Vollständige Version anzeigen : Der SMART . . . und andere Autos der 90er
Raphael der Himmlische
22.02.2001, 17:17
Hallo allerseits!
Wenn ich an Autos der 90er denke, faellt mir vor allem der SMART ein ...
Dieser kleine kompakte Gnubbel ... Das mag fuer den Stadtverkehr ja toll sein, aber ich wuerde mich damit wirklich nicht wohl fuehlen! (Und ich bin kein Freund grosser Wagen, mein Lieblingswagen war der Polo!)
Der Smart sieht mir einfach nicht besonders sicher aus!
War aber schon ein merkwuerdiges Konzept ...
Ich habe damals in den Kneipen auch Werbekarten zum Smart bekommen ... die habe ich sogar noch! Es sind nur vage Andeutungen zum Auto darauf abgebildet, nichts sonderlich konkretes. Kennt ihr die auch?
Und was fallen Euch fuer typische 90er Jahre Autos ein?
wuesste auch gerne
Euer Raphael
Finrod Felagund
22.02.2001, 17:17
Hallo Raphael!!!
Sehen die nicht eh alle gleich aus. Früher, ja früher...aber heut sieht eine Karre wie die andere aus. Mega-Aerodynamisch durchgestylt und postmodern. Der neue Käfer heißt jetzt Beetle und zum Zündkerzen wechseln muß man den halben Motor auseinanderreißen. Und wenn der Bordcomputer ausfällt kann man nicht mal mehr Fenster öffnen...
mfg
ff
Raphael der Himmlische
22.02.2001, 17:17
Hi Finrod!
Das stimmt natuerlich auch wieder! Allerdings fand ich den Smart das erste richtig haessliche Auto ... ein Mann, ein Kasten Bier, und das Ding ist voll!
Meint
Dein Raphael
fabchief
22.02.2001, 17:17
Da muss doch jetzt der Klassiker kommen
http://www.autsch.de/dumm-gelaufen/elch.jpg</img>
Mit den besten Grüssen
fabchief
(Beitrag wurde von fabchief am 22.02.2001 um 12:06 Uhr bearbeitet.)
fabchief
22.02.2001, 17:17
oder der hier:
(Beitrag wurde von fabchief am 22.02.2001 um 12:04 Uhr bearbeitet.)
fabchief
22.02.2001, 17:45
schlimm, schlimm, schlimm
MODERATOR!!! DIESEN UNSÄGLICHEN BEITRAG SOFORT LÖSCHEN!
Raphael der Himmlische
22.02.2001, 18:28
Hi fabchief!
Tja, wir hatten hier leider ein paar technische Probleme ...
Hoffe, jetzt laeuft's wieder,
meint
Dein Raphael
fabchief
22.02.2001, 18:59
Ich will hier mal nicht das Böse unter der Sonne sein und verzeih einfach mal alles
möge der Saft (oder meinetwegen auch der Senf oder Weihrauch) mit Dir sein
fabchief
(Beitrag wurde von fabchief am 22.02.2001 um 18:00 Uhr bearbeitet.)
Finrod Felagund
23.02.2001, 11:56
Hi fabchief!!
Ich hätte mir gerne Deinen Klassiker angesehen, ab ich bekomme einfach keine Grafik. Auch wenn der Moderator abwiegelt (*grins*), scheint der Weihrauch noch nicht mit ihm gewesen zu sein...
oder vielleicht zuviel Weihrauch???
mfg
ff
Raphael der Himmlische
23.02.2001, 14:07
Hallo!
Tja, gesehen haette ich die Bilder ja auch gerne, war aber nix zu machen!
Nun, hoffen wir auf gewisse Softwareverbesserungen.
Meint
Euer Raphael 'Von-Weihrauch-Kopfschmerzen-krieg' der Himmlische
Finrod Felagund
23.02.2001, 15:55
Hallali!!!
abgesehen von den Softwareproblemen und dem Weihrauch...
