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Vollständige Version anzeigen : Campingurlaub und anderes


Captan Chaos
08.08.2001, 22:09
Hallo allerseits, nachdem ich nun wieder wohlbehalten aus dem Urlaub zurück bin, fällt mir auf, dass es noch recht wenige Äusserungen zu den Urlaubsformen der Ende 70ger Anfang 80ger gibt.. Im Gegensatz zu heute, wo es schon Standard ist, per Flieger in die weite Welt zu jetten, fuhr man damals noch mit den Eltern im vollgepackten (nach heutigen Regeln absolut gesetzwidrigen Umständen) Auto zum Campingplatz in den Süden. ;-) Nun habe ich diesmal - trotz Internet und last minute- keinen entsprechenden Flieger bekommen und mich voller Freude unseres Steilwandzeltes erinnert (grins) und bin mit Sack und Pack (Frau und Kindern) gen Süden geprescht.
Wenn ich bedenke, wie unsere Eltern damals das Auto bis zur Hutablage vollpackten und wir Kinder eine 'Liegewiese' bis unters Dach hatten; - vom Dackgepäckträger ganz zu schweigen.... und heute nehmen alleine zwei Kindersitze schon enorm viel Platz weg...
Aber es ist klasse - so back to the basics ;-))) - morgens anstehen beim Bäcker, kochen auf dem Gaskocher, Kartenspielen bei Taschenlampenlicht... Und kein all inclusive...
Leider sind die guten Campingplätze mittlerweile auch recht teuer geworden...
(Beitrag wurde von Captan Chaos am 08.08.2001 um 21:15 Uhr bearbeitet.)

Gnatterton
08.08.2001, 22:50
... schöne Erinnerungen an alte Zeiten!
Auf diese Weise habe ich dank meiner Eltern praktisch ganz Europa kennengelernt!
Trotzdem mein Vater sich jedes Jahr ein neues System zur Markierung des Zeltgestänges ausgedacht hat, dauert es immer mindestens drei Stunden und bedurfte der Hilfe von Zeltnachbarn, um das Teil endlich aufgebaut zu kriegen ...
Aber so waren die ersten Kontakte wenigstens schon mal geknüpft!
Eine schöne Zeit war's ...

Bengt
09.08.2001, 18:44
Oh ja, der Campingurlaub.
Unser Weg führte entweder an die Nordsee oder nach Kärnten an den Ossiacher Se. Sicherlich wäre es schön gewesen, auch einmal andere Reiseziele anzusteuern, doch wir haben als Kinder und Jugendliche diese Urlaube genossen. Badespaß den ganzen Tag und ständig auf Achse. Heute jedoch empfinde ich eine tiefe Abneigung gegen Campingplätze, kommt wohl irgendwie von damals.

PeterLu
09.08.2001, 19:33
Damals war es auch überhaupt kein Problem, vier Erwachsene, zwei Zelte, vier Schlafsäcke, zwei Akustikgitarren sowie einen Haufen Kochutensilien, Proviant und persönliches Geraffel in einen VW-Käfer zu packen und damit nach Südfrankreich zu juckeln. (War allerdings eher noch in den Siebzigern).

peterthomassuschny
09.08.2001, 21:22
Meine Reiseerfahrungen:
1. 60er-Jahre: 62 - 64 irgendwo nahe Wiens (Hinterbrühl): (mein Alter: 0 - 2 Jahre)
2. 65-68: 4 mal Lignano ca. 3 Wochen mit PKW randvoll, Quartier war ein Bungalow mit Selberkochen
3. 69 und 70: jeweils den ganzen Sommer in Niederösterreich in einem Ferienhaus in der Nähe von Pitten/Bezirk Wiener Neustadt, 70 zuvor eine Woche mit dem Auto in England bei Verwandten unseres Vaters
4. 71: mit dem Auto in der Nähe von Ancona, Italien, Bungalow, diesmal Halbpension, Mittagessen kalt
5. 72-74: einmal Pfadfindersommerlager in Ö, ansonsten daheim, 74 erstmals mit dem Flugzeug mit meiner Mutter und mittlerer Schwester in London und Oxford (3 Wochen)
6. 75&76: zweimal Ferienhort für Mittelschüler in St. Wolfgang/See (Nachbarortschaft St. Gilgen, aber nicht den Kohl besuchen, der fuhr erst ab 1977, was ich weiß)
7. 77: Feriensprachkurs in England
8. 78 - 86: 6 x Interrail mit der Bahn kreuz und quer durch Europa, Ausnahmen: 79 Feriensprachkurs in Frankreich, 82 in England (da bei der Matura = Abi) in Englisch durchgefallen) und 83 Maturareise mit dem Flugzeug nach Israel und dort Freunde besucht.
Camping hatten wir nie, würde meine Kinder (die sind aber erst 5 und 7) auch mit Interrail schicken, so lernt frau/man Europa preiswert kennen und für lange Reisen viel streßfreier als mit dem Auto (spreche aus Erfahrung, bin seit Feber 1991 Botendienst-frächter).
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
www.r60.net

