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Vollständige Version anzeigen : Europa im Aufbruch (war: Handys nicht nur bei der Bundeswehr)


Strugalla
23.02.2001, 00:58
Das typische Bundeswehrimage, d.h. Proll mit
mangelnden Deutschkenntnissen und ein
Allgemeinwissen eines Slatko's, ist ja
mittlerweile weiterverbreitet als man
glaubt. Ich muss zugeben, dass in manchen
Situationen ein mobil Telefon seine
Vorteile hat, aber alles in allem doch
eher laestig ist. Man koennte fast von
einem Zwang sprechen sich mit dem
Gedanken herumzuschlagen zu muessen, sich ein Geraet anzuschaffen. Das Werkzeug des Teufel's
findet sich ueberall. Die Zielgruppe
aendert sich allerdings nicht. So sind
es vorwiegens Prolls (maennlich und weiblich)
die auf offener Strasse telefonieren und
was man dann zu hoeren bekommt, ist dann
doch eher eine oeffentliche Belustigung
als alles andere. Das typische Budeswehrimage
scheint sich also durch das benutzten eines
mobilen Telefons in der zivilen Bevoelkerung
fortzusetzen. Wer es noetig hat den Deppen
fuer andere zu spielen kann es gerne tun.
Ich werde weiter ueber euch lachen, Mobiltelefonbesitzer dieser Welt.
(Beitrag wurde von Strugalla am 23.02.2001 um 00:00 Uhr bearbeitet.)

Finrod Felagund
23.02.2001, 12:16
Hallali!!!
...also red ich jetzt hier über die Bundeswehr. Ich glaube, das nur Deutsche ein so markantes Verhältnis zu Ihrer Wehrmacht und Ihrem Staate haben. Oder hat sich einer von Euch mal amerikanische Filme angesehen?!?! Selbst wenn die Krieg führen finden die sich toll. Oder Franzosen oder Engländer oder Russen oder Chinesen oder Japaner oder, oder, oder. Oder wie Kissinger mal sagte:'Die dümmliche Selbstweinerlichkeit der Deutschen...'. Jeder bekloppte Staat findet sich toll außer uns. Wir finden uns doof...
Allerdings möchte ich hier auch Kundtun, daß ich mich nicht unbedingt als Deutscher begreife, sondern mich eher als Europäer sehe (und Rußland gehört natürlich auch dazu). Und ich persönlich jede Form von Wehrmacht ablehne. Hätte keiner eine, bräuchte auch keiner eine...
mfg
ff

fabchief
23.02.2001, 13:30
Tja und ich sehe mich vor allem als Bayer.
Luja!
fabchief

Finrod Felagund
23.02.2001, 15:59
Hallali!!!
Wenn es danach geht, bin ich auch Lokalpatriot! Und zwar Dithmarscher!!
Es lebe die erste und einzig wahre Bauernrepublik, die es je gab!!!!
Floreat, Dithmarsia nostra!!!!
mfg
ff
(Beitrag wurde von Finrod Felagund am 27.02.2001 um 09:29 Uhr bearbeitet.)

Strugalla
23.02.2001, 18:03
Ich glaube der grosse Unterschied zu anderen
europaeschen Laendern ist in Deutschland jenes graue Kapitel von 1933-1945. Die
Aussage 'Ich bin stolz ein Deutscher zu sein.' und 'Ich bin froh in Deutschland zu leben.' unterscheiden sich gewaltig. Ich
selbst versuche mich als Europaer zu begreifen, und ich liebe das Gefuehl der
Aufbruchstimmung, die Momentan in Europa
herrscht. Der Weg ist zwar lang, doch er
sollte beschritten werden. Momentan bin ich
in England und da ist von dieser Aufbruchstimmung nicht viel zu spueren. Es scheint eine Angst vor 'uns Europaern' dazusein, die keiner Erklaeren kann. Vielleicht auch nur deswegen, weil in Europa (Kontinent) schon immer eine natuerliche
Kommunikation geherrscht hat, die in sich
in Literatur, Musik und Malerei deutlich
wiederspiegelt.

Krakeli
24.02.2001, 13:01
Hey Finrod - Ein Hoch auf die Kohltage ;-) , schönen Gruß aus der Hochburg des Marzipans!

Raphael der Himmlische
24.02.2001, 13:01
Hi Krakeli!
'Hochburg des Marzipans' klingt gut!
Gruss von
Raphael 'Nordlicht' der Himmlische

Strugalla
24.02.2001, 13:01
Wir wollen doch beim Thema bleiben. Das Leben ist kein Wunschkonzert. Oder was haelst Du von Europa, Raphael.

