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Alt 19.05.2002, 11:25   #1
Dreizehn Koestlichkeiten
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Sex-Schock! Penis kaputt?

taz vom 8. Mai 2002

Sex-Schock! Penis kaputt?

Neue Sorgen um den "Bild"-Chef Kai Diekmann: Untenrum-Operation misslungen

Als Herausgeber und Chefredakteur der Bild-Zeitung lebt Kai Diekmann flott vom Unglück anderer Leute ("Wird bei Ingrid Steeger bald gepfändet?", "13 Sex-Mädchen und ihr Bordell-König verhaftet", "Frau lief Amok im Friseur-Salon"). Zuletzt hatte er anlässlich der bombastisch aufgemachten Nachricht von einer Fehlgeburt der Schweizer Botschaftergattin Shawne Fielding-Borer ein Vollbad in den eigenen Krokodilstränen genommen: "Sex-Schock - Baby verloren - Sorgen um Frau des Botschafters - Wird sie nie wieder glücklich? … Sie weint um ihr verlorenes Baby. Ihre Ehe wird weiter in den Schmutz gezogen …" Und zwar von Kai Diekmann persönlich, für den ein Tag ohne Sex-Schocks, Fehlgeburten und öffentlich in den Schmutz gezogene Ehen ein verlorener Tag ist.

Doch nun gerät Diekmann selbst in die Schlagzeilen. Schon seit längerem wurde gemunkelt, dass er sich in einer Spezialklinik in Miami einer missglückten Penisverlängerung unterzogen habe. Was ist dran an dem Gerücht? Nach Aussage des Schönheitschirurgen Dr. Anthony Hasselford wurde Diekmann vor mehreren Monaten stationär in Florida behandelt. Dabei hätten ihm Adern, Schwellkörper und Fleischteile aus den Genitalien einer männlichen Leiche eingesetzt werden sollen, aber die Operation sei unglücklich verlaufen und einer Kastration des Patienten gleichgekommen. Diekmann habe daraufhin den behandelnden Arzt auf 200 Dollar Schadenersatz verklagt.

Nun kocht die Gerüchteküche, auch wenn kein einziger stichhaltiger Beweis für die Behauptungen vorliegt, aber die Öffentlichkeit fordert Rechenschaft: War Kai Diekmann jemals in Florida, um sich den Penis verlängern zu lassen? Und wenn ja, woher stammte die Leiche? Handelte es sich um einen freiwilligen Organspender oder wurde Gewalt angewendet? Existiert eine Videoaufnahme der Operation?

"Männer, die eine künstliche Penisverlängerung in Erwägung ziehen, verdienen unsere Solidarität", sagt der Psychologe Dr. Ulf-Torsten Jaenicke, Autor des Standardwerks "Size does matter. Die Penisverlängerung, ihre Risiken und Chancen" (Siegen: Medizinischer Universitätsverlag, 1998). "Es muss nicht immer ein so genannter Minderwertigkeitskomplex dahinter stecken, denn in vielen Fällen ist der Penis ja objektiv zu klein für die vaginale Penetration und die Befriedigung der Frau. Es gehört viel Mut dazu, eine Penisverlängerung in Auftrag zu geben, erst recht für einen Mann, der in der Öffentlichkeit steht und eine Zeitung herausgibt, in der tagtäglich Prominentensperma breitgetreten wird. Wenn die Geschichte stimmt, steht Herr Diekmann jetzt unter Sex-Schock. So bezeichnen jedenfalls wir Wissenschaftler dieses Phänomen."

Wie der ins Straucheln geratene Springer-Konzern den aktuellen Sex-Schock verkraftet, ist zur Stunde noch nicht entschieden, ebenso wenig wie das private und berufliche Schicksal des Bild-Chefs, der sich nach außen hin so viril und jovial wie immer gibt. Dennoch bleiben Fragen. Wird bei Diekmann bald gepfändet? Weint er um seinen verlorenen Penis? Wird er nie wieder glücklich werden? Läuft er Amok im Friseur-Salon? Sucht er Zuflucht bei Sex-Mädchen?

"Wenn er anständig aus der Nummer rauskommen will, wird er die Beweise auf den Tisch legen müssen", sagt Dr. Jaenicke und schleckt sich lachend über den Adamsapfel. "Sonst steht der Herr Diekmann dumm da. Wie der Kanzler bei seiner Frisurgeschichte. So ist das nun mal in unserer Mediengesellschaft …"

Ein hartes Urteil. Hat Kai Diekmann das verdient? Steht nicht sogar dem Herausgeber einer halbamtlichen Untenrum-Zeitung, der jeden Tag bis zum Hals durch Tränen, Blut und Fruchtwasser watet, eine Privatsphäre zu, und sei es auch bloß im gesetzlich geschützten Urogenitalbereich? Ist das alles nicht nur eine widerliche Schmutzkampagne gegen den Springer-Verlag, den letzten Hort der freien Berichterstattung über Bordell-Könige, Föten, Amokläufe, Sex-Schocks und kotzendes Elend?

Fragen über Fragen. Unterdessen ist im kroatischen Split vorgestern der erste europäische Kai-Diekmann-Fan-Club gegründet worden, bezeichnenderweise freilich von Männern, die sich selbst den Vereinsnamen "Die kaputten Piephähnchen" gegeben haben. Ob das Kai Diekmann freuen wird?

GERHARD HENSCHEL
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