Vollständige Version anzeigen : Mode :Joggingjeans und Co.
Was ich in diesem Forum noch vermisse ist eine Gesprächsrunde über die Mode von damals. Mir sind da besonders die Joggingjeans in eingefallen. Diese gabs ja in zwei Vatianten. In der Wintersaison waren sie noch mit weißen Streifen, die in der Sommersaison fehlten. Und dann die Netzhemden!!! Lebhaft in Erinnerung geblieben ist mir auch eine grün weiß gestreifte Bluse. Mein Freund hat einmal gesagt daß ich ihm darin gefalle. Ich glaube, daß ich daraufhin jedesmal in diesem Qutfit beiihm ankam. Scheint aber nichts ausgemacht zu haben, geheiratet hat er mich trotzdem. Und zu dieser Feier spielten meine Geschwister uns in den Achzigern mit Joggingjeans, Streifenbluse und Cowboystiefeln. Damals gabs ja auch diese popigfarbenen Trägerhosen. Mene war grün.Die Joggingjeans verschwanden ja dann ziemlich schnell wieder in der Versenkung.Ich fands eigentlich schade.Erinnert sich außer mir noch jemand gerne daran???
Harald Leinweber
26.03.2000, 21:13
Guten Tag!
Netzhemden - da lach' ich doch!
Ich hatte ein Hemd (T-Shirt, sozusagen), das komplett aus schmalen Lederbändern geflochten war.
Das war ein Netzhemd!
Leider ist es dann irgendwann an einer Stelle aufgegangen - das Flechtwerk war nicht so haltbar, wie es sein sollte.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber
Ja, Jeanny, ich kann mich noch gut an deine Jogging Jeans erinnern, was war ich dir da neidisch!
Ich hab sie mir aber auf der Abiturfahrt von Dir ausgeliehen, da gibts ein schönes Foto von mir vor dem Schiller und Goethe Denkmal in Weimar, kombiniert mit meinem pinken Elho Freestyle Anorak *schäm*
Anfang der 80er Jahre trug ich diese 'Orientkleider', und dazu die 'China-Schuhe' aus Samt, vorne geschlossen, mit einem Riemen und sehr dünner Gummisohle. Mein Lieblingskleid und die Schuhe waren bordeaux-rot.
Zum Thema 'Halstücher' fällt mir noch ein, dass es eine Zeit lang Mode war, Stoff-Windeln zu färben und sie dann als Tücher um den Hals zu tragen. Meins war natürlich bordeaux-rot.
(Beitrag wurde von heute am 27.03.2000 um 02:37 Uhr bearbeitet.)
Ich habe irgendwann Jeans mir gelben Streifen bekommen, weil alle welche mit weißen hatten. Dieser kurze Moment des Aufbegehrens gegen die Modediktatur war allerdings ein schrecklicher Griff ins Klo, da erstens die Streifenmode zu diesem Zeitpunkt schon im Sterben begriffen war und zweitens gelbe Streifen als die Billigvariante galten. Kennt ihr noch den Spruch: 'Willst du zu nem Prolo reifen, trage Jeans mit weißen Streifen'? Was aber noch viel schlimmer war: Armani-Pullover (oder wenigsten Fälschungen) in widerlich gefärbten Rombenmustern, am Besten in die Hose gestopft wie ein T-Shirt. Und Popperfrisuren! Burberry Staubmäntel und diese College Schuhe mit den dämlichen Bömmeln vorne, natürlich mit weißen Socken! Karottenhosen, die unten so eng waren, dass man kaum reinkam, oben so weit wie möglich und in absolut ekelerregenden Karomustern. Was die Cowboystiefel betrifft: Je schräger der Absatz desto besser!
Ach ja, Klamotten.
Das Schöne an den 80ern war, das die einen richtig viel Geld dafür ausgaben (Lacoste, MCM, Armani-Strick, College-Schuhe) während die anderen echt gut improvisierten. Ich gehörte zu letzteren, aus Überzeugung!
Natürlich dauerte es nicht lang und auch die Subkultur war von beutelschneiderischen Textil-Herstellern unterwandert. Mein Gott, hatte nicht Malcolm McLaren schon zu Sex Pistol-Zeiten einen Shop passend zur Musik aufgemacht? Reißverschlüsse und seltsame, den Gang verhindernde Verbindungen zwischen den Hosenbeinen mussten teuer bezahlt werden.
Es sei denn...man hatte eine Nähmaschine. So wie ich! Die einfachen Kleider (im Laden ca. DM 150) mit U-Boot-Ausschnitt (ein Klacks) und angesetzem Rock (ein Kinderspiel) waren schnell genäht.
Schwerer war es allerdings den Stoff dafür zu bekommen. Glücklich der, der in Köln lebte und von der silly Karnevals-Mode partizipieren konnte. Tüll kilometerweise!(Gut, die Sprüche zu Aschermittwoch waren gelinde gesagt Scheiße. 'Ey, Karneval ist vorbei, höhö' oder 'Haste keinen zu Weiberfastnacht abgekriegt?')
Die 80er waren unglaublich inspirierend. Meine Idee aus kaputten Strumpfhosen den Schritt herauszuschneiden und als Oberteil zu verwenden, war in einschlägigen Kreisen der Renner. Auch sehr beliebt waren 50er Jahre Korsagen kombiniert mit schwarzen, überspitzen Schuhen, Stiefletten und Stiefeln, die es damals in jeder erdenklichen Art gab. Je mehr Schnallen dran, desto besser.
