PDA

Vollständige Version anzeigen : Die Farbe der Taxis und andere "große" Umwälzungen


Pectoralis
11.08.2001, 16:57
Manchmal fragt man sich: Von wann datiert eigentlich meine erste Erinnerung? Nun, ich bin im Januar 1968 geboren, und meine erste, eindrucksvolle Erinnerung stammt vom Dezember 1969 (das hat mit einem rein interfamiliären Ereignis zu tun); man kann also sagen, dass ich die 70er von Anfang an bewusst miterlebt habe...
Naja, natürlich gibt es dann Lücken, und Kinder prägen sich auch mitunter die merkwürdigsten Dinge ein. So erinnere ich mich an meinen Spielplatzunfall vom Muttertag 1970, als eine Platzwunde auf meiner Stirn genäht werden musste. Natürlich wird mir heute noch gerne erzählt, dass ich meine Muter angesichts zweier Nonnen im Krankenhaus fragte: 'Sind das Indianer?' Aber das gehört in einen anderen Strang.
Ich weiß jedoch auch noch, dass meine Mutter und ich mit einem Taxi heimfuhren, was damals bei uns ein unerhörter Luxus war - und dass ich merkwürdigerweise registrierte, dass es ein 'altes' schwarzes war. Damals sah man auf den Straßen beides parallel: schwarz und cremefarben, es wurde gerade umgestellt.
Ich schaue auch deshalb so gerne Fernsehserien und Filme aus den 70ern, weil mir dann die vielen alltäglichen Dinge wieder vor Augen stehen, die ja an sich völlig unwichtig sind, die aber Teil der Kindheit waren - und es kommt mir so vor, dass gerade in diesem Jahrzehnt sich so einige dieser Dinge grundlegend gewandelt haben.
Weitere Beispiele:
Die Polizisten waren, zumindest bei uns in Frankfurt, Anfang der 70er noch ganz grün - einige Jahre später hielten wir dann schon nach den ersten Schutzmännern in 'Khaki' Ausschau.
Die ersten Tastentelefone dürften auch so um 1980 aufgekommen sein.
Anfang des Jahrzehnts gab es bei uns noch vereinzelt Straßenbahnen mit Sitzbänken aus Holzlatten. Und die Fahrscheine kaufte man bei uniformierten Beamten mit Bauchladen.
Erinnert sich jemand noch an andere 'wichtige' Umwälzungen aus dieser Zeit?

peterthomassuschny
11.08.2001, 17:39
Ich bin im März 1962 geboren, also noch ganz bewußt ein Kind der 60er.
Die Taxis waren in Wien ebenfalls schwarz, in den 60ern fast nur Mercedes Benz, die Kennzeichen waren in Ö bis 1. 1. 1990 schwarz (habe auf meinem 79er-Taunus auch noch ein schwarzes, da im August 89 angemeldet).
Straßenbahnen in Wien mit Holzbänken gab es bis 31. 12. 1975. Dann wanderten sie endgültig in den Schrott, Ausnahme jene, die im Wiener Tramwaymuseum landeten (einen Link dorthin findest Du auf meiner Homepage www.r60.net).
Polizisten fuhren bis 1977 fast ausschließlich mit VW-Käfer oder Motorrad (sogenannte Weiße Maus, wie der Wiener die meist weiß bekleideten Motorradpolizisten freundlich benannte). Heute sind die meist schwarz gekleidet - die dunkelgrünen hießen hingegen (so heissen sie heute noch) aufgrund ihrer Uniform eher respektlos 'Spinatwochta' - dabei waren die 'Spinatwächter' eigentlich aus jener Epoche im 19. Jahrhundert, wo der Wiener aus der Stadt in die Umlandgemeinden zog und da dort überall Linienwalle waren, wurde recht streng kontrolliert, was die Leute binnenzollfrei in die Stadt bringen wollte - seit 1870 - 1900 wurden diese Umland-gemeinden langsam alle zu Wiener Bezirken.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
P. S. Die offenen Eisenbahnwaggons fuhren in Ö noch ca. bis 1975/76, d. h. am Ende jedes Waggons war so eine Art Balkon, besonders schön, wenn wir im letzten reisten, so z. B. 1972 von einem Pfadilager von Langenwang in der Steiermark über den Semmering nach Wien. So konnten wir nach hinten blicken, was wir gerade hinter uns gelassen hatten, wirklich toll. 6 Jahre später war ich mit Interrail in Frankreich und dort fuhren schon die hypermodernen Schnellzüge, wo wir wie im Flugzeug saßen.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Zazie
11.08.2001, 18:35
Mir fällt dazu gerade spontan ein: Früher wurden Briefe folgendermaßen adressiert: Name, Stadt, Straße. Später dann, immer noch in den 70-ern, war das Schema dann Name, Straße, Stadt.
Ich denke, es muss Ende der 70-er gewesen sein, bin mir aber nicht sicher, vielleicht auch Anfang der 80-er: Als die alten 5-Markstücke mit dem schönen Adler abgeschafft wurden. Ganz sicher weiß ich, dass es plötzlich neue 2-Markstücke gab.
Wenn ich ein bisschen überlege, fallen mir vielleicht noch mehr solcher Sachen ein.
Viele Grüße
Zazie

Pectoralis
11.08.2001, 20:37
Stimmt, Zazie! Die neuen Fünfer kamen spätestens 1976 oder so. In dem Kriminalmehrteiler 'Das Ding' (etwa 1979, glaube ich) wird sogar eine Geschichte konstruiert, der zu Folge der neue Fünfer eingeführt wurde, weil von den alten Hunderte von Millionen bei einem Überfall geklaut wurden!
Neue 2er? Die Politiker-Köpfe haben immer mal gewechselt, aber ganz neue Münzen?

