PDA

Vollständige Version anzeigen : Roger Dean (oder: Fantasy-Plattencover)


Trudelblume
01.09.2001, 23:14
Very 70es: Die Plattencover und Poster von Roger Dean. Vor allem seine Arbeiten für Yes (Close to the Edge, Relayer, Tales from Topographic Oceans etc.) und Uriah Heep (The Magician's Birthday u.a.) dürften wohl ein Begriff sein. Als mein Bruder damals seinen Bildband 'Views' anschleppte, war ich schwer beeindruckt. Offenbar nicht nur ich, denn seine Arbeiten haben ein ganzes Heer von Epigonen nach sich gezogen. Vor allem seine schnörkeligen, verschlungenen Schriftzüge wurden in den 70ern abgekupfert, bis uns die Augen blutetetn.
So ziemlich in die gleiche Kerbe schlug Rodney Matthews, von dem unter anderem die Michael Moorcock-Covers bei Heyne stammten. Auf 'Twelve Towers at Dawn' verewigte er eine Horde Fantasy-Zwerge mit den Gesichtszügen der Rolling Stones.

Spleen
02.09.2001, 09:21
Klingt gut! Die Plattencover boten eh viel mehr zum Gucken als die kleinen CD-Pixis...
(Beitrag wurde von Spleen am 02.09.2001 um 17:07 Uhr bearbeitet.)

Paisley
02.09.2001, 16:44
Ach, Roger Dean hieß der, der die tollen Yes-Cover gemacht hat??
Als zehnjähriges Kind zählte es zu meinen liebsten Beschäftigungen, die Platten meines Schwagers zu durchwühlen und meinen Blick an besonders schönen Plattencovern festzusaugen. Dazu gehörte auch das von 'Yessongs'.

Zazie
02.09.2001, 22:56
Ich stimme voll und ganz zu, die Cover von Yes waren immer wunderschön. Ich überlege gerade, welche Cover noch schön anzusehen waren. Die von Barclay James Harvest waren oft sehr hübsch.
Das ist jetzt ein bisschen offtopic - Anfang der 90-er hat Leslie Mandoki ein Album veröffentlicht (Ex-Dschingis Khan und hiermit wären wir wieder bei den 70-ern): Out of Key with the Time. Das Cover hat sein Bruder gemalt. Der macht wunderbare surrealistische Bilder. Viele davon hängen bei Leslie im Studio und ich habe auch einen kleinen Bildband davon. Lässt sich durchaus mit den Yes-Covern vergleichen.
Das Yes-Schriftlogo war auch immer so schön geschwungen, das konnte man immer so schön abmalen.
Viele Grüße
Zazie

Trudelblume
03.09.2001, 00:23
Die 70er waren überhaupt das Jahrzehnt der abgefahrenen Plattencover. Die meisten kenne ich ja auch nur aus Büchern - Das H.R.-Giger-Cover von Emerson, Lake und Palmer zum Beispiel, mit einem Loch in der Mitte, durch das man das Innencover sah - außen war ein Totenschädel dargestellt, innen ein Frauenportrait. Oder die erste Auflage von Alice Coopers 'School's Out', bei der die Platte in einem Original-Damenslip steckte. Im Original kenne ich 'Thick as a Brick' von Jethro Tull, wo das Cover aus einer kompletten Zeitung bestand.

Zazie
04.09.2001, 00:31
Mir fällt noch ein: Rolling Stones, ich glaube, Sticky Fingers. Darauf ist ein in einer Jeans steckender männlicher Unterleib zu sehen und der Reißverschluss der Jeans ist echt (ich habe allerdings nie den Versuch gemacht, ihn mal aufzumachen, um zu sehen, was sich dahinter befindet).
Sehr schön auch die Cover der progessiven Thai Phong.
Und später zur Discozeit waren die Scheiben oftmals nicht mehr schwarz, sondern in allen möglichen bunten Farben. Besonders Maxisingles sahen gerne so aus, die kamen damals auch gerade neu auf.
Viele Grüße
Zazie

Spleen
04.09.2001, 20:17
Ich weiß jetzt nicht, ob das ganz dazu passt, aber ich fand das Cover von Queen«s 'News of the World' immer gut, wo ein riesiger, irgendwie menschlich wirkender Roboter die Bandmitglieder in der Hand hat!

Schocker
04.09.2001, 21:07
Sehr gut war auch das Cover der WHO-LP 'Live at Leeds'. Sah ganz unscheinbar aus: hellbraune Pappe mit Titel und Bandname.
Aber drinnen steckte eine Tüte mit diversen Dokumenten: Briefwechsel der Gruppe mit dem Management, Fotos, handgeschriebene Songtexte...du hattest das Gefühl, dein persönliches Exemplar der Platte in Händen zu halten und zum engsten Kreis der Gruppe zu gehören.

------------------
Heißer Sand und ein verlorenes Land...

PeterLu
05.09.2001, 01:02
Mitte/Ende der 70er waren auch Bildplatten in limitierter Auflage en vogue. Bei mir steht noch so ein Exemplar von Devo.Die Anfänge unkonventioneller Gestaltung reichen in die 60er zurück: 1967 verzierten die Rolling Stones 'Her Satanic Majesty's Request' mit einem geriffelten 3-D-Bild; die Small Faces brachten 'Ogden's Nut Gone Flake' in einem runden Cover heraus. Jimi Hendrix' ³Electric Ladylandã versammelte ein gutes Dutzend nackter Schönheiten auf dem Klappcover und sorgte für einen Skandal. Das Motiv wurde in den 90ern von den Toten Hosen persifliert.
Zumindest zwei Sixties/Seventies-Plattencover wären heute im Zeiotalter der political & sexual correctness nicht mehr denkbar: das erste Bild Faith-Album und 'Virgin Killer' von den Scorpions mit (halb)nackten, sehr minderjährigen Covergirls.
------------------
Kaschmir von Elom Elom WAR ein Freund

Zazie
05.09.2001, 13:11
Genau, Scorpions, das Cover von Love Drive fand ich immer lustig, das hatte ich damals sogar aus 'ner Musikzeitschrift ausgeschnitten. Das war das mit dem Mann und der hübschen Dame auf dem Autorücksitz, er hatte wohl seine Hand auf ihrer Brust und zieht beim Entfernen der Hand fette Kaugummifäden. Dieser unbeteiligte Blick der Dame ist immer noch witzig.
Viele Grüße
Zazie

knurschbert
13.09.2001, 16:39
Ganz toll sind auch die Covers der alten Marillion scheiben (Script, Misplaced Childhood...), da gibt es auch viel zu entdecken. Auf Flohmärkten haben wir früher immer Poster und Maxis von Marillion gesucht, ja da ist man dann um 6Uhr schon aufgestanden um erster beim Flohmarkt zu sein...
Habt Ihr auch auf Flohmärkten Platten gesucht?
Das ASIA-Logo ist übrigens auch von Roger Dean.
Grüße von Knurschbert