Finrod Felagund
26.02.2001, 11:09
Hallali!!
Danke Krakeli! Und Niederegger forever!!
Herr Strugalla!
Von einer Aufbruchstimmung in Europa würde ich nicht gerade reden. Die hatten die europäischen Intellektuellen so gegen 1910 auch...
Aber ansonsten kann ich Ihnen nur zustimmen. Nach 1945 ist den Mitteleuröpäern jede Form von Identifizierung mit Ihrem Land und damit einhergehend auch mit allen anderen Institutionen, aberzogen worden. Oder welche Deutsche fühlt sich so mit SEINER Schule oder SEINER Uni verbunden, daß er auch nach Jahrzehnten sich immer noch zugehörig fühlt? Oder gar die Entwicklung SEINER Uni immer noch verfolgt oder sogar fördert?! Wenn wir unsere Ausbildungsstätten verlassen sind wir auch weg. Nicht so wie in Japan, wo die Verbundenheit mit solchen Sachen, vor allem Firmen, so stark ist, daß dort selten jemand entlassen wird, um dieses Verbundenheitsgefühl nicht zu gefährden. Denn nur solche Leute arbeiten auch bis zum Herzinfarkt...
mfg
ff

Strugalla
26.02.2001, 17:31
Ich bestimmr freilich zu, dass die Verbundenheit mir den Bildungsstaetten in Deutschland nicht allzu verbreitet ist. In England und Amerika laufen sie ja alle mit ihren T-Shirts herum, auf denen der lokale Slogan der Uni zu lesen ist. Ich denke das eine Identifikation mit der Uni in Deutschland vorallem daran scheitert, dass man oft negativ ueber sie denken muss. Japan ins Felde zu fuehren halte ich allerdings fuer riskant, da Japan eine kultur besitzt die auf anderen Maximen aufgebaut ist. Auch wenn eine gewisse Verbundenheit mit der deutschen Kultur zu finden ist. Zum Thema Aufbruchstimmung so gebe ich zu, dass das Wort vielleicht etwas vorschnell gewaehlt worden ist von mir. Unter Aufbruchstimmung verstehe ich den kommunikativen Austausch, der sich vorallem in den 90er nicht nur auf einer Intelektuellen Ebene stattgefunden hat. Ich denke an Schueleraustauschprogramme und diverse Urlaubsreisenveranstalter, die Europa immer kleiner und erreichbarer machen.
Ansonsten Finrod kann ich Ihnen nur mitteilen, dass wir bei dem Du bleiben koennen. Oder was meinst Du Kollege?

Finrod Felagund
27.02.2001, 10:28
Hallo Strugalla!!!
Einmal an die brüderliche Brust gedrückt! Natürlich können wir beim DU bleiben. Und, zugegebenermaßen, Ist Japan natürlich kein optimales Beispiel, da die Kultur dort doch von unserer sehr unterschiedlich ist. Auch wenn die 'verwestlichung' dort schon sehr weit fortgeschritten ist. Ob allerdings alle immer über Ihre Uni nur negativ denken!? Ich weiß nicht so recht. Wieviele Studenten oder auch Schüler bringen sich denn in Ihre Ausbildungsstätten ein? Oder werden in dieser Richtung von Ihrer Uni auch dazu angehalten? Da hat doch weder von den Profs noch von den Studis ein großer Teil Lust zu. Was auch hier an den Strukturen leigen kann, die in Amiland auch ganz anders sind als hier...
mfg
ff

Strugalla
27.02.2001, 16:57
Ich glaube in Schulen gibt es noch sowas wie eine Verbundenheit. Ich bin ja mittlerweile auch ein paar Semster draussen und weiss nicht wie es heute abgeht. Uni's generell sind eine Katastrophe. Wer hat schon Lust in der Fachschaft zu arbeiten. Uni-Wahlen sind ja ein eigenes Thema fuer sich. Wenn ich mich auf dem Kontinent so umschaue, hat Deutschland kein wirklich schlechtes System. Das Problem liegt allerdings darin, dass der Gedanke von der humanistischen Erziehung von Humboldt heute nicht mehr auf den Menschen anzuwenden ist. Der Mensch, die Gesellschaft hat sich weiterentwickelt und das Uni-System leider nicht. Ich denke eine Reform ist ueberfaellig, doch sollte man nichts vom Zaun brechen, denn dann wird alles nur noch schlimmer. Fuer deutsche Universitaeten heisst es jetzt die guten Eigenschaften und Einrichtungen von ganz Europa zu einem einheitlichen System zusammenzufassen, d.h. von allen System sich die Rosinen herauspicken und in das eigene System einbauen, welches von der Grundidee recht gut ist.
Amerika ist ein Sache fuer sich, da in diesem Land eine kritische Ausbildung nicht vorliegt. Es wird eher oberflaechliches Wissen vermittelt als Allgemeinwissen und kritisches Denken. Was allerdings die Verbundenheit mit der Uni angeht, so kann ich nur sagen, dass ich sehr skeptisch bin, wenn ein autistischer Footballcoach mehr Lohn erhaelt als ein Uni-Lehrer.

