schnell hat sich totgelaufen

rz
25.11.2003, 16:21
" Total abgeschlafft" und ähnliches von Werner Enke.

rz

Spleen
25.11.2003, 19:13
"Ich schaff mich!"

Morddeich Mole
26.11.2003, 00:15
"Atomkraft nein danke"

Lelani
26.11.2003, 10:05
Laß das!
Meine Mutter hasst das.
Dein Vater liebt das.
Bei dir piept das.

rz
26.11.2003, 11:55
..das mußt du dialektisch reflektieren..
..auf der Folie von xx betrachtet..
..unter Klassengesichtspunkten..
..geh doch rüber..
..die sollen erst mal arbeiten..
..die sollen erst mal zum Frisör..
..das hatten wir früher auch nicht..

rz

Ähnlichkeiten mit heutigen Argumenten sind unbeabsichtigt und rein zufällig

Zazie
26.11.2003, 20:32
Das tangiert mich äußerst peripher.

Spleen
29.11.2003, 19:24
Frischwärts!

Zazie
29.11.2003, 20:38
Trimm dich!

Klicker-Klacker
02.01.2004, 12:11
Bin eben durch Zufall auf diese HP gestossen:

http://www.mamas-klassiker.de/

Da düfte auch der eine oder andere bekannte Spruch zu finden sein...

Zazie
02.01.2004, 14:28
Hui, da hat aber jemand ganz massiv geklaut hier (aus dem Elternsprüche-Strang in ebendiesem Forum). Vielleicht sollten wir Rechte auf das Buch einfordern!

DerCaptain
02.01.2004, 16:57
++NEWS+++NEWS+++NEWS+++NEWS+++NEWS++

Januar 2003:
Wir haben das Karlsruher Otto-Hahn-Gymnasium dafür gewinnen können, als Projektpartner unsere Website Mamas-Klassiker.de weiter zu entwickeln. Im Rahmen des Grundkurses Informatik werden wir mit den Schülern tolle neue Funktionen einbauen. Hierzu gehört eine Volltextsuche, ein Gästebuch, ein interessantes Spiel und vieles mehr. Ihr dürft gespannt sein, was sich hier die nächsten Monate tut...

Hui.
Äh, dolles Ding, da hab ich 1982 Abitur gemacht. Sachen gibts...

Zazie
02.01.2004, 17:21
Nur habt ihr damals noch nicht so tolle Dinge im Informatikunterricht gemacht, wa? Falls ihr schon Informatik hattet.

DerCaptain
02.01.2004, 23:08
Dochdoch, Informatikunterricht hatten wir schon, war ziemlich neu. Das war aber nur für die Mathenerds interessant, ich bin da nicht hin.
Ich bin erst später an der Uni so geworden.

Spleen
04.01.2004, 20:13
Nochn Spruch: "Brett vorm Kopf - Klavier vorm Bauch"

Spleen
24.01.2004, 18:52
"sei kein Kravatten-Muffel"!

Johnny Harms
24.01.2004, 20:11
Der "Krawatten-Muffel" war aber eine erfolgreiche Werbekampagne in den 60er, ebenso wie Übrigens: man(n) geht nicht mehr ohne Hut

Johnny

Spleen
25.01.2004, 09:29
Stimm! Aber das überlebte bei mir in einem alten Sprachbuch in der Gymnasialzeit! Alles klar!

Die "Muffel"-Kampagne wurde auch ein paarmal imitiert, nicht?

Zazie
31.03.2004, 13:01
Tussis Mutter hatte manchmal auch Sprüche drauf. Wenn Tussi in die Küche kam, wo ihre Mutter gerade kochte, fragte sie "was gibt's denn heute zu essen?" Mutter-Antwort: "Kleine Kinderfragen mit Zucker bestreut."

Und manchmal kam es vor, dass ich bei Tussi war, wir uns aber ein bisschen langweilten. Dann rief Tussi "Mensch, was sollen wir denn machen!" Mutter-Antwort: "Kopfstehn und lachen! Mit de Beene Fliegen fangen!" Tussi nahm das einmal wörtlich, machte einen Kopfstand, lachte und fing mit den Beinen imaginäre Fliegen. Unsere Langeweile konnte das auch nicht wirklich vertreiben.