Und Strass! Berge von Strass. Gab es überhaupt ein Körperteil, das nicht viel besser aussah mit Strass? Ich persönlich ließ es mir nicht nehmen in meine grünen Haare immer die ein oder andere Halskette einzuflechten.
Ja, man könnte sagen, ich war ein Modeopfer. Aber mehr als ca. DM 15 hat mein samstägliches Outfit, das übrigens ständig variierte, nie gekostet. Den Strass fand ich übrigens nicht selten auf dem Boden des Kölner 'Wartesaal' (der In-Club) nach einer durchtanzten Nacht. Auch ich habe dort das ein oder andere liebe Stück gelassen. Wusste aber immer, dass es jemand finden würde, der es genauso lieb hätte wie ich. Durch verlorenen Strass habe ich sogar einige Menschen kennengelernt, die ich heute noch zu meinen Freunden zähle. Strass verbindet!
Überhaupt waren die frühen 80er von äußerst sozialem Verhalten geprägt. Tatort Spiegel auf Damenklo (aus Erzählungen weiß ich, dass es auch auf dem Herrenklo ähnlich zugegangen ist): Niemals hätte man sich gegenseitg eine Brise Haarspray verwehrt. Ein Kajal war immer Allgemeingut und Styling-Tipps wurden nicht selten an Ort und Stelle in die Tat umgesetzt.
Übrigens, wer mal wieder so richtig im melancholischen 80er Revival versinken will, dem empfehle ich aus der Videothek 'Romy und Michelle' (orig. 'Romy and Michelle's Highschool Reunion') mit Mira Sorvino und Lisa Kudrow. Völlig unterschätzter Film und hierzulande im Kino leider untergegangen.
Gruß
edda
(Beitrag wurde von edda b am 30.03.2000 um 18:34 Uhr bearbeitet.)
Habe ich zu oberflächlich gelesen, oder hat tatsächlich noch keiner die Capri-Hosen und die Hawaii-Hemden erwähnt?
Außerdem erinnere ich mich, dass irgendwann Neonfarben total in waren.
Harald Leinweber
12.04.2000, 20:18
Guten Tag!
Es gibt wohl kaum ein Körperteil, dem nicht Strass zu besserer Geltung verhelfen könnte, wie Edda so treffend bemerkt.
Bei mir war es - sozusagen - der Rücken.
Auf ihm prangten in grossen glitzernden Buchstaben die Worte - halt, genau genommen war es natürlich nicht mein Rücken, sondern der meinen Rücken bedeckende Teil meiner schwarzen Jeans-Jacke (welche ich immer noch besitze und tragen kann, ätsch-bätsch!), die auf der Vorderseite (Brusttaschen) und obendrauf (Schulterriegel) auch strassmässig konturiert war, dieser Teil meiner Jacke also trug die Buchstaben, welche sich zu diesen Worten fügten:
Keine
Panik
.
Es hat das alles allerdings auch nicht verhindert, dass die Welt seit 1981 durch etwas völlig anderes, noch viel Bizarreres und gänzlich Unbegreifliches ersetzt worden ist.
Wenn ich bedenke, was es für eine unglaubliche Arbeit war, diese Buchstaben zu konstruieren, auf die Jacke zu übertragen und dann Dutzende von Strasssteinen zu applizieren - und schliesslich die Papierschnipsel von der Vorlage unter den Krallenkesseln hervorzuzupfen!
Aber was tut man nicht alles für's Corporate Design.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber
(Beitrag wurde von Harald Leinweber am 12.05.2000 um 04:31 Uhr bearbeitet.)
hi,
klar erinnere ich mich noch an Neonhemden, ich war selbst glückliche Besitzerin eines solchen.
Wir, die wir in der ' Großstadt' Saarbrücken zur Schule gingen trugen sie zuerst. Aber das war sehr schnell vorbei, wenn ich mich recht erinnere, als die Leute aus den Nachbardörfern, die in der Kleinstadt zur Schule gingen, sie auch trugen. Schliesslich konnte man sich nicht in den gleichen Sachen sehen lassen wie die Dorftrampel von nebenan.
Ansonsten kann ich nur sagen, gelber Overall mit rotem Nietengürtel!
Wenn ich ehrlich bin, trauere ich ihm heute noch ein wenig nach.
Danach kamen dann die sündhaft teueren Vanillahosen und ihr werdet es nicht glauben, die Firma existiert tatsächlich noch, wie ich beim letzten Stadtbummel festgestellt habe.
Na ja, wenn ich mir ab und an meine alten Klassenfotos ansehe, kommt mir doch so manchmal das kalte Grausen, aber ich kann nur sagen, immer noch besser als die Schlaghosen, die ich bei meiner Einschulung trug.
Gruss Nicole
Was mir noch einfällt:
VANILIA-Hosen mit seitlicher Tasche (ist heute auch wieder in, siehe z.B. H&M) und Jahreszahl, ich hatte eine schwarze Hose von '84, ein Trendsetter aus dem Jahrgang über mir eine mit '83. Für Popper gab es auch eine Version ohne seitliche Tasche.
Am besten wurden diese Hosen zu hohen NIKE-Basketball-Schuhen getragen, das Beinende natürlich in die hochgezogenen Sportsocken gestopft, darum dann die Schnürbänder geknotet.
Diese Schuhe wurden eine Woche geschont, dann fielen die Hemmungen und es wurde wieder mit einem Tennisball (oder platten Getränkedosen) auf dem Schulhof gepölt.
Musik: die Ärzte, habe ich ca '87 gesehen, und Springsteen natürlich.
Zur Mode: Völlig bescheuert war es auch, Tennis-Scweißbänder am Handgelenk zu tragen.
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