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Vollständige Version anzeigen : Happy Birthday, PC


peterthomassuschny
11.08.2001, 09:16
Wiener Zeitung, 10./11. 8. 2001
Ein verschworenes Dutzend hatte sich im Sommer 1980 im IBM-Forschungslabor in Boca Raton zusammengefunden. Die Ingenieure hatten den Auftrag bekommen, in einem geheimen Projekt vorbei an der berüchtigten IBM-Bürokratie einen Personal Computer (PC) zu entwickeln. Obwohl die Führung des Computerkonzerns damals nur halbherzig an die Zukunft eines preiswerten Rechners für die Massen glaubte, wollte IBM-Chef Frank Cary kleinen Firmen wie Apple oder Commodore nicht alleine diesen Markt überlassen.
Am 12. August 1981 stellte 'Big Blue' in
N. Y. den IBM 5150 PC vor. In den USA kostete der IBM-PC inkl. Monitor rund USD 3.500,--. 1981 wurden 35.000 Stk. verkauft. Doch dann zog der Markt an. Rund 3 Mio. Stück setzte IBM von seiner ersten PC-Generation bis 1987 ab. Grundlage für den Markterfolg der IBM-Architektur war die Entscheidung, anderen Firmen wie Compaq, Dell oder Nixdorf den Nachbau zu gestatten. 10 Jahre nach dem Verkauf des ersten 'PC-Clones' durch Compaq verlor IBM die Position als führender PC-Hersteller an die Texaner.
Im Vergleich zu aktuellen PCs sahen die Werte des ersten IBM-PCs sehr bescheiden aus. Herzstück des Ur-PCs war der 8-Bit-Chip 8088 von Intel, der mit einer Taktfrequenz von gerade 4,77 Megahertz getaktet war. Heutige Spitzen-PCs mit einem Pentium 4 sind über ein Gigahertz flott und arbeiten insg. rund 1.000 mal schneller.
Im Inneren des Ur-PC stecken 48 Kilobyte Hauptspeicher, heutige PCs haben häufig 128 Megabyte-Speicher und mehr. Um möglichst schnell einen eigenen PC entwicklen zu können, kauften die IBM-Techniker viele Komponenten von außen zu - und legten damit das Fundament für den Aufstieg von Intel zum weltgrößten Chip-Produzenten. Auch das Betriebssystem wollte man nicht selbst schreiben. Der damals 25 Jahre alte Bill Gates ergriff die Chance seines Lebens, kaufte mit Partner Paul Allen bei anderen Entwicklern den Kern für seine System-software zusammen und lizenzierte IBM das Konglomerat als PC-Dos 1,0 - der Grundstein zum Aufstieg Microsofts war gelegt.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
www.r60.net

Bibo
11.08.2001, 10:36
Mein Bruder hatte einen Freund, dessen Vater Physikprofessor an der FH war und der hatte den ersten PC in meinem Umkreis. Mein Bruder war ganz verrückt danach. Die Jungs haben dann (im Vergleich zu heutigen Zeiten) waaaahnsinnig simple Spielchen darauf programmiert, bis die ersten Commodores herauskamen und sie sich selbst einen Computer kaufen konnten. (Als Kleinkinder haben wir noch auf Computerlochkarten gemalt, die mein Onkel von Siemens mitbrachte.) Obwohl ich als 'dumme kleine Schwester' (O-Ton damals) ja nix von Technik verstand, fand ich dieses Medium doch von Anfang an faszinierend und habe auch begeistert alle Entwicklungsschritte und neuen Spiele/Spielereien ausprobiert. (Mittlerweile surft sogar mein Vater, der Anfang der 80er den PC noch als Teufelszeug und Jobkiller betrachtete, im Internet.)
The times, they are a changin'...

peterthomassuschny
11.08.2001, 11:44
Also Bibo, da hast Du schon eine eigenartige Familie, würde meiner Tochter so etwas nie sagen und auch mein Vater hat das weder auf meine beiden Schwestern (* 1957 und * 1960) noch auf sonst wen weiblichen gesagt.
Scheinbar stamme ich wirklich aus einer Familie, die nicht solche Klischees hat.
Also ich habe nie Zweifel, das Frauen technisch nicht auch geschickt sind.
Ich hatte übrigens 80/81 in der Schule EDV, leider wurden wir EDV-mäßig ziemlich schlecht unterrichtet. Erst 1989 kaufte ich den ersten PC, der kostete mit Drucker so rund S 15.000,-- (also so ein bißchen mehr als DM 2.000,--) und der Drucker war ein Star LC 10. Sogar in einem Kino sah ich den Kassier einmal mit diesem Gerät die Eintrittskarten ausdrucken, worauf ich den 'Sager' kreierte: 'Der LC 10 ist wie der VW-Käfer: laut, langsam, unbequem, aber er steht und arbeitet an jeder Ecke!'.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Bibo
11.08.2001, 16:48
Ach PTS, du huscht aber auch nur kurz über die Zeilen, bevor du selbst loslegst... Das mit der 'kleinen Schwester hat mein Bruder gesagt, geschwisterliche Frotzellei, machen wir heute auch noch, das ist doch das Lustige an Geschwistern! Und mein Vater hat das mit dem Jobkiller gesagt, womit er ja auch nicht ganz unrecht hat, siehe Online-Banking etc. Also