Ich finde den auf HotRod getrimmten Chrysler ganz witzig. UIch weiß nur nicht genau wie der heißt. Aber endlich mal wieder ein markantes Gesicht im Straßenverkehr. Den würd ich mir auch kaufen...
mfg
ff
P.S.: Weiß jemand wie der heißt??
Raphael der Himmlische
22.03.2001, 17:54
Hey Finrod!
Ich weiss, welchen Wagen Du meinst ... Wie er heisst, weiss ich leider auch nicht.
Aber nebenbei: Der ist doch abgrundtief haesslich,
findet
Dein Raphael
Harry Haller
22.03.2001, 19:14
Ich tippe mal auf den PT Cruiser von Chrysler:
http://www.auto-news.de/auto/images/ch99ptcr.jpg
(Beitrag wurde von Harry Haller am 22.03.2001 um 18:14 Uhr bearbeitet.)
Raphael der Himmlische
22.03.2001, 21:03
Hi Harry!
Genau, der wird's wohl sein ...
Aber die Karre ist doch oberhaesslich,
meint jedenfalls
Dein Raphael
Strugalla
23.03.2001, 14:55
Sieht aber immer noch besser aus als ein Clio!
Raphael der Himmlische
23.03.2001, 19:33
Hi Strugalla!
Stimmt, der Clio ist noch haesslicher ... das wird von diesem neuen Modell von Fiat aber nochmal ueberboten. Wisst Ihr, welchen ich meine? Das haesslichste Auto der Welt,
meint
Euer Raphael
OliverWieland
08.04.2001, 13:19
Der Fiat M. (der war wohl gemeint ;-) ist bestimmt ein guter Kandidat für das Unauto der 90er, dicht gefolgt vom Renault Kangoo.
Dennoch gibt es ein Auto der 90er, welches IMHO einen Designerpreis verdient: Der Maserati 3200 GT http://www.maserati.it
cheers,
Olli
Harry Haller
08.04.2001, 19:15
Ein kleines Photo dazu:
http://www.fiat.de/bilder/fmultip.jpg
Norma Jean Baker
11.11.2001, 17:04
Ich weiß nicht, ob es mit einem der Bilder schon gesagt wurde, manche der Pics ließen sich hier nicht anschauen, aber ich finde, ein Auto der 90er ist doch der Trabi - schließlich denken wir seit diesem Jahrzehnt wieder gesamtdeutsch!
peterthomassuschny
12.11.2001, 00:32
Also der herzigste ist der Twingo gewesen,
der Multipla und den Kango halte ich für durchaus gescheite Autos, weil halt bequem und reine Zweckautos. Schön? Ja, immer den neuesten Aston Martin ansehen, dann sehe ich ein schönes Auto. Außerdem gibt es den MG wieder, viel schöner als das Gummiboot in den 70ern, wieder mehr der Roadster der 60er, dazu den neuen Mini (der ist aber schon ein Auto der Nuller), die lassen alle das anglophile Herz höher schlagen und Ford Mondeo und Scorpio sind auch durchaus gelungen.
FIAT punktet mehr mit der Werbung, das Punto-Cabrio ist ja ganz schnittig, aber nach einem FIAT Fiorino Kastenwagen 1991/1992 bleibe ich lieber bei der italienischen Küche als den italienischen Autos.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
www.r60.net
Hier das überflüssigste Revival aller Zeiten. Geschehen in den 90ern:
Easterfarm
17.05.2002, 18:44
Tja, es kommt ja noch heftiger. Demnächst gibt es dieses Revival-Teil dann auch noch als Cabrio zu kaufen.
Würde mich demnach auch nicht wuedern, wenn demnächst noch ein "new Karmann-Ghia" aufgelegt würde. Entsprechende Gedankenspiele gab es ja bereits...
Wieso kann man Klassiker nicht in Würde abtreten lassen? Ich wäre für die Neuauflage des Opel Kapitän. Hieß heute sicher Opel Captain 2000. ;o)
Easterfarm
21.05.2002, 15:13
Wie war das noch gleich? In meiner Badewanne bin ich Kapitän? Wieso das denn, die Badewanne war doch von Ford, oder?
