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peterthomassuschny
08.06.2001, 18:05
Brumm brumm, Herr der PS, wie es die EAV einmal so köstlich verblödelt hat.
Heute sah ich DAS Kultauto der 70er, den AMC Pacer, noch dazu als Kombi.
Kennt den noch wer?
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

peterthomassuschny
10.06.2001, 12:00
Die Lada Taiga auch diese Woche wieder gesehen, der beste Marketinggag aus der Sowjetunion war ca. 1977 die Einführung dieses kleinen Geländewagens. Damals gab es gerade Land-, Rangerover und Jeep, alle nur für dicke Brieftaschen, der Kleinstverdiener mit Berghütte oder der Bergwirt, sie alle konnten sich plötzlich um ca. S 130.000,-- einen Geländewagen kaufen, gute 3 Jahre vor dem Beginn der Geländewagenwelle ˆ la Suzukis 'Schmunzelmonster' LJ.
Und dazu der Werbeaufkleber im Heckfenster
'I am the Taiga!' Schlichter Markennamen war übrigens, wenn ich mich richtig erinneren, Lada Niva, Taiga war für den Export gedacht.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
www.r60.net
Schreibt auch im 60er-Forum

steveluke
10.06.2001, 12:42
Naja, den AMC Pacer kann man zwar als avantgardistisch gestylt bezeichnen; zu einem Kultauto gehört aber m.E. noch einiges mehr.
Soweit ich mich erinnern kann, war der in Europa doch u.a. wegen seines V8-Motors (in einem Kompaktwagen!!!) und der Benzinkrisen fast unverkäuflich, oder?
Als der Pacer irgendwann mal mit einer kleineren Motorisierung auf den Markt gekommen war, bestand ja schon fast kein Interesse mehr an diesem Monstermobil.

peterthomassuschny
11.06.2001, 07:24
@Steveluke
Ja unpraktisch waren die Amis noch lange, da gebe ich Dir schon recht. Aber auch der Ende der 50er/Anfang der 60er gebaute Flop Ford Edsel (hast Du eigentlich von dem einmal den Kühlergrill gesehen, dann maile mir eventuell diskret an was er Dich erinnert mr.60er@r60.net, Homepage www.r60.net, das traue ich mich doch nicht so, in ein Forum hineinzuschreiben, an was er mich erinnert) hat heute Kultcharakter, was umgekehrt nich heißt, das er wegen seiner Praktischkeit zum Alltag gekauft wird. So etwas wird gerade bei Oldtimerfahrten eingesetzt, kostet viel Liebe und Geld zur Erhaltung. Übrigens im September wollen wir das schönste Automobilmuseum Österreichs besuchen, Info ebenfalls unter www.r60.net ab Ende August, Link dorthin schon jetzt vorhanden.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

steveluke
11.06.2001, 10:10
PTS: Wie schön, dass du auf den Edsel zu sprechen kommst; er fiel mir auch während des Schreibens meines obigen Beitrages ein. Woran mich der Kühlergrill erinnert?
Dazu eine kleine Anekdote:
Das Thema 'Old- und Youngtimer' hat mich schon als Kind sehr interessiert, ich verschlang jedes Buch und jede Zeitschrift hierzu.
Als ich damals auf einen Beitrag zum Thema 'Ford Edsel' stieß, konnte ich als 10-jähriger erstaunt nachlesen, dass der Kühlergrill des Edsel optisch an ein weibliches Geschlechtsorgan erinnern soll (ich hoffe, das durfte ich hier schreiben).
Nur - als 10-jähriger hatte ich zwar schon viele Kühlergrills gesehen, nur eben noch kein weibliches Geschlechtsteil von nahem.
Von daher gehörte dieses Fahrzeug - neben einschlägigen anatomischen Büchern - zu meinen liebsten Studierobjekten in der Vorpubertät;-)
Im übrigen ist ja der Edsel optisch bereits kurze Zeit später optisch stark entschärft worden - was natürlich dem schlechten Verkauf keinen Abbruch tat.

peterthomassuschny
12.06.2001, 07:14
Genau das habe ich gemeint, bin aber zufällig von selber daraufgekommen, als ich den Film 'Peggy Sue hat geheiratet' 1987 im Kino sah, damals (2 Jahre nach der 50er Ausstellung auf der Schallaburg bei Melk/NÖ) fing gerade meine Vorliebe für die 60ies an, auch die Inflation an Vietnamkriegsfilmen mit den vielen tollen Popnummern (vorher kannte ich ja nur Beatles, Stones und den Presley aus den 60ern und letzterer begann ja schon in den 50ern) und das Finden von rund 60 Hobbyheften aus der Epoche brachten mich in diese Richtung.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Easterfarm
27.06.2001, 16:51
Hallihallo!
Über den AMC Pacer war kürzlich noch ein recht ausführlicher Artuikel in der Fachzeitschrift Oldtimer-Markt zu lesen. Ich hatte natürlich als Kind (bin Jahrgang 1970) auch die Miniaturausgabe davon (gab«s von Corgi), aber 'in echt' kaum jemals gesehen.
Aber noch viel interesanter mit seinem sehr bizarren und eigenwilligen Design ist für mich der Citroen Ami 6, obgleich er natürlich eher ein Auto der Sechziger ist, in den Siebzigern gab es dann diue geglätteten Nachfolgemodelle Ami 8 und Ami Super; paßt auch herrlich zur Musik von Michel Polnareff (mein Lieblingsmusiker): Moi, dans la maison vide, dans la chambre vide, je passe ma vie a écouter les oiseaux qui passent, comme les menaces...

peterthomassuschny
27.06.2001, 17:19
@Easterfarm
Ist der M. Polnareff nicht der 'Love me, please love me, je suis fou, uhuhuhu'?
Das ist ein Superlied, noch aus den 60ern.
Oder verwechsle ich den jetzt mit dem Michel Sardou?
Beste Grüße
www.r60.net
'Mr. Roaring Sixties'

Easterfarm
29.06.2001, 13:16
Ja, es stimmt: 'Love me, please love me' ist auch von Polnareff; ebenso wie 'Ame C‰line'. Übrigens: Es gibt von ersteren Lied sogar «ne extrem rare deutschsprachige Version: 'Love me, please liove me. Nur Duuhuhuhu sollst mein Glück, meine Welt mein Lebään sein.'
siehe dazu auch DiscoreFF: www.shub.claranet.fr
Von Sardou kamen dagegen eher konservativere Lieder, wie 'La maladie d«amour' - nicht zu verwechseln übrigens mit Michel Delpech: 'Wight is wight'. Dylan is Dylan.'

peterthomassuschny
29.06.2001, 17:47
@Easterfarm
Delpech sagt mir noch weniger als Depeche Mode, die habe ich wenigstens schon vorher dem Namen nach gekannt.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
Übrigens zum Thema Autos: Superselten und sehr lustig: SIMCA Matra Bagheera und FIAT X 1/9, beides Mittelmotorsportcoupés (natürlich nur zum Ansehen)

Easterfarm
03.07.2001, 12:47
@'Mr. Roarig Sixties',
was, Delpech ist Dir nicht bekannt? Auch nicht sein 'Pour un flirt'??
Mir fällt übrigens grad noch«n singender französischer Michel ein:
Fugain et le Big Bazar!
But back to the cars:
Der Matra Bagheera hatte übrigens auch in den Achtzigern einen Nachfolgetyp: Den Talbot Murena, ebenfalls mit drei nebeneinander angeordneten Sitzen.
Aber was fuhr mein Vater: Einen VW Käfer, Typ 1300, Baujahr 1967; bereits mit den kantigen Stoßstangen und den senkrecht stehenden Scheinwerfern.
Danach kam dann 1978 ein pistaziengrüner Opel Kadett C.
Weitaus weniger aufregend der Wagen; aber dafür war der Kadett C damals ein richtiges 'Weltauto':
Seine Derivate hießen nämlich Opel K 180 (Argentinien), Holden Gemini (Australien), Isuzu Gemini (Japan), Daewoo Maepsy-Na (Südkorea), Vauxhall Chevette (GB), Chevrolet Chevette (Brasilien und USA) und Pontiac 1000 (USA).
Hab«ich mal eben anhand einiger alter Auto-Kataloge nachrecherchiert; die Ableger des Kadetzt C wurden (bis auf Argentinien) noch alle bis weit in die Achtziger produziert; der brasilianische Chevette sogar bis 1993, während der kadett C hierzulande ja bereits 1979 seinen Nachfolger mit Quermotor und Frontantrieb bekam.
Erinnert sich hier vielleicht auch noch wer an den Opel Rekord C (1966-72) mit 'Hüftschwung'? Dieses Modell wurde in mehrfach modernisierter Form in Brasilien sogar bis 1992 (!) unter den Bezeichnungen Chevrolet Opala, Comodoro und Diplomata produziert (vgl. auch mit Opel Commodore und Diplomat).
Siehe dazu auch: www.opala.com. asehr witzige Homepage...

Bryan
03.07.2001, 13:25
Köstlich, der gerade zitierte VW 1300 war mein allererstes Auto. Ebenfalls Baujahr 1967, (ich glaube EZL 8/67) mit den bereits senkrechtstehenden Scheinwerfern und 12 V - Anlage. Er hatte 40 PS. Den habe ich von 1976 bis 1978(Totalschaden! im Winter) gefahren, danach kamen dann noch 2 Käfer (1302 LS mit 50 PS und 1303 mit 44 PS)
Grüße von Bryan

peterthomassuschny
03.07.2001, 18:59
@Easterfarm
Pour un flirt, oui, je conaisse. (wenn das jetzt noch französisch war, ist schon 18 Jahre her. Übrigens hat meine Frau meinem jüngsten Neffen (2) jede Menge Spielzeugautos gegeben, das eine stammt vermutlich von ihrem Cousin (Jg. 78), weil ich es naturgemäß nicht hatte und ist im weiteren Sinne auch Simca, voilˆ: Talbot Rancho, der kommt auch in 'La Boum' vor.
Im Gegensatz zur Paiperistenfraktion, die in Ö in der Blackbox mich nur anödet, liebe ich zwar die 60er, bin dort aber nicht steckengeblieben, wie mir das einige nachdichten. Übrigens hat mir die Tanja-s, auch aus Ö, gesagt, daß sie aufgrund meines Hinweises, das 'Allesbonanza' viel besser ist, als 'Wickie, Slime und Paiper', auch schon hierher gewechselt hat und sie schreibt ja auch fleißig ihre Beiträge.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

michaelX
04.07.2001, 00:51
Mein Papa hatte einen BMW 520 in 'inka'. Heute würde man das knall-orange nennen :-)
Der hatte hinten natürlich keine Sicherheitsgurte und die statischen, die er dann selber reinmontiert hat waren natürlich nicht akzeptabel. Ich kann mich erinnern, daß ich einmal auf einer Fahrt gen München auf der Autobahn hinten auf der Mittelarmlehne gesessen und rumgeturnt habe ... Tss!
UNd dann kamen die ersten Golf GTi und haben uns 'stehenlassen'. Das muß für zarter besaitete Autofahrer-Gemüter damals *der* Schock gewesen sein!

Easterfarm
06.07.2001, 16:55
@ Peterthomassuschny
also den Matra-Simca Rancho gab es seinerzeit als Modellspielzeugauto von Siku, siehe dazu auch www.siku.de.
Dort müßte auch ein Hinweis auf den Siku Sammler Club (SSC) zu finden sein, der bei nicht (mehr) im Handel erhältlichen Modellen sicherlich weiterhelfen kann.
Ansonsten möchte ich hier noch die Aufmerksamkeit auf ein anderes automobiles Gefährt der Siebziger richten: Den Fiat 131
- wird nämlich immer noch in modernisierter Form von Tofas in der Türkei produziert, unter den Namen Sahin (Basisausführung), Dogan (Luxusausführung) und Kartal (Kombi, demnach vom Fiat 131 Panorama abgeleitet).
Siehe dazu: www.tofas.com.tr
Dort dann der Link Ürünlerimiz, dann Kus Serisi, Modell anklicken, und weiter geht«s dann eventuell mit der Galeri.

peterthomassuschny
08.07.2001, 18:24
@Easterfarm
Danke für den Hinweis, leider war ich schon 1986 in der Türkei und habe den TOFAS gesehen, eine Variante heißt Murat und wir haben bei den Pfadfindern ein Geschwisterpaar, Mutter aus Ö, Vater aus ? irgendwo in Vorderasien und der Bub, ca. 18, heißt Murat und so habe ich ihn das schon vor Jahren gesagt, daß er wie ein türkisches Auto heißt.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

anko
09.07.2001, 15:40
wie konnte mir das bisher entgehen: die frage danach, wie ein auto funktioniert. das beschaeftigt mich auch schon lange.
ich weiss nur soviel: in kleinen stahldoeschen (= zylinder) explodiert das benzin und schleudert die kolben wieder raus - das gibt kraft. unten hinten kommt CO2 raus, weil das nach dem explodieren uebrigbleibt.
sehe ich das richtig, oder gibt es da korrigierenswertes?