Zazie
11.08.2001, 22:49
Doch wirklich, ganz neue 2-er Münzen. Das weiß ich noch ganz genau. Aber es stimmt, sehr stark unterschieden sie sich nicht von den alten. Da war der Wechsel der 5-er schon deutlicher zu sehen.
Viele Grüße
Zazie

Nevergrewup
12.08.2001, 04:24
In der Tat gab es in den 70ern neue 2 DM Münzen, auf denen Theodor Heuss und Konrad Adenauer abgebildet waren und die bis heute im Umlauf sind (leider nicht mehr lange...).Aber wer war nur der Herr mit Brille, dessen Profil auf den ALTEN 2 DM Münzen zu sehen war? *grübel*

Gnatterton
12.08.2001, 09:26
Das war - glaube ich zumindest - Bundespräsident Gustav Heinemann.
Gruß
Gnatterton

peterthomassuschny
12.08.2001, 09:48
In Ö gab es ab 1980 zusätzlich zum 20 Schilling Schein auch Münzen mit diesem Nenn-wert.
Jedes Jahr kamen neue. Auf dem Allerersten waren 9 nackte Männer, die sollten die 9 Bundesländer repräsentieren. Der Wirbel war groß, dabei fehlte ihnen im Gegensatz zum manchen steinernen Apoll, der in einem Garten steht, doch das wesentliche, also verstand ich die Kritik nicht ganz.
Jetzt vor dem Euro habe ich von jeder Münze ein Stück aufgehoben, von 2 Groschen bis 20 Schilling, natürlich die Männerpartie und von jedem Schein einen Farbscan angefertigt und 'Muster - zur Erinnerung an den Schilling' daraufgeschrieben. Sonst glaubt noch wer, ich habe eine Blütenwerkstatt.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Hilde
12.08.2001, 09:52
Auf dem alten Zwickel ist ein gewisser Max Planck (1858 - 1947) abgebildet, fragt nicht, wer das ist.
Durch Zufall bekam ich neulich diese Münze in die Hände, damit wollte ein älterer Herr seine Zeitung bezahlen, die Zeitungshändlerin sagte die Münze wäre gar nicht mehr gültig, hat sie aber trotzdem angenommen. Und ich hab sie gleich gefragt, ob sie selber ein Interesse an dieser Münze hätte, wenn nicht, würde ich sie mit Freuden abkaufen (für eben 2 DM), hat geklappt: freu!!
Übrigens, bei der Gelegenheit: Was hebt man auf vom jetzigen Geld, bevor der Euro kommt?
Ich bin noch schwer am Abwägen.

Lelani
12.08.2001, 12:30
Keine Ahnung wann, aber irgendwann wurden die Postleitzahlen umgestellt. Auch wurden Vororte eingemeindet. Also ich wohnte in Altona, später schrieb man, 2 Hamburg-Altona, dann irgendwann 2 Hamburg 50, dann 2000. Hing da nicht auch irgendwie die Sendung 'Vergißmeinnicht' (die Postleitzahl) dran? Herr Sparbier - bitte melden.
Was für mich wichtig war, man wurde früher erst mit 21 volljährig. Als ich 20 war trat das Gesetz in Kraft, daß man mit 18 volljährig wird. Ich war sauer 2 Jahre 'verpaßt' zu haben, aber froh 1 Jahr früher von zu Hause weg zu kommen.
Auch bei uns trugen die Polizisten blau, später wurden die Uniformen grün, auch die Farben der Streifenwagen, Peterwagen genannt, änderten sich.
In der Berufsschule wurde der Blockunterricht eingeführt.

Bibo
12.08.2001, 12:49
Wurde in den 70ern nicht auch die Gurtpflicht eingeführt? Kann mich noch daran erinnern, wie wir uns gurtlos auf dem Rücksitz des Käfers und später auf den Plastiksitzen des großen grünen Ford Taunus herumflätzten. Ende der 70er, glaub ich, wurde dann gegurtet, allerdings wohl auch zuerst nur vorne.
Überhaupt, die Käfer, sie sind (fast) ganz von den Straßen verschwunden, was ich sehr bedauere.

Nevergrewup
12.08.2001, 13:08
Thema Polizeiwagen: Waren damals nicht (eventuell sogar überwiegend?) weiße VW-Käfer mit seitlich aufmontiertem Blaulicht im Einsatz? Drollige Vorstellung, daß sich zwei oder drei Beamte in einem Käfer sitzend Verfolgungsjagden mit Verkehrsrowdys etc. lieferten...

Zazie
12.08.2001, 14:25
Das kann gut sein! Es gab da mal eine Werbung, die ein guter Beweis dafür ist. Zwei Gauner rauben einen Juwelier aus, wollen das Auto starten, klappt natürlich nicht. Sagt der eine Gauner zum anderen: 'Hättste doch lieber einen VW Käfer besorgt!' Kommt die Polizei, kassiert die beiden ein. Sagt der andere Gauner zum einen: 'Na bitte, jetzt kannste ja wenigstens in deinem geliebten VW Käfer fahren!'
Ansonsten stehen die 70-er für mich als Berliner Grundschülerin und frühe Gymnasiastin für ständige Schulreformen. Sozusagen jedes Jahr wurde irgend was an uns rumreformiert, das war total lästig. Ich weiß noch, in der 7. Klasse Gymnasium (77/78) hatte ich neben dem normalen Kunstunterricht noch Werkunterricht. Ein Jahr später gab's kein Werken mehr, dafür hatten die in der 7. schon Physik (würg); das hatte ich erst in der 8. Mit der Anzahl wöchentlicher Unterrichtsstunden in bestimmten Fächern pro Schuljahr wurde ebenfalls ständig jongliert.
Viele Grüße
Zazie

Bibo
12.08.2001, 15:19
Ich bin 77 in die Schule gekommen und damals war (zumindest hier in NRW) die Mengenlehre D E R Hit: Große Kreise aus Filz mit Schnittmenge, kleinere Figuren (Quadrate, Dreiecke...) in verschiedenen Farben. Die Eltern waren toptal verunsichert, weil sie das selbst nicht kannten. Ich habe ja immer noch diesen seltsamen Start im verdacht, Schuld an meinen schlechten Rechenkünsten zu sein...

