Vollständige Version anzeigen : Metallspielzeugautos
Wenn der Herbst irgendwann kommt, dann werde ich zu Hause wieder meine Spielzeugautosammlung entstauben und an die vielen Wagen denken, die damals bei einem Taschengeld von 2,50 DM die Woche absolut nicht erschwinglich waren. Wer kennt sie nicht, Siku (damals noch im Pappkarton), Matchbox , Majorette (die es überwiegend an gut sortierten Autobahnraststätten gab), Britains (mit der einzigartigen Federung für jedes einzelne Rad beim Land-Rover) und natürlich Corgie-Toys (die granaten- oder beifahrerabwerfenden TV-Autos). Waren sie nicht damals den Originalen viel wirklichkeitsnäher???
00Tigerente00
02.06.2001, 00:30
Hallo,
ich glaube, es gab die große Matchbox-Sammelleidenschaft schon viel früher, ich habe nämlich im zarten Alter von 5 Jahren (das war 1977), die große Sammlung meines großen Bruders, schön verpackt in roten und blauen Matchboxkoffern mit gelbem Plastikgittereinsatz, Auto für Auto auf dem Spielplatz an meine Freunde verschenkt... zum großen Entsetzen meines Bruders!
Mit Siku, Matchbox und Corgi habe ich schon in den 60ern gespielt (Siku waren übrigens Kunststoffteile), vor allem aber mit Wiking-Autos. Bei meiner Mutter auf dem Dachboden steht der Pappkarton noch, und einige von den 50er- 60er-Jahre-Modellen dürften mittlerweile bei Sammlern gut was einbringen.
Sicher gibt es die Marken schon länger. Aber war es damals nicht einzigartig, daß Siku bei den PKW auf der Bodenplatte die grundsätzlichen Fahrzeugdaten aufgeprägt hatte? Autos mit mehr als 4 Zyl. und 2 l Hubraum waren doch wahre Rennwagen. Kann mich noch entsinnen, wie unangenehm es mir immer war, als wir bei uns in der Siedlung durch die Seitenfenster der parkenden Autos auf den Tachometer sahen. Wir hatten einen Golf mit 50 PS und 180 km/h auf der Skala. Das war peinlich. Ich war erleichtert, als mein Vater sich endlich einen Passat kaufte (mit Fließheck): 75 PS und sagenhafte 200 km/h! Jetzt mußte ich mich nicht mehr schämen. Bis sich die Eltern meines besten Freundes einen BMW der 5er Reihe kauften. Da begann alles von vorne. Dann sind wir weggezogen.
Bei mir in der Vitrine steht der 'DBP-Peilwagen', ein gelber VW Bus (T3) von Siku. Ich besaß zwei von diesen Exemplaren, die auch zwei chronische Schwachstellen hatten. Mit der Zeit wurde die Dachantenne immer schiefer und kürzer oder brach gleich ganz ab. Und die Heckklappe war auch eine Fehlkonstruktion. Man KONNTE sie zwar öffnen, tat man dies aber zu oft, offenbarte sich eine 'Sollbruchstelle' in der Mitte der Klappe. Der untere Teil brach einfach ab, das passierte nicht nur bei meinen beiden Transportern sondern auch bei denen meiner Freunde.
Aber ansonsten waren die Siku-Autos ziemlich unkaputtbar. Beim schwarzen Golf 1 missfällt mir nur der rote (!) Innenraum ein wenig, ansonsten kann man den wirklich aus der 1. Etage auf den Bürgersteig knallen lassen, der trägt bloß ein paar Kratzer davon... Damals selbst ausprobiert *schäm*...
@kann mich an diese autos zwar nicht erinnern, aber unkaputtbar ist eine geniale wortkreation!
Otto Ill
20.06.2001, 09:34
Nun, bei böswilliger Behandlung durch Jungen, die gerade mit amerikanischen Actionserien aufwachsen, sind diese Siku-Autos natürlich alles andere als unzerstörbar. Wir haben sie in Schraubstöcke gespannt, gusseiserne Gewichte aus mehreren Metern Höhe auf halb im Boden (senkrecht) eingegrabene Autos fallen lassen, Spielzeugautos angezündet, oder sie mit einer geschmackvollen Lackierung aus plastikzerfressendem Nitrolack verschönert. Die restlichen Autos wurden dann an Verwandte in der DDR verschickt.
Der Begriff unkaputtbar wurde indessen in der Werbung für die damals sehr umstrittenen Coca Cola-Plastikflaschen eingesetzt.
Easterfarm
08.05.2002, 18:05
Also in den Achtzigern hat SIKU wirklich einige stilistische Klöpse gelandet, wie etwa besonders heftig den dunkelrot-metallicfarbenen Opel Senator mit seiner viel zu weit vorn angeordneten Vorderachse - oder den Opel Kadett SR, dessen Heckklappe noch fragiler war, als diejenige des VW Bus T2.
