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Vollständige Version anzeigen : Samstagsschule


knurschbert
15.09.2001, 15:10
Wer von Euch ist denn am Samstag gerne in die Schule gegangen?
Bei uns in BaWü gabs so bis Mitte 80er jeden Samstag Schule, dann nur noch jeden zweiten und dann wurde sie endlich abgeschafft.
Oh war das immer schrecklich, wenn am Sa der Wecker um 6:30Uhr geklingelt hat. Papa hat weitergepennt und Mama hat aufstehen müssen um die Kids schulfertig zu machen. Zum Glück hat man dann nur 4 Stunden Schule gehabt, mneistens zwei Doppelstunden, und die Lehrer waren am Samstag meistens auch ertragbar (oder?). Um 11:20Uhr hat mans dann geschafft, endliche Wochenende.
Genießt also die freien Samstage !
Euer
Knurschbert

Zazie
15.09.2001, 15:31
Zur Schule bin ich samstags gegangen... aber nicht gerne!
Bei uns war es nicht einheitlich geregelt, sondern es variierte mal von einer Schule zur anderen. An manchen Schulen hatte man 1x pro Monat frei und dafür an den anderen Samstagen eine volle Stunde mit 60 Minuten, nicht nur 45 Minuten. An der Grundschule war alle 14 Tage samstags Unterricht. Am Gymnasium aber war jeden Samstag Schule, manchmal war es eine Doppelstunde Kunst oder Werken; eine Zeitlang war die vierte Stunde ein Mathe-Förderunterricht, an dem ich als Mathe-Analphabet natürlich teilnehmen musste. Aber das frühe Aufstehen auch am Samstag war grau-en-voll! Nicht nur für mich, auch für meine Eltern, denn mein Vater stand mit auf.
1982 kam ich dann auf die Gesamtschule, was eine verdammt harte Umstellung für mich war. War ich zuvor gegen 14:00 zu Hause gewesen, kam ich jetzt erst um 16:00, auch weil ich so einen langen Schulweg hatte. Aber zumindest - ich hatte samstags frei! Jeden Samstag! Und das alleine war es fast schon wert.
Viele Grüße
Zazie

Bibo
15.09.2001, 16:03
Wir hatten auf dem Gymnasium nur jeden ersten Samstag im Monat frei, dafür wurde immer eine der Samstagsstunden verdoppelt, um das auszugleichen, insgesamt hatten wir drei verschiedene Fächer, wovon immer eins abwechselnd doppelstündig war.
Da allgemein in der Schulpolitik vieles rückläufig ist, wird bestimmt auch der freie Samstag bald wieder abgeschafft...

peterthomassuschny
15.09.2001, 21:31
Nachdem ich 1982 in der Schlußklasse war, hatte ich noch jeden Samstag Schule, mein Sohn (1994 geboren) hat Samstag frei und nachdem Ober St. Veit im vornehmen Hietzing ist (der Bezirk wo auch das Schloß Schönbrunn steht), gibt es überhaupt keine Samstagvolksschulen mehr, was machen da berufstätige Eltern? Nicht in Hietzing wohnen! Oder sie sind Kleintransporteure, da verdienen sie zwar nichts, aber nachdem ich nicht nur mein eigener Knecht sondern auch mein eigener Herr bin, ist Samstag wenigstens niemand da, der mich unbedingt beordern muß, da ich ja fast nur Firmenkunden habe.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
www.r60.net

Bengt
16.09.2001, 01:04
Auch ich musste jeden zweiten Samstag in die Schule. Aber: wenn ich mich richtig erinnere, habe ich das damals als gar nicht so schlimm empfunden. Zwei Stunden Latein (Gruß an Herrn Lehmann!!!) waren immer dabei. Erst ab der neunten Klasse begann der Samstagsunterricht zu nerven, da man am Freitag abend gerne loszog!
Als ich glaubte, den Unterricht am Samstag endlich hinter mir zu haben, wurde ich vor fünf Jahren an meiner neuen Arbeiststelle mit der Nachricht konfrontiert: 'Junge, hier musst du jeden zweiten Samstag unterrichten!'
Na ja, geht auch !

patti
16.09.2001, 09:25
Stimmt ja, Samstag Schule - das hatte ich völlig verdrängt.
Jeden zweiten Samstag zwei Doppelstunden Unterricht! Und weil es ja Samstag war und die Väter nicht arbeiten mussten, wurden die meisten Kinder nach dem Unterricht mit dem Auto abgeholt. Da alle Klassen zum gleichen Zeitpunkt aus hatten, war das immer ein riesen Stau vor der Schule um 11:15 Uhr.

knurschbert
17.09.2001, 17:30
Oh ja, der Samstagsstau nach der Schule. Kult! Richtig, die Papas haben uns abgeholt und dann gings zum einkaufen.
Ich war nie auf einer Gesamtschule, sowas gibts im Schwabenländle so gut wie nicht. Was hat man denn bis 16Uhr gemacht? In der 11.Klasse hatte ich an dreimal Mittagsschule, das hat mir schon gereicht.
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Knurschbert

peterthomassuschny
17.09.2001, 20:08
Geamtschule hat sich in Ö Gott sei Dank nicht durchgesetzt, dort läßt man die Leute sowieso nichts lernen, meine Frau ist auch so ein Gesamtschulopfer, sogar der prominente sozialdemokratische Jugendpsychologe Dr. Heinz Eppel,sozusagen die österreichische Institution der Legastheniebekämpfung, den ich sehr gut kannte, weil ich dort immer als Schüler war, hielt überhaupt nichts von diesem Schultyp
oder vom Abschaffen des Lateinunterrichts.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Zazie
18.09.2001, 01:33
Also nach anfänglicher Skepsis fand ich das System der Gesamtschule sehr gut, so bekamen auch die Spätentwickler mit Hauptschulvorschlag eine Chance auf einen besseren Schulabschluss. Der eine oder anderen Hauptschul-Vorgeschlagene hat dann gar Abitur gemacht, einfach weil er die Motivation und einen eisernen Willen dazu hatte. Viele Realschul-Vorgeschlagene haben auch Abi gemacht. In Berlin wechselt man mit 12 auf die weiterführende Schule, das finde ich noch viel zu früh, um so entscheidende Weichen für die Zukunft zu stellen. Ganz zu schweigen von anderen Bundesländern, wo die Kinder sich schon 2 Jahre vorher entscheiden müssen! Wie früh wird da die Spreu vom Weizen getrennt, wo man meistens noch gar nicht erkennen kann, was Spreu und was Weizen ist!
Viele schlechte Gesamtschulen gab es, das ist wohl wahr. Deshalb befand sich meine ja auch am anderen Ende von Berlin (1 1/2 Stunden Fahrt jeden Morgen!). Das war meine Wahl, weil ich wusste, dass diese Schule auf jeden Fall OK war. Außerdem hat sie mir das Abi gerettet. Und weiß Gott, es wurde mir keinesfalls nachgeschmissen, ich habe dafür rackern müssen wie jeder andere auch.
Damals war es so, dass die Schule in der 7. und 8. Klasse bis 16:30 ging. Darin mit inbegriffen war eine Stunde Essen (in der eigens dafür vorgesehenen Mensa), 3x pro Woche betreute Hausaufgaben und 2x pro Woche eine AG, die man wählen konnte. Das fand nachmittags statt. In der 9. und 10. Klasse fiel das weg, es gab noch die Essensstunde, um 14:30 hatten wir Schluss. Eben aus diesem Grund, weil der Schultag länger dauerte, war samstags immer schulfrei. Die 4 Samstagsstunden wurden auf die Woche verteilt. Wegen meiner langen Fahrzeit war ich nun immer erst um 16:00 zu Hause. Für meine ganze Schulzeit hätte ich mir die Gesamtschule damals nicht antun wollen, aber sie war doch stets eine tolle Einrichtung für berufstätige Eltern und dann gab's eben noch die von Lehrern betreuten Hausaufgaben.
Bibo, sag was, du bist doch auch Gesamtschullehrerin, wie findest du das? Ist das bei euch auch so? Welche Klassen unterrichest du? Ich weiß, ist 'n harter Job, weil man Schüler aus sämtlichen Gesellschaftsschichten hat und nicht bloß die braven Gymmis :-)
Viele Grüße
Zazie