Zazie
12.08.2001, 15:35
Bibo, du sprichst mir aus der Seele! Wundert mich, dass die Mengenlehre auch 77 noch der Hit war, das muss wohl ein Trend gewesen sein, der lange hielt, denn ich fing auch damit an und das war 71. Zuerst war ich auf einer Grundschule eher vom alten Schlag, da gab's das noch nicht. Nach dem Umzug kam ich dann in eine neue, 'progressive' Schule und da wurde dann Mengenlehre unterrichtet. Zitat aus meinem Zeugnis erstes Schuljahr bezüglich Mathe: 'ist um Klärung der Sachverhalte bemüht und kommt dabei auch zu eigenständigen Lösungen'. Ob diese Lösungen richtig oder falsch waren, weiß ich bis heute nicht. Jedenfalls, mein Mathetrauma sitzt tief, sehr tief und nahm schon sehr früh seinen Lauf...
Eigentlich sollte man einen Extrastrang 'Schule in den 70-ern' aufmachen, damit dieser hier nicht allzu schulisch wird. Was haltet ihr davon?
Viele Grüße
Zazie

peterthomassuschny
12.08.2001, 19:49
Also was ich noch dazu weiß:
Gurtenpflicht in Ö ab 1979, ab 1984 auch mit Strafe (vorher wieder einmal eine typisch östereichische Lösung, wer nicht angeschnallt war, bekam kein Schmerzensgeld von der Versicherung, auch wenn er unschuldig war), Sturzhelmpflicht genau das gleiche.
Postleitzahlen in Ö ab ca. 1965/66 reformiert, tippe in D so ähnlich.
Wir hatten 1967 eine kleine Kennzeichenreform (die weißen bekamen wir ja Gott sei Dank erst ab 1990), vorher hatten sämtliche Polizeiautos in ganz Ö Wiener 100.000 Kennzeichen, erst dann wurden eigene mit 'BP' eingeführt, die Bahn und Post hatten 200.000er und 300.000er Serien und noch einige Feinheiten mehr.
In den 50er mußte bei uns beim Telefonieren noch ein Buchstaben vorgewählt werden.
Gurten erhältlich waren übrigens schon bei Saab und Volvo ab 1962 (sic!), Schweden war der letzte europäische Festlandstaat, der 1967 auf Rechtsverkehr umstellte, dafür hatten die eine Spezialität: Linksverkehr und Linkslenker. Es lebe die randnahe Lenkung!
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
www.r60.net

Bibo
12.08.2001, 20:30
Klasse Idee mit dem Schulstrang, Zazie! Ich komme aus einem eher konservativen Ort, deshalb kamen da wohl progressive Ideen erst später an...

possum
12.08.2001, 21:38
Ich kam 1979 in die Schule und da haben wir in der 1. Klasse so Schachteln mit bunten Plättchen bekommen. Eine Schachtel war orange und da waren runde Plättchen in rot und gelb und ich glaub größere in blau drinnen und dann gab es noch eine blaue Schachtel, da waren alle anderen möglichen Formen drinnen, Dreiecke, Quadrate, Sechsecke usw. - gebraucht haben wir das alles aber so gut wie nie. Heute finde ich diese Plättchen lose ab uns zu in irgendwelchen alten Koffern oder Schachteln, wenn ich auf dem Dachboden stöbere.
Zu dem Lesebuch in der 1. Klasse hat unsere Lehrerin immer Fibel gesagt. Drinnen war eine Mimi zu basteln. Mimi war das erste Wort, dass wir gelernt haben und Mimi war so eine Art Hampelmann-Puppe aus Papier wo man unten an einer Schnur anziehen konnte und dann haben sich Arme und Beine auf und ab bewegt. Die nächsten Wörter waren dann Susi, Mama, Oma, Omi, Mia - die Katze und Ami - der Hund. Und dann Tim und Tom usw.

Pectoralis
13.08.2001, 13:36
@ Hilde
Max Planck? Nie gehört! http://www.alles-bonanza.de/ubb//smile.gif
@ Lelani
Die Polizisten hatten bis Mitte der 70er wohl in jedem Bundesland andere Uniformen. Die Hamburger kann man in den früheren Folgen von 'Sonderdezernat K1' ansehen (übrigens eine recht gute 70er-Serie mit vielen sehr guten Schauspielern
- und einer der wenigen 'optischen' Auftritte von Kirk/Connery/Newman-Sprecher G.G.Hoffmann).
@Nevergrewup
Habe letzte Woche auf dem Dachboden meine alten Quartette gefunden. Eins hatte den Titel 'Auto-Asse der Polizei'; auf dem Deckblatt ein Passat der allerersten Generation darunter der Schriftzug 'MIT DEN NEUESTEN MODELLEN!!!' Erste Karte (1A): Ein VW Käfer. Dazu der Text: 'Wendiger Stadtwagen für den Streifendienst' - Noch Fragen? http://www.alles-bonanza.de/ubb//smile.gif
@ Bibo, Zazie, possum
Kam 1974 in die Schule und hatte eine gelbe Schachtel mit bunten Plättchen. Ich verstand gar nicht die abschätzigen Kommentare unserer Eltern, ich fand das alles ganz spaßig und vor allen Dingen sehr logisch...
Auch wir hatten eine Fibel, eine rote, aber an das erste Wort kann ich mich nicht mehr erinnern. Versteht mich jetzt bitte nicht falsch, aber ich kann mir nicht verkneifen, euch zu erzählen, dass mir neulich eine solche Fibel von heute gezeigt wurde. Erster Satz: 'Ali sagt zu Fatima'. Wie gesagt, ich will damit jetzt wirklich nichts gegen Ausländer oder gar deren Integration sagen, aber hier in unserem aufgeklärten Kreise kann man doch mal konstatieren, wie sehr sich in allem die Zeiten ändern.
@ peterthomassuschnny
Eure 'österreichische' Lösung war auch eine deutsche: Hier gab es seit 1976 eine Gurtpflicht auf den Vordersitzen, aber unter Strafe stand das auch erst sehr viel später (kostete dann 40,- DM, wird aber wohl noch heute eher wenig geahndet).