Aber Scherz beiseite, back to the Nineties.
Mit desem Jahrzeht verbinde ich nämlich auch das Auftauchen südkoreanischer Hersteller auf dem deutschen Markt - in den Niederlanden gab es die schon Jahre vorher, zumindest Hyundai.
Deswegen wage ich hier gleich mal eine kleine Übersicht:
Also Hyundai kam 1993 als erste Marke aus SK mit den Modellen Pony, Lantra und Sonata - meines Wissens technisch von Mitsubishi abgeleitet.
Der Pony wurde dann schon im Jahr darauf vom Accent abgelöst.
Im selben Jahre debütierte auch Kia auf dem deutschen Markt, zunächst mit dem Sephia, dann auch mit dem Pride - ein Nachbau des alten Mazda 121, der in den USA als Ford Festiva angeboten wurde, dort dann aber durch den Ford Aspire ersetzt wurde. Dieses Modell war übrigens nichts anderes als die US-Version des Kia Avella, der aber in Deutschland nie offiziell angeboten wurde...
Etwas später, nämlich erst 1995, kam dann noch Daewoo hinzu, die durften nämlich nicht eher wegen der vorherigen Sperrfrist nach der Trennung von General Motors.
So gab es dann auch zunächst den von Bertone gestylten Espero, der technisch auf dem Ascona C basierte, sowie den Nexia, der unschwer als modifizierter Opel Kadett E erkennbar war.
Vor seiner stilistischen Überarbeitung hieß der Nexia bzw. Cielo, wie der Wagen auch in einigen Ländern genannt wurde (und wird), noch Daewoo Le Mans - und hatte noch mehr Ähnlichkeit mit dem Kadett E. Dieses Modell wurde sogar in die USA exportiert, und dort als Pontiac Le Mans offeriert...
Easterfarm
25.05.2002, 15:58
Hier übrigens noch ein Bild vom Pontiac Le Mans
- Baujahr 1992
M aus S bei H an der L
27.05.2002, 22:42
Ein zwar zeitlos schönes, aber leider auch als Sportwagen mißverstandenes Auto ist der 8er BMW (1990-1999). Im Moment noch eher unbekannt und ungeliebt, hat er jedoch durchaus das Potential zum Klassiker. Zumindest aber war der 8er Anfang der 1990er das technologisch unbestritten fortschrittlichste Automobil, und ist in vieler Hinsicht sogar heute noch auf dem Stand der Technik oder ihm gar weiterhin voraus.
Er war das letzte Auto von BMW, dessen Preis erst nach der Entwicklung festgelegt wurde, so daß aus dem Vollen geschöpft werden konnte. Der 850CSi (1992-1996) wurde ebenfalls als letztes Fahrzeug von der BMW M GmbH einzeln in Handarbeit veredelt. Fahrdynamisch nimmt er es, dank der computergesteuerten hydraulischen Allradlenkung, trotz seiner knapp zwei Tonnen Gewicht mit Porsches auf.
...Mike
http://www.e31.net/pics/CSiSmall.jpg
Wieviele 850er sind noch auf der Straße? Allein in der letzten Woche habe ich hier in Dortmund 4 verschiedene gesehen.
M aus S bei H an der L
30.05.2002, 14:59
Von 30609 ausgelieferten 8ern sind 11351 in Deutschland geblieben, von den 1510 CSi ca. 700. Wenn man davon ausgeht, daß sie unkaputtbar sind, sollten es heute nicht viel weniger sein. Deutschland hat also mit riesigem Abstand die höchste Dichte, was 8er BMWs angeht (selbst nach Amerika gigen nur 6788). Hier (http://www.e31.net/lieferungen.html) sind genaue Daten.
...Mike
P.S.: 7803 Fahrzeuge waren 840er, also mit V8 ausgestattet.
@M aus S bei H an der L:
Stand auf dem Motor nicht früher ein 5-Mark-Stück?
Der Euro macht scheinbar nicht alles teurer.