Finrod Felagund
01.03.2001, 08:57
Hallali!!
Nein, auch ich denke, daß das deutsche Uni-System nicht das schlechteste ist. Aber an dem humanistischen Bildungsideal möcht ich wirklich festhalten. Sonst sind wir da, wo die Amis stehen. Bildung nur gegen Bares und Bares nur an gewinnbringende Studienzweige. Und welcher Konzern fördert schon Paläontologie? Doch höchstens, wenn er der Meinung ist aus Saurierknochen DNA-Stränge gewinnen zu könne! Aber doch nicht des allgemeinen Wissens wegen. Niemand fördert einfache wissenschaftliche Neugier!! Und doch wären natürlich Reformen angebracht. Die Studieninhalte sind enorm gestiegen. Die Mittel weniger geworden und trotzdem sollen es die Studenten schaffen genauso lange zu brauchen wie früher?! Oder sogar schneller?! Kann mir das mal einer erklären?!
mfg
ff

Strugalla
01.03.2001, 18:38
Wie ich bereits andeutet habe, liegt dieser Umstand daran, dass sich die Uni nicht auf den Mensch der 'Neuzeit' einstellt. Um ehrlich zu sein, die Anzahl der Profs dennen ein Student nicht egal ist, sind abzahlbar an einer Hand. Auch wenn ein Prof die Leute zum arbeiten zwingt durch Protokolle und aehnliches, wechselt man das Seminar, denn es geht einfacher. Ich denke zwei Dinge sollten geaendert werden. Zum ersten dem Student klarmachen, dass studieren kein Kindergeburtstag ist, und zweitens eine bessere Betreuung durch die Profs, die mehr Zeit in ihre eigene Forschung stecken als in ihre Seminarvorbereitungen. In anderen Laendern des Kontinents klappt das ja auch.

Finrod Felagund
02.03.2001, 10:31
Hallali!!
Natürlich klappt das. Solange man sein Studium auch als das begreift, was es ist. Nämlich harte Arbeit. Sollen doch alle mal nachsehen was 'studiere' heißt. Das nicht immer alles so klappt wie es soll ist auch klar. Jeder fällt mal durch 'ne Klausur. Aber wenn der Prof diese nur einmal alle 2 (!!!) Semester anbietet und man dann nicht zum Hauptstudium zugelassen wird, dann soll sich keiner wundern warum immer all so lange brauchen. Wie war das, den Profs sind die Studierenden, also die Lehre, eh nur Klotz am Bein?!
mfg
ff

Raphael der Himmlische
02.03.2001, 15:47
Hallo Finrod!
Den Eindruck habe ich mitunter auch. Ich habe auch schon gehoert, wie Professoren meinten, sie wuerden am liebsten die Lehre fallenlassen und dafuer auch nur das halbe Gehalt kriegen. Nun, von nix kommt nix, wie?
meint dazu
Dein Raphael

Strugalla
03.03.2001, 08:06
Wer bezahlt schon Profs., die nichts tun, um die Wirtschaft zu unterstuetzen, und die meiste Forschnug in humanistischen Wissenschaften ist nicht der Rede wert. Aber da ist das Thema, diesen Leute sind in ihre Arbeit verliebt und nicht in die Idee Studtenten an ihr teilhabenzulassen. Vielleicht kriegen wir ja in Deutschland auch eine Bewertung der Lehre, wie es in England ueblich ist. Zu Finrod's Kommentar kann ich nur sagen, dass ich zustimme. Allerdings, wer zahlt kann auch Ansprueche stellen. Das Thema Studiengebuehren ist ja auch gerade aktuell in heimischen Gefilden. Ich denke wenn sich die Lehre wirklich verbessert, und ich meine verbessert, kann auch eine Gebuehr erhoben werden (die Hoehe sollte allerdings human bleiben). Wenn Gebuehren gezahlt werden sollen unter den gleichen Bedingungen, dann kann ich nur den Kopfschuetteln. Wir sind ja nicht in Bayern, sondern in der BRD.