peterthomassuschny
13.08.2001, 13:36
@Pectoralis
Wird bei uns so oft geahndet, wie das Handy-verbot am Steuer.
Unsere erste Fibel hieß 'Ich kann schon lesen' und kommt mit mir als wichtigstes Ereignis des Jahres 1968 in mein Buch (das wichtigste Ereignis? Peters erstes Schultag, September 1968. Die Studentendemos haben mich damals nicht interessiert und ehrlich gesagt, als Wirtschaftsuni-Geschädigter müßten sowieso laufend Demos sein, gegen die Anmassung der Professoren, in welchem Ausmaß die Nichtvolkswirten Nationalökonomie lernen müssen, dann wird unsereins nicht fertig und dann finde mit 27 einen guten Job! Und heute, 12 Jahre danach und seit 10 Jahren Botendienstfrächter, merke ich, daß ich nicht nur fast pleite bin, sondern, und das finde ich noch viel ärger, welches Humankapital da vergeudet wird und ich bin ja nur einer von vielen, die aufgrund der völlig falschen Lehrpläne nicht ganz fertig studiert haben).
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Zongo
28.08.2001, 14:36
@possum
das war der berühmte LÜCK-Kasten.

possum
30.08.2001, 20:02
Das war eben definitiv NICHT der Lük-Kasten! Ich besaß nie einen Lük-Kasten und habe erst Jahre später auf irgendeinem blödsinningen Kurs davon gehört und mich dabei nicht erinnert, sowas schon mal gesehen zu haben. Es waren einfach kleine Schachteln aus Plastik ca. 10x10 in blau und 10x8 in orange gefüllt mit allerlei bunten Plättchen.

Paisley
01.09.2001, 00:11
Also, jetzt will ich's aber wissen:
Was ist denn nun genau der Lueck-Kasten???
Wir hatten damals (1971) in der Grundschule:
1)
'24 bunte Plättchen' (stand so auch auf der Blechschachtel):
Plättchen in 4 Farben (Rot-blau-gelb-grün), 2 Größen (groß-klein) und 3 Formen (Dreieck, Kreis, Quadrat), in jeder denkbaren Kombination.
2)
So ein Kasten mit Holzstangen in 10 verschiedenen Größen, vom Würfelchen bis zur Latte, die Größen nach Farben sortiert.
3)
Ein Kasten mit einer mir nicht mehr bekannten Anzahl von runden kleinen Plättchen, die waren auf der einen Seite blau und auf der anderen rot.
Ist eines davon dieser Lueck-Kasten??
Gruß
Paisley

peterthomassuschny
01.09.2001, 09:46
Die Papierhändlerin gegenüber der Hauptschule, die nach dem großen Schulreformer Otto Glöckel benannt wurde, führt den Setzkasten im Programm, der schaut genauso aus, wie in den 60ern! Wirklich super! Könnte aber durchaus auch noch 50er sein.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
www.r60.net

Bibo
01.09.2001, 09:55
Mit dem Lük-Kästen können Schüler diverse Aufgaben aus einem Heft lösen, z.B. Matheaufgaben. Sie müssen dann das Plättchen mit der nach ihrer Meinung nach richtigen Lösung auf eine bestimmte stelle auflegen. (Aufgabe a) Lösung auf Feld a). Wenn sie fertig sind mit dem Aufgabenpaket, klappen sie den kasten zu, drehen die Schaschtel um und sehen jetzt die andere Seite der Plättchen. Wenn sie richtig gearbeitet haben, ergibt das ein ganz bestimmtes, für jeden Aufgabenblock bestimmtes Muster. Auf diese Art und Weise können Schüler selbstständig ihre Ergebnisse überprüfen und eigenständig üben.

steveluke
25.09.2001, 20:17
P.S.: LÜK = Lerne Übe Kontrolliere

Prof_Bienlein
24.10.2001, 23:29
Nicht, dass ich bloß den Strang dieses sympathischen Herrn Pectoralis, den man hier schon so lange nicht mehr angetroffen hat, hochwuchten wollte - aber statt im 'Dachboden'-Strang zu erzählen, wie ich heute meine schöne N-Modelleisenbahn nach 15 Jahren von dort geholt und in mein Zuhause (das nun endlich den nötigen Platz dafür bietet) transportiert habe, fällt mir eine damit zusammenhängende Frage ein:
Ich las, dass im Jahre 1977 die Bundesbahn die letzten Dampfloks aus dem Dienst nahm. Ich bin zwar 1968 geboren, aber ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, in den 70ern noch diese liebenswerten Ungetüme auf bundesdeutschen Strecken gesehen zu haben (wohl aber 1975 bei einem Besuch in der DDR, auf der Fahrt von Erfurt nach Jena in einem dieser für uns Kinder so spaßigen Doppelstock-Wagen).
Kann sich einer von euch noch daran erinnern?
(Beitrag wurde von Prof_Bienlein am 25.10.2001 um 12:30 Uhr bearbeitet.)

Elwood
25.10.2001, 00:37
Im Osten sind die letzten Dampfloks erst während der Wende verschwunden. Im Westen habe ich (Jahrgang 70) außer bei Museumsbahnen nie welche wahrgenommen.