Captan Chaos
19.08.2001, 12:23
Stimmt Interrail-hatte ich ja schon fast vergessen...Wir waren damals vor allem im Norden Europas Skandinavien/Irland etc. unterwegs und haben per Rad und/oder Anhalter die Länder besucht. Geschlafen wurde in den Bahnhöfen, in den Zügen, in Jugendherbergen oder einfach auf Parkbänken.
Teilweise wurden Nachtzüge so ausgewählt, dass man irgendwohin fuhr, und auf halber Strecke sich vom Schaffner wecken lies, ausstieg und auf dem gegenüberliegenden Gleis den nächsten Zug wieder zurück zu nahm. So hatte man mit einer kleinen Unterbrechung ein Dach überm Kopf und ca. 6-8 Stunden Schlaf- man war ja flexibel. Nach ca. 3-4 Wochen stank man allerdings wie ein Iltis, hatte tolle Erfahrungen gemacht und hofft dies irgenwann mal wieder machen zu können...

Lelani
21.08.2001, 22:58
Dauercamping am Stocksee - da verbrachte ich sämtliche Wochenenden und alle Ferien meiner Jugend. Typisch deutscher Campingplatz: Sauber, aufgeräumt und die Dauercamper pflegten ihren Rasen mit der Nagelschere. Von 13-15 Uhr Mittagsruhe, da war nicht mal abwaschen erlaubt, da klappern der Teller störte. Also war kollektives pennen angesagt. Ich mußte jedes Wochenende mitfahren und zu Hause lief Beatclub! Zum Schluß habe ich es gehasst mitzufahren.
Aber bevor wir Dauercamper wurden, fuhren wir im Sommer an die Ostsee, abenteuerlich. Vater mit der Campingausrüstung und Koffern im Zug voraus, Onkel auf dem Motorrad, Tante auf dem Sozius, Mutter und ich (Vorschulkind) im Beiwagen. Camping beim Bauern auf der Wiese, Plumpsklo mit Herzchen. Milchholen in Blechkannen, warm direkt aus dem Euter. Einmal in der Woche kam ein Kaufmann mit dem Hanomag Hentschel und klapperte die Campingplätze ab, versorgte die Camper mit Lebensmitteln. Wasser gab«s an der Pumpe, Wasserblase hing am Baum vor dem Zelt. Waschen in der Ostsee, Zähne putzen mit Salzwasser. Aber ich wußte früh was Glasaale sind, kannte Seesterne und Quallen und Sandburgen bauen war der Höhepunkt des Urlaubs.