Yvonne Caldenberg
09.07.2001, 15:59
Das stimmt so ungefähr. Außer das Auto ist Elektro oder solar. Dann stimmt es nicht.
Hinten kommen unterschiedliche Sachen raus. Was genau hängt auch vom Filterdöschen (Kat) ab.

Pomito
09.07.2001, 16:14
Ich kannte mal ein Auto, das war ein Selbstzünder. Hat mir imponiert und ehrlich gesagt, machte ich mir Sorgen, dass es des nächtens möglicherweise auf die Idee kommen könnte, sich selbst zu zünden. Schreckliche Vorstellung: Alles schläft und mit einem Mal macht es BUMM. Man muß dann runtergehen und die aufgeregten Nachbarn beruhigen:'So verstehen Sie doch, der Selbstzünder!!! Er hat in letzter Zeit öfter mal böse genagelt, aber DAMIT war nun wirklich nicht zu rechnen...'
Es war dann aber doch recht brav und gehorchte alle Tage ohne Anflüge von Eigeninitiative.

fabchief
09.07.2001, 16:40
Das verstehe ich wiederum nicht, warum ein Diesel ein Selbstzünder ist. Die Zündkerzen geben doch auch bestimmt ganz normale Funken von sich, oder glühen die etwa dauernd? Das klingt zumindest saugefährlich. Was an Dieselkraftstoff so anders sein soll ist mir ebenso schleierhaft, macht doch auch bloß bumm, oder?
Im übrigen: Ich bin seit 3 Tagen stolzer Besitzer eines altem gammeligen Passatkombi mit Anhängerkupplung und ich wäre schon verdammt froh zu wissen wie denn dieser doofe Heckscheibenwischer betätigt wird.
So long, so inkompetent
fabchief

Pomito
09.07.2001, 16:52
Deswegen war ich ja so ehrfürchtig: Ich habe nicht einmal eine halbe Ahnung, warum er Selbstzünder heißt. Nur eins weiß ich: Selbstzünder haben keine Zündkerzen. Oder heißen die nur anders?
Versuche es doch mal mit dem rechten Hebelchen am Lenkrad. Entweder es hat an seinem äußeren Ende eine kleine Taste, mit der Du den Heckwischer aktivieren kannst (neueres VW-Prinzip), oder Du mußt ihn von Dir weg oder zu Dir hin bewegen (älteres VW-Prinzip). Glaub' ich zumindest. Ist 12 Jahre her, dass ich Passat fuhr. Aber das paßt ja dann wieder in die Rubrik Halbwissen.

DerCaptain
09.07.2001, 17:05
Pomito - EBEND! Die Dinger heißen Glühkerzen und die glühen nicht immer, nur zum Starten. Deshalb mußte man früher die Diesel-Autos auch vom Starten vorglühen. Und Selbstzünder heißen die, weils keinen Funken zum Zünden braucht, sondern bloß ein Stückchen heissen Draht.
------------------
'PROTECT ME FROM WHAT I WANT'


(Beitrag wurde von DerCaptain am 09.07.2001 um 16:06 Uhr bearbeitet.)

Murmel
09.07.2001, 17:13
Okay, es macht BUMM. Dadurch wird der Kolben wieder hochgedrückt, danach durch den Unterdruck wieder angesaugt. Am Kolben hängt Gestänge und das an der Antriebswelle, an der diese Lange Stange, die über Zahnräder in die andere lange Stange greift, sich dreht und die Drehung auf die Räder überträgt (vermutlich durch ein Zahnrad oder so).
Ich bau mir jetzt auch so ein Auto.

Pomito
09.07.2001, 17:14
Ich hatte NIE heißen Draht dabei. Oder ist sowas serienmäßig?

anko
09.07.2001, 18:12
meines wissens nach ist der heisse draht beim diesel nur am anfang noetig - spaeter laeuft das dann von selber - und zwar: durch das hohe verdichten des BUMM-gemisches entzuendet sich die sache selber. zu beobachten ist dieses hitzeentwicklungsprinzip an luftpumpen: wenn man pumpt, wird die pumpe heiss (= aber WARUM zusammengestauchte luft heiss wird, tja, das wenn ich wuesste).
eine zentrale frage ist hier auch aufgetaucht:was unterscheidet diesel von bezin und da wiederum normal-benzin von superbenzin. komme jetzt kein schkaumeier und sage was von OKTAN-zahl. was ist DAS nun wieder? ich denke so eine art BUMM-faktor: je mehr oktan, desto mehr BUMM.
kann mal jemand den ADAC rufen? ach nein, die wissen ja zuviel.

Yvonne Caldenberg
09.07.2001, 18:26
Die Benzin, Diesel, Super-Unterschiede sind mir unbekannt. Ich glaube, dass Benzin nach Herrn Benz, Diesel aber nach Herrn Diesel benannt ist; Herrn Super kenne ich leider nicht. Dafür weiß ich, was verbleites von bleifreiem Benzin unterscheidet: In einem von beiden ist kein Blei drin, im anderen dafür schon.
Das mit der zusammengestauchten Luft erklärt sich ganz einfach:
Wenn mich wer zusammenstaucht, wirds in mir drin aus Wut darüber auch ganz heiß und glühend. Wenn die Person dann nicht aufpasst macht es Bumm - auch ohne Zündkerze.

Pomito
09.07.2001, 18:30
Glühkerze, Frau Caldenberg, Glühkerze. Das habe ich gerade gelernt, sie Selbstzünderin.
(Beitrag wurde von Pomito am 09.07.2001 um 17:45 Uhr bearbeitet.)

Hilde
10.07.2001, 16:47
dringende anfrage an die halbgebildetetn:
wie behebe ich eine wackelkontakt(?) beim schalter für die warnblinkanlage?
ich wollte heute mit meiner gurke (passat kombi baujahr 86) zum tüv und hab vorher nochmal etwas rumprobiert, und da geht meine warnblinkanlage nicht mehr, klackt bloss im relais(?)und sonst tut sich nichts.
ich also wieder heim, hab etwas am schalter rumgenoddelt, und jetzt geht wieder, aber ich will nicht riskieren, dass es beim tüv wieder passiert, die sollen doch nicht so genau hienschauen, und wenn die mal was gefunden haben wittern die lunte(?)
also, falls jemand evtl. mit verständlichen worten (also halbgebildet, bei fachleuten versteh ich eh bloss bahnhoff und kann dazu nur mit großen stauneaugen nicken) aushelfen kann, heißen dank im voraus.....

frosch2
10.07.2001, 16:56
Würde ich als Sollbruchstelle unverändert lassen.

honz
10.07.2001, 16:56
Diesel verhält sich zu Benzin , wie Männer zu
Frauen: Benzin ist raffinierter.

Hilde
10.07.2001, 16:57
und was sagt der tüv dazu?

Anastasia
12.07.2001, 00:06
ph
(Beitrag wurde von Anastasia am 02.09.2001 um 15:58 Uhr bearbeitet.)

Doctor Subtilis
12.07.2001, 00:23
Bei 'Oktan' handelt es sich um das verzweigte Oktan 2,2,4-Trimethylpentan. Der besonders klopffreudige Kohlenwasserstoff ist n-Heptan. Ein Kraftstoff der z.B. dieselbe Klopffestigkeit hat wie ein 'Oktan'/n-Heptan-Gemisch im Verhältnis 90:10 erhält die Oktanzahl 90.

Frau H aus B
12.07.2001, 00:52
Moderator! Alarm! Hier weiß jemand was!

Doctor Subtilis
12.07.2001, 01:03
Soll ich's wegmachen? Aber Anastasia hat doch fast schon das selbe geschrieben.

Frau H aus B
12.07.2001, 01:48
Schon gut. War nur Spaß. Mit dem Herrn Hausmeister ist allerdings nicht zu spaßen, der duldet hier bloß Halbwissen. Ich frage mich, wo er bleibt. Wenn sieht, was Ihr hier hingeschrieben habt, müßt Ihr das bestimmt alles wegschrubben.Mit bloßen Händen. In der großen Pause, wenn alle Euch sehen können. ACHTUNG, ER KOMMT!

anko
12.07.2001, 01:51
lalülalü
SO geht das nicht, freunde, des halbwissens. hier reinrauschen und klopffeste zeichen geben und alle plaetten mit bescheidwissen.
der charme dieses forums besteht nicht im BESSERWISSEN - von diesen zeitgenossen gibt es genug. sondern er besteht darin, sich phantasievoll an das unbekannte heranzutasten und sich auf dem weg dorthin die welt zurechtzubiegen!
ich bitte diesen zettel überall anzukleben, damit das klar wird.
danke für die aufmerksamkeit. das posting da oben soll als monolith des wissens stehenbleiben, uns allen zum grauenhaften mahnmal.
hausmeister murmelnd: ... was wissen ... und dann auch noch so angeben ... tststs
hausmeister ab
(Beitrag wurde von anko am 12.07.2001 um 00:53 Uhr bearbeitet.)

fabchief
12.07.2001, 03:15
Hilde, Du hast auch einen uralten Passatkombi und das auch noch in Nürnberg? Wie schön!
Bloß das mit dem verschieden hohen Bummfaktor will mir nicht so recht einleuchten. Warum nehmen die nicht für alle Autos Benzin mit maximalem Bumm? Oder hält so eine Dauerglühkerze wohl keinen gescheiten Bumm aus? Können die nicht ordentliche Kerzen herstellen, die vielleicht auch was aushalten was richtig richtig BUMM macht. Warum kann man eigentlich in Autos kein Kerosin füllen oder Dynamit? Würde doch bestimmt viel besser beschleunigen?
fabchief

Easterfarm
13.07.2001, 15:03
@ Mr. Roaring Sixties
Stimmt, Murat ist zugleich ein türkischer Vorname. Aktuell bekannt auch durch Murat Dagdalen aus der Lindenstraße (der türkische Freund vom Olli Klatt).
In früheren Jahren produzierte Tofas übrigens auch noch den Murat Serce, der vom Fiat 124 abgeleitet war; und damit auf dem selben Modell basierte, von dem auch der russische Shiguli (Lada 1200) sowie später noch der indische Premier 118 NE abgeleitet wurden.

peterthomassuschny
13.07.2001, 20:50
@Easterfarm
Wenn Du so ein Autoexperte bist, schaust Du auf meine Homepage www.r60.net (ist natürlich kostenlos und verpflichtet zu nichts), dort liegt ein Link zum Oldtimermuseum Austria in der Nähe Wiens, betreibt ein guter Bekannter von mir mit Oldies von 1885 bis 1985 mit Riesensonderausstellung Roaring Sixties und Rocking Fifties (Dauerthemenausstellung), wenn im Herbst mein Werkchen fertig ist, werde ich es auch dort präsentieren, vielleicht wäre das auch was für Dich.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Hilde
01.09.2001, 11:04
Fabchief,
jetzt leider nicht mehr, ich habe kapituliert.
Aber ein Idealist hat ihn mir noch abgekauft und versucht ihn wieder aufzupäppeln.
Also, falls du mal einen silbergrauen PassatKombi mit weißer Fahrertür rumgurken siehst, das war mal meiner (grein).

oha
01.09.2001, 12:32
eigentlich darf ich, versehen mit biographischen elementen im motorsportbereich, lkw-verkauf und anderen 'drndrn macht bauz'-gebieten, hier gar nicht posten. ich tu's aber trotzdem und importiere hier eine überlegung aus der zeit vor den 'großen rennen', in der hoffnung mich damit doch noch halbwissend zu qualifizieren:
so ein selbstzünder klingt doch wunderbar anständig und wie ein bester freund, der hin und wieder zuverlässig dinge für einen erledigt - alles geht von alleine, nur kurz öddelöddelöddel und ab da nur noch brumm. der otto-motor klingt höchstens so, als könnte sein rollmops kotzen, ergo harmlos. sehr unzuverlässig allerdings wirkt auf mich doch der wankel-motor. etwas das so launisch klingt, will man sich eigentlich nicht ins haus holen, oder?

(Beitrag wurde von oha am 01.09.2001 um 11:36 Uhr bearbeitet.)

M aus S bei H an der L
02.09.2001, 18:04
Jetzt werde ich das mit den verschiedenen Spritsorten und der Oktanzahl erstmal klarstellen:
Je höher die Oktanzahl, desto höher die mögliche Energieausbeute. Benzin besteht aus Öl, und Öl aus toten Fischen. Je länger diese Fische schon tot sind, umso geringer die Oktanzahl. Shell Optimax besteht z.B. aus lebenden gelben Fischen, die auch fliegen können (wie uns Michael Schumacher in den Toilettenpausen immer wieder demonstriert). Deswegen hat Optimax sogar 99 Oktan.
Diesel ist eigentlich ein Feststoff, der dazu benutzt wird, Jeans zu färben. In Wasser aufgelöst läßt er dieses erst bei höherer Temperatur verdampfen. Wegen dieses Verdampfens durch den Temperaturanstieg aufgrund der Kompression im Zylinder wird auch keine Zündkerze benötigt.
Das Wasser verdampft also und die Dieselpartikel kommen wieder aus dem Auspuff heraus, entweder als schwarzer Qualm beim neuen Auto oder als blauer (s. Jeansfarbstoff) beim alten.
Der schwarze Qualm bei neuen Autos entsteht dadurch, daß die Dieselpartikel in der im Abgasstrom angebrachten Turbine des Turboladers verbrannt werden. Dieses Nachbrenner-Prinzip nutzt zusätzliche, früher ungenutzte Energie in den Dieselpartikelchen und gibt zusätzlichen Vortrieb durch den Rückstoß (vgl. Düsentriebwerk).
Benzinmotoren finde ich schöner.
...Mike
Deutsche Sprache, schwere Sprache, darum...
(Beitrag wurde von M aus S bei H an der L am 02.09.2001 um 21:51 Uhr bearbeitet.)