Johnny Harms
25.10.2001, 00:59
Ich bin nicht der Dampflokexperte, die gibt es sicher anderswo, aber nach meinem Kenntnisstand wurden die Dampfloks bei der DB mit dem Winterfahrplan 1975/76 (also am 28.9.1975) außer Dienst gestellt.
Ich bin 1973 mit einem von einer BR 01 gezogenen D-Zug von Altona nach Niebüll (Endbahnhof Sylt) gefahren.
Johnny
------------------
Und wenn sie Freizeit haben, dann hüpfen sie!

peterthomassuschny
25.10.2001, 06:32
Dampfloks in Ö:
1. In Wien noch bis Mitte der 70er z. B. auf der Verbindungsbahn zwischen Wien West und Wien Süd quer durch Wien 13 und Wien 12.
2. Schneebergbahn (Zahnradbahn!) bis vor ganz kurzem noch (1987 auf jeden Fall noch, wie lange dann, weiß ich nicht, aber 1987 hatten wir zu Pfingsten ein Pfadilager in Puchberg/Schneeberg.
3. Wärmstens zu empfehlen: in Straßhof an der Nordbahn, keine 15 Kilometer nördlich von Wien, wurde 1978 von einigen Freunden der Eisenbahn das historische Heizhaus gekauft und adaptiert.
Dort finden ständig Dampftage statt, circa alle 3 Wochen oder sogar kürzer. Vermutlich morgen am Tag der Fahne (Nationalfeiertag) das letzte Mal für 2001, eventuell noch einmal in den Weihnachtsfeiertagen.
Bei näherem Interesse ersuche ich um ein Mail, dann suche ich die gerne raus, ob die nicht eine Homepage haben.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
www.r60.net

Lelani
25.10.2001, 12:42
Ich wohnte bis 1975 an der Bahnstrecke Hamburg-Altona-Sylt, fast vor unserem Haus war das Rangiergleis, und die Loks waren noch da als ich auszog.
Als Kind hätte ich nie woanders wohnen mögen . Ich habe es geliebt nachts die Geräusche zu hören, das Zischen - ich liebte Dampfloks und träumte von der großen Welt.

Johnny Harms
25.10.2001, 22:52
Es fällt mir wieder ein: die DB hatte zu dieser Zeit ein Plakat mit dem Slogan: Wir gewöhnen unseren Zügen das Rauchen ab
Johnny
------------------
Und wenn sie Freizeit haben, dann hüpfen sie!

peterthomassuschny
26.10.2001, 11:00
Bei Johnnys Statement fiel mir irgendwie die böse Parodie auf diesen gutgemeinten Slogan ein: 'Wollen Sie das Leben in vollen Zügen geniessen? Werden Sie Schaffner!'. Ob das von Hugo Wiener stammt?
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
www.r60.net

Lelani
27.10.2001, 12:30
Alle reden vom Wetter- Wir nicht. Die Bahn

Johnny Harms
27.10.2001, 14:47
Entschuldigung gnädige Frau, dass ich widerspreche, aber der Slogan ist aus den 60er, weil:
Der böse SDS hat damit schon Werbung für sich gemacht. (MarxEngelsLenin - Köpfe und der Spruch) Hing als Poster in vielen Studentenbude der Zeit.
Johnny
------------------
Und wenn sie Freizeit haben, dann hüpfen sie!

Lelani
27.10.2001, 15:08
Sorry, ich habe die Werbung mit dem Slogan, auf einer Postkarte gedruckt, vor vier Jahren käuflich erworben. Konnte mich daran erinnern, daß wir diesen Spruch immer parat hatten als wir die Schneekatastrophe hatten. Deshalb habe ich es wohl in die falsche Zeit gerückt.
Ich halte jetzt meine Finger still. senkt den Kopf - fährt den PC runter - und geht sich schämen

Spleen
27.10.2001, 20:06
Lelanitröst!

Johnny Harms
27.10.2001, 23:13
Muttu nich weinen, issa nich große böse 60er Jahre Wächter-Peter, issa lieber Johnny, macht Ey!
Komm, lass uns hüpfen!

peterthomassuschny
28.10.2001, 09:24
Meine gute Erziehung verbietet mir jetzt, wie der Lukas Resetarits im 70er Radio-Slogan: 'Gusch Buar' zu sagen, aber ob ich mit 1,70 m groß bin, wage ich zu bezweifeln und böser als SDS-Sympathisanten bin ich auch nicht...
Aber ein Sohn von guten Freunden war auch immer in dieser Szene, aber der ist politisch solide, weil der trotzdem nie seine Wurzeln vergißt und immer auf der Seite Israels ist.
Das muß genügen.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Lelani
28.10.2001, 12:37
Ja Johnny, jetzt will ich mit Dir hüpfen!

Spleen
28.10.2001, 18:30
Springprozessionen gibt«s in Luxemburg!

Elwood
28.10.2001, 18:39
Aber das ist katholisches Hüpfen. Aber dafür sind Schnaps und Benzin dort sehr billig.

Johnny Harms
28.10.2001, 20:44
Spleen, geh mal auf die Seite. Den Unterschied zwischen Hüpfen und Springen lernst du in der nächsten Klasse. Bis dahin lass die Großen.
Hier hast du ein Sigurd-Heft, geh in dein Zimmer!
Lelani, kommst du mit? Auf Elwood brauche wir nicht zu warten, der ist schon wieder duun.
Johnny

------------------
Und wenn sie Freizeit haben, dann hüpfen sie!

Lelani
29.10.2001, 08:29
@Johnny
Ja! http://www.alles-bonanza.de/ubb//smile.gif

Prof_Bienlein
29.10.2001, 17:41
Ab ins Café mit euch! Hier geht es um professorale Themen! http://www.alles-bonanza.de/ubb//wink.gif

Spleen
29.10.2001, 18:38
Und das von Balduin, dem Rollschuh-Ass! http://www.alles-bonanza.de/ubb//wink.gif
Hüpfen Schlümpfe oder springen die?
Ach ja, danke für den Sigurd, Johnny! Sigurd hüpft nicht, der torkelt eher...

Johnny Harms
30.10.2001, 12:13
@Lelani
Kann heute nicht hüpfen, hab Schnupfen.
Pass auf, dass du dich nicht ansteckst.
Bis bald
Johatschinny
------------------
Und wenn sie gesund sind und Freizeit haben, dann hüpfen sie!
(Beitrag wurde von Johnny Harms am 30.10.2001 um 00:14 Uhr bearbeitet.)