Mein absoluter Alltime Favourite der Neunziger ist, bleibt, und war der Renault Twingo. Verspieltes Design, riesen Platzangebot bei kleinen Abmessungen, vor allem bei der ersten Serie noch cooler Stösselstangenmotorsound und das optionale enorm große Faltdach, dazu noch die witzige verschiebbare Rückbank, die man sogar zum Doppelbett umfunktionieren konnte, das alles waren ja schon schöne und praktische Dinge. Zu toppen ist das nur noch von seinem breiten Grinsen im Gesicht, das einen jeden Morgen erwartet. Mann, was bin ich stolz auf meinen amethystfarbenen Klassiker von morgen...
Achja, und der schönste im Bunde, wenn auch nicht ganz so vernünftig darf hier nicht fehlen: Der Alfa 156. Was für ein Auto...
Neulich saß ich in einem Auto, das nicht mir gehörte, das 110.000 Euro kostet, das mit Naturleder, Wurzelholz und 340 PS ausgestattet war, ein Auto, in dem nur noch die Lüftungsklappen eine nachvollziehbare Mechanik hatten, und: Mir war fad, so schnell konnte ich gar nicht fahren, dass es nicht irgendwie fad war. Perfekt zwar, aber fad. Fad wie in den Neunzigern der 850i fad war. Keine Ahnung, wieso man solche Autos haben will.
Aus den Neunzigern sollte man sich drei Autos in die Garage stellen, wahrscheinlich in dieser Reihenfolge, aber darüber könnte man streiten: 1. Den letzten Lancia Delta Integrale in der finalen Evolutionsstufe, ich kenne kein Auto aus dieser Zeit, das mehr Spaß machte, hässlich zwar, aber ein wirklich geiles Ding und im Grunde der letzte Lancia überhaupt. 2. Den letzten luftgekühlten 911er Turbo, als Erinnerung daran, dass Porschefahren auch gefährlich sein konnte, wenn man nicht aufpasste. 3. Den letzten Fiat Panda Allrad, bis tief in die Neunziger in Graz produziert, ein Monument der Unverwüstlichkeit, ein G zum Preis eines Twingo.
Na ja, irgendwie sind diese Autos zwar Achtziger, aber was besseres haben die Neunziger nicht zu bieten.
Ich möchte einen kurzen Abriss meiner Überlegungen zur Diskussion bringen, inwieweit das Fahren eines Audi TT ein zwangsheterosexuelles Indiz unterdrückter Homosexualität in unserer hochtechnisierten Gesellschaft vorstellt.
1. Das Auto
1.1.1 Technokratischer Ansatz
Der Volkswagen-Konzern hat vor einigen Jahren seine gesamte Produktpalette auf die sog. "Plattform-Strategie" umgestellt. Das bedeutet, dass im Zuge einer Fertigungsoptimierung in sämtlichen Produkten des Konzerns auf vergleichbarer Modellschiene die selben Basiskomponenten eingesetzt werden. Ein Polo ist nicht nur ein Polo, sondern auch ein Seat Marbella, ein Lada Dingenskirchen usw.
1.1.2 Technik
Der TT ist mitnichten ein Sportwagen [auch wenn er so tut, als sähe er so aus -> siehe 1.3], sondern ein klassisches Automobil der sog. "Kompaktklasse" mit Frontantrieb, Vierzylindermotor und Tachometer als zentralem Instrument [Anm.: Sportwagen tragen den Drehzahlmesser als Primärinstrument im Armaturenbrett], das von den Abmassen wie von seinem Innenleben mit einem Golf vergleichbar ist.
1.1.3 Antriebscharakter
Der Motor des TTs ist aufgrund seines geringen Hubraums auf hohe Drehzahlen ausgelegt. Das erklärt das nähmaschinengleiche Surren, wenn eins dieser zwangsindividualistischen Silbereier auf der Strasse an einem vorbeischiesst.
