Vollständige Version anzeigen : DDR-Comic: die neuen "Mosaik"
Wer findet auch, daß die mosaiks mit dem Untergang von Don Fernando (so um 1983 herum) ziemlich langweilig geworden waren?
Oder wer kann sich noch an den verrückten Wissenschaftler auf diesem Gruselschloß erinnern, der sich zur Aufgabe gesetzt hatte, die extremsten Krüppel zu züchten (und dem die Abrafaxe gerade so entkommen sind)?
Schreib jetzt mal nicht mehr, da ich erst mal sehen will, ob's überhaupt jemanden interessiert.
Harald Leinweber
07.04.2000, 22:26
Guten Tag!
Ich kenne nur die 'neuen' Abrafaxe, so etwa seit Ende 1996. Ich finde die ganz nett, aber offenbar hat der Mosaik-Verlag Vertriebsprobleme. Schade!
Über die alten Abrafaxe und Digedags habe ich mich ein wenig durch Sekundärliteratur schlau gemacht - interessant.
Ca. 1995 traf ich bei einem Pressetermin einen Journalisten-Kollegen aus dem Beitrittsgebiet, der Superman nicht kannte. Dass dem so war und dass dies mir bemerkenswert erschien, fand er offenbar ärgerlich.
Aber er kannte natürlich die Digedags und die Abrafaxe und wusste natürlich auch, dass die nicht gewalttätig etc. sind - ganz so, als ob Superman gewalttätig wäre.
Da gibt es offenbar schon verschiedene Auffassungen davon, was ein Comic sei - und was ein guter ...
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber
Danke für die Antwort, Herr Leinweber.
Die neuen Abrafaxe kenne ich wiederum nicht. Meine Abrafaxe-Hoch-Zeit waren mehr die 70er, vor allem aber die 80er Jahre. Übrigens waren die gar nicht so gewaltfrei, wie gern behauptet wurde - was man ja schon an dem Beispiel mit dem Wissenschaftler sehen kann.
Was ich an denen außer den komischen Elementen und den Abenteuern gut fand, war der historische Hintergrund, vor dem sich alles abspielte. Das fing bei der Kleidung an und ging weiter bis zu realen historischen Personen oder Figuren, die der mündlichen Überlieferung entsprangen. Außerdem gab es diese tollen Panoramen, richtige Historienschinken. Das hat mich als Kind und Teenager ziemlich beeindruckt.
'Superman' kenne ich leider auch nicht mehr als vom Namen. In den Achtzigern hab ich aber mal einen Spiderman-Comic gelesen, den meine Großmutter aus dem Westen mitgebracht hat. Fand ich aufregend. Weiß aber nicht, ob das das gleiche Niveau ist wie Superman.
Natürlich hatten die Abrafaxe anfangs diesen ideologischen Auftrag, Geschichte von unten zu erzählen, aber es war ziemlich unterhaltsam umgesetzt - was sich sonst nur selten über DDR-Literatur und -Kunst sagen läßt.
Harald Leinweber
10.04.2000, 17:57
Guten Tag!
Kein Zweifel: Eine Gesellschaft, die das Urmel ('Urmel! Urmeli!') und Lurchi ('Lange schallt's im Walde noch / Salamander lebe hoch!') als Kultobjekte für aufhebenswert hält, sollte auch ein würdiges Plätzchen für diese drei (bzw. zweimal drei) wackeren Streiter für das Gute übrig haben!
Und was die historischen Hintergründe betrifft, so sind die auch immer noch bestens recherchiert - die derzeit aktuellen Folgen spielen übrigens auf dem Balkan ... und sind auf jeden Fall weit unterhaltsamer als alles, was derzeit im gleichnamigen Forum geschieht.
Aber das ist vielleicht eine andere Geschichte -
und soll ein anderes Mal erzählt werden.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber
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