Sidney Friedman
30.10.2001, 12:13
Wollen wir wetten?
Um eine Flasche Pastis!
Top
------------------
Ladies and Gentlemen, take my advice! Pull down your pants and slide on the ice!

Lelani
30.10.2001, 12:13
@Johnny
Gute Besserung schiebt eine Packung Tempo Menthol in Johnnys Richtung - ihr Blick drückt Mitleid aus

Elwood
30.10.2001, 21:33
Hmm Lelani, gab es Tempo Menthol schon in den 70ern?
Johnny: kurier dich auf Kräuterbasis aus. Anis wirkt beruhigend. Ich empfehle den von Dir schon mal erwähnten Küstennebel - auch wenn das Zeug nicht aus Friesland kommt. Für Nicht-Norddeutsche: Küstennebel ist Ouzo mit ein wenig Wasser.
Der gleiche Hersteller bietet auch den Fischergeist an. Das Zeug macht richtig warm ums Herz (54 Umdrehungen).

peterthomassuschny
31.10.2001, 06:35
@Elwood
Ob es die in den 60ern gab, weiß ich nicht sicher, Feh gab es damals in Ö auf jeden Fall, aber in den 70ern (als es keine Tempo-Autos mehr gab, Scherzerl) gab es auf jeden Fall schon Tempo-Taschentücher.
Auf einer der 'Wickie, Slime und Paiper'-CDs (Vol 1 oder 2 mittlererweile gibt es auch 3 und 4), die mir ein Freund gebrannt hat, gibt es den Tempo-Taschentücher-Werbespot zur Olympiade 1980, da zählen sie singend einige Schifahrer auf und dann heißt es 'denn unser Schiteam das ist sicher, schneuzt sich in Tempo-Taschentücher' (wobei wir in den 60ern auch Ski gelernt haben, dann hieß es Skiteam).
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
Der jetzt wegmuß, Krankenliegen laden (aber ich schätze, nicht für Schnupfenkranke), also, ahoi, pts, und laß net wieder die Ware anbrennen ....

Spleen
31.10.2001, 17:38
Das ist auf der WSP-CD Nr. 2, guter Spot!

Sidney Friedman
01.11.2001, 15:56
Johnny
ich gebe mich geschlagen, du hast die Wette gewonnen.
Wenn du wieder auftauchst, machen wir uns über den Pastis her (und was sonst noch da ist)
Geht's wieder?
Sid
------------------
Ladies and Gentlemen, take my advice! Pull down your pants and slide on the ice!

lieblingssohn
06.11.2001, 09:33
Wenn ich an Veränderungen denke, fallen mir die Starßenbahnschaffner ein. Ich bin in der Nähe von Frankfurt aufgewachsen und dann und wann war ein Besuch der Großstadt angesagt. Ich kann mich erinnern, dass Anfang der 70er noch ein Straßenbahnschaffner in der Bahn das Fahrgeld kassiert hat. Irgendwann Mitte der 70er kamen dann die Automaten.

Prof_Bienlein
06.11.2001, 16:02
Recht hast du (siehe den ersten Beitrag dieses Strangs!), und die Fahrkarten-Bauchläden gibt es noch - wenn, wie letztes Wochenende, Ersatzbusse zur Hauptverkehrszeit fahren, stehen zwei oder drei Schaffner mit solch antiquierten Dingern herum!

Castafiore
06.11.2001, 18:38
Also hier in der Hauptstadt nicht! Aber ich kann mich auch noch lebhaft an meine Jugend erinnern, als auch in den Bussen immer vorne der Fahrer saß (logisch!) und in der Mitte ein Schaffner, bei dem man den Fahrschein löste. Aber da gab es auch noch auf jedem U-Bahnhof einen Bahnhofsvorsteher und oben ein Kassenhäuschen mit richtigen Menschen drin, die einem Fahrscheine verkauften. Lang ist's her...
Aber ich glaube, die größte Umwälzung überhaupt war wohl der Abschied von der Langnese-Markise zugunsten dieses bescheuert-globalen Herzens. Seitdem schmeckt mir das Langnese-Eis einfach nicht mehr so gut *schnüff!*

Zazie
08.11.2001, 22:51
Menschenskinder Castafiore, biste denn ooch Hauptstädterin? Wo denn da? An die Busse mit Schaffner kann ich mich noch ganz genau erinnern, denn das war nur ein ganz bestimmter Typ Bus. Man stieg hinten ein, da war gleich die Treppe zum Oberdeck und die Sitzreihen waren alle 'rechtsbündig' angeordnet. Es fanden mehrere Leute dort Platz und links davon war der Gang. Die Sitzreihen unten waren gegenüberliegend angeordnet, das war in allen alten Bussen praktisch Standard. Wenn man Glück hatte, konnte man sich auf dem Oberdeck so verkrümeln, dass der Schaffner einen übersah. Ganz früher durfte man auf dem Oberdeck ja auch noch rauchen, aber das ist ja schon lange vorbei. Ich kann mich noch an die Aschnebecher erinnern, die an der Lehne der Vorderbank angebracht waren. Danach war dann nur noch der Fleck zu sehen, an dem sie mal hingen.
Bahnhofsvorsteher in der U-Bahn gibt es ja erst seit kurzer Zeit nicht mehr. Die haben sich sehr lange gehalten, ich hatte einige Klassenkameraden, die diesen Job nach dem Abi machten (blöd, erst Abi bauen und dann so 'nen monotonen Job annehmen, hab ich nie verstanden).
Viele Grüße
Zazie

Elwood
08.11.2001, 22:53
@Zazie: in den 70ern gab es noch die 'richtige' Hauptstadt: Bonn.
Grüße aus NRW.

