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Vollständige Version anzeigen : Amores Perros (Mexiko, 2000)


Murmel
30.10.2001, 12:44
Regisseur Alejandro Gonz‡lez I–‡rritu erzählt drei Geschichten aus Mexiko City, die durch einen Unfall miteinander verbunden sind. Diese Erzählform kennen die meisten vermutlich aus Pulp Fiction. Die drei erzählten Episoden zeigen die schrecklichen, brutalen, aber auch die schönen Facetten des Lebens in der Stadt.
Octavio verdient sich bei Hundekämpfen Geld, um mit der schwangeren Frau seines brutalen Bruders die Stadt verlassen zu können.
Valeria ist ein Top-Model mit Schoßhündchen, das bei einem Unfall mit Octavio schwer verletzt wird.
El Chivo, ein Obdachloser mit vielen Streunern, vedient sich Geld als Auftragskiller, um seine Vergangenheit zu bewältigen.
Der Film war dieses Jahr für den Oscar in der Kategorie 'Bester Fremdsprachiger Film' nominiert, warum, kann ich nicht verstehen. Zwar lebt der Film von sehr vielen, guten Ideen, wirkt jedoch oft zäh und einfallslos. Es fehlt Rhythmus in der Erzählung, die Wechsel zwischen Perversion und Poesie gelingen nur schwer.
Vielleicht hat der Film im Original mehr poetisches, doch 2 1/2 Stunden Lektüre könnten in Verbindung mit der Inszenierung besonders in der letzten Episode einschläfernd wirken.

Dreizehn Koestlichkeiten
31.10.2001, 14:20
Stimmt natürlich, was Herr Clausen da sagt. Die Herren und Damen des Feuilletons sehens freilich anders, etwa die New York Times ('Erster Klassiker des neuen Jahrtausends') oder, leider sehr wortreich, Simone Mahrenholz im heutigen Berliner Tagesspiegel. Mein Lieblingssatz ist der folgende:
'Andererseits schlägt 'Amores Perros' dem Publikum die Geschichten, die es zusammensetzt, gleich wieder um die Uhren.'
Bei aller Liebe zur Uhr ist Frau Mahrenholz zugleich doch auch völlig unbeeindruckt von der absurden und quälenden Länge des Films; enthusiastisch sieht sie in ihm jedenfalls ein 'unbequemes, rohes Meisterwerk' - woran wohl nur wahr ist, daß dieser Film tatsächlich auf schon sadistische Art unbequem, nämlich dramaturgisch tragisch mißraten und insgesamt viel zu gut gemeint ist. 'Schade', denkt man die ganze Zeit, während man eine gute Idee nach der anderen zuschanden gehen sieht. Und nach zwei Stunden ertappt man sich dabei, wie man im Geiste Abzählreime aufsagt oder darüber nachdenkt, doch mal eine Runde mit dem Sitznachbarn herumzuknutschen.

Murmel
31.10.2001, 14:41
bemerkt
13K verließ den Saal wenige Minuten vor dem Ende des Films.