Da sind meines Erachtens die aktuellen Modelle schon wieder ansehnlicher und auch wirklichkeitgetreuer geraten; auch teilweise mit liebevollen Details ausgestattet, wie etwa gesilberte Kühlergrills, eingesetzte Scheinwerfer und neuerdings auch weichen Reifen (beim Smart Cabrio und beim Mercedes C-Klasse Coupe).
Ich denke, da hat der Hersteller auch vom WIKING-Know-how profitert
- diese Marke ist nämlich vor einiger Zeit von SIKU übernommen worden.
Nahezu unbekannt ist dagegen hierzulande die spanische Marke Guisval oder die japanische Marke Tomica - deshalb hier dazu noch meine Surftipps:
www.guisval.com
welcome.to/tomica
@Easterfarm: das schlimmste SIKU-Auto war der Audi 200. So was von schäbig gemacht, bah. Zum Glück kam der zu einer Zeit heraus, als ich nicht mehr so das Interesse an Metallautos hatte und auf WIKING umgeschwenkt bin. Bis Anfang der 90er habe ich davon über 400 Stück zusammengesammelt, dann aber aufgehört, als die Autos immer teurer wurden (wenn auch filigraner).
@PeterLu: und zwar schweinemäßig viel Geld. Sofern der Zustand gut bis sehr gut ist, kosten die meisten 60er-Jahre WIKING-Modelle, vor allen die ersten mit Scheiben, meist dreistellige Euro-Beträge. Und die Plastik-SIKU-Modelle sind auch extrem teuer. Es gibt einen Verrückten im Münsterland, der ein eigenes Museum für SIKU- und Audi-Modelle (letztere aber von allen Herstellern) aufgemacht hat.
Gerade Dienstag wühlte ich noch mit einem Bekannten (ein fanatischer Modellautosammler) nach Jahren wieder in meinen Spielzeugkisten. Bei mir hat fast alles überlebt, wenn auch stark bespielt.
@Joern: das Problem mit der Antenne hatten alle SIKU-Peilwagen. Ich habe noch den Vorgänger des T3, den T2, davor gab es, glaube ich, den Rekord C in dieser Ausführung.
Aber SIKU ist an sich schlechter geworden. Zum einen seit die Produktion zum Teil nach China verlagert wurde, vor allem aber seit in den 90ern(?) die Böden aus Plastik gefertigt wurden. Ich weiß das von Freunden, die kleine Kinder haben. Da halten die alten Modelle länger durch. Deswegen kaufen sie ihrem Nachwuchs viel lieber gebrauchte SIKU, Majorette und Matchbox auf Floh- und Oldtimermärkten. Außerdem: ein Kind entwickelt sich doch viel besser, wenn es eine Kiste mit Opel GT, Passat I, Simca 1308, Fiat 127, Mercedes/8, Rekord und Granada zum Spielen hat.
Zum großen Kummer eines Freundes war der erste Autoname, den sein Kurzer aussprechen konnte, nicht "K 70", sondern "Mondeo".
@Lumpi: das war dann aber schon der Passat ab 1977 - die alten Tachos gingen nur bis 190.
Aber gerade der alte Passat (schön leicht) mit 75 PS (ohne Kat natürlich) ging super ab. Bei meinem Vater hat so einer erst 1996 nach 250 000km und lange nach meinen Anfängerkünsten sein Leben ausgehaucht. Ich hatte einen Riesenspaß, wenn Neuwagenfahrer erkennen mußten, wie man mit so einer Möhre heizen konnte.
Easterfarm
14.05.2002, 14:51
@ Elwood
Stimmt, den Audi 200 5T mit seiner mißratenen Frontpartie hatte ich natürlich vergessen.
Aber er ist noch rettbar. Habe nämlich mal ein stark bespieltes Modell vom Flohmarkt zerlegt und farblich umgearbeitet; Boden und Fronteinsatz mit Stoßstange wurden dabei schwarz gespritzt, die Doppelscheinwerfer danach gesilbert und die vordere Kühlermaske (als Teil der Karosserie) ebenfalls geschwärzt (mit dem Pinsel). Tja, und nach dem Zusammensetzten sah er doch gleich sehr viel besser (und originalgetreuer) aus - und auch das Interieur hatte dabei noch eine andere Farbgebung erhalten.
Übrigens gab es ja auch bei den SIKU-Modellen der Achtziger teilweise schon Kunststoffböden, nämlich beim Renault 5 und beim Matra-Simca Rancho.