Prof_Bienlein
09.11.2001, 00:30
Du meinst doch wohl eher das 'Bundesdorf'...

peterthomassuschny
09.11.2001, 06:37
Mir war Bonn sehr sympathisch, da stammt doch auch der in Wien wirkende Herr Ludwig van Beethoven her, der viele gute Musik komponiert hat (zählte lt. unsern Musikprofessor zu den beliebtesten Klassikern unter Schülern neben Mozart).
Über Bonn las ich einmal den Kalauer: kommt ein Diplomat nach Bonn und fragt nach seinem Besuch beim Bundeskanzler in einem Hotel nach dem Nachtleben, sagt der Rezeptionist: 'Bedauere, die Dame ist heute mit dem Zug nach Bad Godesberg gefahren ...'
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
www.r60.net

Zazie
09.11.2001, 09:32
Ach so ja, das Bundesdorf, das gab's ja auch mal... duckt sich
Ich dachte natürlich wieder mal gleich an Berlin, denn da gab's ja wie gesagt auch Busse mit Schaffner. Aber welche Stadt Castafiore meinte, wird sie uns sicher noch erzählen.
Zazie

Castafiore
09.11.2001, 16:11
Ihr Süßen, ich rede natürlich von DER Hauptstadt! So wie es für uns zu Mauerzeiten nur einen behelfsmäßigen Personalausweis gab (Ha!, eigentlich ein 'Ding, das es nicht mehr gibt'), war Bonn auch nur eine behelfsmäßige Hauptstadt, d. h. eigentlich nur Regierungssitz, denn von Stadt kann man ja wohl kaum reden... Was meint Ihr, könnten wir auch Bonn als Hauptstadt in den Strang 'Dinge, die es nicht mehr gibt' einreihen?

Spleen
09.11.2001, 18:44
(Fünfhundert Rheinländerbärchen betreten in Polonaise den Saal und knurren bedrohlich.)

Zazie
09.11.2001, 20:13
Uahahaaaa, der behelfsmäßige Personalausweis! Und die dazu gehörigen Transitvisa, wenn man aus- und einreiste. Aber das gehört wohl eher in den DDR-Strang. Ich hab sogar noch welche aufgehoben, ob das was fürs Mauermuseum wäre?

peterthomassuschny
10.11.2001, 08:24
Also, ich empfinde mit Bonn das eindeutig sympathischere Deutschland, Berlin hat so was wichtigtuerisches an sich, obwohl die Stadt selber sicher interessant ist.
Bei uns ist die Hauptstadtfrage jedoch recht klar, man/frau konnte jedoch eine historische Hauptstadt gelten machen, erledige ich gerne der Reihenfolge nach:
Pöchlarn, Melk (?), Tulln, Klosterneuburg and last, but not least, Bec (äh, das war jetzt serbokroatisch, nein, ich bin kein JugoslaWIENER), also Wien.
Melk weiß ich jetzt nicht genau, aber alle anderen waren vor Wien Hauptstadt.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Prof_Bienlein
11.11.2001, 00:05
Darüber, dass Berlin Hauptstadt war, ist und bleibt, muss man sicherlich nicht diskutieren. Hat sie sich gerade in den Jahren nach 1945 auch redlich verdient.
Über Bonn kursierte damals noch ein anderer Witz:
Adenauer wird Anfang der 60er gefragt, warum er damals als Hauptstadt nicht gleich Rhöndorf genommen habe. Antwort: 'Dat konnt isch mir damals noch nisch erlaube...'

Spleen
11.11.2001, 08:08
Good one, Balduin! http://www.alles-bonanza.de/ubb//biggrin.gif

peterthomassuschny
11.11.2001, 09:19
@Prof_Bienlein
Wenn ich in anderen Strängen oder Foren auch nicht darüber diskutieren muß, das Jerusalem für immer die ungeteilte Hauptstadt Israels ist, brauche ich mir ehrlich gesagt über Berlin nicht den Kopf zerbrechen, ich habe nur festgestellt, daß Bonn die sympathischere Stadt ist, Du darfst auch Innsbruck oder Salzburg sympathischer als Wien finden, nur wenn Du das über St. Pölten meinst ('Dem Tapferen bangt selten, warum graut Dir vor Sankt Pelten?' ist ein beliebter Schüttelreim) werde ich Dich ein bißchen auslachen müssen.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Lelani
19.11.2001, 15:05
Hatte am Wochenende Besuch "vom Dorf", die sind hier in Berlin mit Begeisterung Straßenbahn gefahren.
Da stellte sich mir die Frage: Wann wurde eigentlich in Hamburg die Straßenbahn abgeschafft? Ich denke das war in den 70igern.
Weiß das jemand?

Elwood
19.11.2001, 22:25
Das war im Frühjahr 78. Das weiß ich von einem Freund aus Hamburg, der sich sehr für Straßen- und Eisenbahnen interessiert.

Letztens hat er mir ein interessantes Video gezeigt, welches er bei einem Hamburger Straßenbahn-Fanclub gekauft hat. Urspünglich war es ein Super 8-Film, den ein Hardcore-Straßenbahn-Fan auf einer der letzten Straßenbahnfahrten April(?)1978 in HH gedreht hat. Dieser hat die ganze Strecke abgefahren und jede einzelne Haltestelle, die Streckenführung und alle Änderungen während der Zeit (d.h.seit Beginn der Straßenbahn im 19.Jhrdt.)beschrieben. Ein völlig authentisches 70er-Relikt, typisch Super 8, verwackelt und manchmal eigenwillig beleuchtet.
Mich hat die Streckenführung etc.nicht weiter interessiert (wenn Straßenbahn, dann hat mich die in meiner Kindheitsstadt Hannover interessiert) - aber die echten 70er-Jahre- Szenen mit den tollen Autos. Herrlich, was da herumfuhr.
Den besagten Kumpel habe ich mit den Videos (2x je 45 min) auch schön blamiert. Er ist auch in meinem VW K 70-Club und wollte wissen, ob das eine Auto in einer Szene ein K 70 und das andere ein NSU RO 80 war. Obwohl er sich seit 20 Jahren mit beiden Autos befasst, hat er sich vertan (es war ein Fiat 132).
Und vor allem hat er `zig weitere K 70 übersehen (19 in beiden Filmen, außerdem noch 7 RO 80). Wie peinlich für einen Club-Guru. Okay, ich habe die Gabe, alte Autos auch anhand kleiner Details und Auschnitte erkennen zu können, aber so viele nicht zu erkennen, das hat m.E.auf jeden Fall gerechtfertigt, daß ich beim folgenden K 70-Treffen zu den anderen Freaks gerannt bin und herumgetönt habe, wie unwissend unser gemeinsamer Freund doch ist (und wie schlau ich doch bin). Das mußte einfach gesagt werden!

