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Vollständige Version anzeigen : Plattencovers


Hanne Soya
31.03.2000, 06:37
Mir ist noch was eingefallen, mehr eine Frage:
Interessiert man sich noch fuer Plattencovers, seit es CDs gibt?
Frueher hatten die Covers fuer mich einen ungeheuren Stellenwert und galten ja z.T. durchaus als Kunst, aber auf CD-Groesse nimmt man sie ja doch eher kaum wahr. Oder geht es anderen anders?
Aus dem Thema liesse sich natuerlich auch eine der beliebten Hitlisten machen: Was waren/sind Eure Lieblingscovers? Ich wuerde gern den Anfang machen, muss jetzt aber erstmal weg!
Bis spaeter,
Hanne
(Beitrag wurde von Hanne Soya am 31.03.2000 um 04:38 Uhr bearbeitet.)

Didi
31.03.2000, 12:30
Hallo!
Ich finde nicht, dass CD-Covers nicht mehr wahrgenommen werden. Vielmehr hat sich inzwischen der HAng zum Gesamtkunstwerk durchgesetzt, wo bis hin zur CD selbst alles durchgestylt ist. Das gibt ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten.
Nach Beispielen fahnde ich noch.

Tete
31.03.2000, 18:25
zwar mag es recht gut gemeinte ansätze wie z. b. bei Jamiroquai oder Pulp geben, ansonsten enttäuschen cd's doch aber immer wieder.
lp cover (und nur diese verdienen die bezeichnung cover) haben dagegen eine ganz andere ästhetik und somit einen wesentlich höheren stellenwert (hinter dieser beinahe philosophischen frage verbirgt sich im zweifelsfall eine abendfüllende diskussion).
einen echten liebling habe ich nicht, obwohl mir schon gelungene cover von Hendrix, Velvet Underground, Pink Floyd und Pizzicato Five einfallen (3 von 4 sind alt, wie bezeichnend).
ABER: stellvertretend für ganze lp-generationen sind m. m. nach die cover (unzählige) der jazzlabel, allen voran Verve und natürlich Blue Note - hier speziell die 50er/60er jahre (bei den alben von Coltrane wird mir immer ganz warm um's herz). nicht nur die cover selbst sind unzählige male 'gecovert'/kopiert worden (Tone Loc, Joe Jackson etc...), sondern standen und stehen auch stilprägend für die jeweilige ästhetik einer epoche.

edda b
01.04.2000, 00:39
Hey, da gibt's aber viele irre Cover, nicht nur im Jazz. Die sind zwar grafisch anbetungswürdig, aber ich Spielkind mochte die mit Gimmicks immer viiiiel lieber.
Da fand ich doch in der Plattensammlung meines Freundes (Hui, das klingt jetzt aber arg nach Nick Hornby, gell) ein paar visuelle Schmankerl. Also, sehen wir jetzt mal von Stones, Beatles und ab und an auch Who mal ab. Sofort aufgehängt habe ich das Stranglers-Cover mit dem 3D-Raben. Und was ich auch von der Idee her mochte, war das rot/grün 3D-Foto auf dem Cover von Extrabreit. Die Typen waren nur hässlich.
(Fällt das auf, dass ich 3D Foto-Sammler bin?)
Moment, irgendwo gab's auch mal was zum Aufklappen? Jethro Tull? War's das?
CDmäßig hat mich bisher nichts wirklich aufgeregt, außer vielleicht der Tatsache, dass sie die alten Covers einfach nur verkleinern und man nix mehr drauf lesen kann.
Achja, und ein Sailor Moon-Sampler mit Mist hat mal die 3D-Idee wieder aufgegriffen. Das war aber doof.
Gruß
edda

Tete
02.04.2000, 03:34
bei gimmicks fallen mir das st.-pepper-album der Beatles ein, bei dem man ˆ la pappmaché vorgestanzte figuren ausschneiden konnte (nur in der original hörzu-version!) oder auch das weiße album, zu dem es ein ausklappbares poster mit den fab four gab.
zudem ein live-doppelalbum der Tubes mit einem poster von eindeutig x-rated charakter sowie das album 'tales of mystery and imagination' von Alan Parsons Project mit einer ausklappbaren darstellung der verfilmung einzelner songs.