Zazie
22.08.2001, 12:21
Ich war nur zweimal in meinem Leben campen und einmal davon war tatsächlich in den 80-ern. Ich hatte einen italienischen Freund aus Rom und der hatte Familie an der Adria, nicht weit von Ancona. Da sind wir mal hingefahren, denn denen gehörte auch ein Campingplatz. War schön gewesen, nicht allzu viele deutsche Touristen, nette Leute, sauberer Strand, keine Algen im Wasser. Nur verlief genau hinterm Campingplatz die Bahnlinie Lecce-Mailand und dieser Zug donnerte zu allen Tag- und Nachtzeiten vorbei. Der 8-Uhr-Zug machte sich auch immer einen Spaß daraus, die Camper mit eine lauten Tuten noch extra aus ihren Schlafsäcken zu hauen. Kurz, ich bekam nicht allzu viel Schlaf in dieser Zeit.
Das zweite Mal war auch in Italien, auf Sardinien, zwar nicht mehr mit meinem römischen Freund (den hatte ich da schon nicht mehr), aber auch mit einer Gruppe Italienern.
Bis heute habe ich meiner Mutter nicht erzählt, dass ich campen war. Für sie war campen damals der Inbegriff von Primitivität, Sodom und Gomorrha und Versifftheit. Nicht dass meine Mutter nur in Luxushotels geht, ganz im Gegenteil. Aber ein richtiges Bett sollte es schon sein. Würde ich heute campen wollen und es ihr erzählen, gut, dann 'muss ich selber wissen, was mir Spaß macht', auch wenn es nicht ihr Ding ist. Aber damals war ich ja noch sooo jung (zu jung für 'sowas') :-)
Viele Grüße
Zazie
Viele

peterthomassuschny
22.08.2001, 18:21
@Captn Chaos
Halb so wild, bei Interrail hatten wir immer
ein Reisewaschmittel 'Rei' aus der Tube mit, gestunken habe ich nur 1985, aber da war
ich auf einem (nicht internationalen) Pfadfinderjamboree in Irland und da hatten sie den verregnetsten Sommer seit 1969 (bei 10 Tagen Aufenthalt 8 Tage Regen) und da hatten wir alles in den Jurten (das sind die bodenlosen Zelte) alles über der Feuerstelle getrocknet und da stank naturgemäß alles und habe ich dann bei Freunden in Coventry Wäsche waschen lassen.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
der alte Interrail-Fan, angeblich gibts das schon für die ganze Familie seit einiger Zeit, falls das so stimmt, werde ich sicher einmal mit den Kindern fahren (wenn die so 15, 16 sind), nur wie ich das mit meiner Frau mache, weiß ich nicht, die jammert schon die läppischen 23 Stunden von Wien nach Ricadi/Kalabrien

Captan Chaos
06.09.2001, 18:39
peterthomassuschny
Knappe zwei Tage (Ca 30 Stunden)von Frankfurt nach Bodö in Norwegen sind auch nicht schlecht oder ?! Damals haben wir vor der Planung jedes Kleidungsstück gewogen, das optimalste Zelt gesucht, Trockenfutter in allen Variationen mitgeschleppt und mit Sicherheit den Firmen Jack Wolfskin, Fjäll Räven etc. Mörderumsätze beschert. Davon abgesehen wurde eh immer irgendetwas zuviel mitgeschleppt oder im anderen Extrem irgendetwas wichtiges vergessen... Aber man war ja jung und improvisierte (grins)...Im Nachhinein betrachtet war man in Skandinavien sogar schon Trendsetter, da dort Helly Hansen die Marke schlechthin war - und hier erst in den letzten beiden jahren so richtig aufkam...

peterthomassuschny
06.09.2001, 20:27
@Captn Chaos
Mein prägendses Interrailerlebnis war 1980 von Belgrad nach Athen: der Zug war so überfüllt, daß wir zu 6. am Gang schliefen, ich hatte meine Luftmatratze aufgepumpt und die Beine in der WC-Kabine! Erst in der Früh (Blasendrang nach dem Aufstehen!) mußte ich weichen.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Paisley
08.09.2001, 10:01
Campingurlaub:
1988 in Ungarn. Am Balaton. Auf dem Campingplatz war alles unterteilt in Nationen: da eine Ecke für die Beneluxländer, da eine für die Deutschen usw. Die DDR-Bürger hatten die lauteste und am meisten frequentierte Ecke...
Da wir aus der BRD kamen, hatten wir eine schöne große Parzelle in der BRD-Ecke. Wir, zwei Paare mit einem Hauszelt.
Einmal wollten wir grillen und kauften Fleisch dafür. 'Mensch, da sind ja noch die Drüsen und alles dran!', bemerkte meine küchenmäßig findige Miturlauberin. Da setzten wir uns hin und schnitten alles überflüssige ab. Bei dieser Tätigkeit kippten wir uns mit total leckerem, ungarischem Schoko-Kirsch-Likör zu. Am Ende war das Fleisch geschnitten und wir lagen hackevoll im Zelt.
In den 80ern war ich auch viel mit dem Stadtjugendring (ich war Vorstandsmitglied)meiner Heimatstadt unterwegs, so z. B. in Israel, an der Cote d'Azur, in der Toskana.
Das Dauerreiseziel meines Lebens gab's auch in den 80ern: Dänemark! Immer wieder!