Johnny Harms
01.04.2004, 01:37
Variante:
-Was wollen wir machen?
-Wir zieh'n uns aus und spiel'n mit den Sachen!
Johnny

Onkel Heinzi
14.04.2004, 17:43
Auf die damals beliebte Frage: "Was gibt's denn heute zu essen?" hörten die Kinder unserer Nachbarin stets:

Kalten Arsch mit Schneegestöber!

Spleen
14.04.2004, 18:42
Süddeutsche Variante (meines Vaters): "Gsottene Preißn gibt´s! Kennt´s mitfressn." ;)

DrMusic
14.04.2004, 19:36
Das Sprüche-Thema wurde doch schon x-mal hier durchgekaut, mit der Suchfunktion müsste man Einiges finden.
Zumachen, Schocker!

Schocker
15.04.2004, 10:20
Strang zumachen? Oder auflassen? Hat noch jemand eine Meinung dazu?

Spleen
15.04.2004, 19:27
Doc: kann es sein, dass du dich neuerdings bei uns nur langweilst??? Dauernd diese doofen Hinweise über "off-Topic" oder "schon mal gehabt", das ist auch nicht abendfüllend!

Zazie
15.04.2004, 20:04
Schocker, am besten wäre, diesen Strang mit "Knorke, geil, cool, scharf" zusammenzulegen. Meinst du, das ist machbar?

The Hoople
15.04.2004, 20:07
Warum soll man das zumachen? Dieses unnötige Schließen von Strängen mag ich nicht. Mit Dubletten kann man doch leben. Und dies ist ja kein Archiv. Und z.B. die Diskussion über Napoleon XIV jetzt im Musikforum gab es auch vor ziemlich genau einem Jahr schon mal irgendwo hier. Macht aber doch nichts, Hauptsache, die Diskussion bleibt lebendig.

Viele Grüße
The Hoople

Zazie
15.04.2004, 21:18
Also mich stört's auch nicht. Das mit dem Fusionieren von zwei Strängen war nur so 'ne Idee, auf diese Weise wäre alles an seinem Platz. Muss aber meinetwegen nicht.

Morddeich Mole
15.04.2004, 22:26
Ja, ich bin auch eher für's "zusammen-mergen"!

Schocker
16.04.2004, 11:30
Gut. Ich machs. Lege diesen Strang mit dem Knorke-Strang zusammen, dabei wird letzterer verschwinden.

Spleen
16.04.2004, 18:16
Verschwinden??? Das heißt, unsere unsterblichen Labereien wären... weg??? Das kannst du nicht meinen, Großadministrator!

Zazie
16.04.2004, 19:05
Neiiin Spleen, das würde Schocker doch nicht tun! Aus zwei mach eins, das passiert, nichts weiter. Verloren geht dabei nichts. Ich plädiere allerdings dafür, den Knorke-Strang zu erhalten (der ist nämlich um einiges länger), dies hier da reinzukopieren (abzüglich unseres letzten Formalitäten-Gelabers) und diesen Strang hier dann dichtzumachen.

Schocker
16.04.2004, 22:02
Verschwinden wird nichts, Spleen. OK Zazie, ich machs umgekehrt, der Knorke-Strang wird bleiben.

5-4-3-2-1...

Zazie
16.04.2004, 22:40
...emission! Und schon sind die ganzen alten Schätze wieder da. Danke Schocker!

Spleen
17.04.2004, 19:01
Witzick! Wusste gar nicht, dass das geht! Könnte man dann auch die beiden Comicstränge zusammenkleben, Großadministrator?

Schocker
17.04.2004, 20:23
Das geht schon, Spleen. Da wäre im 70er-Forum einmal der:
http://www.alles-bonanza.net/forum/showthread.php?s=&threadid=2328
Und welcher solls sonst sein? Weiter unten ist noch ein Schlumpf-Strang, meinst du den? Ich habe jetzt noch nicht das ganze Forum abgesucht.

Spleen
18.04.2004, 18:57
Sollte der verschollen sein? Der muss irgendwo weiter hinten ruhen. Ich wuchte ihn, sobald ich ihn finde! Den Schlumpfstrang bitte lassen, da ging´s ja auch um Schlumpfmusik, Gummischlümpfe, Aufkleber etc...