Jan Pompe
02.04.2000, 04:47
Hallo allerseits,
seit fast 15 Jahren geht mir das Geweine um die 'tollen alten' LP-Covers auf die Nerven. Daß CD-Verpackungen nicht einfallslos sein müssen, zeigen zB. die CDs 'King' von Belly (limitierte Auflage, zugegeben) oder 'Mirrorball' von Neil Young.
Es stimmt: 99% aller CDs kommen im stupiden Jewel-Case daher, das liegt aber nicht an mangelden Gestaltungsmöglichkeiten, sondern am mangelnden Gestaltungwillen und vorgeblichen Kostendruck der Musikindustrie.
Die Zeiten, in denen teure Covers produziert wurden, sind (mit ein paar Ausnahmen, s.o.) definitiv vorbei. Und das hat nichts mit LPs oder CDs zu tun.
Wollte ich ja nur mal gesagt haben...
Grüße - Jan

Hans Harz
02.04.2000, 16:27
tach!
dazu fällt mir ein, das (mal wieder) die pet shop jungs da was nettes gemacht haben:
die original auflage von 'very', so ganz in orange mit noppen und so. kreativ sein geht also auch hier sehr wohl, denn ob jetzt vinyl oder cd, im endeffekt ist doch nur die größe verschieden (also hört auf, auch hier der so oft romantisierten guten alten zeit nachzuweinen!) was aber die tatsache, dass auch cover-designs gecovert wurden und werden ist doch nur ein weiteres zeichen von popkultur, die nunmal mit motiven und deren wiederholung spielt. nicht alles ist böse, nur weil es aktuell ist.

Harald Leinweber
02.04.2000, 23:05
Guten Tag!
Hans Harz schreibt: 'im endeffekt ist doch nur die größe verschieden'.
Vorsicht!
Ohne jetzt all zu viel auf nahe liegendes einzugehen - die Grösse, denke ich, spielt schon eine Rolle.
Es ist schon ein Unterschied, ob ich mir 'Lawrence von Arabien' oder 'Die Brücke am Kwai' oder '2001' auf einem 36 cm durchmessenden Fernseher oder auf einer Leinwand von nennenswerten Ausmassen betrachte.
Und dieser Unterschied lässt sich nicht auf 'nur die Größe ist anders' reduzieren.
Wenn ich davon ausgehen kann, dass die Auflösungsfähigkeit des menschlichen Auges in den letzten 20 Jahren nicht um ein mehrfaches gestiegen ist - was mir neu wäre -, dann darf ich annehmen, dass die Menge der wahrnehmbaren Informationen, die auf einem CD-Cover unterzubringen ist, geringer ist als diejenige, welche auf einem LP-Cover Platz findet. (Die Menschen haben sich vielleicht an manches gewöhnt, aber wohl kaum daran, Schriften in 3-Punkt-Grösse zu lesen.)
Also: Ein CD-Cover bietet weniger Gestaltungsmöglichkeiten als ein LP-Cover, weil es kleiner ist.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber

(Beitrag wurde von Harald Leinweber am 02.04.2000 um 21:08 Uhr bearbeitet.)

Tete
03.04.2000, 12:58
wenn ich auch inhaltlich wirklich nicht immer mit Herrn Leinweber übereinstimme, so sind seine aussagen stets präzise und zumeist auch von hohem informativen charakter.
in diesem fall hier möchte ich mich seiner meinung anschließen, und mich darüber hinaus über die formalverbale scharfsinnigkeit seiner zeilen einfach nur stillschweigend wie genießerisch schmunzelnd erfreuen.
@ Hanne
gespannt warten wir auf die noch ausstehende auflösung der themengeberin

Franka
03.04.2000, 18:35
Na bitte...
Ich denke man darf die hübschen Büchlein, die heute fast in jeder CD stecken, nicht unter den Tisch fallen lassen.
Da hat sich in den meisten Fällen jemand richtig viel Mühe gegeben, die durchzutexten und -zustylen.
Das Problem besteht nur darin, die kleinen Hefte nach dem Lesen wieder in die Hülle zu pressen.
Das Ergebnis ist oft sehr unansehnlich.
Aber Sie sind schön handlich und wenn die Liedertexte auch noch über ein hübsches Layout verfügen, dann macht das mitsingen doppelt so viel Spaß.
Das Auge hört eben mit...
Die Franka
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Alles wird gut, oder?!

mr41
04.04.2000, 03:19
cd sind nicht nur meistens weniger üppig als lps gestaltet, sie sind auch noch unheimlich unpraktisch, was vor allem an der unsäglichen kunststoffschachtel liegt:
- sie ist etwa drei mal so dick wie eine lp, obwohl eine cd etwa halb so dick wie eine lp ist - reine platzverschwengung.
- sie ist zerbrechlich. jede zweite hat nach wenigen tagen durchschnittlichen herumliegens einen sprung drin, wenn nicht gar der scharniermechanismus abgebrochen ist.
- das heftchen muss mühsam rausgezerrt werden. da es aus simplem papier und nicht wie eine lp-hülle aus halbkarton besteht, gibts sehr schnell hässliche eselsohren.
- die zacken in der mitte der hülle, die die cd festhalten sollen, brechen zu schnell ab.
- oft lässt sich die hülle nicht richtig schliessen, und die cd fliegt in hohem bogen davon.
- für doppelcds gibt es keine wirklich befriedigende lösung.
jetzt gibt es doch seit mindestens fünfzehn jahren cds, und die plattenindustrie verkauft die meisten davon immer noch in der gleich miesen standardverpackung!
*übersoweniginnovationsfreudeärger*