peterthomassuschny
18.09.2001, 07:06
@Zazie
Sämtlichen Hauptschülern steht die Chance offen, danach in einem Oberstufengymnasium, einem Oberstufenrealgymnasium oder einer berufsbildenden höheren Schule (Handelsakademie, Höhere Technische oder Höhere Landwirtschaftliche Anstalt) zu maturieren. Gut 1/3 in der HAK waren AHS-Schüler. Ich kenne mindestens 2 von mir von den Pfadfindern, noch so einen von der HAK und die Enkelin vom Cousin meiner Mutter, die alle in der Unterstufe Hauptschüler waren und nachher maturierten, der eine von den Pfadfindern ist heute sogar Diplomingenieur und die 2. grädige Cousine von mir Lehrerin (weiß jetzt aber nicht, ob Volks- oder Hauptschule, sehr wenig Kontakt mit ihr).
Dafür kenne ich einen, der in der IGS war, der plagte sich ständig in der HAK und meine
Frau war auch in einer IGS und lernt wahnsinnig schwer neue Dinge (außer das für
die Prüfungen für ihren Monetssori-Kindergarten).
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Bartholmy
18.09.2001, 17:28
@knurschbert:
Falls, wie ich denke, die Schulzeit in den Bundesländern einheitlich geregelt ist, stimmt das mit der Samstagsschule in BaWü nicht.
Ich ging noch zur Grundschule, ca. 1974, als es erstmals einen Samstag im Monat frei gab. Nicht viele Jahre später - ich schätze so gegen 1977/78 - wurde dann jeder zweite Samstag schulfrei.
Wann die Sache dann abgeschafft worden ist, weiß ich nicht - war wohl nach meiner Schulzeit?

Norma Jean Baker
20.10.2001, 21:49
Haha, ich bin '91 eingeschult worden, hatte also nur die erste Klasse samstags Schule. Meine Schwester hatte das ihre gesamte Grundschulzeit und ein Jahr am Gymnasium, meine Mutter ist Lehrerin, war also auch davon betroffen.
Das war dann immer gemütlich, wenn ich mit meinem Vater zu Hause bleiben und ausschlafen konnte...
Kann mich aber auch noch an die Diskussionen erinnern, die es zur Schule am Samstag gab.

Miss_Sunshine
21.10.2001, 19:33
Musste auch immer samstags zur Schule.
An meine letzten Samstagsunterrichte gegen Ende meiner Schulzeit erinnere ich mich gar nicht gern, da ich da in der 4. und 5. Freistunden hatte, aber in der 6. wieder ein Prüfungsfach dran war. Bin dann nach Hause, und oft wieder für die 45 Minuten hin (hatte so 20 Minuten Fußweg, da ging das).Trotzdem habe ich oft gefehlt, weil ich keine Lust mehr hatte, extra wieder in die Schule zu gehen.
In meinem letzten Schuljahr war es dann so, dass der Samstagsunterricht abgeschafft wurde, da wurde dann einmal in der Woche (oder so ähnlich) der Samstagsplan gehalten, denn die Fächer mussten ja genauso oft drankommen wie die anderen. Da hat es dann nicht soviel ausgemacht mit den Freistunden, da es dann ja kein 'richtiger' Samstag war...

Chantal Juliane
22.10.2001, 09:57
O ja, der Samstagsunterricht. Ich war sechs Jahre auf einer katholischen Mädchenschule in Hessen. Jeden zweiten Samstag hatten wir vier Stunden Unterricht - Latein und Deutsch oder so. Die ganzen Jungs, die kein Samstagunterricht hatten, standen dann ab 11:15 Uhr immer vor den Toren und warteten auf ihre Angebeteten, um sie mit ihren 'Schlitten' abzuholen. Der Samstagsunterricht wurde dann irgendwann abgeschafft und die vier Stunden fielen in der Regel wegen plötzlichem Lehrermangel aus
(Beitrag wurde von Chantal Juliane am 22.10.2001 um 08:58 Uhr bearbeitet.)

Lissy
30.10.2001, 16:32
Von wegen Samstags nur 2 Doppelstunden. Es gab mal ein Schuljahr (das muß so 7. oder 8. Klasse gewesen sein), da hatte ich Samstags volle 6 Stunden! Wenn ich dann nach Hause kam, saß die versammelte Familie schon um den Eßtisch und ich musste mich beeilen, damit die Familie endlich ihr Mittagessen einnehmen konnte. Ein oder zwei Jahre nach meinem Abi wurde Samstagsunterricht dann abgeschafft.

Ned Kelly
30.10.2001, 20:17
Samstags Schule - das hat mich in Niedersachsen bis zum Ende der Realschulzeit begleitet. Ich denke es war 14-tägig. Phasenweise auch nur 1x im Monat. aber am Samstag war eigentlich immer nur halbe Kraft, weil selbst die meisten Lehrer nur aufs Wochenende gewartet haben. Arbeiten schreiben war nicht gern gesehen. und meisten war nach der 4. Stunde Schluss.
Beliebt war der Samstag bei einigen Lehrern für Sonderdienste oder Nachsitzen. Natürlich nur die für Anderen ;-)