1.2 Markenbild
Primäres Identifikationsmedium ist der Markencharakter, der in erster Linie durch die Form bestimmt wird. Die Form und die verwendeten Materialien eines Automobils sind von wesentlicher Bedeutung innerhalb der Abverkaufsstrategie, mehr als beispielsweise die technischen Komponenten bzw. Rahmendaten wie Hubraum, Leistung etc.
1.3 Design
Das Design des Audi TT vereinigt zwei Haupteigenschaften: Sportlichkeit und Individualität. Der vordergründig sportliche Charakter wird hauptsächlich durch folgende Gestaltungselemente ausgedrückt:
- Tropfenform
- weit hochgezogene Seitenlinie
- ausgestellte Kotflügel
- "technisch" anmutende Designelemente im Innenraum
Die Tropfenform sowie sämtliche in die Karosserie integrierten, optischen Details sind eine schlechte Kopie des klassischen 911ers. Die hochgezogene Seitenlinie gewähleistet eine "sich auf die Strasse duckende" Wirkung der Karosserie, die überraschenderweise genau so hoch ist wie die eines gewöhnlichen Golfs neuerer Bauart. Man merkt das, wenn man drin sitzt und versucht, einen Ellenbogen lässig aus dem geöffneten Fenster zu hängen: Es geht nicht. Die Oberkante der Türfüllung befindet sich etwa auf Höhe der Ohren der Insassen. Das hat den kuriosen Nebeneffekt, dass alle TT-Piloten in ihren Fahrzeugen aussehen wie Zwerge. Ausserdem haut man sich wegen der heruntergezogenen Türzargen beim Einsteigen grundsätzlich den Kopf an. Die Mogelpackung offenbart sich auch beim flüchtigen Blick unter die tief heruntergezogenen Kotflügel: Was Breite demonstrieren soll, versteckt zwei Paar dünne Schubkarrenrädchen.
2. Positionierung
2.1 Historie
Seit Auslaufens des Golf GTI und einigen exotischen, doch eher im Sande verlaufenen Experimenten wie Scirocco, Corrado, Golf VR6 oder -G60, fehlte in der Produktpalette des Volkswagen-Konzerns ein "klassisches" sportliches Automobil der Kompaktklasse. Der rasante Ansehenszuwachs der Konzerntochter Audi prädestinierte das Unternehmen geradezu, diese Angebotslücke mit einer fulminanten Neueinführung zu schliessen.
2.2 Potenzial
Der Golf ist ein hervorragendes Auto, taugt aber aufgrund seines "praktischen" und vernünftigen Charakters leider nicht zu repräsentativen Zwecken oder gar der habituellen Darstellung einer hedonistischen Grundeinstellung fürs aufgestiegene Kleinbürgertum in seiner prä-reproduzitären Phase. Es musste ein Weg gefunden werden, die vorhandene Technologie neu und zielgruppenrelevant zu verpacken. Der in phallologozentristischem Grössenwahn manifestierte Charakter des damaligen Konzernherrn spiegelte sich auch prompt in einem, weit über ein seriöses Ziel hinausschiessendes, futuristisch, ja - geradezu totalitär anmutenden Designkonzepts wieder, was der angehobenen Reizschwelle unserer heutigen Gesellschaft auch kongenial entgegen gekommen ist.
2.3 Zielgruppen
Zielgruppe sind all jene, die zur Darstellung ihrer Position innerhalb der heterophoben Gesellschaft ein entsprechendes Automobil benötigen, ohne dass sie bereits aktuelle Zugeständnisse an die Praktikabilität zu machen
müssen glauben.
Sport-affine Zielgruppensegmente:
- ausgelernte Handwerker
- Mitläufer des e-commerce-hypes
- Jungdynamiker [Product manager etc.]
Designorientierte Zielgruppensegmente:
- Designer
- Architekten
- etc.
Kurz: Alle männlichen Autofahrer, denen die Form wichtiger als der Inhalt ist.
