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Vollständige Version anzeigen : und was bitte ist wirklich wahr???


lexi
21.05.1999, 14:39
ich habe eigentlich nur eine frage ,die vielleicht seltsam erscheint aber mindestens genauso interessant ist ,und die lautet : woher wisst ihr das etwas wirklich real ist ???

Mimi
21.05.1999, 15:21
Eine wirklich gute Frage, die es zu diskutieren gilt.
Die Beiträge entsprangen ja wohl jeweils der persönlichen Wahrnehmung.
Um eine gewisse Allgemeingültigkeit zu erreichen, müßt man also Kriterien definieren.
Denkbar wären da:
a) Anzahl der Personen, die durch gewisse Ereignisse betroffen waren im Sinne der Empirie
b) Lebensbereiche, in denen sich bestimmte Strömungen zeigen (Kleidung, Musik, Erziehung, Bildung, Umgang mit Technik, Freizeitverhalten, Beruf.....)
c) betroffene Kulturkreise: global (na ja...) Industriestaaten, Deutschland, Regionen, Gesellschaftskreise...
Oder bleibt jede/r bei der persönlichen Wahrnehmung???

Rolo
21.05.1999, 18:26
Tja,
philosophisch gesehen ist die Frage meiner Meinung nach schon längst geklärt:
Es gibt schlechterdings keine Versicherung für eine Existenz ausserhalb des eigenen Bewußtseins. Real ist, was ich als real empfinde.

lexi
02.06.1999, 12:33
ja , sind das denn antworten ???
na gut ,ich seh es ein ,ich bekomme keine wirklich befriedigende antwort ... aber erschreckend finde ich die tatsache ,dass alles genausogut nicht sein kann ,wie es sein kann und ,dass es eigentlich in meinem bewusstsein keinen unterschied macht ... ob etwas wirklich ist oder fiktion ,jedenfalls solange es nicht wirklich mit meiner ,mich direkt umgebenden welt in berührung kommt .
es ist schon seltsam ,dass ,so albern es auch klingt , mein bewusstsein keinen unterschied macht zwischen einer geschichte ,die ich lese ,und die real ist/war und einer fiktiven ... beispiel goethe : ich habe in meinem bewusstsein keinen direkten unterschied beim status realität ,ob ich nun den werther lese oder 'dichtung und wahrheit'!
versteht ihr ,was ich meine?

Mimi
02.06.1999, 16:49
Ich finde das nicht erschreckend, sondern außerordentlich beruhigend. Mit genug Fantasie kann mensch sich (zumindest in unserem Kulturkreis, wo mensch selten Hunger, Folter u.ä. ausgesetzt ist) jederzeit die Realität zurechtbasteln.
Wie viele Leute nehmen denn großen Anteil an Seifenopern,was lächerlicherweise dazu führt, daß die Schauspieler sich für Handlungen der Filmfiguren zu rechtfertigen haben? Das ist doch zumindest erstaunlich.
Meine Lieblingsfolge aus Star Trek - The next Generation ist: 'Das Schiff in der Flasche'. <- SPITZE!!!
Kennt die jemand?
Ich finde es überdies beruhigend zu wissen, daß die Welt nicht unbedingt so ist, wie sie sich darstellt (durch die Medien z. B.).
Ich bin zeitweise bekennende Nicht-Nachrichten-Seherin, weil mir die Darstellung zu negativ ist. Und ich will mir mein häufig positives Weltbild nicht ständig verderben lassen!!!
Außerdem lebt der Geist davon. Zeitgeist z.B. bedeutet doch u.a., ein und dieselbe Sache aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.
Ich wage laienhaft zu behaupten, daß es sich dabei nur um einen Mechanismus handelt, der dem Mensch erlaubt, zu überleben.
Wir nehmen wahr, was wir ertragen.
Der Rest ist dann Glauben oder Hoffnung, der ersetzt, was unser beschränkter Verstand nicht erfassen kann.
(Beitrag wurde von Mimi am 02.06.99 um 15:00 Uhr bearbeitet.)