Vollständige Version anzeigen : The day after - Angst vorm Atomkrieg
Hi,
ich habe gerade eine Werbung bei RTL gesehen für so ein 'Nach-Atomkriegs-Drama'. Da fiel mir der in den 80ern im Fernsehen gezeigte Film 'The day after' wieder ein. Anfang der 80er war ich (*1970)noch nicht politisch interessiert, aber das Wettrüsten und die unterschwellige Angst vor der Atombombe bekam man doch mit. Nach 'The day after' war ich auch erst mal richtig geknickt. Das war ja schon recht heftig dargestellt, das Leben danach. Wer erinnert sich noch oder weiss, wann genau der Film im Fernsehen lief?
(Beitrag wurde von Bibo am 23.08.2001 um 16:21 Uhr bearbeitet.)
Ich habe den (RTL-beworbenen) Film sogar gesehen, eine schlechte Neuverfilmung von ' Das letzte Ufer '. Aber die Geschichte bleibt ja erhalten und die hat mir WIRKLICH angst gemacht.
Die ARD brachte vor einigen Jahren eine virtuos zusammengeschnittene Fake-Doku über den Ausbruch des Dritten Weltkriegs in Deutschland. Zu Grunde lagen authentische Strategiepapiere der Bundeswehr und der NVA. Mit Ausschnitten aus echten sowie nachgestellten Nachrichtensendungen wurde ein eskalierender Konflikt zwischen den USA und der UdSSR geschildert, der schließlich in eine Kriegserklärung und den Angriff der Warschauer-Pakt-Truppen auf die Bundesrepublik mündete.
Dieses TV-Meisterstück fand ich erheblich beängstigender als alle rein fiktionalen Spielfilme zu diesem Thema, denn es spielte an vertrauten Plätzen. Etwa: rollende Panzer in der norddeutschen Tiefebene (aus einer Doku über ein Nato-Manöver geschnitten), dazu die bekannte Tagesschausprecherin mit der Meldung, die Frontlinie im Norden habe mittlerweile Eutin erreicht, während die Kämpfe im Raum Oberfranken bislang rund 20.000 Todesopfer gefordert hätten. Der eigentliche Atomschlag fand im Film gar nicht mehr statt, da die ARD ihre Nachrichtensendungen aufgrund der Kriegslage schließlich einstellen mußte, aber dass er unausweichlich wurde, war schließlich klar. Allein die Darstellung eines 'konventionellen' Krieges auf europäischem Boden war aber schon gespenstisch genug.
(Beitrag wurde von PeterLu am 22.08.2001 um 15:30 Uhr bearbeitet.)
Ich stimme zu! Schade das ich den Film nicht gesehen habe, wie hieß er den?
Das beängstigende an dem 'RTL-Film' war die Ausweglosigkeit der Situation: Die Erde zum größten Teil zerstört, man selbst noch am leben, aber die Gewißheit in den nächsten Monaten hundertprozentig elend zu sterben. Keine Hoffnung - wie eine Depression die außerhalb des Kopfes existiert.
Nicht das ich durch diesen schlecht gemachten Film Angst vor einem bald statt findenden Atomschlag bekommen hätte, aber die Vorstellung ist schon schlimm.
Ich erinnere mich an diese Serie, PeterLu. Mir ging es genau so. Der Atomschlag brauchte nicht mehr gezeigt werden. Das Drumherum bzw. die Ereignisse im Vorfeld sind schon gespenstisch genug.
'Das letzte Ufer' (mit Ava Gardner, Fred Astaire und dem im Film noch soo jungen Anthony Perkins) habe ich auf Video. Eine beklemmende Vision. Ein Horror, der ohne die Zurschaustellung von Bomben und Raketen auskommt, denn der eigentliche Atomkrieg ist im Film ja längst vorbei. Es ist bizarr, mitanzusehen, wie ein offenbar blühendes Land mit gesunden Menschen in einer scheinbar heilen Welt sich plötzlich kollektiv umbringt, um einem unsichtbaren, qualvollen Tod zu entgehen. Interessant die Stilmittel des Films: mit zunehmender Strahlungsdichte in der Atemluft wird der Film zunehmend wie überbelichtet, alles wird irgendwie immer greller, heller und auch verschwommender, als wäre es dunstig.
Ich erinnere mich, die Angst vor einem atomaren Schlag war in meiner Kindheit und Jugend in den 70er/80ern immer da, schließlich war es ja das Zeitalter des Kalten Krieges. Sicher ist dies auch ein Grund, warum die Jugend - also ich und meine Generation, die Leute etwa zwischen 30 und 40 Jahren - damals wesentlich politischer war wie heute.
Gruß
Paisley
(Beitrag wurde von Paisley am 02.09.2001 um 15:29 Uhr bearbeitet.)
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