Hanne Soya
04.04.2000, 06:59
@Tete und alle: @ Hanne
gespannt warten wir auf die noch ausstehende aufloesung der themengeberin
Hast recht, hast recht, war unfair von mir, das Thema in die Runde zu werfen und dann erstmal unter einem Vorwand abzuhauen. Nun, ich hatte Feierabend - wenn das kein guter Grund ist
Eine 'Aufloesung' gibt es von mir natuerlich auch nicht, nur ein paar Gedanken - oder war das eine Anspielung auf meine Sehkraft (s. Harald Leinweber, 'Aufloesungsfaehigkeit des menschlichen Auges')?
Jedenfalls, wie eingangs erwaehnt, mir ging es darum, einmal ein paar Meinungen darueber einzuholen, welchen Stellenwert das Covermotiv heutzutage hat. Auch wenn ich mich bisweilen wie eine hemmungslose Nostalgikerin auffuehre, wollte ich nicht einfach nur noelen, dass frueher alles besser war und CDs sowieso Scheisse sind, denn sie haben viele Vorzuege: Man muss sie nicht andauernd umdrehen, sie knistern und knacken nicht (OK, da gibt es natuerlich auch die Vinylsound-Fetischisten, ein anderes Thema) und sind im allgemeinen haltbarer und pflegeleichter.
Aber mir war beim Stoebern im Forum schlagartig bewusst geworden: Ich habe frueher durchaus einige LPs gekauft, weil mir das Cover so gut gefallen hat, manchmal sogar nur wegen des Covers. Das passiert mir bei CDs fast nie, weil ich die kleinen CD-Covers weniger wahrnehme (danke, Harald Leinweber!). Frueher war es mir z.B. auch wichtig, welche Platte zu Hause im Regal vornean steht, sozusagen das Cover als Zimmer-Dekoration, Posterersatz...
Dabei habe ich aber einen Punkt uebersehen, den einige von Euch dankenswerterweise erwaehnt haben: Die Gestaltung von CDs insgesamt ist z.T. wiederum durchaus attraktiv. Die Pet-Shop-Boys CD im orangenen Noppencover habe ich auch, und dann gibt es ja auch die schicken Boxen und was nicht alles. Und meine Jacques Brel-Sammlung, oho: Wenn man die CDs von 1-10 nebeneinanderreiht, ergeben ihre Ruecken ein Brel-Konterfei. Toll, das. Macht sich dann auch wieder im Regal...
Franka und mr41 erwaehnen auch die unpraktischen Aspekte von CDs, die ich nur dick unterschreiben kann.
Covers, die mich zum Kauf veranlasst haben, oder doch zumindest ein zufriedenes 'ei, wie fein, die Platte, die ich eh kaufen wollte, sieht auch noch schick aus' entlockt haben, waren:
- ELO: 'Time'
- Stephen 'TinTin' Duffy: 'The Ups and Downs' (Stephen vor weisser Leinwand, die Arme verschrenkt, den Kopf aufmuepfig zur Seite geneigt)
- Alice Cooper: 'Billion Dollar Babies' (die abgerundeten Ecken, das gruene Schlangenmuster, das konturierte Baby-Emblem, aufklappen und innen die perforierten Bilder finden, die ich natuerlich nicht herausgetrennt habe)
- aeh, alles mit hohem Wiedererkennungswert (ihr merkt, mir gehen die Beispiele schon aus - meine immerwaehrende Entschuldigung ist, dass ich so lange nicht mehr in meiner Plattensammlung stoebern konnte).
P.S. Toll waren natuerlich auch die Platten in gefaerbtem Vinyl oder 'etched vinyl'... - wozu sich wiederum sagen laesst, dass auch einige CDs (also die Scheiben selbst) sehr huebsch sind.

(Beitrag wurde von Hanne Soya am 04.04.2000 um 09:27 Uhr bearbeitet.)