Elwood
03.09.2001, 19:44
So Prof.,
hier können wir uns passender über 70er-Jahre-Autos austauschen.
Du erwähntest den RO 80. Mein K 70 wurde übrigens auch von NSU vom gleichen Team (fast) zur gleichen Zeit entwickelt, sollte als NSU 1969 herauskommen, wurde aber kurz vor der Präsentation auf dem Genfer Salon zurückgezogen, als NSU von VW übernommen und mit Audi (bzw.damals noch Auto Union) verschmolzen wurde. Nach einem Jahr hin-und- her kam der K 70 im Herbst 1970 als VW raus.
Es war ein Meilenstein, wurde von VW aber nicht geliebt, weil es nicht das eigene Kind war - außerdem waren die käfer-gewöhnten VW-Mechaniker mit der neuen Technik völlig überfordert. Da konnte keiner einen Solex-Doppelvergaser einstellen, deswegen auch die angeblich hohen Verbrauchswerte.
Was die Nicht-Liebe von VW angeht, so habe ich noch eine alte VW-interne Verkäufer-Instruktion, in der ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, daß man den K 70, speziell in puncto Fahrsicherheit, Heizung, Kofferraum und Platzangebot, nicht zu sehr loben sollte, weil sonst die Kunden auf die Idee kommen könnten, daß VW vorher vorsintflutliche Heckschleudern hergestellt hat (Ach was, wie konnte man sowas nur denken?). Zu großes K 70-Lob würde den Verkauf des 412 negativ beeinflussen, hieß es.
Solche Akzeptanzprobleme hatte der RO 80 auch. Man bedenke, daß ein recht kleiner Hersteller von (wenn auch z.T.sportlichen) Kleinwagen, der einige Jahre vorher noch weltgrößter Zweiradproduzent war, plötzlich so was Avantgardistisches (in Form und Technik) herausbrachte. So durften auch nicht alle NSU-Vertretungen den RO 80 verkaufen und warten. Der typische NSU-Händler war oft ein kleiner, dörflicher
Familienbetrieb, der mit Zweirädern, Rasenmähern und vielleicht Autos wie Goggomobil und Lloyd angefangen hat. Und dann kam der RO 80!
Diese Unterschiede merkt man heute noch auf NSU-Oldtimertreffen. RO 80-Fahrer sind (fast immer) ein ganz anderer Typ anderer Herkunft als ein Prinz-Fahrer. Die TT-Rennfahrer und erst recht die Zweiradleute sind auch wieder anders. Aber das gibt es woanders auch. Ein Goggo-Fahrer hat wenig mit einem Glas V8-Besitzer zu tun, aber lassen wir das, das gehört in die 60er.
Zu Deiner Frage, warum ich das Micky-Maus-Heft 44/71 suche: da ist eine Werbung vom K 70 drin, nicht vom richtigen, sondern vom 1/43-Modell von Märklin. Klingt schon ein wenig überdreht, nicht wahr?
Natürlich sehe ich mir auch gerne alte Filme an. Da ich mich auch mit anderen Autos aus der Zeit (auch 50er und 60er) auskenne, verblüffe ich Mit-Seher, wenn ich die Modelle erkenne, selbst wenn nur für Sekundenbruchteile ein Ausschnit zu erkennen ist.
Der K 70 kommt aber selten vor. Am Bekanntesten ist noch die erste Staffel der 'Tatort'-Folgen mit Hansjörg Felmy als Kommissar Haferkamp. Abgesehen davon, daß diese Staffel im meiner Geburtsstadt Essen spielt, fuhr er zu Anfang einen K 70 als (zivilen) Dienstwagen. Leider habe ich bislang noch nie so eine Folge sehen können. Immer wenn ich eine wiederholte Folge ansehen wollte, war es eine spätere, wo Haferkamp einen babyblauen Audi 80 hatte. Und dafür habe ich mich dann extra spätabends vor die Glotze gesetzt!
Der RO 80 kam häufiger vor. Etwa in der Tatort-Folge 'Kennwort Fähre'. Zum Schluß gibt es eine Verfolgungsjagd durch St.Gallen.
Als 70er-Fan sollte man auch die 'Fahnder'-Folgen mit Klaus Wennemann kennen. Er fuhr immer einen Granada I, ca.Baujahr 75/76.
In der recht neuen Ruhrpott-Komödie 'Crash Boom Bang' fährt der Hauptakteur einen 'Knudsen'-Taunus. Abgesehen davon: Wer sehen will, was für Typen hier in der Region herumlaufen, sollte diesen Film sehen. Die Charaktere sind noch nicht einmal übertrieben. Mit etwas Glück laufen einem solche Gestalten hier früher oder später in natura über den Weg.
Zum Schluß werfe ich noch ein paar Auto-Stichworte in die Runde, die m.E. unbedingt dabei sein müssen:
Citroen SM
Renault 15 und 17
Mercedes 450 SEL 6.9 (W116)
Opel Manta
Audi 50
Citroen GS
Alfa Romeo Montreal
VW-Porsche 914
Fiat 127
VW Golf I (ja, der Golf kam 1974 raus)
BMW 2002 touring
Chrysler 180
Porsche 928
Alfasud
Audi 80
Na, was fällt Euch noch so ein?

peterthomassuschny
03.09.2001, 22:26
@Elwood
Ein kleiner Einwurf sei gestattet:
Ich kenne aus den 70ern den Citroen CX, aus den 50ern die DS und aus den späten 80ern den SM (weil ich in Wien einen mit schwarzen Kennzeichen = Nummerntaferln sah und wir seit 2. 1. 1990 weiße Kennzeichen haben).
Der Maseratti-Citroen heißt hingegen glaube ich nur so (kenne keine Abkürzung dafür) und der ist 60er. Bitte um kurze Abklärung, da dürftest Du Dich vertippt haben oder meinst Du den Maseratti-Citroen und war der tatsächlich erst 70er?.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
www.r60.net

Prof_Bienlein
04.09.2001, 00:11
Elwood hat schon recht, es gab in den 70ern eine 6-Zylinder-Edelkarosse namens Citroen SM, zu sehen u.a. in dem Quartett 'Superautos', das Elwood sicher kennt (oooder?). Ich habe auch einen rostroten Citroen SM als Matchbox-Auto.
Ein typisches 70er-Auto ist doch auch der Ford Consul mit Schrägheck und Vinyldach!

Elwood
04.09.2001, 00:26
Der Citroen SM mit dem Maserati-Motor kam 1970 heraus. Gut, wenn man die Entwicklungszeit mitberechnet, sind alle Modelle der frühen 70er aus den 60ern. Wenn man es so sieht, dann haben die 50er und 60er lange gelebt, etwa im ersten Corsa, dessen kleinster Motor noch aus dem Kadett A von 1961 stammt oder im älteren Fiesta, dessen fieser und saufender Dröhnmotor noch in den 50ern entwickelt wurde. Mercedes' legendärer 220 D-Motor (bis 1978 im PKW, später noch im Unimog)stammte dem Grunde nach sogar noch aus den 30ern.
Mit dem Citroen aus den späten 80ern meinst Du den CX-Nachfolger XM, nicht mit dem SM zu verwechseln. Das Prinzip der hydropneumatischen Federung war bei Citroen aber in allen großen Modellen üblich. Von DS-Fans habe ich gehört, daß einige Teile noch in den 90ern im XM verwandt wurden.
Der Consul war eigentlich die Billig-Version vom Granada I, aber die meisten verbinden damit das Coupe. Noch viel früher gab es auch irgendeinen britischen Ford unter diesem Namen, der wurde aber nie in Deutschland verkauft, und hatte mit diesem Modell auch nichts zu tun.

DrMusic
04.09.2001, 06:00
Ich war immer ein grosser Fan vom Opel Admiral - dieser grossen Kutsche mit 2.8 Liter Motor. Ihn gab's mit einem grösseren Motor und einigen optischen Veränderungen auch als Diplomat (sogar bis 5.4 Liter Hubraum!!!).
In Spielfilmen sah man diesen Wagen eher selten, aber er ist mir noch gut in Erinnerung aus der Tatort-Folge 'Transit ins Jenseits' mit Marius Müller Westernhagen in der Hauptrolle.
DrMusic
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...you may say i'm a dreamer, but i'm not the only one. (John Lennon)

Elwood
04.09.2001, 09:32
Diese dicken alten Opel fallen manchmal in alten Filmen auf. Erst letztens in zwei alten Tatort-Folgen waren welche zu sehen. Interessanterweise fuhren jeweils die 'Bösen' Opel.

peterthomassuschny
04.09.2001, 18:11
@Elwood: es gab sogar den Cortina Mark I, wie ihn mein Vater hatte, als Consul, völlig gleiches Kasterl, selbigen übrigens auch noch als Lotus Cortina, meist weiß mit grünen Streifen.
In England weiters beliebt: Zephyr und Zodiac und der Corsair. Ich habe daheim sogar ein kurzes Video mit dem legendären Helden meiner Kindheit, dem deutsch-österreichischen Formel I-Champion von 1970, (Karl-) Jochen Rindt auf Corsair bei einem Dragster-Wettbewerb 'Alle gegen Jochen Rindt', ein Publikumswettbewerb, ca. l967. Anfang der 90er hatten wir in Ö eine viel zu kurze 60er-Nostalgie-Welle, die nannte sich 'Zeit im Bild Da Capo' mit Beiträgen aus den 60ern, der ORF hat damals satte
S 800,-- für diese 5-Minuten verlangt, für den Fan (habe auch eine jemenitische Briefmarke mit Jochen vor 26 Jahren zufällig in einem 1 Kilo-Marken-Sackerl und ein leeres Teepäckchen aus der Gewürzmühle Klein & Rindt aus Mainz vom dortigen Stadtarchiv geschenkt bekommen) ein Muß!
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Elwood
04.09.2001, 23:53
@peterthomassuschny: richtig, Du meinst den englischen Consul. Der hatte aber mit der Version, die Prof.Bienlein meint (den Granada I als Coupe) nur den Namen gemein, sonst nichts. Die englischen Ford-Modelle wurden wurden in Österreich, aber nie in Deutschland verkauft. Hier gab es nur die deutschen Versionen. Die ersten Modelle, die gleich waren, war ab 1968 der Escort I ('Hundeknochen') und der Transit ab 1966. Der 1970 erschienene Knudsen-Taunus war dem englischen Cortina sehr ähnlich, aber nicht identisch (siehe hintere Kotflügel). Der Capri ab 1969 war äußerlich identisch, von Rechts- und Linkslenkung abgesehen, aber der Witz war, daß so gut wie kein Teil austauschbar war. Der in England gebaute Rechtslenker war mit Zollmaßen und -gewinden zusammengebaut, die Kontinent-Versionen (produziert in Deutschland und Belgien) waren aber 'metrisch' montiert. So weit war die europäische Einigung damals noch nicht.
Wer auf dicke Ford oder Opel steht, sollte mal nach Australien fahren. Dort wurden die von Granada und Senator, bzw.Commodore abgeleiteten Versionen z.T.mit dicken V8 ausgerüstet, sie waren auch als Pick up zu haben.

Easterfarm
05.09.2001, 09:48
Als Ford 1972 die Consul/Granada-Reihe auf den Markt brachte, dachten die Verantwortlichen, sie hätten einen genialen Coup gelandet, daß sie den Zweitürer zunächst nur mit Coupé-liken Schrägheck offerierten - diesen Zweitürer gab es sowohl als Consul wie auch als Granada.
Das war dann nicht so, so daß später dann noch die zweitürige Stufenhecklimousine nachgeschoben wurde (werden mußte) - dafür wurde der Name Consul dann ausgemustert.
@ Elwood
der Golf I hieß übrigens in den USA Rabbit, und wurdce in Mexiko als VW Caribe vermarktet - während der Passat I in den USA Dasher hieß.

Elwood
05.09.2001, 09:51
@easterfarm: stimmt. Der Golf I wird heute noch produziert, und zwar als 'Citi-Golf' (warum mit 'i', weiß ich nicht) in Südafrika, aber nur als rechtsgelenkter Viertürer.

peterthomassuschny
05.09.2001, 20:49
@Elwood
In den 60ern gab es sogar einige wenige Modelle von Ford de France, Details leider unbekannt, mein Ford Taunus 1,6 Baujahr 3/1979 (also noch der mit den kleinen Rücklichtern) war so wie sein Nachfolger völlig ident mit dem Cortina MkIV/Mk V,
in England jedoch recht oft als Pickup.
Mein Taunus könnte aber durchaus im belgischen Genk (nicht mit Gent zu verwechseln, das ist auch in Belgien und viel bekannter) gebaut worden sein, ferner hatte Ford Ende der 70er/Anfang der 80er das spanische Werk in Almusafes.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Elwood
05.09.2001, 21:44
Mit Ford in Belgien sagst Du was (Opel und VW wurden/werden da übrigens auch gebaut). Eine absolut geniale, wenn auch völlig verrottete Kollektion von Autos der späten 50er bis frühe 80er (3000 Stück) konnte man bis vor ca.1 Jahr auf einem belgischen Schrottplatz in der Nähe von Hasselt besichtigen. Ford, englische wie 'kontinentaleuropäische' Modelle, war mit am meisten vertreten. Unfaßbar, fast alles war dabei, von Luxuskarossen abgesehen.
Leider hatte der Besitzer Ärger mit dem Umweltamt, so ist alles bis auf neumodischen Dreck gepreßt worden. Wer Interesse hat, kann sich Fotos dieser unglaublichen 'Sammlung' auf der Homepage meines Freundes Martin ansehen: www.geocities.com/MotorCity/Lane/4732/
Man kann auch mit 'Tin Hunter' über die Suchmaschinen gehen. Seht es Euch an, und alte Erinnerungen kommen wieder.

Sal Bocca
06.09.2001, 14:31
mein gott, was hab ich mich geschämt, als mich mein vater, so um 1978 rum, mich, vom skilagerzurückkehrend, von der schule abholte. er entstieg einem orangefarbenen taunus kombi 2,0 gl, mit zugegebenermassen sehr schicken stahlfelgen, an dem auto waren alle 4 kotflügel rostbraun, dazu trug er glatze und längeres haar, einen kinnbart, einen metallicblauen blouson und plateauschuhe...
alle anderen mitschüler wurden mit dem damaligen mittelstandsmussauto, mercedes benz 123er baureihe, abgeholt und hatten das gefühl, dass ihr papi alles richtig macht...
ein von mir oft gehörtes zitat meines vaters aus der zeit war übrigens: nie wieder ford, das ist schrott!
heute würde ich mich gern wieder mit seinem orangefarbenen ford taunus abholen lassen...
sentimentale grüsse
sal

peterthomassuschny
06.09.2001, 20:23
@Sal Bocca
Denke doch nur daran: nicht jeder der Mercedes fährt, sich ehrlich von der Arbeit nährt!
Der Taunus meines Vaters, sein letzter von insgesamt 4 Ford (Anglia 100 E 1958-64, Ford Cortina Mk I 1964 - 68, Ford Taunus 15 m 1968 - 1979, Ford Taunus 1,6 1979 - 1989, seitdem fahre ich ihn, Vater hat seit damals einen Mazda 323 Sedan - auch noch brav mit schwarzen Nummerntaferln!), ist eine 2-türige Stufenhecklimousine, die Farbe ist jedoch diskret mitternachtsblau, mein Vater war im März 1979 ja schon fast 55.
Plateauschuhe (also Clogs mit Plateusohlen) hatte ich damals auch gerade und mit denen konnte man sehr wohl laufen, als 1974 Clogs aufkamen, habe ich noch auf diese geschimpft 'Haxenbrecherschuhe', 1975 hatte ich selber schon die ersten.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
www.r60.net

Prof_Bienlein
08.09.2001, 01:30
@ Elwood
Hast du den Tatort von 1980 'kein Kinderspiel' (oder so ähnlich) eben gerade gesehen? Kommissar Lutz' Assistent Wagner fuhr einen cremefarbenen K 70!

Elwood
08.09.2001, 02:28
Nein, verdammich! Ich habe schon das Programm gelesen (ich sehe fern wie früher zu öffentlich-rechtlichen Zeiten: in Hörzu gucken und dann entscheiden), aber ich habe nicht eingeschaltet, weil m.E.die Folge zu neu war (1980), somit der K 70 an sich zu alt war, da die Kommissare meistens recht aktuelle Wagen fuhren. So stieg Kommissar Haferkamp ziemlich genau zum Produktionsende des K 70 auf Audi 80 um. Bei einer der letzten Folgen der derzeit wiederholten Staffel stand ein heller K 70 im Hintergund, bei der Folge davor (etwas mit Falschgeld) stieg nachts ein anonym gebliebener Bösewicht aus einem K 70 - als Profi habe ich in Sekundenbruchteilen nur anhand eines kleinen Ausschnittes erkannt, daß es ein kansasbeiger 71er mit roten Kunstledersitzen war.
Hast Du zufälligerweise die Folge auf Video aufgenommen???
Oh Mann, jetzt schaue ich schon jeden Freitag abend in der Hörzu nach den alten Tatort-Folgen, und dann entgeht mir die, wo in K 70 auch fährt und nicht nur herumsteht. Peinlich.
A propos alte Autos erkennen: wer ist so abgedreht wie ich (und wenige andere) und nimmt sich alte Fotos von Straßenszenen und Parkplätzen vor, um die Autos zu bestimmen? Bei europäischen Autos der 50er bis 70er (außer englischem Kram) konnte kaum einer mithalten. Mir reichen oft schon Karosserieausschnitte. Auf Oldtimermärkten kann ich die einzeln herumliegenden Blechteile auch fast immer zuordnen.
Und die Königsdisziplin: Bilder von gepreßten und gestapelten Autowracks.
Nun regt Euch aber nicht auf, Leute, daß ich ab und zu Nebenluft ziehe, ist mir bewußt - und ich fühle mich wohl dabei.

Prof_Bienlein
08.09.2001, 14:38
Ist schon ok, Elwood, es gibt doch wesentlich merkwürdigere Hobbies!
Die Autos aus den 70ern kann ich besser bestimmen als die heutigen, nicht nur, weil sie individueller designt waren, sondern weil für mich als Knirps das Bestimmen der Autotypen auf vermeintlich langweiligen Fahrten mit unserem Käfer meine Lieblingsbeschäftigung war!
Den Tatort habe ich leider nicht aufgenommen, der K 70 war aber auch nur kurz zu sehen.
In einem anderen Strang haben wir uns schon mal über die englische Serie 'Task Force Police' unterhalten, und dass die verquollenen englischen 70er-Gefährte (Morris 1800 etc.)sicher einen Teil ihres heutigen Charmes ausmachen.
Ich erinnere mich an eine Folge, in welcher Inspektor Hawkins bei einer Observation den Wagentyp nicht erkennt ('komische Karre') und eine Kollegin ihn darauf hinweist: 'Es ist ein DAF.'
Wie hieß noch der englische Film von vor ca. 5 Jahren, in dem ein paar verkrachte Existenzen eine Männer-Strip-Gruppe gründen? Der eine von ihnen versucht zu Anfang, sich in einem uralten Auto zu vergiften. Das war ein englischer Typ der 70er, der mir sehr bekannt vorkam (Fließheck-Limousine, irgendwie 'verzogen', Vinyl-Dach) - weißt du, was das für einer war?

Elwood
08.09.2001, 18:07
Den Namen des Film weiß ich im Moment nicht, der Wagen war m.E.ein Austin Princess. Ein großer Rover 3500 war es jedenfalls nicht. Englische 70er Jahre-Autos kriege ich gerade noch so hin, bei älteren habe ich Schwierigkeiten. Sorry, falls ich jemandem auf die Füße treten sollte, aber englische Autos fand ich schon immer eklig.
Ein Kumpel aus meinem NSU-Club erzählte mir stolz von einer Tatort-Folge, in der ein Kommissar (evtl.Haferkamp im K 70?) eine Verfolgung abbrechen mußte, weil der 'Böse' zu schnell war. Der Assistent hätte gesagt: 'Wir haben keine Chance, er hat einen NSU TTS mit Spiess-Motor'.

peterthomassuschny
08.09.2001, 19:44
@Elwood
Was die Vauxhall betrifft, gebe ich Dir recht, sind ja nur englische Opel-Popels.
Übrigens: das legendäre Austin-London-Taxi, typisch für die 60er bis 80er gibt es von irgendeiner asiatischen Marke als Imitat, ein paar fahren werbebemalt in Wien, echt stark, leider Linkslenker, hatte selber einen rechtsgelenkten Triumph 2000 Mk II von Michelotti designt, Bj. 73, Modelljahr 1969.
Aber apropos Tatort: ich hätte gerne die ersten 7 Folgen mit 'Zollfahnder Kressin' ab 29. 11. 1970 von unserem Wohnungsnachbarn bis Ostern 1970, dem Vorarlberger Schauspieler Sieghardt Rupp, der übrigens privat einen dunkelgrünen Jaguar Mk II fuhr, Superwägelchen.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

peterthomassuschny
09.09.2001, 19:26
@Elwood, ich habe mir das mit den englischen Fords in Ö überlegt. Die EFTA, die heuer auch den 40. feiert, da waren ja einige Zeit lang ein paar heutige EU-Staaten vertreten, die halt nicht in die EWG wollten (England) oder durften (Ö, weil die Sowjets damals dagegen waren) ich glaube heute fast nur noch die Schweiz, ev. Liechtenstein und Island und sowohl die Engländer (bis 1973) als auch Österreich (bis 1992, dann kamen wir zum EWR, bevor wir am 1. 1. 95 der EU beitraten) waren beide in der EFTA, das erklärt sicher auch, warum englische Ford nach Ö geliefert wurden.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Elwood
10.09.2001, 00:34
@PTS, Du könntest Recht haben. Bei Licht betrachtet fällt auf, daß in Deutschland sehr wenig englische Autos verkauft wurden, und wenn, dann nur einige Modelle. Halbwegs populär, bzw.überhaupt ein wenig bekannt waren (ich überschlage grob): Mini (der im Lauf der Zeit unter diversen Markennamen verkauft wurde), Land- und Range Rover, Jaguar, die kleinen Cabrios a la Spitfire, MG oder Austin Healey, ja und da verließen sie ihn. Angeboten (zumindest im offiziellen Lieferprogramm) wurden ab und zu andere Modelle der Hersteller wie Austin Maxi, Morris 1100, MGB, Rover 3500 und aus irgendwelchen Gründen auch der (die?)Vauxhall Chevette (Kadett C mit Manta-ähnlicher Nase).
Ich müßte mal die Zulassungs- und Gebrauchtpreis-Statistiken meiner alten 'ADAC motorwelt'-Hefte ansehen (habe ich seit 1/76 komplett). Aber ich weiß, daß Wagen von der Insel außer den wenigen oben genannten, nie eine Rolle spielten.
Gewiß, in Heften a la 'Auto Motor und Sport' wurden auch andere englische Modelle vorgestellt, aber gesehen hat man sie kaum. Es gab auch Werbung für z.B. den Leyland Marina, aber bewußt gesehen habe ich keinen.
Viele englische Autos habe ich in den 70ern und 80ern erst im Urlaub in Dänemark, Holland, Belgien oder Österreich wahrgenommen. Heute sind sie aber auch da verschwunden.
Diverse Marken wurden hier überhaupt nie offiziell verkauft, z.B.Humber, Hillman, Wolseley, Vauxhall (außer der Chevette) und auch alle englischen Ford. Ab und zu importierte jemand auf eigene Faust, aber die Mengen waren nicht meßbar.
Und ein Grund PTS, war auch das absolut katastrophale Image von englischen Autos in Deutschland. Abgesehen von den verhaßten Zollmaßen hieß es z.B.immer: 'Lucas, der Erfinder der elektrischen Dunkelheit'. Liest du auch 'Oldtimer Markt' oder 'Oldtimer Praxis'? Ganz ernsthaft: bei Stories über englische Oldies ist die Elektrik immer ein Thema, genauso wie Vergaser. Sehr oft (seit 1986) habe ich geradezu Rechtfertigungen der Besitzer gelesen, die erklärten, daß sie trotz originaler Lucas-Elektrik noch nie einen Elektrodefekt hatten (und dann glaubt es keiner). Andere Restauratoren schreiben Horrorstories über haarsträubende Defekte und völlig irrationale Fertigungsprinzipen bei der Strippenzieherei - und das ist die Mehrzahl! Viele reißen den Lucas-Krempel bis zum letzten Kabelstecker raus und ziehen Bosch ein.
Im Ernst: bei Oldtimer-Stories über englische Wagen höre ich von Pannen, Schäden oder sonstigen Turbulenzen, die weder ich, noch meine Umgebung, die sich meistens mit deutschen Oldies, z.B. VW, Audi, NSU, Opel oder Mercedes beschäftigen, je erlebt haben oder nachvollziehen konnten. Und wir haben oder hatten viele Autos. In den letzten 12 Jahren sind nur durch die Hände von mir und meinen 6 engsten Freunden aus dem K 70 Club nachweislich (!) allein 146 (in Worten einhundertsechsundvierzig) K 70 gegangen, dazu kommen noch NSU Prinz, mehrere RO 80, Citroen DS, VW 1600, DKW F 12, BMW CS und noch diverse andere Oldies, Alltagsautos nicht mitgerechnet.
Und wenn wir Probleme an der Elektrik hatten, lag das größtenteils an der Pfuscherei der Vorbesitzer.
Der Vater meines Freundes Arne bekam Ende der 70er/Anfang der 80er mehrere Jaguar in Folge als Dienstwagen gestellt - Horror ohne Ende. Gewiß, das Ambiente (Ledersitze, Wollteppich, Dachhimmel aus Seide, Walnußholz etc.) war unvergleichlich, nur: die Karren fuhren nie (abgesehen von der maßlosen Sauferei). Irgendwann hatte die Familie die Schnauze gestrichen voll, und der Vater nutzte wieder seinen völlig aufgerosteten K 70. Seine Chefs waren sehr sauer darüber, aber der Jaguar wurde nur noch von der Mutter benutzt, um zum ALDI-Markt einkaufen zu fahren. Das war eine Strecke, die man zur Not auch noch zu Fuß zurücklegen konnte. Alle Strecken außerhalb des Dorfes wurden mit dem VW oder Bus und Bahn zurückgelegt.

Easterfarm
10.09.2001, 10:01
Hallihallo!
Zu Den Coupés von Ford fällt mir noch ein, daß es auch mal ein Taunus Coupé gab, das jedoch hierzulande im Zuge der Modellüberarbeitung 1975/76 (Wegfall der Knudsen-Nase) aus dem Programm gestrichen wurde, wohingegen es in Argentinien (auch in modernisierter Form) weiterproduziert wurde - bis schließlich dann auch dort der Sierra auf den Markt kam.
Am längsten wurde der Taunus dann noch in der Türkei produziert, unter dem Namen Otosan Taunus - aber meines Wissens nach nicht als Coupé.
Und was Belgien anbelangt: Dort wurden die Opel Rekord C und D unter dem Namen Ranger produziert und verkauft
Übrigens:
Was ist ein Volkswagen Igala?? - eine viertürige Version des VW Brasilia, die seinerzeit in Nigeria produziert wurde!!

Prof_Bienlein
10.09.2001, 11:25
Mir hatte mal jemand von der IAA (bin Frankfurter) einen Aufkleber 'I like british automobiles' (ich glaube, von Austin) mitgebracht, und ich kann mich noch bestens an die gerümpfte Nase meines Daddys erinnern, der mir dann Vorträge hielt, englische Autos würden nix taugen und hätten sich daher auch nie in Deutschland durchgesetzt.
Unser Hausherr fuhr immer Jaguar (u.a. einen XJ 5,3) und hatte, wie ich mich erinnere, oft Probleme damit. Auch erinnere ich mich an einen Oberklasse-Vergleichstest in AutoBild von vor ca. 10 Jahren, in welchem alle ganz gut abschnitten (auch und besonders der Lexus), nur der Jaguar enttäuschte total, vor allem in Sachen Verarbeitung.
Bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass bei uns im Haus auch ein altes Ehepaar wohnte, das ab und zu von seiner stinkreichen Tochter mit einem Mercedes 450 SEL 6,9 besucht wurde - du fragtest neulich danach, Elwood.
Bei dem Auto aus besagtem Film handelte es sich tatsächlich um einen Austin Princess, wie mir jetzt wieder einfiel - war das nicht eine unglaublich hässliche Karre? Den Rover 3500 sah man Ende der 70er ab und zu mal auf deutschen Straßen.
Meine Gasteltern in England fuhren noch 1984 einen uralten Rover mit Stufenheck, der an diesen alten (einzigen?) Stufenheck-Simca erinnerte, den es bei uns noch manchmal gab. Dieser Rover war auch in alten englischen Krimis öfters als 'Jam-Sandwich' (Polizeiauto, weiß mit rotem Streifen) zu sehen.
@ PTS
Die alten Kressin-Folgen gab es vor einigen Monaten wieder mal in der ARD. Für mich ist Sieghart Rupp einer der unsympathischsten Schauspieler überhaupt, aber natürlich sind diese Tatorte aus den frühen 70ern irgendwie kultig. In der Folge 'Der Mann mit dem gelben Koffer' haben Nowotny, Ernst-Dieter Lueg und andere bekannte Fernsehjournalisten Gastauftritte als Zeugen, weil vor dem Bundeshaus in Bonn ein Mann erschossen wurde.

Easterfarm
19.09.2001, 15:06
Zu den britischen Vauxhalls fällt mir noch ein, daß der Vauxhall Victor (in etwa das britische Pendant zum deutschen Opel Rekord D von 1972-77) bis heute in Indien unter dem Namen Hindustan Contessa überlebt.
Der Vauxhall Chevette (Kadett C mit Manta-ähnlicher Frontpartie) wurde auch von 1979 bis 82 in Deutschland angeboten, da Opel nach der Präsentation des Frontantriebs-Kadetts (Golf-Klasse) keinen Konkurrenten für VW Polo und Derby mehr im Programm hatte, so daß man sich mit dem britischen Derivat des Vorgängertyps behalf - bis dann der Opel Corsa (anfangs auch mit Stufenheck erhältlich) auf dem Markt kam.
Auch im Kleintransporter-Bereich war ja Opel in jenen Jahren mit dem adaptierten Bedford Blitz very british.
Der Opel Corsa kam dann ja aus Spanien (Saragossa), aus einem Land also, wo es auch seit 1974 eine viertürige Stufenheck-Version des Renault 5 mit längerem Radstand und Chromstoßstangen gab; den Renault 7 (Siete) - heute gibt es ja in einigen Ländern (z.B. in der Türkei) einen Stufenheck-Ableger des Renault Clio.
Was ist noch sehenswert?
Genau, das Video des atc-Megahits 'Around the world'! Denn bei dem gelben Sportflitzer, der da durch das Bild düst, handelt es sich, wenn ich mich nicht irre, um den DDR-Sportwagen Melkus RS 1000; ebenfalls aus den siebzigern und mit Wartburg Technik.
Klasse Insider-Witz!!
Übrigens: Wer erinnert sich noch an die Firma Promotor in Heilbronn??
Die versuchte Ende der siebziger Jahre den FSO Polonez in Westdeutschland tzu verkaufen - mit eher bescheidenem Erfolg. Dafür überlebt der Polonez in Polen bis heute, wenn auch inzwischen unter Daewoo-Regie.
(siehe auch: daewoo.com.pl)
Andere noch erwähnenswerte Ostblock-Typen der Siebziger??
- FSM Syrena 105
- Dacia 1300
- Polski Fiat 125p
- Zastava Z 101
- Wartburg 353 W
- Skoda 110 R
- Skoda 120 LS
- Lada 1500
Wem fällt noch mehr dazu ein??

peterthomassuschny
19.09.2001, 19:45
@Prof-Bienlein
Nein, nein, der Jaguar Mark II-Fahrer Rupp ist privat wirklich ein klasser Bursch, die Hausmeistertochter hat einmal sein Auto zerkratzt, er hat das auf eingene Kosten repaieren lassen, ohne ihre Mutter zu belangen und nur gemeint, 'nächstes Mal gibt es eine Katastrophe'. Daß er als Ehemann nicht so besonders war (zumindest hat mein Vater erzählt, daß Frau Rupp einmal zum Hochzeitstag Blumen bekam und am nächsten Tag dann ein blaues Aug trug), ist eine andere Geschichte.
@Easterfarm:
Ja, die Zeitschriften habe ich gelesen und gibt es im Markt April 1992 einen Artikel von mir zum 50. Geburtstag von Jochen Rindt, es fehlt mir aber heute die Zeit, leider. Wenn ich im Urlaub bin und eine Autorevue oder einen Markt oder die Chronik bekomme, lese ich es schon.
Zu den Ostautos: Eliette und Moskwitsch fehlen mir noch, haben wir die Tschaika schon gehabt? In Wien war immer einer bei diversen Oldtimertreffen, der hatte sogar absichtlich russische Kennzeichen auf seiner schwarzen Tschaika, trug immer ein Chaufferukapperl mit dem Kommunistenstern und grüßte auch auf Oldtimermessen beim davonfahren mit 'Strasd' als Kurzform für das russische 'Strasdvuidze' (oder so ähnlich, ein Freund von mir kann russisch, ich wollte es zwar lernen, aber da müßte ich konsequenter sein.
Apropos 70er 'I«am the Taiga' stand auf dem ersten russischen Kleingeländewagen.
Und richtig: Im Prater gab es eine zeitlang jedes Jahr den Praterblumencorso mit Oldtimern (heute leider nur mit Kutschen), da furh einmal ein russischer Militärschwimmwagen mit, ich fuhr einmal mit was oberwitzigem: VW-Käfer, 4-türiges Polizeicabriolet, Aufbau Austro-Tatra, einmal sogar was für mich als alten Käferhasser. Sogar die echten Polizisten, die dort das Spalier bildeten, lachten über mich, weil ich immer die Folgetonhornhupe betätigte und 'Hallo Kollegen' rausgrüßte, dazu eine uralte Polizeiuniform.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Elwood
19.09.2001, 21:59
Mensch PTS, mir fällt was ein:
Kannst Du mir das 'Austro Motor'-Heft von 1970 (September??) besorgen, in der der K 70-Bericht drin ist? Letztens hatte ich eine Ausgabe über EBay ersteigert, in der der Artikel sein sollte, aber leider hat sich der Verkäufer geirrt und mir ein falsches Heft zugeschickt. Das richtige war natürlich nicht mehr da.
Darüber würde ich mich sehr freuen!

peterthomassuschny
20.09.2001, 19:47
@Elwood
Für Literatur kompetent: www.austroclassic.com, Herr Dipl.-Ing. Wolfgang Buchta oder Herr Gernot Kronberger, erwähne mich aber nicht, ein Freund in Ö von Dir liest Austroclassic und hat dir diese Homepage empfohlen.
Ich war nämlich bei den Streits zwischen Buchta und dem Oldtimerdoktor immer auf Seite des letzteren, der hilft Dir bei allen Restaurierungsfragen, ein Link zu ihm habe ich auf meiner Homepage www.r60.net gelegt,
ich hoffe, Dir so helfen zu können.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Easterfarm
24.09.2001, 16:04
@ Mr. Roaring Sixties
Stimmt, Eliette war ja die Exportbezeichnung für den sowjetischen Saporoschez, dessen Werk sich übrigens heute in der Ukraine befindet - und mit Daewoo verbandelt ist.
Der Saporoschez hatte zudem eine frappierende Ähnlichkeit mit dem NSU Prinz 4, dessen Design sich wiederum an den Chevrolet Corvair (von Ralph Nader seinerzeit bitter bekämpft - unsafe at any speed) anlehnte ...

Prof_Bienlein
24.09.2001, 18:51
Ähnlichkeit mit dem NSU Prinz? Jetzt wirst du wohl Ärger mit Elwood kriegen!!!

peterthomassuschny
24.09.2001, 19:57
@Prof_Bienlein: das stimmt aber, schaut dem Prinz 4 sehr ähnlich. War 1977 mit
S 39.000,-- übrigens das letzte Auto unter S 40.000,--, 1983 war dann der Dacia (deckungsleich mit dem Renault 12) mit S 59.900,-- das letzte Auto unter S 60.000,--.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Elwood
24.09.2001, 21:14
Der 'Sapo', wie die Ossis sagten, wurde in Westdeutschland übrigens nie verkauft, der Dacia auch nicht, der Moskwitsch nur ganz kurz Ende der 60er. Laut alten Autoheften hieß er nur in Österreich Eliette, ansonsten immer Saporoshez. Anscheinend war Österreich das einzige Land außerhalb des Ostblocks, wohin die Kiste exportiert wurde. Zu DDR-Zeiten habe ich dort den Witz gehört: 'Was ist der Unterschied zwichen einem Sapo und Aids?' - 'Gar keiner, wenn man's hat, wird's man nicht wieder los.' Selbst dort hatte der Sapo das schlechteste Image von allen.
Die Ähnlichkeit zum NSU Prinz ist da, allerdings gab es nie Kontakte zwischen den Herstellern. Nach dem Mauerfall, als hier erst die Straßen, dann die Schrottplätze mit Ost-Gurken überschwemmt wurden, haben Kumpels aus dem NSU-Club mal aus Jux einen Sapo auseinandergenommen. Richtig identisch oder nur ähnlich war unter dem Blech nichts, nur die Vorderachse war Käfer-ähnlich.
Es war halt ein Nachbau 'frei nach Schnauze'.

peterthomassuschny
25.09.2001, 19:37
Nachdem die Witwe des berühmten österreichischen Dirigenten Herbert von Karajan Eliette heißt, war das vielleicht so ein Marketinggag, wer weiß.
Der beste Witz war, wie knapp nach dem Mauerfall ein Ossi in Wien mit seinem Trabant hängenbleibt und beim Denzel (der ist ein großer BMW, Ferrari, Volvo und Mitsubishi-Händler und Reparateur, seit 2 oder 3 Jahren hat er auch FIAT in Wien aufgekauft) reparieren läßt. Die tauschen ihm den Motor, nach einer halben Stunde kommt er wütend retour: 'Der Motor geht, stirbt ab, geht, stirbt ab ... könnt ihr teppaten Wiener kein Auto reparieren?' 'Jessas na, wir haben Ihnen einen Scheibenwischermotor eingebaut und der war versehentlich auf Intervallstellung ...'
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Der General
25.09.2001, 23:20
also mein vater fuhr in damaliger zeit (1976)
einen giftgrünen Opel Ascona.
also die Farbe war zu damaliger Zeit schon saupeinlich...
heute jedoch...was würde ich drum geben in der kutsche zu arbeit zu fahren...
nicht zu vergessen die klasse Sportfelgen...
Aber die Nummer war die Farbe!!!

fruka
27.09.2001, 13:01
Wir hatten immer einen grasgrünen VW Variant (erst einen 411, dann einen 412, so hießen die glaubich). Erinnert sich noch jemand an diese Autos? Klasse Familienkutschen, optimal für lange Urlaubsfahrten. Grasgrün war wohl DIE Autofarbe, wie man den diversen Beiträgen entnehmen kann...

peterthomassuschny
27.09.2001, 18:51
@Fruka
Richtig, die waren Vorgänger des Passat in den 60ern, im Markt vom April 1992 (der erscheint in Mainz) gab es einen Artiel darüber, dieses Heft habe ich daheim, weil darin ein Artikel von pts zum 50. Geburtstag von Jochen Rindt erschien, der am 18. 4. 1992 war und nachdem Jochen aus Mainz gebürtig war, hatten die ein großes Interesse daran.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
www.r60.net
P. S. Heute was besonders rares gesehen, einen Ledl, österreichisches Sportcoupé auf Basis von Ford Granada, hergestellt im niederösterreichischen Tattendorf (Bezirk Baden) von dem gleichnamigen Kunststoff-badewannenfabrikanten, eher schon 80er, aber auf Basis des ab ca. 1978 eingeführten eckigen Granadas.

Johnny Harms
28.09.2001, 00:38
Der 411 (oder Type 4) kam 1969 auf den Markt, der Variant dazu 1972. Der Riesenschnautzer war nicht der erwartete Erfolg und konnte nicht an den 1500/1600 Variant anknüpfen.
Die 80PS Einspritz Maschine war der Schrecken der Besitzer und Bosch-Werkstätten.

Elwood
28.09.2001, 00:54
Sorry Johnny, ein wenig muß ich korrigieren. Der 411 kam 1968 als Zwei- und Viertürer heraus. Im ersten Jahr mit diesen ovalen Glubsch-Scheinwerfern, ab 1969 (ab da gab es auch den Variant) hatte der 411 Doppelscheinwerfer. 1972 wurden alle Modelle zum 412 geliftet. Die auffälligste Änderung war die Frontpartie. Sommer 1974 war Schluß.
Ab 1972 wurde ein Teil der 412 zusammen mit dem K 70 (ab 1973 auch mit dem Passat) im Werk Salzgitter gebaut, was 1970 extra für den K 70 gebaut wurde, 1975 aber die Fahrzeugfertigung komplett einstellte und seitdem nur noch Motoren baut.
1995 und 2000 wurden wir vom K 70-Club zu den Werks-Jubiläen eingeladen. Typ 4-Fans auch, aber von denen kam kaum einer. Die haben nicht den guten Club-Zusammenhalt wie wir K 70-Leute.
Es war witzig, als uns das Werk gezeigt wurde. Wir K 70-Freaks würdigten die Tausende von herumstehenden Motoren keines Blickes, alles stand ehrfürchtig vor einem Motoren-Förderband in Halle 2 - dem einzigen Teil, was noch aus K 70-Zeiten vorhanden ist.

Elwood
28.09.2001, 13:17
@fruka: Grasgrün war in den 70ern als Autofarbe populär, aber viel mehr Orange und Quietschgelb. Die besten Jahre waren m.E.von ca.71/72 bis 75/76, danach wurde es pastelliger. Ich finde, daß VW und Audi NSU häufig schöne Farben hatten, wogegen Opel und Mercedes teilweise ziemlich abfielen. So waren z.B.die C-Kadetten und die späten Mercedes /8 teilweise grausam undefinierbar lackiert (wie Erbsensuppe oder erbrochener Aprikosenpudding).
VW 412 und K 70 hatten leider nie mein Lieblings-Grün 'cliffgrün', ein mega-knalliges Hellgrün. Das gab es nur beim 1303 und bei Golf, Passat und Scirocco.
Interessanterweise werden heute wieder ganz ähnliche Farben angeboten. Ein aktuelles Blaumetallic von VW sieht dem 'geminiblau' der 70er(zuerst 1967 beim NSU TT, später auch bei anderen Audi und VW) sehr ähnlich, ein Grünmetallic (oft beim Audi A6) sehr dem 'türkismetallic', welches auch mein K 70 hat.
Ach so, das in den 70ern populäre VW-Orange 'leuchtorange', Code L 20 B, ist bis heute ununterbrochen im Programm: für Müllwagen und Straßenmeisterei-Fahrzeuge. Wenn Ihr also einen 'Chausseekratzer'-VW Transporter seht, habt Ihr eine echte 70er-Jahre-Farbmischung vor Augen.

Johnny Harms
28.09.2001, 13:17
Orange war DIE Farbe zu Beginn der 70er. Neben dem leuchtorange bei VW, Audi und besonders Porsche, war bei der BMW -02er Serie inka der Renner.

peterthomassuschny
28.09.2001, 13:17
Erinnere mich noch an mein erstes eigenes Auto, 6 Volt Käfer Baujahr 1964, der war javagrün, angenehm dezente Farbe.
Sowenig ich Opel persönlich mag, aber der A-Kadett (1962 - 1965, die Ex-Frau vom Sieghardt Rupp fuhr so einen in rot), den gab es in einem wunderschönen hellgrünen Farbton, den Ford Cortina Mark I, wie ihn mein Vater in weiß hatte, gab es auch in diesem grün, beide Autos gibt es als Kombi, die Opelkombis nannten sich damals wie heute Caravan, der Namen 'Turnier' für Fordkombis ist aber irgendwann eingestellt worden.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
P. S. Da mein Vater nur dezente Farben liebt, ist mein 79er Taunus (= ident mit Cortina Mk IV, also noch mit den Blinkern vorne und den kleinen Rücklichtern) mitternachtsblau, also fast schwarz, was immer lustige Verwechslungen bringt.

Bruno Weizenkeim
28.09.2001, 13:17
Ich denke gerade über den Beginn meiner autofahrerischen Karriere nach: Den Fleppen habe ich 1973 gemacht, damals noch Klasse 3 für PKW und 1 für Karre.
Mein erstes Auto war ein weißer NSU 1000. Hatte zwar nur um die 40 PS, aber 'riß Löcher in den Asphalt' :-), na ja bei den kleinen Rädern.
Erinnert ihr euch noch, es war damals 'in', manche sagten auch 'notwendig', die Motorhaube des NSU TTS und auch des NSU TT offenstehen zu lassen? Dafür gab es spezielle Klammern. Um meinen 1000'er aufzuwerten, habe ich mir auch solche Klammern gekauft. *g*
Witzig wurde es im Winter. Wasserdicht waren damals, glaube ich, nur wenige Autos. Meiner war es auch nicht. Daher hatte ich, wenn es draußen fror, schon mal Glatteis im Auto und zwar genau auf der Fahrerseite unter den Pedalen.

Easterfarm
28.09.2001, 16:33
Zum VW 411 fällt mir noch ein, daß er als Spielzeugauto kaum verkäuflich war, so daß SIKU sein 411-Modell 1969 (ein grün aber nicht giftgrün lackierter Zweitürer) bereits nach wenigen Monaten wieder aus dem Programm nahm. Dafür ist das Modell heute unter Sammlern eine stark gesuchte Rarität.
Übriges muß ich meinen früheren Beitrag über die Ostblock-Autos in einem Punkt korrigieren: Jugoslawien war ja seinerzeit ein blockfreis Land und der Zastatva somit kein Ostblock-Auto im eigentlichen Sinne.

(Beitrag wurde von Easterfarm am 06.10.2001 um 13:18 Uhr bearbeitet.)

peterthomassuschny
28.09.2001, 17:37
@Easterfarm
Ein Schulkollege hatte sensationellerweise einen Zastava, sonst sah ich den nie in Wien, obwohl er keine Beziehungen zu Jugoslawien hatte, aber vielleicht hat den einmal einer mitgenommen und in Ö typisiert, Anfang der 80er waren die Abgasregeln noch weniger streng und einzelgenehmigen lassen kannst Du auch zum Beispiel ein indisches Auto, wenn Du willst, vorausgesezt es entspricht allen geltenden Sicherheitsbestimmungen oder Du brauchst von einem Oldtimerclub eine Bestätigung, daß es sich um ein historisch wertvolles Auto handelt und Du hast Zeit und Nerven.
Einen nicht mehr fahrtüchtigen Wagen kannst Du Dir in Ö ja mittels Container herführen lassen, restaurieren und dann vorfahren.
Aber eines noch zum Zastava: Yu war zwar damals wirklich blockfrei, er hatte aber den gleichen Charme wie die Ostblockautos, am besten waren eigentlich noch die Lada, weil doch jahrelang das Werk in der russischen Stadt (ich glaube die heißt absichtlich so ähnlich wie Togliatti) in Joint Venture mit FIAT geführt wurde (schon ab Ende der 60er, die ersten offiziell Lada-Nova genannten PKW waren ja ganz der FIAT 124 ab ca. 1966).
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
P. S. Noch besser sollen die Tatra gewesen sein, aber die waren in Ö ab irgendwann Mitte/Ende der 50er nicht mehr erhältlich oder noch länger nicht, irgendwann Mitte der 80er stand einmal eine Firma im Telefonbuch für Tatraimport, die waren aber glaube ich nur für LKWs zuständig, so wie z. B. die frz. Automarke Berliet noch bis Mitte der 70er Kleinkastenwagen nach Ö lieferten, mein Trauzeuge fuhr noch beim Bundesheer in so einem mit.

Elwood
28.09.2001, 22:58
Hallo Bruno, siehe an, noch ein NSU-Treter. In den Jahren 1995-97 bin ich mit einem 1972er 1200 C herumgefahren (der mit der längeren Front und den Rechteck-Scheinwerfern). Obwohl ich die Kiste völlig vergurkt habe (55 000km in 18 Monaten, ehrlich!), hatte ich Spaß ohne Ende.
Was die Haube angeht: natürlich war sie offen. Ein wenig Kühlung bringt das auch, nur beim Prinz 4 muß sie zu bleiben. Der hat andere Luftkanäle. Ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich angesprochen oder angeblinkt wurde: 'Ey, Deine Kofferraumklappe ist offen'. Nur Leute, die die Dinger noch von früher kannten, wußten, warum das so war. Die offene Klappe diente früher auch als Hinweis für Normal-Auto-Fahrer: 'paß auf, hier ist Dampf drunter'.
Schön laut war mein 1200 C auch (u.a.Abarth-'Schubkarren-Auspuff'). Häufiger waren Mitfahrer nach längerer Strecke etwas ertaubt. Nicht umsonst war hinten der Aufkleber drauf 'NSU, da hört man, was man fährt' - Ihr versteht, eine Veralberung des 'Da weiß man, was man hat' vom Käfer.
Allerliebst fand ich immer Käfer-Fahrer. Sie lasen am Heck '1200 C Automatik' (den Scheiß- Saxomat hatten wir aber ausgebaut) und wollten auch mal schneller sein. Ich wartete, bis sie auf gleicher Höhe waren und latschte dann aufs Gas. Klar waren das nur 1200 Kubik - aber trotzdem 55 PS. Auf der Autobahn bin ich immer Schnitt 140 gefahren, bergrunter kurzfristig auch mal 170 (laut Tacho).
Ein NSU ist in jedem Punkt besser als der Käfer, z.B.im direkten Vergleich 1200 C mit 1302 (beide 55 PS). Schneller, geräumiger (2 Wasserkisten im Kofferraum statt keiner Bierkiste), sparsamer, übersichtlicher, wendiger. Und der Hinguck-Effekt ist heute viel größer. Anfang des Jahres bin ich zum ersten Mal selbst Käfer gefahren. Es war sogar was ganz Besonderes, ein 'Schwarz-Gelber Renner', eine Sonderserie des 1303 von 1973. Ich verglich mit meinem Prinzen und war erschüttert, wie sich Millionen Leute nur sowas kaufen konnten.
Wer einmal NSU fuhr, wird nie auf die Idee kommen, auf Käfer umzusteigen.

peterthomassuschny
29.09.2001, 11:10
@Elwood
Ich kann das so nicht beurteilen, weil ich nur einen Käfer hatte, aber seit dem mag ich den noch weniger, nur das Käfer Video würde ich schon ganz gerne haben. Ansonsten heißt der Käfer bei mir 'Hitlermuggel', schön ekelhhaft, nicht. Aber als Ösi hätte ich am liebsten viel Geld für 3 Autos: Puch 700 Kombi mit auffrisierten Motor ˆ la Abarth, Carlo Abarth hieß übrigens ursprünglich Karl
(typischer Wiener Vornamen, einige Kaiser in Ö hießen ja auch so) und machte wie viele andere Autoveredler und Ingenieure aus Ö im Ausland Karriere, aber nicht in D sondern in I. Der 2. Wagen müßte aus den 80ern sein, ein Ledl AS 160 ('Alpenstratos').
Und einen Denzel WD 1300 (späte 50er).
Für die Stadt reicht ein Lohner Sissy Mopedroller, der ist noch eindeutig 60er.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

peterthomassuschny
30.09.2001, 21:28
In meinem Piatnik Auto Quartett 1967 (Nr. 298, 36 Autotypen) der Fa. Ferd. Piatnik & Sohn aus Wien gibt es einen Scaldia 408, ist das der Moskwitsch in den 60ern gewesen?
Wer weiß mehr?
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Elwood
01.10.2001, 02:23
@PTS: Sofern Avtoexport, das offizielle russische Exportbüro, nicht im Laufe der Jahre die Bezeichnung Scaldia modellübegreifend geändert hat, dürfte es nicht der Moskwitsch, sondern der Wolga sein. Im 'auto katalog' von 1979 wird so dessen Exportname benannt. Allerdings gab es dieses Wolga-Modell in den 60ern noch nicht.
In dem 79er Katalog steht, daß der Wolga unter dem Namen Scaldia auch in Belgien montiert wurde, und zwar mit Peugeot-Dieselmotoren. Die Exportbezeichnung für Ö sei aber Attache für die Limousine und Commander für den Kombi.
Aber wie gesagt, das sind die Daten von 1979. Wie es vorher war, weiß ich nicht.
Wie ich früher schon gepostet habe, ist das mit den Exportnamen der russischen Autos so eine Sache. Laut dem o.g.Katalog hieß der Saporoshez auch nur in Ö Eliette, d.h.woanders kann niemand was mit dieser Bezeichnung anfangen.
In Westdeutschland hat es, abgesehen von wenigen Moskwitsch Ende der 60er, immer nur den Lada gegeben. In der DDR wurde er ab und zu auch Shiguli (der Name für den russischen Inlandsmarkt genannt. Diese Bezeichnung war im Westen völlig unbekannt.

peterthomassuschny
01.10.2001, 20:14
@Elwood
Ich habe 'Schigulli' gekannt, weil ein guter Freund russisch lernte, ich habe es kurz probiert und wieder aufgegeben, kann aber halbwegs die kyrillische Schrift lesen und die Ostdiplomaten haben ja auch öfters einen Schigulli vor der Botschaft stehen, nur die Rumänen fahren immer Dacia, was die lateinische Bezeichnung für Rumänien ist.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Ronja
03.10.2001, 11:38
Hei!
Da schwirrt mir aber der Kopf bei soviel maennlicher Sachkenntnis... und obwohl ich solche Cliches eher meide, behaupte ich kuehn an dieser Stelle: typisch Mann, beim Thema Auto laeuft er zur Hoechstform auf.
Dabei vermisse ich DAS Kultauto der Siebziger an sich, the one and only:
den 2CV, von den Franzosen *deux chevaux* und hierzulande schlicht *Ente* genannt. Bei meinem ersten Frankreichurlaub verliebte ich mich in die kleinen grauen Dinger.
Jetzt werdet Ihr alle aufheulen, Ihr Maenner, denn das war natuerlich kein Auto, es war eine Sardinenbuechse, eine Krankheit, eine lahme Zumutung im Strassenverkehr, n'est-ce pas?
Meine erste Ente bekam ich 1971, hellblau und wunderbar, ich war mobil in der Grosstadt und auf der Autobahn, wo man alle anderen mit der Hoechstgeschwindigkeit von 120 in den Wahnsinn trieb. So schnell fuehr ich allerdings selten, denn dann bebte das Entlein so furchterregend, dass ich es mit der Angst bekam!
Ich beklebte sie mit den damals beliebten Abziehbildern - ich glaube, es war ein Schmetterling und eine Entenfamilie.
Irgendjemand nannte mich *Lady Duck*, die meisten machten sich liebevoll lustig.
Meine Enten waren alle kurzlebig. Die erste fiel einem Opa zum Opfer, der die Vorfahrt grob missachete und mir das gute Stueck vorne wie eine Ziehharmonika zusammendetschte. Totalschaden! Die zweite war orange und starb nach 5 Jahren eines natuerlichen Todes, zuviel Rost ueberall.
Die dritte war mir die liebste und mein Sorgenkind. Sie war kanarienvogelgelb mit einem schwarzen Schiebedach. Eine Luxusausfuehrung, weil das laestige Aufrollen und Befestigen des Daches wegfiel, und wunderhuebsch. Ich, die ich in spaeteren Jahren oft Probleme hatte, mein neutrales Auto in einem Heer gleicher wiederzufinden, fand sie muehelos auf jedem Parkplatz. Sie leuchtete wie ein Sonnenstrahl auch bei truebstem Wetter.
Leider hatte ich keine Garage, das gute Stueck wurde dreimal gestohlen, aber jedesmal nach einem halben Tag wiedergefunden. Es waren offenbar immer Jugendliche, die dieses leicht zu knackende Fahrzeug zu einer Spritztour reizte. Das erstemal wurde sie geklaut, als ich sie EINEN Tag hatte.
Ein anderes Mal wurde sie einfach umgeschubst und lag auf der Fahrbahn auf der Seite, was zur Folge hatte, dass nachts um drei zwei Polizisten, damals von jedem anstaendigen Menschen Bullen genannt, vor meiner Tuer standen und mir einen Heidenschreck einjagten. Ein Glueck fuer mich, dass es damals noch Vollkaskoversicherung ohne Eigenbeteiligung gab - die hatte ich bis zum bitteren Ende. Da wurde sie ein letztes Mal geklaut und als leere Blechhuelle aufgefunden - man hatte ihr Innenleben komplett ausgeraeumt und mitgenommen. Danach hatte ich keinen Bock mehr auf Ente.
Trotzdem, es waren die schoensten Autofahrerzeiten. Wir Entenfahrer gruessten uns alle mit dem Friedenszeichen von Lenkrad zu Lenkrad und laechelten uns an.
Die anderen betrachteten mich oft als Provokation, aber ich junges Biest entwickelte die Taktik, einem (ob meiner Langsamkeit) wuetend gestikulierenden Mann am Steuer suess zuzulaecheln und ihm eine Kusshand zuzuwerfen. Was ihn wiederum aus dem Konzept brachte und oft die Frau an seiner Seite zu einer Giftschlange mutieren liess *grinsueberallebacken*.
Noch etwas faellt mir ein. Als ich einmal nach der Arbeit mit meinem Entlein davonfahren wollte, hoerte ich, als ich startete, gleichzeitig ein richtiges Quaken. Es klang so, als sei eine Ente im Auto!
Ich schaltete ab, kein Quaken mehr, startete aufs neue - quakquakquak.
Entnervt stieg ich aus und schaute um mich - und in die feixenden Gesichter einiger Kollegen. Sie hatten mein Entlein praepariert und einen Riesenspass. Darueber hinaus hatte jemand den ganzen Vorgang gefilmt!
Die Kollegen sind in alle Winde verstreut, aber vielleicht weiss jetzt jemand, wer ich bin?
Tja, Leute, das sind Erinnerungen - die habt Ihr mit Euren Prestigeautos nicht - denk ich mal.
Tempi passati ...
Eine Freundin von mir fuhr damals so einen kleinen dicken Knubbel, Gogomobil hiess das glaube ich oder irgendwas mit 500, ein Fiat?? ebenfalls eine Lachnummer - aber das ist eine andere Geschichte...

------------------
Ne prenez pas la vie au serieux. En tout cas vous n'en sortirez pas vivant...

(Beitrag wurde von Ronja am 03.10.2001 um 10:52 Uhr bearbeitet.)

Elwood
03.10.2001, 12:06
@Ronja: eine Sardinenbüchse ist eine Ente eigentlich nicht, bißchen schmal, aber der Kofferraum war genial. Viel Erfahrung mit Enten habe ich nicht, kann mich aber noch an den Renault 4 meines Onkels erinnern. Beide Wagen hatten ja einen ähnlichen Aufbau. In den R4 paßte bei umgelegter Rückbank eine Waschmaschine rein - mit geschlossener Haube. Das ging (und geht heute noch) mit fast keinem Auto, auch nicht einem Kombi.

Prof_Bienlein
04.10.2001, 01:23
Na, wer sagt ihr, dass der 2CV KEIN Auto speziell der 70er ist...? http://www.alles-bonanza.de/ubb//wink.gif

Ronja
04.10.2001, 01:45
Hei!
@Professor Bienlein: weiss ich doch, dass es die Ente schon vorher gab. Aber in den Siebzigern hatte sie hierzulande ihre Hochzeit, wenn mich nicht alles taeuscht!?
Wie das Leben so spielt: Ich kenne einen emeritierten Professor Bienlein in real life!
@Elwood: Sardinenbuechse nannte man die Enten wegen des Daches, das wie bei der Buechse der Deckel aufgewickelt wurde.
Und ja, selbst in meiner Ente habe ich viel transportiert, z.B. mal ein Kinderbett. Bei aufgerolltem Dach wurde es hochkant auf die Rueckbank gestellt.

(Beitrag wurde von Ronja am 03.10.2001 um 12:50 Uhr bearbeitet.)

Sidney Friedman
04.10.2001, 01:45
Jemand anders würde jetzt streng darauf hinweisen, dass all die genannten Autos aus den 60er stammen. Lasst uns das nicht ganz so eng sehen.
Die Ente der 70er war gegenüber ihren älteren Schwestern ein Luxusgefährt.(was kann ich dafür, dass sie frnzösischen Autos weiblichg sind - ist mir aber sehr recht).
Ich bin einmal neben einer jungen Dame zwischen den Jahren in einer 63er Ente ohne Heizung (nicht defekt: nicht vorhanden!) durch das Zentralmassiv gefahren. Junge, da bekommt man einen kleinen Fuß.
Die andere Innovation war die Renault R4 und das Vorbild des VW Golf und seiner Nachfolger: die Simca 1100, das erste Auto mit quer eingebauten Motor, Frontantrieb und Heckklappe.
Und Laderaum: Inzwischen kann man eine Wasch- und eine Spülmaschine stehend transportieren, in einer Renault Kangoo, dem Auto des 21k .
Alle wichtigen Erfindungen bei PKWs kommen aus Frankreich, denkt mal drüber nach. Sid
------------------
Ladies and Gentlemen, take my advice! Pull down your pants and slide on the ice!

peterthomassuschny
04.10.2001, 01:45
@Sid
Du brauchst mich hier nicht als Dodel darstellen, auch wenn Du mich nicht namentlich erwähnst, aber wenn Du ein bißchen was wirklich verstehen tätest, die Ente ist sogar älter als Du, die wurde bereits - damals noch mit einem Scheinwerfer - 1939 vorgestellt, damit ist sie 3 Jahre jünger als der Käfer, der ist auch kein Auto der 60er, Dir kann ich nichteinmal mit dem Kreisky-Spruch 'Junger Mann, lernens Gescbichte!' kommen, weil Du meines Wissens nach 17 Jahre älter bist, daher solltest Du das eher wissen.
Wirklich aus den 60ern ist der R 4 und die Kastenwagenvariante der Dyane, der ACA-Dyane genannte Wagen, dürfte vermutlich 60er sein. Leider kann ich Dir nichteinmal sagen 'Macht nichts, ist ja Fasching!'
Fing übrigens in Ö immer am 31. 12. oder
1. 1. an, der deutsche Brauch mit 11. 11. wurde erst viel später übernommen.
Trotzdem beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

peterthomassuschny
04.10.2001, 18:48
Zum Thema bunte/knallige Autos: heute holte ich was bei einer Sandstrahlarbeiten ausführenden Firma ab und es kam ein Herr hin, der denen die Arbeit zahlte.
Sein Auto: Jaguar E, erste Serie habe ich richtig erkannt, Baujahr 1964, Farbe: zitronengelb. Na also, doch auch schon in den 60ern so gewesen, zumindest in England.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'
P. S. die hier eben angesprochenen Enten waren in den 70ern sehr oft in orange und einem knalligen Grünton gehalten.

Easterfarm
06.10.2001, 14:54
@ Mr. Roaring Sixties
Also die Dyane debütierte meines Wissens nach im Herbst 1967, sollte ursprünglich den 2 CV ablösen, weshalb zu jener Zeit auch das 2 CV-Angebot bis auf die Basisversion radikal gestrafft wurde.
Da diese Rechnung aber nicht aufging, wurde das 2 CV-Programm später wieder erweitert.
Die Acadiane kam indes erst 1978 auf den Markt und löste die Kasten-Ente (den AZAM) ab.
@Ronja
Bin selbst übrigens auch nicht mit einem PS-starken fahrbaren Untersatz unterwegs, sondern ÖPNV-Nutzer.
Früher habe ich mal Käfer gefahren, einen ausgemusterten BW-Köfer in gelboliv, Baujahr 1977, also noch aus deutscher Produktion, und in der absoluten Sparversion: Ohne Handschuhkastendeckel, ohne Beifahrersonnenblende, Scheibenwischer nur mit einer Geschwindigkeit, einfache kustledeerbezogene Spanplatten als Tür- und Seitenverkleidung. Kopfstützen? Ach was. Benzinuhr? hatte er auch nicht, dafür aber noch einen Reservehahn; sowie eine Heizanlage, die im Laufe der vier Jahre, als ich ihn hatte, immer mehr zum Innenvergaser mutierte.
@ Elwood
Leider waren die NSUs (erst recht der 1200 C) Ende der Achtziger nahezu ausgestorben, so daß ich bei Deinem NSU-VW-Vergleich hier leider nicht mitreden kann...
(Beitrag wurde von Easterfarm am 06.10.2001 um 16:50 Uhr bearbeitet.)

peterthomassuschny
06.10.2001, 21:56
@Easterfarm
Bei uns bei den Pfadfindern hatte zufällig einer einmal einen AZAM, daß die ACA-Dyane tatsächlich erst 70er war, wußte ich nicht.
Dein Käfer war wahrscheinlich ein sogenannter Sparkäfer.
Zu Vergleichen von Kleinautos: davon halte ich deshalb wenig, weil die alle irgendwie Unikate waren, nichteinmal der R 4 (61) und der R 5 (72) konnten miteinander wirklich konkurrieren, auch der Mini und der Käfer sind nicht vergleichbar, oder der 2 CV mit dem DAF 33/Daffodil, jeder war ein Kleinauto, aber fast jeder für eine eigene Käuferschicht, natürlich auch der NSU oder der FIAT 600 oder die österreichische Variante Puch 500, nur böse Menschen nannten ihn 'Asphaltblase', ein Schulkollege nannte die Ente 'Fetzenflieger'.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Elwood
08.10.2001, 01:22
@PTS: natürlich war der Käfer die Sparversion. Abgesehen davon, daß man bei Easterfarms Käfer nicht noch mehr hätte sparen können - woran auch, war ja nichts mehr dran, gaben staatliche Stellen nie zuviel Geld für Extras aus. Ach Easterfarm: hatte der Käfer ein Standheizung? Die war bei dem BW-VW's wie 181 oder Bulli eigentlich immer drin. Oder hatte er sogar noch eine 6-Volt-Elektrik?
Köstlich amüsiert habe ich mich zu meiner Bundeswehrzeit 90/91 (ich war bei der Flak, meist als VW Bus-Fahrer, wenn ich nicht die Treppen gefegt habe), als ich einen Tag lang Schul-Praktikanten chauffiert habe (Praktikum konnte man auch da machen, nicht nur in der Wirtschaft). Der eine fragte mich, ob denn die Bundeswehr-Autos extra schneller gemacht wurden, weil es eben die Bundeswehr ist. Leider war dem nicht so. Meistens fuhr ich einen Bulli mit 55 PS-Dieselmotor, Spitze 103 km/h. Die mit den Pritschenaufbauten waren stärker und schneller, bis 120 km/h. Ich fuhr immer 'digital': Leerlauf oder Vollgas. Nicht um der Schnellste zu sein, nur um voranzukommen. Auf einer langen einsamen Autobahn-Strecke machte ich den Trick, den auch die Wehrmachtssoldaten in der russischen Steppe praktiziert haben: Stein aufs Gaspedal legen und rollen lassen.
Wer scharf auf eine berufliche Position mit coolen Dienstwagen ist, sollte nicht zum Bund gehen. Unser Kommandeur hatte einen Opel Rekord mit 70 PS. In jedem mittelständischen Betrieb würde ein Abteilungsleiter ausflippen, wenn ihm sowas vorgesetzt würde.
Ein Bekannter erzählte mir von seiner BW-Zeit 1988/89 in Lingen/Ems. Seine Truppe wurde das 'Oldtimer-Regiment' genannt. Der Chef fur noch 1989 einen VW 1600 Stufenheck, Käfer gab es noch etliche, reichlich LKW aus den 50er und 60er-Jahren (gut, zwei Käfer und ale MAN 5-Tonner gab es bei uns auch noch), allerdings wurden in Lingen dann schon die Borgward-Laster ausgemustert. Reichlich früh, nur 28 Jahre nach dem Firmenzusammenbruch. Es soll dort sogar noch zwei VW K 70 gegeben haben. Das wäre was für mich gewesen! In einem dicken Buch über Fahrzeuge der Bundeswehr habe ich aber keinen K 70 gefunden, aber ich weiß definitiv, daß bis Mitte der 80er ein Flottenadmiral in Flensburg-Mürwik einen fuhr.
Lacht nicht, für mich als K 70-Freak sind das ernstzunehmende Fragen, denen man nachgehen muß!
Aber noch ein Stichwort für Dich, PTS, aufgepaßt: ÖSI-TECHNIK: Die heute noch gebauten Mercedes-Geländewagen (G-Modell), die ab ca.1989 bei der Bundeswehr den VW Iltis ablösten, sind eine rein österreichische Kreation aus den späten 70ern. Sie werden heute noch bei Steyr Puch in Graz gebaut (und nur da). Es gab lange Diskussionen, ob Mercedes ihn unter seinem eigentlichen Namen, Puch G, verkaufen sollte, das wurde wegen der höheren Akzeptanz des Markennamens Mercedes Benz abgelehnt. So läuft dieses Fahrzeug nur in Ö unter Puch, überall sonst unter Mercedes.
Das Ding fährt sich gut im Gelände. Die Einfahr-Übungen in der Matsche haben mir riesig Spaß gemacht. Allerdings haben die das mit dem Gesamtgewicht nicht hinbekommen. Es gibt 4 Sitzplätze, aber entweder 2 Mann mit Gepäck oder 4 Leute ohne alles. Mehr geht nicht.

peterthomassuschny
08.10.2001, 01:22
@Elwood
Stimmt.
Kannte schon 1979 den G, da sah ich ihn das erstemal, als wir in Grünau im Almtal schifahren waren, wo irgendsoein komischer deutscher Adeliger seit ein paar Jahren wohnt, wenn mich nicht alles täuscht, der komische Typ, der in Hannover nahe des türkischen Messestand seine Notdurft verrichtete. Dürfte ein bißchen ein dummer Mensch sein, der Karl Habsburg hätte schon mehr Takt, der würde sich das nicht trauen, nicht einmal bei einem Katarrh, da bleibt er halt zu Hause.
Warum der Name Puch nicht probiert wurde, verstehe ich nicht ganz, ich war 1982 auf Feriensprachkurs in Southampton und der Gastvater kannte sogar Gräf & Stift, als ich ihn dem in einem englischen Autobuch zeigte.
Dafür will Mercedes demnächst den Maybach wieder bauen (lt. Wienerzeitung) und zwar als eigenständige Marke, so wie den Smart.
Beste Grüsse
'Mr. Roaring Sixties'

Elwood
08.10.2001, 01:22
Immerhin hat der Prügel-/Pinkel-Prinz reich geheiratet. Ich bin zwei Dörfer weiter von dessen Familien-Stammschloß aufgewachsen: nach dem II.Weltkrieg fing seine Sippe im Agrar-Business an - als Schweinehirten.
A propos Geländewagen: ein luxemburger Freund sammelt neben VW K 70 (43 hat er schon, zumindest war das gestern noch so) auch noch Range Rover (da hat er aber nur 7 Stück). Auch ein 70er-Jahre-Auto, 1970 erschienen. Er sagt, in Luxemburg wird er damit nie von der Polizei angehalten, weil dieses Modell in der Familie des Großherzogs auch populär ist. Besonders gucken würden die Ordnungshüter, wenn er mit dem Range Rover unterwegs ist, der dem des Großherzogs abolut gleicht (gleiche Farbe, gleiches Modelljahr). Luxemburg ist so klein, da kennt man sich ein bißchen.

Prof_Bienlein
08.10.2001, 16:31
Was soll das heißen, 43 K 70? Du meinst doch hoffentlich Modellautos...? Ansonsten - hätten 43 originale K 70 überhaupt im Fürstentum Platz?

peterthomassuschny
08.10.2001, 18:22
@Elwood
Abgesehen davon, da bei vielen das neue Jahrtausend erst 2001 begann und daher die 70er auch erst 1971 begannen und daher 1970 ein ewiger Grenz- und Streitfall bleibt, aber die Entwicklung eines 1970 erschienenen Autos fällt noch eindeutig in die 60er.
Heute wieder einmal gesehen: VW offener Jagdwagen, die gab es auf jeden Fall schon in den 60ern, das steht außer Streit.
Beste Grüße
'Mr. Roaring Sixties'

Elwood
08.10.2001, 20:55
@PTS Mit dem 'Jagdwagen' meinst Du wohl den 181 Kübelwagen (nicht zu verwechseln mit dem Kriegs-Kübel). Der kam 1969 raus, das stimmt. Gebaut wurde der 181 bis 1980. Übrigens ein wildes Sammelsurium von VW-Teilen. Die Jungs vom Kübelclub erzählten mir, daß von jedem luftgekühlten VW Teile im 181 zu finden sind.
Ein noch heftigere Teilemischung ist der Porsche 924, besonders der frühe. Echte Porsche-Fans akzeptieren ihn nicht, weil es kein richtiger Porsche ist. Abgesehen davon, daß der 924 wie der 944 immer in Ingolstadt und nicht in Stuttgart gebaut wurde, ist es zwar eine Porsche-Entwicklung, war aber als Audi geplant. Ohne Witz: von jedem VW/Audi-Modell der frühen 70er kann man Teile darin finden, sogar von Käfer, Polo, LT und Typ 3 (K 70 auch : Kühlwasserpott und Bremsen).
Als Geheimtip: der 924er ist richtig billig abzuschießen. Gute Exemplare gibt es ab 2000 DM aufwärts, für 5000 DM bekommt man perfekte 1a-Stücke(billiger als ein gleichalter Käfer!)
@Prof: Nein, es sind schon echte K 70. Ein paar schlechte hat er zuhause auf einem alter Bauernhof, die meisten stehen in einer eigens dafür gekauften Tiefgarage im Luxemburger Stadtzentrum. Er will von jeder Farbe einen haben, aber auch von jeder Version. Das letzte überlebende Taxi hat er, 1999 waren wir in England, um Rechtslenker zu kaufen, letztes Jahr übers Wochenende sind wir bis hinter Stockholm gegurkt, um einen Wagen abzuholen (er hatte die Farbe noch nicht, außerdem war es die Schwedenversion mit der Scheinwerferreingungsanlage). Vor zwei Wochen hat er einen K 70 in Belgien gekauft. Eigentlich wollte er nur die italienischen Alufelgen haben, aber er mußte den ganzen Wagen kaufen, und es war ein guter, also kein 100 Marks-Objekt.
Gut, vor Jahren habe ich ähnliches gemacht: einen K 70 für ein paar Mark gekauft, die getönten Scheiben ausgebaut und den Rest weggeschmissen. Einmal bekam ich einen völlig rottigen geschenkt. Ich habe die Bedienungsanleitung herausgenommen und alles andere zum Schrotti gebracht.
Der Luxemburger hat auch die größte K 70-Spielzeugautosammlung (ca.90 verschiedene Modelle, aber inkl.Farbvarianten), aber ein Amsterdamer und einer aus Celle sind ihm dicht auf den Fersen.
Aber bei K 70-Literatur kann mir keiner was. Ätsch.

Elwood
08.10.2001, 20:57
Ich vergaß: in der Motor Klassik 8/98 ist eine Story über ihn drin. Damals hatte er aber nur 31 K 70.

Elwood
08.10.2001, 21:10
Korrektur: nur in Deutschland ist der 181 bis 1980 gebaut worden, in Mexiko und Indonesien lief er noch Jahre länger (dann mit den fiesen Elefantenfuß-Rückleuchten vom 1303).

Easterfarm
10.10.2001, 01:34
Auch noch von mir «ne Korrektur: AZAM war eine 2 CV-Limo, dafür gab es zwischenzeitlich (um 1967) sogar zwei unterschiedliche Kasten-Enten im Programm; den kurzen AZU und den um 20 cm längeren AK, der auch größere hintere Seitenscheiben hatte und der technisch auf dem ami 6 basierte.
@ Elwood
nein, mein BW-Sparkäfer hatte weder Standheizung (wäre sicherlich gut gewesen) noch 6V-Elektrik (gottseidank).
Übrigens noch was zum K 70: Wer hatte denn so alles K 70-Modellautos im Programm? Mir ist nämlich nur das von Majorette bekannt.

Elwood
10.10.2001, 01:34
@Easterfarm: laß uns im neuen Strang weitermachen

Morddeich Mole
02.09.2003, 00:54
@Elwood! Bitte, ich schaffe es einfach nicht, den ganzen Thread durchzuackern! :-( Könntest du bitte irgendeinen guten Link zum Thema K70 posten? Mich interessiert das - glaub ich - sehr dolle! :-)

Thanks!

Elwood
04.09.2003, 09:19
Per PN erl.

Morddeich Mole
04.09.2003, 10:29
Ist angekommen, vielen Dank!!!