2.4 Unterstützende Massnahmen
Durch die modernen Instrumente der Absatzfinanzierung kann sich heutzutage jeder Depp ein Auto "leisten", das seine pekuniären Ressourcen beiweitem übersteigt. [Der Schuss kann natürlich auch nach hinten losgehen; so wirde ich schon einmal vom Porsche Zentrum Frankfurt angeschrieben, ich sei doch genau die richtige Zielgruppe, um mir für 899 Mark einen Boxster im Monat zu leasen. Meine Antwort war selbstverständlich ein böser Brief ans Unternehmen, was denn diese Unverschämtheit sollte, worauf sich der Geschäftsführer persönlich bei mir entschuldigte und mir einen Tag lang einen Carrera 996 zur Verfügung stellte. Boah, ey.]
3. Der gesellschaftliche Kontext
3.1 Sexualität
Das "technische" Automobil repräsentiert die Vorstellung der samenproduzierenden "Maschine" in konzentrierter Form. Geschaffen von Männern, gemacht für Männer und gelenkt von Männern ist der Audi TT gerade wegen seiner die Übermutter symbolisierenden Formgebung das ideale Instrument auf technologischer Ebene, Männlichkeit [Mannes-Kraft] im heterosexuellen Kontext zu manifestieren. Jedes verchromte Plastikrädchen im Inneren eine Brustwarze.
3.2 Der zwanghafte Charakter
Alles an dem Wagen ist ein Produkt des Scheinens. Die Fahrleistung kommt aus den Randbereichen des technischen Materials, frühzeitig auf den Markt geworfen und oftmals aus der Kurve getragen. In der Tropfenform offenbart sich die immanente, auf den Fahrer übertragende Kastrationsangst: Keine langgezogene Motorhaube wie beim SL oder der Corvette, die einfach nur zu sagen scheinen: "Schwanz", kein kraftstrotzender Boxermotor wie beim Carrera in seiner Hommage an "The balls" - nein, Weiblichkeit und Submission allenthalben. Der Fetisch Automobil in Reinkultur.
3.3 Fetischisierung
3.3.1 Theorie
Für den sexuellen Fetisch liefert Mannoni eine Strukturformel: Es gibt Wissen, und zugleich eine libidinöse Fixierung auf eine [wunschgerechte] Illusion. Das Wissen um die Tatsache, dass die Frau keinen Penis hat, manifestiert sich in der Weiblichkeit des Audi TTs. Das "Aber", das diese Struktur der Verleugnung in sich birgt, führt aber den Fetischisten in seiner manifesten Kastationsverleugnung dazu, das Bezeichnende, das weibliche, "trans-gendered" Fahrzeug trotz besseren Wissens als Signifikat seiner latenten Männlichkeit einzusetzen.
3.3.2 Praxis
Dieses einzigartige Einsatzfeld als falsches Männlichkeitssymbol legt nun, auf gesellschaftliche Ebene transformiert, die Vermutung nahe, dass der gemeine TT-Fahrer latent homosexuell veranlagt ist, denn nur er hat einzig und allein einen existentiellen Grund, die Gesellschaft über seine Homosexualität hinwegzutäuschen und dabei auf ein perfekt ent-männlichtes Medium in seiner vollen Interpassivität zurückzugreifen. Diese Interpassivität basiert auf dem Glauben, es handele sich um ein Männlichkeitssymbol, der selbst nicht geglaubt wird, sondern an ein nicht näher genanntes Publikum delegiert wird, dass sich in der heterophoben Gesellschaft auf voller Breite findet und ihn widerum durch ihre Rückmeldung bestätigt.