Phaidros
04.04.2000, 13:42
Hallo,
die Platte, die ich fast nur wegen des covers kaufte, war gleichzeitig mein erstes vinyl:
'British Steel' von Judas Priest... (Die Musik gefiel mir dann auch ganz gut!)
Auch ein cover, das auf einer CD ueberhaupt keine Wirkung entfaltet.
Ach ja, ich bin natuerlich genau so ein nostalgischer Noergler, wie sie dem Jan Pompe auf die Nerven gehen. Dazu stehe ich!
Seit knapp einem Jahr habe ich einen CD-Player (ausschliesslich fuer klassische Musik), und bis heute hab ich nicht kapiert, wie die Heftchen am geschicktesten aus der Plastikhuelle zu friemeln sind. Gibt es da einen bestimmten Trick, auf den ich noch nicht gekommen bin, oder handelt es sich dabei tatsaechlich um eine beschissene Fehlkonstruktion?
ciao
Phaidros

Hans Harz
04.04.2000, 23:05
Zitat:
'Ein CD-Cover bietet weniger Gestaltungsmöglichkeiten als ein LP-Cover, weil es kleiner ist.'
aha.
ich will jetzt hier nicht in noch ein wespennest stechen, aber das ist doch grobfahrlässiger unsinn. sagen wir mal, ein anderes stadion, andere sportart, okay, aber doch nicht wirklich weniger MÖGLICHKEITEN.
nur andere! liegt es vielleicht daran, das hier jemand nur musik kauft, die schon mal zu zeiten veröffentlich wurde, an denen es noch keine cd's gab? oder wie sonst kann man sich solche blindheit vor den tatsachen erklären, das eine 15x10 cm große plastikkiste einfach ANDERE gestaltungsmöglichkeiten mit sich bringt als ein 40x40 cm großer pappkarton?
zugegebenermaßen hat ein solcher seine reize, daß sei nicht abgestritten. aber ich werde das gefühl nicht los das es hier mehr um den inhalt geht...?
HH

Phaidros
08.04.2000, 02:48
liegt es vielleicht daran, das hier jemand nur musik kauft, die schon mal zu zeiten veröffentlich wurde, an denen es noch keine cd's gab?
genau daran liegt's.

Harald Leinweber
08.04.2000, 02:48
Guten Tag!
Lügt Euch doch nichts in die Tasche!
Das ist wie im Leben - grösser ist besser.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber

gmachata
20.04.2000, 17:30
Tach auch,
natürlich gibt es schöne LP-Cover und schöne CD-Cover. Wobei die meisten schönen LPs als CDs mies wirken. Metallicas 'Metallica' zum Beispiel sieht als Cd nur wie ein schwarzes Loch aus. Die Schlange kommt aus Platzgründen überhaupt nicht mehr rüber. Nichtsdestotrotz gibt es toll gemachte CDs. Und ich muss Hernn Leinweber zustimmen. Es kommt auf die Größe an. Es gab zum Beispiel deutlich weniger nette Singles als LPs. Aber wir wollen ja keine Äpfel mit Birnen vergleichen. Manchmal gibt es ja auch andere Hüllenformen als die Jewelcase. Von den Ärzten z.B. die '13'. Gutes System, ganz aus Papier, nichts bricht, man kommt super an CD und Booklet ran. Nur mal so.
Der Gert

Niklas
20.04.2000, 19:16
Herr Leinweber hat natürlich (auch hier) recht. Es liegt an der Größe, man kann nicht nur mehr Informationen darauf unterbringen, die graphische Gestaltung wirkt auch viel intensiver. Schaut Euch doch mal 'Dark Side of the Moon' als CD an. Oder 'Who's Next' und 'Led Zeppelin II' . Oder, oder, oder...
Jetzt aber was ganz anderes: Wozu sind diese bereits erwähnten blöden Plastik-Schachteln gut? Eine CD ist doch viel resistenter, reicht da nicht ein simpler Pappe-Umschlag wie bei einer empfindlichen LP? Und wäre das nicht billiger? Dass sowas geht, zeigt ja die oben angeführte 'Mirror Ball' von Neil Young. Ich bin jedenfalls für Pappe statt Plastik!
In diesem Sinne,
Niklas

Harald Leinweber
21.04.2000, 01:55
Guten Tag!
Als der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland im Rahmen seiner gigantisch erfolgreichen Kampagne 'OverDose' (gegen Einweg-Dosen und so) auch eine CD mit Songs bekannter Pop-Fuzzis herausbrachte, befand sich diese CD natürlich in einer ökologisch vorbildlichsten Hülle - nämlich einer ohne Plastic, aus Papier und Pappe.
Hübsches Ding, sieht gut aus, ist nicht dicker als de Jewel Cases herkömmlicher Bauart, und kann mit genau so grossen (= kleinen) Bilders bedruckt werden.
Geht doch.
Kostet aber wahrscheinlich 2 Pfennig mehr als die anderen und verbietet sich daher aus Konkurrenzgründen.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber