Vollständige Version anzeigen : Comics der 80er: Judge Dredd
Harald Leinweber
10.03.2000, 05:59
Guten Tag!
Zum Entsetzen meiner linken Freunde und -Innen habe ich in den frühen 80ern begonnen, das britische Comic-Magazin '2000 AD' zu lesen (und zu geniessen), dessen wichtigste Comicfigur 'Judge Dredd' war bzw. immer noch ist - das Ding gibt es heute noch. (Heute gefällt mir das nicht mehr so, aber nicht nur ich habe mich verändert.)
Wie auch immer - kennt das jemand?
Fand das ausser mir noch jemand gut?
Und was ist mit anderen Comics aus '2000 AD', etwa
- 'Skizz' von Alan Moore
- 'The Ballad of Halo Jones', auch von Moore
- 'Ace Garp - Space Truckin' ('Any Time - Any Space') mit dem Space Trucker Ace garp, einem nadelköpfigen Alien, samt seiner Besatzung: Troubleshooter GBH, ein Shaka, und Feek the Freek, the skeletoid ship's mechanic
- 'Strontium Dog' mit Johnny Alpha und Wulf Sternhammer
- 'Meltdown Man' (Scheint mir die Vorlage zur neuen Bastei-Heftromanserie 'Maddrax').
Oder kennt jemand die zeitweilige starke Konkurrenz von '2000 AD', 'Warrior', in dem Alan Moore u. a. 'V for vendetta' und 'Marvelman' erstveröffentlichte?
Muss ich denn ganz alleine schwelgen?
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber
(Beitrag wurde von Harald Leinweber am 11.03.2000 um 00:04 Uhr bearbeitet.)
Was ich kenne, ist das grandiose 'V for Vendetta', das ich mir - ich glaube in den 90ern - als Band zugelegt habe. Graphic Novel auf höchstem Niveau!
Meine linken Freunde wären auch entsetzt, wenn sie meine Sammlung von 'The Punisher'-Comics sehen könnten.
Wer ist übrigens noch der Meinung, dass Jim Lee der Größte ist?
Harald Leinweber
15.03.2000, 20:16
Guten Tag!
'V for Vendetta' von Alan Moore und David Lloyd erschien damals zuerst in 'Warrior', der unmittelbaren Konkurrenz von '2000 AD'.
Die Reaktion der LeserInnen auf diesen Comic war übrigens bemerkenswert.
Sie bestand meist aus drei Teilen:
1. Es ist toll!
2. Ich verstehe kein Wort.
3. Wann geht es weiter?
Jim Lee halte ich übrigens nicht für den Grössten.
Überhaupt liegen mir die amerikanischen Zeichengötter wie Todd MacFarlane, Greg Capulla, Jim Lee, Travis Charest und so weiter nicht so sehr.
Mir scheint es immer noch so zu sein, dass die Amis zwar eindrucksvoll zeichnen können, aber die Geschichten sind flau.
Wenn sie so etwas wie Tiefe, Originalität, Witz oder auch nur Einflüsse aus anderen kulturellen Bereichen denn ausschliesslich Comics brauchen, holen sich die US-Comic-Verlage Briten.
Da halte ich mich dann lieber an die Originale. 'Kane' zum Beispiel von Paul Grist.
Oder fast alles von Alan Moore.
Aber auch 'A Distant Soil' von Colleen Doran.
Oder 'Transmetropolitan' von Warren Ellis.
Oder 'Hitman' von Garth Ennis.
Na ja, ich bin abgeschwiffen.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber
Raphael der Himmlische
19.10.2000, 21:37
Hallo allerseits!
In den 80ern gab es leider nicht so viele gute Comics ... die meisten erschienen bei Batei, kosteten 1,50 und hatten das Niveau der 'Biene Maja'!
Die meisten Comics, die Sie, Herr Leinweber, ansprechen, kenne ich nicht! Aber was ist mit dem Batman-Comic 'The Return of the Dark Knight'!? (Mein Lieblingscomic!) Ein Relikt aus den 90ern?
wuesste gerne
Ihr Raphael
Harald Leinweber
19.10.2000, 23:05
Guten Tag!
Return of the Dark Knight, eine apokryphe Graphic Novel um den Batman von Frank Miller, wurde ca. 1984 geschaffen.
Darin geht der Autor/Zeichner recht rüde mit dem Mythos um, und das hat vielen gefallen.
Tatsächlich kam - u. a. wg. RotDK, Watchmen u. a. - es zu einer kurzen Blüte der englischsprachigen Comics; Mitte bis Ende der 80er Jahre gab es eine ganze Reihe interessante Versuche, Comics für intelligentes Leben zu produzieren.
Solche Comics gibt es auch immer noch, aber es sind weniger geworden. Die meisten appellieren eben doch an die 13jährigen jeden Alters.
Meiner obigen aktuellen Tippliste sollte ich noch anfügen:
- 'Bone' von jeff Smith
- 'Supernatural Law' (vormals 'Wolff & Byrd - Counselors of the Macabre')
- 'Top Ten' und 'The League of Extraordinary Gentlemen' von Alan Moore.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber
le_reptile
20.10.2000, 15:49
nicht zu vergessen 'elektra' und 'lobo'(you fraggin' bastiches), dem super-pöbler des weltalls, der in einem band sogar auf judge dredd trifft (oder bin ich schon wieder in den neunzigern?). in hochform vor allem in den comic-books von simon bisley.
falls 'return of the dark knight' tatsächlich von 1984 ist, dann war frank miller seiner zeit wirklich um lichtjahre vorraus. ich wurde erst ca 1989/90 darauf aufmerksam.
(Beitrag wurde von le_reptile am 20.10.2000 um 13:50 Uhr bearbeitet.)
Raphael der Himmlische
20.10.2000, 17:06
Hallo Herr Leinweber, hallo le_reptile!
Freut mich aber, dass 'Return of the Dark Knight' ein Relikt der 80er ist ... kein Wunder dann, dass ich ihn so gut finde! In aehnlicher Aufmachung (und in schwarzes Kunstleder eingebunden!) hatte ich dann noch einen Spiderman-Comic, der in Schottland spielte ... Kennt den jemand?
Und WENN wir schon in den 80ern sind, duerfen wir eigentlich einen ganz anderen Comic nicht vergessen: WERNER!
Wir kamen ueber einen Bekannten, der Broesel persoenlich kannte recht schnell in Kontakt damit ... irgendwie hat sich eine gewisse Begeisterung fuer diesen Comic in unserer Familie gehalten ... obwohl es nach dem Rennen (Red-Porsche-Killer gegen Holgis Porsche!) schon etwas abflachte!
Die ersten beiden WERNERs ('Oder was?' und 'Alles klar?!' sind immer noch ungeschlagen gut,
meint
Euer Raphael
Lieber Herr Leinweber!
Ich kenne Judge Dredd nur aus der Filmvariante mit Silvester Stallone. Ist der Comic auch so übel? Und dramaturgisch/narrativ so schlecht?
Mit Bitte um Erleuchtung
Lorenza
Ich finde ja, Ralf Königs Comics sind auch so ein typisches Achtziger-Produkt, zumindest ihre weite Verbreitung auch unter Heteros und Frauen.
Wunderschön seine 'lautmalerischen' Unterlegungen von Szenen wie 'türenklapp' u.ä.
'Kondom des Grauens' ist übrigens (m.E.) auch phantastisch gezeichnet, gar nicht nur Knollennase, sondern auch Atmosphäre und Perspektive: Gar nicht schlecht.
Lorenza
El necero
26.10.2000, 23:44
Tach,
ich hab zunächst mal alles gelesen, was Condor an Superhelden auf den Markt geworfen hat. Auch Die DN-Agents. Kennt die noch jemand? X-Men waren von Anfang an super, Spiderman rules, FV von John Byrne eine Offenbarung.
Gleichzeitig hab ich mein weniges Taschengeld in franko-belgisches Material gesteckt, Asterix, na klar, Tim und Struppi usw. (Carlsen verdankt mir sein Überleben), bis ich dann die Amis neu entdeckte. 'Die Rückkehr des dunklen Ritters' und 'Maus' von Art Spiegelman zählen zu den high lights. Aber hauptsächlich waren die 80er geprägt für mich durch Condor und das bescheidene Taschenbuch-Format. Ich bin im Urlaub für ein X-Men Taschenbuch mal 8 km gelaufen, um es zu bekommen, das muss man sich mal vorstellen.
Heute hab ich meinen Comic-Dealer in Ffm, da lass ich im Monat so manche Mark, aber geprägt wurde ich durch die 70er, nicht die 80er, denn meine Zeit begann mit Kobra, Zack, Fix und Foxi, Yps und den schlechten Williams-Superhelden. Ach ja, die Lustigen Taschenbücher will ich nicht vergessen, am besten gefiel mir der erste Phantomias, LT Nr. 41. Das hat geschockt. Bleibend. Ehrlich.
cu
El necero
ich stand ja ziemlich auf den spider man, der war aber von marvel, oder?
und bei den superman/batman comics (welcher verlag war das?) gab es in den 80ern immer diese supi punkte zum sammeln, erinnert sich da noch jemand dran? ich hab es bis zu einem riesen poster des bat caves geschafft, mit allen datails drauf, es trohnte über meinem bett....
oli
El necero
27.10.2000, 19:10
Bei dem Verlag handelte es sich um Ehapa. Die Sammelpunkte hab ich auch für den Batcave eingetauscht. Hat mit die ganzen Hefte und Taschenbücher versaut.
Noch heute schwärme ich für 'Die Legion der Superhelden' und 'Wähle H für Held'.
Später lief das Programm dann über den Hethke-Verlag, jedoch nicht lange. Momentan läuft die ganze Sache über Dino.
cu
El necero
Harald Leinweber
28.10.2000, 21:32
Guten Tag!
Nach rund 25 Jahren ist 'Judge Dredd' ein Bestandteil der britischen bzw. englischsprachigen Popkultur und damit mehr als nur ein Comic.
Der Film ist in gewisser Weise durchaus um relative Werktreue bemüht, was aber andererseits angesichts der schieren Text-Fülle ein aussichtsloses Unterfangen ist. Joe Dredd wird von den verschiedenen Autoren und Zeichnern durchaus verschieden gesehen und hat im Laufe der Jahre verschiedene Wandlungen durchgemacht.
Gemeinsam ist allen Varianten, dass Dredd der härteste aller Polizisten/Richter von MegaCity One ist.
'Judge Dredd' sollte jedem, der Spaß an 'Sledge Hammer' hat, einen Versuch wert sein. Allerdings rate ich allen von den deutschen Übersetzungen ab: Erstens bringen sie kaum den grimmigen Humor und Sprachwitz der Originale rüber, und zweitens stammen sie ausnahmslos aus der späten Neuziger-Phase des Comics - die Goldene Ära war in den frühen 80ern.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber
Hallo Leute, könnt Ihr Euch an die ersten Ausgaben der He-Man-Comics in den Kaufhäusern erinnern. Sie sind doch der Anfang der echten Unkultur an schlechten Spielfiguren. Ich habe die Hefte aus historischen Gründen alle gesammelt und eingemottet. Sie haben einen ganz speziellen Wert denke ich....sozusagen Zeugen der Dekadenz im Spielzimmer.. Was wißt Ihr??
Sideshow Bob
15.11.2000, 11:16
hallo raphael,
ich kann dein erstaunen über den entstehungs-zeitpunkt von millers dark knight total gut nachvollziehen.
meine comic-leidenschaft verebbte spontan etwa am 21. mai 1986. bis dahin war alles supi-punkte, asterix, lustige taschenbücher, lucky luke, umpahpah und 'muss ihn knock-out setzen' (mein immer noch liebstes zitat aus der frühen batman-zeit). selbst der in meiner schule hochgeschätzte und hochgehandelte werner war mir ein greuel.
ich bin erst wieder in den 90ern zum comic geführt worden und zwar durch comics aus den 80ern: v for vendetta, dark knight, watchmen, born again (daredevil), ronin
PS. supi punkte - hat die noch jemand gesammelt? und hat sich vor allem außer mir mal die batman-maske für zwölf solcher punkte bestellt, fragt bob
Harald Leinweber
15.11.2000, 12:10
Guten Tag!
Alan Moore schreibt zurzeit an einer Serie namens Top Ten. Das ist eine Art 'Polizeirevier Hill Street' meets 'Astro City': Polizeialltag in einer Stadt der Zukunft, in der jeder dritte irgendeine Superfähigkeit, ein Exoskelett oder einen Kampfanzug aus dem All hat.
Mein liebstes Cover davon passt exzellent in diese Zeit:
Wir sehen eine Polizistin in einem schwerbewaffneten Harnisch (MGs, Raketenwerfer etc.), die gerade einen Kunden abfertigt. Der steht neben seinem Fahrzeug und wird von ihr harsch aufgefordert: 'Step away from the vehicle!'
Das 'Vehicle' ist ein Rentierschlitten, und der Kunde ist der Weihnachtsmann.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber
Supie Punkte gesammelt ?
Ich hab sie gehortet !!!
Mein Opa hat mir damals so ziemlich alles gekauft, was ich haben wollte,außer Supie, Batman, Roter Blitz, Grüne Leuchte, Spiderman, Gerechtigkeitsliga, usw auch noch das Phantom (nicht vergessen !), Yps und MickyMaus, so ging das ganz einfach ! Ich hab mich dann oft hingesetzt und gezählt und mir Sachen zum Bestellen herausgesucht, aber dann.... bestellt hab ich nie was !
Schande über mich !
Ach ja, so ganz nebenher hab ich noch Comics ohne Bilder gelesen: Jerry Cotton (selbstverständlich von meinem Opa bezahlt, Danke Opi !)
mich wundert ein wenig in diesem strang nichts über u-comics, enki bilal, moebius, etc. zu lesen.
ich meine mich zu erinnern dass die ersten comicläden anfang der 80er auf der bildfläche erschienen was meinen comichorizont (bis dahin die gängigen klassiker: asterix, prinz eisenherz, tim & struppi, marvels etc.) erheblich erweiterte.da gab es einfach alles.
war schon toll. konnte man stunde um stunde drin verbringen und um die guido crepax comics
herumzuschleichen. am ende kam man dann doch wieder nur mit einem neuen prinz eisenherz band nach hause.
mfg al
(Beitrag wurde von al am 13.01.2001 um 23:29 Uhr bearbeitet.)
Harald Leinweber
20.01.2001, 19:22
Guten Tag!
Kann sein, dass ich mich wiederhole, aber sei's drum:
Enki Bilal konnte ich 1993 beim 1. Comic Salon in Hamburg interviewen.
Das war vielleicht ein schöner Mann! Hatte ich nach seinen Gestalten in den Comics (meistens alt, fett und hässlich) gar nicht erwartet - so viel zu Prädispositionen.
Und klug ist er auch noch - so beteiligte er sich damals an einem Sender, der unparteiische Nachrichten für das im Zerfall befindliche Jugoslawien ausstrahlte.
Seinen Comic 'Der Schlaf der Vernunft' halte ch auch heute noch für eine der besten Graphic Novels überhaupt - spannend, intelligent, bestens recherchiert. (Übrigens auch ein exzellenter Beitrag über die politischen 70er Jahre).
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber
Bilal, Judge Dredd, Watchmen, pfffff Würg!
DER Comic der 80er war ein Mädchencomic von Bastei und hieß 'BIGGI - Was Mächen alles erleben' Das war eine britische Serie über Romanzen, Familienprobleme und Intrigen. Später wurde Biggi dann nach Amerika geschickt und die Sache klappte mehr in Richtung Comedy um. Allein die Zeichnungen waren spitze! So falsche Perspektiven brachte sonst nur Hansrudi Wäscher zustande. Hab ich gelacht. Kennt das noch wer? Es gab auch Biggi-Taschenbücher, die spielten etwas später in England. Biggi hatte dort kürzere Haare!
Gruß vom Biggi-Spleen
@al:
Du sagst es - ich dachte schon beim Durchsehen des Stranges, keiner würde etwas über U-Comix sagen!!!
Die habe ich nämlich auch sehr gerne gelesen!!
Leider erinnere ich mich nicht mehr so an alle Namen. Moebius, ja, Bilal, und nicht zu vergessen den genialen Erotomanen Richard Corben! Witzig war die Figur 'Peter Pervers' von Gotlib, von dem habe ich mir auch einen Extra-Band gekauft.
Aber am liebsten mochte ich 'Kador' von Binet!
Kador ist ein sehr intelligenter Hund, der leider bei einem sehr dummen Ehepaar (in Deutschland haben die beiden den doofen Namen 'Familie Fleischbauch') leben muß. Kador liest am liebsten Kant, sein Herrchen mag lieber Pornos.
Sehr schön finde ich ein Szenenbild, wo Herrchen dem Leser erklärt: 'Hach, ich liebe diese Platte so sehr, daß ich sie statt mit 45 mit 33 UpM abspiele, damit's länger dauert.'
Neben den U-Comix mag ich aber auch furchtbar die Tim-und-Struppi-Geschichten! Intelligente, spannende Comics. Allerdings sind die ganz alten aus den 30er Jahren (Tim in Amerika, Tim im Kongo) nicht so gut, es sind sogar noch so einiges an Kolonialistengehabe bei Tim zu bemerken.
'Prinz Eisenherz' mag ich auch sehr gern, habe ich auch viele Bände von - der comic hat mich immer sehr fasziniert, von Kindheit an.
Kennt denn noch einer 'Trigan' von Don Lawrence aus dem Hethke-Verlag?
Trigan ist ein Reich in der Zukunft, auf dem fernen Planeten Trigan - sehr reizvoll ist, daß sie über modernstes Wissen und neueste Technik verfügen, aber stilmäßig voll und ganz wie im alten Rom leben.
@Spleen:
BIGGI!!!
In einem anderen Strang fragte ich nach dieser Figur (70er Jahre, BRAVO-Strang)!
Ja, das ist das Comic, was ich gesucht habe, in 'Popfoto' wurde das auch veröffentlicht!
Biggi, ein barbieartiges Mädchen mit einer Freundin, die ein Rheumaknie hatte, und einer kleinen Schwester (?). Biggi habe ich mir immer mit so einem Gefühlsmischmasch angesehen (nie selbst gekauft), nennen wir's mal 'interessierte Abscheu' oder so. Ich dachte immer: das ist so ein richtiger MÄDCHENCOMIC, schrecklich. Huh!!!..
Gruß
Paisley
(Beitrag wurde von Paisley am 13.05.2001 um 07:13 Uhr bearbeitet.)
Ich bin nicht sicher, ob das der gleiche Comic ist. Biggi ('Patty«s World') war schwarzhaarig mit 'Rattenschwänzen'/Pigtails (Wie nennt man diese Frisur richtig???), ihre Feundin Jessica (im Original 'Sharon') je nach Farbgebung blond oder rötlich.Die war mehr der Barbietyp, Patty eher kumpelig-unscheinbar, aber niiiiedlich. Die Stories hatten einen ordentlichen Schwarzweißstil, bevor irgendein Studiozeichner beauftragt wurde sie weiterzuführen: gute Mimik, witzige Gesten, vollgepackte Bilder. Die Geschichten waren in der britischen Phase vegleichsweise realistisch: sie hatte eine Erzfeindin in der Schule, die ständig intrigierte,eine ausgeprägte soziale Ader (half im Krankenhaus und schwärmte den Arzt an) und auch häusliche Probleme. Witzig waren immer ihre Tagträume. Gekauft hatte ich das mal aus Langeweile, bin aber dann eine Weile drangeblieben. Sah nach nix aus, war aber in Ordnung.
Trigan (The Trigan Empire) ist eine englische Serie aus dem Abenteuerheft 'Vulcan' (bei uns kurze Zeit als 'Kobra' ). Die Serie ist in Holland (dem Land wo die 70er ca. 22 Jahre gedauert haben) immer noch recht beliebt und wird in Alben aufgelegt. Die Zeichnungen sind schön, die Stories wiederholen sich nach ner Weile. Merkwürdig fand ich imer den rasanten Fortschritt, den die Technik im Gegensatz zur Mode auf Trigan machte. Raketen und Zenturionenrüstung? Der Zeichner ist übrigens Don Lawrence, er hat auch die Serie 'Storm' gemacht. Zu Prinz Eisenherz bei Gelegenheit gerne mehr! Comicgrüße vom Spleen
Jetzt wissen wir, warum die Comicbranche in einer solchen Krise ist: schon in den 80ern hat offenbar kaum einer mehr Comics gelesen! Oder?
@ Paisley: Hier ist die Trigan-Info für dich!
Hi Spleen!
Jaa, es sind soo viele Foren und Stränge, da verhedddert man sich so drin und findet dann nich' mehr zurück, huh, huuh...
Ja, schön, daß du TRIGAN kennst! Lese gerade auch mal wieder ein bißchen drin. Leider habe ich nur Hefte vom Norbert-Hethke-Verlag, die sind nicht gut (schlechte Story-Aufteilung, mieser Druck!).
Was BIGGI betrifft - ja, wir meinen das gleiche. Inzwischen habe ich in irgendeinem anderen Strang noch mehr Info zu Biggi gefunden. Da hieß sie aber anders, nur wie... *grübelundnichtdraufkomm*
Die Erzfeindin in der Schule, trug die eine Brille? Irgendwie ist mir so.
Würde diese Comics auch liebend gern mal wieder lesen.
Viele Grüße
Paisley
'Penny Lucas' aus der 'Melanie'! Diese Übersetzung kenne ich nicht. Der Bastei-Verlag hat ca. 1982 (wieder nicht 1983!) dann nochmal ganz von vorne begonnen, da ist Biggy so ca. 11. Ihre Erzfeindn in England war Doreen mit der Brille, die trotz kurzer Moppfrisur und Knubbelnase immer beliebter war als sie. Das mit dem Rheumaknie hat mich verwirrt, dürfte eine ältere Story sein, am Anfang stehen Biggys (Pattys, Pennys, Peggys) Schwester und ihr zukünftger Herr Doktor noch öfter im Mittelpunkt...
Biggy-Hefte müsste es in Second-Hand-Comicläden noch geben. Viel Sammlerwert haben die nicht, aber Vorsicht, ab Nr. 84 oder so sind die Stories von anderen Zeichnern und spielen, mit anderen Nebenfiguren, in Amerika. Offenbar war das Originalmaterial verbraucht...
(Beitrag wurde von Spleen am 30.06.2001 um 08:00 Uhr bearbeitet.)
Franziska Becker, Mein feministischer Alltag! Zu Anfang ist noch ein bisschen 70-er Flair zu spüren, aber dann wird es so dermaßen 80-er (Mode, Musik), mehr geht gar nicht.
Ich habe übrigens in den 80-ern jede Menge Comics gelesen, die gab es aber alle schon vorher (insbesondere Gaston natürlich).
Wie war das mit Ralf König, war der echt schon 80-er? Finde ich auch super, ist aber sicher nicht jederManns Fall.
Viele Grüße
Zazie
Doch, Ralf König fing so 1987 an, bekannt zu werden. Rezensionen hatte ich schon viel früher davon gelesen. Eine Studienkollegin hat mir mal den 'bewegten Mann' geliehen, naja...
Nette Anekdote dazu: in meiner ehemaligen Schule hatte jemand im gleichen Jahr den besagten Band im Lehrerzimmer herumliegen lassen. Ein Schüler hat ihn mitgehen lassen (!!!) und in der Abizeitung verbraten. Offenbar war die ganze Stufe damals davon begeistert bis erstaunt, dass Lehrer sowas auch nur lesen würden. Wahrscheinlich war der Band konfisziert worden. So kommen ja manche Lehrer auch an ihre Clever-und Smart-Hefte...
(Beitrag wurde von Spleen am 03.07.2001 um 19:27 Uhr bearbeitet.)
Raphael der Himmlische
03.07.2001, 20:59
Hallo Spleen!
Sag mal, kamen Clever & Smart nicht auch in den 80ern auf? Oder bin ich einfach nur ein Spaetberufener?!
Ich hatte meine ersten C&S Hefte jedenfalls in den 80ern. Und 'Elfquest' ... stimmt ja ... das kam da auch auf. Und dann ganz viele Versuche, Fantasie in Comic umzusetzen.
Aber gab es da sonst was Erfolgreiches?
gruebelt
Dein Raphael
Es gab ein paar schöne französische Albenreihen, wie 'Torgal' oder den Einzelband 'Die große Macht des kleinen Schninkel'. Ansonsten natürlich Marvel«s 'Conan'! (Und He-Man, höhöhö)
Clever und Smart ('Mortadelo y Filem—n') ist aber viel älter. In Spanien seit den 50ern, bei uns seit den frühen 70ern (1972)!
Wer erinnert sich noch an die Albenserie 'Gallenstein'? (1980-1983) Die hatten damals ziemlich Ärger mit den Copyrightanwälten von 'Asterix'...
SUPERTOUCH
19.07.2001, 02:07
klar, kenne ich Judge Dredd.. Glücklicherweise sogar bevor Stallone den berühmten Helm in der verfilmten Version abnahm (aber ehrlich gesagt, so schlecht fand ich den Kinofilm überraschender Weise dann auch nicht).. Ein Schulfreund hatte mich mit Judge Dredd (neben anderen kruden Figuren wie ABC WARRIORS aus dem 2001 AD Imperium). Am liebsten war mir die Epsisode Judge Dredd in Oz. Durch einen glücklichen Zufall habe ich dann sogar in einem Berliner Comicladen ein Dredd-Album mit einem vergoldeten Plastik-Badge erstanden, dass ich manchmal sogar heute noch trage.
Judge Dredd war in der Tat cool. Eine zugespitze Form der Eastwoodschen Dirty Harry Nummer, der durch die Megacity mit einem Koloss von Motorrad streifte, um Bösewichter ausgestattet mit legislativen wie exekutiven Funktionen entweder auf der Stelle exekutierte oder in die sog. 'cubes' schickte. Eine nicht ganz politisch-korrekte Law&Order-Figur in der Thatcher-Ära
Trudelblume
29.08.2001, 01:38
Für mich waren die 80er comicmäßig geprägt durch Schwermetall und U-Comix. Moebius, Druillet, Bilal, Corben, Gotlib, Edika - das war schon ein Quantensprung gegenüber den Zack-Serien der 70er. 'Elfquest / Elfenwelt' kam auch Anfang der 80er nach Deutschland. Und der fette Albenboom, die Rückkehr der Zack-Helden in den originalgetreuen Carlsen-Alben, Corto Maltese - überhaupt: Comics als Kunst - die Entstehung der Comicshops in Deutschland, die Aufblähung des Albenmarktes bis zum großen Knall - das waren die Comic-80er, oder bring ich da was durcheinander?
Nein, das siehst du schon richtig, Trudelblume! Und eben dieses 'Arty-farty' - Getue ist den Jüngeren dann zu blöd geworden und alles ist umgekippt!
Die 80er waren auch der endgültige Untergang der guten alten Superheldencomics, oder besser: ihrer guten Bearbeitung, wie D.C. (Supie) vom Ehapa-Verlag und Marvel bei Williams. Die Condor-Taschenbücher waren ja ein Witz, oder?
Pssst! Der Panini-Verlag bringt momentan begrüßenswerte Superhelden-Nachdrucke aus den 80ern.
Nach der letzten Curt-Swan-Superman-Story, in der sein 'Tod' viel genialer inszeniert ist als später in den 90s, und der John-Byrne-Superman-Serie 'Man of Steel', in der er Supie für die 80er neu definierte, kommt jetzt Batman: 'Death in the Family'. Fast rührend, wie sehr Bats da noch dem blauschwarzen Siebziger-Batman ähnelte.
Empfehlenswert allen die nicht Judge 'Würg' Dredd oder 'Depp' Lobo brauchen...
Trudelblume
23.09.2001, 01:04
Hey hey, wir wollen doch nicht persönlich werden, Spleen! Ich hab gute Beziehungen zum Präsi!
Weiß ich, Trudelblume, aber ich vertrau dir ein Geheimnis an: er ist ein abtrünniger Teletubby und hat tierische Angst vor Tinky Winky. Seine Hautfarbe verrät alles!
Trudelblume
25.09.2001, 22:31
Hmmm... Die Argumentation versteh ich jetzt gar nicht. Bedeutet das, dass Teletubbies Deppen sind? Da würden dir zwar bestimmt viele Recht geben, aber von dir erstaunt mich diese Assoziation...
Und dass die Tubbies kalkweiße Gesichter und feuerrote Augen haben, war mir auch noch nicht aufgefallen... vielleicht solllte ich sie mir doch mal länger als 3 Nanosekunden antun...
Aber, Trudel! Die Tubbies sind intelligenter als man denkt, sie sind die utopisch-friedlichste Lebensform, die man findet.
Klar gibt es da mal Rückschläge und Außenseiter. z.B. Lobotubby.
Da Lobo keine Antenne mehr hat, entgeht er auch den Weisungen der wohlwollenden 'Voice Trumpets'. Daher ist er so gefährlich. Kalkweiße Gesichter haben Tinky und Po wirklich, Dipsy und Laa-laa sind etwas dunkler, und die roten Augen sind belegt auf dem Dr. Who-Cover 'Dr. Who: The Adorable Teletubbies'. Der Autor fällt mir jetzt gerade nicht ein, aber den könnte ich dir raussuchen. Ich warte daher inständig auf das große Superman-Teletubbies-Team up, in dem sie zusammen Lobo in Tinkys Tasche packen und wegzaubern!
Mal ehrlich: im Vergleich zu intelligent-kritischen Superhelden-Variaten wie 'Watchmen' fand ich Judge Dredd und Lobo immer nur saudoof. Echt so der Haudrauf-Quatsch, den Leute in Superheldencomics vermuten, die sie nicht gut kennen.
CU Spleen
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