Literatur [Auszug]:
Judith Butler, Psyche der Macht, Suhrkamp 2001
Robert Pfaller, Die Illusionen der anderen, Suhrkamp 2002
Dass man sich über den TT so viele Gedanken machen kann? Ich würds einfach mal so sagen: Jeder kennt den Mr. Bean Sketch in dem diese Kaserne mitsamt Schule Tag der Offenen Tür hat(Schlagworte: Malkurs, Explosion, Hosen vertauschen usw...). Und jeder weiß, dass der Mini von Mister Bean zum Schluß von einem Panzer erdrückt wird. Was du mit der Seitenlinie eines Porsche 911 ausdrücken willst versteh ich beim TT wirklich nicht so ganz. Für mich sieht diese stets silbern umherrasende Nähmaschine mit ihrem Entenbürzel eher so aus, als wäre der Panzer nicht über nen Mini sondern über nen Beetle gerollt, der ja auch eine gemeinsame Plattform hat. Und apropos Panzer: Jeder der schon mal im TT gesessen hat weiß um seinen komischen Sehschlitz, den Audi Windschutzscheibe nennt. Das hat sonst nur der Alfa GTV, aber bei nem Alfa ist das wirklich verzeihlich. Was den TT anbetrifft würde ich eher für Schützenpanzer plädieren...
Einer ist mir aus Wolfsburg noch eingefallen, dürfte zum einen der größte Flop der Neuziger gewesen sein, zum anderen aber auch vielleicht eines der skurillsten Fahrzeuge. Kann sich noch wer an den Golf Country erinnern? Den gabs von 1990 bis 92. Im Prinzip war das ein höhergelegter 2er Golf mit Rammbügeln und nem Reserverrad samt Abdeckung am Kofferraumdeckel. Meistens war der Wagen Grünmetallic, hatte an der Seite ne blaue Klebefolie mit Bergen drauf, die Heckleuchten waren in Rot und Schwarz gehalten und er war äußerst rar. Größere Populationen hab ich da nur immer im Urlaub in Kärnten gesehen. Ein weiterer Flop war der letzte Scorpio, der aussah als hätte einer nen Chevy Caprice zu heiß gewaschen. Schön war der nicht, er hatte aber immerhin ein Gesicht. Und hässlich aber immens praktisch war der doppelkinnige und superbreite Fiat Multipla. Als der 1999 auf den Markt kam war ich Praktikant bei ner Zeitung in Rosenheim und musste den Probefahren...man hat sich zwar geschämt, aber der Hinguckfaktor war enorm, auch wenn die meisten Passanten angewidert mit dem Kopf schüttelten oder lachend mit dem Finger auf einen zeigten. Ein UFO hätte da weniger Aufsehen erregt. Wer wohl bei diesem Auto das Armaturenbrett verbrochen hat? Das sah jedenfalls aus wie aus dem Baukasten eines Dreijährigen zusammengesetzt.
Ursprünglich gepostet von achim77
Einer ist mir aus Wolfsburg noch eingefallen, dürfte zum einen der größte Flop der Neuziger gewesen sein, zum anderen aber auch vielleicht eines der skurillsten Fahrzeuge. Kann sich noch wer an den Golf Country erinnern?
Lustig: So einen gibts von Audi auch. Wenn es ihn noch gibt.
Welchen könntest du da meinen braan? Den A2 vielleicht? Oder den A6 für junggebliebene Väter in der wilden Sandkastenausführung?
Es gibt einen hochgebockten A6 Kombi, meine ich. Oder A4. Seh'n eh gleich aus.
Ok, jetzt weiß ich auch was du meinst. Ich war mir nicht sicher ob du nen höhergelegten Schlitten meinst oder nen Flop. Naja, ok Flops waren beide, A2 und dieser Gelände A6. Der Wagen heißt im Übrigen Audi Allroad und basierte auf dem A6 Avant. Ein ähnliches Spielzeug für überzeugte Sandkastenspieler über 30 hatte auch Volvo im Programm, den XC 70, beziehungsweise wurde der zuvor Cross Country genannt, ebenso Renault mit seinem Rambo Scenic RX4. Diese Fahrzeuge haben aber, obgleich skurill, meiner Meinung nach nicht den perversen Charme eines Golf Country. Der ist so häßlich, dass er schon wieder schön ist! Im übrigen kamen in den Neunzigern doch überhaupt diese ganzen Low Budget Geländewagen auf den Markt: Suzuki Vitara und Jimny, Honda HR-V, Toyota RAV4 und wie sie alle hießen.
Ja irgendwas müssen die Boutiquenbesitzer und Frieseurinnen doch fahrn.