peterthomassuschny
11.08.2001, 17:25
@Bibo
Gut, eingesehen.
Bin aber insgesamt draufgekommen, daß ich vor allem meinem Elternhaus viel verdanke, warum ich über mein Geburtsjahrzehnt viel weiß. Wir hatten 1965 oder 1966 den ersten Fernsehen, wir hatten bereits 1961 (also ein halbes Jahr vor meiner Geburt) eine Neubauwohnung bezogen, deshalb weiß ich, daß es schon damals rosa Fliesen im Bad gab (habe ich im 70er-Forum geschrieben)und die hellen, fröhlichen Farben daher nicht besonders typisch 70er sind. Vielmehr wohnten die meisten (das wirtschaftlich 'goldene' Jahrzehnt waren halt die 60er), die so zwischen 1962 und 1968 geboren sind, noch in Altbauwohnungen und vieles transferieren sie dann halt gedanklich in die 70er, was es schon tatsächlich in den 60ern gab.
Lochkarten, die hast Du auch erwähnt.
Im einem Hobby Sonderband '1998 - so leben wir in 30 Jahren' aus dem Jahre 1968, herausgegeben vom Wiener Professor Ernst Gehmacher, einem der profiliertesten Sozialforscher im deutschsprachigen Raum überhaupt, stand als Zukunftsjob: 'Loch-kartensekretärin', da merkst Du erst die gigantische Revolution der Einführung der ersten PCs vor 20 Jahren.

Bibo
11.08.2001, 18:38
Ja, ich erinnere mich, das mit der Lochkartensekretärin hattest du bei meinem leider eingeschlafenen 70er Strang: Jahr 2000 - Bilder der Zukunft erwähnt... Ist schon komisch, dass sich die Zukunft nicht ins Große (Raumfahrt, Marsbesiedlung, Shuttles statt Autos), sondern eher ins Kleine (Microchips, Handys etc.) wendete!

peterthomassuschny
12.08.2001, 09:43
Na ja, die Autos sind doch ein Individualver-kehrsmittel und in vielen Städten (nicht nur in Wien) läßt die Versorgung mit öffentlichen Verkehrsmittel stark zu wünschen übrig.
Am Mars war meines Wissens nach bis jetzt nur unbemannter Raumflug, also wird das sicher noch 80 oder 100 Jahre dauern und außerdem: wenn Du nach Amerika auswanderst, fliegst Du in einem halben Tag retour, wenn Du Europa wieder besuchen willst, zum Mars (so hieß es, wie wir 69/70 Schulkinder waren) benötige eine Rakete mit der damaligen Technik 18 Jahre - o. k. vielleicht habe ich das falsch in Erinnerung und es sind nur 18 Monate oder gar nur 18 Wochen, aber dennoch, wer reist schon gerne so lange?
Aber ein Handy finde ich als Berufskraft-fahrer schon toll, mein erstes vor 10 Jahren war noch ein fix montiertestes Kästchen hinterm Fahrersitz (das Fräulein vom Amt saß sozusagen hinter mir) und heute ist das nicht einmal mehr ein halbes Kilo schwer.
In der Freizeit schalte ich es nur bei Bedarf ein. Also nicht so wie die nervenden Zeitgenossinnen und -genossen: 'Du Schatzi, ich bin gerade beim Billa, wolltest Du Smacks oder Weetabix?'
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Bibo
13.08.2001, 01:03
Ich hab immer schon gerne Science fiction gesehen und mir vorgestellt, ich fliege mal ein Shuttle, wenn ich erwachsen bin (so wie die aus Star Trek, das sind ja auch Individualverkehrsmittel). Eigentlich wäre mir der Replikator am Wichtigsten (ich liebe Essen), aber ich fürchte, das dauert wohl noch...

peterthomassuschny
13.08.2001, 01:24
Den Replikator kenne ich nicht.
Ich wollte in den 60er Bahnschrankenwärter werden, anschließend Tischler und Schneider und dann irgendwann einmal Blumendoktor, das lief sogar im ORF mit dem legendären Baumschulbesitzer Ing. Anton Eipeldauer (der ist sogar bei uns in Wien 1130 zuhause, d. h. mittlererweile die Nachkommen) und in einem meiner Hobbyhefte aus den 60ern (die ich in den 80ern vor dem Altpapierauto rettete)ist tatsächlich jenes Gerät, das im Urlaub den Pflanzen genau jene Wassermenge zukommen läßt, die sie täglich brauchen.
Und das rund 15 Jahre vor Einführung des PCs.
Ein Hoch dem Blumendoktor.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Bibo
13.08.2001, 01:24
Zum Replikator geht die Star-Trek-Besatzung, wnn sie was zu Essen oder zu Trinken will, sagt den Wunsch und schon stehts vor einem (ne Mikrowelle ohne Eingabe von Essen sozusagen)