Prof_Bienlein
20.11.2001, 00:37
Originally posted by Elwood
Das war im Frühjahr 78. Das weiß ich von einem Freund aus Hamburg, der sich sehr für Straßen- und Eisenbahnen interessiert.

Letztens hat er mir ein interessantes Video gezeigt, welches er bei einem Hamburger Straßenbahn-Fanclub gekauft hat. Urspünglich war es ein Super 8-Film, den ein Hardcore-Straßenbahn-Fan auf einer der letzten Straßenbahnfahrten April(?)1978 in HH gedreht hat. Dieser hat die ganze Strecke abgefahren und jede einzelne Haltestelle, die Streckenführung und alle Änderungen während der Zeit (d.h.seit Beginn der Straßenbahn im 19.Jhrdt.)beschrieben. Ein völlig authentisches 70er-Relikt, typisch Super 8, verwackelt und manchmal eigenwillig beleuchtet.
Mich hat die Streckenführung etc.nicht weiter interessiert (wenn Straßenbahn, dann hat mich die in meiner Kindheitsstadt Hannover interessiert) - aber die echten 70er-Jahre- Szenen mit den tollen Autos. Herrlich, was da herumfuhr.
Den besagten Kumpel habe ich mit den Videos (2x je 45 min) auch schön blamiert. Er ist auch in meinem VW K 70-Club und wollte wissen, ob das eine Auto in einer Szene ein K 70 und das andere ein NSU RO 80 war. Obwohl er sich seit 20 Jahren mit beiden Autos befasst, hat er sich vertan (es war ein Fiat 132).
Und vor allem hat er `zig weitere K 70 übersehen (19 in beiden Filmen, außerdem noch 7 RO 80). Wie peinlich für einen Club-Guru. Okay, ich habe die Gabe, alte Autos auch anhand kleiner Details und Auschnitte erkennen zu können, aber so viele nicht zu erkennen, das hat m.E.auf jeden Fall gerechtfertigt, daß ich beim folgenden K 70-Treffen zu den anderen Freaks gerannt bin und herumgetönt habe, wie unwissend unser gemeinsamer Freund doch ist (und wie schlau ich doch bin). Das mußte einfach gesagt werden!

Du bist aber ganz schön bös, Elwood! ;)

Prof_Bienlein
20.11.2001, 00:45
Entschuldigt, Leute, ich wollte nicht gleich alles wiederholen! Ist mein erster Beitrag im neuen Zuhause!

Elwood
20.11.2001, 10:54
Wieso böse? Ich bitte Dich Prof, bei einem langjährigen K 70-Fan, der selber diverse dieser Autos hatte, sind solche schweren Fehler unentschuldbar. Okay, wenn er einzelne übersehen hätte - aber so viele, nein, das geht nicht.

Zazie
20.11.2001, 11:06
Straßenbahnen gibt's in West-Berlin glaube ich schon seit den 60-ern nicht mehr. Ich jedenfalls habe mein ganzes Leben lang nie eine dort gesehen. Erst wieder in Ost-Berlin nach der Maueröffnung.

Erinnern kann ich mich jedoch noch an die S-Bahn und wie sie langsam eingegangen ist. In Anbetracht des großen Streckennetzes muss die S-Bahn auch früher schon weitläufig gewesen sein. Bei mir in der Nähe gab es einen S-Hochbahnhof und ich sah die S-Bahn als Kind dort immer, aber gefahren bin ich damit nur ein einziges Mal. Im Grunde war diese Linie damals ein superschneller und bequemer Weg, von meinem Viertel ins Zentrum zu kommen. Ohne die S-Bahn musste man erst Bus fahren, dann in die U-Bahn umsteigen... Ich habe nicht recht verstanden, warum kaum noch einer damit fuhr und sie schließlich abgeschafft wurde (alles in den 70-ern). Erst später erklärte mir meine Mutter, dass die S-Bahn der DDR-Reichsbahn gehörte und sie deshalb boykottiert wurde, weil es hieß, dass sie das Fahrgeld von uns Westlern dafür nutzen würden, noch mehr Stacheldraht auf die Mauer zu packen (also sprich, die Grenze immer mehr zu sichern). Meine Eltern weigerten sich sowieso strikt, der DDR auch nur einen Pfennig zu geben. "Noch nicht mal über die Mauer würde ich spucken, dazu ist mir meine Spucke zu kostbar", war ein Spruch meiner Mutter.
Jedenfalls, die S-Bahn gab es in den 70-ern nicht mehr. Mitte der 80-er kaufte West-Berlin 2 oder 3 Strecken von der DDR und ließ die S-Bahn dort wieder fahren. Es war recht pittoresk, was mit den anderen Bahnhöfen geschah. Einige weiter draußen gelegene wurden zu idyllischen Gärten, so richtig mit wild bewucherten Gleisen, ganz romantisch. Andere wurden zu Stätten der Kunst mit Ausstellungen und Happenings. Seit der Wiedervereinigung ist Schluss damit, denn restlos alle Linien und Bahnhöfe wurden wieder in Betrieb genommen.

Viele Grüße
Zazie