Tobi Wahn
25.11.2001, 16:37
Ich hab mir den Film gestern Nacht angesehen und vielleicht lässt sich ja irgendwer von meinen Beobachtungen beeindrucken.
Die Handlung ist schnell erzählt: Harry ist elf, ist bei lieblosen Verwandten aufgewachsen und bekommt eines Tages eröffnet, ein Zauberer zu sein und das Privileg zu haben, die beste Zaubererschule von allen besuchen zu dürfen. Das Schloss, in dem das Internat untergebracht ist, ist toll und voller Geheimnisse, die Lehrer sind meistens doof, aber Quidditch spielen (Basketball auf Besen - nur anders) macht Spaß. Ein Oberböser taucht auf und Harry besiegt ihn. Alles wird gut.
So lieblos und hastig wie hier das herrliche Buch von Joanne K. Rowling nacherzählt wurde, ist auch der Film gemacht. Wie ein Intercity ohne Bremsen rast die Handlung durch die Literatur-Vorlage, und überrollt dabei all die zauberhaften kleinen Details, die das Buch so lesenswert machen. Übrig bleibt ein ängstliches Werk, das sich nie allzu weit vom Original weg zu bewegen wagt, und dabei keinen Fitzel eigenen Charme aufbaut.
Figuren tauchen auf, werden aber nicht vorgestellt oder beschrieben, manchen wird gar der Name vorenthalten. Große Teile der Handlungsgeschichte werden extrem gekürzt dargestellt, stattdessen füllt man den Film mit minutenlangen Luft-Action-Szenen. Der Großteil der Dialoge spielt sich auf Fünfjährigen-Niveau ab und ist somit einfach langweilig. Wer, wie der Großteil der Zuschauer, das Buch zum Film im Kopf hat, kann - wenn auch kopfschüttelnd- die Handlung verfolgen, Potter-Neulinge jedoch zucken an vielen Stellen oft nur mit den Schultern und lassen sich stattdessen von den Spezial-Effekten einlullen.
Die einzigen Lacher verbucht der böse Hausmeister Filch auf sein Konto, anwesende Kinder waren viel öfter erschrocken als begeistert: Die Welt der Zauberer und Hexen ist dunkel, kalt, unheimlich und feucht und erinnert rein optisch an ein Familientreffen der Kelly-Family auf einem mittelalterlichen Markt mit schlecht ausgestatteten Komparsen.
Eigentlich war das beste am Film der neue Trailer für ‚Der Herr der Ringe‘.
Und hier der kleinkarierte Nörgelteil für alle, die das Buch genauso toll wie ich fanden, alle anderen können das getrost überspringen:
- Snape hat im Film keine fettigen Haare und ist überhaupt nicht so böse, die ganzen fiesen Unterrichtsschikanen kommen im Film nicht vor.
- Harrys Narbe sieht aus wie ein aufgemaltes Zorro-Z.
- Der Harry-Potter-Darsteller kann mit seinem lieben Gesichtchen nur zwei Emotionen ausdrücken: ‚Oh‘ und ‚Wow‘.
- Der sprechende Hut singt kein Lied.
- Die Katze vom Hausmeister hat keinen Namen und ist nicht staubfarben.
- ‚Norbert‘, der Drache von Hagrid tritt ganze zwei Minuten auf und ist am nächsten Tag bereits wieder verschwunden.
- Dass Harrys Eule Hedwig heißt, wird unterschlagen.
Die Handlung ist schnell erzählt: Harry ist elf, ist bei lieblosen Verwandten aufgewachsen und bekommt eines Tages eröffnet, ein Zauberer zu sein und das Privileg zu haben, die beste Zaubererschule von allen besuchen zu dürfen. Das Schloss, in dem das Internat untergebracht ist, ist toll und voller Geheimnisse, die Lehrer sind meistens doof, aber Quidditch spielen (Basketball auf Besen - nur anders) macht Spaß. Ein Oberböser taucht auf und Harry besiegt ihn. Alles wird gut.
So lieblos und hastig wie hier das herrliche Buch von Joanne K. Rowling nacherzählt wurde, ist auch der Film gemacht. Wie ein Intercity ohne Bremsen rast die Handlung durch die Literatur-Vorlage, und überrollt dabei all die zauberhaften kleinen Details, die das Buch so lesenswert machen. Übrig bleibt ein ängstliches Werk, das sich nie allzu weit vom Original weg zu bewegen wagt, und dabei keinen Fitzel eigenen Charme aufbaut.
Figuren tauchen auf, werden aber nicht vorgestellt oder beschrieben, manchen wird gar der Name vorenthalten. Große Teile der Handlungsgeschichte werden extrem gekürzt dargestellt, stattdessen füllt man den Film mit minutenlangen Luft-Action-Szenen. Der Großteil der Dialoge spielt sich auf Fünfjährigen-Niveau ab und ist somit einfach langweilig. Wer, wie der Großteil der Zuschauer, das Buch zum Film im Kopf hat, kann - wenn auch kopfschüttelnd- die Handlung verfolgen, Potter-Neulinge jedoch zucken an vielen Stellen oft nur mit den Schultern und lassen sich stattdessen von den Spezial-Effekten einlullen.
Die einzigen Lacher verbucht der böse Hausmeister Filch auf sein Konto, anwesende Kinder waren viel öfter erschrocken als begeistert: Die Welt der Zauberer und Hexen ist dunkel, kalt, unheimlich und feucht und erinnert rein optisch an ein Familientreffen der Kelly-Family auf einem mittelalterlichen Markt mit schlecht ausgestatteten Komparsen.
Eigentlich war das beste am Film der neue Trailer für ‚Der Herr der Ringe‘.
Und hier der kleinkarierte Nörgelteil für alle, die das Buch genauso toll wie ich fanden, alle anderen können das getrost überspringen:
- Snape hat im Film keine fettigen Haare und ist überhaupt nicht so böse, die ganzen fiesen Unterrichtsschikanen kommen im Film nicht vor.
- Harrys Narbe sieht aus wie ein aufgemaltes Zorro-Z.
- Der Harry-Potter-Darsteller kann mit seinem lieben Gesichtchen nur zwei Emotionen ausdrücken: ‚Oh‘ und ‚Wow‘.
- Der sprechende Hut singt kein Lied.
- Die Katze vom Hausmeister hat keinen Namen und ist nicht staubfarben.
- ‚Norbert‘, der Drache von Hagrid tritt ganze zwei Minuten auf und ist am nächsten Tag bereits wieder verschwunden.
- Dass Harrys Eule Hedwig heißt, wird unterschlagen.