peterthomassuschny
13.08.2001, 01:24
Herzig.
Teleportation gibt es lt. WZ im Physiklabor schon. Vielleicht kann ich mich ja dann irgendwann einmal nach D beamen und Euch alle besuchen (kannst Du jetzt als Drohung auffassen oder als lustige Aktion, wie Du willst).
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

peterthomassuschny
13.08.2001, 19:14
Liebe Freunde des kollektiven Erinnerns, das kann ich nicht glauben, daß außer der Bibo und mir niemand sonst einen PC hatte.
Mehr Mut zum Schreiben, wir beissen nicht!
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Zazie
13.08.2001, 20:57
Ihr wisst ja, dass ich zu vielen Themen meinen Senf ausgiebig dazu gebe. Würde ich hier ja auch gerne, aber: Es gibt nichts zu sagen. Ich hatte definitiv keinen PC in den 80-ern. Ich war technisch vollkommen uninteressiert und Informatik war so ein rotes Tuch für mich, dass ich einen riesigen Bogen darum machte. Das roch mir zu sehr nach Mathe, ärch! Ergo kann ich nicht mitreden und ich habe noch nicht mal 'Telespiele' wie Pacman oder sowas gespielt. Ich kannte auch nur eine einzige Person, die damals schon einen PC hatte. Das erste Mal an einem PC gearbeitet habe ich... Moment... 1989. Da studierte ich und jobbte nebenbei immer mal.
Allerdings, zum Thema PCs in den 80-ern möchte ich euch wärmstens den Film '23' ans Herz legen. Die wahre Geschichte eines Hackers aus den 80-ern, mit viel guter Musik (muss ich natürlich erwähnen :-)), nicht nur aus den 80-ern.
Viele Grüße
Zazie

(Beitrag wurde von Zazie am 13.08.2001 um 19:59 Uhr bearbeitet.)

peterthomassuschny
13.08.2001, 22:09
@Zazie
Ich bin zwar auch schwach in Mathe gewesen, aber 89 zählt immer und auf jeden Fall zu den 80ern, für manche hört es 89 auf, für andere 90, aber sogar wenn Du am 31. 12. 89 diesen Job hattest, ist das noch 80er.
Meine Erfahrungen waren auch nicht viel anders, 89 der erste eigene PC, ein Jahr vorher der Versuch, meine Diplomarbeit auf der WU zu schreiben, die PCs waren schlecht, dann stürzte an einem Tag Diskette (das waren noch die großen, biegsamen) und Sicherheitsdiskette ab und ich schrieb die Arbeit auf der Schreibmaschine. Als dann so viele Änderungen notwendig waren, erwarb ich im Feber 1989 den ersten PC.
Pacman habe ich schon 1983 gespielt, aber nicht auf PC, im Wiener U 4 (das ist eine Disco, letzte Woche sind dort die Human League aufgetreten, die Mädels waren auch im Fernseher zu sehen (der Mann auch), die sind ganz fesch und singen gar nicht so übel, Nebenbemerkung) mit meiner Cousine Fiona aus London (Fiönchen, hatte die aus Berlin stammende Oma von Fiona immer gesagt, die haben wir 74 alle in London kennengelernt) stand einer und Madame war einmal zufrieden, die ist nämlich echt mühsam gewesen, alles war ihr zu fad, aber der Pacmanautomat, von dem hat sie noch am nächsten Tag geschwärmt.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Zazie
13.08.2001, 23:37
Klar hab ich sozusagen noch knapp in den 80-ern meinen ersten PC-Kontakt gehabt, aber da das so unwichtig und auch nur kurz war, fand ich es nicht erwähnenswert. Ich dachte dabei mehr so an meine Schulzeit, Mitte der 80-er. Ich hatte einen Schulkameraden und der war eben jener erste PC-Besitzer damals, den ich kannte. Ich weiß noch, ich war mal bei ihm und er hatte so eine Art 'Meine Freunde'-Buch auf dem Computer, also so eine Steckbrief-Abfrage ˆ la 'mein Lieblingsessen, mein Lieblingslied, mein Lieblingslehrer' usw. Vor dieses Programm setzte er mich dann und insofern hatte ich 1984 meinen ersten PC-Kontakt. Aber wie gesagt, es war alles viel zu unwesentlich, um darüber groß schreiben zu können.
Bei uns gab es auch Pacman-Automaten an verschiedenen Orten, aber das hat mich auch nicht interressiert. Ich war auch nie besonders gut darin.
Aber Human League hätte ich jetzt schon gerne gesehen! :-)
Viele Grüße
Zazie

peterthomassuschny
23.08.2001, 18:36
Ernst Nonnhof, Generaldirektor IBM-Österreich:
1985 kam der erste tragbare PC auf, der wog 15 Kilo, das war mehr ein Schlepptop, als ein Laptop.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'