Oh, böse Worte Braan :-)! Bei uns in München fahren Boutiquenbesitzer häufig den Antisportwagen Z3, und die andere Berufssparte aufgebrezelte 3er Golfs. Nicht zu vergessen ist hier aber auch der BMW Z1, der ist zwar meines Wissens auch schon aus den späten Achtzigern, viele haben den aber in Hoffnung hoher Wertsteigerung eingemottet und bleiben jetzt auf diesen Fahrzeugen sitzen. Mir gefiel der zwar nie so 100%ig, aber die versenkbaren Türen hatten was.
"Bei uns" wird der Z3 vom weiblichen Banknachwuchs [ind den Zentralen] und gestandenen Sekretärinnen [in Werbeagenturen] pilotiert. Der Z1 ist alternden Unternehmensberatern vorbehalten, denen es nichts ausmacht, dass unter der Karosserie ein gewöhnlicher 325i seinen Dienst tut. Das M-Coupé war eins der bevorzugten Automobile des sternschnuppezitären eCommerce-Managements und ist derzeit in Frankfurt recht günstig zu haben.
Apropos BMW und Coupe: Dieses Z3 Coupe, das mich an irgendeinen Glas aus den 60ern erinnert, konnte sich im Gegensatz zur offenen Variante ja auch nie durchsetzen. Gebaut wird er ja glaub ich noch, aber ich weiß nicht wann ich den letzten ausserhalb eines Vertragshändlerschaufensters gesehen hätte.
Das Coupé erinnert Sie wahrscheinlich an den lustigen Leichenwagenumbau des Jags in "Harold and Maude". Also mich tut es das jedenfalls.
Schwarzes Schaaf
09.01.2003, 15:08
DAS Auto der 90er gibt es meines Erachtens genausowenig wie DEN Film/Song usw.. Ein definitiver Trend in der Autowelt der in den 90ern aufkam waren allerdings 'rice rockets', also Japanische Sportwagen, und dort insbesondere der Mitsubishi Eclipse und Toypta Celica.
Man vergesse nicht, dass der Ur-Celica ein hartkantiges Etwas der frühen Siebzigerjahre war, wie dem entgegengesetzt, der Ur-Civic ein lustiges rundes Ei.
Naja, es gab schon viele japanische Sportwagen in den 90er, allerdings gehen, wie Braan richtig sagt die Wurzeln der meisten Modelle in die 70er oder 80er Jahre zurück, zu nennen wären da, stellvertretend für die 80er, der Nissan 300ZX, der Nissan Silvia, Honda Prelude, der Mazda RX 7 mit seinem Wankelmotor, der Mazda MX 5 ist auch noch aus den späten Achtzigern, ebenso der Toyota Supra oder der MR2.
Apropos Smart...da fällt mir noch was ein, da war der A-Klassen Elchtest ein Witz dagegen. Hatte der Smart am Anfang nicht auch wegen so einem Test eine verspätete Auslieferung weil sie die Hinterreifen breiter machen mussten? Egal, geholfen hats eh nix! Der Elchtest mit dem Smart ist in München nämlich verheerend ausgefallen! Und ich war live dabei ;-) Also Folgendes: Man steht da so in München in seiner Trambahn, möchte damit den Stieglmaierplatz überqueren weil man Grün hat, als plötzlich aus der Kreuzung ein Smart geschossen kommt. Die Tram hat natürlich gebremst, hat aber den Smart trotz seines Ausweichmanövers noch irgendwie touchiert. Daraufhin hat dieser Scherzartikel die Beinchen gehoben und ist dann zunächst auf der Seite schlitternd, später nach Bordsteinberührung auf dem Dach kugelnd unter Verlust vieler Plastikteile Richtung Löwenbräukeller Biergarten geeiert. So 2 Meter vor der Biergartenmauer, die den Kleinen wohl voll zerlegt hätte ist er dann zum Stehen gekommen, dem Fahrer ist nichts passiert, aber der Smart war nur noch in Stahlträgern vorhanden. Ein Bild für Götter!
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