peterthomassuschny
08.09.2001, 10:33
@Paisley
In Israel war ich 1983 auf Maturareise (= Abireise). Im Bus nach Eilat spielte das Radio, stündlich waren Nachrichten, das fing immer in etwa so an 'Kol Israel. Jeruschalajim' (tjaha, habe nie hebräisch gelernt, kann nur 'shaked kelef' sagen,
d. h. soviel wie 'Kusch, Hund' und das sage ich ganz gerne, wenn wo wieder einer kläfft, das versteht keiner!). Und ewig Michael Jackson mit seinem Hit 'Billy Jean', sowieso heute betrachtet eines seiner besseren Lieder.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Captan Chaos
13.11.2001, 22:13
Hallo allerseits,wer hatte denn anfang der achtziger noch an den ein oder anderen Freizeiten (logischerweise im Zelt) teilgenommen ?!!! Bei uns in der Gegend waren Jugendfreizeiten meist von den Pfadfindern oder der katholischen Jugend organisiert. Die besonderen Erlebnisse gab's dann all abendlich bei der Auslosung der Nachtwache. Bis morgens um sechs wurde das Lagerfeuer bewacht und dabei allerdings auch einige Teilnehmer vom schlafen abgehalten. Da überall Klampfen herumlagen, wurden sie von manchen Nachtwächter immer wieder zur Präsentation von 'smoke on the water' und 'country roads' benutzt (welch geile Kombination) (Lady in black, Mercedes Benz u.a. nicht zu vergessen...).
Es wurden damals auch Wanderungen unternommen, bei denen die Kidies von heute wohl schon vor beginn zusammenbrechen würden... (zugegeben etwas übertrieben -schliesslich haben wir damals auch ab und zu geflucht- rückblickend waren es aber einfach klasse Erlebnisse.)
Die Mädels durften zu beginn der 80ger -zumindest bei uns- nur in Herbergen übernachten (meist 2 bis 3 km entfernt)was den Reiz von nächtlichen Wanderungen bisweilen erhöhte...

Chantal Juliane
20.11.2001, 07:58
Der Gardasee in Italien war der Knüller. Ohne viel zu tun hatte man - kaum angekommen - den Vorplatz voller gleichaltriger Kinder zum Spielen. An die selbstgebauten Angelruten kann ich mich noch gut erinnern.
Die Kinder- und Jugendfreizeiten waren doch wirklich spannend. Es gabe mindestens eine Nachtwanderung und jeden Abend Lagerfeuer mit (oder auch ohne) Mundorgel.

Captan Chaos
20.11.2001, 20:27
Stimmt, die M U N D O R G E L.... das Songbook der damaligen Zeit (grins) Wenigstens haben wir auf diese Art etwas des deutschen Liedgutes kennen- und singengelernt... Wer von den Kidies kennt denn noch Im Frühtau zu Berge wir ziehn.., Wir lagen mal vor Madagasgar, Nehmt Abschied Brüder... etc. (jetzt fallen mir aber auch alle Gassenhauer ein)
Dieter Thomas Kuhn und Guildo Horn sei Dank, sind vor einigen Monaten ja immerhin wieder unsere damaligen Hits aktuell gewesen...
(Konzerte bei denen 'unser' Jahrgang (66/67)voller Entzücken teilnahm und sich zum Ende des Abends stimmlich total verausgabte...) Aber das wäre jetzt was für nen eigenen Strang...

peterthomassuschny
23.11.2001, 06:41
@Captain Chaos
Alles tolle Lieder, singen wir immer wieder bei den Pfadfindern, uraltes Liedgut, das jede Generation erfreut.
Die Mundorgel dürfte das sein, was wir in Ö als Maultrommel bezeichnen, so ein kleines Metallstück, das der Spielende in den Mund steckt mit einer Feder hinten, die schön metallisch klingt, kam (meiner Erinnerung) Anfang der 70er wieder auf, ist ein altes Volksmusikinstument, beliebt auch die Ziehharmonika (je nach Ausführung als 'Knöpferlharmonika' oder in dem von Dir zitierten 'Wir lagen vor Madagaskar' als 'Schifferklavier' bezeichnet).
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Paisley
06.12.2001, 07:03
Oh, Captan Chaos, da hast du aber was angesprochen!! Na klar hatte ich Zeltfreizeiten, jede Menge, wenn man so will!!

In den 80ern war ich im DGB und gehörte zur örtlichen DGB-Jugend. Dazu gehörte, neben den Treffen im Jugendraum, der Demo am 1. Mai und Demos und Aktionen zu anderen damals aktuellen Anlässen auch das jährliche Pfingstjugendtreffen sowie noch diverse andere, ähnliche Aktivitäten. Damals fand ich das Pennen im DRK-Zehnmannzelt klasse, auch Matsch, vollgeregnete Dreimannzelte und unzureichende sanitäre Anlagen waren kein Problem. Alles Dinge, auf die ich heute gut verzichten kann.
Zwar mache ich auch heute noch Zelturlaub, aber auf Campingplätzen, und da suchen wir uns auch vornehmlich die mit den 5 Sternen raus.

Jaa, Mundorgel, das kenne ich auch - aber bei uns gab's meistenteils keine Liederbücher, es wurden, je nachdem, handelsübliche Trinklieder oder eben Arbeiterlieder gesungen. An das "kleine dicke Liederbuch" (Ja, so hieß es wirklich) kann ich mich erinnern, mit vielen Arbeiterliedern drin. Und Gitarrespieler waren auch immer dabei - unsere DGB-Jugend verfügte sogar über eine eigene kleine Band, die stets am 1. Mai auftrat und einmal sogar das Vorprogramm von Lydie Auvray und Hannes Wader bei einem örtlichen DGB-Konzertabend in der nächsten Großstadt stellte. Was sie spielten? Natürlich Arbeiterlieder!

Ansonsten Urlaubsformen mit Freizeiten: Jugendherberge!! Habe ich auch des öfteren kennengelernt damals. Das waren aber eher Wochenendseminare und -freizeiten als ausgedehnte Urlaube. Bis heute mag ich Jugendherbergen.

1989 habe ich mit meinem damaligen Freund auch so unseren Englandurlaub geplant - wir schliefen in Jugendherbergen. Das war sehr interessant. Abends trennten wir uns zum Schlafengehen, da die englischen Herbergen Männlein und Weiblein getrennt voneinander nächtigen ließ. In den englischen Youth Hostels muß man auch oft, bevor man die Herberge wieder verläßt, eine Aufgabe übernehmen. Wir bekamen so oft die Aufgabe, die "Cooker zu cleanen", daß ich schon dachte, wir hätten ein kleines Schild auf der Stirn: "Good cooker-cleaners!". Cooker cleanen war aber okay. Einmal mußte ich auch den Damen-Waschraum cleanen, das fand ich wenig erbauend. Im einsamen Nord-Schottland traf man dann immer wieder die gleichen Leute in den Hostels wieder.

Viele Grüße von
Paisley

Captan Chaos
31.01.2002, 21:04
Hi Paisley,

ja die JH in Irland hatten ebenfalls so ihre Marotten... Wir haben damals auch mehrere Radtouren durch Irlands Westen gemacht und schliefen meist in YHs oder B&B. Da wir allerdings immer zur Osterzeit auf der Insel waren, waren - mit Ausnahme von der YH in Killarney - alle eher unterbelegt, was allerdings die zum Teil strengen irländischen Herbergseltern nicht davon abhielt Männlein und Weiblein ein gemeinsames Bett zuzugestehen... Es sei denn man war verlobt oder verheiratet...was wir dann auch prompt immer waren...
In Irland haben wir dann ähnliche Gesangsrunden erleben können, wie in den zuvor beschriebenen Jugendfreizeiten. Die oftmals beschriebenen Rundgesänge haben wir mehr als einmal erleben können.
Da wir zudem viele Amerikaner und Australier trafen ergaben sich neben den traditionellen irischen Liedern auch einige andere 'homesongs'.
Nach einigen pints of beer war einem dann sowieso alles egal und man sang dann wahrscheinlich mehr laut als schön ;-)