Hier auch noch ein Surtipp für Liebhaber alter SIKUs:
www.automodelle-hoeing.de
(Thomas Höing betreibt in Stadtlohn ein Siku- und Audi-Museum)
@Easterfarm: genau, Thomas meinte ich mit dem "Verrückten".
Falls Ihr in der Gegend seid, fahrt mal vorbei, es lohnt sich wirklich.
Letztens beschaffte ich ihm über meinen japanischen Freund eine Super-Rarität: ein 1:24-Modell vom Hong Qi. Das ist die chinesische Staatslimousine, die immer noch auf Basis des 1985er Audi 100 hergestellt wird. Letzten Herbst habe ich in Peking diverse Versionen davon auf der Straße gesehen. Das besagte 1:24-Modell wurde in Handarbeit hergestellt und mit originalem Audi-Lack lackiert. Es gab nur wenige Stück davon, wobei auch nie ein offizieller Verkauf stattfand. Sie wurden nur an die Parteibonzen oder deren Kinder verteilt, wenn diese sich einen echten Hong Qi abholten. Anscheinend war das Modell, welches Thomas jetzt in seinem Museum hat, das einzige Exemplar, welches überhaupt ins Ausland gelangt ist.
apropos 1:24. kann sich noch wer an diese burago billigserie erinnern wo alle autos gelbe felgen hatten? meistens waren die felgen nach dem transport über den brenner überall in der schachtel zu finden, nur nicht an den achsen! kann mich erinnern dass ich mal einen schwarzen renault fuego mit aufgeklebten italienfahnen und einen gelben peugeot 205 in rallytrimm von diesen kisten hatte.
Burago gibt es immer noch, aber an die gelben Felgen kann ich mich nicht entsinnen. Ich habe nur einen Burago, eine Erinnerung aus einem Holland-Urlaub als Kind: einen Renaut 4 als ANWB Wegenwacht-Pannendienstauto. Der hat aber silberfarbene Felgen.
stimmt, burago gibts immer noch, meine ganze bude steht voll mit den dingern, allerdings in 1:18. die serie mit den silbernen felgen gibts meines wissens heute noch als billigste einstiegsmodelle. die mit den gelben felgen waren noch ein wenig spartanischer und verfügten zum teil soweit ich mich erinnere über keine lenkung und hatten auch wenn überhaupt nur die türen zum öffnen. dafür waren sie mit allerhand aufklebern bestückt. war damals das billigste auf dem markt in 1:24. kann mich noch düster an einen wrangler und einen fiat panda aus dieser serie erinnern. damals gabs auch noch autos in dieser serie, die heute vergessen sind, so z.b. der renault 14 tl oder eben der besagte fuego. in der reihe mit den silbernen felgen kann ich mich an den ur-r 5, den fiat 127 und den r 4 erinnern. am ende der achziger kam dann tonka, ehemals polistil, ganz groß auf den markt mit mehr oder weniger billig anmutenden 1:16 modellen. habe heute unter anderem noch einen sehr hochbeinigen porsche 911 turbo. zum schluss hat man sogar versucht dem burago f40 ein konkurrenzmodell anheim zu stellen, was gründlich misslang. kurz darauf war die marke verschwunden, aber die f 40 klappscheinwerfer von tonka machen heute noch freude:-)
hab nochmal nachgestöbert elwood, die buragoautos mit den gelben felgen waren letztmals 1990 im programm. verpackt waren sie in gelben kartons und hießen schlicht "9100". beklebt waren alle mit rennnummern. damals gabs noch folgende typen:
9101: Mercedes 190 E, blau mit Monroewerbung, Startnummer 5
9103: Laredo Jeep CJ 5, gelb
9104: Fiat Uno, weiß, Reklame von Totip
9105: Porsche 924 Turbo, weiß, Essowerbung, Startnummer 94
9106: Peugeot 205 Turbo, anthrazit
9107: Saab 900 Turbo, schwarz, Clarionwerbung, Startnummer 5
9119: Alfa 75, rot, Elicentwerbung, Startnummer 6 (Neuheit)
9120: Ford Escort XR 3, weiß, Startnummer 25
9147: Fiat Panda, rot, Startnummer 77
9148: Ferrari 308 GTB, Sabawerbung, blau, Startnummer 63
9159: Audi Quattro GT Coupe, rot, Startnummer 86
9193: Alfa 33, rot, Alfaemblem auf Motorhaube, Startnummer 6
Im Gegensatz dazu gab es die gleichen Modelle mit silbernen Felgen und als Strassenversion in der Reihe "Super", während die aufwendigeren 1:24 unter der Reihe "VIP" oder "Bijoux" liefen. Diese Modelle gibts größtenteils heute noch.
vBulletin v3.8.1, Copyright ©2000-2010, Jelsoft Enterprises Ltd.