Paisley
01.02.2002, 18:29
@Captan Chaos:
Nach einigen Pints ist laut sowieso besser als schön... :-))

"... und anderes":
Ferienhausurlaub!
Finde ich auch ganz klasse.
In den 80ern war ich in Dänemark, zweimal, zum Ferienhausurlaub, beide Male am gleichen Ort, aber in verschiedenen Häusern: in Falen Sommerhusby, südliches Ufer des Ringköbing Fjord. Allein der Geruch der Häuser war wunderbar: harzig, holzig... eben wie so ein dänisches Sommerhaus riecht. Wer es auch mal gemacht hat, weiß wahrscheinlich, was ich meine.

Captan Chaos
03.04.2002, 17:37
schön dass es noch erinnerungen an ferienhäuser gibt. in nordnorwegen hiesen diese dinger 'robuer' und waren absolut einfach gestrickt.... die toiletten bestanden aus hölzernen sitzgelegenheiten, die meist so konstruiert waren, dass sie direkten zugang zum meer hatten, entweder durch eine offene rinne, die vom regen her 'geflutet' wurde, oder durch ebbe und flut...
leider hatten wir mal eins erwischt, bei dem entweder die konstruktion nicht so ganz ok war oder aber der meeresspiegel um ein paar zentimeter zu stark gefallen war....

generell muss man aber sagen, dass es in den skandinavische ländern und herbergen immer ein ganz spezielles tramperklientel anzutreffen war .
klasse waren auch die bedingungen in den zügen, wo findet man denn einen service von schaffnern, denen man zu beginn der fahrt sagen konnte, dass man(n) gerne an der oder der haltestelle geweckt werden möchte... auf diese art und weise wurde die ein oder andere Herberge gespart und man schlief für einige stunden im zug wohl wissend, dass man entsprechend geweckt werden würde...

Hollaenderin
07.06.2002, 18:04
Na wenn Campingurlaub nicht mal MEIN Leben ist ;-) Stellt Euch vor - ich bin sogar auf einem Campingplatz aufgewachsen - in Deutschland - aber umgeben von meinen Landsgenossen von April bis Oktober. Das Resultat war das ich erst im Kindergarten Deutschlernte da ich ja immer nur holländische Saisonfreunde hatte. Aber schönsten, oder am spannensten, finde ich heute noch die typisch holländischen Klappcaravans: sehen erst aus wie harmlose PKW-Anhänger aber daraus klappt sich ein wunderbares Hauszelt mit "Wohnbereich" und "Schlafbereichen. Gibt es die eigentlich heute auch noch zukaufen?
Meine Eltern schleppten uns dafür oft bis in die Provence ebenso bepackt wie beschrieben. Einmal mussten wir aber einen 7-tägigen Stopp in der kalten Normandie einlegen da der örtlich ansässige Arzt meinte man dürfe mit meiner Masernerkrankung auf keinen Fall weiterfahren. Was haben wir gefroren!

Die Dänemarkhäuser kenne ich auch und eines liebe ich besonders: unser 4-Zimmerhäuschen auf Langeland - alles riecht nach Sauna und keiner sieht mich im Garten! Wir vermieten es auch, Paisley, also wenn Interesse bestehen sollte...
Det er bare dejlige i Danmark!

Elwood
07.06.2002, 21:18
Diese Klapp-Wohnwagen gibt es ca.seit Mitte/Ende der 70er nicht mehr. Die meisten Hersteller kamen aus den Benelux-Ländern, aber auch aus Frankreich und Skandinavien, aus Deutschland ist mir kein Hersteller bekannt. Wahrscheinlich, weil dort im Schnitt kleinere Autos als in Deutschland gefahren wurden (auch ein DAFje will über die Alpen). Es waren aber interessante Konstruktionen darunter, oft besser als die großen Brocken, die sich bei Seitenwind, zu hoher Geschwindigkeit oder schlechten Straßenverhältnissen übel aufschaukeln können.

In meiner Garage steht noch so ein Ding. Ein Freund will es wieder herrichten. Ein "Scholz Brüderchen" von 1969, made in Norwegen.